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Blutgeld: Landesregierung in Sachsen-Anhalt unterstützt Pelzvermarktung der Jägerschaft

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Landesregierung in Sachsen-Anhalt subventioniert Pelzvermarktung

 

Für Pelzbekleidung gibt es kaum noch einen Markt; viele große Modedesigner und Kaufhäuser – wie zuletzt etwa Breuninger – haben der Produktion und dem Verkauf von Pelzmode abgeschworen. Aus gutem Grund: Pelz ist, unabhängig davon, ob er aus Jagd, Fallenfang oder sogenannten „Pelzfarmen“ stammt, untrennbar mit Leid und Tod von Tieren verbunden. Dennoch versuchen Jagdverbände nun, Pelz wieder salonfähig zu machen – und verwenden dazu nach Informationen des Aktionsbündnisses Fuchs in erheblichem Maß Steuergelder und staatliche Förderung.

Der Deutsche Jagdverband hat 2016 gemeinsam mit dem Landesjagdverband Baden-Württemberg die Fellwechsel GmbH gegründet, ein Unternehmen, das Felle getöteter Wildtiere als vermeintlich naturnahe Kleidung und Accessoires verarbeiten und vermarkten soll. So wurde im baden-württembergischen Rastatt etwa eine zentrale Abbalgstation errichtet, in der Marder, Fuchs und Co. das Fell über die Ohren gezogen wird; mit entsprechenden Vermarktungskampagnen will man die Pelze an den Kunden bringen. Der Zentralverband des Kürschnerhandwerks steuert das von ihm selbst eingeführte Label „we prefur“ bei, mit dem den Pelzen erschossener oder in Fallen gefangener Tiere ein ökologischer Anstrich gegeben werden soll.

Defizitäres Pelz-Unternehmen mit Mitteln steuerbefreiter Jagdvereine finanziert

Obwohl finanzkräftige jagdaffine Firmen wie etwa die Blaser Jagdwaffen GmbH zu den Abnehmern der Fellwechsel GmbH gehören, und obwohl Jäger derzeit angehalten werden, erlegte Tiere gratis zur Verfügung zu stellen, ist das Projekt hochgradig defizitär und hat im ersten Jahr seiner Geschäftstätigkeit Verbindlichkeiten von über 400.000 Euro angehäuft. Bezeichnenderweise bestehen laut Bundesanzeiger 138.000 Euro dieser Verbindlichkeiten gegenüber den Gesellschaftern – obwohl etwa der Deutsche Jagdverband satzungsgemäß ein gemeinnütziger Verein ist. Durch die Hintertür kann damit dessen Steuerbegünstigung genutzt werden, um ein fragwürdiges Wirtschaftsunternehmen zur Pelzvermarktung zu finanzieren.1

Sachsen-Anhalt subventioniert Pelzprojekt der Jagdverbände

Doch damit nicht genug: Wie zwei Kleine Anfragen aus Sachsen-Anhalt zeigen, wird „Fellwechsel“ in erheblichem Umfang direkt mit Steuergeldern subventioniert. So heißt es in den Ausführungen der schwarz-rot-grünen Landesregierung, dass im Jahr 2018 Haushaltsmittel von 100.000 Euro „zur Umsetzung des Projektes „Fellwechsel“ in Sachsen-Anhalt“ reserviert seien. Zudem wurden Mittel für die Anschaffung von 40 Gefriertruhen und vier Kühlcontainern in Einrichtungen des Landesforsts bereitgestellt2. Es ist wohl davon auszugehen, dass für deren laufenden Betrieb ebenfalls der Steuerzahler aufkommen soll.

Pelz als alte, neue Rechtfertigung für die Jagd auf Fuchs und Co.?

Höchstwahrscheinlich geht es den Jagdverbänden jedoch bei weitem nicht nur darum, Geld in die eigenen Kassen zu spülen – das Projekt Fellwechsel dient vor allem auch als Propagandainstrument. Mit dem Hinweis auf vermeintlich „ökologisch korrekten“ Pelz will man die gesellschaftlich geächtete Pelzkleidung wieder salonfähig machen und eine Rechtfertigung für die fragwürdige Verfolgung von Füchsen und anderen Beutegreifern schaffen. So wird in Verbindung mit der Vermarktung der Pelzprodukte behauptet, dass die Jagd auf Fuchs und Co. notwendig und eine Nutzung der Felle daher nicht verwerflich sei. Tatsächlich setzt sich hingegen immer mehr die Erkenntnis durch, dass die Jagd auf Fuchs und Co. keineswegs notwendig, sondern ökologisch unsinnig ist und beispielsweise die Ausbreitung von Wildtierkrankheiten fördert.

