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Sachsen – KITA Uhsmannsdorf: „Wir wollen uns nicht vor dem Wolf schützen müssen.“

Brigitte Sommer, Erste Vorsitzende Wolfsschutz Deutschland e. V.

24.08.18 – Kommentar

Eine Forderung auf Kindergartenniveau

„Wir wollen uns nicht vor dem Wolf schützen müssen“, laute ein Resumee einer Elternversammlung mit der Kita-Leitung sowie der Jägerschaft und Vertretern der Kreis- und Landesregierung, schreibt die Sächsische Zeitung heute. Wolfsbefürworter waren anscheinend erst gar nicht zur Versammlung geladen worden. Ferner wolle die KITA das Angebot eines Tierparks für neue Ziegen annehmen, denn die Haltung von Ziegen gehöre zum pädagogischen Konzept.

Es freut mich, dass den Kindern erneut die Gelegenheit gegeben werden soll, mit Tieren aufzuwachsen. Doch das pädagogische Konzept bleibt mir rätselhaft. Als Mutter von zwei Töchtern war es wichtig für mich, meinen Kindern Mitgefühl und Respekt vor allen Lebewesen vorzuleben und zu vermitteln. Dazu gehörten selbstverständlich auch Tiere, die zum Überleben andere Tiere töten. In der Natur hat jedes Lebewesen seinen Platz, doch anscheinend nicht so in der Region Rothenburg. Weiter bleibt mir schleierhaft, wie genau der Mindestschutz dort erfüllt worden sein soll. Auf Fotos, die uns vorliegen, wirkt das Gelände so, als wäre nach hinten zu einem Naturgelände kein Elektrozaun angebracht gewesen. Wieso brachte man Lolek und Bolek nicht nachts in das vorhandene Stallgebäude? Wieso wartete man 14 Tage ab, bis die zweite Ziege gerissen worden war?

Welches pädagogische Konzept steht da wohl dahinter?

Die Jägerzeitung Jagderleben schreibt, dass das Rissgutachten „Wolf“ aufzeigen würde. In der Rissstatik des Kontaktbüros Wölfe in Sachsen ist der Vorgang bis dato noch immer in Bearbeitung. Nur 27 von 64 gemeldeten Vorfällen in diesem Jahr wurden überhaupt vom Wolf verursacht. Warum also will sich die KITA nicht vor dem Wolf schützen müssen, wenn doch das Risiko, dass die Streicheltiere durch andere Ursachen zu Schaden kommen, mindestens genauso hoch ist? Was ist dies für ein pädagogisches Konzept? Will man den Kindern beibringen, wie man mit möglichst wenig Verantwortungsgefühl mit Mitgeschöpfen umgeht, in dem man sie Risiken aussetzt?

Zu dieser ganz und gar merkwürdigen Geschichte passt es auch, dass eine bundesweit bekannte Wolfshasserin über vertrauliche Informationen aus einem Mailverkehr von uns mit der KITA-Leitung (Wir hatten der KITA wolfssichere Zäune und zwei neue Ziegen angeboten, die jedoch abgelehnt wurden) verfügte, die sie öffentlich auf eine Wolfshasserseite postete. Wie ist Carola T. an diese Informationen gelangt, wenn sie nicht von der KITA-Leitung selber weitergegeben worden sind? Ich schrieb die Leitung an, bekam aber keine Antwort. Dabei verstößt eine Weitergabe dieser Daten gegen die Datenschutzverordnung. Dies kann sogar Strafen nach sich ziehen. Wurde hier von der KITA-Leitung und der Antiwolfsszene eine Märchengeschichte zusammengestrickt, um einen Grund zu haben, Wolfsabschüsse zu fordern? Oder wurden Lolek und Bolek den Wölfen absichtlich zum Reißen angeboten, um eine Abschussdiskussion anheizen zu können sowie Angst und Panik und Kindern und Eltern zu verbreiten? Unklar. Fakt ist, dass die Risse nachts stattgefunden haben, wenn überhaupt kein Kind im Kindergarten ist.  Ein Anrufer erzählte, dass er ein Jägergespräch mitgehört habe. In der Unterhaltung habe ein Jäger gesagt, dass man demnächst mal Kindern zeigen wolle, wie der Wolf wirklich ist. Wurde dieses Gespräch in der KITA in die Tat umgesetzt?

Dass die KITA Uhsmannsdorf und Mitarbeiter der Landesregierung sowie die Jägerschaft  lieber den Wolfsabschuss fordert, statt Weidetiere auch über einen Mindestschutz hinaus zu schützen – zumal dieser Schutz gratis gewesen wäre –  ist kaum nachvollziehbar. Denn die Gesetzeslage ist eindeutig. EU-weit hat der Wolf den höchsten Schutzstatus. Auch Deutschland hat entsprechende Verträge mit unterzeichnet. Auch Sachsen, das zu Deutschland gehört, ist verpflichtet, sich an Gesetze zu halten. Diese sehen vor, dass es beabsichtigt ist, dass der Wolf sich ausbreitet. Konflikte sind vermeidbar durch Schutz der Weidetiere.

