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Offener Brief von Wolfsschutz-Deutschland an Umweltminister Philipp Albrecht (Schleswig-Holstein)

Veröffentlicht am

14. November 2018

Sehr geehrter Herr Minister Albrecht,

mit Empörung haben wir aus den „Kieler Nachrichten“ vom 31.10.2018 von Ihrem Ansinnen erfahren, sogenannte „verhaltensauffällige“ Wölfe töten zu lassen. Wie Ihnen als Jurist sicher bewusst ist, verstößt die Tötung von Individuen dieser streng geschützten Tierart gegen nationale, europäische und internationale Gesetze. Die Tötung von Wölfen ist aus ökologischen und moralischen Gründen strikt abzulehnen.  Auch  das sollte Ihnen  als  „Grüner“ wohl verständlich sein.  Umso weniger nachvollziehbar ist ihre Forderung nach einer Tötung von Wölfen.

Alle  Ökosysteme  auf  der Erde  sind nicht  nur miteinander  verbunden,  sondern funktionieren  nach  den  gleichen  Grundprinzipien. Störung und Zerstörung natürlicher Lebensräume  und -gemeinschaften bewirken zwangsläufig Ungleichgewichte und Fehlfunktionen in betroffenen Ökosystemen. So führte die fast ausschließlich ökonomische, nur auf steigende Bedürfnisse von immer mehr Menschen ausgerichtete Landnutzung, zur Ausrottung des Wolfes und anderer Spitzenprädatoren in Deutschland. Die noch heute spürbaren Folgen sind  gravierende ökologische  Verwerfungen mit ökonomisch  nachteiligen Veränderungen  in deutschen  Wäldern  und anderen  Natur- und  Kulturlandschaften.  Genannt  seien  hier  die  durch  fehlende Beutegreifer unkontrollierte  Vermehrung und veränderte Verhaltensweisen von Wildschwein, Reh und Co., welche letztlich u.a. die Naturverjüngung und den Erfolg von Neuanpflanzungen in Wäldern  be- und  verhindern. So  schreibt  Peter  Wohlleben,  sind  die  Wildbestände  in  unseren  Wäldern auf  dem  bis  zu  fünfzigfachen  Niveau  derer  angekommen,  die  einst  in  hiesigen  Urwäldern  zu  finden waren. Nicht umsonst existiert die russische Weisheit: „Wo der Wolf  lebt,  ist der Wald gesund.“ Und wo der Wald gesund ist, sind es  u.a. auch Boden, Grundwasser, Luft  und Klima. So belegen aktuelle wissenschaftliche  Studien den  Zusammenhang  zwischen  einem ökologisch intakten Wald und lokalem Klima; u.a. durch Feuchtigkeitsretention und verstärkte Wolkenbildung auch in Trockenperioden.

In Zeiten des bereits real existierenden und spürbaren globalen Klimawandels auch hier in Deutschland, mit prognostizierten und in 2018 erlebten extremen Dürren, ist der Klimaeinfluss intakter Wälder  von unverzichtbarer ökologischer,  ökonomischer und soziologischer Bedeutung. Intakte  Wälder und  andere  Landschaften  brauchen  also  intakte natürliche Lebensgemeinschaften  und  der  Wolf  ist seit hundertausenden von Jahren integraler Bestandteil dieser Lebensgemeinschaften und Motor der sogenannten trophischen Kaskaden in Ökosystemen.

So ist es nicht verwunderlich, dass renommierte Wissenschaftler aus aller Welt in einem Moratorium „Warnung an die Menschheit“ zum Erhalt der Erde als Grundlage unserer Existenz explizit den Erhalt und  die  Schaffung  von  Lebensräumen  für  Apex-Prädatoren  wie  Wölfen  fordern  (World  Scientists’ Warning to Humanity: A Second Notice). Dies vor allem auch, um anthropogen gestörte ökologische Prozesse und Dynamiken wiederherzustellen.

Tötung  von Wölfen verstößt gegen Gesetze

Die enorme  Bedeutung  der  großen  Beutegreifer  für unsere natürlichen Lebensgrundlagen gilt unter Fachleuten unumstritten. Auch aus diesem Grund sind Wölfe strengstens geschützt und das muss so bleiben. Das Töten von einzelnen Wölfen und gesamten Wolfsfamilien im großen Stil verstößt gegen alle  anerkannten  Naturgesetze,  beeinträchtigt  folglich  das  ökologische  Gleichgewicht  ganzer  Biome, bedroht damit unsere Lebensbasis und steht somit in krassem Widerspruch zur Pflicht von gewählten Politikern  und  Behörden.  Diese  sind, wie  sie  als  Minister sicher wissen,  dem  Gemeinwohl  verpflichtet, u.a. indem sie unsere natürlichen Lebensgrundlagen schützen und erhalten.

Entgegen all den genannten Tatsachen forcieren politisch und wirtschaftlich einflussreiche Kräfte aus rein ökonomischem und kurzsichtigem Eigeninteresse eine widerwärtige, vollkommen unqualifizierte und auf Halbwahrheiten sowie Lügen gebaute Hetzkampagne gegen den Wolf. Diese zielt letztlich auf die erneute Ausrottung des Wolfes ab. Keines der von diesen Leuten gegen den Wolf hervorgebrachten  Argumente  besitzt  Hand  und  Fuß.  Dazu  gehört  auch  das  gebetsmühlenartig  wiederholte  Argument von „verhaltensauffälligen“ Wölfen. Es gibt keine verhaltensauffälligen Wölfe. Führende Wolfsforscher  widersprechen  vehement  einer  solchen  Kategorie  von Wölfen. Es gibt wie beim Menschen auch bei Wölfen lediglich unterschiedliche Charaktere. So gibt es in Wolfs- wie  Menschenfamilien neugierige  und  vorsichtige  Charaktere.  Dazu  kommen  junge  unerfahrene  und  ältere  erfahrenere  Wölfe  im  Familienverband  und  als  wandernde  Einzeltiere.  All  diese unterschiedlichen Charaktere können sich gegenüber Menschen und Nutztieren unterschiedlich verhalten. Dazu kommt, dass es durch die immer stärkere Zersiedlung auch der letzten naturnahen Lebensräume zu Nahbegegnungen von Mensch und wandernden Jungwölfen führen kann. All das führte in keinem einzigen Fall in Deutschland oder anderswo zu aggressivem Verhalten oder gar Übergriffen gegenüber Menschen.