Dabei ist es schlichtweg abstrus, Pelz als nachhaltige Kleidung zu bewerben. Tatsächlich kommen etwa beim Gerben der Felle hochgradig toxische Chemikalien zum Einsatz, und beim Schuss auf Beutegreifer wird meist umweltschädliches Bleischrot verwendet. Hinzu kommt, dass gerade Füchse oft durch besonders grausame Jagdpraktiken wie die Fallen- oder die Baujagd zu Tode kommen.

Bundesrat: Keine Notwendigkeit, sich mittels Pelzes gegen Kälte zu schützen

Der Deutsche Jagdverband hat die Zeichen der Zeit offensichtlich ebenso wenig erkannt wie die Landesregierung in Magdeburg. Die bei weitem überwiegende Bevölkerungsmehrheit spricht sich klar gegen Produkte aus Echtpelz aus, und auch der Deutsche Bundesrat sieht in einem 2015 vorgelegten, bislang aber nicht umgesetzten Gesetzesentwurf keine Notwendigkeit, sich hierzulande mittels Pelzkleidung gegen Kälte zu schützen3.

 

„Gerade die Subventionierung der Pelzvermarktung durch die sächsisch-anhaltinische Regierung ist ein Rückschritt in dunkle Zeiten“, so Heidrun Heidtke, eine Gründerin des von mehr als 60 Tier- und Naturschutzorganisationen unterstützten Aktionsbündnisses Fuchs, zu dem auch Wolfsschutz Deutschland e. V. gehört.  „Die beteiligten Parteien – zu denen wohlgemerkt auch die Grünen gehören – müssen sich vorwerfen lassen, sinnlose Tierquälerei vorsätzlich und gegen den Willen der meisten Steuerzahler mit Steuergeldern zu fördern. Es darf nicht darum gehen, Pelzprodukte mit aller Gewalt wieder salonfähig machen zu wollen, sondern darum, sie mitsamt der Jagd auf Füchse und andere Beutegreifer ein- für allemal abzuschaffen.“

 

  • Bilanz der Fellwechsel GmbH für das Jahr 2017, im Deutschen Bundesanzeiger, www.unternehmensregister.de
  • Landtag von Sachsen-Anhalt, Drucksache 7/3109 vom 28.06.2018, sowie Drucksache 7/3030 vom 14.06.2018
  • Gesetzentwurf des Bundesrates, Drucksache 217/15 (Beschluss), vom 10.07.2015

Ausführliche Darstellungen über Füchse und Fuchsjagd sowie wissenschaftliche Nachweise finden Sie in den Erläuterungen und Quellenangaben des Aktionsbündnisses Fuchs.

 

Kontakt:

Aktionsbündnis Fuchs

www.aktionsbuendnis-fuchs.de

aktionsbuendnis@fuechse.org

 

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Lies open end? Obwohl Wolf im DNA-Ergebnis ausgeschlossen wurde, schießen sich Lies und die CDU weiter auf das Gnarrenburger Rudel ein

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Waaaaaaas? Selbst unser Beispielwolf kommt hier aus dem Staunen gar nicht mehr heraus.

Weiter geht es mit dem Niedersächsischen Wolfsmärchen. Während sich die Städte Hanau, Steinau, Kassel und Weimar damit rühmen, Aufenthaltsorte der berühmten Märchensammler gewesen zu sein, macht sich die Kleinstadt Steinfeld in Niedersachsen unfreiwillig auf, neue Hochburg in Punkto Märchengeschichten in der Tradition der Brüder Grimm zu werden. Während die Bürger dort genug von alternativen Fakten zu haben scheinen, übertreffen sich Umweltminister Lies und die CDU sowie AfD mit völlig sinnfreien Aktionen. So soll das Gnarrenburger Rudel besendert werden, obwohl es längst entlastet wurde. 

Was war geschehen? Ein Friedhofsgärtner soll behauptet haben, dass ihn ein schwarzer Wolf in den Arm gebissen habe und drei weitere weiße Wölfe hätten dabei zugesehen. Dies war der Auftakt zu einer Medienhysterie, die ihresgleichen sucht. Fakten schienen niemanden zu interessieren. Auch nicht, dass es in Deutschland gar keine weißen und schwarzen Wölfe gibt. Aufnahmen des Gnarrenburger Rudels beweisen, dass die Wölfe dort eben wie Wölfe gefärbt sind: nämlich grau. Selbst die Medien ruderten jetzt zurück. Doch der Bürgermeister eines Nachbarorts, der ausgerechnet auch noch Herr Holle heißt, Umweltminister Lies sowie die Jägerschaft und die CDU können es bis heute, trotz anders lautender DNA von Katze, Hund und Reh, nicht ertragen, dass es kein Wolf gewesen war. Für diese Damen und Herrschaften kann es nur ein Wolf gewesen sein. Enttäuscht wäre er vom Ergebnis, sagte Lies sogar auf einer Pressekonferenz.

