Wolfsrisse 2025 weiter rückläufig: „Ernste Schäden“ als Abschussargument widerlegt

Der aktuelle Bericht der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) für das Jahr 2025 zeigt erneut: Die Anzahl der Wolfsübergriffe auf Nutztiere ist deutschlandweit um elf Prozent, die Zahl der geschädigten Tiere sogar um dreizehn Prozent gesunken. Das Schadensniveau liegt damit unter dem von 2022. Gleichzeitig lag der Großteil der Übergriffe auf Schafe und Ziegen in den Ländern, die dazu Angaben machen, bei fehlendem oder unzureichendem Mindestschutz. Herdenschutz wirkt, wenn man denn will. In unserem Bericht liefern wir jede Menge Argumente. 

Auffällig ist vor allem die finanzielle Dimension: Für Herdenschutzmaßnahmen (vor allem Zäune) wurden 2025 rund 17,16 Millionen Euro ausgegeben, für Ausgleichszahlungen lediglich rund 747.000 Euro. Im Vergleich zu anderen staatlichen Ausgaben sind diese Beträge verschwindend gering.
Wir bezweifeln daher die Behauptung „ernster landwirtschaftlicher Schäden“ als Argument für Wolfsabschüsse. Die Zahlen belegen vielmehr, dass die Schäden beherrschbar sind und vor allem dort entstehen, wo der Schutz mangelhaft ist. Dabei sind Nutztierhalter gesetzlich verpflichtet, ihre Tiere angemessen zu schützen. In der Praxis bleibt diese Pflicht bislang jedoch ein zahnloser Tiger: Veterinärämter greifen nur in den seltensten Fällen ein und Strafanzeigen verpuffen meist wirkungslos. Zusätzlich bemängeln wir, dass weder die Förderung von Schutzmaßnahmen, noch die entsprechenden Anforderungen bundesweit einheitlich geregelt sind. Eine konsequente, einheitliche Umsetzung von Schutz und Förderung wäre der deutlich bessere Weg als Abschüsse. Warum also töten? 
Beispielfoto Wolf. © Brigitte Sommer

Hier eine Zusammenfassung des Berichts zu Prävention und Nutztierschäden 2025 der DBBW (Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf)

.Gesamtentwicklung der Schäden 2025

  • Die Anzahl der bestätigten Wolfsübergriffe auf Nutztiere sank deutschlandweit um 11 % gegenüber dem Vorjahr.
  • Die Anzahl der geschädigten Nutztiere (getötet, verletzt oder vermisst) sank um 13 %.
  • Das Schadensniveau lag damit unter dem des Jahres 2022.

Positiv für Wölfe:


Trotz eines etablierten und gewachsenen Wolfsbestands (Monitoringjahr 2024/25: 219 Rudel, 48 Paare und 15 territoriale Einzeltiere) sind die Schäden rückläufig. Das spricht dagegen, dass mehr Wölfe automatisch zu proportional mehr Schäden führen.
Verteilung der Schäden

  • Gesamt 2025: 990 Übergriffe mit 3.783 geschädigten Nutztieren.
    • 87 % Schafe und Ziegen
    • 4 % Rinder (meist Kälber)
    • 8 % Gehegewild
    • Rest: andere (u. a. Pferde, Alpakas etc.)

Die Entwicklung war regional sehr unterschiedlich. In den Bundesländern mit den meisten Wölfen (> 10 Territorien) gingen die Übergriffe fast überall zurück – Ausnahme: Sachsen-Anhalt.

Besonders positiv für Wölfe:

Schäden sind stark auf wenige Hotspots konzentriert. In vielen Wolfsterritorien gibt es nur wenige oder gar keine Übergriffe. Eine Auswertung aus Sachsen (ähnlich auch anderswo beobachtbar) zeigte: In etwa zwei Dritteln der Territorien gab es pro Jahr maximal 1–2 Übergriffe, in fast der Hälfte sogar null. Die allermeisten Schäden entfallen auf relativ wenige Gebiete/Rudel.

Beispielfoto Wolf. © Brigitte Sommer

Rolle des Herdenschutzes:

In den Bundesländern, die detaillierte Angaben zur Schutzsituation veröffentlichen, war bei knapp der Hälfte bis deutlich über drei Viertel der Übergriffe auf Schafe und Ziegen kein oder nur ein eingeschränkter Mindestschutz vorhanden (Beispiele: Brandenburg 69 %, Niedersachsen 73 %, NRW 86 %, Sachsen 46 %, Sachsen-Anhalt 57 % usw.). Der Bericht betont ausdrücklich:

  • Wölfe lernen schnell, dass ungeschützte oder schlecht geschützte Schafe/Ziegen leichte Beute sind.
  • Fälle, in denen Wölfe nachweislich empfohlene (gute) Schutzmaßnahmen wiederholt überwinden, sind selten.
  • Viele Wölfe, die Probleme bereiten, haben zuvor an unzureichend geschützten Weiden gelernt.


