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Niedersachsen: mindestens 57 Wolfswelpen nachgewiesen – Interessenskonflikte der Jägerschaft?

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Nachwuchs sei in 19 Rudeln nachgewiesen worden, meldete die Landesjägerschaft Niedersachsen. Ein erfreulicher Zahlentrend, der hoffentlich noch weitere Welpen aufzeigen wird, finden wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V.. Allerdings kritisieren wir nach wie vor, dass ausgerechnet der Jägerschaft, aus der viele Mitglieder den großen Beutegreifern alles andere als positiv gegenüber stehen, vor zehn Jahren die Überwachung des Wolfsbestandes übertragen worden ist. Geradezu eskaliert scheint der Groll auf Wölfe bei vielen Jägern zu sein, seit Umweltminister Lies (SPD) sein Amt inne hat. Wir sehen hier durchaus das Potential zu Interessenkonflikten auch seitens der Jägerschaft und des Umweltministeriums und fordern, das Wolfsmonitoring künftig einem Naturschutzverband zu übergeben.

Beispielbild Wolfswelpe.

Wie jedes Jahr, werden Wolfswelpen Ende April bis Anfang Mai geboren worden. In 21 von 38 Rudeln konnte der Territorienstatus bereits bestätigt werden,“ geben die Jäger weiter bekannt.

Für das Monitoringjahr 2021/2022 könnten bereits mehr als die Hälfte der letztjährig nachgewiesenen Territorien bestätigt werden. Durch sichere C1-Nachweise wurden bislang 57 Welpen erfasst – eine Mindestzahl, die nicht die Realität darstelln würde: oftmals sei es nicht möglich die Gesamtheit der Welpen auf einem Foto/in einem Film aufzunehmen. „Die Welpen wachsen schnell, parallel nimmt ihr Aktionsradius zu, so dass die Nachweiswahrscheinlichkeit ansteigt. Die Anzahl an nachgewiesenen Welpen wird also noch ansteigen, gleiches gilt für die bestätigten Territorien. Weiterhin konnten bislang zwei Besonderheiten festgestellt werden.“

Mehr Wölfe in 2020

Im vergangenen Jahr waren es insgesamt mindestens 80 Welpen in 37 Territorien.

Mehr tote Wölfe in 2021

Bis Anfang August sind in Niedersachsen mehr tote Wölfe entdeckt worden als im gesamten Vorjahr. 33 Funde habe es gegeben, sagte ein Sprecher des Niedersächsischen Umweltministeriums dem NDR  Im gesamten Jahr 2020 seien dagegen nur 31 tote Wölfe gefunden worden. Meist wurden die Tiere Opfer bei Verkehrsunfällen auf Straßen und Schienen. Legale Abschüsse habe es nur vereinzelt gegeben. von 2000 bis 2021 betrug die Anzahl: 145 Totfunde:  10 x Illegale Tötung,  5 x Management,  9 x natürlich,  10 x unklar,  111 x Verkehrsunfall.
Gegen die so geannten „legalen Abschüsse“, die durch Umweltminister Lies veranlasst worden sind, haben wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. Strafanzeige erstattet. In den meisten Fällen ist bislang nicht ermittelt, bzw. sind die Verfahren eingestellt worden.
Alleine dass es zehn unklare Fälle gibt, scheint ein Indiz zu sein, dass die Aufklärung von Wolfstötungen nicht Ernst genug genommen worden sein könnte. Wir vermuten hier auch noch eine hohe Dunkelziffer.

Auszug:

  • Im Territorium Wendisch Evern wurden im vergangenen Monitoringjahr drei territoriale Wölfe festgestellt, so dass der Territorienstatus nachträglich von „Wolfspaar“ auf „Wolfsrudel“ hochgestuft wurde. Der Totfund einer trächtigen Fähe Ende April, gilt als Reproduktionsnachweis für das aktuelle Monitoringjahr. Da diese Reproduktion allerdings durch den Tod der Fähe erloschen ist, bleibt nun zu prüfen, ob es andere Hin- und Nachweise für den Fortbestand eines Rudels gibt.
  • Im Territorium Göhrde wurde eine Doppelreproduktion nachgewiesen. Dies bedeutet, dass zwei Fähen aus dem gleichen Rudel sich mit einem Rüden verpaart haben und anschließend gemeinsam mit den restlichen Rudelmitgliedern die Welpen großziehen. 15 Welpen wurden bislang bestätigt.

Quellen: https://www.wolfsmonitoring.com/newsartikel/news/reproduktionsnachweise

https://www.wolfsmonitoring.com/monitoring/wolfsterritorien

https://www.dbb-wolf.de/Wolfsvorkommen/territorien/status-und-reproduktion?Bundesland=&Jahr=2019

https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/Schon-jetzt-mehr-tote-Woelfe-in-Niedersachsen-als-im-Vorjahr,wolf4562.html

https://www.wolfsmonitoring.com/newsartikel/news/10-jahre-ljn-wolfsmonitoring

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Neunter Wolfsnachweis in Nordrhein-Westfalen

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31.08.18 – LANUV bestätigt Wolfnachweis durch Speichelprobe an einem gerissenen Rotwild Hirschkalb in Schermbeck (Kreis Wesel).

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) bestätigt den Nachweis von Wolf-DNA mit Hilfe einer Speichelprobe, die am 20. Juli 2018 in Schermbeck (Kreis Wesel) an einem Rotwildkalb genommen wurde. Die Speichelprobe wurde untersucht durch das Senckenberg Forschungsinstitut, das im Auftrag von Bundes- und Landesbehörden als „Nationales Referenzzentrum für genetische Untersuchungen bei Luchs und Wolf“ genetische Proben aus ganz Deutschland untersucht. Angaben zur Herkunft des Tieres, zum Alter oder Geschlecht können aufgrund dieser Analyse noch nicht gemacht werden. Eine Rückstellprobe ist derzeit beim Senckenberg Institut noch in Bearbeitung. Allerdings bedeutet dies nicht, dass in Nordrhein-Westfalen nun knapp zehn Wölfe leben. Ein Tier kann auch mehrmals gesichtet werden und es kann sich um Durchzügler aus den Wolfsgebieten im Osten oder Norden von Deutschland handeln. Ein Rudel hat sich in NRW noch nicht etabliert.