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Unser Lacher der Woche geht an die CDU in Sachsen

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Wolfsschutz-Deutschland erkennt, dass die CDU in Sachsen nicht einmal weiß, wie ein Wolf tatsächlich aussieht. Anstatt eines Wolfs zeigt Sie auf Ihrer Facebookseite einen Goldschakal!
Herr von Breitenbuch ist nicht der einzige CDU-Politiker, der an Märchen glaubt, er erfindet auch welche. Der angebliche Wolf, der hier abgebildet ist, ist kein Wolf.

Schluss mit der Märchenstunde, findet der stellvertretende Fraktionschef und Landwirt der CDU-Fraktion Sachsen, Georg-Ludwig von Breitenbach. Ziel sei der geregelte Wolfsabschuss. Wir von Wolfsschutz-Deutschland rätseln noch, ob es gut für die Tierwelt in Sachsen ist, dass die Mitarbeiter der CDU nicht zu wissen scheinen, wie ein Wolf aussieht. Zu sehen auf der Facebookseite ist nämlich das Bild eines Goldschakals. Insofern sollten Menschen in Sachsen auch Angst um ihre Hunde und Katzen haben. Wer weiß schon, was schießwütige Politiker sonst noch alles als Wolf ansehen.  Eventuell auch das Rotkäppchen und die Großmutter. Der agrarpolitische Sprecher Andreas Heinz will sogar eine EU-Entschiedung nicht abwarten, sondern gleich drauf losballern. Willkommen im Wilden Osten.

Unser Ziel ist ganz klar die geregelte Entnahme von Politkern, die anscheinend die eigene Vorteilsnahme im Amt hauptsächlich im Auge haben. Und zwar durch Abwahl.

Hier geht es zum Beitrag: https://www.facebook.com/cdulandtagsfraktionsachsen/posts/1608423332513433

 

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Werden sächsische Medien endlich in ihre Schranken verwiesen?

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Sachsen – tendenziöse und falsche Berichterstattung in sächsischen Medien ist leider nichts Neues. Neu und begrüßenswert ist allerdings, dass das Kontaktbüro Wölfe in Sachsen sowie der Bundesforstbetrieb Sachsen gestern eine Richtigstellung herausgaben.

Vor Kurzem machte ein Fall in den Medien und in den sozialen Netzwerken die Runde, der sich perfekt in die Reihe Gruselgeschichten aus Rotkäppchens Zeiten einfügt. Ein Wolf sollte einen Jagdhund, der sich im Einsatz befunden hätte, getötet haben. Rührselige Bilder des getöteten Tieres wurden gepostet, die virtuellen Tränen flossen reichlich. Uns tut es auch sehr leid um den  Hund. Schuld an dessen Tod ist aber weder Zottel, der in Verdacht kam, noch der Rüde des Daubitzer Rudels, der den Hund tötete. Für Zottel kommt jede Entlastung zu spät. Er wurde auf Geheiß der Behörden erschossen. Auf DNA-Ergebnisse zu den angeblich von ihm getöteten Hunden bei Kemlitz und Weißkeißel warten wir noch immer.

Die alleinige Schuld liegt bei demjenigen, der auf den Jagdhund aufpassen sollten, dies aber nachweislich nicht tat. Zitat aus der Pressemitteilung:

„Der Hundeführer, der den Hund während der Abwesenheit des Besitzers in Pflege hatte, ließ diesen frei laufen währenddessen er mit dem Auszeichnen von Bäumen in Vorbereitung von Forstbetriebsmaßnahmen beschäftigt war. Dabei entfernte sich die Bracke, beunruhigte Wild über einen Zeitraum von circa einer Stunde und kam nicht wieder zurück. Da der Hund mit einem GPS-Halsband ausgestattet war, konnte er später geortet werden. Der Hund war etwa 1500 m vom Hundeführer entfernt durch den territorialen Wolfsrüden des Daubitzer Rudels getötet worden, wie anschließende genetische Untersuchungen ergaben (KB berichtete). Anders als der in verschiedenen Medienberichten vermittelte Eindruck, wurde der Stöberhund nicht im Rahmen einer Gemeinschaftsjagd durch einen Wolf getötet.“

