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Faktencheck Sachsen – Schießbefehl auf Uhsmannsdorfer Wolf ist nicht legal!

Im Landkreis Görlitz in Sachsen gerät der nächste Wolf in die Abschusslinie der Kreisregierung. Nach Wolf Pumpak, dessen Abschuss nicht umgesetzt wurde und Wolf Zottel, der mit zwei zur Verfügung stehenden Medikamenten hätte behandelt werden können, soll es nun schon wieder einen Schießbefehl auf einen Wolf geben. Dabei wäre dieser neue Schießbefehl laut unseren Recherchen auch wieder alles andere als legal.

Quelle: LR online

Dezernentin Zettwitz habe am Mittwoch Heike Zettwitz im Kreistag über Gespärche zum dritten geplanten Wolfsabschuss informiert., Schreibt die Lausitzer Rundschau. Zitat: „Die Gespräche sind aber noch nicht abgeschlossen.“ Sie gehen im Oktober weiter. Das Ministerium erklärt dazu nur: „Das SMUL hat diesbezüglich ein Informationsschreiben des Landkreises Görlitz erhalten und fachaufsichtlich beantwortet.“

Alternative Fakten von der Kreisregierung!

Hintergrund ist die Häufung von Nutztierrissen rund um Horka, Rothenburg, Kodersdorf, Uhsmannsdorf. Dort war im August der aufsehenerregendste Fall passiert, als auf dem Gelände einer Kindertagesstätte zwei Ziegen gerissen wurden. Lolek und Bolek – so hießen die Tiere – waren für die Kinder angeschafft worden. Die Ziegen hatten nach Aussage von Heike Zettwitz auch hinter einem dem Managementplan entsprechenden Zaun gestanden. Das hatte Kreisrat Ralf Brehmer (SPD) wissen wollen.

Laut Zettwitz habe es in diesem Jahr im Kreis bereits über 70 Nutztierrisse gegeben, die dem Wolf zuzuschreiben sind, schreibt die LR. Das stimmt so nicht!

Laut Rissliste des Kontaktbüros Wölfe in Sachsen ist der Stand so:

2018 gab es bisher 74 Meldungen von getöteten/verletzten/vermissten Nutztieren im Freistaat Sachsen. In 27 Fällen wurde der Wolf als Verursacher festgestellt bzw. konnte nicht ausgeschlossen werden. Dabei wurden 88 Tiere getötet, 14 Tiere verletzt und 5 Tiere sind vermisst. 

In nur 27 von 74 Fällen in ganz Sachsen war es überhaupt ein Wolf!

Zäune nicht sicher!

Wir hatten diesen Fall bereits nachrecherchiert. Der Zaun ist laut unserer Kontrolle alles andere als entsprechend dem Managementplan gestaltet. Eine Tür ist so gut wie gar nicht gesichert. Zudem dient ein Reisighaufen als Sprungbrett. Der Zaun um das Kita-Gelände ist nur 1,04 Meter hoch. Das Gatter im Innengehege hat keinen Untergrabschutz. Warum wurde nach dem ersten Riss nicht zumindest um den Außenzaun herum ein Elektrozaun angebracht? Warum hat man stattdessen zwei Wochen nichts gemacht, bis die zweite Ziege auch noch, von welchem Tier auch immer, gerissen worden ist? Auf dem Gelände ist ein Stall. Warum wurden die Ziegen nicht nachts in den Stall gebracht?

Wir hatten der Kindergartenleitung angeboten, wolfssichere Zäune zu schenken. Dies wurde abgelehnt. Für uns absolut nicht nachvollziehbar.

Wolf gar nicht mit Sicherheit nachgewiesen!

In der Rissliste ist ein Fall noch offen. Bei dem anderen Fall konnte ein Wolf nicht ausgeschlossen werden. Nicht auszuschließen heisst allerdings nicht, dass es mit Sicherheit ein Wolf war.

Fazit: Ein Abschuss ist nicht legal. Laut dem sächsischen Managementplan müssen zudem vor einem Abschuss Vergrämungsmaßnahmen laufen. Dies ist nicht geschehen. Im Gegenteil. Der lasche Umgang mit Zäunen kann nur wieder als Anfütterungsaktion bezeichnet werden. Außerdem ist es nicht mit Sicherheit erwiesen, dass es ein Wolf war.