Jim Brandenburg, der wohl bekannteste Fotograf von Wölfen und zugleich Forscher, schreibt hierzu in seinem sehr lesenswerten Buch „Brother Wolf“ sehr klar: „Der Wolf ist das einzige große Raubtier,  das den  Menschen  nicht  attackiert.“ L. David Mech  schreibt  in  seinem  Standardwerk „The Wolf“: „Wölfe gehören zu den wildesten und zugleich scheuesten Tieren in den nördlichen Regionen … sie vermeiden den Menschen aus Angst.“ Wölfe  als „verhaltensauffällig“ und gefährlich einzustufen ist somit unsachlich. Auf solch unsachlicher Grundlage den Abschuss von Wölfen zu fordern oder zu rechtfertigen ist unverantwortlich und kategorisch abzulehnen. Wirklich gefährlich für den Menschen ist der Mensch selbst. Zunehmende  Urbanisierung, Luftverschmutzung, Straßenverkehr, falsche Ernährung, Waffengewalt usw. fordern tausende Tote jährlich. Durch Jäger sterben jährlich Dutzende Menschen in Deutschland. Durch den Wolf stirbt  kein Mensch. Wer und was  zum Schutz des Menschen eigentlich auf die „Abschussliste“ gehört, scheint somit klar.

Wölfe  brauchen  weder  Regulierung  noch  Management  durch  den  Menschen

Wölfe sind natürliche Raubtiere  und wie  alle Lebewesen auch Nahrungsopportunisten. Mit möglichst wenig  Energieaufwand  überleben  ist  ein  Grundprinzip  der  Natur und  auch uns  Menschen  eigen.  So verwundert es nicht, dass Wölfe hin und wieder unzureichend geschützte Nutztiere, vor allem Schafe und Ziegen reißen. Allerdings machen Nutztiere etwa als 1% der Nahrung von Wölfen aus. Ausreichender Schutz der Nutztiere durch z.B. qualifiziert errichtete Schutzzäune oder Herdenschutzhunde können hier erfolgreich Abhilfe  leisten. Unvergleichlich schlimmer als durch Wolfsrisse ist der jährliche Verlust durch den sinnlosen Tod von ca. 250 Mio. Nutztieren aufgrund katastrophaler Haltungsbedingungen und ökonomischer Gier. Schon vor diesem Hintergrund ist das Töten von Wölfen wegen relativ weniger und vermeidbarer Übergriffe  auf  Nutztiere unverhältnismäßig, ungerechtfertigt und kategorisch abzulehnen. Auch  führte die  Tötung vor  allem  älterer  und  erfahrener Wölfe – meist Elterntiere – zur Schwächung eines Rudels und folglich zu verändertem Beutespektrum und noch mehr Übergriffen auf Nutztiere. Peter Wohlleben schreibt hierzu in einem seiner Bücher: „Wolfshasser, die Übergriffe  auf  das  Vieh  verhindern  möchten,  sollten  also  lieber  das  Gewehr  im  Schrank  stehen lassen.“ Zudem  belegen  Feldstudien  aus  den  USA  und  Kroatien,  dass  offizielle  genehmigte  Abschüsse von Wölfen auch zu mehr illegalen  Tötungen  führen und  damit  den Wolf  in  seinem  Bestand  bedrohen können.

Wölfe  brauchen  weder  Regulierung  noch  Management  durch  den  Menschen.  Die  Populationsdynamik von Wölfen unterliegt den perfekt orchestrierten Gesetzen der Natur. Ein Eingriff des Menschen in  diese  Gesetze  ist  unnötig,  schädlich  und  letztlich  zum  Scheitern verurteilt.  Gescheiterte  Versuche des  Menschen  die  natürliche  Fauna  und  Flora  zu  seinen  Gunsten  manipulieren  zu  wollen,  gibt  es weltweit zur Genüge. Natursteuerung ohne unerwünschte Nebenwirkungen ist ein Märchen wie das von Rotkäppchen und dem bösen Wolf. Besser kontrollieren wir unser eigenes Handeln, das von zunehmend maßloser Gier und Verschwendung getrieben immer offensichtlicher zur nachhaltigen Zerstörung unserer natürlichen Lebensgrundlagen führt. Dies und nicht der Wolf bedroht uns und unsere  Zukunft  auf  diesem  Planeten.  Flächenversiegelung,  Flussbegradigungen,  Wald- und  Lebensraumvernichtung,  Artenschwund,  Vermüllung  der  Ozeane,  Vergiftung  von  Boden  und  Grundwasser, Glyphosat  &  Co.  in  unserer  Nahrung,  Luftverschmutzung,  Strahlenbelastung  durch  Mobilfunk  usw. sind die wahren Bedrohungen für unsere Existenz. Und es sind allesamt menschgemachte Bedrohungen. Hören wir auf mit dem Finger auf Wolf & Co. zu zeigen, sondern kontrollieren und ändern unser eigenes selbst- und naturzerstörerisches Tun. Und genau hier sind Sie als Politiker gefordert, die entsprechenden  Weichen  in  Richtung  Veränderung  zu  stellen,  anstatt  unverändert  an  den  alten  Märchen vom guten Menschen und dem bösen Wolf festzuhalten. Die Natur braucht uns nicht, aber wir brauchen  die  Natur. Dieser  alte  ARD-Umweltspot  hat  an  Aktualität  nichts  verloren.  Lassen  Sie  uns also  lieber deutlich mehr  Wildnis und ökologische  Korridore schaffen,  um das  menschgemachte  rasante Artensterben zu stoppen, anstatt die Tötung von Wölfen zu fordern und seine erneute Ausrottung und damit den Verlust einer weiteren Art zu forcieren.

