Faktencheck angebliche Risse in Solaranlage in Sachsen-Anhalt

Posted 2 KommentareVeröffentlicht in Allgemein, Fakenews

Anfang Januar klagte ein Schäfer in Sachsen-Anhalt über Risse an seinen Schafen, die zur Landschaftspflege in einer Solaranlage eingesetzt waren. Er habe schon etliche tausend Euro an den Wolf verloren, zitierte ihn eine Tageszeitung. So könne das nicht weitergehen. Auch wolle ihn niemand vom Umweltministerium besuchen, um sich die Lage vor Ort anzusehen. Tenor: die Wölfe sollen weg. Uns hat er nicht eingeladen, wir sind aber dennoch hingefahren und wir haben uns die Situation vor Ort einmal angesehen. Dieser Schäfer verfügt übrigens über Herdenschutzhunde, die er aber im Bereich der Solaranlage nicht dabei hatte. Der Zaun um die Anlage herum verzeichnet eine Höhe von rund zwei Metern, allerdings ist am Boden kein Untergrabungsschutz vorhanden. Auch im Türbereich kann ein Hund oder Wolf ohne Probleme durchkommen. Erschwerend  kommt hinzu, dass der Zaun mit keinerlei Strom bestückt war. Am Tag unserer Kontrolle stand die Herde außerhalb der Anlage. Der Zaun um die Herde war nur aus Stracheldraht und damit nicht ausreichend. Zudem wachten erneut keine Herdenschutzhunde bei den Schafen. Erschwerend kam hier noch dazu, dass neu geborene Lämmer mit dabei waren, die knietief im Matsch standen.

Hier die Bilder:

 

Hier der Link zum Artikel:

https://www.volksstimme.de/lokal/burg/landwirtschaft-14-tote-schafe-bei-koerbelitz-in-zwei-monaten

Facebookmail
Facebook

Wolfshysterie in den Medien – Faktencheck Hessen

Posted 3 KommentareVeröffentlicht in Allgemein, Fakenews

Wir haben einmal den Werdegang einer Polizeimeldung nachrecherchiert. Dies war die Faktenlage: Ein wolfsähnliches Tier soll den Hund eines Mannes in der Dämmerung während eines Spaziergangs angegriffen haben. Ist im Gebiet des hohen Meißners ein Jagdhund wirklich von einem Wolf angefallen worden?

Hier ist die Meldung dazu: https://www.facebook.com/PolizeiNordhessen/photos/a.378817879182530.1073741828.342612972803021/452660435131607/?type=3&theater . Kurze Zeit später erschien in der HNA noch ein recht sachlicher Bericht dazu: https://www.hna.de/lokales/witzenhausen/witzenhausen-ort44473/hund-von-wolfsaehnlichem-tier-am-hohen-meissner-angefallen-9388727.html Gestern dann haben sich die BILD, die BILD Frankfurt http://www.bild.de/regional/frankfurt/wolf/wolf-alarm-in-nordhessen-53954138.bild.html, die Sendung Maintower und die Hessenschau  http://www.hr-fernsehen.de/sendungen-a-z/maintower/sendungen/video-48124.html ebenfalls mit dem Thema befasst.

Was sollen wir sagen? Es ist schlimmer als die stille Post. Plötzlich wurde die junge Mutter dahingehend zitiert, dass ihr Hund schrecklich geschrieen hätte, während sich das „riesige Tier“ auf den Rücken ihres Hundes gestürzt habe und die Familie Todesangst gehabt hätte. Im Bericht für die Sendung Maintower wollte die Familie angeblich auf keinen Fall noch einmal an den Ort des Geschehens. Ganz im Gegensatz zur BILD. Hier war  anscheinend der Mut zurückgekehrt.

Wir von Wolfsschutz Deutschland haben die Geschichte nachgeprüft und mit Herrn Diegel telefoniert. Dabei verwickelte sich der Mann in Widersprüche. Während seine Frau in dem HR-Bericht sagte, das Paar hätte mit der Tochter dem Wolf direkt gegenüber gestanden, sagte er, dass das Ganze sich in 50 Meter Entfernung abgespielt habe. Und zwar so: Ein „husky-schäferhund-ähnliches“ Tier sei von rechts aus dem Gebüsch gesprungen und auf den Rücken ihres Hundes gesprungen. Der Hund hätte keine Verletzungen davon getragen, nur einen Riss in der Kralle.  Er wäre auch gesund und munter wieder aufgetaucht. Hätte der Hund nicht bei einem echten Angriff Verletzungen am Rücken davontragen müssen? Wie es zu diesem Riss gekommen ist, kann sich Herr Diegel nicht erklären. Der „Wolf“ habe eine helle Fellfarbe gehabt und sei größer als ein Schäferhund gewesen und hätte sich sehr elegant bewegt. Der Familienhund Karl wäre daraufhin nicht zur Familie gerannt, wie es ein Hund bei Gefahr ja normalerweise machen würde, sondern in die entgegengesetzte Richtung, also den Weg entlang, weg von der Familie. Daraufhin hätte sich der „Wolf“ kurz auf dem Weg hingesetzt und ihn und seine Frau angesehen. Sekunden später sei er dem Hund hinterher. Man habe keine Zeit gehabt, Fotos zu machen. Herr Diegel fühle sich im BILD-Artikel und dem Beitrag in der Sendung Maintower nicht korrekt wiedergegeben. Da wäre vieles dazu gedichtet worden, wie z. B. die Fackelwanderung, an der die Familie wegen des Vorfalls nun nicht mehr teilnehmen wolle. In dem Gebiet auf dem Hohen Meißner geht die Sonne um diese Jahreszeit bereits um 16.23 Uhr unter. Wie viel kann man unter dieses Bedingungen in 50 Metern Entfernung wirklich noch erkennen? In der Vergangenheit sind immer wieder einmal ähnlich lautende Fake-Geschichten von Jägern in Umlauf gebracht worden. Uns versicherte Herr Diegel, dass er und seine Frau keine Jäger seien. Man halte den Jagdhund lediglich aus Liebhabergründen. Man sei auch nicht mit Jägern verwandt. 

