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Wolfskonzept der CDU- und SPD-Koalition in Sachsen ist ein Freibrief zur Wiederausrottung des Wolfs

Unfassbar populistische Töne der Sachsenregierung zum Jahresende

Das Land Sachsen hat massive Probleme. Große Teile der Landbevölkerung fühlen sich abgehängt. Seit Jahrzehnten fühlen sich kleine Kommunen, Ortschaften und Dörfer finanziell ausgeblutet und im Stich gelassen. Bürgermeisterinnen und Bürgermeister müssen darum kämpfen, dass Schulen nicht geschlossen werden, ja sogar Weihnachtsmärkte sollten in vielen Kleinstädten abgeschafft werden, weil das Geld nicht reicht. Wen wundert es, dass viele junge Leute nicht mehr in der Region bleiben möchten und abwandern.

Geld, das Kommunen nicht erhalten, soll nun dafür eingesetzt werden, Wölfe zu killen?

Die Koalition aus CDU und SPD setzt diesem Trend seit Jahren nichts entgegen. Stattdessen schießen sich Politiker der C-Parteien auf den Wolf ein. Die CDU rief eigens eine Kampagne gegen Wölfe ins Leben, die SPD hat diesem Stil, genauso wie in der großen RegierungsGroKo,  anscheinend abzunicken. Wo bleibt der Protest der Basis der Sozialdemokraten? Statt dass die Politik Voraussetzungen dafür schafft, dass es den Menschen in Sachsen besser geht, soll es dem Wolf nun schlechter gehen. Eine krude Logik, die bald niemand mehr verstehen kann?

Ganze Wolfsfamilien und Welpen sollen getötet werden dürfen

So haben die CDU und SPD einen Antrag in den Landtag eingebracht. Die Staatsregierung soll bis Ende 2018 gemeinsam mit anderen Bundesländern mit einer Wolfsverordnung Grundlagen für einen „sachlichen Umgang mit dem Wolf“ schaffen. Verbände sollen sich bis Ende 2018 dazu äußern. Die Bevölkerung wird nicht gefragt. Dabei will man u. a. auch ein grenzübergreifendes Monitoring mit Polen. Wölfe sollen zur Bestimmung des Aufenthaltsortes besendert werden dürfen. Wölfe, die sich unter 100 Meter nähern, werden als Problemwölfe dargestellt. Damit bereitet man ein Abschlachten der Jungwölfe vor, die sich zwangsläufig auf ihren Wanderungen ab und an einmal sehen lassen, weil ihnen auch die Erfahrung der Altwölfe fehlt. „Die Tötung sowohl einzelner Wölfe, sowie ganze Rudel und sogar von Welpen soll unter anderem dann stattfinden dürfen, wenn „das öffentliche Leben erheblich gestört wird“, heißt es in einer Stellungnahme. Dies ist nichts anderes als ein Freibrief zur erneuten Ausrottung des Wolfs.

Weideprämien wurden gestrichen

Auch eine Zusammenführung von Aufgaben beim Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie hat mehr als ein Geschmäckle, denn die Rissbegutachtung und Genehmigung von Entschädigungen sind aus gutem Grund bislang getrennt. Das LfULG wird dazu benutzt, eben nicht den Naturschutz umzusetzen,  sondern es wird ganz klar Lobbyinteressen untergeordnet. Die Schafhaltung in Sachsen wird seit Jahren von der Politik nicht unterstützt, ihr Niedergang hat nichts mit den Wölfen zu tun. Ein Antrag der GRÜNEN und LINKEN auf eine Weidetierprämie wurde beispielsweise im Sommer während der Fußballweltmeisterschaft abgeschmettert. Dass in fast der Hälfte der Risse in Sachsen nicht einmal der Wolf Anteil hat, wird ebenso nicht erwähnt, wie die Problematik, dass viele Weidetierhalter ihre Tiere teilweise gänzlich ohne Zaun laufen lassen und sogar die tierschutzrechtlich sehr fragwürdige Form der Anbindehaltung noch immer praktizieren. Darüber hinaus ist in vielen Fällen kein Mindestschutz eingehalten worden. 