Faktenresistente Politiker?

Die CDU forderte gar ein neues Gutachten, die Kompetenz des Senckenberginstitutes wurde sogar angezweifelt und auch Umweltminister Lies (SPD) scheint nun vollkommen faktenresistent zu sein. Dass sogar die Polizei inzwischen ihre unkorrekte Meldung gelöscht hat, hält ihn nicht ab, auf seinem „ABERESMUSSDOCHEINWOLFGEWESENSEIN-Kurs“ weiter auf seinem Weg ins Lächerliche zu schreiten. Ob das der Wähler toleriert? Unklar.

Möchte Lies jetzt dennoch mit allen Mitteln das Gnarrenburger Rudel besendern lassen, um ihm doch noch die Untat, die es gar nicht gab, nachzuweisen? Weil aber bereits ein Wolf des Munster-Rudels zu schlau ist und einfach nicht in eine Kastenfalle gehen will, will Lies nun so genannte Drittanbieter zum Zuge kommen lassen. Sogar umstrittene Schlagfallen und Schlingen sollen dabei zum Einsatz kommen. Sie sind von der EU genehmigt worden. So genannte Soft Catch Traps hinterließen bei Menschen, die die Wirkung an der eigenen Hand vorführten, Quetschungen und offene Wunden. Was mit einem Wolf passiert, der eine offene Wunde durch eine solche Falle erleidet, mag man sich nicht vorstellen. Eine solche Wunde kann sich leicht infizieren, ein Wildtier kann man nicht weiter behandeln. Eine Pressesprecherin des Ministeriums bestätigte uns telefonisch am Freitag, dass nach Meinung des Ministeriums der Fall weiterhin nicht aufgeklärt sei. Maßgeblich sei noch immer die Aussage des städtischen Mitarbeiters. Er hätte einen Wolf gesehen, also sei der Wolf auch noch immer nicht ausgeschlossen. Dass die Kreiszeitung stur bei der Version bleibt, dass der Mann lediglich von einem „Tier“, bzw. Tieren und nicht von Wolf, bzw. Wölfen gesprochen haben soll, kommentierte die Pressesprecherin nicht.

Laut Managementplan müsste zuerst ein Arbeitskreis gebildet werden

Als Grund für die Besenderung reiche die Aussage des Mannes, der sich uns gegenüber nicht äußern wollte, aus. Und das, obwohl eine DNA-Analyse die Aussage des Mannes nicht bestätigt. Weil es sich um eine Managementmaßnahme und nicht um Forschung handele, müsse man auch keine weiteren Genehmigungen abwarten. Wir sehen dies anders. Im Niedersächsischen Managementplan ist aufgeführt, dass bevor Maßnahmen an Wölfen getroffen werden dürften, erst ein Arbeitskreis zusammentreten müsse, der berät und Vorschläge unterbreitet. Dies ist aber keinesfalls bislang geschehen.

Auskunft darüber, was eine solche Besenderung kostet, erhielten wir nicht.

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Gastkommentar von Kay Metzroth (Life for Nature Foundation) – Der Wolf ist Sinnbild für den Umgang mit unserer Erde

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Kay Metzroth – www.lifefornature.de auf Wolfsschutzpatrouille in Sachsen

Kommentar – Der Wolf in Deutschland – Sinnbild für unseren Umgang mit dem Planeten Erde

Es wird polarisiert, Propaganda betrieben, ja einige Politiker haben an keinen anderen Themen zu arbeiten so scheint es, wenn vor Allem der Blick in Richtung Niedersachsen geht.

Es handelt sich „nur“ um ein Tier, ein Tier von vielen verschiedenen Arten auf der Welt und auch in Deutschland. Dennoch scheint es kaum ein anderes Thema im Lande Deutschland zu geben. Machthungrige und korrupte Politiker, inkompetente Jagdverbände und ignorante Weidetierhalter die versuchen das mittelalterliche Image des bösen Wolfes aufrecht zu erhalten.

Eine Gefahr für Leib und Leben, eine Gefahr für Menschen und Weidetiere. Doch weshalb eigentlich? Ich habe noch kein Argument gehört, gesehen und gelesen, welches den Vorurteilen auch nur im Ansatz gerecht wird. Kaum ein Tier hat eine größere Scheu vor dem Menschen, kaum ein Tier ist weniger „gefährlich“. In Deutschland gibt es eine Vielzahl von Tieren, von der Katze, über Hunde, Insekten, Reptilien, Kühe und selbst Schafe die bereits Menschenleben gekostet haben.

