„Kuhles Leben“ – Wolfsschutz Deutschland unterwegs auf einem Lebenshof für Kühe

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Julya (34) und Marion (56) retten Kühe vor dem Schlachthof

Marion (56) mit Lieschen.

 

„Bei uns haben Rinder ein „kuhles“ Leben!“

 

Flächen, so groß wie die USA, China, die EU und Australien zusammen würden frei werden, wenn die Menschen vegan leben würden. Fleisch- und Milchprodukte verbrauchen 83 % des Ackerlandes und decken nur 18 % des Kalorienbedarfs eines Menschen. (Quelle BR). Dafür steigen die Transporte von Kühen in Drittländer. Und das unter Bedingungen, die schockieren. Hier ein knapp zehnmüniter Bericht von PANORAMA 3 über den Leidensweg von Kühen aus Niedersachsen. https://www.youtube.com/watch?v=P-DVlrgYz5k

Immer wieder kommt in Niedersachsen das Cuxlandrudel unter Druck, weil die Tiere angeblich Rinder reißen würden. Zaunkontrollen von uns hatten allerdings ergeben, dass dort so gut wie kein Schutz vorhanden ist. Im Vergleich zu diesen Höllentransporten kann sich ein Rind nur wünschen, dass sein Leben vorher durch einen Wolf beendet wird.

Im Vergleich zum Vorjahr ist 2017 die Fleischmenge um 2,0 % (-167.000 Tonnen) auf insgesamt 8,1 Mio. Tonnen gesunken. Die Zahl der geschlachteten Tiere ist mit 745 Mio. (-8,1 Mio. Tiere gegenüber dem Vorjahr) jedoch immer noch extrem hoch.  Bei der Schlachtmenge für Rinder setzt sich der Abwärtstrend des Vorjahres fort: Insgesamt wurden 1,1 Mio. Tonnen (-2,3 %) Rindfleisch erzeugt, das entspricht 3,5 Mio. Tieren (-100.000 Tiere).

Kaum jemand fragt sich, was mit den Kühen passiert, wenn sie nicht mehr zum Milchgeben taugen. Fast niemandem ist auch die Tatsache bewusst, dass Kühe jedes Jahr ein Kälbchen gebären müssen, damit sie überhaupt Milch geben. Milch, die nicht das Kälbchen bekommt, sondern die für den Verbrauch für Menschen bestimmt ist. Hat eine Milchkuh ausgedient, und das ist insbesondere bei Hochleistungskühen spätestens nach drei bis fünf Jahren der Fall, wartet nur noch der Tod auf sie. Die meisten Kühe haben in ihrem Leben weder frische Luft noch Gras unter ihren Klauen spüren können, da sie bei konventioneller Haltung immer im Stall bleiben müssen. So ist ihr erster Ausflug in die Welt auch oft ihr letzter. Der Weg zum Schlachter führt die entkräfteten Tiere nicht selten hunderte von Kilometern, eingepfercht in enge Transporter, durch die ganze Republik, oft sogar bis ins Ausland. Am Ende bekommen sie einen Bolzenschuss in den Kopf. Was fast niemand weiß:

Viele der Kühe, die geschlachtet werden, sind trächtig. Schockierend: Während die Mutter sofort tot ist, muss das Kälbchen in ihrem Bauch qualvoll ersticken.

Diese Praxis der Schlachtung ist nicht verboten. Wir sind bei Julya (35) und Marion (57) zu Besuch. Die beiden engagieren sich für Kühe in ihrem Verein „Initiative Lebenstiere“. „Wir versuchen möglichst vielen Kühen dieses schlimme Schicksal zu ersparen und wollen auf das tägliche Leiden von Lebewesen aufmerksam machen. Für uns Menschen ist Milch ein selbstverständliches Nahrungsmittel, aktuell sogar billiger als Mineralwasser. Doch die Tiere zahlen einen hohen Preis für den Milch- und Fleischkonsum,“ erzählt Julya, während sie der weißen Mona, einem Charolais-Rind, über den Kopf streichelt.

Julya (34) mit Mona

Wären Julya und ihr Team nicht gewesen, hätte das Kälbchen im Bauch der erst ein Jahr alten Kuh das gleiche Schicksal erwartet, wie tausende anderer Kälber tagtäglich. „Oft trifft der erste Bolzenschuss nicht richtig und die Mutterkuh ist nicht sofort betäubt, Stresshormone werden ausgeschüttet, das Kalb bekommt einen Schock, dann vergehen weitere qualvolle Minuten. Es merkt, dass es keine Luft mehr bekommt, doch seine Mutter kann es nicht mehr versorgen, wird sie doch bereits zerlegt. Das Kälbchen wird noch in der Fruchtblase aus dem Leib der Mutter geschnitten und als Abfall entsorgt,“ erzählt Julya die grausame Praxis in Schlachthöfen. „Mona hatte Glück. Sie war schon auf dem Transporter, doch der Fahrer rief uns an und fragte, ob wir sie nicht freikaufen könnten. Das Tier tat ihm Leid. Im Alter von gerade mal sechs Monaten ist sie viel zu früh trächtig geworden, deshalb muss ihr Kalb wahrscheinlich per Kaiserschnitt geholt werden. Diese extra Kosten wollte der Bauer nicht bezahlen. Mona hat ein neues Zuhause bei Marion auf dem Hof zwischen Pferden, Hühnern und anderen Kühen gefunden. „Bei uns wird kein Tier geschlachtet und dennoch haben unsere Haustiere ein sinnvolles Leben,“ erklärt Marion.

