Gnadengesuch für die Nationalparkgehegewölfe an Horst Seehofer

Posted 18 KommentareVeröffentlicht in Allgemein, Wir widersprechen

Offener Brief an den Bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer

horst.seehofer@csu-bayern.de

GNADENGESUCH für die Wölfe, die aus dem Nationalparkgehege entkommen sind.

Lieber Herr Seehofer,

als bekannter Tierfreund sind sie sicherlich dafür, dass der Wolf zu Bayern gehört. Wo, wenn nicht im Nationalpark, gibt es genug Platz für diese fantastischen Beutegreifer. In der Nacht vom vergangenen Freitag auf Samstag sind dort sechs Wölfe entkommen. Ihnen wird der Rummel und die Hysterie, die seither von Seiten des Nationalparkverwalters Dr. Leibl verbreitet wird, sicherlich nicht entgangen sein.

Zwei der Wölfe sind entgegen anderslautenden Aussagen des Betreibers – man wolle zuerst versuchen die Wölfe durch Betäubung wieder einzufangen –  erschossen worden. Ein Wolf wurde überfahren. Wir bitten um Gnade für die drei verbliebenen Tiere. Setzen Sie sich bitte dafür ein, dass die drei Wölfe in die Freiheit entlassen werden. Da es sich bei den Gehegewölfen nicht um Handaufzuchten handelt, sind die Tiere fremden Menschen gegenüber scheu. Sie wurden auch nicht per Hand gefüttert, sondern erhielten ihre Portionen mittels einem Zwischengehege. Selbstverständlich können sich die entkommenen Wölfe, entgegen Aussagen von Nationalparkmitarbeitern, selbst ernähren. Als Wildtiere verlieren sie ihren Instinkt selbst im Gehege nicht. Laut einer Mitarbeiterquelle des Parks soll Leibl in einer Versammlung gesagt haben, dass das Einfangen und Betäuben sowieso von Anfang an nicht gewollt gewesen wäre, sondern dies eine Alibiaussage für Tierschutzorganisationen gewesen sei. Ferner habe er auf eine Frage nach der Wiederintegration von eingefangenen Tieren mit Lachen sowie Kopfschütteln reagiert und der Aussage reagiert: „Das sei das letzte um was er sich Gedanken mache.“

Wie wichtig vielen Menschen ein mitfühlender Umgang mit diesen Wölfen ist, zeigt eine Petition – www.change.org/bayernwoelfe – an die Staatsministerin für Umwelt, die innerhalb von nur wenigen Tagen fast 30.000 Unterzeichner aufweisen kann. Außerdem ist es unmöglich, die entkommenen Wölfe von wildlebenden Artgenossen zu unterscheiden. Somit würde sich das Land Bayern nach EU-Recht sogar strafbar machen, falls ein frei lebender Wolf erschossen werden würde.

Wir vertrauen darauf, dass gerade Sie als Landesvater und Christ Mitgefühl mit diesen drei Geschöpfen haben, die genug Platz in einem riesigen Gebiet, wie dem Nationalpark haben.

Mit hoffnungsvollen Grüßen

Wolfgang Riether

Vorsitzender Wolfsschutz Deutschland in Pro Naturschutz Sachsen e. V. (GRÜNE LIGA Sachsen)

 

 

 

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Grüne Liga-Sachsen-Chef Tobias Mehnert: „Dr. Leibl beenden Sie das sinnlose Töten!“

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Tobias Mehnert, Vorsitzender der Grünen Liga Sachsen e.V.

 

Pressemitteilung

12. Oktober 2017

 „Dr. Leibl, nehmen Sie ihren Abschussbeschluss sofort zurück und beenden Sie das sinnlose Töten!“ Mit dieser Forderung steht Tobias Mehnert, Chef der GRÜNE LIGA Sachsen e. V,  dem Verein Wolfsschutz Deutschland in Pro Naturschutz e. V. (GRÜNE LIGA Sachsen) zur Seite. Gleichzeitig kündigt Tobias Mehnert gerichtliche Schritte an, sollten die drei am Leben verbliebenen Wölfe ebenfalls abgeschossen werden. Mehnert: „Rechtliche Schritte wegen der bereits getöteten Wölfe behalten wir uns ausdrücklich vor.“

Ebenfalls ruft Tobias Mehnert die Menschen, denen Wölfe am Herzen liegen, dazu auf, das Wolfsgehege dort nicht mehr zu besuchen und den Nationalpark für Freizeitaktivitäten zu meiden. Mehnert: „Nicht aus Angst vor dem Wolf, es sollte kein Geld an solche Einrichtungen gegeben werden, die mit Tieren hinter Gittern Werbung machen, aber nicht bereit sind, deren Leben in Freiheit zu respektieren. Schließlich sei der große Nationalpark Bayerischer Wald im Herzen Europas besonders als Wolfslebensraum geeignet.