Es geht um den Machterhalt der Lobbyverbände

Der Wolf zeigt deutlich, worum es Politik und Lobbyverbänden wirklich geht – Macht. Ebenso kann man als Politiker sein eigenes Versagen retuschieren. Nicht umsonst sind die Länder, deren Politiker besonders „auffällig“ mit einer Wolfshetze auf sich aufmerksam auch die Länder, die aufgrund miserabler Politik in Sachen Naturschutz Strafzahlungen mit Steuergeldern leisten müssen.

Egoismus und Geldgier steuern uns mit Vollgas in Richtung Abgrund

Der Jagdverband zeigt nun endgültig sein wahres Gesicht. Wurde die Bevölkerung mit den ohnehin nachgewiesenen falschen Thesen geblendet, dass die Jagd aufgrund „Regulierung“ notwendig sei und das auch daran liegt, dass es keine größeren Raubtiere in Deutschland gäbe, outet man sein mangelndes Wissen mittlerweile öffentlich. Nein, man möchte eine Trophäe und sich den Jagdurlaub sparen um einen Wolf zu töten. Jeder Erstklässler kann zudem die Statistiken der Wolfsgegner und der Jägerschaft leicht entlarven. Auf die weiteren Jägermärchen gehe ich hier nicht weiter ein. Personen, die auf Facebook eine Hetze betreiben, ob Einzelpersonen aus Wolfshassergruppen, Politiker, Jägerschaften sind das Problem unserer Gesellschaft, diese Personen sind das Problem, weshalb „unser“ Planet und damit auch der Mensch Vollgas Richtung Abgrund steuern. Diesen Menschen gilt es die Stimme zu entziehen. Diese Menschen wollen keine Diplomatie, diesen Menschen sind Fakten und Tatsachen egal. Diese Menschen haben nur im Sinn sich selbst zu profilieren und zu fordern ohne Einsicht auch etwas zu geben.

Weidetierhalter, die vernünftig mit Ihren eigenen Tieren umgehen, sich mit der Thematik befassen und auch kritisch Propagandaseiten wie Wolf nein Danke hinterfragen, sowie die eigenen Tiere Wert schätzen, stehen der Rückkehr des Wolfes gelassen gegenüber. Zudem bekommen Sie jegliche Unterstützung, die benötigt wird.

Aber der Wolf steht für noch so viel mehr. Er steht für das positive Zeichen, dass es mit der Natur und damit auch unserer Zukunft noch nicht ganz zu Ende ist. Ein ausgerottetes Tier, welches sich wieder ansiedelt ist ein Segen in vielen Belangen.

Doch wenn ein Land wie Deutschland es nicht hinbekommt, ein Land, welches über ausreichend Flächen verfügt, ein Land, welches seiner Bevölkerung Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Artenschutz, etc. heuchelt, den Wolf wieder heimisch und willkommen zu heißen, dann brauchen wir uns in den genannten Punkten wie Klimaschutz, etc. keine Sorgen mehr zu machen, denn dann ist der Zug abgefahren.

Kay Metzroth, Life for Nature Foundation 

www.lifefornature.de http://www.lifefornature.de

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NRW – Tötung von Wölfin Gloria keine Option – Zusammenfassung einer Veranstaltung mit Filmemacher Adnan Köse

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Filmemacher und Regisseur Adnan Köse (3. v.links) hatte zu einer Veranstaltung zum Thema Wolf eingeladen.

Am 03.12.2018 fand um 19.00 Uhr im Ev. Gemeindehaus in Dinslaken ein Infoabend zum Thema „Wolf“  mit anschließender Podiumsdiskussion statt. Eingeladen hatte Adnan Köse, deutscher Regisseur, Drehbuchautor, Schauspieler, Theaterautor und Produzent, türkisch-deutscher Abstammung, der sich bereits im November in einem Artikel der NRZ für die Wölfin am Niederrhein eingesetzt hatte. Anwesend waren die Wolfsexperten Eckhard Schwedhelm und Jos de Bruin, Peter Malzbender (NABU Wesel), Heike Grießer und Adip Duter (Lichtburg). Ziel der Veranstaltung war die Information auf breiter Ebene von Befürwortern und Gegner des Wolfsgebietes Wesel. Ängste sollten genommen und Lösungsvorschläge angeboten werden.

Ca. 60 – 70 Interessierte nahmen an diesem Abend teil, der ganz klar „pro Wolf“ geprägt war. Vielleicht ein Grund dafür, daß der „Massenandrang“ der vorausgegangenen Veranstaltungen ausblieb?