Auch  moralisch  besitzen  wir  kein  Recht,  über  Leben, Tod und Fortbestand von  Wolf,  Luchs,  Bär,  Biber, Kormoran und anderen Arten in diesem Land und anderswo zu richten. Wir sind nicht Herr dieser Welt und sollten ihn auch nicht spielen. In Anbetracht des Zustands dieses Planeten qualifizieren wir uns höchstens als Krönung der Schröpfung. Lassen wir also die Natur nach ihre Gesetzen walten und folgen diesen ab sofort mit mehr Respekt und Demut als bisher. Dazu gehört auch, Lebensräume und Früchte dieser Welt – ob in Natur- oder Kulturlandschaften – mit anderen Arten wie dem Wolf zu teilen. Entschädigungszahlungen an  Landwirte für  gerissene  Nutztiere und finanzielle  Unterstützung für nicht letalen Herdenschutz sind ein bescheidener Ausgleich der Gesellschaft für unsere exklusive Nutzung fast aller Lebensräume. Hierzu  bedarf  es mehr  Bereitschaft der  Menschen zur  Koexistenz.

Die Tötung von Wölfen ist ein blutiger Irrweg

So  fordern wir  Sie  abschließend erneut mit  aller  Nachdrücklichkeit auf,  von  ihrem Plan abzusehen, Wölfe unter fadenscheinigen Begründungen töten lassen zu wollen. Falls es Ihr Ansinnen ist, mit dem gesetzlosen Töten von Wölfen bei Teilen der Bauern- und Jägerschaft zu punkten, wäre dies ein blutiger Irrweg. Denn nicht der Wolf trägt Schuld am dramatisch fortschreitenden Niedergang von Schäfern und Bauernschaft in Deutschland, sondern eine bauernfeindliche Agrarpolitik zugunsten milliardenschwerer Unternehmen und Investoren. Daher taugt auch der Bauernverband als Lobbyverband der mächtigen Chemie- und Maschinenindustrie nicht  als Ratgeber für Bauernschaft sowie  Umwelt- und Agrarpolitik. Gerade sie als Minister der Grünen sollten sich dessen bewusst sein und stattdessen dem  Auftrag  ihrer  Wählerschaft  folgen,  nämliche Politik konsequent in  Grün zu machen, der  Farbe die für Leben und Vernunft steht. Sie wurden nicht für Politik in Schwarz gewählt, der Farbe, die für Dunkelheit, Tod und Trauer steht.

Der Wolf gehört nach Deutschland und das bereits 300.000 Jahre länger als unsere vor 45.000 Jahren aus Afrika eingewanderten Urahnen des Homo sapiens. Dem Wolf verdanken wir unser Überleben in dieser für uns damals fremden und rauen Wildnis des Nordens.  Wolf  und Mensch  sind  also Partner  seit  Urzeiten.  Wir  gehören  zusammen und unsere Hunde als Abkömmlinge des Wolfes sind allgegenwärtige Zeugen dieser engen und damit ganz besonderen  Lebensgemeinschaft. Zollen wir dem  Wolf  also  den  Respekt  und  Dank der ihm gebührt. Schützen wir ihn konsequent, anstatt ihm ständig weiter nach dem Tod zu trachten.

Dr. habil. Hans-Holger Liste

Brigitte Sommer, Vorsitzende Wolfsschutz-Deutschland e.V.

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Wolfsschutz-Deutschland e.V. informiert auf der Veranstaltung von „Sitz! Was? Wild!“ in Wiesbaden

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PRESSEINFORMATION

Wolfsschutz-Deutschland e.V. informiert auf der Veranstaltung von „Sitz! Was? Wild!“ in Wiesbaden

15.10. 2018 – Informationen über den Wolf gibt der bundesweit agierende Verein Wolfsschutz-Deutschland e.V. am Sonntag, den 21. Oktober, im Rahmen einer Veranstaltung der Initiative „Sitz! Was? Wild!“ auf dem Gelände Veilchenweg in Wiesbaden. Von elf bis 18 Uhr erfahren die Besucher am Stand des Vereins alles Wissenswertes zum Thema Wolf. Mit dabei ist ab 13 Uhr auch Wolfsbotschafter Anori Pura Goia, ein Tschechoslowakischer Wolfshund, der vorführen wird, wie ein Wolf heult.

Von links: Zweiter Vereinsvorsitzender Frank Dreyer, Tschechoslowakischer Wolfshund Anori Pura Gioia und Brigitte Sommer, erste Vereinsvorsitzende von Wolfsschutz Deutschland e. V. bei Sitz! Was? Wild!

Wer sich mit dem Wolfshund fotografieren lassen will, hat dazu mit einer Spende für die Vereinsarbeit, Gelegenheit.  Die Vereinsmitglieder Frank Dreyer,  Angelika Zipper-Hüttges und Brigitte Sommer informieren über die Wölfe in Deutschland und die Arbeit, die der Verein für den Schutz der freilebenden Wölfe leistet.

Jeder, der sich für Wölfe interessiert oder mehr über die Tiere erfahren will, die vor über 100 Jahren in Deutschland ausgerottet wurden und sich jetzt wieder in Deutschland angesiedelt haben, sei  herzlich willkommen, so Brigitte Sommer. Nachdem jüngst auch im hessischen Odenwald und in der Rhön ein Wolf seine Spuren hinterließ, ist der Wolf auch in Hessen in aller Munde.

Sommer: „Die Aufklärung über den Wolf ist uns wichtig, wir unterstützen auf Wunsch auch Nutztierhalter, um  geeignete Schutzmaßnahmen vorzunehmen.“

Mit verschiedenen Petitionen zum Beispiel gegen den Abschuss des Jungwolfes Pumpak mit über 131 000 Unterzeichnern und mit der neuen Petition zum Schutz der Wölfe unter www.change.org/wolfsschutz sowie dem erfolgreichen Eilantrag gegen den Abschuss des Rosenthaler Rudels in Sachsen hat der Verein bereits bundesweit für Aufmerksamkeit gesorgt. Erst kürzlich setzte der Verein eine Belohnung von 10 000 Euro für die Ergreifung eines Täters aus, der in Sachsen eine Wölfin erschossen und dann in einem Tagebausee ertränkt hatte. Die Vereinsmitglieder decken auch ständig Falschmeldungen, so genannte „Fake-News“ auf, mit denen Unwahrheiten über Wölfe verbreitet werden.  Zudem unterstützt er Schäfer und Nutztierhalter, die beim Schutz ihrer Tiere Hilfe benötigen.

