Wolf Grindi in akuter Gefahr? Wolfsschutz-Deutschland e. V. befürchtet neue Abschussverfügung unter CDU-Verantwortung

Seit dem Wechsel der Zuständigkeit für den Wolf zum CDU-geführten Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) am 2. April 2026 gibt es auf der offiziellen Seite des Umweltministeriums keine neuen Monitoring-Daten mehr. Die Inhalte werden während der Übergangsphase nicht aktualisiert. Genau in dieser Phase der Unsicherheit ist unsere  UIG-Anfrage zur Abschussgenehmigung des Hornisgrinde-Wolfs „Grindi“ (GW2672m) endlich beantwortet worden. Diese Antwort schätzen wir als alarmierend ein. Außerdem waren wir am 24. März 2026 wieder mit einem Team in Grindis Revier. Lesen Sie hier alle Hintergründe in unserer Fotoreportage.  

Was die Behörden-Antwort offenbart

Nach Ablauf der Abschussgenehmigung am 10. März 2026 gab es weitere vier als „kritisch“ eingestufte Sichtungen: am 11.02., 18.02., 02.03. und 21.03.2026. Die Einordnung als verhaltensauffälliges Tier der Kategorie C3a beruht jedoch nicht auf harten Fakten, wie Rissen oder tatsächlichen Angriffen, sondernauf Behauptungen.
Die Behörden genehmigten für die Vergrämung (bereits seit 20.06.2024) 21 Personen (Namen geschwärzt), die Grindi mit Betäubungsgewehren oder Blasrohren – auch aus dem Auto und mit Nachtsichtgeräten – beschießen durften. Die Maßnahmen erstreckten sich über ein riesiges Gebiet: Gemeinden Baden-Baden, Bühl, Bühlertal, Forbach, Ottersweier, Sasbach und Sasbachwalden sowie das Vogelschutzgebiet Nordschwarzwald, Wälder und Wiesen um Baden-Baden, Talschwarzwald zwischen Bühlertal und Forbach, Wilder See, Hornisgrinde und Oberes Murgtal.
Besonders perfide: Spaziergänger und Wolfsfreunde, die Grindi schützen wollten, wurden beschuldigt, Auerhähne während der Aufzuchtzeit zu stören – während die Behörden selbst mit hohem Personalaufwand (durchschnittlich drei Personen über 20 Wochen à 40 Stunden) massiv nachstellten.
Beispielfoto Wolfsrude.

CDU und Peter Hauk

Mit dem Ressortwechsel liegt das Wolfsmanagement nun beim CDU-Minister Peter Hauk. Die CDU hat im Wahlkampf sogar noch eine deutlich wolfskritischere Linie als Cem Ötzdemier (Grüne) vertreten und schnellere sowie noch einfachere Abschussmöglichkeiten gefordert. Wir befürchten daher, dass unter der neuen Zuständigkeit und nach der Aufnahme ins Bundesjagdrecht und dem Durchgang durch den Bundesrat, bereits eine neue Abschussverfügung für Grindi vorliegt oder in den nächsten Wochen erlassen werden könnte oder sogar schon existieren könnte. Deshalb haben wir eine weitere UIG-Anfrage gestellt.

 

Wolfsfigur an einem Wanderweg bei Herrenwies. © Brigitte Sommer

Einige Nachstellungen im Detail

  • Am 16.07.2024 trat Grindi in eine Soft-Catch-Fußfalle (die wir seit Langem scharf kritisieren), https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/03/17/besenderung-von-woelfen-telemetriedaten-als-grundlage-fuer-kuenftige-abschuesse/ konnte sich aber selbst befreien.
  • Am 22.01.2026 ruhte er auf einem nicht benutzen Skihang; als Menschen brüllend auf ihn zurannten, zog er sich ruhig zurück – auf eine Distanz, die für ein Narkosegewehr zu groß war.
  • Mehrfach versuchten Personen mit Hunden (u. a. 25.02. und 28.02.2025), Begegnungen zu provozieren – genau das, was Wanderern und Touristen später vorgeworfen wurde.
  • Fußfallen, sogar Lockstoffe und die geplante „Hard-Release-Methode“ (die wir bereits im Fall Großhennersdorf scharf kritisiert hatten) kamen zum Einsatz. Eine Expertin von Team Tierschutz bestätigte: Es gibt keinen einzigen wissenschaftlichen Beleg für die Wirksamkeit solcher Vergrämungsmethoden.

Jäger durften Menschen gefährden?

Trotz allem hielt Grindi immer ausreichend Abstand (nie kamen die Verfolger auf 20–25 Meter heran). Insgesamt gab es 180 Sichtungsmeldungen, meist mit mehr als 20 Metern Abstand.
Die Tötungsgenehmigung vom 23.01.2026 beruhte auf einer lediglich „wahrscheinlichen“ oder „vorstellbaren“ Gefahr – eine extrem niedrige Schwelle, die wir in früheren Artikeln bereits als rechtsstaatlich hochproblematisch kritisiert haben. Drei Personen durften Grindi mit halbautomatischen und sogar automatischen Waffen, Nachtsichtgeräten, Bildverstärkern und aus stehenden Fahrzeugen töten. Eine Tötung sollte sogar bei „Gefahr für die Gesundheit der Menschen“ gerechtfertigt sein – obwohl es sich hier nicht nur um eine theoretische, nicht um eine tatsächliche Gefahr handelte. Die Gefahr für Menschen durch die Jäger war allerdings real.

 

Fragwürdige Aktion, die von selbst ernannten Wolfsfreunden geradezu gefordert wurde. Die Frage lautet aber doch, wer wirklich davon profitiert, hohe Strafen für das Begehen von abgesperrten Wegen anzudrohen. Jagdfrevel kann nun so gut wie gar nicht mehr, bzw. unter sehr erschwerten Bedingungen dokumentiert werden. © Brigitte Sommer

 

An fast jedem Weg und fast an jeder Ecke sind neue Wildkameras angebracht. © Brigitte Sommer

 

Mitarbeiterin der Nationalparkverwaltung mit Jagdhunden. Viele glauben noch immer, die Natonalparkverwaltung wäre wie die FVA, auf „der Seite von Grindi“. Dabei sind diese Behörden weisungsgebunden und der Regierung unterstellt. Auf der Webseite der Parkverwaltung heißt es, dass die Behördenmitarbeiter auch jagen. Foto: Privat.

 

Fahrzeug der Nationalparkverwaltung. © Privat

 

Hoher Personal- und Kostenaufwand auf Steuerzahlerkosten

Der Personalaufwand für die Nachstellungen und Vergrämungsversuche belief sich auf mindestens 20 Wochen à 40 Stunden mit durchschnittlich drei Personen – das entspricht rund 2.400 Arbeitsstunden. Bei einem konservativen Stundensatz von 60–80 € (inkl. Überstundenzuschläge, Fahrzeuge, Ausrüstung wie Nachtsichtgeräte, Betäubungsgewehre, Lockstoffe und Logistik) ergibt sich allein für diesen Einsatz eine Kostenschätzung von 144.000 bis 192.000 Euro. Hinzu kommen noch Kosten für die Soft-Catch-Fußfallen, die geplante Besenderung und die vorbereitete „Hard-Release“-Vergrämung. Trotz dieses enormen Aufwands und der massiven Nachstellungen zeigte Grindi weiterhin scheues Verhalten und hielt stets ausreichend Abstand.

 

Geheimes Jagdhaus zwischen Badener Höhe und Sandsee? Außen wirkt das Gebäude verfallen, doch inen ist es sogar mit Laminatboden und Regalen eingerichtet, plus Ausguck im Dach. Foto: Privat.

 

Die Abschussgenehmigung

Eine realistische Kostenschätzung für die Bereitstellung und den Einsatz dieses Kommandos (Waffen, Optiken, Nachtsichttechnik, Munition, Fahrzeuge, Schulungen und Bereitschaft) liegt bei mindestens 35.000 bis 60.000 Euro. Hochwertige Nachtsicht- und Wärmebildgeräte der verwendeten Klasse kosten pro Set schnell 8.000–15.000 €, spezielle Schalldämpfer und automatische Waffen für Behörden zusätzlich mehrere Tausend Euro pro Einheit. Dazu kommen laufende Kosten für Bereitschaft, Wartung und Munition.Gesamtkosten-Schätzung für Nachstellungen + Abschussvorbereitung: 180.000 – 250.000 Euro allein für die Verfolgung und Tötungsvorbereitung eines einzelnen, scheuen aber neugierigen Wolfs – auf Kosten der baden-württembergischen Steuerzahler.

 

Fakt ist, dass im Nationalpark gejagt wird. Hochsitze sind überall zu finden. © Brigitte Sommer

 

Wegeabsperrungen schützen vor allem das Tun der Jäger. Ob hier tatsächlich Tiere geschützt werden, ist fragwürdig, denn es handelt sich um ganz normal ausgebaute Wege. © Brigitte Sommer

 

Warum werden ganz normale Wege gesperrt? © Brigitte Sommer

 

Für Jäger gilt das Wegegebot nicht. © Brigitte Sommer

 

Auch wahre Wolfsfreunde laufen hier Patrouille. Jemand hat hier unseren Aufkleber hinterlassen. © Brigitte Sommer

 

Der Sandsee war früher einmal ein Badesee © Brigitte Sommer

Überall werden neue Kamerafallen installiert. Hier im Film

Am 24. März gingen wir noch von neuen Besenderungsversuchen aus. Inzwischen schätzen wir, dass auch eine neue Abschussverfügung ausgestellt werden könnte.