Jäger und Forstmitarbeiter sollten sich doch wirklich im Wolfsgebiet mit dem Thema Jagdhund und Wolf befasst haben. Wir sind entsetzt über die Leichtsinnigkeit des Besitzers und des Hundesitters. Handeln Menschen, die an ihrem Tier hängen, wirklich derart groß fahrlässig? Oder sollten erneut Fakten geschaffen werden, um den Abschuss eines Wolfsrudels fordern zu können? Gerade die Medien in Sachsen sollten sich ihrer Verantwortung den Lesern gegenüber endlich bewusst werden. Bitte Aufklärung, statt Lügenmärchen eine Plattform zu bieten.

Hier geht es zur Pressemeldung

http://www.wolf-sachsen.de/de/464-auf-dem-truppenuebungsplatz-oberlausitz-vom-wolf-getoeteter-jagdhund-war-nicht-im-jagdlichen-einsatz

http://www.wolf-sachsen.de/de/464-auf-dem-truppenuebungsplatz-oberlausitz-vom-wolf-getoeteter-jagdhund-war-nicht-im-jagdlichen-einsatz

Fakenews

Auch in Mecklenburg-Vorpommern keine Hinweise auf rasante Vermehrung des Wolfes

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Das Märchen von der „rasanten“ Vermehrung.

 

Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht die Rede von der „rasanten Vermehrung“ der Wölfe in Deutschland ist. Dabei dreschen nicht nur Politiker, Weidetierhalter und Wolfsgegner diese Phrase. Nein, auch so genannte Wolfsexperten und Mitarbeiter der großen Umweltverbände lassen sich dazu hinreißen, von einer rasanten Vermehrung zu reden. Im Koalitionsvertrag von SPD sowie CDU/CSU ist gar von Dezimierung der Wölfe die Rede. Fakt ist jedoch: In der Roten Liste der gefährdeten Tiere Deutschlands (2009) wird der Wolf als eine vom Aussterben bedrohte Art eingestuft. Wenngleich sich der deutsche Wolfsbestand in den vergangenen Jahren positiv entwickelt hat, weist die Art – gemäß dem deutschen FFH-Bericht von 2013 – immer noch eine ungünstige Erhaltungssituation auf, schreibt das Bundesamt für Naturschutz in einer Zusammenfassung Ende 2017.

Wölfe paaren sich nur einmal im Jahr, nämlich jetzt und in den kommenden Wochen. Die Jungtiere vom Vorjahr kümmern sich oft noch mit um den Nachwuchs, der im Frühjahr auf die Welt kommt. Jetzt ist auch die Zeit für die zweijährigen Wölfe, sich ein eigenes Revier zu suchen. Da Wölfe ihre Reviere verteidigen, können sich die Jungtiere nur dort niederlassen, wo noch keine anderen Wölfe ihr Revier eingerichtet haben. Diese Verhaltensweisen sind es, die eine „rasante Vermehrung“ so gut wie unmöglich machen. Die meisten Jungtiere erreichen ihr drittes Lebensjahr nicht. Man ging bisher von einer Vermehrungsrate von 30 % aus. Im Monitoringjahr 2016/17 stagniert diese Rate nicht nur, sie ist sogar zurückgegangen.

In Mecklenburg-Vorpommern hat sich die Anzahl der Welpen von 13 auf 14 leicht erhöht. Die Territorien sind bei 3 allerdings gleich geblieben. Der Verbleib des bisherigen Lübtheener Rudels ist derzeit ungeklärt. Anfang 2017 konnte der seit 2007 in der Lübtheener Heide lebende, mindestens 12-jährige Rüde letztmalig anhand von Fotofallenbildern dokumentiert werden. Die beiden besenderten Jährlingsfähen des Rudels, WF2 Naya und WF3 Emma, sind abgewandert; seit Mai 2017 wurden sie nicht mehr in der Lübtheener Heide nachgewiesen. Zu dem aktuellen Status der Elterntiere des Lübtheener Rudels liegen keine Hinweise vor, schreibt das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt. Mit 12 Jahren hat der Rüde ein stattliches Alter für einen frei lebenden Wolf erreicht. Dennoch ist Wilderei als Ursache nicht auszuschließen. Erst im Dezember 2016 wurde dort der Jungwolf Arno erschossen aufgefunden.