Weitere Informationen über Wolfsschutz-Deutschland e.V. gibt es auf der Webseite des Vereins unter www.wolfsschutz-deutschland.de.

 

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Offener Brief an den niedersächsischen Umweltminister Olaf Lies

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7. September 2018

Sehr geehrter Herr Minister Lies,

wir von Wolfsschutz-Deutschland e.V. widersprechen energisch  Ihren populistischen Äußerungen zum Thema Wolf.  Sie sind weder sachlich, noch aufklärend und beinhalten keinerlei  Lösungsansätze, die dem Inhalt des Umwelt- und Naturschutzes gerecht werden.  Noch dazu schüren Sie damit  ein mediales Klima, dass nicht berücksichtigt, wie sich die reale Wirklichkeit zeigt.

Das vom CDU-Landtagsabgeordneten Dr. Frank Schmädeke verlautbarte Gespräch mit Ihnen (abgedruckt in der „Harke“ als Pressemitteilung von Herrn Schmädeke ) sagt aus, dass Sie – sollte sich der Riss in einem Stall in Steimke bewahrheiten – das ganze, dort im Bereich lebende Wolfsrudel  abschießen lassen wollen.

Etwas befremdlich ist, dass Sie den Zeitungsbericht von Herrn Schmädeke schreiben ließen und von Ihnen nur in der dritten Person die Rede ist.  Sollten Sie diese von Herrn Schmädeke beschriebene Tat tatsächlich ausführen, würde dies gesetzwidrig sein.  Von Vergrämungsmaßnahmen  wird da gar nicht erst geschrieben, nein, wenn Dr. Schmädeke alle Wölfe abknallen will, dann nicken Sie das gleich ab, schließlich ist die CDU ja ihr treuer Koalitionspartner.  Dass Sie sich als Minister nicht schämen für das, was Sie sagen, das ist gang und gäbe bei Politikern, dass Sie sich aber von den Lobbyisten der Bauernverbände und Weidetierhalter dermaßen instrumentalisieren lassen für einen widerlichen und völlig irrsinnigen Eingriff in die Natur und den Artenschutz, das gibt uns sehr zu denken.

Abgeschossener „Kurti“ soll als Beispiel dienen, dass man weiter Wölfe erschießt

Wir wollen jetzt nicht Ihre Bundes-SPD zitieren, die uns vor der Bundestagswahl auf Anfrage erklärt hatte, dass sie am Schutzstatus des Wolfs nichts ändern werde, da dies natürlich gelogen war, ich möchte Sie einfach nur daran erinnern, dass der Wolf nach wie vor streng geschützt ist und die EU diesen Schutz in diesem Jahr sogar erneuert hat.

Ganz stolz verkündet Ihr Koalitionskollege von der CDU in seinem Artikel, dass man bei diesem Rudel im Bereich Nienburg genauso vorgehen könne, wie beim  Abschuss des Wolfes „Kurti“ (MT-6). Einmal abknallen, immer abknallen.

Wir von Wolfsschutz-Deutschland e.V. verfolgen schon seit langem die Diskussion zum Thema Wolf in Ihrem Bundesland.  Der von Ihrem Ministerium proklamierte „Problemwolf“ Kurti, der kein „Problemwolf“ war,  passt als Vorgeschichte zu dem, was Sie jetzt nach eigenen Aussagen fortsetzen wollen, nämlich das Abschießen von Wölfen im Bereich Nienburg. Handelte es sich bei Kurti um einen Wolf, so scheinen Sie ja jetzt ein ganzes Rudel abschießen zu wollen, einschließlich Jungtiere.  Abgesehen davon, dass Ihnen das gesetzlich gar nicht erlaubt wäre,  spricht dies dafür, dass Sie als Umweltminister die Belange der Natur und des Artenschutzes so gar nicht interessieren.

Keine Einzäunung der Kulturlandschaft gewollt, aber 6200 Windernergieanlagen stehen in der Landschaft

Ein Nachdenken darüber, wie man die Weide- und Nutztiere besser schützen könnte,  scheint auch bei Ihnen gar nicht gewollt.  Wie wäre es mit ein bisschen mehr Aufklärungsarbeit über den Wolf und die 80 % Zuschüsse, die Nutz- und Weidetierhalter vom Staat Niedersachsen erhalten können, wenn Sie für einen ordnungsgemäßen Wolfsschutz sorgen?

„Die wolfssichere Einzäunung der Kulturlandschaft könne nicht die Lösung sein“, argumentiert Ihr Kollege von der CDU und  argumentiert dies u.a. damit, dass dies einen zu hohen Aufwand für die Tierhalter  bedeuten würde.  Lassen Sie dies etwa gelten? Wer seine Tiere liebt, der schützt sie, er hat dazu sogar gegenüber dem Tierschutzgesetz eine Verpflichtung, egal, ob er sie vor dem Wolf, dem Fuchs, oder dem Adler schützen muss. Und wer Profit mit seinen Tieren macht, der will das nicht tun?

Ein Blick in die Statistik des Landesamtes für Statistik Niedersachsen für 2016 zeigt, dass von den 2167 landwirtschaftlichen Betrieben, die eine Schafzucht betreiben, nur ca. 300 davon 100 und mehr Schafe besitzen und als Nebenerwerbs- bzw. Hoobyschäfer zu bezeichnen sind.  Gerade dieser Anteil aber sträubt sich gegen einen besseren Schutz der Tiere vor dem Wolf. Entsprechende statistische Hochrechnungen für 2017 können dahingehend interpretiert werden, dass vor allem die Anzahl der Schafe eher zugenommen, als abgenommen hat.