Marion (56) mit Monday und Lycka

„Wir bieten tiergestützte Therapie auf unserem Hof an und Erlebniswelten auf unserem Lebenshof. Außerdem nutzen wir unsere Kühe im Wechsel mit den Pferden für die Gründüngung der Wiesen. Mona wird ihr Kälbchen selbst aufziehen dürfen, die Milch machen wir hier keiner Kuh streitig. Da Mona wegen des zu erwartenden Kaiserschnitts keine Vormilch geben kann, habe ich mir sie von einer Bekannten, die ebenfalls Kühe hält, besorgt und eingefroren. So erhält Monas Kälbchen die erste Milch mit den wichtigen Abwehrstoffen. Wir sind perfekt vorbereitet.“ Neben Mona leben noch sechs weitere Rinder auf Marions Hof. Alle wurden sie vor dem Schlachthof gerettet. Lady Mehtilda ist sogar aus ihrem Bauernhof ausgebüchst, tagelang durch den Wald geirrt und sie stand praktisch direkt vor unserer Türe. „Wer es selbst auf einen Lebenshof schafft, der wird auf jeden Fall aufgenommen,“ meint Julya lächelnd. „Der Bauer erzählte uns später, dass der Schlachttermin schon ausgemacht war. Als hätte sie geahnt, welches Schicksal ihr bevorstand. Neben Marion arbeiten noch vier weitere Hofbetreiber mit Julyas Initiative zusammen. In diesem Jahr hat schon mehr als 40 Kühe vor dem Tod bewahren können. „Unser Verein ist dringend auf Spenden angewiesen, denn wir müssen die Kühe praktisch freikaufen. Wir suchen auch dringend Paten für unsere auf den Höfen lebenden Kühe, die gerettet worden sind. Die Paten dürfen ihr Tier jederzeit besuchen. Jeder Tag, den man nicht mit einer Kuh gekuschelt hat, ist ein verlorener Tag. Es sind so sanfte, liebevolle und intelligente Wesen, die es verdienen,respektvoll behandelt zu werden.“ 

"Kuhles Leben" - Wolfsschutz Deutschland unterwegs auf einem Lebenshof für Kühe
Julya (34) mit Lischen.
"Kuhles Leben" - Wolfsschutz Deutschland unterwegs auf einem Lebenshof für Kühe
Lieschen.
"Kuhles Leben" - Wolfsschutz Deutschland unterwegs auf einem Lebenshof für Kühe
Lieschen.

Kontakt und Spenden:

Initiative Lebenstiere e. V.  www.lebenskuehe.de

 

 

 

 

 

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Pfingstspaziergang des Vereins Wolfsschutz-Deutschland stieß auf großes Interesse

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Pfingstspaziergang des Vereins Wolfsschutz-Deutschland stieß auf großes Interesse
Der Wolf in Deutschland: Auf einem Pfingstspaziergang informierte der Verein Wolfsschutz-Deutschland über den Stand der Dinge.

 

Über 20 Wolfsinteressierte beteiligten sich an dem Pfingstspaziergang des Vereins Wolfsschutz-Deutschland in Bad König im Odenwald. Treffpunkt war am Bahnhof, von dort ging es entlang am Rande der Stadt in den Wald. Vereinsvorsitzende Brigitte Sommer und weitere Mitglieder des Vorstandes informierten über die Situation der Wölfe in Deutschland und berichteten über die Vereinsarbeit. Volker Vogel informierte über sein persönliches, nicht kommerzielles Filmprojekt „Menschen für Wölfe“.

Trotz der Bemühungen von Lobbyverbänden und der Politik, den Schutzstatus der Wölfe aufzuweichen und damit die Tiere leicht abschießen zu können, habe die EU vergangene Woche erneut bestätigt, dass sie daran festhalten werde, so Brigitte Sommer. Das sei eine beruhigende Nachricht, auch wenn in einigen Bundesländern jetzt versucht werde, mit obskuren Methoden und Argumenten dagegen zu halten. Wie sehr der Wolf trotz aller Schutzrichtlinien und Gesetze dennoch in Gefahr sei, zeige sich unter anderem bei der getöteten  Jungwölfin im Landkreis Celle, die von einem bislang Unbekannten mit 18 Schrotkugeln erschossen worden war. Zur Ergreifung des Täters/der Täterin, der/die das Tier erschossen haben, sei mittlerweile von Wolfsschutz-Deutschland und einigen Mitstreitern eine Belohnung in Höhe von 4000 Euro ausgesetzt worden.

Am Treffpunkt hatte sich auch ein älteres NABU-Mitglied eingefunden, das sich auf einem Zettel gegen die Wölfe in Deutschland aussprach. In einem sachlichen Gespräch tauschten beide Seite ihre Argumente aus.

 

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Auf Unverständnis stieß bei den Teilnehmern der Abschuss von Wolfshybriden in Thüringen. Sommer erklärte, das dies nicht rechtskonform gewesen sei, da auch die Hybriden bis in die vierte Generation hinein unter dem gleichen Schutz stehen würden, wie die Wölfe. Aus diesem Grund habe der Verein Wolfsschutz-Deutschland auch Anzeige erstattet gegen die Thüringische Umweltministerin Siegesmund (Grüne/Bündnis 90).