Die allermeisten Schäden entstehen nicht, weil Wölfe „besonders problematisch“ sind, sondern weil der Schutz oft fehlt oder unzureichend ist. Mit konsequentem, gutem Herdenschutz (höhere Elektrozäune, funktionstüchtig, bodennah) lassen sich die meisten Übergriffe vermeiden. 

Finanzielle Seite

  • Ausgaben für Herdenschutzmaßnahmen (Prävention): ca. 17,16 Millionen €
  • Ausgaben für Ausgleichszahlungen (Schäden): ca. 747.000 €

Die Präventionsausgaben waren damit über 20-mal so hoch wie die reinen Schadensausgleiche.

Positiv:

Es wird massiv in Prävention investiert – deutlich mehr als in den bloßen Ausgleich von Schäden. Das zeigt die politische und gesellschaftliche Machbarkeit, auf Koexistenz und Vorbeugung zu setzen, statt nur auf Entschädigung oder auf das Töten von Wölfen, wie etzt im Bundesjagdrecht, das die Länder nun auch umsetzen.

Beispielfoto Wolf. © Brigitte Sommer

Fazit: Der Bericht 2025 liefert starke Argumente für den Wolf:

  1. Schäden sinken trotz (weiter) wachsendem Bestand.
  2. Die große Mehrheit der Wolfsterritorien verursacht kaum oder keine Nutztierschäden.
  3. Die allermeisten Übergriffe hängen mit fehlendem oder unzureichendem Schutz zusammen – nicht mit einer grundsätzlichen Unvereinbarkeit von Wolf und Weidetierhaltung.
  4. Gute Prävention wirkt und wird finanziell stark gefördert.

Der Bericht macht gleichzeitig klar, dass der Schutz flächendeckend und frühzeitig verbessert werden muss, damit einzelne Wölfe nicht „lernen“, Nutztiere zu erbeuten. Das ist aber ein Umsetzungsproblem und überhaupt kein Argument gegen den Wolf an sich.

Das Thema Wolf wird künstlich hochgekocht, um Bauern von den eigentlichen Problemen abzulenken und bequeme Sündenböcke zu schaffen. Während die realen Herausforderungen der Landwirtschaft – Preisdruck, Bürokratie, Höfesterben und fehlende Zukunftsperspektiven – kaum angegangen werden, lenkt man die Wut gezielt auf den Wolf. Die aktuellen Zahlen der DBBW entlarven dieses Spiel: Die Schäden sind rückläufig, die Kosten im Verhältnis gering und die allermeisten Übergriffe entstehen durch mangelhaften Schutz. Wer trotzdem weiter auf grausames Töten setzt, sucht keine Lösungen.

Quelle: https://www.dbb-wolf.de/mehr/literatur-download/berichte-zu-praevention-und-nutztierschaeden

Bitte helft uns!

Wir sind gerade mitten in den Abschussgebieten in Niedersachsen unterwegs und kämpfen vor Ort gegen Wolfstötungen.
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Jeder Euro zählt – gerade jetzt.

Wolfsschutz-Deutschland e. V. beim Tierheimfest in Kirchheimbolanden

Am 2. August ist es so weit: Das Team von Wolfsschutz-Deutschland e. V. ist zu Gast beim Tierheimfest in Kirchheimbolanden. Besucht uns an unserem Infostand. Wir freuen uns auf den direkten Austausch mit Euch und wir haben tolle Highlights im Gepäck.

Merchandising und Spaß für die kleinen Wolfsfans

An unserem Stand können Sie unsere beliebten Shirts direkt vor Ort anprobieren und erwerben. Auch für die jüngsten Wolfsschützer ist bestens gesorgt: Neben unseren spannenden Comics bieten wir handgearbeitete Wolfsfiguren an, die Kinder vor Ort oder zu Hause kreativ anmalen können.

 

Foto ist ki-generiert.

Aufklärung aus erster Hand

Unsere Standleitung Gudrun ist vor Ort Ihre direkte Ansprechpartnerin für alle Fragen rund um die aktuelle, hochbrisante Situation der Wölfe in Deutschland.

Die Wahrheit ist unpopulär: Den Wölfen droht die erneute Ausrottung

Wir reden nicht um den heißen Brei herum: Durch die Aufnahme des Wolfes in das Bundesjagdrecht und die entsprechenden Landesjagdgesetze droht den Tieren im schlimmsten Fall die erneute Ausrottung. In vielen Bundesländern versuchen Behörden derzeit, Wölfe mit möglichst wenig Medienecho klammheimlich abzuschießen. Erschreckenderweise wird dies oft von anderen Verbänden unterstützt – offenbar, um eigene Fehlfeinschätzungen der Vergangenheit nicht eingestehen zu müssen.

Behörden blockieren Transparenz

Wer Aufklärung will, stößt zunehmend auf Mauern. Für die Beantwortung von Anfragen nach dem Umweltinformationsgesetz (UIG) verlangen Behörden plötzlich Gebühren von bis zu 900 Euro. Ein klarer Versuch, kritische Nachfragen und den Schutz der Wölfe finanziell auszubremsen.

 

Gudrun, Kajo und weitere Mitglieder freuen sich auf Euch.