 

Im Nationalpark Nordschwarzwald erhebt sich der historische Aussichtsturm des Schwarzwaldvereins auf dem höchsten Punkt Baden-Badens. Erbaut 1890/91 zu Ehren von Großherzog Friedrich I. von Baden, bietet er nach ca. 150 Stufen eine beeindruckende Rundumsicht über den Nordschwarzwald, die Rheinebene und bei klarer Sicht bis zu den Vogesen und den Alpen. Aufgenommen vom Wanderweg unterhalb – ein klassisches und lohnendes Ausflugsziel für alle Naturfreunde. © Brigitte Sommer

 

Friedrichturm. © Brigitte Sommer

 

Diese Wandertouren sind empfehlenswert.

 

Hündin Albas Aufgabe ist ist es, Wolfslosung zu finden. Das gibt uns einen Überblick über das Territorium. Foto: Privat.

 

Blick vom Friedrichsturm auf Herrenwies. © Brigitte Sommer

 

Blick auf den Sandsee. © Brigitte Sommer

 

Blick auf den Sandsee. © Brigitte Sommer

 

Am Rand des Nationalparks befinden sich große, gerodete Flächen. Hier Badener Höhe Richtung Sand. © Brigitte Sommer

 

Massive Fällungen im Film

 

 

 

Blick von unterhalb der Hornisgrinde Richtung Straßburg. © Brigitte Sommer

 

In dem Gebiet gibt es nur normalen Tourismus, keinen Wolfstourismus. Bei Unterstmatt ist die Gastronomie auch auf Biker eingestellt. © Brigitte Sommer

 

Straße vom Mehliskopf Richtung Herrenwies. Im Winter sind die Parkplätze auf der linken Seite voll belegt. © Brigitte Sommer

 

Blick auf die Kirche von Herrenwies. © Brigitte Sommer

 

Skianlage und Sommerrodelbahn am Mehliskopf. © Brigitte Sommer

 

Blick Richtung Bühl und Bühlertal. © Brigitte Sommer

 

Ziemlich sicher ein Trittsiegel von Grindi. © Brigitte Sommer

 

Inzwischen dürften einige Mobber verstanden haben, dass sich weder unser Verein Wolfsschutz-Deutschland e. V. noch unsere Vorsitzende diffamierende Lügen gefallen lassen. Wir sind bereits gegen einige Leute juristisch vorgegangen. Aus rechtlichen Gründen dürfen wir den Verfasser nicht mit Namen zeigen. Wer ihn jedoch kennt und eine Anschrift hat,  darf sich gerne bei uns melden. Wir sicheern natürlich, wie immer, Quellenschutz zu.

 

Es dokumentierten Gudrun, Brigitte und Wolfslosungssuchhündin Alba, die natürlich kastriert, immer an der Leine im Einsatz und zudem ein Podenco aus dem Tierschutz ist. Es kursieren noch immer boshafte Lügengeschichten, in denen behauptet wird, unser Team sei im Februar mit zwei Hunden unterwegs gewesen, unter anderem sogar einer läufigen Hündin, um illegal zu züchten. Fakt ist, dass die unkastrierte Wolfshündin Liv bei keinem der Einsätze in Grindis Territorium dabei war. Die Wolfshündin Liv lebt seit sechs Jahren in der Familie und Familie Sommer hat überhaupt keine Absicht, zu züchten. Auch nicht in Zukunft. Foto: Privat.

Rückblick und Mobbing gegen Brigitte Sommer

In unseren früheren Artikeln haben wir die fragwürdige Einstufung, die mangelnde Verhältnismäßigkeit und die teuren, wissenschaftlich zweifelhaften Methoden kritisiert. Besonders perfide war das Mobbing gegen unsere Vorsitzende Brigitte Sommer, nach einer zufälligen Begegnung mit Grindi, die von einem SWR-Team, das am Treffpunkt aufgelauert hatte, gefilmt worden war. O-Töne wurden im Bericht aus dem Zusammenhang gerissen. Die Vergrämung von Grindi und die Aussage, dass es keinen Wolfstourismus dort gibt, wurden heraus geschnitten. Da das Senckenberg-Institut nicht für unseren Verein analysiert, unterscheiden wir Wölfe in den Gebieten durch ihr Aussehen. Voraussetzung dafür sind möglichst gute Fotos. Natürlich hat Brigitte Sommer hochauflösende Fotos für unser internes Wolfsmonitoring gemacht. Wir konnte so auch noch vor Kurzem so durch eine Meldung an uns bestätigt sehen, dass es sich tatsächlich um Grindi gehandelt hat. Wir geben weder Bilder die wir erstellen, noch Bilder von Meldungen an uns heraus. Teile der Medien und einige Einheimische warfen Brigitte Sommer „Wolfstourismus“ vor. Ironischerweise organisierten genau jene Personen später die „Schutz-Wanderungen“, meldeten die genauen Touren an die Behörden weiter und stellten sich als Helden dar, zum Beispiel mit geteilten Wolf-Menschen-Profilbildchen und in diversen Zeitungsartikeln. Grindi hat also hauptsächlich wegen seiner eigenen Schläue diese Zeit lebend überstanden. 
Inzwischen ist die Porfilneurosen-Karawane thematisch zum Wal in der Ostsee weitergezogen, kreiert KI-Liedchen und fühlt sich erneut als Experte. Es gab Flyer-Aktionen einer Art Bürgerwehr gegen Touristen, Forderungen nach Wegeabsperrungen und Freude über Strafen bis 10.000 Euro.

Unsere Forderung

Statt fast einer Viertelmillion Euro für tierquälerische Nachstellungen und ein teures Erschießungskommando brauchen wir endlich echten, präventiven Herdenschutz und eine sachliche, wissenschaftsbasierte Wolfspolitik ohne Panikmache. Im Territorium von Grindi braucht es jetzt tatsächlich echte Freunde des Wolfs. Wer das endlich verstanden hat, ist in unserem Team herzlich willkommen.

Wolfsschutz-Deutschland e. V. – Wir bleiben dran und lassen nicht locker.

 

Und wir verlosen noch einmal eine Tasse, einfach Blog abbonieren:

 

Hündin Alba war selbstverständlich auch am Parkplatz an der Leine, sie sah ledidlich eine Katze. Im Einsatz ist sie still.

Quellen:

Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

Doch wir Helfer brauchen auch Hilfe. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende. Auch mit einem Dauerauftrag von 5 Euro im Monat können wir viel Gutes tun und weiter für unsere Wölfe kämpfen. https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

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Behörde bestätigt: Jungwolf Alster benimmt sich natürlich mustergültig

Vor fast vier Wochen sorgte der junge Wolf „Alster“ in Hamburg-Altona für Schlagzeilen. Am 30. März 2026 verirrte sich das entkräftete Jungtier in eine Einkaufspassage in der Großen Bergstraße (Nähe IKEA), geriet in Todesangst und verletzte eine 65-jährige Frau, die ihm helfen wollte. Das Tier floh anschließend in die Binnenalster und wurde geborgen. Heute liegt uns eine aktuelle Stellungnahme der Pressestelle der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) vor.

Alster war völlig erschöpft aus der Alster geborgen worden. Beispielfoto schwimmender Wolf. © Brigitte Sommer

 

Auf unsere Nachfrage, ob die Behörde eingeräumt hätte, dass es sich nicht um einen Biss gehandelt habe,  teilte ein Pressesprecher mit: Eine derartige Äußerung kann ich Ihnen nicht bestätigen. Wir gehen nach dem Polizeibericht und Zeugenaussagen von einem Biss aus.“
Gleichzeitig beschreibt die Behörde den Hergang exakt so, wie wir ihn von Anfang an eingeordnet haben:„Der Wolf hat das Hamburger Stadtgebiet vermutlich im Westen betreten. Es handelte sich um ein Jungtier in der Abwanderungsphase auf der Suche nach einem eigenen Revier. Dabei legen Wölfe weite Strecken zurück und können sich – wie in diesem Ausnahmefall – in urbanes Gebiet verirren. Das Tier zeigte über Tage, in denen es sich gestresst und verirrt im Hamburger Stadtgebiet aufhielt, dennoch ein artentypisches, scheues Fluchtverhalten und mied Menschen. Im Moment des Vorfalls, bei dem eine Frau verletzt wurde, war der Wolf offenbar in einer außergewöhnlichen Stresssituation.“ Der Wolf verhält sich derzeit arttypisch und unauffällig. Wo genau er ausgewildert wurde, kommuniziert die Behörde allerdings nicht.
Verschiedene Zeitungen berichteten von einer Freilassung in der Fischbeker Heide – eine offizielle Bestätigung liegt bis heute nicht vor.

Jungwölfe auf Wanderschaft: Natur pur

Jungwölfe in der Abwanderungsphase (meist 1–2 Jahre alt) verlassen ihr Geburtsrudel, um ein eigenes Revier zu finden. Sie legen dabei oft Hunderte Kilometer zurück – bis zu 70 km an einem Tag. Ohne Karte oder Kompass ist es normal, dass sie durch Ortschaften, Felder oder städtische Randgebiete streifen. Ihr Verhalten bleibt dabei typischerweise scheu und fluchtbetont – solange keine extreme Stresssituation eintritt. Genau das war bei Alster der Fall.
Besonders bedauerlich ist, dass selbst manche Wolfsfreunde und Unterstützer zunächst nicht einräumen wollten, dass auch ein Wolf in einer solchen Extremsituation schnappen kann. Wer nicht zugeben mag, dass auch ein Wolf mal beißen kann, versetzt sich selbst in eine schlechtere argumentative Position. Denn genau dann, wenn es tatsächlich einmal passiert, können Medien und Behörden den Fall umso stärker instrumentalisieren und zur Panikmache nutzen. Diese Haltung entspringt letztlich demselben Rotkäppchensyndrom – nur von der anderen Seite: Ein panisches, in die Enge getriebenes Jungtier kann in Todesangst zuschnappen oder beißen – das ist eine ganz normale biologische Notwehrreaktion und kein Angriff. Wer das leugnet, schadet nicht nur einer sachlichen Debatte, sondern letztlich auch dem ernsthaften Wolfsschutz.
Beispielfoto Jungwolf.