Hier geht es zum Artikel:

https://m.sz-online.de/nachrichten/nachfolger-fuer-lolek-und-bolek-4001066.html

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21 Gedanken zu „Sachsen – KITA Uhsmannsdorf: „Wir wollen uns nicht vor dem Wolf schützen müssen.“

  1. In der Debatte gehts im Grunde nicht um den „Schaden“ den Wölfe bei der Nahrungssuche gelegentlich an Nutztieren verursachen, sondern um Jagdneid der Jägerschaft. Die sieht den Wolf als Konkurrenten.
    Deshalb wird ständig mit „Dreck“ geworfen, in der Hoffnung, dass der Wolf ins Jagdrecht aufgenommen und damit jagdbar wird. Die häufig ahnungslose Bevölkerung fällt darauf rein. Nirgends wird soviel gelogen wie bei Jagdangelegenheiten.

    1. Seit ihr Jäger den so Schießwütig das ihr Wölfe die in Wirtlichkeit sich vor den Menschen sich verstecken,was würdet ihr sagen wen das andere Menschen mit ihnen Tun würden.

  2. Ich finde gerade Kinder im Kindergarten sollten kennenlernen was der Mensch auf der Erde schon angerichtet hat und dass wird ja – wenn auch noch zu wenig teilweise getan. Deshalb verwundert es mich dass den Kindern und den Eltern in der Kita hier eher Angst statt Respekt vor den Wolf beigebracht (suggeriert) wird.
    Dies kann und darf doch nicht zum Wohle der Allgemeinheit stehen. Also ich finde wenn jemand seine Verantwortung / Sorgfaltspflicht vernachlässigt der darf doch nicht (wie bei rechtskonservativen Jägern so üblich) mit Kanonen nach Spatzen schießen um so von eigenen Defiziten (Sünden) abzulenken. Den der Wolf ist Bestandteil der Schöpfung. Der Wolf zerstörte seine Lebensgrundlagen nicht, die Bestie Mensch aber schon. Das sollten versucht werden den Kindern zu vermitteln damit bald Wende stattfindet. Marionetten haben wir schon genug.

    Alle hatten bei Einführung der Gurtpflicht gemeckert, heute ist Angurten und Airbag eine Selbstverständlichkeit.

  3. In Deutschland gibt es ûber 380.000 Jäger. Dem müsste die Politik auch mal Einhalt gebieten. Da werden Wildtiere zugefüttert, damit sie früher Geschlechtsreif werden und sich schneller Vermehren, um munter abgeknallt zu werden. Da hat ein Wolf als Störer natürlich nichts zu suchen und wird gleich illegal mitabgeknallt oder es müssen die armen Weidetiere herhalten, die extra ungeschûtzt auf der Weide stehen, damit der Wolf angefüttert werden kann und somit zum Abschuss freigegeben werden darf. Eine Widerlichkeit, die zum Himmel stinkt.
    Mit Intelligenz hat das nichts zu tun, da ist einges zurückgeblieben. Genauso wie auch bei der Kta-Leitung. Da hätte der klare Menschenverstand schon sagen müssen, dass man Ziegen, die in einem Wolfsgebiet gehalten werden, so sichert, dass kein Wolf, kein abgerichteter Hund eines Jägers etc. herankommen kann.
    Die Dame sollte mal über ihren Job nachdenken.

  4. Wichtiger Hinweis zu Bayern, der Wolf wird eine ganz kleine Population in Bayern haben. Schutzzäune oder so wird es nicht geben in Bayern. Dies bedeutet der Wolf wird in Bayern keine Überlebenschance haben.
    Es ist wieder mal so die Bauernlobby und Jägerlobby setzt hier ein deutliches Zeichen

  5. Um den Wolf wird ein Theater veranstaltet,als ob plötzlich die Pest über Deutschland hereingebrochen ist.
    Dabei braucht man sich nur in der Vergangenheit und bei vielen Völkern der Welt umsehen,wie ein gleichberechtigtes Zusammenleben mit dem Wolf gestaltet werden kann.Es gehört nur ein bißchen Bereitschaft dazu sich das nötige Wissen auch anzueignen.Einfach abschießen ist natürlich viel einfacher,
    die Leute sollten sich in Grund und Boden schämen.

  6. Kleiner Nachtrag zu Bayern, derzeit haben wir einen Kampf in Nürnberg mit Herrn Vogel. Da geht es um die Wildgänse. Wir wollen erreichen,.die Jagd auf den Fuchs in der Gegend zu verbieten. Aber viele Menschen sind bereit, auch werden wir für den Wolf versuchen zu kämpfen. Zum Glück kümmert sich derzeit in Bayern die Presse verstärkt um die Gänse. Aber alle die für die Gänse eintreten, werden auch für den Wolf eintreten.