Schluss mit Tastaturheldentum – Aktiv werden!

Reine Kommentare im Internet oder das Unterschreiben von Petitionen reichen nicht mehr aus, um den Wolf zu retten. Wir sagen es ganz offen: Es zählt nur noch echtes Handeln. Man muss jetzt selbst aktiv werden oder zumindest diejenigen unterstützen, die an vorderster Front kämpfen.

Kommt  am 2. August gerne in Kirchheimbolanden vorbei, informiert Euch über uns und unterstützt unsere Arbeit!

Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

Doch wir Helfer brauchen auch Hilfe. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende. Auch mit einem Dauerauftrag von 5 Euro im Monat können wir viel Gutes tun und weiter für unsere Wölfe kämpfen. https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

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Im Hier und Jetzt: Was wir vom Entspannen der Wölfe lernen können

Wölfe verbringen durchschnittlich vier bis zehn Stunden pro Tag mit Schlafen und Ruhen, nach einer erfolgreichen Jagd oder großen Mahlzeit können es sogar bis zu 18 Stunden sein. Während wir Menschen oft verlernt haben, einfach mal „nichts“ zu tun, beherrschen Wölfe die Kunst des kollektiven Nichtstuns in Perfektion. Sie leben im Hier und Jetzt, passen sich flexibel ihrer Umwelt an und zeigen uns, wie wertvoll bewusste Energiesparphasen sind.

Von Brigitte Sommer

Der unsichtbare Wolf: Einblicke aus dem Wildpark

Herzhaftes Gähnen. © Brigitte Sommer

Gestern war ich im Wildpark, um neue Fotos für unsere Vereinsarbeit zu machen. Wer schon einmal ein artgerechtes Wolfsgehege besucht hat, kennt das Phänomen: Es klingt so einfach, dort Bilder zu machen, doch die Realität sieht oft anders aus. Wenn Wölfe sich zurückziehen wollen, tun sie das. Gestern war genau so ein Tag mit wenig bis gar keiner Aktion.

Diese scheinbare „Faulheit“ ist in Wahrheit ein faszinierendes biologisches Erfolgskonzept. Da Wölfe bei der aktiven Jagd extrem viel Energie verbrauchen, nutzen sie jede Gelegenheit, um ihr System komplett herunterzufahren. Aus dieser tiefen Gelassenheit können wir Menschen eine wichtige Lektion für unseren stressigen Alltag mitnehmen: Solche Pausen sind die Voraussetzung für Leistungsfähigkeit.
Dösen auf Wolfsart. © Brigitte Sommer

Warum wir auf das Veröffentlichen von Fotos von frei lebenden Wölfen verzichten

Als Verein Wolfsschutz-Deutschland e. V. tragen wir eine hohe Verantwortung für den Schutz der Tiere. Deshalb verzichten wir ganz bewusst darauf, Fotos von frei lebenden Wölfen zu veröffentlichen. Der Grund ist simpel, aber gewichtig:
  • Ortsbestimmung vermeiden: Insider und Kriminelle sind oft in der Lage, spezifische Landschaftsmerkmale auf Bildern exakt zuzuordnen.
  • Sicherheit geht vor: Aufnahmen aus freier Wildbahn nutzen wir daher ausschließlich intern für unsere Dokumentation.
  • Anpassung im Monitoring: Auch Videos aus unserem internen Wolfsmonitoring teilen wir inzwischen fast nur noch als Nachtaufnahmen, um die genauen Standorte der Rudel effektiv geheim zu halten.

Das Schlafverhalten der Wölfe im Überblick

Die Jungwölfin hat keine Lust mehr zu ruhen und versucht die anderen durch wilde Sprünge aufzuwecken. © Brigitte Sommer
Wölfe schlafen anders als wir Menschen oder gar domestizierte Hunde. Ihre Ruhephasen sind perfekt auf das Überleben in der Natur abgestimmt:
  • Kurze Nickerchen: Statt eines langen, ununterbrochenen Schlafs bevorzugen Wölfe über den Tag verteilte, leichte Nickerchen.
  • Ständige Wachsamkeit: Sie schlafen meist sehr flach, um bei potenziellen Gefahren sofort alarmbereit zu sein.
  • Dämmerungsaktivität: Da ihre Beutetiere oft morgens und abends aktiv sind, passen sich Wölfe diesem Rhythmus an und verschlafen die heißen Mittagsstunden.
  • Verdauungsschlaf: Nach einer großen Mahlzeit sinken sie in einen tiefen, ausgiebigen Schlaf, der viele Stunden anhalten kann.

Der Weckruf: Wenn das Rudel erwacht

Die aktive Phase kann beginnen. © Brigitte Sommer
So tief die Entspannung auch war – das Ende einer solchen Pausenphase folgt meist einer ganz bestimmten Rudeldynamik. Es ist faszinierend zu beobachten: Meistens ist es einer der jüngeren Wölfe, der die Initiative ergreift. Mit jugendlicher Energie, spielerischen Annäherungsversuchen, einem sanften Stupser oder aufforderndem Schwanzwedeln „weckt“ der Jungspund nach und nach die ganze Bande wieder auf.
Aus dem kollektiven Nichtstun wird so in Sekundenschnelle wieder ein aktives Gemeinschaftsgefüge. Dieses gemeinsame Erwachen und die anschließende herzliche Begrüßung stärken den Zusammenhalt des Rudels enorm, bevor es wieder gemeinsam auf Streifzug geht.

