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„Kuhles Leben“ – Wolfsschutz Deutschland unterwegs auf einem Lebenshof für Kühe

Julya (34) und Marion (56) retten Kühe vor dem Schlachthof

Marion (56) mit Lieschen.

 

„Bei uns haben Rinder ein „kuhles“ Leben!“

 

Flächen, so groß wie die USA, China, die EU und Australien zusammen würden frei werden, wenn die Menschen vegan leben würden. Fleisch- und Milchprodukte verbrauchen 83 % des Ackerlandes und decken nur 18 % des Kalorienbedarfs eines Menschen. (Quelle BR). Dafür steigen die Transporte von Kühen in Drittländer. Und das unter Bedingungen, die schockieren. Hier ein knapp zehnmüniter Bericht von PANORAMA 3 über den Leidensweg von Kühen aus Niedersachsen. https://www.youtube.com/watch?v=P-DVlrgYz5k

Immer wieder kommt in Niedersachsen das Cuxlandrudel unter Druck, weil die Tiere angeblich Rinder reißen würden. Zaunkontrollen von uns hatten allerdings ergeben, dass dort so gut wie kein Schutz vorhanden ist. Im Vergleich zu diesen Höllentransporten kann sich ein Rind nur wünschen, dass sein Leben vorher durch einen Wolf beendet wird.

Im Vergleich zum Vorjahr ist 2017 die Fleischmenge um 2,0 % (-167.000 Tonnen) auf insgesamt 8,1 Mio. Tonnen gesunken. Die Zahl der geschlachteten Tiere ist mit 745 Mio. (-8,1 Mio. Tiere gegenüber dem Vorjahr) jedoch immer noch extrem hoch.  Bei der Schlachtmenge für Rinder setzt sich der Abwärtstrend des Vorjahres fort: Insgesamt wurden 1,1 Mio. Tonnen (-2,3 %) Rindfleisch erzeugt, das entspricht 3,5 Mio. Tieren (-100.000 Tiere).

Kaum jemand fragt sich, was mit den Kühen passiert, wenn sie nicht mehr zum Milchgeben taugen. Fast niemandem ist auch die Tatsache bewusst, dass Kühe jedes Jahr ein Kälbchen gebären müssen, damit sie überhaupt Milch geben. Milch, die nicht das Kälbchen bekommt, sondern die für den Verbrauch für Menschen bestimmt ist. Hat eine Milchkuh ausgedient, und das ist insbesondere bei Hochleistungskühen spätestens nach drei bis fünf Jahren der Fall, wartet nur noch der Tod auf sie. Die meisten Kühe haben in ihrem Leben weder frische Luft noch Gras unter ihren Klauen spüren können, da sie bei konventioneller Haltung immer im Stall bleiben müssen. So ist ihr erster Ausflug in die Welt auch oft ihr letzter. Der Weg zum Schlachter führt die entkräfteten Tiere nicht selten hunderte von Kilometern, eingepfercht in enge Transporter, durch die ganze Republik, oft sogar bis ins Ausland. Am Ende bekommen sie einen Bolzenschuss in den Kopf. Was fast niemand weiß:

Viele der Kühe, die geschlachtet werden, sind trächtig. Schockierend: Während die Mutter sofort tot ist, muss das Kälbchen in ihrem Bauch qualvoll ersticken.

Diese Praxis der Schlachtung ist nicht verboten. Wir sind bei Julya (35) und Marion (57) zu Besuch. Die beiden engagieren sich für Kühe in ihrem Verein „Initiative Lebenstiere“. „Wir versuchen möglichst vielen Kühen dieses schlimme Schicksal zu ersparen und wollen auf das tägliche Leiden von Lebewesen aufmerksam machen. Für uns Menschen ist Milch ein selbstverständliches Nahrungsmittel, aktuell sogar billiger als Mineralwasser. Doch die Tiere zahlen einen hohen Preis für den Milch- und Fleischkonsum,“ erzählt Julya, während sie der weißen Mona, einem Charolais-Rind, über den Kopf streichelt.

