AllgemeinWir widersprechen

Brandenburger Wolfsverordnung Freibrief zum Wölfe töten?

Brandenburg – Die Hatz auf den Wolf geht in eine neue Runde. Der Brandenburger Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) hat eine so genannte „Wolfsverordnung“ unterzeichnet. Seit dem 01. Januar 2018 ist sie nun in Kraft. Wir von Wolfschutz Deutschland bezweifeln allerdings, dass sich diese Verordnung wirklich konform mit EU-Recht erweisen wird. Von Seiten der EU wurde Ende des vergangenen Jahres erneut der höchste Schutzstatus für den Wolf bestätigt. Ein Vorstoß des Bundeslandwirtschaftsministers, den Schutzstatus zu lockern, wurde damit zurückgewiesen. Will das Land Brandenburg mit seiner Wolfsverordnung (BbgWolfCv) dem mächtigen Bauernverband und dem Jagdverband entgegenkommen? Brandenburg versuche, mit seiner Wolfsverodnung Einzelfallentscheidungen zu auffälligen Wölfen besser abzusichern, heißt es. Weiterhin erklärt der Minister: „Der Wolf steht weiter national und international unter Schutz. Unter diesen Bedingungen brauchen wir neben einem guten Herdenschutz klare rechtliche Regelungen, die Behörden einen Handlungsrahmen vorgibt, wenn Wölfe sich auffällig verhalten oder lernen die anerkannten Schutzeinrichtungen in Nutztierhaltungen zu überwinden.“ Im Klartext heißt dies nach unserer Ansicht: Wolfsabschüsse sollen erleichtert werden.

Dem Spiegel http://www.spiegel.de/…/brandenburg-neue-verordnung-regelt-…

sagt der Minister: „Es wird nur Einzelfallprüfungen geben. Zuständig ist das Landesumweltamt, das zunächst mildere Methoden wie Verscheuchen oder Vergrämen der Tiere versuchen muss. Bleibt dies erfolglos, darf eine „berechtigte Person“ dem Wolf nachstellen und ihn töten. Dies soll in der Regel der Jagdpächter sein.“ Und genau hier liegt eines der Hauptprobleme dieser Verordnung.

Diese Praxis eröffnet der „Problemwolfkreation“ Tür und Tor. Eine Tierfreundin war für uns in einem Gebiet vor Ort, das seit Jahren Schlagzeilen macht. http://www.maz-online.de/…/Verfahren-wegen-moeglicher-Wolfs…

Sabine Schmidt (Name geändert) hat auch Fotos gemacht, die die Lage darstellen. „Seit vielen Jahren leben Wölfe in unserer Nachbarschaft und als Tierhalterin bin ich froh, dass es hier bisher noch nie Probleme mit Wölfen gab. Aufgrund der neuen Brandenburger Wolfsverordnung, nach der zum Beispiel auch Wölfe geschossen werden dürfen, wenn sie zweimal in eine Weide eingebrochen sind, könnte sich das jetzt leider ändern,“ befürchtet die Brandenburgerin, die selbst Weidetiere hält. Denn kaum ist die Verordnung in Kraft, stellt sich die Frage, ob nicht Menschen die nötigen Übergriffe selbst herbeiführen wollen. „Seit Ende Dezember 2017 steht nun eine Schafherde im Bereich eines kommerziellen Jagdgebietes mitten im Wald, an einer Stelle, an der bislang noch nie Weidetiere zu sehen waren.“ Die Weide ist zirka zwei Kilometer von der nächsten Ortschaft, Kemlitz, entfernt. Die aus fünf Schafen bestehende Herde, ist nicht sicher eingezäunt. Eine Batterie, die auf Strom hinweist, ist nicht zu sehen. Keine 500 Meter davon entfernt hat Sabine Schmidt selbst schon Wölfe beobachten können. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Jagdpächter und Tierhalter nicht wissen, dass in dem Gebiet aktuell Wölfe leben. Seit Jahren würde sich der Tierhalter dafür einsetzen, dass Wölfe abgeschossen werden sollen, so Sabine Schmidt. „Am liebsten hätte ich die fünf armen Würstchen da draußen im Wald gleich mitgenommen. Die nächste Nacht kann schon ihre letzte sein und die bisher absolut unauffälligen Wölfe könnten mit dieser mutmaßlichen „Anköderei“ erst auf den Geschmack von Schafen gebracht werden.“

Desweiteren gibt es auch noch tierschutzrechtliche Bedenken: Auf Bildern ist ersichtlich, dass hier wohl ein aufgestellter Miststreuer als eine Art „mobiler Schafstall“ dienen soll. Der Wassereimer für die fünf Schafe ist so gut wie leer. Es stellt sich die Frage, wie tierschutzgerecht es ist, die Tiere im Dezember auf einer feuchten Wiese zu halten. Die fünf Schafe können sich zwar unter dem Miststreuer unterstellen, doch das Futter liegt nicht überdacht im Regen.