Apropos Kulturlandschaft: In Niedersachsen gibt es 6200 Windanlagen. Die stören die Kulturlandschaft nicht, aber eine wolfssichere Einzäunung schon?

Und weil Sie ja glauben, der böse Wolf würde Existenzen zerstören: Die Zahl der Weidetiere hat auch in Niedersachsen  eher zugenommen, als abgenommen, obwohl die Verkaufspreise beim Schlachter angeblich gesunken sind.  Bei allen Schaf- und Ziegenhaltern kommt ein erheblicher Teil der Einnahmen aus staatlichen Fördergeldern und Zuschüssen, zum Beispiel für die Beweidung von Autobahndämmen, Blumenwiesen, auch das muss hier einmal gesagt werden. Nach dem Motto: „Kauf Dir ein Schaf und schon bekommst Du dafür Geld vom Staat und der EU“.

Es klingt wie ein Trauerspiel, wenn man in einschlägigen Medien immer wieder liest, dass Schaf Emma, oder Bock Oskar angeblich von einem Wolf gerissen wurden und dass  diese Tiere so ans Herz gewachsen seien.  Dass diese Tiere aber auch ohne Riss beim Schlachter getötet würden, das wird irgendwie gar nicht kommuniziert. Macht sich auch nicht so gut.  Die niedrigen Ertragspreise werden nicht thematisiert, denn schließlich hat man jetzt ja den Wolf, der alles frisst, was ihm in die Quere kommt und der als Sündenbock herhalten muss.

Und zu guter Letzt ein Blick in die Rissliste Ihres Ministeriums. Von den 144 gelisteten Fällen im Jahr 2018 gab es 78 Mal keinen ausreichenden Schutz. In 53 Fällen, in denen ein Wolf für einen Riss nachgewiesen werden konnte, war kein vorgeschriebener Schutz vor Wölfen vorhanden. In gerade einmal 11 Fällen, in denen ein Wolf als Verursacher festgestellt wurde,  ist  ein Mindestschutz gemäß Richtlinie Wolf vorhanden gewesen.  Also in 11 von 144 Fällen!

Wäre es da nicht angebracht,  die Fälle einmal zu publizieren, in denen kein ausreichender Schutz vor dem Wolf vorhanden war,  oder gehört das in Ihrem Ministerium einfach nur zum Standard, den Wolf allgemein zu verteufeln?

Mit freundlichen Grüßen

Brigitte Sommer

Erste Vorsitzende Wolfsschutz-Deutschland e.V.

Volker Vogel, Mitglied des Vorstands Wolfsschutz-Deutschland e.V.

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Kita lehnt Spende von zwei neuen Ziegen und rissfestem Zaun von Wolfsschutz-Deutschland ab

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Pressemitteilung, 17. August 2018

„Schade, dass die Kindertagesstätte unser Angebot nicht annehmen will“, kommentierte die Erste Vorsitzende des Vereins Wolfsschutz-Deutschland e.V. die Reaktion der Kita-Leitung im Oberlausitzer Rothenburg-Uhsmannsdorf. Der Verein Wolfsschutz-Deutschland e.V. wollte der Kita einen rissfesten Zaun und zwei neue Ziegen spenden, nachdem dort mit Lolek und Bolek zwei Ziegen vermutlich von einem Wolf gerissen worden waren.

Wie Sommer erklärte, sei ein Vereinsmitglied von Wolfsschutz-Deutschland  am Dienstag vor Ort gewesen und habe sich die Zaunsituation angesehen. Fotos würden zeigen, dass im rückseitigen Bereich kein ausreichender Schutz gegen wildernde Hunde und auch Wölfe vorhanden sei. Sommer: „Wir fragen uns deshalb auch, wie es passieren konnte, dass hier mehr als 14 Tage abgewartet und erst auf den zweiten Riss gewartet worden ist, bevor man über Sicherungsmaßnahmen nachgedacht hat.“

Kein rissfester Zaun und dennoch soll Wolf getötet werden

Sehr erstaunt sei man, dass in der Internetzeitung „Jagderleben“ bereits von einer vorgesehenen „Entnahme“, also Tötung des Wolfes die Rede sei, obwohl  der Zaun nicht wolfssicher gewesen sei.  Auch sei es völlig unangebracht, jetzt die Sicherheit von Kindern ins Spiel zu bringen. Schließlich haben die Risse nachts stattgefunden, wenn sich  kein Kind dort aufhalte.

„Unserem Verein liegt der Schutz des Wolfes besonders am Herzen, aber wir haben auch ein offenes Ohr für Weidetierhalter, die Hilfe benötigen und die Hilfe annehmen möchten. Im Fall von Lolek und Bolek fühlen wir selbstverständlich auch mit den Kindern mit, die bedauernswerter Weise ihre Streicheltiere verloren haben.“  Gerade jetzt benötige das Gehege der Kita einen sicheren Zaun, der künftige Übergriffe unmöglich mache, so Sommer. Über das Spendenangebot hatte der Verein auch die Rothenburger Bürgermeisterin Heike Böhm informiert.

Warum kein besserer Zaunschutz nach dem ersten Riss?

Wie Sommer ausführt, wolle natürlich niemand die pädagogischen Fähigkeiten der Kita-Mitarbeiter  anzweifeln,  man sei  nur etwas verwundert über den risikofreudigen Umgang mit anvertrauten Tieren, denn schon beim ersten Ziegenriss hätte man über einen besseren Zaunschutz nachdenken können.

Sommer: “ Es ist immens wichtig für Kinder, die Möglichkeit zu haben, mit Tieren aufzuwachsen und so auch Mitgefühl für andere Lebewesen zu entwickeln. Dieses Mitgefühl sei für Wolf und Ziegen gleichermaßen wichtig.“

Hier die PM als PDF-Datei: PM_Kita_lehnt_Spende_von_Ziegen_ab

 

 

 

 

 

 

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Sichere Zäune und neue Tiere für Kindergarten Uhsmannsdorf von Wolfsschutz Deutschland e. V.