Julya (34) mit Mona

Wären Julya und ihr Team nicht gewesen, hätte das Kälbchen im Bauch der erst ein Jahr alten Kuh das gleiche Schicksal erwartet, wie tausende anderer Kälber tagtäglich. „Oft trifft der erste Bolzenschuss nicht richtig und die Mutterkuh ist nicht sofort betäubt, Stresshormone werden ausgeschüttet, das Kalb bekommt einen Schock, dann vergehen weitere qualvolle Minuten. Es merkt, dass es keine Luft mehr bekommt, doch seine Mutter kann es nicht mehr versorgen, wird sie doch bereits zerlegt. Das Kälbchen wird noch in der Fruchtblase aus dem Leib der Mutter geschnitten und als Abfall entsorgt,“ erzählt Julya die grausame Praxis in Schlachthöfen. „Mona hatte Glück. Sie war schon auf dem Transporter, doch der Fahrer rief uns an und fragte, ob wir sie nicht freikaufen könnten. Das Tier tat ihm Leid. Im Alter von gerade mal sechs Monaten ist sie viel zu früh trächtig geworden, deshalb muss ihr Kalb wahrscheinlich per Kaiserschnitt geholt werden. Diese extra Kosten wollte der Bauer nicht bezahlen. Mona hat ein neues Zuhause bei Marion auf dem Hof zwischen Pferden, Hühnern und anderen Kühen gefunden. „Bei uns wird kein Tier geschlachtet und dennoch haben unsere Haustiere ein sinnvolles Leben,“ erklärt Marion.

Marion (56) mit Monday und Lycka

„Wir bieten tiergestützte Therapie auf unserem Hof an und Erlebniswelten auf unserem Lebenshof. Außerdem nutzen wir unsere Kühe im Wechsel mit den Pferden für die Gründüngung der Wiesen. Mona wird ihr Kälbchen selbst aufziehen dürfen, die Milch machen wir hier keiner Kuh streitig. Da Mona wegen des zu erwartenden Kaiserschnitts keine Vormilch geben kann, habe ich mir sie von einer Bekannten, die ebenfalls Kühe hält, besorgt und eingefroren. So erhält Monas Kälbchen die erste Milch mit den wichtigen Abwehrstoffen. Wir sind perfekt vorbereitet.“ Neben Mona leben noch sechs weitere Rinder auf Marions Hof. Alle wurden sie vor dem Schlachthof gerettet. Lady Mehtilda ist sogar aus ihrem Bauernhof ausgebüchst, tagelang durch den Wald geirrt und sie stand praktisch direkt vor unserer Türe. „Wer es selbst auf einen Lebenshof schafft, der wird auf jeden Fall aufgenommen,“ meint Julya lächelnd. „Der Bauer erzählte uns später, dass der Schlachttermin schon ausgemacht war. Als hätte sie geahnt, welches Schicksal ihr bevorstand. Neben Marion arbeiten noch vier weitere Hofbetreiber mit Julyas Initiative zusammen. In diesem Jahr hat schon mehr als 40 Kühe vor dem Tod bewahren können. „Unser Verein ist dringend auf Spenden angewiesen, denn wir müssen die Kühe praktisch freikaufen. Wir suchen auch dringend Paten für unsere auf den Höfen lebenden Kühe, die gerettet worden sind. Die Paten dürfen ihr Tier jederzeit besuchen. Jeder Tag, den man nicht mit einer Kuh gekuschelt hat, ist ein verlorener Tag. Es sind so sanfte, liebevolle und intelligente Wesen, die es verdienen,respektvoll behandelt zu werden.“ 

"Kuhles Leben" - Wolfsschutz Deutschland unterwegs auf einem Lebenshof für Kühe
Julya (34) mit Lischen.
"Kuhles Leben" - Wolfsschutz Deutschland unterwegs auf einem Lebenshof für Kühe
Lieschen.
"Kuhles Leben" - Wolfsschutz Deutschland unterwegs auf einem Lebenshof für Kühe
Lieschen.