Zudem soll die Entscheidung über einen Abschuss von so genannten „Problemwölfen“, deren Verhalten nicht einmal genau definiert wurde, alleine das Landesamt für Umwelt treffen, ohne vorher Experten hinzugezogen zu haben. Das ist für Wolfsschutz Deutschland inakzeptabel. Der NABU sei im Großen und Ganzen mit der Wolfsverordnung zufrieden, erklärte dagegen die Brandenburger Geschäftsführerin Christiane Schröder, obwohl NABU die Verordnung zusammen mit den anderen Verbänden stark kritisiert hatte. Nicht die erste Aussage, die sowohl bei Naturschützern und den Jägern Verwunderung auslöst. Die Brandenburger NABU-Geschäftsführerin wollte auch dem Abschuss von Jungwolf Filou zustimmen http://www.jagdrechtsblog.com/wolfsmanagement-brandenburg-wird-das-nix/ Neben dem NABU hatten auch der BUND Brandenburg, die Grüne Liga Brandenburg sowie die Naturfreunde Brandenburg eine gemeinsame Stellungnahme zur geplanten Wolfsverordnung abgegeben. https://brandenburg.nabu.de/…/171218-nabu-2-stellungnahme-w…

Hier geht es zur Brandenburger Wolfsverordnung

http://www.mlul.brandenburg.de/…/lmb1.a.3310.de/BbgWolfV.pdf

Facebookmail
Facebook

23 Gedanken zu „Brandenburger Wolfsverordnung Freibrief zum Wölfe töten?

  1. Die ab 1. Januar 2018 in Kraft getretene sogen. Wolfsverordnung ist aus meiner Sicht nicht akzeptabel,
    denn im Klartext heißt das für mich: Wolfsabschüsse sollen erleichtert werden.
    Dass der NABU im „Großen und Ganzen“ damit zufrieden sein soll, löst ja wohl selbst bei Jägern Verwunderung aus und ist für mich nicht nachvollziehbar.
    Und obwohl seitens der Verantwortlichen immer wieder betont wird, den Schutzstatus des Wolfes zu beachten, werde ich das Gefühl nicht los, dass man alles tut, um den Wolf zu vertreiben und der bittere Geschmack in meinem Mund wird immer bitterer.
    Als die ersten Wölfe nach Deutschland zurück kamen hatte ich ein starkes Gefühl der Freude in mir, aber jetzt, wo ich sehe, wie man ihn gnadenlos jagen will, wünschte ich mir fast, er wäre nie zurückgekommen.
    Ich kann gar nicht sagen, wie unendlich traurig mich das macht.

    1. Mir ging es ebenso, ich war so unendlich froh, dass die Wölfe wiede da sind, wo sie hin gehören. Ich bin schon lange ein Verfechter der Rechte der Wölfe, sie waren hier lange vor uns und werden nun gnadenlos ermordet. Geht es hier nur um Macht und Geld????? Wie traurig ist unsere Welt geworden???? Das Morden der Wölfe muss ein Ende nehmen, diese Bauern müssen lernen, mit ihnen zu leben!!!!

  2. Das ist ja wohl das Allerletzte, 5 Schafe als Lebendfutter oder Köder abzustellen, um damit anschließend die Wölfe erschießen zu lassen! Der Zaun selbst kann ja nur als Lachnummer angesehen werden! Der nächste Riß kann oder muß unter diesen Umständen in den nächsten Minuten oder Stunden stattfinden. Die armen Schafe! … und danach ist das Gezeter und Geschrei von diesem Schafseigentümer nicht zu überhören! Dem müßte man für seine Hirnlosigkeit eine richtige Tracht Prügel verpassen. Ansonsten ist dieser vermutlich kaum zu belehren! Da kann man wieder einmal eindeutig erkennen, wie viel Wert einem sog. „Nutz“ – Tierhalter seine Tiere eigentlich Wert sind! Nämlich nichts! Nur um seine kranke Ideologie und Denkweise durchzusetzen, bringt er das Leben seiner Tiere in akute Gefahr!
    Der NABU in Brandenburg ist, was ich bisher von denen gehört habe, nicht einmal das Papier oder die Tinte wert, mit der man diesen Namen auf dem Papier schreiben könnte!