Unsere Forderung bleibt klar:

Alster hat gezeigt, dass er ein normales Jungtier ist, das sich in einer extremen Ausnahmesituation befunden hatte. Er verdient eine echte Freilassung ohne GPS-Sender. Transparenz beim Polizeibericht und beim genauen Auswilderungsort wäre tatsächlich in diesem ein wichtiger Schritt, denn die Daten des Senders gehen an die Jäger. 
Quellen:

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Zehn tote Wölfe in Italien: Die gefährlichen Folgen der Rückstufung und Hasspropaganda

Bereits im Januar 2026 warnte Wolfsschutz-Deutschland e.V. in dem Artikel „EU-Wolfsherabstufung: Italien jagt, Spanien widersteht – doch der wahre Konflikt liegt woanders“ vor den Konsequenzen der Herabstufung des Wolfs in der EU. Nur knapp drei Monate später bestätigen sich diese Befürchtungen auf dramatische Weise. Ganz Rudel werden illegal, teils durch Gift, ausgelöscht. 

Im Parco Nazionale d’Abruzzo, Lazio e Molise, einem der wichtigsten Schutzgebiete für den Apennin-Wolf, wurden innerhalb weniger Tage zehn Wölfe vergiftet. Fünf Tiere wurden in der Region Pescasseroli gefunden, fünf weitere am 15. April bei Alfedena (San Francesco) in der „Area Contigua“ des Parks. Bei einem der Funde wurde offenbar ein ganzes kleines Rudel ausgelöscht. Die Kadaver lagen verstreut, daneben fanden sich Reste von Giftködern. Die Staatsanwaltschaft Sulmona ermittelt wegen schwerer Umweltstraftaten und gezielter Wilderei. Der Parkdirektor und WWF sprechen von einem der schwersten Wildtierverbrechen der letzten Jahre.
Beispielfoto Wölfe.
„Bären und Wölfe sind Ausdruck der Kultur dieses Landes, und ich habe angeordnet, die Tötung dieser Tiere oder Brandstiftungsfälle niemals oberflächlich zu behandeln“, bestätigte der Oberstaatsanwalt Luciano D’Angelo dem Blatt Corriere della Sera. Und weiter: „Die ersten Untersuchungen sagen uns, dass es sich um Gift handelt, später werden wir genau wissen, welches. Wir gehen vor, als ob – entschuldigen Sie den respektlosen Vergleich – Menschen getötet worden wären. Meiner Ansicht nach ist das nicht das Werk eines Jägers oder eines Verrückten. Der Vorfall ist schwerwiegend und als solcher werden wir ihn behandeln, beginnend mit dem Straftatbestand, mit dem wir das Verfahren eröffnet haben, nämlich der ungerechtfertigten Tötung von Tieren.“ Auch der Direktor des Parks, Luciano Sammarone, zeigte größte Besorgnis: „Es geht nicht nur um den Verlust einiger Individuen“, wurde er im Corriere della Sera zitiert. Weiter: „Mit hoher Wahrscheinlichkeit wurde in Alfedena ein ganzes Rudel ausgelöscht, und das bedeutet, dass die biologischen und ökosystemischen Folgen erheblich sein werden. Das Gift dann… ist der feigste Akt überhaupt. Unterschiedslos. Man weiß nicht, was man tötet. Man kann Wölfe treffen, aber auch Füchse, Hunde und andere Haus- oder Wildtiere. Es ist pure Gewalt.“

Aktuelle Situation in Italien

In Italien leben derzeit etwa 3.000 bis 3.500 Wölfe (ISPRA-Schätzung 2026). Seit Januar 2026 gilt der Wolf nicht mehr als streng geschützt. Auf Druck von Landwirtschafts- und Jägerverbänden wurde eine jährliche Quote von bis zu 160 legalen Abschüssen eingeführt. Bisher wurden davon nur sehr wenige tatsächlich umgesetzt. Gleichzeitig hat sich die Zahl illegaler Tötungen deutlich erhöht. Allein in Piemont wurden seit Jahresbeginn bereits 18 tote Wölfe geborgen, viele davon vermutlich durch Gift oder Wilderei. Nutztierrisse durch Wölfe machen EU-weit nur etwa 0,6–1 % aller Nutztierverluste aus. Dennoch werden einzelne Fälle medial stark aufgebauscht.

Die Rolle von Politik und Medien

Politik und große Teile der Medien tragen erheblich zur Verschärfung des Klimas bei. Durch einseitige, emotional aufgeladene Berichterstattung, die einzelne Risse reißerisch herausstellt, während erfolgreicher Herdenschutz oder die ökologische Bedeutung des Wolfs kaum erwähnt werden, wird regelmäßig Hass und Wut auf den Wolf geschürt. Der Wolf dient als willkommener Sündenbock, um von strukturellen Problemen der Landwirtschaft abzulenken.
Beispielfoto Wölfe.

WWF Italy: Große Möglichkeiten – zu wenig konkrete Unterstützung

Der WWF Italy verurteilt die Vorfälle zu Recht öffentlich. Mit seinen erheblichen finanziellen und politischen Ressourcen könnte die Organisation jedoch deutlich mehr leisten – etwa durch konkrete Unterstützung der Carabinieri Forestali bei Ermittlungen (Finanzierung von Laboranalysen, Spürhunden oder Hinweis-Systemen). Bisher bleiben es meist bei Pressemitteilungen.
Wolfsschutz-Deutschland e.V. lehnt Abschüsse jeglicher Art strikt ab. Konflikte müssen ausschließlich durch konsequenten Herdenschutz, Prävention und sachliche Aufklärung gelöst werden – nicht durch Tötungen.
Fazit: Die zehn vergifteten Wölfe in den Abruzzen sind ein dramatisches Warnsignal. Sie zeigen, dass die politische Herabstufung und die mediale Hetze nicht zu weniger Konflikten führen, sondern zu einer gefährlichen Normalisierung der Verfolgung.

Wolfsschutz-Deutschland e.V. fordert unverändert:

  • Strengen und dauerhaften Schutz des Wolfs ohne jegliche Abschuss-Ausnahmen
  • Wirksamen, flächendeckenden Herdenschutz statt Symbolpolitik
  • Ausgewogene und faktenbasierte Berichterstattung statt Hetze
  • Echte europäische Solidarität im Wolfsschutz.

 

Quellen:

Unser Artikel vom Januar:

https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/01/27/eu-wolfsherabstufung-italien-jagt-spanien-widersteht-doch-der-wahre-konflikt-liegt-woanders/

WWF Italia (offizielle Stellungnahme, ca. 16.–18. April 2026): „Eines der schwersten Naturverbrechen der letzten 10 Jahre“.
https://www.wwf.it/pandanews/animali/10-lupi-uccisi-nel-parco-nazionale-dabruzzo-lazio-e-molise/

Corriere della Sera (17. April 2026): „La strage dei lupi“ – detaillierter Artikel mit Aussagen der Staatsanwaltschaft.
https://www.corriere.it/cronache/26_aprile_17/la-strage-dei-lupi-10-esemplari-avvelenati-in-pochi-giorni-aperto-un-fascicolo-a0adf5bd-d131-499e-8f66-77e4d0906xlk.shtml

Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

Doch wir Helfer brauchen auch Hilfe. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende. Auch mit einem Dauerauftrag von 5 Euro im Monat können wir viel Gutes tun und weiter für unsere Wölfe kämpfen. https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

Oder:

Wolfsschutz-Deutschland e.V.
Berliner Sparkasse
IBAN DE79 1005 0000 0190 7118 84
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Warum Wölfe beste Freunde brauchen: Das Leben im Wolfsrudel

Stell dir vor, du lebst in einer großen, engen Familie. Alle helfen sich gegenseitig. Es gibt mal Streit, aber danach versöhnt man sich schnell. Man spielt zusammen, teilt das Essen und passt aufeinander auf. Genau so leben Wölfe. Viele Menschen glauben, Wölfe sind einsame, wilde Tiere oder böse Chefs, die in einem Rudel herrschen. Das ist ein altes Bild aus Filmen und Geschichten. In Wirklichkeit sind Wölfe sehr soziale Tiere. Sie brauchen echte Freundschaften und enge Bindungen, um zu überleben. Ohne das Rudel wäre das Leben für einen Wolf sehr schwer. In diesem Artikel erklären wir alles in leichter Sprache. 

Wir schauen uns an, wie ein Wolfsrudel wirklich funktioniert. Wir erzählen von Freundschaften, Spiel, Streit und Versöhnung. Und wir sehen, was Wissenschaftler herausgefunden haben. Am Ende lernen wir, was wir Menschen von den Wölfen mitnehmen können.

Als würden die Zwei für ein Selfie posieren.

Was ist ein Wolfsrudel wirklich?