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Presseinformation – 16.08.18

Sachsen – Wolfsschutz Deutschland e. V. möchte der Kita Gummistiefelchen sichere Zäune und zwei neue Tiere schenken

Lolek und Bolek, die beiden Ziegen der KITA Gummistiefelchen im Ortsteil Uhsmannsdorf der Stadt Rothenburg in der Oberlausitz, sind tot. Die Nacht von Sontag auf Montag sei Lolek zum Verhängnis geworden. Nur wenige Wochen zuvor sei bereits sein vierbeiniger Kumpel Bolek ebenfalls von einem Tier gerissen worden. Ob von einem Hund oder Wolf ist zur Zeit noch nicht geklärt, der Fall ist in der so genannten Rissliste, die das Kontaktbüro Wölfe in Sachsen führt, noch offen, so Brigitte Sommer, Erste Vorsitzende des Vereins Wolfsschutz-Deutschland. Wie Sommer erklärt, lägen dem Verein Bilder von vor Ort vor, die erahnen lassen, dass der Zaun zum rückwärtigen Teil des Kita-Geländes nicht komplett sicher sei.

„Unserem Verein liegt der Schutz des Wolfes besonders am Herzen, aber wir haben auch ein offenes Ohr für Weidetierhalter, die Hilfe benötigen und die Hilfe annehmen möchten. Im Fall von Lolek und Bolek fühlen wir selbstverständlich auch mit den Kindern mit, die bedauernswerter Weise ihre Streicheltiere verloren haben.“ Auch wenn es sich herausstellen sollte, dass kein Wolf, sondern ein Hund für die Risse verantwortlich war, brauche das Gehege einen sicheren Zaun, der künftige Übergriffe unmöglich mache, so Sommer. Eine Mitarbeiterin des Vereines Wolfsschutz Deutschland e. V. habe gestern bereits per Telefon angeboten, der KITA einen wolfssicheren Zaun zu sponsern und auch zwei neue Ziegen zu schenken. Heute habe man das Angebot noch einmal per Email gesendet und auch die Rothenburger Bürgermeisterin Heike Böhm darüber informiert.

Sommer: „Leider haben wir noch keine Antwort auf unser Angebot erhalten, aber wir würden uns sehr freuen, wenn unsere Hilfe angenommen wird und wir den Kindern damit eine Freude machen können.“ Es sei immens wichtig für Kinder, die Möglichkeit zu haben, mit Tieren aufzuwachsen und so auch Mitgefühl für andere Lebewesen zu entwickeln. Dieses Mitgefühl sei für Wolf und Ziegen gleichermaßen wichtig.  „Vielleicht können wir die Kinder ja sogar in den Aufbau der sicheren Zäune mit einbinden und somit einen Grundstein für die Akzeptanz des Wolfs schon bei den ganz Kleinen legen,“ so die Vorsitzende des Vereins Wolfsschutz-Deutschland e.V.

 

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Vortrag über Wölfe vom Verein Wolfsschutz-Deutschland mit Wolfsexperten Toni Seiler

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Vortrag über Wölfe vom Verein Wolfsschutz-Deutschland mit Wolfsexperten Toni Seiler
Ein kleiner Blick zurück: Toni Seiler beim Heulen mit der Wölfin Inge, einer seiner Handaufzuchten. Foto: Privat

 

Hergenroth  – „Faszination Wolf“ nennt sich ein Vortrag, den der bundesweit agierende Verein Wolfsschutz-Deutschland e.V. zusammen mit Regine Pereira am Samstag, den 25. August, in Elsa´s  Café in der Waldstraße 1, in Hergenroth (Westerwaldkreis, Nähe Westerburg) veranstaltet. Beginn ist um 16 Uhr, der Eintritt ist frei. Referent ist Toni Seiler, Besitzer der bekannten Hundeschule Seiler. Seiler ist ein Fachmann auf dem Gebiet von Wölfen und Hunden. Er war jahrelang Wegbegleiter des international bekannten Wolfsforschers Erik Zimen.

Seiler lernte den Verhaltensforscher Zimen 1991 kennen, in der Zeit, als er mit seiner Hundeschule begann. 1993 führte Seiler im Auftrag von Erik Zimen auf seinem Gelände seine erste Handaufzucht von Wölfen durch. Von seinen Erfahrungen und seinem Wissen über den Wolf will er den Zuhörern am 25. August erzählen und auch darüber, dass  freilebende Wölfe nicht böse sind, auch wenn das von einigen Leuten immer wieder behauptet wird. Seiler: „Die Besucher werden Dinge erfahren, die sie aus einem Buch gar nicht lernen können“.

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Wolfsmorde in Ostdeutschland eskalieren: Insgesamt fünf tote Tiere innerhalb nur weniger Wochen

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Einer der drei Wölfe, die in den vergangenen zwei Wochen in Brandenburg illegal erschossen wurden. Foto: Udo Specht

 

Pressemitteilung, 27. Juli 2018

Wolfsschutz Deutschland lobt erneut Belohnungen zur Ergreifung der Täter aus

„Die Straftaten in Bandenburg und Sachsen nehmen ein Ausmaß an, das nicht nur Wolfsfreunde schockiert,“ so die Erste Vorsitzende des Vereines Wolfsschutz-Deutschland. Innerhalb von nur wenigen Wochen seien fünf Wölfe durch Menschenhand illegal erschossen worden. Und dies seien nur die offiziellen Angaben. Sommer: „Wir gehen davon aus, dass die  Dunkelziffer das Dreifache beträgt.“

Innerhalb von nur zwei Wochen seien in Brandburg drei getötete Wölfe gefunden worden. Bei den ersten beiden Tieren aus der Nähe von Müllrose und Gölsdorf ( beide im Landkreis Oder-Spree) wurde durch die im Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) durchgeführte pathologische Untersuchung festgestellt, dass die Jungwölfe erschossen worden sind. Weitere Untersuchungen stehen noch aus, so das Landesamt für Umwelt in Potsdam. Das eine Jungtier bei Müllrose wurde am 9. Juli 2018 in einem Wald gefunden, das am 21. Juli auf einem Feld bei Gölsdorf. Dieses Jungtier wurde während der Rapsernte entdeckt. Es war bereits mumifiziert.