 

 

Hier der Riss der nächsten Ziege. In der Rissliste ist er noch immer in Bearbeitung. Beim Riss vorher konnte Wolfs nicht ausgeschlossen werden. Angeblich sei der Festzaun untergraben worden. Wolf nicht auszuschließen heisst aber nicht auch, dass es sicher ein Wolf war. Quelle des Screenshots: Kontaktbüro Wölfe in Sachsen.

 

Hier der erste Riss. Festzaun untergraben und Wolf nicht auszuschließen, war das Ergebnis. Wolf nicht auszuschließen heisst aber nicht automatisch, dass es auch sicher ein Wolf gewesen ist. Wie kann man 14 Tage abwarten und nichts am Zaun verändern? Hier ist der zweite Riss provoziert worden. Quelle des Screenshots: Kontaktbüro Wölfe in Sachsen.
Das Gelände der KITA Uhsmannsdorf grenzt im hinteren Bereich direkt an die freie Natur. Um das Gelände ist ein Festzaun von einer Höhe von 1,04 Meter. Eine Schwachstelle ist eine Tür, die nicht richtig verschlossen ist. Desweiteren ist nirgendwo Strom am Zaun.
Warum wurden die beiden Ziegen nicht nachts in das Stallgebäude gebracht? Vorne ist der Festzaun mit 1,04 Meter Höhe zu sehen. Hinten das Gatter ohne Untergrabschutz. Kein Strom vorhanden.
Diese Tür kann einfach eingedrückt werden.
Der Festzaun ist nur 1,04 Meter hoch. Wenn ein Beutegreifer oder ein Hund den Weg über den Reisighaufen nimmt, sind es nicht einmal mehr 50 Zentimeter.
Dieses Schloss ist nicht sicher. Solche Türen öffnet z.B. unser Tschechoslowakischer Wolfshund mit Leichtigkeit.
Über den Reisighaufen sind es nicht einmal 50 Zentimeter
Der Festzaun um das Kita-Gelände hat nur eine Höhe von 1,04 Metern.

Hier der Link zum Bericht in der Lausitzer Rundschau: https://www.lr-online.de/lausitz/weisswasser/kreis-goerlitz-prueft-wolfsabschuss_aid-33143447

 

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19 Gedanken zu „Faktencheck Sachsen – Schießbefehl auf Uhsmannsdorfer Wolf ist nicht legal!

  1. auch wenn es ein Wolf oder mehrere Wölfe waren, schuld sind allein die verantwortungslosen Menschen, die die ihnen anvertrauen Tiere nicht ausreichend schützen. Wie oft muss man betonen, ausreichende sichere Elektrozäune usw. bis endlich richtig gehandelt wird. Die Polemik gegen die Wölfe ist abstoßend und heuchlerisch, wenn ich bedenke, dass die Schafe ohne mit der Wimper zu zucken, dem Metzger übergeben werden, die Ziegen nur zum Spaß der Kinder da waren und nachts nicht einmal in den Stall kamen. Die Wölfe einfach in Ruhe lassen, die Weidetiere richtig schützen, die Jäger aus dem Wald lassen und alles ist gut

    1. Werte Frau Spors, ich kann Ihre Gedanken zu diesem Thema nur teilen .Es laüft ein Populismus der Wolfsgegner zum Thema Wolf ,der keines anderen gleicht .Man will gar nicht schützen,man will provozieren u. damit Fakten sammeln die am Ende ausreichen einen Abschuß zu genehmigen.Wo ein Wille ist ,ist auch ein Weg.Es gibt keine andere Alternative als sich mit dem geforderten Herdenschutz zu befassen.Und die Pädagogen,sprich Erzieher des Kindergartens beteiligen sich am Intrigenspiel der LObby ,aber gerade das ist fatal ,auch im Sinne der Aufklärung der Kita -KInder .Jörg

  2. ..Ihr habt wohl nichts anderes im Sinn, als wehrlose, unwahrscheinlich loyale, herrliche Wölfe zu ermorden…ich habe die „neuen Bundesländer“ besucht, werde dies aber tunlichst vermeiden bei der Art, wie Ihr mit diesen Tieren umgeht….sorry, aber das sind meine Gefühle….