Schaut man sich die Anzahl von Wölfen in Mecklenburg-Vorpommern an und vergleicht sie mit den Schäden, stehen die Forderungen von Weidetierhaltern in einem ganz anderen Licht. Zitat aus der Pressemitteilung der Landesregierung: Im Jahr 2017 leistete das Land MV Kompensationszahlungen an Tierhalter in Höhe von etwa 15.700 Euro. Landesweit waren 28 Übergriffe auf Nutztiere registriert worden, bei denen ein Wolf als Verursacher festgestellt oder nicht ausgeschlossen werden konnte. Dabei wurden 66 Tiere getötet und 22 Tiere verletzt. Seit Jahresbeginn 2018 wurden 4 Übergriffe auf Nutztiere registriert, bei denen ein Wolf als Verursacher nicht ausgeschlossen werden konnte. Der vorbeugende Herdenschutz wurde im Jahre 2017 mit etwa 138000  Euro und im Jahre 2018 bislang mit etwa 32 000 Euro gefördert.

Quellen:

https://www.regierung-mv.de/Landesregierung/lm/Service/Presse/Aktuelle-Pressemitteilungen?id=136019&processor=processor.sa.pressemitteilung&sa.pressemitteilung.sperrfrist=alle

https://www.dbb-wolf.de/Wolfsvorkommen/territorien/zusammenfassung?Bundesland=&Jahr=2016

https://www.bfn.de/fileadmin/BfN/presse/2017/Dokumente/Pressehintergrund_Wolf_2017bf.pdf

https://www.regierung-mv.de/Landesregierung/lm/Service/Presse/Aktuelle-Pressemitteilungen?id=122660&processor=processor.sa.pressemitteilung&sa.pressemitteilung.sperrfrist=alle

 

 

 

 

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Total unglaubwürdig! Faktencheck Artikel in der MAZ: Hündin nach Wolfsangriff eingeschläfert

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Unsere Mitarbeiter Manuel R.  und Rüdiger S. haben die Sachlage im brandenburgischen Kleinstädtchen Steinberg überprüft. 

 

Rüdiger S: „Die Gegend ist wie geschaffen für durchziehende und territoriale Wölfe! Die Gemarkung Sternberg hat nur eine durch den Ort führende Straße ansonsten ist da rund herum nur Wald und die A2. Bis zum nächsten Ort sind es jeweils um die 4 Kilometer! Der Ort Steinberg liegt in einem Wolfseck , d.h. nördlich(ungefähr 20km Klietzer Rudel), östlich( ca 20 km Entfernung) Lehniner Rudel, westlich( ca. 10 km) Görzker Rudel und westlich( ca.15 km ) Altengrabower Rudel! Es ist aus meiner Sicht also nicht verwunderlich das hier in einem so dicht getränktem Gebiet Wölfe durch ziehen.“

Die Bewohner dort sollten also auch reichlich Erfahrung mit dem Schutz ihrer Weidetiere haben. Leider bot sich uns ein komplett gegenteiliges Bild. 

Nach dem Artikel in der  „Märkischen Allgemeinen“ am 13. Februar dieses Jahres  unter der Überschrift „Hündin nach Wolfsangriff eingeschläfert“ ergeben sich noch immer einige ungeklärte Fragen.  Ob es nun ein Wolf war, oder nicht wird sich dabei nie klären, da die Hundebesitzerin eine kostenlose DNA-Überprüfung verweigerte.  Wir haben uns vor Ort einmal umgeschaut und uns die Gegebenheiten vor Ort genau betrachtet.

Angeblich soll die 13-jährige Terrierhündin von einem Wolf in dem Örtchen Steinberg bei Ziesar angegriffen und durch einen Gitterzaun hindurch verletzt worden sein. Dem Tier hatte die Hälfte des Vorderlaufs gefehlt.