Fazit: Gelassenheit als Stärke

Einfach mal Nichtstun. © Brigitte Sommer
Wölfe zeigen uns, dass wahre Stärke in der Balance liegt. Sie verschwenden keine Energie für Unwichtiges, sondern schalten genau dann ab, wenn es die Situation erlaubt. Ein bewusster Blick auf diese faszinierenden Beutegreifer kann uns dabei helfen, im eigenen Alltag wieder mehr im Moment anzukommen und die Kraft von bewussten Pausen neu zu schätzen.

Gerade jetzt, wo über unseren frei lebenden Wölfen in Deutschland wieder das Damoklesschwert der Ausrottung schwebt und wir Wolfsschützer uns tiefste Sorgen um ihre Zukunft machen, zeigt sich ihre größte Lektion: Die Wölfe selbst wissen nichts von der politischen Gefahr, sie meiden uns Menschen schlicht aus natürlicher Vorsicht. Während wir für ihr Überleben kämpfen, lehren sie uns im Gegenzug, im Hier und Jetzt zu verweilen und uns niemals von den Ängsten und Sorgen von morgen lähmen zu lassen.

Die Bilder entstanden im Wildpark „Alte Fasenerie“ in Hanau. Dort leben in großen Gehegen nicht nur Wölfe, sondern auch Luchse, Hirsche und weitere Tiere in großen Gehegen. Tipp für Fotografen: Mit Offenblende ist es möglich, durch den Zaun zu fotografieren.

Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

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Behördenwillkür: Droht in Ahnsbeck die vierte Abschusswelle in Niedersachsen?

Das neue niedersächsische Landesjagdgesetz ist seit kaum vier Wochen in Kraft, und schon zeigt sich genau das Chaos, vor dem wir als Wolfsschutz-Deutschland e. V. monatelang gewarnt haben. Während im Heidekreis (Altenboitzen) und im Landkreis Celle (Niederohe/Lutterloh) sowie Rehdener Geestmoor (Landkreis Vechta) die ersten sechs-wöchigen Abschussjagden im Drei-Kilometer-Radius per ministeriellem Schnellverfahren durchgewinkt wurden, herrscht beim jüngsten Vorfall in Ahnsbeck (Samtgemeinde Lachendorf) tiefes, behördliches Schweigen.

Ahnsbeck zeigt: Populismus ersetzt keinen Herdenschutz

In der Nacht zum 23. Juli sollen in Ahnsbeck zwei Schafe direkt im Ort getötet worden sein. Ein Video, das angeblich ein ganzes Rudel zeigt, wird nun von Wolfsgegnern und Teilen der Lokalpresse instrumentalisiert, um reflexartig die nächste Abschusswelle zu fordern. Die Realität, die das niedersächsische Agrarministerium unter Miriam Staudte (Grüne) anscheinend verschweigt: Die betroffenen Tiere wiesen laut Berichten keinen wolfsabweisenden Grundschutz auf.
Pauschal wird der Vorfall dem lokalen Lachendorf-Rudel in die Schuhe geschoben – ohne jegliche genetische Beweise? In der Region Celle überschneiden sich mehrere Reviere. Wir stellen unmissverständlich klar: Wer seine Tiere ungeschützt lässt, liefert sie auf dem Silbertablett frei Haus. Das Gesetz sieht Schnellabschüsse explizit nur dann vor, wenn ein zumutbarer Herdenschutz überwunden wurde. Wer in Ahnsbeck schießen will, bricht geltendes Recht.
Beispielbild Wolfsmutter mit Welpen im Alter von sechs Wochen. © Brigitte Sommer

Die Mauer des Schweigens: Vollständige Intransparenz

Was uns zutiefst alarmiert, ist die absolute Geheimhaltung, mit der das Ministerium agiert. Unabhängige Naturschutzverbände können so keinerlei zeitnahen Einblick mehr in Rissgutachten oder die genauen Begründungen der Allgemeinverfügungen erhalten. Die Beantwortung von UIG-Anfragen dauert Wochen oder wird gar verweigert. Es wird im Verborgenen entschieden, welche Reviere zur Jagdzone erklärt werden. Diese Intransparenz hat Methode: Man will kritische, wissenschaftliche Überprüfungen und rechtliche Schritte im Keim ersticken. Wenn die Öffentlichkeit und Experten nicht mehr nachvollziehen können, ob Zäune tatsächlich ordnungsgemäß funktionierten oder ob es sich bei Rissen überhaupt um Wölfe handelte, ist Tür und Tor für staatliche Willkür geöffnet. Wir berichteten bereits hier über den Interessenkonflikt der Jägerschaft: https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/04/04/niedersachsen-eroeffnet-die-jagd-auf-woelfe-wolfsschutz-deutschland-e-v-warnt-vor-massivem-interessenkonflikt-der-jaeger/

