Allgemein

Hessen – Demo vom Aktionsbündnis Fuchs am 29. August in Grünberg

Veröffentlicht am

Aufruf zur Demonstration gegen Jäger-Veranstaltung – Tierschutzbündnis fordert Ende der Prädatorenlüge

22.08.2018

Das Aktionsbündnis Fuchs, zu dem auch Wolfsschutz Deutschland e. V. gehört und das Hessische Tierschutzbündnis, bestehend aus den Verbänden Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V., Landestierschutzverband Hessen e.V., Menschen für Tierrechte e.V., TASSO e.V. und Wildtierschutz Deutschland e.V., rufen zur Beteiligung an einer Demonstration gegen die Vortragsveranstaltung „Prädatoren und Artenschutz“ der Jägervereinigung Oberhessen in der Gallushalle in Grünberg am Mittwoch, den 29. August 2018, ab 17.30 Uhr auf.

Kaum hat das Land Hessen mit der Novellierung der Hessischen Jagdverordnung Schonzeiten für Fuchs und Waschbär wenigstens für den Zeitraum der Jungenaufzucht eingeführt, wurden diese bereits in zahlreichen Revieren auf Drängen der Jägerschaft wieder aufgehoben. Damit wird das qualvolle Sterben von Jungtieren billigend in Kauf genommen. Der Landesjagdverband fordert derzeit massiv die „sofortige Aufhebung der Schonzeiten für Waschbär und Fuchs“ aus Gründen des angeblichen Arten- beziehungsweise Niederwildschutzes und veranstaltet in diesem Zusammenhang den Vortragsabend zum Thema „Prädatoren und Artenschutz“, bei welchem auch die tierquälerische Fallenjagd propagiert wird.

Geht es nach dem Willen der Hessenjäger, sollen Babyfüchse gleich am Fuchsbau getötet werden. Bild: Fabien Gagnon

Die Tierschützer befürchten, dass tierschutzwidrige Jagdpraktiken wie die Fallenjagd, die Jagdhundeausbildung an lebenden Tieren oder die Baujagd massiv zunehmen werden, wenn sich die Jägerlobby mit ihren Forderungen durchsetzt.

Entgegen der Behauptung von Jägern, Fallen würden selektiv fangen und Totschlagfallen stets sofort töten, geraten immer wieder auch bestandsbedrohte, ganzjährig geschützte oder jungenführende Tiere sowie Haustiere in Fallen. In Schlagfallen bleiben manche Tiere stark verletzt mit einem Körperteil gefangen und sterben nach vergeblichen Befreiungsversuchen einen langsamen qualvollen Tod.

Aus diesen Gründen sprachen sich auch im Februar bei einem Fachgespräch im Hessischen Landtag alle Referenten aus den Bereichen Jagd, Natur- und Tierschutz für ein Verbot der Fallenjagd aus

Ebenfalls unstatthaft ist es nach Ansicht des Tierschutzbündnisses, den Artenschutz für die angebliche Notwendigkeit einer scharfen Prädatorenbejagung zu bemühen.

Obwohl längst bekannt ist, dass die Lebensraumzerstörung und die intensive Landwirtschaft mit ihren Monokulturen und Pestizideinsätzen für den Artenrückgang verantwortlich sind, werden weiterhin Fuchs, Waschbär & Co zum Sündenbock erklärt.

Einer kleinen Anfrage im Bayrischen Landtag vom 16.09.2016 zufolge gibt es jedoch zur Schlagfallenjagd weder über den Nutzen für die Biodiversität und Natur noch über den Einfluss auf die Niederwildpopulation wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse. Demgegenüber zeigte eine erste Langzeitstudie, dass der Waschbär bisher keine negativen Auswirkungen auf bedrohte Arten hatte, und daher ungerechtfertigt unter Generalverdacht gestellt wurde.