 

16 illegal erschossene Wölfe in Brandenburg seit 1990

Am 26. Juli 2018 wurde ein weiterer Rüde in zirka drei Kilometern Entfernung von Zossen tot gefunden. Auch dieser Wolf weißt eine Schussverletzung auf. Weitere Untersuchungen zu diesem Tier laufen noch, so das  Landesamt für Umwelt in Potsdam.Wie Sommer erklärt, seien laut  DBB-Wolf in Brandenburg von 1990 bis 2018 insgesamt 95 Totfunde von Wölfen registriert worden, 13 davon seien illegal getötet worden. Mit den drei Tieren, die in den vergangenen zwei Wochen erschossen aufgefunden wurden, seien es nun 16 Wölfe, die durch bewusstes und mutwilliges Handeln von Menschen ums Leben gekommen seien. Sommer: „Umgekehrt gibt es nicht einmal einen Angriff eines Wolfes auf einen Menschen. Wer als Bestie zu bezeichnen ist, wird heute erneut deutlich.“

Für die drei in den vergangenen beiden Wochen getöteten  Wolfsrüden hat der Verein Wolfsschutz-Deutschland erneut Belohnungen für Hinweise zur Ergreifung des oder der Kriminellen ausgesetzt. Sie belaufen sich zur Zeit auf je 2.000 Euro.

Für einen weiteren toten Wolf, der am 11, Juli 2018 erschossen im Jerichower Land in Sachsen-Anhalt gefunden wurde, lobt der bundesweit agierende Verein ebenfalls 2.000 Euro aus. Zu diesem Vorfall, so Sommer, warte man  noch auf nähere Informationen des Wolfskompetenzzentrums in Iden.

Für die erschossene Wölfin Maja, die im Mortkaer See mit einem Bleigewicht versenkt worden ist,  (wir berichteten http://wolfsschutz-deutschland.de/2018/07/11/grausame-toetung-einer-jungwoelfin-10-000-euro-belohnung-fuer-die-ergreifung-des-taeters-ausgesetzt/ )  ist die Belohnung auf 10.000 Euro angestiegen.

Wolfshasser fordern zum Töten auf

Nach Feststellung von Brigitte Sommer scheinen nicht nur die Taten selber eine völlig neue Dimension anzunehmen, sondern auch die Reaktionen in den Sozialen Netzwerken. So schreibe ein Sven V. „Waidmanns Heil liebe Kameraden, nur der Anfang ist gemacht.“ Ein Deichschäfer aus dem Bereich des Cuxlandrudels scheint sich zu freuen, denn er schreibt „3 weniger“. Ein Lucky Sch. findet, dass Erschießen tierschutzkonform wäre und mittlerweile notwendig, zudem fordert er zum Vergiften auf: „8mg… sind tödlich“. Andreas S. „Schon wieder 3 weniger, wie toll.“

Sommer. „Der Verein Wolfssschutz-Deutschland zeigt sich entsetzt darüber, dass hier offen zu Straftaten aufgerufen wird. Auch können wir nicht nachvollziehen, dass soziale Netzwerke wie Facebook ihrer Pflicht nicht nachkommen, solche Hassbeiträge zu löschen. Aber nicht nur private User machen mit bei der Hetze gegen Wölfe,sondern auch Jäger. Der Vorsitzende des Kamenzer Jagdverbandes Friedrich Notelius betreibt die Webseite www.wolfszone.de

Immer wieder verlange der Deutsche Jagdverband, dass Wölfe geschossen und ins Jagdrecht übernommen werden sollten. Dies, so Sommer, verstoße  gegen geltendes Recht. Der Wolf sei  unter anderem nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen, der Berner Konvention und EU-Richtlinien eine geschützte Tierart. Diesen Schutz der Wölfe habe die EU im Frühjahr dieses Jahres noch einmal bekräftigt.  Die Abkommen seien völkerrechtlich bindend, da sie durch Deutschland ratifiziert wurden. In Deutschland unterliege die Umsetzung dem Bundesnaturschutzgesetz.

Entgleisungen auch bei Politikern

„Für Entgleisungen dieser Art tragen auch die Aussagen diverser Politiker, nicht nur aus Ostdeutschland, sondern auch aus Niedersachsen bei, so Sommer. Die Äußerung der niedersächsischen Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU)  gegenüber der HAZ  „Wir können dem Wolf nur eine Grenze zeigen, wenn wir auch mal einen entnehmen“ und sie sei gegen die Ausbreitung des Wolfes, weil es die Nutztierhalter einschränke, bestärke nach Meinung von Sommer viele Wolfsgegner in ihrem Vorhaben, auf die Jagd nach Wölfen zu gehen. Straftaten könnten so als Bagatelle empfunden werden.“

Auch der umweltpolitische Sprecher der Brandenburger CDU, Dieter Dombrowski, fordere immer wieder ein „schnelleres Handeln im Umgang mit dem Wolf“. Wie Dombrowski gegenüber LR-Online äußerte, müssten bei  Problemwölfen schnelle Entscheidungen getroffen werden. Auch Schutzjagden nach schwedischem Vorbild dürften kein Tabu mehr sein, so der CDU-Politiker.

Sommer: „Wenn Politiker, Bauernverbände und Weidetierhalter solche Statements von sich geben, kann man sich schon fragen, ob jemand diese Äußerungen nicht einfach mal in die Tat umsetzt.“

 

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Wolfsschutz Deutschland stellt Strafanzeige gegen Unbekannt wegen drei erschossenen Wolfsrüden in Brandenburg

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Wolfsschutz Deutschland erstellt Strafanzeige gegen Unbekannt wegen drei erschossenen Wolfsrüden in Brandenburg
Ermordet und im Wald liegen gelassen: Der getötete Wolf bei Müllrose. Foto: Udo Specht

Innerhalb von nur zwei Wochen sind in Brandburg drei getötete Wölfe gefunden worden. Bei den ersten beiden Tieren aus der Nähe von Müllrose und Gölsdorf, beide im Landkreis Oder-Spree, wurde durch die im Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) durchgeführte pathologische Untersuchung festgestellt, dass die Jungwölfe erschossen worden sind. Weitere Untersuchungen stehen noch aus, so das Landesamt für Umwelt in Potsdam. Das eine Jungtier bei Müllrose wurde am 9. Juli 2018 in einem Wald gefunden, das andere bei auf einem Feld bei Gölsdorf am 21. Juli 2018. Dieses Jungtier wurde während der Rapsernte entdeckt. Es war bereits mumifiziert.