So sieht eine Wolfsfamilie aus.
Ein Rudel ist eine Familie. Es gibt ein Mama-Wolf und ein Papa-Wolf. Sie bleiben oft ihr ganzes Leben zusammen. Dazu kommen die Kinder aus den letzten ein oder zwei Jahren. Die Welpen sind noch jung und lernen von den Großen. Die Eltern sind die Leiter des Rudels. Nicht weil sie ständig kämpfen, sondern weil sie die Erwachsenen sind. Die Jungen folgen ihnen ganz natürlich. Früher dachten viele Forscher, es gäbe strenge „Alpha-Wölfe“, die mit Macht regieren. Diese Idee kam aus Beobachtungen im Zoo. Dort lebten fremde Wölfe zusammen, die nicht verwandt waren. Es gab viele Kämpfe. Der amerikanische Forscher L. David Mech hat das später klargestellt. In der freien Natur sind Rudel fast immer Familien. Der „Alpha-Mythos“ passt nicht zu wilden Wölfen. Mech sagt: Die Eltern leiten das Rudel einfach durch Erfahrung und Alter. Ein Rudel hat meist 5 bis 12 Tiere. Manchmal werden es mehr, wenn die Jungen etwas länger bleiben. Wenn die jungen Wölfe zwei Jahre alt sind, gehen viele weg und wandern lange Strecken. Sie suchen einen Partner und gründen ein eigenes Rudel.

Wie zeigen Wölfe Freundschaft?

Auch Wölfe haben beste Freunde.

Wölfe haben echte enge Bindungen. Man kann sie fast „beste Freunde“ nennen.

Erstens: Gegenseitiges Putzen. Die Wölfe lecken sich das Fell und putzen einander. Das hält das Fell sauber und ist gleichzeitig ein Zeichen von Zuneigung. Es ist wie eine Umarmung oder „Ich mag dich“ sagen. Wölfe verbringen viel Zeit damit, besonders mit ihren Lieblings-Rudelmitgliedern.
Zweitens: Zusammen spielen. Auch erwachsene Wölfe spielen gerne. Sie rennen hintereinander her, balgen sanft und springen. Spiel hilft, dass alle sich gut verstehen und Vertrauen aufbauen. Es macht Spaß und löst Spannungen.
Wolfsmutter mit einem Welpen. Alle Welpen kommen Ende April, Anfang Mai auf die Welt.
Drittens: Futter teilen. Wenn ein Wolf auf Jagd war und etwas gefangen hat, bringt er oft Essen für die anderen mit. Besonders für die Welpen und kranke Tiere. Die Wölfe würgen das Fleisch wieder hoch. Das zeigt große Hilfsbereitschaft.
Viertens: Große Begrüßungen. Kommt ein Wolf von der Jagd zurück, freuen sich alle riesig. Sie wedeln mit dem Schwanz, lecken sich die Schnauzen und Gesichter und heulen zusammen. Das ist ein richtiges Willkommensfest. Es zeigt: „Schön, dass du wieder da bist!“
Fünftens: Trost und Hilfe. Ist ein Wolf verletzt oder traurig, kommen andere und spenden Nähe. Sie legen sich neben ihn oder lecken ihn sanft. Wissenschaftler haben beobachtet, dass Wölfe sogar trauern, wenn ein Rudelmitglied stirbt. Sie wirken dann ruhiger und suchen Nähe zu den anderen.
Wölfe haben Lieblingswölfe. Das bedeutet: Manche Wölfe mögen bestimmte andere besonders gern. Mit ihnen verbringen sie mehr Zeit, jagen zusammen oder ruhen nebeneinander. Studien zeigen, dass diese besonderen Freundschaften das Rudel stärker machen.

Streit und Versöhnung

Ein Pechvogel muss sich hier nach einem Streit unterwerfen.
In jedem Rudel gibt es mal Streit. Es geht um Futter, einen guten Schlafplatz oder Aufmerksamkeit. Die Wölfe zeigen mit Körpersprache, wer gerade stärker ist: Einer macht sich groß und stellt die Ohren auf, der andere macht sich klein und legt die Ohren zurück. Meist enden die Kämpfe ohne schwere Verletzungen.
Das Besondere bei Wölfen: Sie versöhnen sich danach oft schnell. Die italienischen Forscherinnen Giada Cordoni und Elisabetta Palagi haben das 2008 genau untersucht. Sie beobachteten Wölfe im Zoo. Nach einem Streit gehen die Tiere oft aufeinander zu. Sie berühren sich mit der Nase, lecken sich oder legen sich nah zusammen. Das nennt man Versöhnung. Es hilft, die Freundschaft wiederherzustellen.Eine weitere Studie von Simona Cafazzo und ihrem Team aus dem Jahr 2018 verglich Wölfe mit Hunden. Wölfe versöhnen sich viel öfter aktiv als Hunde. Bei Wölfen liegt die Versöhnungsrate oft bei 40 bis 50 Prozent aller Streits. Warum? Weil Wölfe viel stärker aufeinander angewiesen sind. Sie jagen zusammen große Beute, verteidigen ein großes Revier und ziehen die Welpen gemeinsam groß. Ohne guten Zusammenhalt würde das Rudel nicht überleben.

Warum sind diese Freundschaften so wichtig?

Das Rudel funktioniert wie ein Team. Eine einzelne Wölfin oder ein einzelner Wolf hat es schwer. Gemeinsam können sie große Hirsche oder Elche jagen. Sie passen auf die Welpen auf, während andere jagen. Sie verteidigen ihr Gebiet gegen andere Rudel oder Bären.Enge Freundschaften machen das alles möglich. Sie schaffen Vertrauen. Sie sorgen dafür, dass Konflikte nicht das ganze Rudel schwächen. Wölfe sind sogar kooperativer als viele andere Tiere. Sie helfen nicht nur Verwandten, sondern auch engen Freunden im Rudel.
Eine Studie von 2013 zeigte: Wölfe heulen besonders viel, wenn ein enger Freund oder ein wichtiges Rudelmitglied weg ist. Das Heulen ist nicht nur wegen Angst, sondern auch wegen der starken Bindung.

Wölfe und Menschen

Das Foto zeigt Wolfsforscher Toni Seiler, der auch Mitglied in unserem Verein Wolfsschutz-Deutschland e.V. war und leider schon verstorben ist,  mit seiner Wölfin Inge. Foto: Privat.
Auch zu Menschen können sozialisierte Wölfe enge Bindungen aufbauen. Wenn Welpen von Menschen aufgezogen werden, suchen sie später Nähe, zeigen Freude und unterscheiden zwischen bekannten und fremden Personen. Sie sind aber nicht so folgsam wie Hunde. Wölfe behalten mehr ihre eigene Meinung. Das zeigt: Die Fähigkeit zu Freundschaften ist bei Wölfen tief verwurzelt.

Was können wir Menschen von Wölfen lernen?

Wölfe lehren uns viel über Zusammenhalt. In unserer schnellen Welt vergessen wir manchmal, wie wichtig echte Freunde und Familie sind. Wölfe zeigen:

  • Streit gehört dazu, aber Versöhnung ist wichtig.
  • Gemeinsam sind wir stärker.
  • Hilfsbereitschaft und Nähe machen das Leben besser.
  • Auch Erwachsene dürfen spielen und Spaß haben.

In Schulen, Teams oder Familien können wir uns fragen: Wie können wir besser aufeinander achten? Wie lösen wir Konflikte friedlich? Wie gehen wir mit Andersdenkenden um? 

Wölfe sind keine einsamen Jäger und keine brutalen Chefs. Sie sind soziale Tiere mit echten Freundschaften, Loyalität und starken Gefühlen. Ihr Leben im Rudel zeigt, wie wichtig enge Bindungen für das Überleben sind.
Wissenschaftler haben uns das klar gezeigt: Wenn wir Wölfe besser verstehen, respektieren wir sie mehr und schützen ihren Lebensraum.

Vielleicht können wir uns ein bisschen wie Wölfe verhalten: treu zu unseren Freunden stehen, nach Streit die Hand reichen und zusammen stark sein, auch wenn wir total unterschiedlich sind. 

 

Quatsch zusammem machen können Wölfe auch.
Quellen für Lehrer, Eltern und weiter Interessierte:

. L. David Mech – Der Alpha-Mythos (1999)

2. Cordoni & Palagi (2008) – Versöhnung nach Streit bei Wölfen. Dies ist eine der ersten Studien, die Versöhnungsverhalten bei Wölfen klar nachgewiesen hat.
Volltext (ResearchGate oder ähnlich): Suche nach „Cordoni Palagi 2008 reconciliation wolves“. Eine direkte Version findest du oft über Universitätsbibliotheken.
3. Cafazzo et al. (2018) – Wölfe versöhnen sich, Hunde vermeiden Konflikte

4. Cordoni et al. (2019) – „Back to the Future: A Glance Over Wolf Social Behavior“

  • Open Access Volltext:
    https://www.mdpi.com/2076-2615/9/11/991
    (Sehr gute Übersicht zu Kooperation, Spiel, Trost und sozialem Verhalten bei Wölfen.)
  • Unser kleiner Comic „Ein Jahr im Leben der Wölfe“ (entstanden zusammen mit Wolfsforscher Toni Seiler) Geschenke

5. Mazzini et al. (2013) – Heulen und Beziehungsqualität

Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

Doch wir Helfer brauchen auch Hilfe. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende. Auch mit einem Dauerauftrag von 5 Euro im Monat können wir viel Gutes tun und weiter für unsere Wölfe kämpfen. https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

Raben und Wölfe: Die cleversten Strategen des Waldes – Neue Studie enthüllt erstaunliche Intelligenz

Sie zählen zu den intelligentesten Tiere der Welt: Raben. Und sie haben eine ganz besondere Beziehung zu einem anderen hochintelligenten Jäger – dem Wolf. Eine im März 2026 im Fachmagazin Science veröffentlichte Studie zeigt nun, wie raffiniert diese Partnerschaft wirklich ist.