Gefährliches Roulettespiel – und die großen Verbände schweigen

Die Absurdität gipfelt darin, dass selbst die Jägerschaft vor Ort – wie der Celler Kreisjägermeister Helge John – die aktuellen Abschussbefehle als unkalkulierbares „Roulettespiel“ kritisiert. Wir befinden sich mitten in der sensiblen Phase der Welpenaufzucht. Da Jährlinge optisch kaum von Altwölfen zu unterscheiden sind, nehmen die Behörden den illegalen Abschuss geschützter Elterntiere billigend in Kauf. Das ist gezielte Ausrottung einer geschützten Art durch die Hintertür.
Besonders bitter: Von den etablierten großen Umwelt- und Naturschutzverbänden ist zu den akuten Abschussbefehlen und dem Vorfall in Ahnsbeck bis heute kein einziges Wort des öffentlichen Protests zu hören. Auch von denen nicht, die noch immer damit werben, dass einzig und allein Klagen Wölfe retten könnten. Während die Basis-Aktivisten vor Ort verzweifeln, verharren die großen Organisationen in lähmendem Schweigen und überlassen das Feld den Abschussbefürwortern.

Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. ducken uns nicht weg

Wir fordern vom niedersächsischen Umwelt- und Agrarministerium:
    1. Sofortige Offenlegung aller Rissprotokolle und Gutachten zu Altenboitzen, Lutterloh und Ahnsbeck.
    2. Einen sofortigen Stopp aller Schnellabschuss-Verfügungen.

Wir werden dieses rechtlich höchst dubiose Vorgehen nicht tatenlos hinnehmen und prüfen bereits alle zur Verfügung stehenden rechtlichen Schritte gegen die geheim gehaltenen Abschussbescheide. Gleichzeitig rufen wir zu Spaziergängen auf. Wer nicht selbst vor Ort sein kann, sollte uns dringend finanziell unterstützen.

Weitere Hintergründe:

Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

Doch wir Helfer brauchen auch Hilfe. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende. Auch mit einem Dauerauftrag von 5 Euro im Monat können wir viel Gutes tun und weiter für unsere Wölfe kämpfen. https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

Oder:

Wolfsschutz-Deutschland e.V.
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Neuer Abschussbefehl im Rehdener Geestmoor: Wolfsschutz-Deutschland e. V. warnt vor „Geheimaktion“

Das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium hat eine „dritte“ Abschussgenehmigung nach dem neuen Schnellabschussverfahren erlassen. Nach den Fällen im Landkreis Celle und in Altenboitzen (Heidekreis) steht nun das Wolfsterritorium im Rehdener Geestmoor (Landkreis Diepholz) im Fokus. Wolfsschutz-Deutschland e. V. lehnt diese Maßnahme sowie jegliche Form von Wolfsabschüssen fundamental ab. Unser Verein kritisiert das Vorgehen scharf und warnt vor irreparablen Schäden für den Artenschutz: Die Bejagung wurde freigegeben, obwohl den Behörden grundlegende Daten über den Zustand des dortigen Rudels fehlen.

Wie bereits bei den vorherigen Verfahren in Celle und Altenboitzen verzichtet das Ministerium auch im Fall des Rehdener Geestmoors auf jegliche proaktive Informationspolitik. Die Abschussanordnung wird als interne Dienstweisung direkt an die Jagdausübungsberechtigten übermittelt, ohne dass Rissgutachten oder Details zum Zustand des Herdenschutzes für die Öffentlichkeit oder anerkannte Naturschutzverbände einsehbar sind. Bekannt wurde die laufende Bejagung erst durch Recherchen regionaler Medien.

Akute Gefahr für geschützte Elterntiere wegen mangelhaftem Monitoring

Wolfsvater mit Welpen.

Gesetzliches Verbot ausgehebelt:

Die Abschussfreigabe im Rehdener Geestmoor birgt eine erhebliche biologische und rechtliche Sprengkraft. Nach den gesetzlichen Vorgaben zum Schnellabschuss ist es strikt verboten, für die Aufzucht notwendige Elterntiere oder eine laktierende Fähe (Mutterwölfin) zu töten

Genau hier liegt jedoch der eklatante Widerspruch der behördlichen Praxis: Während in benachbarten Territorien der Region (wie dem Goldenstedter Moor oder in Damme) bereits Welpen für dieses Jahr offiziell bestätigt wurden, gibt es für das spezifische Rudel im Rehdener Geestmoor aktuell noch gar keine gesicherten Monitoring-Daten der Landesjägerschaft Niedersachsen (LJN). Es liegt für das laufende Wolfsjahr bislang weder eine Rudelbestätigung noch ein Welpennachweis vor.