Die Frankfurter Rundschau meldet heute, dass es sich bei dem Tier um einen Luchs gehandelt haben könnte: http://www.fr.de/rhein-main/vorfall-am-hohen-meissner-hund-doch-nicht-von-wolf-angegriffen-a-1394677

Wenn heute der 1. April wäre, könnte man darüber lachen.

Facebookmail
Facebook

Nach alternativen Fakten gibt es jetzt auch spekulative Fakten

Posted Schreibe einen KommentarVeröffentlicht in Fakenews

Und wenn es demnächst ein Kind trifft?…

lautet eine reißerisch aufgemachte Subheadline über zwei mögliche Kälberrisse im Nordkurier. http://www.nordkurier.de/pasewalk/es-war-wohl-wieder-der-wolf-1429570008.html

Wir brauchen ein neues Un-Modewort, finden wir. Alternative Fakten hat es ja schon in die Top-Ten geschafft. Nun schlagen wir spekulative Fakten vor. Zum möglichen Riss haben wir beim Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie in Güstrow nachgefragt. Dort wurde bestätigt, dass der Wolf als Verursacher vom Gutachter als wahrscheinlich eingeschätzt wird. Allerdings stehe der Befund von der Genetik noch aus.  Hier ein Zitat des Landesamtes zur reißerisch aufgemachten Subheadline:

Der Bezug zu einer in räumlicher Nähe liegenden Jugendbegegnungsstätte und möglichen Sicherheitsfragen ist dagegen völlig spekulativ. Es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass Wölfe „alles, was sich nachts im Wald bewegt, als Beute ansehen“ und damit auch keinen Grund, eine Gefährdung der menschlichen Sicherheit im Wolfsgebiet anzunehmen.

Was den Kälberriss selbst angeht, möchten wir an einen Fall bei einem Biolandwirt in Niedersachsen aus dem Frühjahr erinnern. Hier stellte sich der Wolf als Verursacher heraus. Allerdings waren die Zäune vor Ort so gestaltet, dass die Kälber unter dem Zaun hindurch sprangen und so von der Herde nicht verteidigt werden konnten. Liegt dieser Fall auch hier vor? Wir wissen es nicht, wundern uns aber darüber, dass die Tageszeitung gar nichts zur Zaunsituation schreibt. War da gar keiner vor Ort?

Auch die Einstellung der Biobauerngemeinschaft wundert uns sehr. Kaufen nicht Verbraucher gerade Bio-Lebensmittel weil sie eine besondere Einstellung zur Natur haben und erwarten sie diese Einstellung nicht auch von Biolandwirten?

 

Facebookmail
Facebook

Hundehalterin bei Gifhorn nicht von Wolf gebissen!

Posted 3 KommentareVeröffentlicht in Fakenews

05.07.17 – Die Facebookseite „Wolf nein Danke“ meldet heute einen Vorfall, der sich am 03. April bei Gifhorn in Niedersachsen zugetragen haben soll. Ein Jäger soll dem Wolfsbüro einen Vorfall gemeldet haben, bei dem ein Wolf zuerst einen Hund einer Frau und dann die Frau selbst in die Hand gebissen haben soll. Wir haben mit der Hundehalterin gesprochen, dürfen sie aber nicht zitieren. Die Hundehalterin hat der Seite Wolf nein Danke die Meldung untersagt, die Seitenbetreiber halten sich aber nicht an das Verbot.  Das Ergebnis des Wolfsbüros ist jedoch eindeutig. Ob die Frau zwischen einen Streit ihrer eigenen Hunde geraten ist, ist unklar.