  7. Die Titelzeile geht doch am Sachverhalt vorbei! Geschützt werden müssen doch in keinem Fall „WIR“ Menschen, sondern Tiere die von uns als Haustiere gehalten werden und für die wir die Verantwortung haben. Diese haben wir zu schützen denn sie haben ebenso ein lebensrecht wir Wildtiere, die hier so mancher am liebsten in seiner Umgebung ausrotten würde. Da wird wieder mal klar: Der Mensch ist das eigentliche Problem, nicht die Tiere.

  8. Es ist leider vor allem in den neuen Bundesländern so, dass – wie das KITA-Beispiel überdeutlich bezeugt – eine schießgeile Jägerschaft und eine käufliche Lokal- und Regionalpolitik, gepaart mit einer Skandal- und Schmierenpresse den Ton angeben und bewusst die Bevölkerung verunsichern, indem gezielt mit falschen Berichten autoritär gegen den Wolf Stimmung gemacht wird. Und bei einem Kindergarten hat man natürlich besonders gute Karten: Wer will schon die süßen Kleinen dem großmutterfressenden Wolf aussetzen? Eine absichtlich einseitige Darstellung der Realität wird dort leider von den aus Sowjetzeiten bewährten Seilschaften bilderbuchmäßig vorgeführt… wobei das Ignorieren von bestehenden nationalen und selbst EU-Gesetzen bedrohliche Ausmaße nimmt. Und unsere Regierung schaut zu, wie Gesetze gebrochen werden, allen voran die Landesmutti, die auf einer Landwirschaftsausstellung einem Tierfreund gegenüber meinte: „Das sind ja nur Tiere!“
    Und ihre Vasallen aller Parteien einschl. einiger Grüner (z:B. Habeck) redet ihr nach dem Mund.
    Seit Merkel das Sagen hat, ist der Tierschutz in unserem Lande zur Bedeutungslosigkeit verkommen.
    Da haben Wölfe, Rinder (Massentierhaltung), Schafe und Ziegen (Köder für Wölfe), Küken(schreddern), Wildschweine und -gänse keine Chancen.
    Der Rechtsbruch gehört in unserem Lande schon zur Tagesordnung. Und da bilden wir uns ein, Korruption gäbe es nur weiter unten im Süden.
    Ein großartiges Beispiel, das wir den Kindern vorführen.
    Quo vadis Detschland?

  9. Ja, ich habe eben geschrieben, doch wollte ich auch über weitere Kommentare unterrichtet werden, was ich anfangs nicht angekreuzt hatte…

  10. Es ist vorprogrammiert, dass sich der Vorfall
    wiederholt, dass auch die naechsten
    Ziegen wieder gerissen werden….fuer
    mich steht eindeutig dahinter, dass das
    beabsichtigt ist…Begruendung fuer
    Abschuesse der ungeliebten Woelfe…
    darauf warten viele Mitglieder der Jaegerschaft
    doch nur..

  11. Es ist Unfaßbar hirnrissig und boshaft , den Wolf ungeachtet aller Fakten- er hat noch niemand was getan – und natürlich zusammen mit Jägerschaft u Bauern – zu verteufeln, nur, um ihn wieder auszurotten! Das größte Raubtier ist der Mensch!

  12. Hier wird von einem „pädagogischen Konzept“ gesprochen. Es ist wirklich edel und spricht für „Wolfschutz Deutschland“, den Angestellten dieser Kita pädagogische Kenntnisse zu unterstellen. Bei seriösen, fachlich kompetenten Pädagogen werden die Fähigkeiten des Kitapersonals mit Gewissheit bezweifelt und die Legitimation, Kinder zu betreuen, ernsthaft in Frage gestellt.

  13. An die Jäger: „Die größten Gegner der Elche waren früher selber welche!“
    An die Pädagogen : Ihr arbeitet als Angestellte oder Beamte für den Staat Deutschland, der eindeutige Gesetzte betreffend Wolf hat. Gehört zum Allgemeinwissen. Note 6, wenn man Kinder zu Tierhassern erzieht.

  14. Stimmt, ihr braucht sicher keinen Wolfsschutz da ihr ja wahrscheinlich genügend sächsisch/rechtes Aggressionspotential bei eurer Jägerschaft habt.
    Ich bin selbst AfD-Wähler, aber irgendwie übertreibt ihr Sachsen etwas, wie ja auch die momentanen Berichte zeigen.
    Es ist traurig wie sich die Menschheit gegen die Natur stellt und dabei ihren eigenen Untergang selbst auslöst!!!

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