Der Vereins Wolfsschutz-Deutschland hatte bereits erklärt, er werde es nicht  dulden, dass die Wölfe, die aus dem Nationalparkzentrum Falkenstein im bayerischen Ludwigsthal  (Landkreis Regen) in der Nacht vom vergangenen Donnerstag auf Freitag ausgebrochen sind, abgeschossen werden.  Nicht die Wölfe seien schuld, sondern die Leute, die die Zugangstür zum Gehege aufgebrochen hätten.

 Wolfsschutz Deutschland widerspricht dem Vorhaben, die entlaufenen Wölfe notfalls einfach abzuschießen und fordert ein Ende des hysterischen und herzlosen Umgangs mit dem Wolf.  Schon vor 15 Jahren sei die Wölfin „Bärbel“ aus dem Klingenthaler Tierpark  entkommen,  habe sich  entgegen aller Behauptungen von Funktionären der großen Naturschutzvereine alleine ernähren können und scheu auf Menschen reagiert, obwohl sie als Tierparkwolf ebenfalls an Menschen gewöhnt gewesen sei. Als schließlich entschieden worden sei, dass sie frei leben sollte, habe ein Jäger aus Niedersachsen die Wölfin willkürlich erschossen.

„Die Äußerung in einer Pressemitteilung des Nationalparkzentrums, die Wölfe würden alleine nicht überleben können und müssten im äußersten Falle geschossen werden, ist ebenso absurd wie herzlos“,  erklärt Mehnert. Erschreckend sei zudem, dass  Dr. Leibl geäußert habe, dass es sich bei den Wölfen um tickende Zeitbomben handeln würde. Mehnert stellt in Frage, ob sich der Tierparkleiter mit Wölfen überhaupt auskenne. Es sei allgemein bekannt, dass Wölfe, die nicht per Hand aufgezogen worden seien, ihre Scheu vor Menschen erhalten. Zumal das Gehege im Nationalpark riesengroß sei und die Wölfe nur durch ein Zwischengehege und auch nicht aus der Hand gefüttert worden sein sollen.

Laut einer Mitarbeiterquelle des Parks soll Leibl in einer Konferenz gesagt haben, dass das Einfangen und Betäuben sowieso von Anfang an nicht gewollt gewesen sei, sondern dies nur als Alibiaussage für Tierschutzorganisationen gegolten habe. Ferner habe er eine Frage nach der Wiederintegration von eingefangenen Tieren mit Lachen sowie Kopfschütteln reagiert und der Aussage: „Das sei das letzte, über das er sich Gedanken mache.“

 Wie Mehnert glaubt, dass jetzt nicht nur das Leben der Gehegewölfe in Gefahr sei, sondern auch das der wild lebenden Wölfe im Nationalpark. Mehnert: „Wer will denn Gehegewölfe von freilebenden Wölfen unterscheiden?“ Mehnert fordert: „Schluss mit der Hysterie im Umgang mit dem Wolf.  Reale Gefahren in Deutschland gibt es  im Straßenverkehr, im Haushalt und durch kriminelle Mitmenschen.“  Auch in Freizeitsparks hätten gerade Kinder oft dramatische Unfälle. Sogar mehrere Todesfälle seien  hier in den vergangenen Jahren zu beklagen. Vor kurzem habe sich ein Kind auf einer Sommerrodelbahn einen Unterschenkel abgerissen.  Angriffe von Wölfe auf Menschen gebe es keine, seit sie zurück in ihre Heimat gekehrt seien.  Mehnert: „Es gibt keinen hundert prozentigen Schutz im Leben. Dr. Leibl sollte sich schämen, Ängste zu schüren. Selbst wenn mal ein Wolf einen Menschen beißen würde, gehört das zum ganz normalen Lebensrisiko. Hunderte Briefträger, die tagtäglich von Hunden gebissen werden, haben wohl mehr Herz und Verstand als dieser Nationalparkverwalter.“  

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