In einer Tierklinik wurde empfohlen, den Vorderlauf zu amputieren, um das Leben der Hündin zu retten. Die Hundehalterin wollte die 13-jährige Hündin allerdings nicht, so O-Ton, als Krüppel behalten und ließ sie einschläfern. Fakt ist: Ein Wolf als Verursacher  konnte gar nicht bewiesen werden, da die Hundebesitzern – wie oben schon erwähnt – keine DNA-Untersuchung zuließ, obwohl dies kostenlos gewesen wäre.  Genproben von der Wunde am Vorderlauf oder den Fellresten am Gartenzaun sind nicht vorzeigbar. Ebenso wenig die Reste des Vorderlauf.

Nicht einmal zehn Meter entfernt vom Haus – hatte niemand etwas gehört?– steht auf Betonankern ein Stabgitterzaun. Die Zwischenabstände der Stabgitter weisen großzügig gemessen knapp 4,5 cm aus. Die anatomischen Gebissmaße eines Wolfs haben einen Abstand zwischen den  Fangzähnen von 4,5 cm. Dazu links, rechts je ein cm für Muskeln, Sehnen, Haut, Fell, womit der Wolfsfang wenigstens 6,5 cm breit ist. Somit würde der Maulfang eines Wolfs  weder direkt, noch  waagerecht  durch diese Stabgitter passen. Hochkant ginge dies eventuell , doch dann würde der Fang zum Biss nicht mehr möglich sein. Es ist zwar möglich, dass ein kleiner Jagdterrier die Pfote durch das Gitter stecken würde. Dennoch ist die These, dass der Wolf dort die Pfote abgebissen haben soll, äußerst unwahrscheinlich. Hat der Hund sich evtl. vielmehr bei der Baujagd verletzt oder ist in ein Tellereisen geraten? Auch können wir nicht ganz nachvollziehen, warum der Hund eingeschläfert werden sollte. Schließlich leben sehr viele Hunde und Katzen ohne Probleme auf drei Beinen. 

Bleibt die Frage: Hat sich der Reporter, der diesen Bericht in der „MAZ“ schrieb, diesen Zaun einmal genauer angeschaut? Davon ist in dem Bericht jedenfalls nichts zu lesen.

Merkwürdig und unverständlich erscheint es, dass laut diesem Bericht ein kleiner „Familienhund“  zu dieser Jahreszeit und im „Belagerungsgebiet von Wölfen“ nachts draußen allein verbringen muss. Sollte er einen Wolf erschrecken, vergrämen oder gar verjagen?

Vom aufgeräumten Örtchen  Ziesar um die Ecke durch Steinberg stellt sich der Eindruck vom Vergessen ein. Hier wohnt auch der Amtsdirektor von Ziesar, Norbert Bartels, der die Situation in Steinberg mit einem „Belagerungszustand“ verglicht. Die ordentlich gereihten Häuser, mitten im Ort ein Kinder-,Spiel- und Freizeitplatz, etwas außerhalb ein hergerichteter Badeteich  zeugen von Beschaulichkeit. 

 

Vom Dorf weg reiht sich Weidefläche an Weidefläche, mit größeren Tierbeständen in der Nähe, weiter draußen einzelne Tiere. Die Umzäunungen der Weiden wurde offenbar im letzten Jahrhundert eingerichtet. Die meisten sind  verfallen, verrostet, beschädigt, durchwuchert, da oder dort vielleicht hüfthoch ein verrosteter Draht, nirgendwo Stromfluss, die Zugänge offen oder oft ist nur ein Querbalken vorhanden. Sind das die Paradebeispiel für die „gute, fachliche Praxis der Einzäunung von Weidetieren“ gemäß Standard vom Bauernverband? Dazwischen eine kleinere Fläche mit Mutterkühen und Kälbern, die  derart zugemüllt ist, dass im Falle eines Ausweichens die Tiere sich die Läufe brechen würden. Auf den Bildern wird deutlich, warum es dort zu Rissen von Kälbern kommen kann, ganz gleich ob von wildernden Hunden, oder von anderen Beutegreifern wie Wölfen, verursacht. Der Zaun ist dermaßen mangelhaft, dass die Kälbchen unten durchschlüpfen können. Außerhalb der Umzäunung könnten sie nicht mehr von der Herde beschützt und verteidigt werden. 