Wölfe haben viele Freunde in NRW

Den Auftakt bildete die Begrüßung durch den Ev. Pfarrer der Gemeinde, der freundlicherweise die Räumlichkeit zur Verfügung gestellt hatte. Darin erwähnte er, dass Tiere in der Bibel schon immer als vernachlässigte  Geschwister der Schöpfung gesehen wurden, und daher gerade der Wolf immer schon mit einem schlechten Image im Christentum kämpfen mußte. Anders hingegen im Buddhismus und Hinduismus, der Tiere als Mitgeschöpfe gleichstellt.

Eröffnungsworte, die zum Nachdenken anregten.

Daran knüpfte Heike Grießer, Archäologin und Eigentümerin der Lichtburg, mit ihren Ausführungen an. Dabei bezog sie sich auf die intensive Beziehung zwischen Hominiden und Caniden, die bereits seit mehreren tausend Jahren besteht, und die sich immer wieder gegenseitig beeinflußt. Die Wölfe suchten irgendwann die Nähe der Menschen mit dem Ergebnis, daß diese ihr Sozialverhalten von ihnen erlernt haben – statt umgekehrt.

Für viele der Anwesenden vielleicht neue und ungewohnte Töne in der Wolfsdebatte.

Großer Riss im Zaun des Dammwildgeheges

Aber auch der Vorsitzende des NABU Wesel, Peter Malzbender, zog einen tierischen Vergleich: “ Wir sind Affen und ein Teil der Natur!“ Sein Anliegen war in erster Linie die Hysterie einzudämmen und auf realistische „facts“ runterzufahren. Dabei betonte er die wichtige Rolle des Senckenberg – Instituts, und ließ keinen Zweifel an dessen wissenschaftlichen Ergebnissen zu. Auch bei der Zaunkontrolle des LANUV, am Beispiel des Landwirts Dickmann und seinem Damwildgehege, sei untersuchungstechnisch alles korrekt verlaufen. Bis auf die Tatsache, daß dabei ein 30cm Loch im Zaun festgestellt wurde, und der Landwirt dem LANUV erst zwei Tage nach dem Riß den Zugang auf seinen Hof gewährte. Dieses brachte eine bereits bekannte sehr „engagierte“ Wolfsgegnerin dazu, mit Zwischenrufen vehement zu stören, was allerdings sehr rasch unterbunden wurde. 

Deutschland hätte Platz für ca. 400 Rudel, also etwa 3000 – 4000 Wölfe, war eine weitere Aussage an diesem Abend! Nach der ersten „Schnappatmung“ ließ die Debatte nicht lange auf sich warten. Die Antwort Peter Malzbenders war, es gibt hier genug Schalen-‚ als auch Rotwild, und darum ist der Wolf da! Allen Betroffenen riet er, alle erforderlichen Schutzmaßnahmen in jeder Hinsicht wahrzunehmen!

Im Anschluß daran folgten sehr detaillierte  Diavorträge von Jos de Bruin und  Eckhard Schwedhelm, die mit vielen Beispielen alles Wissenswerte zum Thema „Wolf“ vermittelten.

Der Bestand der Wölfe in Deutschland, Lebensraum, Nahrungserwerb und Jagdverhalten, Kommunikation und Verhaltensweise der Tiere wurden anschaulich dargestellt. Die Wolfsforschung im Gehege, aber auch der Vergleich zu den wildlebenden Wölfen wurden immer wieder differenziert geschildert, so, daß eigentlich keine Fragen mehr offen bleiben sollten!

Wolfsgegner störten und Hobbyhalter forderten ohne Skrupel, dass ihr Hobby von der Allgemeinheit bezahlt wird

Einige blieben anscheinend dennoch…, z. B. eine  angebliche Kinder/ Wolfsproblematik, für die immer wieder eine Art Garantieschein von den Experten eingefordert wurde. Die Gerüchteküche kochte…, von  drei Wölfen , die am Wohnbereich der Nachbarin gesichtet wurden…, keine Reaktion des LANUV auf mehrmaligen Anruf, und noch vieles mehr.  Ein Landwirt, der buchstäblich mit “ den Hufen scharrte“ um endlich sein Statement von Milchkühen, Schafen, kurzum, der desaströsen Situation der Weidetierhalter (Schuldzuweisung an die Wolfsschützer zum Besten zu geben, wurde schnell in die Schranken gewiesen. Seine manipulative Art und Weise seien hier unangebracht, war die Antwort.

Adnan Köse bedauerte sehr, daß in diesem Zusammenhang kein geladener Politiker des Landtags teilgenommen habe, betonte aber ganz klar, daß die Tötung der Wölfin Gloria keine Option sei! Sein Fazit dieses Abends: “ Wenn sie möchten, daß der Wolf hier heimisch wird, dann finden wir eine Lösung! Wenn nicht, dann haben wir ein Problem!“

Abschließende Worte des Podiums: Die Erde soll nicht weiter ausgebeutet werden. Vielleicht muß man einmal darüber nachdenken, ob die Landwirtschaft zu extensiv sei. Denn, die meisten Probleme mit dem Wolf seien hausgemacht.