Volker Vogel berichtete von seinem Dokofilm-Projekt „Menschen für Wölfe“, das er unabhängig vom Verein Wolfsschutz-Deutschland plant. Hierfür habe er ein Fundraising unter https://www.gofundme.com/menschen-fuer-woelfe gestartet habe. Zugleich berichtet er kontinuierlich über den Stand der Dinge auf seinem Blog https://info83107.wixsite.com/menschen-fuer-woelfe. In diesem Dokofilm wolle er prominente und ganze normale Menschen zu Wort kommen lassen über ihre positive Einstellung zum Wolf.

Bei Kaffee und leckerem Kuchen, organisiert von den Vereinsmitgliedern Renate Heß und Gabriele Rohner, informierten sich die Teilnehmer dann über die weiteren Aktivitäten des Vereins.

 

 

 

 

 

 

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Wolfsschutz-Deutschland lädt zum Pfingstspaziergang ein

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Wolfsschutz-Deutschland lädt zum Pfingstspaziergang ein
Auch Fiona Sommer (21), die beim Verein Wolfsschutz-Deutschland als Naturschutzassistentin mithilft und „Wolfsbotschafter“ Anori Pura Gioia, ein Tschechoslowakischer Wolfshund, sind beim Pfingstspaziergang am Pfingstmontag, den 21. Mai, in Bad König mit von der Partie.

11.05.2018 – Zu einem Pfingstspaziergang rund um Bad König im Odenwald lädt die Gruppe Hessen des bundesweit agierenden Vereins  „Wolfsschutz Deutschland“ (www.wolfsschutz-deutschland.de ) alle Wolfsfreunde und Interessierte am Pfingstmontag, den 21. Mai ein. Treffpunkt ist um 13 Uhr am Bahnhof in Bad König, Bahnhofsplatz 1. Neben Informationen über Wölfe gibt es u.a. Kaffee und Kuchen bei den Vereinsmitgliedern Renate Hess und Gabi Rohner.

Jeder, der sich für Wölfe interessiert oder mehr über die Tiere erfahren will, die vor über 100 Jahren in Deutschland ausgerottet wurden und sich jetzt wieder in Deutschland angesiedelt haben, sind herzlich willkommen, so Frank Dreyer, Zweiter Vorsitzende des Vereins. Nachdem jüngst auch im hessischen Odenwald ein Wolf seine Spuren hinterließ, ist der Wolf auch in Hessen in aller Munde.

„Aufklärung über den Wolf ist uns wichtig“

Dreyer: „Aufklärung über den Wolf ist uns wichtig. Auf Wunsch unterstützen wir auch Nutztierhalter, um  geeignete Schutzmaßnahmen vorzunehmen.“ Mit verschiedenen Petitionen zum Beispiel gegen den Abschuss des Jungwolfes Pumpak (www.change.org/pumpak) mit über 131 000 Unterzeichnern, gegen den Abschuss weiterer Gehegewölfe, die aus dem Naturpark Bayerischer Wald ausgebrochen sind und mit dem erfolgreichen Eilantrag gegen den Abschuss des Rosenthaler Rudels in Sachsen hat der Verein bereits bundesweit für Aufmerksamkeit gesorgt. Erst kürzlich setzte der Verein eine Belohnung von 2000 Euro für die Ergreifung eines Täters aus, der an der Grenze zu Polen einen Wolf erschossen hatte. Die Vereinsmitglieder decken auch ständig Falschmeldungen, so genannte „Fake-News“ auf, mit denen Unwahrheiten über Wölfe verbreitet werden.

Mit von der Partie am Montag, den 21. Mai 2018 ist auch „Wolfsbotschafter“ Anori Pura Gioia, ein Tschechoslowakischer Wolfshund, der unter anderem auch in Sterbehospizen sehr kranken Menschen mit seinem Besuch einen letzten Wunsch erfüllt hat.

Weitere Informationen über „Wolfsschutz-Deutschland“ gibt es bei Frank Dreyer, Telefon 0174/9750352, oder auf der Webseite des Vereins unter www.wolfsschutz-deutschland.de  Alle Spenden und Mitgliedsbeiträge fließen direkt in Aktionen zum Schutz der Wölfe.

 

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Wolfsschutz Deutschland vor Ort in Brüssel – Resümee und Protokoll zur Veranstaltung des Umweltministeriums Sachsen-Anhalt

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Unser Vereinsmitglied Henrike Lichtenberg ist am 12. April nach Brüssel gereist, um an einer Veranstaltung der  Landesvertretung Sachsen-Anhalts teilzunehmen. 

Eine Dezimierung, wie es der Koalitionsvertrag der GroKo vorsieht, wird es mit Brüssel vorerst nicht geben. Ausnahmegenehmigungen würde es weiter geben. Hierbei hat man vor,  bundesweit operierende Teams zur Entnahme von so genannten Problemwölfen einzusetzen. Seit rund 20 Jahren gibt es wieder Wölfe in Deutschland. Dass es bislang noch keinen einzigen Problemwolf gab, sagen nicht nur wir von Wolfsschutz Deutschland, sondern auch Experten wie Günther Bloch oder Kurt Kotrschal. Die Kosten, die solches „Killerteams“ verursachen würden, mögen wir uns gar nicht vorstellen. Statt Wölfe zu kriminalisieren sollte lieber in eine Wildtierpolizei investiert werden, damit endlich einmal die vielen Fällen von illegaler Wolfstötung aufgeklärt werden könnten.