    1. Es gibt in den neuen Bundesländern garantiert auch Menschen, die wolfsfreundlich sind. Genauso wie es dort Menschen gibt, die gegen rechts auf die Straße gehen. Nicht alle über einen Kamm scheren ;o)

  3. Renate hat völlig Recht, diesen Leuten scheint es vollkommen am A**** vorbei zu geben, deshalb suchen sie dir Tiere auch nicht . Ich finde es wirkt fast so, als ob sie da absichtlich machen, damit sie lauthals den Abschuss fordern können. Wie nennt man das nochmal? Ach ja “ ANFÜTTERN“. Besonders perfide dafür auch die Ziegen der Kiga zu nehmen. Aber das schürt ja noch mehr Panik in der Bevölkerung “ Hilfe unsere Kinder“ . Das ist echt so mies und die Kids werden bestimmt auch schon ganz bekloppt gemacht. Was leben denn da für geistig unflexible Menschen?? Wenn sie Ausländer sehen drehen sie durch, bei Wölfen schreien sie nach abschießen, dabei müsste das braune Pack, wenn sie ihrer Gesinnung folgen, den Wolf doch begrüßen, denn schließlich lebte er da schon vor gut 1000 Jahren😝

    1. Es erschließt sich mir nicht, wie man vom Wolf auf Ausländer kommt, um dann Leute die gegen eine Masseneinwanderung ihre Meinung kundtun als „Braunes Pack“ zu bezeichnen. Ich stimme Ihnen im Grunde zu, was das Management mit dem Wölfen angeht und unterstütze das Ansinnen, dass hier Aufklärung betrieben wird. Wenn ich aber lesen muss, dass man mich oder meine Freunde, welche sich ebenfalls aktiv für eine Aufklärung und gegen die illegalen Abschüsse einsetzen, als Pack betitelt werden, nur weil man gegen eine Masseneinwanderung ist. Somit kann es Ihnen nicht um den Wolf an sich gehen , sondern um die Umsetzung einer von Ihnen moralisch erhobenen Agenda. Denken Sie mal drüber nach, was Ihnen überhaupt wichtig ist, den Wolf zu schützen und/ oder den politisch vermeindlichen Gegner zu verunglimpfen? Ich für meinen Teil habe wahrscheinlich andere Prioritäten unabhängig von meiner Einstellung zu Vielfalt und proklamierter Buntheit. Und mit Leuten , welche eine politische Agenda vor dem geneinsamen Ansinnen setzen, möchte ich nicht zusammenarbeiten.

      1. Wir von Wolfsschutz Deutschland e. V. wissen, dass Menschenfeinde keine Tierfreunde sein können. die AfD will übrigens den LK Görlitz zur wolfsfreien Zone erklären. Ihr gehen die Schritte der Kreisregierung nicht weit genug. Von einer Masseneinwanderung kann in Deutschland überhaupt keine Rede sein. Wir als Verein distanzieren uns von allen rechtslastigen so genannten Tierfreunden.

  4. Gebt doch mal ein paar Wolfjäger zum Abschuß frei,,,die Wolfwelt wäre denn wieder ok.
    Der Wolf richtet weniger Wildschäden an als unsere Pharmalobby oder Verkehr…schaut mal auf die Strassen und zählt Igel,Hasen ect Leichen

  5. Hört endlich auf, alles zu vernichten, was euch nicht in den Kram passt!
    Sucht doch endlich eine vernünftige Lösung für ein Miteinander!
    Wir sind ALLE NATUR !!!

  6. Mal wieder typisch!
    Zu faul und zu träge erforderliche Schutzmaßnamen zu ergreifen und wenn dann etwas passiert gleich den „bösen Wolf“anprangern obwohl keiner dabei war.
    Eigendlich müßten solche Leute noch eine Strafe zahlen wegen unzureichender Sicherung von Tieren.

  7. Warum werden Wölfe getötet, obwohl deren Schuld nicht nachgewiesen ist? Ein Straftäter darf auch erst verurteilt werden, wenn die Schuld nachgewiesen ist. Da heisst es „im Zweifel für den Angeklagten“. Ungerechtigkeit lässt grüssen …

  8. Leben mit Eltern, mit Haustieren, mit sportlichen Aktivitäten, mit Verkehrsmitteln … nichts ist ohne Risiko. Wer käme auf den Gedanken, Eltern abzuschießen, Haustiere zu killen, alle Autos zu verschrotten usw.
    Wölfe essen nun mal keine Gänseblümchen

  9. Ich habe der Dezernentin Zettwitz eine email zukommen lassen und ihr mitgeteilt, dass in Sachsen wohl etwas nicht stimmen könne, weil das permanente Geschrei nach Tötungen von Wölfen gar nicht abreißt und was dort passiert, nicht legal, strafbar und eine große Schande ist usw. Mal sehen, wie die Antwort ausfällt.Solche Kommunen müssen mit Protest Post zugebaut werden, damit sie endlich etwas zu tun und die Meinung vieler Bürger zu hören bekommen.

