Staatlich hingerichtet: Wolf im Golmer-Territorium
Am 5. Mai 2026 wurde im Territorium Golmer (Landkreis Wittenberg, Sachsen-Anhalt) ein Altwolf (männlich) getötet. Offiziell als „Managementmaßnahme wegen Nutztierrissen“ deklariert – in Wahrheit eine staatlich genehmigte Hinrichtung, die anscheinend ohne jede Vorabinformation der Öffentlichkeit und der Naturschutzverbände durchgeführt wurde. Nur nachträglich taucht der Fall jetzt in der Totfundliste der DBBW auf. Das ist ein Skandal für den Natur- und Tierschutz.
Politisch gewollte Schwächung des Schutzes

Im Golmer-Territorium lebte ein Paar: Die Fähe GW2732f und der Rüde GW 2733m (aus dem Siegadel-Gebiet). In den vergangenen zwei Jahren haben sie vier bzw. drei Welpen großgezogen. Sollte es sich bei dem getöteten Wolf um den Vaterrüden handeln, hat die Mutter mit hoher Wahrscheinlichkeit gerade wieder Welpen geboren. Alleine und eventuell mit noch nicht abgewanderten, unerfahrenen Jungtieren aus dem vergangenen Jahr, wird sie kaum Chancen haben, den Nachwuchs durchzubringen. Stattdessen wird sie sich zwangsläufig leichter Beute zuwenden – also Weidetieren. Die Folge wären mehr und nicht weniger Nutztierrisse. Genau das Gegenteil dessen, was die Politik vorgibt zu erreichen.
Beispiel für verantwortungslose Tierhaltung
Welche geradezu irrsinnigen Tötungen überhaupt genehmigt werden, zeigt ein Fall aus dem gleichen Gebiet vom Oktober 2025: Ein Halter weigerte sich, wolfsabweisende Zäune aufzustellen, weil er sich körperlich nicht in der Lage dazu sah. Die Behörde gab ihm zunächst Recht und erteilte eine Abschussgenehmigung – obwohl 100-prozentige Förderung für ausreichend hohe Zäune verfügbar war. Erst ein Gericht stoppte die Tötung. Wer Tiere hält, deren Schutz mit Anstrengung verbunden ist, muss diese Anstrengung auch leisten – oder die Haltung aufgeben. Der Wolf darf nicht zum Sündenbock für persönliche Unfähigkeit oder Bequemlichkeit werden.
Wolfsschutz-Deutschland e. V. lehnt jede einzelne Tötung eines Wolfs grundsätzlich und ohne Ausnahme ab. Kein Wolf darf für mangelhaften Herdenschutz sterben. Herdenschutz muss konsequent umgesetzt und gefördert werden.

Transparenz? Fehlanzeige – Rechtsschutz? Systematisch erschwert
Dass die Öffentlichkeit und klagefähige Verbände oft erst nach der Tat von solchen Tötungen erfahren, macht effektiven Rechtsschutz nahezu unmöglich. Genau das ist gewollt.
Wir haben daher einen Antrag nach dem Umweltinformationsgesetz (UIG) gestellt, um alle Unterlagen zur Tötung im Golmer-Territorium, die zugrundeliegenden Rissvorfälle, Herdenschutzmaßnahmen und die Genehmigung offenzulegen.
Strafanzeige – sinnvoll oder nicht?
Bei genehmigten Tötungen wie dieser hat eine Strafanzeige meist keine strafrechtlichen Erfolgsaussichten, weil eine Ausnahmegenehmigung vorliegt. Strafbar ist nur die illegale Tötung. Dennoch kann eine Anzeige in manchen Fällen sinnvoll sein, um Akteneinsicht zu erhalten, Verfahrensfehler zu dokumentieren und politischen Druck zu erzeugen. Wir werden das bei diesem Fall prüfen.
Unsere Forderungen
- Sofortige Veröffentlichung aller Genehmigungen zur Tötung von Wölfen vor dem Vollzug
- Verpflichtende Beteiligung anerkannter Naturschutzverbände vor jeder Entscheidung
- Konsequenter und flächendeckender Herdenschutz statt Tötungen
- Rücknahme der Herabstufung des Wolfschutzes auf EU-Ebene
- Vollständige Transparenz bei allen „Managementmaßnahmen“

Werden Sie aktiv – damit solche Heimlichkeiten nicht mehr heimlich bleiben!
Solche klammheimlichen Tötungen werden nur möglich, weil zu wenige Menschen hinschauen und Druck machen. Werden Sie Mitglied bei Wolfsschutz-Deutschland e. V. und unterstützen Sie uns mit Ihrer Stimme, Ihrem Beitrag und Ihrer Zeit. Besonders in den Wolfsgebieten brauchen wir aktive Menschen, die Zäune dokumentieren und Vorgänge in den Territorien beobachten und für echte Transparenz sorgen. Je mehr wir vor Ort sind, desto schwerer wird es für Behörden und Jagdlobby, solche Tötungen im Stillen durchzuziehen. https://wolfsschutz-deutschland.de/mitglied-werden/
Quellen:
https://www.cdufraktion.de/2026/cdu-fraktion-weichenstellung-fuer-umgang-mit-wolf/
https://wolfsschutz-deutschland.de/2025/10/30/geheim-gehaltene-wolfsjagd-in-sachsen-anhalt/
Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:
Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr – und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich.
Doch wir Helfer brauchen auch Hilfe. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende. Auch mit einem Dauerauftrag von 5 Euro im Monat können wir viel Gutes tun und weiter für unsere Wölfe kämpfen. https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/
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