Der Wolf: Gekommen, um zu bleiben. Wie gelingt die Integration des großen Beutegreifers in unserer modernen Kulturlandschaft?

Referenten: Sachsen-Anhalts Landwirtschaftsministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert, Krzysztof Główczyński, Direktor des Welski Naturparkes Lidzbark in Ermland-Masuren, Dr. Elsa Nickel, Referatsleiterin im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, Nicola Notaro, Referatsleiter „Naturschutz“ der Generaldirektion Umwelt der Europäischen Kommission und Swen Keller, Schäfer und Ausbilder von Herdenschutzhunden aus Sachsen-Anhalt. Diskutiert wurden verschiedene Ansichten auf die Frage, wie das Ziel einer Akzeptanz des Wolfes im ländlichen Raum erreicht werden kann.

Ministerin Dalbert zog ein positives Resümee: „Ich war beeindruckt, wie groß auf europäischer Ebene das Interesse an unseren Managementmaßnahmen rund um den Wolf ist. In der sehr sachlichen Diskussion bestand große Einigkeit darüber, dass zwei Dinge im Vordergrund stehen:

Dalbert weiter: „Zum einen müssen wir unsere Nutztiere schützen und die Tierhalter bei Rissvorfällen entschädigen, denn die Weidetierhaltung leistet einen wertvollen Beitrag zum Erhalt der Kulturlandschaft und der Artenvielfalt. Nutztiere dürfen keine leichte Beute für den Wolf sein.“ Der Vertreter der EU-Kommission, Nicola Notaro, stellte klar, dass in Bezug auf den strengen Schutzstatus des Wolfes Änderungen im EU-Rechtsrahmen zeitnah nicht zu erwarten sind. Die europäischen Regierungen sollten die Nutztierhalter dabei unterstützen, die Weidetiere vor dem Wolf zu schützen. 

Man will das Monitoring ausbauen:

Dalbert:“Wir eine gemeinsame Erfassung der länderübergreifenden Wolfspopulation, also ein gemeinsames Monitoring mit Polen, um gesicherte Aussagen über die Populationsgröße machen zu können. Hier sind wir in Brüssel, beim Bundesministerium und bei den polnischen Kollegen auf offene Ohren gestoßen.“

Auch hier plädieren wir von Wolfsschutz Deutschland dafür, doch ganz Deutschland einheitlich zum Wolfsland zu erklären und Schäden zentral und mit wenig bürokratischen Aufwand zu begleichen. Dies wäre allemal günstiger als eine noch intensivere Überwachung der Wolfspopulation. Vieles über Wanderverhalten und Sozialleben weiß man bereits seit den 80-iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts.

Schützen statt schießen:

„Informieren, schützen, entschädigen – mit diesem Ansatz für mehr Akzeptanz für den Wolf und dem Ziel den unterschiedlichen Interessen Rechnung zu tragen, geht Sachsen-Anhalt einen erfolgreichen Weg, “ so das Resümee von Dalbert. 

Ähnlich ging es auch Henrike Lichtenberg: „Ich bin mit einem erleichterten Gefühl aus der Tagung rausgegangen, da wir mit dem EU-Kommissar Nicola Notaro einen aufrichtigen Naturschützer und Wolfsfreund mit sehr scharfem Verstand und großer Kompetenz in Brüssel haben.“

Zurzeit sieht es also nicht so aus, als würde die EU auf die ständigen Forderungen diverser Deutscher Politiker eingehen wollen, den hohen Schutzstatus des Wolfs herabzusetzen. Dies dürfte auch ein deutliches Signal nach Bayern und Niedersachsen zu deuten sein. Gegen Schweden ist ein Verfahren eingeleitet worden. Auch Finnland steht vor dem EU-Gerichtshof. Auch Frankreich erntete Kritik von Notaro. Dort würden die Schutzmaßnahmen versagen, nicht die Wölfe schlimmer werden. 

Henrike Lichtenberg hat ein Protokoll von der kompletten Veranstaltung erstellt: Hier geht es zur ausführlichen Schilderung:

Tagung_Wolf_Gekommen_um_zu_bleiben[1]

 

 

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Wolfsschutz unterwegs in Sachsen und Brandenburg

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Unser Kassenwart Jürgen Götz und unser zweiter Vorsitzender Frank Dreyer waren vor Kurzem in Brandenburg und Sachsen unterwegs. Neben Blindschleichen und Kröten haben die beiden auch sehr viel Wild beobachten können, und auch Bruder Wolf war zumindest mit Spuren vertreten. Bald haben wir eine Neuigkeit aus der Region zu vermelden, die unsere vielen Unterstützer sicherlich sehr freuen wird. Hier schon mal ein paar Eindrücke:

Jürgen Götz

Frank Dreyer links und Jürgen Götz rechts.

 

 

 

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Weidesicherung in Brandenburg – Unser Wolfsschutz-Vereinsmitglied Korinna packte mit an.

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Wolfsschutz Deutschland packt an – Zusammen mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von diversen Umweltorganisationen hat auch unsere Korinna im Landkreis Dahme Spreewald mitgeholfen. Es ging darum, eine Fläche auf einer ehemaligen Mülldeponie sicher zu machen.

Hier ist ihr Resümee:

Tag drei auf der ehem. Mülldeponie in Senzig LDS.