    1. Schafe als Köder für Wölfe, ich fasse es nicht !
      Menschen, die Tiere derart missbrauchen, muss die Tierhaltung verboten werden !
      Geeignete Gesetze dafür gäbe es. Nur durchgesetzt müssen sie werden.

  3. Da ist einfach unglaublich, dass ein Umwelt Minister solch eine Verordnung heraus gibt! Meiner Meinung nach, dürfte diese gegen Schutz Status verstoßen, den der Wolf genießt. Hier werden ja alle Hebel in Bewegung gesetzt, um diese Spezies töten zu dürfen. Was ist das für eine Welt! Wie abgestumpft und impertinent müssen Menschen sein, die sich erlauben, das Recht zu nehmen, Mitgeschöpfe einfach ab zu knallen nur, weil diese ihnen nicht ins Konzept passen? Es scheinen immer die gleichen Tier Halter zu sein, die gnadenlos nach Abschüssen schreien. Sieht man jedoch solche Bilder, dann verschlägt es einen die Sprache. Die dort abgebildeten Schafe tun mir in der Seele leid, denn das dürfte doch für Jedermann ersichtlich sein, dass diese armen Tiere als reine Lock Vögel , fast völlig ungeschützt, den Wölfen zum Fraß serviert werden. Meiner Meinung nach, werden die Schafe als Lock Vögel missbraucht und das muss doch strafbar sein. Ich kann mir vorstellen, mit den Fotos bei der Behörde vorstellig zu werden, damit man schon im Vorfeld Beweise liefert, denn in dem Wolfsgebiet dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, wenn diese armen Schafe gerissen werden. Auch sehe ich hierin einen Verstoß gegen das Tierschutz Gesetz . Ferner sollte ein Tier Freund diese Fotos einer Zeitung anbieten und somit vielleicht die Schafe retten. Solche Bilder sind doch auch für die Bevölkerung interessant. Ich könnte mir vorstellen, mit denen so manche Menschen umstimmen zu können und damit mehr Verständnis für den Wolf zu erreichen. Meiner Meinung nach, sind Minister, die sich so einfach überreden und einlullen lassen von Tier Haltern, ohne die Gegebenheiten von neutralen Fachleuten genau überprüfen zu lassen, reine Schlapp Schwänze und was mich anbetrifft, so werde ich mir genau merken, welcher Partei sie jeweils angehören. Es war ja nicht die letzte Wahl, bei der man seine Stimme abgeben kann.

    1. Hallo Frau Schwarzer,Ihr Kommentar ist für mich und sicher für sehr viele Anderere genau das worauf es ankommt-nämlich gesunder Menschenverstand in Bezug auf Umwelt und Tiere und deren Umgang.
      Die meißten Jäger und Politiker sind nicht in der Lage die Ökologie dieser Welt zuverstehen !! Außerdem sind Sie der Geldgeilheit verfallen und besitzen nicht viel oder keine Moral !!

      1. Weil diesem Personenkrei einiges feht. Als erstes mal, ein gesunder Menschenverstand. Als zweites, die Achtung vor dem Tier. Dieser Tierhalter setzt seine Tiere als lebende Köder ein, um ein bisher unauffälliges Wolfsrudel dem Abschuß freizugeben. So einer hat mehr als eine Tracht Prügel verdient. Richtig wäre eine Fraiheitsstrafe und ein lebenslängliches Tierhalteverbot.

  4. Wäre es nicht möglich, Medien für eine Aufdeckung anzusprechen? Das ist ja zu offensichtlich, was da abgeht. Arme Schäfchen … Abgesehen vom Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Da ist doch auch was drin …

    1. Die Medien interessiert das doch nicht im geringsten: Die stoßen in das Horn, dessen Ton ihre Leser hören wollen… am Lande natürlich auch diejenigen Weidetierhalter,
      die den Wölfen Ihre (wehrlosen, vermutlich auch kranken ) Schafe als Köder anbieten… um bei Zugriff des Wolfs lauthals schreien zu können: Seht nur, schon wieder ein Übergriff auf unsere Weidetiere! Und die Presse stürzt sich prompt auf diesen Vorfall, verschweigt aber im Interesse der „betroffenen“ Leserschaft, wie es dazu kam. Das ist die Freiheit, die sich so manches Presseorgang nimmt…
      So krank sind manche Weidetierhalter und die um Hilfe gebetenen Medien.