Wir widersprechen diesem Werk der CDU-SPD-Koalition auf das Schärfste.

Hier der Link zu dem Pamphlet: Wolfsverordnung_zur_Anhoerung_freigegeben

Brigitte Sommer

Vorsitzende

Alexander Januskiewicz

Biologe, Vorstandsmitglied

 

 

 

 

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13 Gedanken zu „Wolfskonzept der CDU- und SPD-Koalition in Sachsen ist ein Freibrief zur Wiederausrottung des Wolfs

  1. Dies ist eine Ankündigung die nicht nur alle Hintertüren offen – sondern wenn man die bereits bekannte christlich konservative Gesinnung zum Thema „Wolf“ kennt, scheinlegalisierte Willkür erahnen lässt.
    Der spätere genaue Gesetzestext wird entscheidend sein:
    Denn zunächst Zitat:
    “ … Ein flächendeckender, präventiver Herdenschutz. Für die Entnahme wird zum Beispiel gelten:
    Sollte ein Wolf in einem Gebiet mit landwirtschaftlicher Schaf- und Ziegenhaltung von erheblichem Umfang zweimal verbindlich festgelegte Schutzmaßnahmen überwinden und Schafe oder Ziegen töten, können
    Wölfe entnommen werden. …“

    Fakt: Verbindlich festgelegte Schutzmaßnahmen gibt es doch bereits, wenn die eingehalten worden wären wären weitere Gesetze unnötig. Und überhaupt; Wer kann denn beweisen das ein Wolf zweimal hintereinander gesehen wurde sich auf 100m angenähert hat? Zwei Bauernkumpel die vom Saufen und / oder von einer Beratschlagung mit einem parteinahen Jagdkollegen zurückkommen?

    Die präventive Besenderung aller Wölfe?
    Ein Riesen Kosten – und Zeitaufwand, der doch Besser in die Aufklärung über das Verhalten gegenüber dem Wolf und Präventionsmaßnahmen gesteckt werden sollte. Was heute vielleicht noch machbar wäre, wird wenn der Wolf (sich richtig beheimatet hat und weiter vermehrt) kaum noch durchführbar sein, denn auch müssten die Batterien gewechselte werden. Ich sehe das so, hier soll bei geringsten Anlässen die Wölfe geortet und abgeschossen werden.
    Somit scheint doch die einzig logische Erklärung der Intention die dahinter steckt zu sein, bei geringsten Anlässen alle Wölfe zu Problemwölfen erklären zu wollen damit sie sich – (Entgegen des Tierschutzes EU Rechtswidrig!) in Sachsen eben nicht vermehren. Und ich befürchte nicht nur das, die Kosten zur Besenderung werden wahrscheinlich auch noch aus dem Naturschutz Etat entnommen.

    Ich kann nur hoffen dass meine Befürchtung falsch ist und eine Besenderung nur als ultima ratio bei Problemwölfen, die gem. Zeugenaussagen gerissen haben dann zunächst besenderd werden bevor sie dann wenn eine BEWEIS vorliegt ja dann immer noch abgeschossen werden können, wenn man BEWEISEN! kann das sie es waren und nicht wiedereinmal es bloß ein HIRNGESPINNST eines korrupten Lobbyisten Handlanger war.

    Unglaublich was die (gerade hier!) für einen Blödsinn verzapfen!

  2. Die Politik, wie viele Bereiche der Verwaltungen sind von Jägern durchsetzt. Da kann man nichts anderes erwarten. Diese Interessengruppen geben nicht eher Ruhe bis der Wolf nur noch auf Truppenübungsplätzen vorkommt. Mit Argumenten ist diese Kampagne nicht stoppen. Nur größere Demonstrationen könnten etwas bewirken.