Bald werden sich hier hunderte Schafe tummeln, doch bis es soweit ist, machen wir Wolfsfreunde aus der Region ihre zukünftige Sommerresidenz über freiwillige Helfer sicher. Denn unser grösster Wunsch ist es, das hier der Wolf unbeschadet und sicher durchziehen oder noch besser, heimisch werden darf. Dass der Graue wieder hier ist, steht inzwischen nämlich außer Frage.

Gestern haben wir, zusammen mit 20 Leuten, an dem Untergrabungsschutz vor dem zirka zwei Meter hohen Schutzzaun, der sich über zwei Kilometer rund um das Areal zieht, auf der östlichen Seite zum Wald hin weitergearbeitet. Wir kämpften auf schwerem Terrain, aber mit sensationeller Aussicht über hiesige Seen bis zum Funkturm. Dennoch sind wir gut weitergekommen.

Ich freue mich riesig darüber,  dass wir den Schafen und dem Schäfer helfen konnten, denn das Beauftragen von Firmen hätte Unsummen verschlungen.

Und so haben wir uns mit Zaun  und Zange bewaffnet durchs Dickicht gekämpft, um Wolf und Schaf zu helfen, um der Rotkäppchen-Mentalität im wahrsten Sinne des Wortes tatkräftig zu begegnen und Bruder Wolf willkommen zu heissen.

Nach einigen Watschen von Ästen und kleinen Schlammschlachten mit dem Brandenburger Waldboden kam ich völlig kaputt aber sehr glücklich nach Hause.
Schöne Grüsse an meine Hände, sag den Fingern sie können wieder aufhören zu krampfen (ich glaub die haben mich heut Nacht weitergezwickt) 
😂.

Ich habe viele neue Leute von hier kennengelernt, die alle meine Faszination und Liebe zum Grauen teilen.

Ein wunderschöner Tag für Wolfsbefürworter, Schafe & Schäfer und Bruder Wolf. Wir setzen hier hoffentlich Zeichen um der Wolfshetze die entsetzlich schnell von neuem Verbreitung findet, Paroli zu bieten.

Ah-uuuuuuuuuuuuu! 🐾🐾

Eure Korinna

Hier kannst Du das Areal überfliegen
https://declips.net/…/xDr…/ehemalige-mülldeponie-senzig.html

 

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Auf Wolfswegen im Spessart

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Ende Juni wurde ein Wolf im bayerischen Teil des Spessarts gesehen. http://www.br.de/nachrichten/unterfranken/wolf-im-spessart-gesichtet-100.html Das Mittelgebirge erstreckt sich zwischen Hessen und Bayern. Vor zwei Jahren wurde bei Bad Soden-Salmünster (im hessischen Teil) ein überfahrener Wolf gefunden. Im gleichen Jahr ein weiteres Tier auf der nördlichen Stadtautobahn bei Frankfurt am Main. Zumindest sind Wölfe hier durchgewandert. Vielleicht leben sie sogar bereits hier? Wir haben uns auf eine Spurensuche gemacht.  Der Spessart bietet auf jeden Fall einen idealen Lebensraum für Wölfe.

Wir haben einen Wanderweg bei Bad Orb im hessischen Teil des Spessarts ausprobiert, der viel Spannung und Abwechslung bietet und sich auch für Familien mit Kindern sehr gut eignet. Der Weg führt nicht nur auf einer breiten Spazierspur, sondern bietet echtes Naturerlebnis. Er führt über einen Holzsteg durch ein Feuchtgebiet, über einen schmalen Trampelpfad stark ab- oder aufwärts je nachdem in welcher Richtung man den Rundweg beginnt. Sogar Kunst gibt es am Wegesrand zu sehen. Der Jossgrunder (Jossgrund ist nur ein paar Kilometer von Bad Orb entfernt und ist ebenfalls Teil des hessischen Spessarts)  Künstler Faxe Müller   hat mitten im Wald Baumbemalungen vorgenommen. Er nennt sein Kunstwerke „WALDverWORTUNG“. Unser Fazit: Schöner Trip mit viel Naturerlebnis. Unsere „Wolfsbotschafter“ Anori  und Sanchia haben die Runde auch genossen.

Daten: Rundweg Nr. 14, zirka sechs Kilometer, gutes Schuhwerk ist nötig und man sollte auch gut zu Fuß sein. Mit kurzer, aber starker Steigung.

Hier weitere Infos und Anfahrtsbeschreibung: http://www.bad-orb.info/Media/Touren/Feuchtbiotop-Eschenkar-Bad-Orb-Rundweg-14

 

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Zu Besuch bei wölfischen Superstars

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Unsere Wölfe sind Filmstars!“

Wir befinden uns inmitten einer Schweizer Bergkulisse. Ein Wolf nähert sich mit leisen Schritten Kindern, die Ziegen hüten. Dann fletscht er bedrohlich die Zähne. Sind die Kinder in Gefahr? Im Film „Schellen Ursli“ schlägt ein kleiner Junge den Wolf mit seiner Stimme in die Flucht. Was in dem Kinofilm spannend und gefährlich wirkt, ist in Wirklichkeit die schauspielerische Glanzleistung der Filmwölfin Lobine. Sie ist ein American Wolfdog; und sie hat Ursprungsahnen wie der Wolf der mit Kevin Costner in dem berühmt gewordenen gleichnamigen Film tanzt.  „Allerdings fletscht Lobine nicht wegen den Kindern die Zähne, sondern weil sie unsere Tschechoslowakische Wolfshündin nicht mag. Wir bringen sie in ihre Nähe, und zeigt Lobine den Ausdruck,“ verrät Miguel (43) den Trick. „In Wahrheit ist Lobine sehr menschenbezogen, und sie mag auch Kinder sehr.“ Damit diese Szene so echt im Film aussieht, ist viel Training notwendig. Zirka 20 Minuten am Tag lernen die Tiere auf Kommando zu rennen, auf Kisten zu springen und auf einem Stein, dem so genannten Target, ruhig stehen zu bleiben.