Nicht nur Mitläufer – sondern clevere Planer

Bisher ging man davon aus, dass Raben einfach den Wölfen folgen, um an die Reste ihrer Beute zu gelangen. Die neue Studie aus dem Yellowstone Nationalpark beweist jedoch: Die Raben sind viel schlauer. Forscher um Matthias-Claudio Loretto (Vetmeduni Wien und Max-Planck-Institut) haben über zweieinhalb Jahre hinweg 69 Raben mit GPS-Sendern ausgestattet und ihre Bewegungen mit denen von 20 Wölfen und 11 Pumas verglichen. Das Ergebnis ist beeindruckend: Die Raben merken sich die Orte, an denen Wölfe besonders erfolgreich jagen – sogenannte „Kill-Hotspots“. Anstatt den Wölfen ständig hinterherzufliegen, kehren sie gezielt zu diesen erfolgreichen Stellen zurück. Teilweise aus Entfernungen von bis zu 155 Kilometern! Wie ein guter Gastronom, der seine Lieblingsrestaurants im Gedächtnis hat und sie regelmäßig anfliegt.

Ein hochentwickeltes räumliches Gedächtnis

Raben nutzen also nicht nur Zufall oder ständige Begleitung, sondern ein ausgezeichnetes räumliches Gedächtnis. Sie lernen aus Erfahrung, wo es sich lohnt zu suchen – und planen ihre Flüge entsprechend. Das zeigt eine kognitive Leistung, die man bisher eher bei Säugetieren wie Elefanten oder Schimpansen vermutet hätte. Trotzdem bleibt die enge Beziehung zwischen Raben und Wölfen bestehen. Raben profitieren enorm von den Rissen der Wölfe. Umgekehrt helfen Raben den Wölfen manchmal, indem sie laut rufen, wenn sie einen Kadaver entdecken, oder sogar spielerisch mit den Welpen interagieren.

Warum diese Studie wichtig ist

Die Forschung unterstreicht einmal mehr, wie komplex und intelligent das Zusammenspiel von Beutegreifern und Aasfressern in intakten Ökosystemen ist. Wölfe als „Ökosystem-Ingenieure“ schaffen nicht nur durch ihre Jagd Lebensraum für viele andere Arten – sie ermöglichen auch hochentwickelte Verhaltensstrategien bei Raben. Für den Wolfsschutz ist diese Studie ein weiteres starkes Argument: Der Wolf ist ein zentraler Bestandteil eines funktionierenden, biodiversen Ökosystems. Wo Wölfe leben, profitieren auch andere hochintelligente Arten wie die Raben.

Faszinierende Intelligenz in unserer Natur

Raben können Werkzeuge benutzen, Gesichter erkennen und komplexe soziale Beziehungen pflegen. Dass sie nun auch noch strategische „Hotspot-Karten“ im Kopf zu haben scheinen, macht sie zu wahren Meistern der Anpassung. Diese neue Studie erinnert uns daran, wie wenig wir noch über die faszinierenden Zusammenhänge in der Natur wissen – und wie wichtig es ist, Beutegreifer wie den Wolf zu schützen, damit solche natürlichen Wunder weiter existieren können.
Der Wolf und der Rabe – ein uraltes Dream-Team.
Originalstudie in Science (12. März 2026):„Ravens anticipate wolf kill sites across broad scales“
von Matthias-Claudio Loretto u. a.
Link: https://www.science.org/doi/10.1126/science.adz9467

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Verordnete Wolfstötungen in Österreich: Warum tun die großen Verbände zu wenig?

Während in Deutschland ab Sommer 2026 in mehreren Bundesländern die Tötung von Wölfen  und sogar eine Jagd auf Wölfe deutlich erleichtert wird, zeigt Österreich bereits jetzt, wohin der Weg führt: In den ersten beiden Monaten 2026 wurden bereits sieben Wölfe „legal“ getötet – fünf in Kärnten, zwei in Tirol. Alles auf Basis von Verordnungen. Gleichzeitig plant Salzburg als erstes Bundesland eine fixe präventive Tötungs-Quote von zwei Wölfen pro Jahr – ohne vorherigen Nutztierriss, einfach „zum Schutz der Almwirtschaft“. Das neue Gutachten des Instituts für Naturschutz und Naturschutzrecht Tübingen vom März 2026 ist eindeutig: Solche Wolfstötungen sind in Österreich derzeit unionsrechtswidrig. Und trotzdem gehen die Tötungen weiter.

 

Das neue Gutachten vom 24. März 2026

Das Rechtsgutachten des Instituts für Naturschutz und Naturschutzrecht Tübingen (im Auftrag von ANCA – Austrian Nature Conservation Agency) kommt zu einem eindeutigen Ergebnis:
Wolfsentnahmen in Österreich sind derzeit unionsrechtlich nicht rechtmäßig.

  • Warum? Der Wolf muss sich in einem günstigen Erhaltungszustand befinden (FFH-Richtlinie, Anhang V). Österreich hat das selbst in seinem offiziellen Artikel-17-Bericht an die EU verneint. Der Bestand ist zu klein, zu fragmentiert und viele Gebiete sind nicht dauerhaft besiedelt.
  • Die bloße Herabstufung des Schutzstatus auf EU-Ebene ändert nichts: Es gibt keine Freigabe zur regulären Bejagung. Abschüsse dürfen nur in außergewöhnlichen Einzelfällen (Art. 16 FFH-RL) erfolgen – nicht als vorsorgliches oder routinemäßiges „Management“.
  • Das Monitoring in Österreich ist nicht belastbar genug, um einen günstigen Zustand nachzuweisen.
  • Zusätzlich läuft seit März 2026 ein EU-Vertragsverletzungsverfahren gegen Österreich (INFR(2022)2056): Die Kommission hat eine „mit Gründen versehene Stellungnahme“ geschickt – die letzte Stufe vor einer möglichen Klage vor dem EuG

Das wirft eine unangenehme Frage auf: Warum tun die großen, finanzstarken und zum Teil staatlich geförderten Naturschutzverbände nicht deutlich mehr?

Beispielbild Wolf © Brigitte Sommer

Verordnungen statt Bescheide – die perfekte Waffe gegen effektiven Wolfsschutz

Die Bundesländer haben ein System gefunden, das den Artenschutz elegant umgeht. Früher erfolgten Tötungen per individuellem Bescheid, der von Umweltorganisationen relativ schnell angefochten werden konnte – oft mit aufschiebender Wirkung. Heute setzen Kärnten, Tirol und nun auch Salzburg gezielt auf generell-abstrakte Verordnungen. Diese erlauben pauschal Tötungen in ganzen Gebieten, ohne konkrete Einzelfallprüfung, ohne DNA-Identifizierung und ohne zwingende Prüfung von Herdenschutzmaßnahmen. Gegen solche Verordnungen gibt es praktisch keinen schnellen Rechtsweg mit Stopp-Wirkung. Der Weg über die Aarhus-Konvention und den Verwaltungsgerichtshof (VwGH) ist lang und kommt meist zu spät.
Das Ergebnis: 25 getötete Wölfe 2025, sieben bereits im Frühjahr 2026 bei einer geschätzten Gesamtpopulation von nur rund 90–100 Tieren. Das ist systematische Ausrottung per Verordnung. Ein neues Gutachten bleibt wirkungslos – weil niemand konsequent klagt. Das Tübinger Gutachten ist glasklar: Die derzeitige Tötungspraxis und erst recht präventive Quoten verstoßen gegen europäisches Recht. Dennoch bleiben die Verordnungen in Kraft. Gegen die sieben Tötungen 2026 hat keine der großen Organisationen konkrete, fristgerechte Rechtsmittel eingelegt, die noch hätten wirken können. Stattdessen: Pressemitteilungen, Stellungnahmen und Appelle.
Als erstes Bundesland in Österreich plant jetzt auch noch eine fixe Abschussquote von zwei Wölfen pro Jahrpräventiv, also ohne vorherige Nutztierrisse. Die neue Wolfsverordnung (angekündigt am 10. April 2026 von LH-Stv. Marlene Svazek, FPÖ) soll „zum Schutz der Alm- und Weidewirtschaft“ gelten. Sie ist bereits in Begutachtung und soll ab Mai in Kraft treten.

Aktueller Wolfsbestand in Österreich laut dem Österreichzentrum Bär, Wolf, Luchs (Stand März 2026) und aktuellen Monitoring-Daten:

Ca. 92–102 nachgewiesene Wölfe.

Nur 8–9 Rudel (davon ca. 4 mit bestätigter Reproduktion).

Die Tiere stammen aus der alpinen, dinarisch-balkanischen und zentraleuropäischen Population.

Viele Nachweise sind Einzeltiere auf Wanderschaft; dauerhafte Rudel gibt es vor allem in Niederösterreich, Kärnten und vereinzelt in anderen Ländern.

Der Bestand wächst nicht mehr wie früher – auch wegen der hohen Abschusszahlen. 2025 wurden 25 Wölfe „legal“ oder illegal getötet (ca. ein Viertel der gesamten bekannten Population).

Österreich liegt damit weit unter den Mindestzahlen für einen günstigen Erhaltungszustand (z. B. 100 Rudel in den Alpen oder stabile Rudel im Waldviertel).

