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Umweltministerkonferenz ohne Rückgrat – Ein Gastkommentar von Sabine Brauer

Umweltministerkonferenz ohne Rückgrat

Ein Gastkommentar von Sabine Brauer. 

Der Druck uneinsichtiger Weidetierhalter reicht aus, höchste Schutzrechte für Wölfe in Frage zu stellen, anstatt Tierhalter in die Pflicht zu nehmen. Effektiver Herdenschutz ist kein Hexenwerk, ist machbar, wird unterstützt, schützt Schafe und andere Tiere vor Wolfsangriffen und sollte verpflichtend sein. Durch ihre Ignoranz füttern Tierhalter Wölfe geradezu an, um sich dann tränenüberströmt mit blutigen Kadavern vor die Presse zu stellen und Wölfe als blutrünstige Bestien darzustellen. So wird bewusst Stimmung gemacht und Ängste werden geschürt. Nur wenige Menschen in Deutschland haben bisher Wölfe in der freien Natur erlebt. Sie sind uns fremd, faszinieren, haben aber leider inmer noch den Nimbus vom bösen Wolf, der das Rotkäppchen und die kranke Großmutter listig hinters Licht führt und sie verspeist. Und genau diese Ängste versuchen viele Tierhalter und Jäger aufrechtzuerhalten und zu verstärken. Ja, sie kommen manchmal menschlichen Ansiedlungen nahe, was nicht unwahrscheinlich ist, weil sie als Kulturfolger immer schon in der Nähe von Menschen gelebt haben und es in unserer zersiedelten Landschaft auch kaum zu vermeiden ist. Daraus aber zu folgern, dass es sich dabei um Problemwölfe handelt, ist schlicht absurd. Kein Mensch wurde von einem Wolf attackiert seitdem diese sich wieder in Deutschland verbreiten. Indem man Tiere als Problemwölfe stigmatisiert, schafft man die Grundlage für weitreichende Aufweichung der verschiedenen Schutzrechte. Das ist es, was Wolfsgegner beabsichtigen, wenn sie wolfsfreie Zonen und Entnahme fordern. Und sie tun alles dafür, Öffentlichkeit und Politik dahingehend zu manipulieren und instrumentalisieren.

Zur Person: Sabine Brauer lebt in Niedersachsen, ist aktiv für die SPD in der Kommunalpolitik tätig und engagiert sich seit Jahren für den Tierschutz. Siehe auch www.lobby-pro-tier.de

Hintergrund:

Hier eine Presseinformation aus Brandenburg zum Thema. Es gibt bereits eine Grundlage zur „Entname“ von Problemwölfen, dessen erstes Opfer der Jungwolf Kurt in Niedersachsen war. Siehe auch Fall Kurt hier auf unserer Seite. Statt die Lobby zu bedienen sollte sich die Umweltmister endlich ihrer wahren Aufgabe widmen. Nämlich den Schutz der Wölfe endlich umzusetzen. Gemäß einer EU-Vereinbarung, die Deutschland mit unterschrieben hat, ist nämlich die Verbreitung des Wolfs ausdrücklich erwünscht, sonst wäre der Beutegreifer kaum unter den höchsten Schutzstatus gestellt worden. Dazu passt auch unsere Petition http://www.change.org/wolfsschutz

Rechtssichere Grundlage zur Entnahme von Wölfen

Von besonderer Bedeutung ist für Brandenburgs Umweltminister Jörg Vogelsänger, dass mit dem heute verabschiedeten Beschluss zum „Umgang mit dem Wolf“ erreicht wurde, dass der Bund bis spätestens zur Umweltministerkonferenz im Frühjahr 2019 eine „rechtssichere Grundlage zur Entnahme von problematischen Wölfen zum Schutz der Weidetierhaltung bei Einhaltung der notwendigen Präventionsmaßnahmen“ vorlegen will.

Habitatanalyse

Die Umweltministerkonferenz hat den Bund weiterhin aufgefordert, bis zum ersten Quartal 2019 eine Habitatanalyse für den Wolf zu erarbeiten und eine überschlägige Abschätzung des günstigen Erhaltungszustands vorzunehmen.

https://mlul.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.613511.de

 

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7 Gedanken zu „Umweltministerkonferenz ohne Rückgrat – Ein Gastkommentar von Sabine Brauer

  1. die Weidetierhalter müssen in die Pflicht genommen werden ihre Tiere durch ordentliche Zäune und Herdenschutzhunde zu sichern. Jeder Weidetierhalter, der dies nicht tut, sollte eine Ordnungsstrafe bekommen, denn er ist dann verantwortlich dafür, wenn Risse entstehen. Der Herdenschutz muss natürlich zu 100 % erstattet werden, aber nicht verantwortungsloses Handeln der Weidetierhalter, die ihre Tiere regelrecht dem Wolf auf dem Tablett servieren. Dies geschieht meiner Meinung nach auch oft durch Einfluss der Jäger, die ja in dem Wolf einen Konkurrenten sehen. Die Wölfe gehören in unser Land und kein Wolf ist ein Problemwolf, dieses dumme Wort kann auch nur dummen Menschen einfallen. Wenn ich bedenke wie viele Menschen und Tiere durch Menschen zu Tode kommen- Verbrechen, Schlachthäuser, Unfälle, Kriege usw. so gibt es viele Problemmenschen, die man “ entnehmen “ müsste.

  2. Leider ist es so das man den Eindruck nicht los wird das das Denken bis in die höchsten Ebenen abgeschafft ist.Es ist eine Schande wie der Umgang mit der Natur umgegangen wird,sei es aus Bequehmlichkeit oder
    aus purer Geldgier.Die Wölfe sind nur ein Beispiel von Vielen.

  3. Entnahme problematischer Wölfe?
    Diese Regelung gibt es schon längst, wenn denn auch der bereits bestehende Rechtsweg eingehalten werden würde.
    Hier ist jedoch geplant national gegen EU Recht zu verstoßen. Wie geht dass denn?
    Ich dachte auch Deutschland muss sich an EU Recht halten. Ach ja es handelt sich ja „bloß“ um Tiere und hier auch noch um den „bösen“ Wolf.
    Wie wäre es, wenn man für die erlauchte Jägerschaft die Menschenrechte der UN ebenso national außer Kraft setzt.
    Ein Verstoß gegen das EU Artenschutzgesetz. 5 Jahre Sibirien! Ohne Gewehr im T-Shirt damit solche Menschen mal sehen, dass sie als Einzige als Lust mordende „Bestie“ ohne ihre Wohlstands Hilfsmittel weit unter dem Tier stehen.

  4. Auch ich bin der Meinung dass einige Minister „entnommen“ werden sollten. Inkl. Redakteure, die sich von Züchtern und Jägern vor den Karren spannen lassen. Wie ich aber von einem Jäger gehört habe, sind das große Naturschützer. Hä?

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