  10. Die genannten Recherchen können nur bedeuten, dass die sog. „Schutzmaßnahmen „
    alle mangelhaft waren, der Wolf mit aller Gewalt angelockt werden soll, um dann mit viel Geschrei der Abschuss gefordert werden soll! Das ist widerlich und unterste Schublade!

  11. Ich finde es besonders schlimm, dass die, ach so neutrale und seriöse Presse, reißerische Schlagzeilen benutzt, um ihre Auflagen zu steigern und dadurch die Debatte um Wolfstötungen anheizt.
    Ich habe auch schon an meine Tageszeitung geschrieben, um mich darüber zu beschweren, habe aber keine Antwort bekommen.

  12. Die Wölfe verhalten sich als Beutegreifer einfach zu natürlich; sie leben familiär, sie sorgen füreinander und wenn ihnen dann von den Lobbyisten und Stimmungsmachern des schlechten Stils ungeschützte Tiere als Beute angeboten werden, dann werden die für die Familie zuständigen Alttiere selbstverständlich Beutetiere reißen, allein um das Überleben der Sippe/das Überleben der Art zu sichern. Dieser elterliche Fürsorgetrieb wird ihnen jetzt vonseiten der Lobbyisten, der Politik des schlechten Stils zu ihrem Verhängnis ausgelegt und man bläst mal wieder (ob illegal oder scheißegal ist diesem Personenkreis ja völlig gleichgültig) zur Hatz und man ruft zum Wolfsmord auf!. Von der tatsächlichen Faktenlage, von mangelhaften Schutzzäunen, von Zäunen ohne Untergrabschutz, von Zäunen ohne Stromsicherung mag man bei dieser widerwärtigen Gemengelage vonseiten der potentiellen Wolfsmörder sicher nichts, aber überhaupt nichts hören. Wie bereits an anderer Stelle dargelegt, die Strafen für die Wolfsmorde sind leider viel zu gering (eine Verdoppelung wäre mehr als angemessen, natürlich in Verbindung mit einem lebenslangen Entzug von Jagdwaffen und Waffenschein…). Da in Deutschland offenbar die schwere Straftat des Wolfsmordes bis dato nicht angemessen verfolgt wird, so erscheint zur Stärkung der Exekutive unbedingt die Inplementierung von Sonderkommissionen angezeigt zu sein, die alle Wolfsmorde, auch die Wolfsmorde, die aufgrund politischer Interventionen erfolgten und aufgrund der Verletzung von EU-Recht in der Grauzone zwischen Legalität und Illegalität anzusiedeln sind. Die Immunität dieser Straftäter aus dem Umfeld von Lokal,- Kreis- und/oder Landespolizik gehört aufgehoben, auch um den Strafverfolgungsbehörden und (zukünftigen) Sonderkommissionen die Arbeit zu erleichtern und diese vor dem Druck aus Politik und Lobbyverbänden zu schützen.

  13. Was mich verwundert in einer KiTa sind Kinder von 0-3 Jahre. Die brauchen Ziegen?! Ja gut bei uns gibt es so etwas nicht. Aber wenn es schon ein Wolfsgebiet ist, sind dort mal gar keine Tiere. Denn die haben ja die volle Panik dort vor dem Wolf aber Tiere in einer KiTa werden gehalten. Weil es dort auf dem Land keine Tiere gibt. Auch gibt es immer mehr wilde Hunde. Denn Kettenhunde sind verboten. Aber wie die Jäger und Nutztierhalter mit Hunden umgehen ist ja bekannt. Jeder muss sein Eigentum schützen. Auch die Nutztierhalter. Ich kann denen ihr Geheule nicht mehr ertragen. Es sind keine Kuscheltiere. Es sind Tiere die nur zur Nahrung dienen. Diese Leute töten Tiere selbst und sind auch sonst nicht zimperlich im Umgang mit Tieren. Aber sein Eigentum nicht schützen, Tiere die ausschließlich zur Nahrung dienen sind dann wertvoller wie Gold. Was mich interessieren würde was wäre im Winter mit den Tieren der KiTa passiert?

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