 

Beispielfoto Wolf. © Brigitte Sommer

Die großen Verbände: Starke Worte, wenig Konsequenz

Die wichtigsten Akteure in Österreich sind WWF Österreich, Naturschutzbund Österreich, ÖKOBÜRO – Allianz der Umweltbewegung sowie Tierschutz Austria und Protect. Diese Organisationen verfügen über erhebliche finanzielle Mittel, professionelle Strukturen, juristisches Know-how und erhalten zum Teil erhebliche öffentliche Förderungen und Projektgelder vom Bund und den Ländern. Sie alle haben den Tirol-Fall bis zum EuGH begleitet und kritisieren die Salzburger Präventiv-Verordnung zu Recht als „Dammbruch“. Doch bei einer so dramatischen Situation – ein Viertel der Population jährlich getötet, klare Rechtswidrigkeit per Gutachten und nun sogar präventive Tötungsquoten ohne jeden Rissnachweis – reicht das bei weitem nicht aus. Warum werden nicht jede einzelne Verordnung sofort mit einer Aarhus-gestützten Anfechtung beim VwGH überzogen? Warum keine systematischen Musterklagen, weitere unabhängige Gutachten und massive Lobbyarbeit bei Landesregierungen und im Nationalrat? Warum keine großen, öffentlichkeitswirksamen Kampagnen, Demonstrationen und gezielte Mobilisierung von Mitgliedern und Spendern? Es drängt sich der Verdacht auf, dass bei manchen dieser Verbände die professionelle Pressemitteilung und reine Öffentlichkeitsarbeit wichtiger geworden sind als der harte, langwierige und teure Kampf vor Gericht und in den politischen Hinterzimmern. Wer teilweise vom Staat finanziert wird, scheint bei Konflikten mit ebenjenen Landesregierungen auffallend zurückhaltend zu agieren. Schöne Worte und gut gemachte Stellungnahmen? Ist das am Ende nur Show für die Spender und die eigene Reputation?
Kleinere, unabhängige Vereine und Orgas können nicht die gleichen Ressourcen aufbringen. Gerade deshalb erwarten wir von den großen Playern deutlich mehr Einsatz. Die juristischen Möglichkeiten in Österreich sind bewusst begrenzt und werden von der Politik gezielt ausgenutzt. Die großen Naturschutz- und Tierschutzverbände dürfen sich damit jedoch nicht abfinden. Sie haben die Macht, das Geld und den Einfluss, das System massiv zu fordern – durch konsequente Klagen sowie echte Lobbyarbeit und öffentliche Mobilisierung. Solange in Österreich Wölfe per Verordnung und präventiver Quote getötet werden, während unabhängige Gutachten klare Rechtswidrigkeit attestieren, bleibt der Natur- und Tierschutz ein Papiertiger.
Wolfsschutz-Deutschland e.V. fordert die großen Verbände auf: Schluss mit halbherzigen Appellen und symbolischer Kritik. Mehr Klagen, mehr Konsequenz, mehr echter Einsatz – für den Wolf auf beiden Seiten der Grenze. Wolfsfreunde sollten zuem mehr kleine und unabhängige Vereine unterstützen, z. B. in Österreich den VGT oder Tierschutz Austria und in Deutschland uns von Wolfsschutz-Deutschland e. V. 
Quellen:

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Zwei tote Wolfswelpen in Spremberg – wirklich nur ein tragischer Unfall?

Am 15. März 2026 wurden in einem Löschteich bei Spremberg/Grodk zwei Jungwölfe tot aufgefunden. Einer der beiden Welpen war besendert. Die Behörden erklären den Tod mit Ertrinken und machen vor allem offene Komposthaufen und Katzenfutter der Anwohner verantwortlich. Wir finden das merkwürdig. 

Beispielbild spielende Wolfswelpen im Alter von 10 Monaten.

Nach Angaben des Brandenburger Landesamtes für Umwelt (LfU) sind die Tiere ums Leben gekommen, ohne, dass Menschen eingewirkt hätten. Das sagte ein Sprecher dem rbb auf Nachfrage Ende März. Wie die Wölfe den Absperrzaun überwinden konnten, der den Löschteich umgibt, sei nicht bekannt. Die Feuerwehr hätte die toten Tier geborgen.

Das Spremberg-Rudel lebt jedoch bereits seit 2018/2019 – also seit über sieben Jahren – in der Region. Es handelt sich um ein langjährig etabliertes Territorium.In den Wochen und Monaten vor dem Tod der Welpen kam es zu folgenden bestätigten Nutztierrissen durch dieses Rudel:

  • Februar 2026: 1 Zwergziege in Hornow getötet
  • Anfang März 2026: Erneut 1 Zwergziege („Ella“) in Hornow getötet – an derselben Adresse
  • März 2026: 2 Schafe getötet, 1 schwer verletzt
  • März 2026: 3 Ziegen getötet
  • Weitere kleinere Vorfälle mit verletzten Tieren

Trotz dieser Risse hat das zuständige Veterinäramt offenbar nicht konsequent bei den betroffenen Kleinsthaltern eingegriffen, obwohl diese ihre Tiere wiederholt unzureichend geschützt hatten. Stattdessen wurden die Anwohner der Region mit Bußgeldandrohungen wegen offener Komposthaufen und Katzenfutter unter Druck gesetzt. Diese einseitige Schuldzuweisung an die Allgemeinheit könnte von den eigentlichen Verantwortlichkeiten ablenken. Es drängen sich ernste Fragen auf:

  • Wie wahrscheinlich ist es, dass gleich zwei Welpen aus einem seit Jahren ansässigen Rudel „zufällig“ in einen künstlichen noch dazu umzäunten Löschteich geraten und nicht mehr herauskommen?
  • Warum stirbt gerade der besenderte Welpe nur kurze Zeit nach der Besenderung?
  • Wurde hier möglicherweise nach den Rissen versucht, das Rudel gezielt zu dezimieren?

Wir schließen nicht aus, dass hinter dem Tod der beiden Welpen auch illegale Handlungen stehen könnten. Die schnelle und einseitige Erklärung der Behörden („die Anwohner haben sie angelockt“) erscheint zu einfach und dient möglicherweise dazu, andere Ursachen nicht näher untersuchen zu müssen. Warum wird der genaue Ort des Löschteichs nicht angegeben? Warum gibt es keine Fotos, auf denen dieser Löschteich zu sehen ist? 

Blick von der sächsischen Seite auf das Kraftwerk Spremberg, bei Mortka. © Brigitte Sommer

Besonders kritikwürdig ist der Einsatz von Soft Catch Traps (Fangfallen mit weichen Backen), die in Brandenburg zur Lebendfang und Besenderung von Wölfen verwendet werden. Diese Fallen sind aus unserer Sicht nicht tierschutzkonform. Selbst bei ausgewachsenen Wölfen können sie schwere Quetschungen, Frakturen und langanhaltende Verletzungen verursachen. Bei Welpen und Jungtieren, die noch nicht einmal ein Jahr alt sind, ist das Risiko von schweren Verletzungen, Schock und massivem Stress noch deutlich höher.Dass ausgerechnet ein besenderter Welpe kurze Zeit nach dem Fang tot aufgefunden wird, passt in ein beunruhigendes Muster. Die Besenderung scheint die Tiere nicht zu schützen, sondern sie zusätzlich zu belasten und möglicherweise leichter zum Ziel zu machen.

Brandenburg hat die Aufnahme des Wolfs ins Bundesjagdgesetz ausdrücklich begrüßt und plant, die neuen Möglichkeiten für ein aktiveres Wolfsmanagement zu nutzen. Gleichzeitig werden Vorfälle wie dieser schnell als „natürliche Mortalität“ oder „Schuld der Anwohner“ abgetan. Solange das System auf umstrittene Fangmethoden, Besenderung, Schuldzuweisung an die Bevölkerung und schrittweise Akzeptanz von Abschüssen setzt, werden solche Fälle kein Einzelfall bleiben. 
Quelle:

Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

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Wolf Alster ist frei – aber auf Bewährung

Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. freuen uns über die Auswilderung des jungen Wolfs „Alster“ aus Hamburg. Nach wochenlanger Ungewissheit durfte das verängstigte Jungtier plötzlich nun doch endlich wieder in die Freiheit. Statt Einschläferung oder lebenslanger Gefangenschaft hat die Umweltbehörde den einzig richtigen Schritt gewählt: Freilassung. ABER – und dieses Aber ist entscheidend – handelt es sich um eine Schein-Freilassung.

Alster trägt jetzt ein GPS-Sendehalsband. Er ist „frei“, aber permanent überwacht. Sein genauer Freilassungsort bleibt geheim. Der vollständige Polizeibericht zum Vorfall in der Einkaufspassage Altona wurde bis heute nicht veröffentlicht. Und die gesammelten Bewegungs- und Verhaltensdaten fließen direkt in Strukturen, die aus Wolfsschutz-Sicht alles andere als neutral sind.
Beispielfoto Jährling. © Brigitte Sommer

Notwehr-Situation statt „gefährlicher Wolf“

Erinnern wir uns: Ein knapp einjähriges, stark verängstigtes Jungtier irrt in eine belebte Passage, läuft panisch gegen gläserne Türen und will nur raus. Eine Frau nähert sich ihm – vermutlich in der gut gemeinten Absicht zu helfen. Dabei kommt es zu einer leichten Verletzung (Riss im Mundwinkelbereich). Zeugenaussagen sprechen von einem Prankenschlag oder panischen Schnappen in höchster Stresslage. Selbst wenn es ein Biss gewesen sein sollte, und das stellten wir von Wolfsschutz-Deutschlande e. V. von vorne herein fest: Es war klassische Notwehr eines Wildtiers, das sich in die Enge getrieben fühlte. Statt dies als einmaligen Ausnahmevorfall einzuordnen, wurde der Wolf wochenlang medial und politisch hochgekocht. Die Frau selbst wurde von beiden Lagern angegriffen – von Wolfsgegnern instrumentalisiert, von manchen „Wolfsfreunden“ moralisch verurteilt. Solche öffentlichen Hinrichtungen haben nur einen Zweck: Hilfsbereite Bürger abzuschrecken. Wer will künftig noch ein verletztes oder verirrtes Wildtier retten, wenn er danach in Presse und Internet zerrissen wird?