Da die Behörden aufgrund der Datenlücken überhaupt nicht wissen, ob das Rehdener Rudel nicht vielleicht doch unentdeckte, zweimonatige Welpen führt, wird die Bejagung im dichten Moorgebiet zu einem unkalkulierbaren Risiko:
  • Blinder Fleck beim Ansitz: Ohne lückenlose Daten ist es für Jäger in der Praxis nahezu unmöglich, im Visier zu erkennen, ob es sich um ein geschütztes Elterntier handelt.
  • Strafrechtliche Konsequenzen für Jäger: Schießt ein Jäger im Rahmen dieser behördlichen Maßnahme versehentlich ein unentbehrliches Elterntier, greift die Freigabe nicht. Es droht ein Strafverfahren wegen eines illegalen Wolfsabschusses sowie der dauerhafte Verlust des Jagdscheins. Das Ministerium gibt die Jagd frei und schiebt das strafrechtliche Risiko komplett auf die Jägerschaft ab.

Systematische Verdrängung des Rechtswegs und wissenschaftlicher Fakten

Aus Sicht von Wolfsschutz-Deutschland e. V. zeigt dieser dritte Fall innerhalb weniger Tage, dass das Ministerium die Methode der behördlichen Geheimhaltung gezielt als System etabliert hat. Durch das bewusste Verschweigen der Bescheide wird der gesetzliche Eilrechtsschutz von Naturschutzorganisationen systematisch blockiert, da gerichtliche Stopps (Hängebeschlüsse) die Jäger meist erst erreichen, wenn vollendete Tatsachen geschaffen wurden.
Gleichzeitig ignorieren die Verantwortlichen die weitreichenden wissenschaftlichen Konsequenzen. Jede Form von reaktiven Abschüssen ist aus wissenschaftlicher Sicht widersinnig. Sollte im Rehdener Geestmoor ein adultes Tier geschossen werden, das möglicherweise Welpen versorgt, zerstört dies die Sozialstruktur der Familiengruppe nachhaltig. Wissenschaftliche Studien belegen, dass die verbleibenden Tiere ohne die geordnete Führung der Elterntiere vermehrt Jagd auf leichte Beute machen. Die Risswahrscheinlichkeit bei Nutztieren steigt durch solche unüberlegten Schnellschüsse in der Region Diepholz/Vechta somit an, anstatt zu sinken.

Praktischer Schutz statt Symbolpolitik gefordert

Die fortlaufenden Ereignisse in Niedersachsen verdeutlichen, dass der reine Klageweg im Nachhinein den Wölfen nicht mehr rechtzeitig hilft. Wolfsschutz-Deutschland e. V. fordert daher ein sofortiges Moratorium für alle laufenden Schnellabschuss-Dienstweisungen und den Fokus auf flächendeckenden, funktionierenden Herdenschutz direkt an den Weiden.

Wir warnten immer wieder!

Die aktuellen Vorfälle zeigen schmerzhaft, dass die Daten des offiziellen Monitorings am Ende als Grundlage genutzt werden, um Abschussreviere einzugrenzen und die Jagd auf die Tiere freizugeben. Wer in der aktuellen Situation als vermeintlicher „Wolfsfreund“ noch Standorte, Sichtungen oder Fotobelege an diese Stellen übermittelt, liefert den Jägern im Ergebnis die Koordinaten für den Abschuss und schadet dem Schutz der Wölfe aktiv.

Wir fordern vom Ministerium:

  1. Die sofortige Aussetzung des Abschussbefehls im Rehdener Geestmoor.
  2. Die vollständige Offenlegung aller Rissgutachten und Herdenschutz-Prüfprotokolle für diesen Fall.

Unser Verein behält sich vor, im Falle eines illegalen Abschusses von Elterntieren im Rehdener Geestmoor unverzüglich Strafanzeige gegen die verantwortlichen Entscheider und Ausführenden zu erstatten. Gleichzeitig rufen wir dazu auf, die Arbeit für den aktiven Schutz und die Prävention direkt in den betroffenen Kulissen endlich vor Ort zu unterstützen.

Altenboitzen: Wolfsschutz-Deutschland e. V. verurteilt neue Abschussjagd in Niedersachsen

Nach einem Wolfsriss an „einer Ziege“ in Altenboitzen (Heidekreis) hat das niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz eine Abschussgenehmigung im Rahmen des neuen Schnellabschussverfahrens erlassen. Wolfsschutz-Deutschland e. V. lehnt diese Maßnahme fundamental und konsequent ab. Neben der mangelnden Transparenz bei der Vergabe und der faktischen Aushebelung des Verbandsklagerechts kritisiert Wolfsschutz-Deutschland e. V.  das Verfahren als ethisch unverantwortlich und wissenschaftlich unbegründet. Zudem werden Klagemöglichkeiten ausgehebelt. 