Aus Gesprächen mit Ortskundigen stellten sich aber noch ganz andere Wahrnehmungen ein. Die Bauern würden sich hauptsächlich  fürs Geld verdienen interessieren. Bei einem Riss, ohne dass die Tiere zuvor ausreichenden Schutz genossen, zahlt aber der Staat nicht. Andererseits werden Gelder zur Förderung in Brandenburg vielfach nicht abgerufen von den Weidetierhaltern. Erzählt wurde uns auch von privat gehaltenen Wolfshunden, die für Filmaufnahmen trainiert sein sollen, sich aber öfter von selbst auf die Pfoten in die Umgebung machen… „weshalb beinah jede Nacht „Wölfe“ in die aufgestellte Fotofalle tappen“. Ein vereinbarter Termin mit einem Wolfsberater zur Erfassung des „Wolfsangriffs“ auf die Terrierhündin endete bedrohlich. Eine aufgelaufene Dorfcrew verhinderte dies, die Hundehalterin erschien nicht, die Reste der Hundepfote blieben „verschollen“. Belegbilder aus Fotofallen im dörflichen Umfeld bleiben privat unter Verschluss. Warum wohl? Hier geht es zum Artikel: http://www.maz-online.de/Lokales/Brandenburg-Havel/Wolf-greift-eingezaeunten-Hund-an-Tier-muss-eingeschlaefert-werden

Doch nicht nur die MAZ setzte auf tendenziöse Berichterstattung, weitere Medien übernahmen mutmaßlich den Fall,  ohne selber recherchiert zu haben:

https://www.facebook.com/mozde/posts/er-ist-und-bleibt-ein/1789290824438446/

https://www.maennersache.de/dorf-angst-wolf-beisst-huendin-pfote-ab-5235.html

https://www.nordkurier.de/brandenburg/dorf-lebt-in-angst-vor-woelfen-1631264202.html

 

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Faktencheck angebliche Risse in Solaranlage in Sachsen-Anhalt

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Anfang Januar klagte ein Schäfer in Sachsen-Anhalt über Risse an seinen Schafen, die zur Landschaftspflege in einer Solaranlage eingesetzt waren. Er habe schon etliche tausend Euro an den Wolf verloren, zitierte ihn eine Tageszeitung. So könne das nicht weitergehen. Auch wolle ihn niemand vom Umweltministerium besuchen, um sich die Lage vor Ort anzusehen. Tenor: die Wölfe sollen weg. Uns hat er nicht eingeladen, wir sind aber dennoch hingefahren und wir haben uns die Situation vor Ort einmal angesehen. Dieser Schäfer verfügt übrigens über Herdenschutzhunde, die er aber im Bereich der Solaranlage nicht dabei hatte. Der Zaun um die Anlage herum verzeichnet eine Höhe von rund zwei Metern, allerdings ist am Boden kein Untergrabungsschutz vorhanden. Auch im Türbereich kann ein Hund oder Wolf ohne Probleme durchkommen. Erschwerend  kommt hinzu, dass der Zaun mit keinerlei Strom bestückt war. Am Tag unserer Kontrolle stand die Herde außerhalb der Anlage. Der Zaun um die Herde war nur aus Stracheldraht und damit nicht ausreichend. Zudem wachten erneut keine Herdenschutzhunde bei den Schafen. Erschwerend kam hier noch dazu, dass neu geborene Lämmer mit dabei waren, die knietief im Matsch standen.

Hier die Bilder:

 

Hier der Link zum Artikel:

https://www.volksstimme.de/lokal/burg/landwirtschaft-14-tote-schafe-bei-koerbelitz-in-zwei-monaten

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Wolfshysterie in den Medien – Faktencheck Hessen

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Wir haben einmal den Werdegang einer Polizeimeldung nachrecherchiert. Dies war die Faktenlage: Ein wolfsähnliches Tier soll den Hund eines Mannes in der Dämmerung während eines Spaziergangs angegriffen haben. Ist im Gebiet des hohen Meißners ein Jagdhund wirklich von einem Wolf angefallen worden?