Ulrike de Heuvel, Wolfsteamleitung NRW 

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Posse im niedersächsischen Steinfeld geht weiter – Polizei rudert von Tatsachenbehauptung zurück und löscht Meldung

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Der Auslöser des wohl verrücktesten Wolfsmärchen des Jahres ist die Meldung der Polizei Rothenburg gewesen. Die Polizei hatte nämlich geschrieben, dass ein Mann von Wölfen gebissen worden ist. Die Meldung war nicht im Konjunktiv, wie üblich, sondern als Tatsache gebracht worden. Daraufhin überschlugen sich die Medien und belagerten das Städtchen Steinfeld und dessen Stadtteile fast eine Woche lang. Ein reißerischer Bericht jagte den nächsten. Nachdem ein DNA-Test den Wolf nun entlastet, und lediglich Reh, Katze und Hund bestätigt wurde, rudert nun endlich auch die Polizei zurück.

„Diese Entwicklung hat die Polizei als amtliche Quelle der Berichterstattung dazu bewogen, die Meldung von vergangener Woche an diesem Mittwochvormittag aus dem offiziellen Internetportal für Polizeimeldungen „Polizeipresse.de“ zu löschen. Dazu sagte der Sprecher der Rotenburger Polizeiinspektion, Heiner van der Werp, auf Nachfrage dieser Zeitung: „Nach Bekanntgabe des DNA-Ergebnisses sahen wir uns aufgefordert, nicht mehr von einem zweifelsfreien Angriff durch einen Wolf zu sprechen,“ schreibt die Kreiszeitung hier: https://www.kreiszeitung.de/lokales/rotenburg/tarmstedt-ort120597/rotenburger-polizei-loescht-meldung-tierbiss-steinfeld-sprecher-bedauert-fehler-krz-10806722.html

Ein bißchen spät, finden wir, denn unser Vereinsmitglied Birgit Schleinitz, Chefin unserer Facebookgruppe, hatte mit Herrn van der Werp bereits am Tag des Erscheinens telefoniert. Dieser wollte aber von einer Verpflichtung, Meldungen im Konjunktiv zu bringen, solange nichts bestätigt ist, nichts wissen:  „Ich habe am selben Tag noch mit der Pressestelle telefoniert und sie auf den Sachverhalt hingewiesen. Leider war der Herr nicht willens ein Änderung der Mitteilung zu veranlassen. Im Gegenteil, er war in dem Gespräch von der Richtigkeit seiner Meldung überzeugt.“

Ein Schelm, der Böses dabei denkt…

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Niedersachsen/Steinfeld – DNA-Ergebnis liegt vor – Es war kein Wolf

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Ergebnis der DNA-Untersuchung liegt vor: Kein Nachweis für einen Wolf

Das Umweltministerium hat heute die Ergebnisse der DNA-Proben bekannt gegeben, die letzte Woche nach einem gemeldeten Zwischenfall in Bülstedt im Landkreis Rotenburg genommen worden waren. Ein Gemeindemitarbeiter hätte angegeben, von einem Wolf oder wolfsähnlichen Tier gebissen worden zu sein, schreibt das Umweltministerium heute in einer Pressemitteilung. Wir haben dagegen die Information vorliegen, dass der Mann lediglich von Tieren gesprochen hatte.

Reh, Katze und Hund statt Wolf

Das Senckenberg-Institut in Gelnhausen, das Referenzlabor für genetische Untersuchungen zum Thema Wolf in Deutschland, hatte Tierhaarproben, den Pullover des Gemeindemitarbeiters sowie einen Hammer auf DNA-Spuren geprüft und entsprechende Proben analysiert. Dabei wurden sieben Proben gesichert und untersucht. Auf dem Hammer konnten keine Spuren eines Wolfes oder Hundes gefunden werden. Zwei vor Ort genommene Haarproben ergaben „Reh“. Auf dem Pullover wurden Katzenhaare und drei Speichelproben gefunden. Bei den Speichelproben konnte bei zwei Proben „Katze“ und bei einer „Katze und Hund“ identifiziert werden. Bei allen Proben ergaben sich keinerlei Nachweise für einen Wolf, schreibt das Umweltminsterium weiter.