Das Verfahren im Heidekreis folgt demselben Muster wie die jüngste Abschussverfügung im Landkreis Celle: Das Ministerium verzichtet auf eine proaktive Veröffentlichung der genauen Bescheide oder Rissgutachten. Informationen über den konkreten Zustand des Herdenschutzes vor Ort sowie über die räumliche Ausdehnung des Bejagungsgebietes sind für die Öffentlichkeit und für Naturschutzvereine nicht direkt einsehbar. Bekannt wurde die auf sechs Wochen befristete Maßnahme im Drei-Kilometer-Radius erst durch Bestätigungen lokaler Akteure gegenüber der Regionalpresse.
Beispielfoto Wolf. © Brigitte Sommer

Die politische Vorgeschichte: Der Beschluss von Saarbrücken

Aus Sicht von Wolfsschutz-Deutschland e. V. ist die aktuelle Praxis in den niedersächsischen Landkreisen das direkte Resultat einer langfristigen politischen Entwicklung, die über die Landesebene hinausgeht. Die rechtliche Grundlage für vereinfachte Entnahmen wurde im Kern auf der 105. Umweltministerkonferenz (UMK) in Saarbrücken manifestiert.
Dort stimmten alle 16 Bundesländer einstimmig – und damit über alle Parteigrenzen von CDU, SPD, Grünen, FDP und Linken hinweg – für die Aufnahme des Wolfs ins Bundesjagdrecht sowie für beschleunigte Abschussverfahren. Die jetzige Anwendung des niedersächsischen Wolfsmanagementplans durch das dortige grüne Agrarministerium verdeutlicht, dass beim Umgang mit dem Schutzstatus des Wolfs ein parteiübergreifender Konsens herrscht.

Ethische Ablehnung und wissenschaftliche Fakten zur Rudelstruktur

Wolfsschutz-Deutschland e. V. lehnt jede Form von reaktiven oder präventiven Einzelabschüssen grundsätzlich ab. Aus ethischer Sicht bleibt der Wolf eine streng geschützte Tierart, deren Erhalt oberste Priorität haben muss und deren Bejagung aus rein politischen Motiven unzulässig ist.  Zudem ist das Instrument des Schnellabschusses aus wissenschaftlicher Sicht widersinnig. Kynologische und ökologische Untersuchungen zeigen seit langem, dass das unkontrollierte Töten von Wölfen bestehende Konflikte verschärft statt löst:
  • Zerstörung von Sozialstrukturen: Wird im Rahmen der Genehmigung wahllos das erste Tier geschossen, das den Jägern vor die Flinte läuft, droht die Destabilisierung ganzer Familiengruppen.
  • Erhöhte Risswahrscheinlichkeit: Fehlen einem Rudel durch den Abschuss erfahrene Elterntiere für die koordinierte Jagd auf Wild, weichen insbesondere Jungtiere vermehrt auf leichter zugängliche Nutztiere aus. Das Risiko von Nutztierrissen steigt dadurch in der betroffenen Region nachweislich an.
Diese biologischen Zusammenhänge machen das pauschale Schnellabschussverfahren im Heidekreis zu einer fachlich unbegründeten Maßnahme. Zumal eine Ziege keinen wirtschaftlichen Schaden darstellen dürfte.

Systematische Schwächung des Verbandsklagerechts

Besonders kritisch bewerten wir die strukturelle Behinderung juristischer Kontrollmechanismen. Durch die Ausgestaltung des neuen Jagdrechts und der Schnellabschuss-Praxis wird das gesetzlich verankerte Verbandsklagerecht anerkannter Naturschutzorganisationen faktisch wirkungslos gemacht:
  • Wegfall der Vorab-Anhörung: Die behördliche Pflicht, Naturschutzverbände vor der Erteilung einer Abschussgenehmigung anzuhören und in das Verfahren einzubinden, wurde für diese Eilfälle gezielt abgeschafft.
  • Fristen laufen ins Leere: Da Abschussverfügungen als interne Dienstanweisungen behandelt und nicht öffentlich bekanntgemacht werden, erfahren Verbände oft erst mit erheblicher Verzögerung davon. Bei einer Befristung der Maßnahme auf lediglich sechs Wochen schrumpft das Zeitfenster für die Formulierung fundierter Klagebegründungen auf ein Minimum.
  • Wettlauf gegen die Zeit beim Eilrechtsschutz: Weil das Ministerium die sofortige Vollziehung der Abschüsse anordnet, entfällt die aufschiebende Wirkung einer Klage. Verbände müssen im Rahmen eines juristischen Eilverfahrens einen gerichtlichen Stopp (Hängebeschluss) erwirken. Durch die Informationsbarrieren wird dieser Rechtsschutz jedoch so stark verzögert, dass der Abschuss oft vollzogen ist, bevor die Gerichte den Fall überhaupt prüfen können.
Beispielfoto Wolf. © Brigitte Sommer

Weitere naturschutzfachliche Kritikpunkte

  • Fehlende Überprüfbarkeit: Ohne Einblick in die amtlichen Rissgutachten lässt sich für unabhängige Dritte nicht verifizieren, ob der vorgeschriebene Herdenschutz zum Zeitpunkt des Vorfalls vollumfänglich funktionstüchtig war.