„Die Bejagung von Fuchs und Waschbär ist zudem sinnlos und unter Umständen sogar kontraproduktiv, weil die entstehenden Lücken durch gesteigerte Reproduktionsraten und Zuwanderung aus benachbarten Revieren sofort wieder geschlossen werden“, sagt Mike Ruckelshaus von der Tierschutzorganisation TASSO für das hessische Tierschutzbündnis. „Wir fordern deshalb eine sofortige Beendigung der Prädatorenlüge“.

Facebookmail
Facebook
Allgemein

Wolfsschutz Deutschland übernimmt Patenschaft für die kleine Füchsin Foxi

Veröffentlicht am

Unser Verein ist auch im Aktionsbündnis Fuchs (www.aktionsbuendnis-fuchs.de ) und wir stehen für die Abschaffung der Fuchsjagd und die Abschaffung der Hobbyjagd. Es ist also nicht verwunderlich, dass wir uns gerne für den kleinen Bruder, in diesem Fall für die kleine Schwester der Wölfe, einsetzen wollen.

Uns bewegt auch das Schicksal von Einzeltieren

Deshalb war es für uns schnell klar, dass wir gerne die Patenschaft bis zur Auswilderung für Foxi übernehmen. Da wir auch im Artenschutz für Tierrechte kämpfen freuen wir uns selbstverständlich auch darüber, wenn einem einzelnen Fuchs ein Leben möglich sein wird, wie es alle Füchse leben sollten: nämlich in Freiheit und ohne ständige Bedrohung durch Jäger. Abgesehen davon, dass Füchse äußerst nützlich sind, die Population von Mäusen im Zaum halten und sogar für weniger Zecken sorgen können, ist es auch der Respekt und das Mitgefühl mit einem Mitlebewesen, das genauso ein Anrecht auf seinen Platz hat, wie der Mensch und andere Tiere auch, die uns antreiben. 

Füchse werden grausam getötet

Füchse werden in einigen Bundesländern sogar das ganze Jahr über, ohne Schonzeit verfolgt und niedergemetzelt. Sogar vor Welpen machen die Hobbyjäger nicht Halt. Ein verwaister Fuchswelpe, Foxi getauft, geriet in die Hände einer Jägerin, die das Kleine als lebenden Köder für Jagdhunde in einer so genannten Schliefenanlage einsetzen wollte. Das Aktionsbündnis Fuchs und weitere Tierschützer sowie eine Petition auf Change.org konnten dies verhindern.

Foxi sollte grausam ihr Dasein als Köder zur Jagdhundeausbildung fristen

Foxi wird nun bis zur Auswilderung  einer Pflegestelle von Gnadenhof und Wildtierrettung Notkleintiere e. V. (www.notkleintiere.de) aufgepäppelt. Wir freuen uns riesig, dass wir ihre Patenschaft übernehmen durften. Foxi wird so aufgezogen werden, dass sie wenig Kontakt zu Menschen hat, damit sie nach ihrer Auswilderung scheu bleibt. 

Hier geht es zur Petition, die weiterhin offen ist, um gegen das Trainieren von Jagdhunden an lebenden Füchsen zu protestieren. Im Text dort sind auch die Einzelheiten zu Foxis Geschichte aufgeführt. 

https://www.change.org/p/ministerium-für-ländliche-entwicklung-umwelt-und-landwirtschaft-des-landes-brandenburg-freiheit-für-foxi-gegen-jagdhundeausbildung-an-lebenden-füchsen

Facebookmail
Facebook
Allgemein

Wann werden es auch die letzten Verblendeten endlich begreifen? Eine (Gast)Wutrede von Wolfsschützer Lutz Lambrecht

Veröffentlicht am
Wann werden es auch die letzten Verblendeten endlich begreifen? Eine (Gast)Wutrede von Wolfsschützer Lutz Lambrecht
Wolfsschützer Lutz Lambrecht kümmert sich um Polarwölfe in einem Tierpark.