Daniela im Training mit den Jüngsten. Lopane (ganz links) soll auf dem Stein sitzen bleiben. Belohnt wird mit Leckerli.

„Unsere Tiere erleben das Training allerdings wie ein Spiel und sie werden mit Leckerli belohnt,“ erklärt Daniela weiter. „Für den Kinderfilm lebte unser ganzes Filmtierrudel ein halbes Jahr mit den Schauspielern und den Machern des Films zusammen. Immer mit dabei: Ihr Wolfsmobil, ein Bus, den das Paar so umgebaut hat, dass die Wölfe gefahrlos zu den Filmsets reisen können. Mittlerweile sind sie sogar Europaweit unterwegs. Lobine, Lobeline und Co. spielen in Bibi und Tina, Tatort, Tschick, die dunkle Seite des Mondes und in vielen anderen Streifen mit. Auch für Shootings werden sie gebucht. Lobine stand auch schon mit Veronica Ferres und Maria Furtwängler vor der Kamera.  „Anfangs spielte Lobine in Schellen Ursli ihre Szenen noch an der Leine, später sogar ohne.“ Angst, dass sich Lobine unerlaubt vom Set entfernt, hatte Miguel damals überhaupt nicht. „Lobine ist ein echter Profi und sie hat ein absolut ruhiges und offenes Naturell, von dem auch unsere Nachwuchsstars profitieren.“ In einer anderen Szene macht Lobine einen Satz über die Kinder hinweg. „Das würde ein Wolf nie tun. In Wirklichkeit ist Lobine auf eine Kiste gesprungen, und auf der anderen Seite wieder herunter.

Daniela und Miguel leben mit ihren tierischen Filmstars bei Hannover. Dabei ist alles dem Wohlbefinden der Tiere untergeordnet. Das Gartenareal ist in zwei große Gehege untergliedert in der die Familienmitglieder des Rudels untergebracht sind, wenn Daniela und Miguel nicht zu Hause sind. „Normalerweise dürfen sie aber bei uns freilaufen. So kommt es auch, dass ein Wolf auf dem Sofa Platz nimmt. Was für andere Leute außergewöhnlich ist, erleben wir als ganz normal.“ Daniela arbeitet als Künstlerin und hat sich auf dem Familienanwesen eine Galerie aufgebaut. Viele ihrer Werke haben das Thema Wolf als Schwerpunkt. Für die Haltung seiner Tiere brauchte Miguel eine besondere Genehmigung und auch die Nachbarn mussten einverstanden sein. „Unsere Tiere leben wie Wölfe in einem Familienverband. Mit einem Unterschied. Normalerweise wandern Jungwölfe ab und eine neue Familie zu gründen. Bei uns leben drei Generationen friedlich unter einem Dach.“

Sofawolf Lobine.

 

Der Informatiker und Geologe und seine Frau leben inzwischen von den Filmgagen, die ihre Tiere einbringen. Reich werden sie durch ihren Beruf allerdings nicht. „Wir haben unsere Leidenschaft für die Tiere zum Beruf gemacht. Und sie danken es uns jeden Tag mit ganz viel Liebe.“ Sieben American Wolfdog und ein Tschechoslowakischer Wolfshund bekommen täglich hochwertiges Trockenfutter sowie ein Kilo frisches Fleisch mit Knochen pro Tier. Für Wölfe hatte das Paar schon immer ein Faible. „Es sind faszinierende Beutegreifer, die sich auch einen Platz in unserer Natur mehr als verdient haben. Freilebende Wölfe sind für Menschen nicht gefährlich. Auch in Deutschland nicht. Eher ist es umgekehrt. Naturentfremdung und mangelnder Wille die Tiere zu dulden, führen dazu, dass noch immer Wölfe illegal abgeschossen werden. Obwohl der Wolf europaweit zu denen am strengsten geschützten Tieren gehört. Dabei müsste doch inzwischen jeder wissen, das Rotkäppchen lügt,“ klagt Daniela an. Studien ergeben sogar, dass Wölfe ganze Regionen positiv verändern können. Wie am Beispiel des Yellow Stone National Park. In den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts werden dort mit großem Erfolg Wölfe ausgewildert, um gegen Waldschäden vorzugehen.