Gestern wurde ein weiterer Rüde tot in zirka drei Kilometern Entfernung von Zossen gefunden. Auch dieser Wolf weißt eine Schussverletzung auf. Weitere Untersuchungen zu diesem Tier laufen noch, laut  Landesamt für Umwelt in Potsdam.

Laut DBB-Wolf gab es in Brandenburg von 1990 bis 2018 95 Totfunde von Wölfen. Davon wurden 13 Wölfe illegal getötet. Nun kommen drei weitere Tiere hinzu, die alleine in den vergangenen zwei Wochen entdeckt worden sind. Also 16 Wölfe, die durch bewusstes und mutwilliges Handeln von Menschen ums Leben gekommen sind. Umgekehrt gibt es keinen einzigen Fall, ja nicht einmal einen Angriff eines Wolfes auf einen Menschen. Wer als Bestie zu bezeichnen ist, wird heute erneut deutlich.

Wir von Wolfsschutz Deutschland haben heute in allen drei Fällen Strafanzeige erstattet. Die Tötung eines streng unter Artenschutz gestellten Wildtieres, wie der Wolf, verstößt sowohl gegen deutsche Gesetze, als auch gegen EU-Recht. Diese Straftaten können mit Gefängnis von bis zu fünf Jahren bestraft werden. Wir fordern, dass der Rechtsstaat hier endlich konsequent ermittelt.

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Brigitte Sommer, Vereinsvorsitzende von Wolfsschutz-Deutschland, im Interview mit der Sächsischen Zeitung

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Wolfsschutz-Deutschland Vorsitzende Brigitte Sommer im Interview mit der Sächsischen Zeitung
Brigitte Sommer (im Bild mit ihrem Tschechoslowakischen Wolfshund Anori) gab der Sächsischen Zeitung ein Interview.

Allzu oft berichten die Medien unsachlich über Wölfe. Viele Fakenews und Hasstiraden über den Wolf, gestreut von Lobbyisten aus unterschiedlichen Kreisen und Politikern, werden veröffentlicht, ohne dass Redaktionen solchen unseriösen Berichten und Aussagen nachrecherchieren. Doch es gibt ebenso Beispiele von sachlicher Berichterstattung, auch in Sachsen.

Ein Beispiel hier ist die Sächsische Zeitung. Sie hat heute ein Interview mit Brigitte Sommer, der Vorsitzenden von Wolfsschutz-Deutschland, veröffentlicht. Das Interview wurde so belassen, wie es stattfand. Kein Verdrehen der Äußerungen und Tatsachen, kein Ergänzen von Meinungsbildung. Ein Dank gilt hier der Redakteurin Jan Ulbrich für ihr faires Verhalten.

Hier kann man das Interview nachlesen:

https://www.sz-online.de/nachrichten/10000-euro-fuer-hinweise-3981487.html

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Wolfsschutz Deutschland erstellt Anzeige wegen des erschossenen Wolfs bei Lübars in Sachsen-Anhalt

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Wolfsschutz Deutschland erstellt Anzeige wegen des erschossenen Wolfs bei Lübars in Sachsen-Anhalt
Schon wieder wurde ein erschossener Wolf aufgefunden, dieses Mal in Sachsen-Anhalt. (Symbolbild)

Pressemitteilung, 18. Juli 2018

Der Verein „Wolfsschutz Deutschland“ hat Anzeige gegen Unbekannt  wegen des Verstoßes gegen das Natur- und Tierschutzgesetz sowie EU-Gesetze bei der Polizei in Sachsen-Anhalt gestellt. Grund ist der erschossene Wolfs, der am 11. Juli in der Nähe von Lübars im Jerichower Land auf einem Feld aufgefunden wurde. Es handelt sich um den zweiten getöteten Wolf, der innerhalb von zwei Wochen aufgefunden wurde. Vor kurzem war am Tagebausee Mortka im Landkreis Bautzen eine erschossene und dann im See versenkte Wölfin entdeckt worden.

Wie Brigitte Sommer, Vorsitzende des Vereins Wolfsschutz-Deutschland erklärte, handle es sich in diesem Jahr bundesweit  bereits um den vierten Wolf, dessen Leben von einem Menschen illegal ausgelöscht worden sei.  Seit 2009 wurde in Sachsen-Anhalt nun schon der vierte Wolf widerrechtlich erschossen, wobei drei der erschossenen Wölfe im Jerichower Land gefunden wurden, nämlich 2009,2015 und 2018.  Ein weiterer illegal erschossener Wolf wurde 2016 im Landkreis Stendal gefunden. Insgesamt, so Sommer, seien seit 2009 bundesweit mindestens 29 Wölfe illegal erschossen worden. Die Dunkelziffer sei  mit Sicherheit weitaus höher.  Um weitere illegale Abschüsse und Wolfstötungen zu verhindern, werde man auch in Sachsen-Anhalt mit Antiwilderer-Patrouillen beginnen.

Sommer: „Das ist einfach nur verwerflich, wie Wolfshasser artgeschützte Tiere einfach abknallen“.  Sie hoffe, dass der, oder die Täter(in) von der Polizei ermittelt werden können.  Dieses Töten sei kein „Kavaliersdelikt“, sondern sehe nach dem Bundesnaturschutzgesetz  eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder einer hohe Geldstrafe vor.

Hier die PM als PDF-Datei:

PM_Anzeige_wegen_des_erschossenen_Wolfs_bei_Lübars

 

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