 

08.05.2018 – Gastkommentar von Wolfsschützer Lutz Lambrecht

Eine Wutrede

Mal ganz ehrlich gesagt: Es ödet mich an, dass Politiker und vermeintliche Experten ständig gegen den Wolf und seine Rückkehr hetzten! Dabei ist der Wolf gar nicht Schuld an der Misere der Landwirtschaft und Weidetierhalter! Jährlich werden diesen Leuten Milliarden in den Hintern geblasen, obwohl sie sie unsere Umwelt mit Pestiziden vernichten. Sie schädigen die Böden, von denen sie eigentlich leben wollen! Die Tierhalter schütten ihre ach so geliebten Tiere mit Hormonen zu, nur damit sie schneller wachsen und schneller zu Geld gemacht werden.

Da werden Kälber nur mit Milch gefüttert, damit ihr Fleisch reinweiß ist und wenig Eisen enthält. Wie krank ist das denn? Da werden Pferde geschlachtet, nur weil sie nicht die richtige Farbe haben und das alles unter dem Deckmantel der Rassereinheit? Tagtäglich exportieren wir tausende Tonnen von Fleisch um die ganze Welt und die Politik schaut zu! Und nun zum Wolf: seit seiner Rückkehr wird gezetert und gejammert um die armen gerissenen Tiere, die er vermeintlich im Blutrausch getötet haben soll. Schwachsinn! Der Wolf ist in einen Krieg geraten, den er nicht gewollt und nicht verursacht hat.  Er hat sich seine angestammten Lebensräume zurück erobert. Er gehört in unsere Landschaft wie Reh, Hirsch und Wildschwein!

Zwei Lager von Jägern

Der Wolf ist zwischen die Fronten geraten. Da ist auf der einen Seite die konventionelle Landwirtschaft, die um jeden Preis die Ressourcen ausbeutet bis nichts mehr da ist und auf der anderen Seite die ökologisch betriebene Landwirtschaft, die versucht, die Ressourcen so gut es geht im Gleichgewicht zu halten! Und dann sind da noch die Jäger –  auch hier gibt es zwei Lager, auf der einen Seite die, wie ich sie nenne „Massenmörder“. Vielen von diesen Jägern geht es nur um Trophäen, Macht und Geld. Die wollen den Wolf nur als Trophäe, weil er in ihren Augen keinen weiteren wirtschaftlichen Wert hat. Diese Leute schreien immer zuerst „der Wolf muss weg“ und das alles unter dem Deckmantel des vermeintlichen Schutzes der Menschen , dabei hat es in den letzten 50 Jahren in unseren Breiten keinen einzigen Übergriff auf Menschen von einem Wolf gegeben. Oder sie argumentieren über sogenannte Angstherden bei Rehen, was auch Unsinn ist.

Der Wolf ist für Menschen keine Gefahr!

Wir haben in Deutschland eine unendliche Anzahl von Beutetieren, aber nur rund 500 Beutegreifer namens Wolf. Diese Argumentation der konventionellen Jäger ist also auch Unsinn! Wie sagte kürzlich der Präsident des Jagdverbandes: „Der Wolf ist keine Konkurrenz für uns!“ Wo ist also das Problem? Das Problem sind in Wirklichkeit die vielen Hobbyjäger selber. Oft sind diese auch zugleich Bauern und Weidetierhalter, die sich in ihrer Existenz bedroht sehen! Es gibt aber auch noch die ökologisch handelnden Jäger, die nur das schießen, was sie schießen müssen, die darauf abzielen, ein Gleichgewicht im Wald und auf der Flur zu halten!! Ich frage mich sehr oft, bei all den Artikeln, die den Wolf vorverurteilen, ob die Medien bewusst Panik verbreiten, nur um die Auflage zu steigern, oder um was es ihnen eigentlich geht. Der Wolf ist für den Menschen keine Gefahr. Wann werden es auch die letzten Verblendeten begreifen, diese Frage stelle ich mir heute einmal mehr.

Facebookmail
Facebook