Daniela (36) mit Lobine (8)

 

So hoffen Miguel und Daniela mit ihren Tieren auch etwas zum Image von Wölfen beitragen zu können. „Wir können auch in Deutschland mit wilden Wölfen leben, wenn wir es nur wollen.“ Wie kamen die beiden auf die Idee ihre Tiere zu Filmwölfen auszubilden? „Früher wurden oft Schäferhunde oder Tschechoslowakische Wolfshunde für Filmeinsätze genommen. Leider wirkten diese Tiere oft nicht wie echte Wölfe. So kamen wir auf die Idee, mit unseren American Wolfdogs zu arbeiten, genauso wie es die Vorbilder in Hollywood machen. Diese Tiere haben einen Prozentsatz von 75% bis über 95 % Wolfsanteil und sind vom Wolf nur noch schwer zu unterscheiden. Wolfsdogs sind manchmal umgänglicher als normale Wölfe. Sie haben deshalb auch keinen Stress bei den Aufnahmen.“ Daniela und Miguel sorgen auch für einen Ausgleich zur Arbeit am Filmset. „Wenn wir nach dem Job durch sind mit ihnen, gehen wir ganz normal mit ihnen spazieren, dabei wirken unsere Stars (fast) wie ganz normale Hunde.“ Mehr über die Topstars auf vier Pfoten gibt es auf www.filmwoelfe.de

Miguel und Daniela beim Gassigehen,

 

 

 

 

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Zu Besuch im Wolfspark Werner Freund in Merzig

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„Auhuuuuuuu…“ Das Rudel Polarwölfe kommuniziert seine Zusammengehörigkeit. Mitten drin im Rudel sitzt Tatjana Schneider. Die Wölfe heulen mit ihr und sie mit ihnen. Darum herum ist kein weiterer Laut zu hören. Alles befindet sich im Gleichklang, pure Harmonie, echtes Gänsehautgefühl. Dabei polarisiert kaum ein Tier in Deutschland so sehr wie der Wolf. Die einen fürchten, die anderen lieben ihn. Tatjana arbeitet seit mehr als zwanzig Jahren mit und für Wölfe. Im Wolfspark in Merzig, dessen Leitung sie nach dem Tod des bekannten Wolfsforscher Werner Freund  Jahr übernommen hat, leben 24 dieser stolzen Tiere, darunter die weißen Polarwölfe, schwarze Timber- und graue Europäische Wölfe. Sie hat tagtäglich hautengen Kontakt zu den einzelnen Rudeln. Alle Elterntiere sind per Hand aufgezogen, damit sie ihre natürlich Scheu vor dem Menschen verlieren. Mit ihren wilden Vertretern in der Natur sind sie deshalb vom Verhalten her nicht zu vergleichen, auch wenn sie außerhalb ihres Geheges wieder scheu sein würden. Wilde Wölfe sind scheu und weichen dem Menschen aus. Handaufgezogene Wölfe haben diese Scheu nur gegenüber ihren menschlichen Adoptiveltern nicht. „Wölfe sind keine aggressiven Tötungsmaschinen, sondern faszinierende Beutegreifer, deren Sozialleben dem unseren so ähnlich ist. Auch sie leben in Familien, auch sie sorgen für ihre Jungen, auch sie kommunizieren miteinander. Doch im Gegensatz zum Menschen tötet ein Wolf nur, wenn er Hunger hat.“

Tatjana Schneider (48)

 

Neben Reh, Wildschwein und Co. fressen sie auch Schafe, die nicht ausreichend geschützt sind. Genau da treten die größten Probleme auf. Viele Schaf- und Nutztierhalter sind nicht bereit, ihre Gehege wolfssicher zu machen. Dabei gibt es zahlreiche Möglichkeiten: Von Herdenschutzhunden bis hin zu speziellen Zäunen. Von vielen Bundesländern gibt es dazu sogar Unterstützungen, bzw. auch Entschädigungen. 70.000 Euro flossen im vergangenen Jahr an Betroffene. Auch ehrenamtliche Helfer engagieren sich im Herdenschutz.

Dabei verursachen Wölfe geringe Schäden. Zum Vergleich. Die Kirschessigfliege verursachte 2015 Schäden von zwei Millionen Euro. Viele Jäger, die den Wolf als Beutekonkurrenten sehen, sind nicht bereit das, Tier hier zu akzeptieren, obwohl Wölfe europaweit den höchsten Schutzstatus haben. Immer wieder kommt es zu illegalen Abschüssen. 20 Fälle sind bekannt. Auch Deutschlands erste Wölfin Einauge wurde gleich mehrmals Opfer von Wilderern. Als man das Tier nach seinem Tod untersuchte, fand man etliche Geschosse im Körper. Schüsse, die Einauge überlebt hatte. So verlor dabei sogar ein Auge, was ihr den Spitznahmen verlieht. Die Täter können so gut wie nie dingfest gemacht werden. Ob sie aus der Jägerschaft kommen ungewiss? Fakt ist aber, dass sich viele Landes- und Ortsgruppen der Jägerschaft gegen den Wolf aussprechen und entsprechende Propaganda betreiben. Sie sind bei vielen Entscheidern der Wirtschaft, bis hin in die Politik vernetzt. Politiker haben das Thema Wolf als Wahlkampfhilfe entdeckt.