Hier ist die Meldung dazu: https://www.facebook.com/PolizeiNordhessen/photos/a.378817879182530.1073741828.342612972803021/452660435131607/?type=3&theater . Kurze Zeit später erschien in der HNA noch ein recht sachlicher Bericht dazu: https://www.hna.de/lokales/witzenhausen/witzenhausen-ort44473/hund-von-wolfsaehnlichem-tier-am-hohen-meissner-angefallen-9388727.html Gestern dann haben sich die BILD, die BILD Frankfurt http://www.bild.de/regional/frankfurt/wolf/wolf-alarm-in-nordhessen-53954138.bild.html, die Sendung Maintower und die Hessenschau  http://www.hr-fernsehen.de/sendungen-a-z/maintower/sendungen/video-48124.html ebenfalls mit dem Thema befasst.

Was sollen wir sagen? Es ist schlimmer als die stille Post. Plötzlich wurde die junge Mutter dahingehend zitiert, dass ihr Hund schrecklich geschrieen hätte, während sich das „riesige Tier“ auf den Rücken ihres Hundes gestürzt habe und die Familie Todesangst gehabt hätte. Im Bericht für die Sendung Maintower wollte die Familie angeblich auf keinen Fall noch einmal an den Ort des Geschehens. Ganz im Gegensatz zur BILD. Hier war  anscheinend der Mut zurückgekehrt.

Wir von Wolfsschutz Deutschland haben die Geschichte nachgeprüft und mit Herrn Diegel telefoniert. Dabei verwickelte sich der Mann in Widersprüche. Während seine Frau in dem HR-Bericht sagte, das Paar hätte mit der Tochter dem Wolf direkt gegenüber gestanden, sagte er, dass das Ganze sich in 50 Meter Entfernung abgespielt habe. Und zwar so: Ein „husky-schäferhund-ähnliches“ Tier sei von rechts aus dem Gebüsch gesprungen und auf den Rücken ihres Hundes gesprungen. Der Hund hätte keine Verletzungen davon getragen, nur einen Riss in der Kralle.  Er wäre auch gesund und munter wieder aufgetaucht. Hätte der Hund nicht bei einem echten Angriff Verletzungen am Rücken davontragen müssen? Wie es zu diesem Riss gekommen ist, kann sich Herr Diegel nicht erklären. Der „Wolf“ habe eine helle Fellfarbe gehabt und sei größer als ein Schäferhund gewesen und hätte sich sehr elegant bewegt. Der Familienhund Karl wäre daraufhin nicht zur Familie gerannt, wie es ein Hund bei Gefahr ja normalerweise machen würde, sondern in die entgegengesetzte Richtung, also den Weg entlang, weg von der Familie. Daraufhin hätte sich der „Wolf“ kurz auf dem Weg hingesetzt und ihn und seine Frau angesehen. Sekunden später sei er dem Hund hinterher. Man habe keine Zeit gehabt, Fotos zu machen. Herr Diegel fühle sich im BILD-Artikel und dem Beitrag in der Sendung Maintower nicht korrekt wiedergegeben. Da wäre vieles dazu gedichtet worden, wie z. B. die Fackelwanderung, an der die Familie wegen des Vorfalls nun nicht mehr teilnehmen wolle. In dem Gebiet auf dem Hohen Meißner geht die Sonne um diese Jahreszeit bereits um 16.23 Uhr unter. Wie viel kann man unter dieses Bedingungen in 50 Metern Entfernung wirklich noch erkennen? In der Vergangenheit sind immer wieder einmal ähnlich lautende Fake-Geschichten von Jägern in Umlauf gebracht worden. Uns versicherte Herr Diegel, dass er und seine Frau keine Jäger seien. Man halte den Jagdhund lediglich aus Liebhabergründen. Man sei auch nicht mit Jägern verwandt. 

Die Frankfurter Rundschau meldet heute, dass es sich bei dem Tier um einen Luchs gehandelt haben könnte: http://www.fr.de/rhein-main/vorfall-am-hohen-meissner-hund-doch-nicht-von-wolf-angegriffen-a-1394677

Wenn heute der 1. April wäre, könnte man darüber lachen.