Angst-Rhetorik und die falschen Prioritäten

Hamburgs Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne) warnte öffentlich: „Er hat das einmal getan, tut er das wieder?“ und sprach von Schulhöfen und Kitas. „Wölfe sind Raubtiere“, sagte sie. Am selben Tag (30. März 2026) wurde in Hamburg-Groß Flottbek ein 13-jähriger Junge vor der Stadtteilschule Flottbek bei einer Auseinandersetzung unter Jugendlichen lebensgefährlich mit einem Messer verletzt. Einer der beiden 15-jährigen Tatverdächtigen ist syrischer Staatsangehörigkeit; beide waren der Polizei bereits wegen früherer Gewaltdelikte bekannt. Die politische und mediale Aufregung darüber blieb so gut wie aus.Viele Wolfsfreunde behaupten immer wieder, wolfsfeindliche oder restriktive Politik käme ausschließlich „von rechts“. Dieser Fall zeigt einmal mehr, dass Politiker aller Parteien mitmachen. Eine grüne Senatorin nutzt Angst-Rhetorik vor dem Wolf, während reale Gewalt an Schulen ruhiger behandelt wird. Wir sind überzeugt: Die Messerthematik könnte aus Angst vor der AfD bewusst zurückhaltend benannt werden. Paradoxerweise könnte genau diese Tabuisierung die AfD eher stärken statt schwächen.

Die wahren Gefahren, von denen abgelenkt werden könnte

Während über einen einzelnen, leichten Wolfs-Vorfall wochenlang debattiert wird, laufen parallel Entwicklungen, die viele Bürger als schleichende Einschränkungen von Freiheit, Frieden  und Transparenz empfinden:
  • Die Einführung der Europäischen Digitalen Identität (EUDI-Wallet) soll bis Ende 2026 flächendeckend kommen.
  • Der digitale Euro (CBDC) befindet sich in der finalen Vorbereitungsphase – eine Entscheidung könnte noch 2026 fallen, die Einführung ab 2028/2029 möglich sein.
  • Seit Januar 2026 müssen Männer zwischen 17 und 45 Jahren Auslandsaufenthalte länger als drei Monate vorab beim Karrierecenter der Bundeswehr genehmigen lassen.
  • Kriegstreiberei und die Kriege im nahen Osten.

Gleichzeitig fließen deutsche Steuergelder (über den EU-Haushalt und niedersächsische Landesmittel) in das EU-Projekt LIFE WILD WOLF, an dem der NLWKN beteiligt ist. Dieser ist zugleich für Wolfsschutz und Abschussgenehmigungen zuständig. Im Projekt sitzt auch die FACE (europäischer Jagd-Dachverband). In Niedersachsen betreibt die Landesjägerschaft das offizielle Monitoring – Jäger liefern die Daten, die nun auch künftig von den Jägern für Verhaltensbewertungen und Abschüsse genutzt werden können. Seit dem 2. April 2026 gilt dort ein erleichtertes Schnellabschuss-Verfahren mit Quoten. Wir berichteten hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/04/04/niedersachsen-eroeffnet-die-jagd-auf-woelfe-wolfsschutz-deutschland-e-v-warnt-vor-massivem-interessenkonflikt-der-jaeger/

Ein Influenzer hat die Freilassung mit Sender und die Weitergabe von Daten an das LIFE WILD WOLF-Projekt positiv dargestellt. Auf den ersten Blick pro-Wolf, auf den zweiten Blick unterstützt es die Behördenlinie: Besenderung statt echter Freiheit.

 

Unsere Forderung

Freilassung ja – aber ohne Sender und ohne Weitergabe von Daten an Behörden mit Abschusskompetenz. Echter Wolfsschutz braucht:

-unabhängiges Monitoring (weg von der Jägerschaft)

-konsequenten Herdenschutz statt Abschuss-Quoten

-volle Transparenz (Polizeibericht, Freilassungsort, Datenfluss)

-und keine Finanzierung von Management-Projekten mit Steuergeldern, die letztlich die „Regulierung“ von Wölfen erleichtern

Gleichzeitig fordern wir eine ehrliche und faktenbasierte Debatte  – für Menschen und für Wölfe – ohne Tabus und ohne Scheuklappen. Alster ist frei. Das ist ein kleiner Erfolg. Aber solange er mit einem Halsband markiert ist und seine Daten in ein System fließen, das ihn bei der nächsten „Auffälligkeit“ zum Abschusskandidaten machen kann, bleibt die Freiheit eine Farce. 

 

Die Wolfsfreunde, die mit Petitionen, Veranstaltungen, Artikeln, Reels  und FB-Aufrufen mit dafür gesorgt haben, dass Alster frei kommt, können sich freuen, denn ohne öffentlichen Druck wäre dies sicherlich nicht passiert, aber Wachsamkeit und Wahrnehmung müssen erste Priorität bleiben.

Quellen u.a.: Nach möglichem Angriff in Hamburg: Wolf wieder in freier Wildbahn | ndr.de

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Niedersachsen eröffnet die Jagd auf Wölfe: Wolfsschutz-Deutschland e. V. warnt vor massivem Interessenkonflikt der Jäger

Niedersachsen hat sein Wolfsmanagement weiter verschärft. Mit einer neuen Handlungsempfehlung vom 2. April 2026 erhalten die Unteren Jagdbehörden (Landkreise) deutlich einfachere Möglichkeiten für Schnellabschüsse. Das Verfahren wurde „jagdrechtlich modifiziert“ und bürokratisch erleichtert. Damit ist die Jagd auf Wölfe in Niedersachsen praktisch eröffnet. Zusätzlich legt die Handlungsempfehlung jährliche Entnahme-Quoten, was nichts anderes als Wolfstötungen heißt, fest.

Für das Jagdjahr 2026/2027 dürfen in der atlantischen Region maximal 22 adulte, territoriale Wölfe (inklusive Fallwild) entnommen werden, in der kontinentalen Region maximal 5. Sobald diese Obergrenze erreicht ist, muss die Jagd für das Jagdjahr beendet werden. Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. lehnen jeden Abschuss von Wölfen ab – egal ob als „Schnellabschuss“, „Problemwolf“-Regelung oder im Rahmen solcher Quoten. Die aktuelle Entwicklung ist aus unserer Sicht ein weiterer schwerer Rückschritt für den Schutz der Wölfe und öffnet für Türen für deren erneuter Ausrottung. 
Beispielfoto Wölfe. © Brigitte Sommer

Jäger kontrollieren jetzt Monitoring „und“ Abschussentscheidungen

Das Wolfsmonitoring in Niedersachsen wird bereits seit Jahren maßgeblich von der Landesjägerschaft Niedersachsen (LJN) durchgeführt. Der offizielle Wolfsbeauftragte des Landes ist Raoul Reding von der LJN. Dieselbe Organisation, die vom Abschuss profitiert, liefert also die Datengrundlage für Bestandsschätzungen, Rissanalysen und Managemententscheidungen. Mit der neuen Regelung erhalten die Unteren Jagdbehörden (Landkreise) nun noch mehr praktische Entscheidungskompetenz bei Schnellabschüssen. Der Begriff „zumutbarer Herdenschutz“ bleibt schwammig und gibt den Behörden großen Spielraum. Damit haben die Jäger faktisch sowohl die Überwachung, als auch die Abschussentscheidungen weitgehend in der Hand. Raoul Reding wurde in den letzten Tagen mehrfach zum Hamburger Wolf zitiert und warnte vor „unberechenbaren“ Wölfen sowie vor „falsch verstandener Tierliebe“. Solche Aussagen aus der Jägerschaft sind kein Zufall – sie kommen von der gleichen Seite, die gleichzeitig Daten liefert und Abschüsse durchführt.

Auch der Hamburger Wolf „Alster“ ist betroffen

Macht mit bei unserer Protestaktion, schreibt an die Hamburger Umweltbehörde und an Katharina Fegebank. Ihr könnt das Bild auch ausdrucken und verteilen. https://www.change.org/p/bundesministerium-für-umwelt-naturschutz-und-nukleare-sicherheit-bundesministerin-svenja-schulze-der-wolf-gehört-zu-deutschland/u/34452930
Der junge Wolf aus Hamburg befindet sich derzeit in einer Auffangstation in Niedersachsen. Er ist ein Jungtier (knapp ein Jahr alt), bei dem das Welpenfell noch erkennbar ist. Jungwölfe wandern in diesem Alter oft weite Strecken auf der Suche nach einem eigenen Revier. Dass er sich bis nach Hamburg verirrt hat, ist ungewöhnlich, aber nicht unmöglich. Wir berichteten hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/04/02/hamburger-wolf-alster-neue-infos-und-unsere-klare-forderung-nach-freilassung/
Wir schließen Nachstellungen oder andere menschliche Einflüsse nicht aus. Sollte Hamburg den Wolf in Niedersachsen auswildern oder dauerhaft unterbringen, könnte er künftig direkt unter die neue, erleichterte Abschussregelung fallen. Wolfsexperte und Wolfspädagoge Thomas Frost fordert daher eine Auswilderung des Tieres möglichst in Mecklenburg-Vorpommern. Wir schließen uns dieser Forderung an – dort erweist sich die Lage für den Wolf erst einmal sicherer, da kein vergleichbares Schnellabschuss-Verfahren existiert und die Umsetzung des neuen Bundesrechts zögerlicher verläuft. Wichtigste Bedingung: Die Auswilderung muss ohne Sender erfolgen. Ein GPS-Halsband würde das Tier unnötig markieren und könnte es in Konfliktregionen schneller in den Fokus von Behörden und Jägern rücken und die Sender könnten gehackt werden. Nur eine unauffällige Freilassung gibt „Alster“ eine echte Chance, sich natürlich einzuleben und Häschern zu entkommen. 

Unsere Forderungen:

Keine Abschüsse von Wölfen – weder „Schnellabschuss“ noch „Problemwolf“-Regelung noch über festgelegte Quoten.