EuropŠäische Wöšlfe
Brigitte Sommer bei Tatjana Schneider

Tatjana hat ein anderes Konzept als Parkgründer Werner Freund. Sie mischt sich in die Machtverhältnisse unter den Tieren nicht ein. „Für die Wölfe bin ich eine Art Tante, sie freuen sich wenn ich sie besuche, und nicht nur, wenn ich Futter bringe. Ich mische mich allerdings nicht in ihre Spiele ein. Im Laufe der Jahre ist so ein echtes Vertrauensverhältnis entstanden. Den Respekt vor ihnen verliere ich dennoch nicht. Schließlich sind es Wildtiere.“ Keine Frage, die Niederländerin hat sich mit ihrer Arbeit einen Lebenstraum erfüllt, dabei war ihr Start in den Job eher skurril. „Als ich Werner damals fragte, ob ich bei Handaufzuchten mithelfen durfte, grummelte er ein „ja“, schleppte mich aber sogleich mit in den Schlachthof. Er wollte testen, ob ich nicht nur fürs Kuscheln, sondern auch für den Alltag tauge, denn Wölfe fressen nun mal Fleisch und Mitarbeiter dürfen nicht davor zurückschrecken, kranke Tiere zu erlösen. Eine Zwergziege, die kerngesund als Wolfsfutter gespendet werden sollte, hat Werner Freund allerdings höchstpersönlich weitervermittelt,“ erzählt Tatjana lächelnd von der weichen Seite des raubeinigen Forschers. Genau wie Werner Freund, der ursprünglich Gärtner war, ist auch Tatjana Schneider eine Quereinsteigerin, hat sich ihr Wissen im Laufe der Jahre selbst beigebracht. Heute ist sie eine Koryphäe und gibt ihr Wissen an die nächste Generation weiter. Neben ihrem Engagement als Wolfsforscherin sind vor allem ihre Arbeiten als Malerin bekannt. Sie und ihr Freund Michael (37) kämpfen tagtäglich um das Image des Wolfes. So lässt die beiden auch die Diskussion um die in Deutschland wieder eingewanderten Tiere nicht kalt. „Es wird so viel Unsinn erzählt,“ erbost sich Tatjana. „In jedem Frühjahr wurden viele Wölfe gesehen. Manche Leute setzen diese Sichtungen mit mangelnder Scheu gleich. Das ist totaler Blödsinn. Die Wölfe, die man gesehen hat, waren allesamt Jungwölfe auf der Suche nach einem neuen Revier. Wie sollen sie es denn im dichtbesiedelten Deutschland hinbekommen, auf ihren Wanderungen nicht gesehen zu werden?“

EuropäŠischer Wolf.

Die Folge: Forderungen nach Abschuss wurde einem Jungwolf namens Kurti zum Verhängnis. Der Welpe hatte sich in Niedersachsen, im Gegensatz zur landläufigen Meinung, auch tagsüber sehen lassen, und er wirkte wenig scheu. Ein schwedischer Experte sollte das Tier im Frühjahr vergrämen. Doch es kam nicht dazu, weil der Wolf vor dem Wolfsschützer flüchtete, sich also doch scheu zeigte. Der Experte bescheinigte dem Jungtier daraufhin Ungefährlichkeit. Kurti wurde trotzdem am 28. April des vergangenen Jahres abgeschossen. Politiker, Landwirte und Jäger in Niedersachsen ernteten danach viel Kritik, weil sie die Angst geschürt haben sollten. Angeblich soll Kurti immer wieder Menschen erschreckt, und einen Labrador in den Po gebissen haben. Beweise? Fehlanzeige. Nicht einmal einen Nutztierriss konnte man dem Welpen nachweisen. Der prominente Tierfilmer Andreas Kieling beklagte via Facebook die Tötung von Bruder Wolf und Elli Radinger stelle in einem offenen Brief die Frage „War Kurti ein Bauernopfer? Wahrscheinlich ja.“  Doch auch die Reaktion einiger Naturschutzverbände konnten viele Menschen nicht nachvollziehen: Eine an die Öffentlichkeit gelangte Mail des Nabu an seine Mitglieder erklärte die Zustimmung zum Abschuss so: „Die Frage, ob dieses distanzlose Wolfsverhalten aus biologischer Sicht „normal“ oder „unnormal“ ist, tritt in den Hintergrund.“ Die Ängste der Menschen seien ausschlaggebend. Hunde- und Wolfsexperte Günther Bloch bezeichnete die Deutschen in einem Interview mit dem ZDF als naturentfremdet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Unterwegs in der Laußnitzer Heide

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Unser Mitglied Patrick Grube war mit Tochter und Hund unterwegs um nach einem Platz für unsere Wildkamera zu suchen. Hier ist sein kurzes Feedback:

Am heutigen Tag war ich, mit meiner Tochter und unserem Familienhund Murphy, in der wunderschönen Laußnitzer Heide unterwegs. Den besten Zugang bekommt man über die B97, zwischen Ottendorf-Okrilla und Laußnitz. Es gibt dort einen kleinen Waldparkplatz vom Forstamt  Laußnitz, linksseitig in Richtung Laußnitz. Wegen des starken  Verkehrs muss man gerade mit Kindern und Hunden allerdings bei Überquerung der Straße aufpassen. Doch dann taucht man hinein, in die Natur. Vom Waldparkplatz aus, sind es ca 15 Meter zurück zum Wolfsdenkmal (Jagddenkmal). Dieses wurde für den letzten Wolf errichtet, welcher am 11.11.1740 in der Heide geschossen wurde. Wir von Wolfsschutz setzen uns dafür ein, dass es in Zukunft kein zweites Denkmal dieser Art geben darf. 

Nach einer kleinen Waldwanderung und einer leckeren Brotzeit, haben wir uns auf den Weg gemacht einige wichtige Punkte für ein eventuelles Monitoring zu suchen und auch zu finden.

Es war ein sehr schöner Ausflug trotz der hohen Temperaturen ist es im Wald angenehm kühl,  und es lohnt sich.

Herzlichst Euer Patrick Grube

Bitte helfen Sie uns, damit wir die Wölfe in der Lausitz beschützten können. Dazu brauchen wir eigene Wildkameras.

Spenden: Erzgebirgssparkasse

IBAN DE 78 8705 4000 0725 0179 88

BIC WELADED1STB

 

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