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Nach alternativen Fakten gibt es jetzt auch spekulative Fakten

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Und wenn es demnächst ein Kind trifft?…

lautet eine reißerisch aufgemachte Subheadline über zwei mögliche Kälberrisse im Nordkurier. http://www.nordkurier.de/pasewalk/es-war-wohl-wieder-der-wolf-1429570008.html

Wir brauchen ein neues Un-Modewort, finden wir. Alternative Fakten hat es ja schon in die Top-Ten geschafft. Nun schlagen wir spekulative Fakten vor. Zum möglichen Riss haben wir beim Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie in Güstrow nachgefragt. Dort wurde bestätigt, dass der Wolf als Verursacher vom Gutachter als wahrscheinlich eingeschätzt wird. Allerdings stehe der Befund von der Genetik noch aus.  Hier ein Zitat des Landesamtes zur reißerisch aufgemachten Subheadline:

Der Bezug zu einer in räumlicher Nähe liegenden Jugendbegegnungsstätte und möglichen Sicherheitsfragen ist dagegen völlig spekulativ. Es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass Wölfe „alles, was sich nachts im Wald bewegt, als Beute ansehen“ und damit auch keinen Grund, eine Gefährdung der menschlichen Sicherheit im Wolfsgebiet anzunehmen.

Was den Kälberriss selbst angeht, möchten wir an einen Fall bei einem Biolandwirt in Niedersachsen aus dem Frühjahr erinnern. Hier stellte sich der Wolf als Verursacher heraus. Allerdings waren die Zäune vor Ort so gestaltet, dass die Kälber unter dem Zaun hindurch sprangen und so von der Herde nicht verteidigt werden konnten. Liegt dieser Fall auch hier vor? Wir wissen es nicht, wundern uns aber darüber, dass die Tageszeitung gar nichts zur Zaunsituation schreibt. War da gar keiner vor Ort?

Auch die Einstellung der Biobauerngemeinschaft wundert uns sehr. Kaufen nicht Verbraucher gerade Bio-Lebensmittel weil sie eine besondere Einstellung zur Natur haben und erwarten sie diese Einstellung nicht auch von Biolandwirten?

 

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Hundehalterin bei Gifhorn nicht von Wolf gebissen!

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05.07.17 – Die Facebookseite „Wolf nein Danke“ meldet heute einen Vorfall, der sich am 03. April bei Gifhorn in Niedersachsen zugetragen haben soll. Ein Jäger soll dem Wolfsbüro einen Vorfall gemeldet haben, bei dem ein Wolf zuerst einen Hund einer Frau und dann die Frau selbst in die Hand gebissen haben soll. Wir haben mit der Hundehalterin gesprochen, dürfen sie aber nicht zitieren. Die Hundehalterin hat der Seite Wolf nein Danke die Meldung untersagt, die Seitenbetreiber halten sich aber nicht an das Verbot.  Das Ergebnis des Wolfsbüros ist jedoch eindeutig. Ob die Frau zwischen einen Streit ihrer eigenen Hunde geraten ist, ist unklar.

 

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Die Facebookseite Wolf nein Danke fordert zu Straftaten auf

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30.06.17 – Angeblich sollen zwei Wölfe ihren Hund gebissen haben. Diesen Vorfall meldet eine Pferdehalterin auf der Seite Wolf nein Danke. Wir überprüfen das gerade. Als „Beweis“ zeigte die Frau Fotos von Trittsiegeln. Hier sieht man deutlich, dass es sich um alte Trittsiegel handelt. An dem Tag hat es in der Nähe von Magdeburg zudem geregnet. Folglich können das keine Spuren vom angeblichen Vorfall sein. Lügengeschichten sind das Eine, Aufforderungen zu Straftaten das Andere. 3 x S heißt nichts anderes als schießen, schaufeln, schweigen. Hier wird dazu aufgefordert ein streng unter Schutz stehendes Tier illegal zu beseitigen. Die Seitenbetreiber von Wolf nein Danke haben das auch noch mit einem Like versehen. Die Seite wird immer wieder Facebook gemeldet, aber dort wird nichts dagegen unternommen. Noch schlimmer: Tageszeitungen schreiben ohne Recherche dort ab.

Hier ist der Bußgeldkatalog: https://tierschutz.bussgeldkatalog.org/artenschutz/