    2. Ich bin fassungslos und auch mich stimmt es traurig.

      Damit ist aber leider weder Schaf noch Wolf geholfen.
      Es kann ja nicht so schwer sein, von denen die vor Ort sind /waren, herauszufinden wer dieser Viehhalter ist und Strafanzeige wegen Tierquälerei zu stellen.
      Kein adäquates Fressen, kaum Wasser, bei Wind und Wetter keinen sicheren Unterschlupf.
      Zumindest die Aufsichtspflicht dürfte verletzt sein. Die Behörde müsste dementsprechend nachgehen.
      Schelm, wer etwas Böses denkt – das Feld direkt vor einem Hochstand!?

  5. Es werden wie fast immer nicht Experten zu rate gezogen, sondern Befürworter !!
    Der Wolf hat sich in Brandenburg etabliert und findent auch Annerkennung in der Tourismusbranche.
    Nur weil Bauer nicht in der Lage sind Ihre Tier zu schützen,(oder wollen es nicht) muss die Allgemeinheit leiden .Die Hühnervogelbesitzer schützen auch ihre Tiere !!
    Einstein hatte so recht mit seiner Aussage über die Dummheit mancher Menschen.

  6. Ist denn der Besitzer der Schafe inzwischen ausgemacht und das Veterinäramt benachrichtigt? Der muss doch offiziell angezeigt werden. Da kann man doch nicht zuschauen bis etwas passiert. Der Besitzer muss doch zur Rede gestellt werden und zur Verantwortung gezogen werden – bevor es zu spät ist für die Schafe und die Wölfe!

  7. Da muss einem die Spucke wegbleiben.
    So einem Schäfer gehören die Tiere weg genommen, und alle Gelder gestrichen.
    Das ist so als wenn ich ein Finger ins Phyranha Becken halt und wenn mich einer Beißt lass ich das Wasser ab.
    Für mich sieht das eher so aus als brauchen die Jäger da drüben einen neuen Kick und da der Wolf als „Gefährlich“ zählt ist er das willkommene Opfer.
    Ich habe selbst 2 Hunde und habe viele Jahre darüber nachgedacht mir aus dem umliegenden Ausland einen Wolfshund zu kaufen dessen DNA über 86% Wolf ist, also fast reiner Wolf.
    Es kommt nicht auf das Tier an sondern darum wie man mit diesem Tier umgeht, wie ich es in den Wald ruf so hallt es heraus und nicht anders.
    Ich hoffe von ganzem Herzen das beim nächsten Abschuss Versuch der Wolf gewinnt.
    Da gibt es auch einen guten Spruch der Cree Indianer.
    Erst wenn der letzte Baum gerodet,
    Der letze Fluss vergiftet,
    Der letzte Fisch gefangen ist,
    werdet ihr feststellen,
    Das man Geld nicht Essen kann.
    Dachte immer die Entwicklung geht nach vorne aber scheinbar nicht.

    1. Das Herz am richtigen Fleck Christian.
      Aber um Himmelswillen niemals Tiere aus dem Ausland! Das ist so grausam wie dort ‚gezüchtet‘ wird. Kauf einen Welpen und du trägst am Leid unschuldiger, armer Seelen eine unerträgliche Mitschuld.
      Überlege gut, wenn Du wirklich helfen willst. Rede mit anderen Menschen darüber und gewinne sie dafür.
      Und gehe mal ins Tierheim!

  8. Man möge mir verzeihen, aber so wie Christian Wolf habe auch ich mir schon oft gewünscht, dass bei Wolf-Abschuss-Versuchen des Schuss nach hinten los gehen möge.
    Sorry, aber bei so viel Ungerechtigkeit und Lieblosigkeit diesem wundervollen Tier gegenüber, wird man mit einem Herz im Leibe dazu gebracht.

  9. Mit dieser Wolfsverordnung wird denen Tür und Tot geöffnet, die den Wolf zurück in die Steinzeit oder auf die dunkelrote Liste der aussterbenden Tierarten schiessen wollen. Mir grauts vor uns Menschen……. Wir hier in diesem Chat denken ähnlich, aber das erreicht leider nicht die , denen man mit Fakes Angst macht .

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.