Lies hält dennoch weiter am Thema Wolf fest

Umweltminister Olaf Lies: „Ich hätte mir ein eindeutigeres Ergebnis gewünscht. Wir hatten uns Klarheit erhofft, ob Hund oder Wolf Verursacher waren, um zielgerichteter agieren zu können. Wäre ein Wolf festgestellt worden, dann wäre eine Tötung unumgänglich gewesen. Klar ist, dass wir jetzt weitere Erkenntnisse brauchen. Hinweisen auf freilaufende Hunde in der Umgebung muss nachgegangen werden. Ich habe bereits ein intensiviertes Wolfsmonitoring vor Ort beauftragt, um mehr Informationen über das in der Gegend ansässige Rudel zu bekommen. Außerdem habe ich heute eine Ad-hoc-Besenderung auf den Weg gebracht.“

Wolfsbüro soll Rudelchronik erarbeiten, obwohl das Gnarrenburger Rudel völlig unauffällig ist

Das Wolfsbüro erarbeitet derzeit eine aktualisierte Rudelchronik, anhand derer die Anzahl und Bewegungen der dort lebenden Wölfe weiter spezifiziert werden sollen. Zur weiteren Sachaufklärung werden auch weitere Gespräche vor Ort geführt. „Wir nehmen die Aussagen des Betroffenen sehr ernst und arbeiten deshalb daran, ein Höchstmaß an Klarheit zu bekommen“, sagte Lies abschließend.

 

http://www.umwelt.niedersachsen.de/aktuelles/pressemitteilungen/ergebnis-der-dna-untersuchung-liegt-vor-kein-nachweis-fuer-einen-wolf-171897.html

 

Dazu auch: Who lies in Steinfeld? http://wolfsschutz-deutschland.de/2018/12/02/who-lies-in-steinberg-von-brueder-grimm-rotkaeppchen-herrn-holle-einem-gaertner-und-einer-medienhysterie/

Und die Chronik der Fakestory: http://wolfsschutz-deutschland.de/2018/11/28/mutmasslicher-wolfsangriff-auf-mann-in-niedersachsen-hoechstwahrscheinlich-ein-maerchen/

 

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Schweiz erneut abgeblitzt: Wölfe bleiben weiterhin unter dem höchsten Schutzstatus

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Straßburg (AFP) Wölfe genießen in Europa vorerst weiterhin höchsten Schutz. Ein neuer Anlauf der Schweiz, das Schutzniveau der Wölfe im Berner Artenschutzabkommen zurückzustufen, scheiterte am Freitag, wie eine Sprecherin des Europarats in Straßburg mitteilte. Das für die Überwachung der Artenschutzkonvention zuständige Komitee habe beschlossen, die Abstimmung über den Schweizer Antrag zu vertagen.

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Who lies in Steinfeld? Von Brüder Grimm, Rotkäppchen, Herrn Holle, einem Gärtner und einer Medienhysterie

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Wir wissen nicht, ob sich Bürgermeister Holle für seinen nächsten Jobwunsch als Bürgermeister der Gemeinde Stuhr im Landkreis Diepholz, im Bereich des Goldenstedter Rudels, schon mal vorweg als „harter Hund im Umgang mit dem Wolf“ präsentieren wollte. Der Bürgermeister möchte seine Amtszeit in der Samtgemeinde Tarmstedt  im Landkreis Rotenburg nämlich gar nicht regulär beenden. Wir glauben aber nicht, dass sich diese Aktion positiv auf die Wählerschaft der CDU insgesamt und auch direkt auf die zukünftige Wählerschaft des Herrn Holle auswirken wird. In Bereich des Goldenstedter Rudels gibt es eine kleine, aber laute Anti-Wolfs-Szene, dafür aber auch sehr viele stille Wolfsbefürworter. Auch in Bereich der Konservativen und Wertkonservativen gibt es viele Menschen, die eine an den Haaren herbeigezogene Geschichte nicht tolerieren wollen. Dies ist am Gegenwind zu spüren, der Bürgermeister und Umweltminister schon jetzt entgegenweht.

Der „Tatort“ am Friedhof in Steinfeld-Tarmstedt. Hier soll ein schwarzes Tier einen Gärtner gebissen haben. Drei weiße sollen zugesehen haben. Polizei, Bürgermeisten und Medien machten aus dem Tier einen Wolf. Die Geschichten läuft seit Tagen durch die Medien.

Gärtner und Holle könnten sich auch geirrt haben?

So beantwortete Holle auf eine Anfrage der Facebookseite „Wolf ja bitte“,  dass der Gemeindegärtner bzw. Holle sich auch geirrt haben könnte und nunmehr erst einmal mit Ruhe das Ergebnis das DNA-Ergebnis abgewartet werden solle. Damit schreibt Holle das Gegenteil von dem, was er bisher verlautbart hat. GroKo-Kollege und Umweltminister Lies behält bislang weiter seinen harten Kurs. Das Rudel in der Umgebung müsse „beobachtet“ und ggf. „komplett“ abgeschossen werden, heißt es. 