    1. Dem schließe ich mich an, denn ich habe vor geraumer Zeit geäußert, dass wir mit Petitionen und Kommentaren allein kaum etwas erreichen werden, weil die Jäger Lobby bis ganz oben vertreten ist. Demonstrationen in vielen Städten gleichzeitig, an denen auch möglichst viele Tierschutz Vereine und Naturschutz Vereine/Verbände präsent sein müssen. Bei unserer Politik kann man nur durch entsprechenden Druck etwas erreichen.

  3. „Die Tötung sowohl einzelner Wölfe, sowie ganze Rudel und sogar von Welpen soll unter anderem dann stattfinden dürfen, wenn „das öffentliche Leben erheblich gestört wird“, heißt es in einer Stellungnahme. Dies ist nichts anderes als ein Freibrief zur erneuten Ausrottung des Wolfs.“ …welche MENSCHEN sollen denn mal entnommen werden, die das öffentliche Leben gefährden??!! Davon scheint es wesentlich mehr zu geben als von dem Wolf, der ANGEBLICH alle gefährdet….

  4. Schade, dass die grünen Bonzen nicht entnommen werden dürfen. Das würde wenigstens den Wölfen Luft verschaffen und eine Chance zum überleben geben. Bereits über das Töten von Welpen nachzudenken ist abartig und menschenunwürdig. Jäger dürfen sich nicht wundern, wenn sie verachtet werden.

  5. Ein weiterer Beweis für die Unendlichkeit der menschlichen Dummheit….
    Gut gepaart mit arroganter Ignoranz der satten alten Pfeffersäcke in den sogenannten Führungsblöcken der Politik, den Marionetten der Wirtschaft….

  6. sämtliche Kommentare kann ich voll unterschreiben. Man kann nur noch wütend werden über diese
    Frechheiten, Gemeinheiten der Jäger und Politiker gegenüber den wunderbaren Tieren. Ich wüsste viele Menschen, die man sofort entnehmen müsste aber keinen einzigen Wolf. Problemwölfe gibt es nicht! Es ist eine Unverfrorenheit, sogar Welpen töten zu wollen. Was bilden sich diese Politiker von CDU und SPD eigentlich ein? Ich kann diese Typen nur noch verachten!

  7. Die Menschheit geht zurück zur Steinzeit,da mussten die Menschen Tiere Jagen um zu
    überleben.Heute ist das nicht mehr nötig.Die Tier sollten unsere Freunde sein und nicht gejagt,vergiftet,erschlagen,lebend das Fell abgezogen werden.Auch die sogena
    nnten Nutztiere,sollten nicht für den Komerz leiden müssen.

  8. Es geht nicht darum, dass die Bevölkerung gefragt werden sollte, vielmehr sollten einzig Fachleute darüber entscheiden, welche Gefahr Wölfe tatsächlich darstellen. Doch Fachleute werden nie befragt – auch nicht, wenn es um Umweltschutz etc. geht. Politikern fehlt die Objektivität und Sachkenntnis, aber Sie entscheiden frei dünken – zumeist in Lobbyinteresse. Nur weil der Mensch Nutztiere einzäunt oder abketten, können diese zur Beute werden. Schuld ist nicht der Wolf. Schuld ist der Mensch. Und man sollte nicht vergessen, dass den Hobbykillern (Jägern) es ungemein Spaß macht, zu töten und wenn da Wölfe zusätzlich die potentiellen Opfer sein können, ist das noch interessanter. Ich schäme mich für diese Entscheider und Ausführst und für dieses kranke System, das all dies zulässt

  9. Genauso sehe ich es auch.
    Der Mensch ist die Einzige Bestie (unter den Tieren) und nicht der Wolf!
    Aber leider kaum jemand denkt so sachlich bei all den Manipulationen und Ablenkungen denen wir durch die, die uns verführen und lenken, unterliegen. Wer weiß vielleicht überleben die Wölfe und nicht der Mensch.
    siehe Film „Die Wölfe von Tschernobyl“.

  10. Den Wölfen wird kein Lebensraum zugestanden.
    Was ist los mit den Menschen? Was uns nicht paßt,
    muss beseitigt werden!
    Es gibt Wege, die Wölfe leben zu lassen.

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