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Faktencheck über böse Wölfe und arme Lämmchen in Brandenburg und Südtirol

Faktencheck über böse Wölfe und arme Lämmchen in Brandenburg und Südtirol.

in der vergangenen Woche pinnte ein Unbekannter einen Zeitungsausriss an den Briefkasten eines unserer Mitglieder in Brandenburg. Auf einen Bild war der angefressene Kadaver eines Schafs zu sehen, im Text klagte ein Hobbyhalter sein Leid. Ob dieser Ausriss nun als ein Vorwurf an uns gedeutet werden sollte, weil wir uns für Wölfe einsetzen, oder als Aufruf zur Recherche wissen wir nicht. Allerdings muss demjenigen klar sein, der uns solche Artikel auf welche Weise auch immer zukommen lässt, dass wir diese auch tatsächlich  nachrecherchieren. In Punkto dieses Artikels ging der Schuss allerdings nach hinten los. Unser Vereinsmitglied war vor Ort und dokumentierte die Zäune des betreffenden Hobbyhalters, der in einem Artikel in der MAZ noch wesentlich mehr geklagt hatte als in dem kurzen Zeitungsausriss. Was für eine Mühe es doch sei, das arme Kind des Schafs nun per Hand aufzuziehen, statt der Weidetiere solle man doch die Wölfe einsperren und so weiter. 20 Jahre sei nichts passiert und nun das? Medienwirksam bestellte der Halter gleich noch den Wolfsberater und die Presse zum gleichen Termin. Reißerische Artikel so gut wie garantiert.

Null Schutz für die Schafe!

Dabei sollte nun wirklich nach zwanzig Jahren auch der letzte Hobbyschäfer wissen, dass der Wolf nach Deutschland zurückgekehrt ist. Besonders tragisch ist in diesem Fall, dass die Seite des Geheges, das an den Bach grenzt, gar nicht gesichert war. Welcher Schafhalter, der wirklich an seinen Tieren hängt, geht ein solches Risiko ein? Ganz gleich ob Hund, Wolf oder ein Tierhasser die Gelegenheit nutze. Es gab leichten Zugang zu den Tieren. Besondern tragisch an diesem Fall ist, dass die Bachseite wohl zu früheren Zeiten einmal gesichert gewesen ist. Das ganze Geheule in der MAZ ist unter diesen Aspekten wenig glaubhaft. Viel wahrscheinlicher ist es, dass hier erneut ein Fall nach Kemlitz für die Brandenburger Wolfsverordnung kreiiert werden soll. Siehe auch unsere Petition unter www.change.org/brandenburgwoelfe .

Hier der Kommentar unseres Vereinsmitgliedes Jürgen H.

„Das Leben ist kein Ponyhof!“

Es war einmal, in der kleinen Gemeinde Ziezow (Teil der Gemeinde Planetal / ca. 250 Einwohner). Über die stille Post kam eine Nachricht: „… sag mal, ist das dein Schaf was dort am Bach auf der Wiese liegt?“. Es war an einem Pfingstmontag, der Feiertagsbraten schmorte in der Röhre und die Kinder spielten mit der Playstation, als diese Botschaft den Kleintierhalter ereilte. Er machte sich sofort auf den Weg und war geschockt von dem Anblick. Trotzdem er jeden Abend vor dem Einschlafen für seine Tiere betet und ihnen die Daumen drückt, ist es geschehen. Einer der Wölfe die täglich heulend ums Dorf laufen hat die Frechheit besessen und sein Mutterschaf verspeist. Der Kleintierhalter schrie „weh und ach“ und rief die Zeitung und den Wolfsbeauftragten umgehend zu sich. „ … aber er hat unserem Schaf doch nie etwas getan, wir hatten ein Schild „Für Wölfe verboten“ aufgestellt und er ist über den Bach gekommen … das ist so unfair!!!“
Ja, das Leben ist leider kein Ponyhof und es trifft immer die Falschen. Der gute Mann hatte doch nun wirklich alles Menschenmögliche getan. Nun muss er die Lämmchen mit der Hand aufziehen und noch mehr beten damit so etwas nicht wieder passiert.
…und wenn er nicht gestorben ist dann betet er noch heute… zum Zaun bauen hat er leider keine Zeit ( Lämmchen füttern, beten, trauern…)