Gärtner will keine Stellungnahme abgeben

Keine Spur von Wölfen, auch nicht von Hunden, außer unserem.

Der einzige, der momentan etwas mehr Klarheit in die Angelegenheit bringen könnte, ist der Gärtner. Wir haben ihn angerufen und wollten ihm eine Gelegenheit zur Stellungnahme geben. Dies wurde abgelehnt. Wir waren auch direkt vor Ort in Steinberg und wir haben uns den Ort des Geschehens angesehen und mit verschiedenen Menschen gesprochen. Niemand möchte namentlich genannt werden, denn die Menschen fühlen sich von der Presse und den Wolfsgegnern bedrängt.

Mehr Presse und Wolfsgegner in Steinberg als Anwohner?

In der Tat machen die Menschen vor Ort bereits Witze über ihre zweifelhafte Berühmtheit. Ein Mann sagte uns, dass er seit zehn Jahren dort am Friedhof arbeiten würde und noch nie einen Wolf gesehen hätte. Andere meinen, dass sie Wölfe mal von Weitem über ein Feld laufen gesehen hätten. Angst will sich bei den Anwohnern aber anscheinend partout nicht einstellen. Sie  seien auch von Wolfsgegnern genervt, die allerlei Unsinn erzählen würden. Viele Anwohner können nicht verstehen, weshalb zahlreiche TV-Übertragungswagen und sogar DER SPIEGEL für eine Story anreist, die nichts weiter zu bieten hat, als eine kleine Verletzung an einer Hand und einen Mann, der gesagt haben soll, ihn hätte ein schwarzes Tier gebissen sowie drei weiße Tiere hätten zugesehen. Selbst wenn es ein Wolf gewesen sein sollte, wäre ja wohl kaum was passiert.  Immerhin würde der Auflauf im Ort vielleicht die Geschäfte ankurbeln. Der Gärtner sei jedenfalls ein guter Bekannter des Bürgermeisters. Der Bürgermeister wiederum ist mit Dammann-Tamke verbandelt, dem „Chef“ der niedersächsischen Jäger, wie ihn das Jäger Medium Outfox-World betitelt. Dammann Tamke ist als Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen kein Wolfsfreund.  

Wir haben uns gestern den nicht fertig reparierten Zaun angesehen und nach Spuren gesucht. Weder haben wir Spuren von Hunden, noch von Wölfen entdeckt. Auch keine Haarreste. Auch in der Umgebung im Moorgebiet und um Wald fanden sich weder Spuren noch Losung. Auch ein Hund, der auf die Anwesenheit von Luchs und Wolf früher schon reagiert hatte, zeigte keinerlei Reaktion.

Alternative Fakten vom Jäger? Die Tollwut ist seit vielen Jahren in Deutschland ausgerottet und die Gefahr, sich mit einem Fuchsbandwurm anzustecken, äußerst gering für Spaziergänger.

Kein Medienhype um schwere Jagdunfälle

Wir fragen uns, weshalb es eine derartig dünne Geschichte in fast alle großen Deutschen Medien schafft, während Gewässerbelastungen mit multiresistenten Keimen, an deren Folgen sogar schon ein Niedersachse gestorben sein soll, sowie Glyphosat in Gewässern und im Grundwasser  sowie überdüngte Felder, in deren Folge die Gewässer ebenfalls belastet werden, kaum eine Chance haben, in ein Meinungsmedium zu gelangen. Fast zeitgleich zu dem angeblichen Beißvorfall kam es an mehreren Orten in Deutschland wieder einmal zu schweren Jagdunfällen. In den betroffenen Orten stauen sich allerdings keine Übertragungswagen.

Niedersachsen droht Millionenstrafe

 Niedersachsen steht vor ganz anderen Herausforderungen. Wegen Versäumnissen beim Ausweisen von EU-Naturschutzgebieten drohen dem Land Niedersachsen Strafzahlungen in Höhe von knapp zwölf Millionen Euro. Als einzigem Bundesland gelinge es Niedersachsen bis zum Fristablauf Ende des Jahres nicht, alle Flächen unter Schutz zu stellen, bestätigte das Umweltministerium. Es gehe um 90 der 385 betroffenen Flächen, die aber im Laufe des kommenden Jahres ausgewiesen werden sollen. Ein Grund für die noch nicht erfolgte Ausweisung der Naturgebiete sei, dass man betroffene Landwirte, Waldbesitzer, Jäger und Unternehmer eng in das Verfahren einzubinden versuche, sagte Lies dem NDR. Im Klartext: die Lobby mauert.  https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/Schutzgebiete-Niedersachsen-droht-Millionenstrafe,naturschutzgebiete106.html

 

 

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