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Auch in Mecklenburg-Vorpommern keine Hinweise auf rasante Vermehrung des Wolfes

Das Märchen von der „rasanten“ Vermehrung.

 

Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht die Rede von der „rasanten Vermehrung“ der Wölfe in Deutschland ist. Dabei dreschen nicht nur Politiker, Weidetierhalter und Wolfsgegner diese Phrase. Nein, auch so genannte Wolfsexperten und Mitarbeiter der großen Umweltverbände lassen sich dazu hinreißen, von einer rasanten Vermehrung zu reden. Im Koalitionsvertrag von SPD sowie CDU/CSU ist gar von Dezimierung der Wölfe die Rede. Fakt ist jedoch: In der Roten Liste der gefährdeten Tiere Deutschlands (2009) wird der Wolf als eine vom Aussterben bedrohte Art eingestuft. Wenngleich sich der deutsche Wolfsbestand in den vergangenen Jahren positiv entwickelt hat, weist die Art – gemäß dem deutschen FFH-Bericht von 2013 – immer noch eine ungünstige Erhaltungssituation auf, schreibt das Bundesamt für Naturschutz in einer Zusammenfassung Ende 2017.

Wölfe paaren sich nur einmal im Jahr, nämlich jetzt und in den kommenden Wochen. Die Jungtiere vom Vorjahr kümmern sich oft noch mit um den Nachwuchs, der im Frühjahr auf die Welt kommt. Jetzt ist auch die Zeit für die zweijährigen Wölfe, sich ein eigenes Revier zu suchen. Da Wölfe ihre Reviere verteidigen, können sich die Jungtiere nur dort niederlassen, wo noch keine anderen Wölfe ihr Revier eingerichtet haben. Diese Verhaltensweisen sind es, die eine „rasante Vermehrung“ so gut wie unmöglich machen. Die meisten Jungtiere erreichen ihr drittes Lebensjahr nicht. Man ging bisher von einer Vermehrungsrate von 30 % aus. Im Monitoringjahr 2016/17 stagniert diese Rate nicht nur, sie ist sogar zurückgegangen.

In Mecklenburg-Vorpommern hat sich die Anzahl der Welpen von 13 auf 14 leicht erhöht. Die Territorien sind bei 3 allerdings gleich geblieben. Der Verbleib des bisherigen Lübtheener Rudels ist derzeit ungeklärt. Anfang 2017 konnte der seit 2007 in der Lübtheener Heide lebende, mindestens 12-jährige Rüde letztmalig anhand von Fotofallenbildern dokumentiert werden. Die beiden besenderten Jährlingsfähen des Rudels, WF2 Naya und WF3 Emma, sind abgewandert; seit Mai 2017 wurden sie nicht mehr in der Lübtheener Heide nachgewiesen. Zu dem aktuellen Status der Elterntiere des Lübtheener Rudels liegen keine Hinweise vor, schreibt das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt. Mit 12 Jahren hat der Rüde ein stattliches Alter für einen frei lebenden Wolf erreicht. Dennoch ist Wilderei als Ursache nicht auszuschließen. Erst im Dezember 2016 wurde dort der Jungwolf Arno erschossen aufgefunden.

Schaut man sich die Anzahl von Wölfen in Mecklenburg-Vorpommern an und vergleicht sie mit den Schäden, stehen die Forderungen von Weidetierhaltern in einem ganz anderen Licht. Zitat aus der Pressemitteilung der Landesregierung: Im Jahr 2017 leistete das Land MV Kompensationszahlungen an Tierhalter in Höhe von etwa 15.700 Euro. Landesweit waren 28 Übergriffe auf Nutztiere registriert worden, bei denen ein Wolf als Verursacher festgestellt oder nicht ausgeschlossen werden konnte. Dabei wurden 66 Tiere getötet und 22 Tiere verletzt. Seit Jahresbeginn 2018 wurden 4 Übergriffe auf Nutztiere registriert, bei denen ein Wolf als Verursacher nicht ausgeschlossen werden konnte. Der vorbeugende Herdenschutz wurde im Jahre 2017 mit etwa 138000  Euro und im Jahre 2018 bislang mit etwa 32 000 Euro gefördert.

Quellen:

https://www.regierung-mv.de/Landesregierung/lm/Service/Presse/Aktuelle-Pressemitteilungen?id=136019&processor=processor.sa.pressemitteilung&sa.pressemitteilung.sperrfrist=alle

https://www.dbb-wolf.de/Wolfsvorkommen/territorien/zusammenfassung?Bundesland=&Jahr=2016

https://www.bfn.de/fileadmin/BfN/presse/2017/Dokumente/Pressehintergrund_Wolf_2017bf.pdf

https://www.regierung-mv.de/Landesregierung/lm/Service/Presse/Aktuelle-Pressemitteilungen?id=122660&processor=processor.sa.pressemitteilung&sa.pressemitteilung.sperrfrist=alle

 

 

 

 

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4 Gedanken zu „Auch in Mecklenburg-Vorpommern keine Hinweise auf rasante Vermehrung des Wolfes

  1. An Frau Sommer und ihr Team persönlich!
    Soweit ich weiß treffen auch für Hybriden die Schutzbestimmungen zu! Bitte googeln Sie
    Tag 24 da wird berichtet, der Jagdverband lässt Experten einfliegen die bestimmen sollen Wolf oder Hybrid! Was soll das nun wieder? Auch ein Hybride darf leben!

    1. Wir rätseln was der Jagdverband damit sagen will. Dümmer geht immer? Der Jagdverband disklassifiziert sich hier wieder mal selber. Ziemlich lustig, das Ganze, wenn auch unfreiwillig. Die Autorin könnte glatt Mandy Hausten von der heute-show sein. Es ist aber eine andere Mandy. 😀 – In Sachsen tapst in der Tat noch ein Mischling herum, der den Jägern bisher glücklicherweise entkommen ist. Er kam aus dem Grenzgebiet zu Tschechien. Dies ist ganz offiziell im Infobrief des Kontaktbüros nachzulesen. Außerdem sind auch einige Welpen aus Thüringen abgewandert. Mischlinge zwischen Wolf und Hund sind übrigens genauso geschützt wie reine Wölfe.

    2. Wenn ich das höre Experten , es sind Lebewesen . Woher nehmen sich Leute das Recht heraus ,Tiere zu töten und zu entscheiden.ob oder nicht !Einfach furchtbar -was hier abgeht -egal wo -welches Land . schrecklich -Tiere einfach auslöschen . Genauso diese Politiker – die sollen sich endlich um Tierschutz kümmern . Nicht nur immer um Ihre Politik .Wo sind die ?Man hat so die Schnauze voll – tut endlich was dagegen – Es sind Lebewesen !

  2. übrigens, rasant beschreibt in kurz: flugbahn, flach gestreckt.
    man liest also wie einfallsreich manipulativ die manipulation noch getrieben werden kann um zu vertuschen das das bild von der welt am eigenen tellerrand endet.
    einige bohren verzweifelt in der nase um das letzte rauszuholen. wie bauernbundführer jung aus brandenburg, der allen ernstes verkündete, wölfe fressen in bälde kinder … war da nicht mal was … juden fressen kinder. deshalb halten 99,99% seiner mitglieder nichts von weideschutz.
    es ist eben so, das in den ländern fachleute zur beratung für einen wirksamen wolfsschutz viel zu wenig sind. lässt sich hier vor allem politisch etwas verbessern in dem vor ort aufklärung, beratung, umsetzung statt findet, finden auch „rasante“ prediger kaum mehr zulauf. das positive erlebnis das der weideschutz funktioniert wirkt nachhaltig.

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