PR-Maschinerie gegen den Wolf – „Die müssen wir geistig umdrehen!“

Dass durch Lügengeschichten seit Jahren von diversen Lobbyverbänden der Wolf in ein schlechtes Licht gerückt werden soll, ist nichts Neues. Während in Deutschland die Lobbyverbände gleichzeitig hetzen und ihre Unschuld beteuern, ist man in Südtirol anscheinend bereits einen Schritt weiter und nimmt schon gar kein Blatt mehr vor den Mund.  Franz Lanschützer von der Landwirtschaftskammer Salzburg und Georg Höllbacher vom österreichischen Bundesverband für Schafe und Ziegen referierten eine Veranstaltung in Südtirol. Eine Gesetzesänderung, die das – zumindest fallweise – Töten von Wölfen erlaubt, führe nach Meinung des Referenten nur über die öffentliche Meinung. „80 Prozent der Bevölkerung sind für den Schutz des Wolfes. Die müssen wir geistig umdrehen.“ Denn erst wenn Wölfe auch für Freizeitsportler, Touristen und Erholungssuchende eine Gefahr werden, könne ein Umdenken einsetzen. „Wir müssen der Bevölkerung ein Problem machen“, meint der Referent Franz Lanschützer aus Salzburg. Dafür sollten Viehhalter und Bauernstand eine PR-Maschinerie in Gang setzen“, wird Lanschützer in der Tiroler Tageszeitung zitiert.

Quellen:

http://www.maz-online.de/Lokales/Potsdam-Mittelmark/Niemegk/Nach-Wolfsriss-Schwarzes-Schaefchen-kriegt-das-Flaeschchen

http://www.tt.com/panorama/gesellschaft/14418077-91/diskussion-in-lienz-den-wolf-mit-pr-maschinerie-bekämpfen.csp

 

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5 Gedanken zu „Faktencheck über böse Wölfe und arme Lämmchen in Brandenburg und Südtirol

  1. Es gibt nicht nur geistige Kleingärtner, sondern auch geitige Kleinhobbynutztierhalter. Soll er ein Kreuz aus Silber aufstellen evtl hilft es. Dieses Gejammer wegen 600 Wölfe, wenn es noch soviele sind, hält keiner mehr aus. Aber tröstet euch, ich war auf der Mahnwache, am 01.06 in Nürnberg für Kühe. Steht da einer macht von uns allen einzeln, mit unseren Plakaten Bilder. Es war uns gleich klar, einer von der Massentierhaltung. Es gab eine verbale Auseinandersetzung. Wir wollem seinen Berufsstand vernichten. Fragten wir, warum kommen die weiblichen Kälber sofort in Iglus und getrennt von den anderen Kälbern. Warum lassen sie die männlichen einfach verrecken. Sagt der eine Mutter bringt ihr Kind ja auch ins Bett oder Kinderwagen. Stillen tut heute auch keiner mehr. Ich habe meine Kinder über drei Jahre gestillt denn die eine wollte nichts essen, dann kam die nächste. Auch habe ich bei meinen Kindern geschlafen. Einen Sohn hätte ich auch aufgezogen. Dann fing er an , ja gegen die CSU und die Kirchen seit ihr ja auch. Gott schlachtete ein Lamm. Deswegen essen wir Lämmer zu Ostern. Dann sagte ich, Jesus war das Lamm Gottes! Dann müssten Sie ja einen Menschen schlachten. Oh ich bin fast durchgedreht. Aber diese Nutztierhalter auch aus Hobby, oh bei eurem ist das Lamm bestimmt zu spät geboren?! Kein Osterlamm?! Es ist echt nicht mehr erträglich, deren tägliches Kollektiv geheule! Der Wolf ist ein wichtiges Tier für das ökologische Gleichgewicht. Die Nutztierhalter und auch die Hobbynutztierhalter braucht eigentlich keiner. Da braucht mir keiner mit den Weiden abgrasen kommen. Denn vor uns hat alles bestens funktioniert. Heute stellt sich jeder hin als Weltbeschützer. Dabei bringen die grausam ihre Tiere um. Keiner von denen hält hier einen Gnadenhof. Denn ein Gnadenhof schützt sich dagegen. Wenn der Wolf Tiere reißt ist dies Natur, tut es der Mensch ist es gier oder er will einen Braten.