Kontakt und Spenden:

Initiative Lebenstiere e. V.  www.lebenskuehe.de

 

 

 

 

 

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9 Gedanken zu „„Kuhles Leben“ – Wolfsschutz Deutschland unterwegs auf einem Lebenshof für Kühe

  1. Danke für diesen Beitrag! Die Anbindehaltung mit Halsrahmen oder Ketten, ist besonders grausam. 50 Liter Milch pro Tag eine Turboleistung. Die Schwellenländer liefern das Kraftfutter wie Soja und Getreideschrott, welches verseucht ist mit Pestiziden. Eine Kuh trinkt täglich 180 Liter Wasser. Produziert jährlich 75Kg Methangas- soviel wie ein Kleinwagen der täglich 18000KM fährt. Durch den Futtermittelanbau, wird der Regenwald abgeholzt. Milch fördert Osteoporose. Auch enthält Milch Rückstände von Pestiziden, Medikamenten und Eiter welches von entzündeten Eutern kommt, sind in der Milch enthalten, denn es sind die Rückstände gesetzlich erlaubt. Die Kälber werden sofort separat, einzeln in Iglus gehalten, mit Billigfüssigkeit aufgezogen. Die männlichen Kälbern aber auch weiblichen ergeht es wie den Ferkeln und Küken. Wenige weibliche Babys werden aufgezogen. Die anderen werden zur Labgewinnung für Käse Herstellung getötet. Auf einer Mahnwache hatte ich eine Auseinandersetzung mit einem Milchproduzenten, der verglich die Iglus mit Kinderbetten oder Kinderwägen. Denen ist das Leid der Tiere selbst egal. Es zählt nur der Profit. Aber wehe ein Wolf, sollte eines der Alibi Weide Kälber erwischt haben. Das ist dann eine Katastrophe. Nicht der Wolf ist das Problem der Kühe!! Es ist der Mensch, der jegliches andere Leben verachtet. Unser Verein ist für Weide Entnahmen. Aber vor allem für Weidehaltung! Wenn jetzt einer sagt geht nicht, wegen dem Wolf, ist dies eine widerwärtige Lüge. Denn schon vor dem Wolf wurden Kühe, nicht auf Weiden gehalten. Ich habe auch ein Problem mit Käse. Aber mittlerweile gibt es unter anderem bei REWE Produkte, die man wie Käse sogar zum überbacken nehmen kann. Auch sind andere Milchsorten viel nahrhafter.
    Ich möchte mich für diesen Beitrag herzlich bedanken. Denn der Wolf hat nichts mit dem Tierleid der Massentierhaltung zu tun. Sollte er doch mal ein Kalb erwischen, ist die kein Grund zum Kollektiv heulen. Unsere Nutztiere müssen viel Leid ertragen! Die Kälber auch!

  2. Phantastisch 🎉 ich bin begeistert von diesen Menschen, die mit soviel Liebe & Hingabe den Tieren helfen.
    Leider liegt das Problem zum Thema Kühe,Schweine, Lämmer & Pferde in den Wurzeln und muss dringend auf EU Ebene verhandelt werden.
    Wir brauchen keine Schweinehochhäuser,keine grenzüberschreitenden Tiertransporte, kein Schächten in Deutschland, ein Übermaß an Fleischfabriken & eine Massenhafte Produktion an Fleisch.
    Deutschland und die Bauern der Regionen sind durchaus in der Lage unseren Bedarf zu decken. Dafür Bedarf es massiver Gesetzesänderungen, um den noch aktiven Bauern zu helfen ,damit sie weiter existieren können.
    Dort wird auch geschlachtet, aber nach Bedarf & sauber.
    Ich hoffe, das es in den zuständigen Institutionen Menschen gibt, die endlich aufstehen und sich stark machen für die Rechte der Nutztiere ✨❤️🌟.