Das Wolfsmonitoring muss unabhängig von der Jägerschaft erfolgen.

Konsequenter, flächendeckender Herdenschutz statt Tötung von Wölfen.

Wir haben dazu eine Petition auf Change.org, in der wir fordern, dass das Wolfsmonitoring in Niedersachsen der Jägerschaft entzogen wird: http://www.change.org/wolfsmonitoring

Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. warnen seit Jahren vor genau diesen Entwicklungen und wir wurden dafür beleidigt und gecancelt. Nun ist es endgültig an der Zeit, dass sich Wolfsfreunde endlich den Realitäten stellen. Und gerade die, die immer noch persönliche Vorteile vom Melden der Daten an die Jägerschaft ziehen, haben nun gar keine Ausrede mehr. Das Mobbing gegen uns muss aufhören, sonst wird der aktive Wolfsschutz noch weiter geschwächt. Bei denen, die dies noch immer nicht einsehen, muss gefragt werden, ob sie nicht auch selbst Interessenkonflikte haben und nicht die Wolfsfreunde sind, für die sie sich ausgeben.

 

Quelle: https://www.ml.niedersachsen.de/presse/pressemitteilungen/wolf-im-jagdrecht-hinweise-an-die-jagdbehorden-ubermittelt-249999.html

 

 

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Hamburger Wolf „Alster“: Neue Infos und unsere klare Forderung nach Freilassung

Vor Kurzem haben wir bereits ausführlich über den Vorfall mit dem jungen Wolf „Alster“ in Hamburg-Altona berichtet. Seitdem hat sich die Lage weiterentwickelt. Neue Informationen sowie unser Telefonat mit dem Pressesprecher der Hamburger Umweltbehörde (BUKEA) liefern wichtige zusätzliche Informationen. Wir nehmen dies zum Anlass, den aktuellen Stand zusammenzufassen und unsere Position deutlich zu machen.

Am 30. März 2026 kam es in einer Einkaufspassage in der Großen Bergstraße (Nähe IKEA) zu einem Vorfall zwischen einem jungen Wolf und einer 65-jährigen Frau. Die Frau versuchte, das stark verängstigte und desorientierte Tier aus der Passage nach draußen zu führen. Dabei wurde sie im Gesicht verletzt und musste ambulant behandelt werden. Sie konnte noch am selben Abend das Krankenhaus wieder verlassen.
Da greift sich selbst der Wolf an den Kopf. Beispielfoto.

Der Musicaldarsteller Lionel von Lawrence-Oehlen, der sich mit seiner zweijährigen Tochter zum Zeitpunkt des Vorfalls im selben Supermarkt aufhielt, schilderte dem NDR:

„Dann sah ich das Riesentier und dachte erst, es wäre ein Hund. […] Die verletzte Frau mit einer Wunde im Gesicht war ansprechbar. Wie sie es mir erklärt hat, wollte sie den vermeintlichen Hund nach draußen führen. Der war so verängstigt, dass er einfach nur zugeschnappt hat. Er wollte einfach nur raus und ist mit Wucht gegen die Glasscheibe gerannt, bis sie sich selbst geöffnet hat. Die Frau wurde im Gesicht verletzt und konnte nach ambulanter Behandlung noch am selben Abend das Krankenhaus wieder verlassen.

Hier ein weiterer Zeugenbericht, aus einem Artikel der FAZ

Eine Textilhändlerin in der Passage in Altona schilderte dem „Hamburger Abendblatt“ den Vorfall. Demnach hatte sie sich am Montagabend gegen 19 Uhr auf den Feierabend vorbereitet, als sie plötzlich hörte, wie immer wieder etwas gegen die Glasscheiben der Geschäfte stieß. Draußen sah sie dann den Wolf. Eine Frau habe sich ihm genähert. „Sie wollte den Wolf wohl herauslotsen. ­Dabei war sie so zielstrebig, dass ich erst dachte, sie hätte etwas mit dem Tier zu tun. Deshalb bin ich auch nicht ein­geschritten“, sagte die Zeugin der Zeitung. „Dann hat der Wolf sie angesprungen.“ Die Frau sei zu Boden gestürzt, das Tier durch die Passage in Richtung nördlicher Ausgang geflohen.

Augenzeugen hätten sich dann um die Frau gekümmert. Nach diesen Angaben hatte sie eine mehrere Zentimeter lange Wunde im linken Mundwinkel, die ­später genäht werden musste. Eine Bisswunde vermutet die Textilhändlerin dem Bericht zufolge nicht. „Es sah eher so aus, als hätte der Wolf sie beim Anspringen mit seiner Pranke im Gesicht ge­troffen.“ Von der Umweltbehörde hieß es hingegen, der Wolf habe die Frau gebissen.

Stellungnahme der Hamburger Umweltbehörde

Auf unsere Nachfrage teilte der Pressesprecher der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA), Alexander Fricke, mit, dass der Wolf die Frau verletzt habe. Die Behauptung, die in sozialen Netzwerken kursiert, es habe sich lediglich um einen „Kratzer“ durch die Pfote gehandelt, konnte er nicht bestätigen. Zu den genauen Verletzungen des Wolfs sowie zum weiteren Vorgehen machte er derzeit keine Angaben. Eine Entscheidung stehe noch aus. Für uns von Wolfsschutz-Deutschland e. V. ist es nicht ausschlaggebend ob es sich um einen Biss oder Kratzer gehandelt hat. Auch ein Biss dürfte auf keinen Fall eine rechtliche Grundlage für die Tötung des Wolfs darstellen. 

Unsere Position

Unsere Vorsitzende Brigitte Sommer hat gestern im unten stehenden Video deutlich gemacht: „Die betroffene Frau befand sich genau wie der Wolf in einer extremen Ausnahmesituation. Wir verurteilen ihr Verhalten nicht und laden sie ausdrücklich ein, sich bei uns zu melden. Wir möchten das Gespräch suchen und sind offen für ihre Perspektive. Vielmehr verurteilen wir das Verhalten der Medien, die zunächst von lebensgefährlichen Verletzungen gesprochen und einen tendenziösen Newsticker nach dem anderen heraus brachten. Es ist wichtig, dass sie sich tatsächlich öffentlich äußert, denn die Zeugenaussagen sind widersprüchlich. 

Brigitte Sommer berichtete zudem von eigenen Erfahrungen: Mit 15 Jahren wurde sie im Reitstall von einem Hofhund ins Bein gekniffen – damals machte niemand großes Aufhebens darum. Vor einigen Jahren biss sie eine junge Katze in die Hand. Auch das betrachtete sie als normales Lebensrisiko. Sie betonte: „Solche Begegnungen gehören zum Leben dazu – genau wie eine zufällige Begegnung der Frau mit einem hochgradig gestressten Wolf in der Innenstadt.“

Das Tier ist noch ein Welpe

Ein von der BUKEA an die Medien – hier die BILD weitergegebenes Foto https://www.bild.de/regional/hamburg/exklusives-foto-hier-liegt-der-bissige-wolf-aus-hamburg-69cd088027bf87e811dd8a7c  zeigt deutlich: Es handelt sich um ein sehr junges Tier, das jetzt gerade ein Jahr alt wird. Das Welpenfell ist noch gut erkennbar. „Alster ist hier völlig erschöpft und am Ende seiner Kräfte zu sehen. Jungwölfe im Alter von zirka zwei Jahren sind noch auf der Suche nach einem eigenen Revier und wandern oft weite Strecken. Dass sich dieser Wolf in die Hamburger Innenstadt verirrt hat, ist ungewöhnlich, aber nicht unmöglich, schließlich haben die Jungtiere weder Karten noch Kompass. Auffällig ist jedoch, dass das Tier seine Familie so jung verlassen hat. Wir schließen Nachstellungen oder andere menschliche Einflüsse an dieser Stelle nicht aus.
Wichtig ist: Der Wolf war kein Aggressor. Er befand sich in einer extremen Panik- und Ausnahmesituation – genau wie die Frau. Menschen können in Situationen größter Angst ebenfalls Helfer unabsichtlich verletzen. Genauso kann ein Wolf, wie jedes andere Wildtier, Haustier oder sogar ein Mensch in Panik beißen, kratzen oder jemanden umstoßen. Das ist biologisch völlig normal.

Die gefährliche Verleugnungshaltung

Besonders problematisch ist beim Teilen der Wolfsschutz-Seite die starke Verleugnungshaltung. Manche scheinen regelrecht Angst davor zu haben, überhaupt anzuerkennen, dass ein Wolf in einer extremen Stresssituation auch mal beißen oder kratzen kann. Stattdessen wird der Vorfall sofort relativiert oder komplett geleugnet. Diese Haltung hilft dem Wolf langfristig nicht. Im Gegenteil: Wer die Realitäten nicht akzeptieren kann, gibt der Politik und den Medien genau die Munition, die sie brauchen. Wenn es dann tatsächlich einmal passiert, wird der Vorfall umso stärker aufgebauscht – mit dramatischen Schlagzeilen, Forderungen nach Abschüssen und Verschärfungen des Managementplans.

Unsere Forderung

Wolfsschutz-Deutschland e.V. fordert die sofortige Freilassung dieses Jungwolfs – ohne Besenderung. „Alster“ hat sich in einer für ihn völlig ungeeigneten städtischen Umgebung befunden und stand unter enormem Stress. Es gab keinen Angriff, er war in Panik. Nach seiner Erholung sollte er die Chance bekommen, in einem geeigneten Gebiet wieder in die Freiheit entlassen zu werden. Statt weiterer Aufregung und schneller Schuldzuweisungen brauchen wir Mitgefühl für die verletzte Frau und Verständnis für den panischen Jungwolf – sowie eine sachliche und transparente Kommunikation der Behörden.
Quellen:

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Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

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