  2. Spiegel Online Wissenschaft hat einen sehr guten Artikel über den Wolf veröffentlicht. Wäre wichtig und sehr intetessant

  3. Der Wolf ist der Ur – Vater unserer Hunde.
    Das Rudelverhalten dieser schönen Tiere ist beispielhaft in der Tierwelt mit extrem hoher
    sozialer Kompetenz.
    150 Jahre hat es gedauert und nun ist er zurück. Diese vielen Jahre haben die Natur
    und den Menschen verändert leider im sehr
    negativen Sinn. Der Lebenraum, den der Wolf
    früher zu seiner Verfügung hatte, den gibt es nicht mehr.
    Das Trauerspiel nimmt seinenLauf, weil der Mensch nicht in der Lage den Wolf so zu akzeptieren wie er ist.
    Aber es geht eigentlich nicht nur um den Wolf,
    sondern um alle Tiere dieser Erde, die der Mensch sinnlos quält und tötet zu seinem Vergnügen.
    Aktuelles Beispiel WM 2018 Russland. All diese
    Menschen,die demnächst jubeln beim Torschuss, haben auch Tiere in allen Varianten.
    Diese WM gehört boykottiert und verlegt in ein anderes Land. Zum Beispiel Holland, ein Land mit einer perfekten Sozialstruktur für Mensch &! Tier. Dort gibt es keine Strassenhunde.

    Der Mensch ist das schlimmste Raubtier unserer Zeit und für die Zukunft.

  4. Dieses ewige Gezeter, Gejammer und heulen der sog. „Nutz -“ Tierhalter um ihre ach, so liebenswerten Tiere, ist kaum mehr zu ertragen! Aber dies kenne ich seit den letzten 50 Jahren schon! Wegen allem wird gejammert und geklagt und fast jedes mal gibt es danach wieder Entschädigungen und Subventionen! Für dieses liebe eingejammerte Geld tut man dann aber nichts für die Nachhaltigkeit des Landwirtschaftsbetriebes inkl. der Tiere sondern kauft sich einen großen DB – Geländewagen, selbstverständlich natürlich, einen Diesel, um damit den ebenfalls steuersubventionierten Diesel sinnvoll einzusetzen usw. Die Tiere, die ihnen, mit ihrem qualvollen Leben auf dem Hof, den Wohlstand überhaupt ermöglichen , gehen ihnen schlicht und ergreifend am Arsch vorbei! Am Ende müssen nur die Zahlen stimmen! Wichtig: „Viel Geklapper mit dem Geschirr, dann kommt auch was auf den Tisch!“
    Vorbeugend tätig zu sein, ist für die meisten von denen, ein Fremdwort! Früher hieß es immer: „Vorsorge ist besser als Nachsorge!“

  5. Der Text des Vereinsmirgliedes zu dem Vorfall ( man könnte auch sagen Rückfall ins Mittelalter) in Ziezow ist herrlich ironisch ! Völlig richtig und taktisch klug, gleich zu recherchieren , was dran ist an solchen Zeitungsenten. Hab ich schon oft gehört, dass Hobby(möchtegern)tierhalter schlimmer sind als die gewerblichen, die von ihrem Beruf leben müssen.

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