 

Facebookmail
Facebook

Die Facebookseite Wolf nein Danke fordert zu Straftaten auf

Posted 1 KommentarVeröffentlicht in Fakenews

30.06.17 – Angeblich sollen zwei Wölfe ihren Hund gebissen haben. Diesen Vorfall meldet eine Pferdehalterin auf der Seite Wolf nein Danke. Wir überprüfen das gerade. Als „Beweis“ zeigte die Frau Fotos von Trittsiegeln. Hier sieht man deutlich, dass es sich um alte Trittsiegel handelt. An dem Tag hat es in der Nähe von Magdeburg zudem geregnet. Folglich können das keine Spuren vom angeblichen Vorfall sein. Lügengeschichten sind das Eine, Aufforderungen zu Straftaten das Andere. 3 x S heißt nichts anderes als schießen, schaufeln, schweigen. Hier wird dazu aufgefordert ein streng unter Schutz stehendes Tier illegal zu beseitigen. Die Seitenbetreiber von Wolf nein Danke haben das auch noch mit einem Like versehen. Die Seite wird immer wieder Facebook gemeldet, aber dort wird nichts dagegen unternommen. Noch schlimmer: Tageszeitungen schreiben ohne Recherche dort ab.

Hier ist der Bußgeldkatalog: https://tierschutz.bussgeldkatalog.org/artenschutz/

Facebookmail
Facebook

Fußt die ganze Wolfsdiskussion komplett auf Lügengeschichten?

Posted Schreibe einen KommentarVeröffentlicht in Fakenews

23.06.17 – Die Welt brachte heute folgenden Artikel: Zitat:

Leibsch/Potsdam – Zwei Kälber sind in der Nacht zu Donnerstag bei Unterspreewald (Dahme-Spreewald) vermutlich von einem Wolf gerissen worden. Ein einwöchiges Tier sei in Leibsch mit charakteristischen Bissverletzungen auf der Weide gefunden worden, teilte der Bauernbund Brandenburg in Lennewitz (Prignitz) mit. Das Fleisch sei an beiden Hinterkeulen bis auf die Knochen abgefressen gewesen, sagte der Besitzer Frank Michelchen, der auch Wolfsbeauftragter des Bauernbundes ist. Bei mehr als fünf Kilo abgefressenem Fleisch gehe man davon aus, dass ein Wolf das Tier gerissen habe, sagte er.  Hier geht es weiter: https://www.welt.de/regionales/berlin/article165825034/Zwei-Kaelber-vermutlich-von-einem-Wolf-gerissen.html

Nicht nur die Welt sondern auch ein Radiosender und die Berliner Zeitung machen ähnlich auf.

Doch was passierte wirklich? Wir fragen nach: In Wirklichkeit ist es nicht wahrscheinlich, dass es ein Wolf war, sondern die Ursache ist unklar.

Wir fragen: Warum recherchieren die Zeitungen scheinbar nicht? Warum erzählt ein Biolandwirt derartige Geschichten?

Aktualisierung – Pressemeldung vom 05.07.17 vom LFU Brandenburg

Eine veterinärpathologische Untersuchung der beiden Kadaver habe ergeben, dass eines der Kälber an Austrocknung gestorben sei. Hinweise auf einen Riss habe es nicht gegeben. Kleinere Aasfresser hätten sich Fleisch von einem toten Kalb, das auf der Weide des Biobauern in Leibsch gefunden worden war, einverleibt.

Das zweite tote Kalb im Nachbarort Märkische Heide sei eine Totgeburt gewesen. Ein größerer Fleischfresser hat laut Gutachten von dem Kadaver gefressen. «Es kommt nur ein großer Hund oder ein Wolf in Frage», sagte Behördensprecher Thomas Frey.

 

 

 

 

Facebookmail
Facebook

Müssten solchen Schäfern nicht die EU-Fördergelder entzogen werden?

Posted 1 KommentarVeröffentlicht in Fakenews
Quelle: Aus MOZ 16.06.17

Schäfer Dirk Hoffmann setzte in die Märkische Oderzeitung eine halbseitige Anzeige, die die Seite „Wolf nein Danke“ als redaktionellen Beitrag verkaufen wollte. Anzeigen in der MOZ kosten zwischen 8000 im Anzeigenblättchen und 11.000 Euro in der normalen Ausgabe.

In mehreren Zeitungsartikeln klagte der Schäfer über Geldnot wegen des Wolfes, fürchtete sogar seinen Beruf aufgeben zu müssen. http://www.maz-online.de/Lokales/Teltow-Flaeming/Schaefer-verliert-erneut-18-Tiere-an-den-Wolf

Aber für eine solche Anzeige ist Geld da?

Der Text in der Anzeige ist nicht nur hetzend, sondern auch noch komplett falsch. Weder fressen Wölfe derartige Mengen an Fleisch, noch vermehren sie sich explosionsartig. Im Gegensatz zu Wölfen sind Mufflons keine heimische Tierart. Wir waren in den Wolfsgebieten vor Ort. Von Angst in den Wald zu gehen, kann gar keine Rede sein.

Wir haben auch mit dem Amt für Umwelt und Naturschutz Brandenburg gesprochen: Der Übergriff ist gemeldet, dass es der Wolf gewesen sein sollte, ist keinesfalls erwiesen. Das DNA-Ergebnis steht noch aus. Der Hundeschutz war gegeben. Ausgleichszahlungen sind beantragt und werden erfolgen. Förderantrag auf Zäune ist gestellt und er hat z.Z. sogar Leihzäune erhalten.

Facebookmail
Facebook