    Peace for all animals in the world 🌎 ✨❤️💫

    1. Schächten ist in Deutschland verboten! In Bayern gab es keine einzige Genehmigung, zum Schächten aus religiösen Gründen. Ich glaube sogar in ganz Deutschland nicht. Das geschächtete Fleisch, wird aus Belgien und Frankreich geliefert. Deswegen wenn Sie einen Verdacht haben anzeigen. Es gibt fast überall Menschen für Tierrechte. Wir machen Mahnwachen gegen die Massentierhaltung und Versuchstiere. Gegen Ausbeutung der Tiere im Zoo. Wir sind für alle Wildtiere und ein generelles Jagdverbot. Bitte machen Sie mit!! Die Veranstaltungen finden Sie auf den Webseiten und in Facebook. Es ist immer ein gutes Gefühl dabei zu sein.

  3. Hut ab vor solchen Menschen, Dienst am Tier ohne Aussichten auf schnellen, dreckigen Profit !
    Menschen sind und bleiben sicher Fleischesser, das wird keiner so schnell ändern können. Aber weniger ist mehr, das muss in die Köpfe erstmal rein.

  4. Massentierhaltungen – egal ob Schweine, Hühner, Rinder, Gänse, Enten, Küken, Kaninchen – sind Tierquälerei und eigentlich verboten. Doch diese Verbote setzt niemand durch, weder die Justiz durch entsprechende Urteile noch die dafür Verantwortlichen bei den Kommunen, Schlachthöfen usw.. Einen Großteil Schuld tragen aber auch wir Verbraucher und die Großkonzerne, indem wir jeden Tag Fleisch haben wollen, und das möglichst billig. Und wenn die deutschen Schlachthöfe das nicht liefern wollen oder können, dann kommt es eben aus dem Ausland. Und eine EU-Regelung für diese Probleme ist überhaupt nicht in Sicht.
    Genauso falsch ist aber auch, dass bestimmte Interessengruppen und -Verbände jetzt versuchen wollen, die Verbraucher zu Vegetariern oder schlimmer noch zu Veganern umzuerziehen. Das gelingt nie! Und ist auch gesundheitlich nicht in Ordnung.!!! Wer gesundes Fleisch bzw. Fleischprodukte möchte, der muss auch ent-sprechend zahlen.

    1. Ich lebe seit meinem 15 Lebensjahr vegetarisch. Vegan bin ich am versuchen. Aber weder mein Mann oder meine Töchter haben irgend einen Mangel, auch ich nicht. Bei Vegan gibt es umstrittene Ergebnisse! Die Vitamine oder auch das Eisen etc, gibt es im Gemüse auch. Ich habe meine große Tochter 2 Jahre und 5 Monate gestillt, die wollte nichts essen. Ich habe auch bei ihr Nahrung mit Fleisch versucht. Ich musste dann aufhören, weil meine zweite Tochter 2 Monate später geboren wurde. Wenn ein Kind so lange gestillt wird, wird vom Kinderarzt ein Eisentest gemacht. Der war in Ordnung. Natürlich muss man schon aufpassen, was gerade Kinder essen, wenn sie vegetarisch ernährt werden.

  5. Veterinäre sind die letzte Instanz, die entscheidet, ob ein Tier Transport(auch Langzeit Transport) durchgeführt werden darf. Da kann man nur sagen, wie viele Veterinäre haben dann den falschen Beruf gewählt, wenn sie trotz des zu erwartenden unsäglichen Tier Leids diese vielen Transporte genehmigen. Welcher Vet. kann solche grausamen und leidvollen Transporte überhaupt verantworten? Meiner Meinung nach – KEINER! Gerade von Menschen dieses Berufes kann man mehr erwarten! Dass solche grauenvollen Transporte überhaupt durchgeführt werden, ist eine Schande und ein großes Armutszeugnis für Deutschland und dessen CDU/CSU Regierung

    1. Sehr richtig sehe ich ganz genauso!! Auch sollten die Menschen aufgeklärt werden wo ihr Essen herkommt. Viele werden es sich vielleicht anders überlegen. Ich freue mich, dass in der Mensa,, fast überall vegetarisch und Vegan angeboten wird.

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