Die Illusion des reinen Klagewegs: Warum Hilfe vor Ort jetzt zählt

Während  andere Naturschutzverbände weiterhin damit werben, dass der Schutz des Wolfes primär über den juristischen Klageweg im Nachhinein gesichert werden kann, beweisen die Fälle in Celle und Altenboitzen das Gegenteil. Die juristischen Hebel werden durch das neue Verfahren bewusst ausgehebelt. Wenn Gerichte erst entscheiden können, nachdem vollendete Tatsachen geschaffen wurden, hilft das den betroffenen Tieren nicht mehr.
Der Schutz des Wolfes entscheidet sich nicht mehr nur in den Gerichtssälen, sondern direkt vor Ort.
Vom aktuellen Drei-Kilometer-Abschussradius in Altenboitzen ist geografisch vor allem der residente (ortstreue) Einzelwolf bei Walsrode direkt betroffen

Daten des offiziellen Wolfsmonitorings in Niedersachsen  zeigen folgende Revierverteilung in der Region:
    • Der residente Einzelwolf Walsrode: Altenboitzen ist ein Ortsteil von Walsrode. Dieser ortstreue, solitäre Wolf, bewegt sich genau in der betroffenen Kulisse und gerät durch die Neuregelung als Erster unter direkten Bejagungsdruck.
    • Das Rudel Schwarmstedt: Dieses Territorium schließt südlich an das Gebiet um Walsrode an. Da Wölfe auf der Jagd weite Strecken zurücklegen, könnten umherstreifende Tiere dieses Rudels die unsichtbare Drei-Kilometer-Grenze des Jagdgebiets in Altenboitzen überqueren. Sogar Welpen könnten hier durch das Töten eines Elterntieres betroffen werden. 
    • Das Rudel Ostenholzer Moor / Truppenübungsplatz: Östlich von Walsrode befindet sich das weite militärische Sperrgebiet des Truppenübungsplatzes Bergen mit etablierten Wolfsterritorien (wie dem dortigen Wolfspaar). Auch von dort wandern Wölfe regelmäßig in die angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen wie Altenboitzen ab. Auch dort können Welpen direkt betroffen werden. 

Wolfsschutz-Deutschland e. V. fordert:

  1. Die unverzügliche und barrierefreie Veröffentlichung des Abschussbescheides, der Gebietskulisse und des dazugehörigen Rissgutachtens im Fall Altenboitzen.
  2. Eine lückenlose und öffentlich zugängliche Aktualisierung der offiziellen Nutztierschadens-Statistiken.

Unser Verein prüft bezüglich der Verfügung im Heidekreis die Einleitung rechtlicher Schritte in Form von Strafanzeigen gegen Ausführende und Verantwortliche.  Gleichzeitig rufen wir dazu auf, die Arbeit für den aktiven Schutz direkt in den betroffenen Kulissen vor Ort zu unterstützen.

Quellen:

https://wolfsschutz-deutschland.de/2025/11/17/umweltministerkonferenz-in-saarbruecken-alle-parteien-einig-der-wolf-soll-ins-jagdrecht/

https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/07/17/tiefstes-mittelalter-in-niedersachsen-intransparente-wolfs-abschussgenehmigung-ist-reine-willkuer/

Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

Doch wir Helfer brauchen auch Hilfe. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende. Auch mit einem Dauerauftrag von 5 Euro im Monat können wir viel Gutes tun und weiter für unsere Wölfe kämpfen. https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

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Wie deutsche Medien einen ungeklärten Vorfall in Italien zur Antiwolfskampagne machen

Heldengeschichte oder Sensationsjournalismus? Am 18. Juli 2026 ereignete sich in Orbicciano (Camaiore, Toskana) ein tragischer Vorfall: Eine Familienhündin namens Destiny soll von einem großen canidenartigen Tier getötet worden sein. Während die italienische Lokalpresse weitgehend zurückhaltend berichtet und auf offene Fragen hinweist, überschlagen sich viele deutsche Medien mit einer dramatischen Heldenerzählung: „Wolf greift Kind an – Hund opfert sich heldenhaft.“ Bis heute liegt keine offizielle Bestätigung einer Behörde (ISPRA, Carabinieri Forestali, Region Toskana) vor, dass es sich tatsächlich um einen Wolf handelte. Allerdings ist jetzt bekannt, dass es überhaupt keinen Angriff auf Menschen gab. 

25.07.26 Update zum Fall „Destiny“ in der Toskana: Keine forensische Klärung 
Die italienischen Behörden verzichten offiziell auf eine DNA-Analyse der Bisswunden an der getöteten Hündin „Destiny“, da für sie der Fall ländlicher Haustierriss damit als erledigt gilt.
Unser Fazit als Wolfsschutz-Deutschland e. V.:
Für uns bleibt der Vorfall damit weiterhin völlig unaufgeklärt. Ohne ein molekularbiologisches Laborergebnis ist in keiner Weise bestätigt, dass es sich bei dem Angreifer tatsächlich um einen Wolf gehandelt hat. Es besteht ebenso die Möglichkeit, dass die Attacke durch einen oder mehrere wildernde Hunde verursacht wurde. Die Medien stützen sich jetzt ungeprüft auf das narrative Schema der „Wolf-tötet-Hund-Geschichte“.

Was tatsächlich bekannt ist:

Am Abend des 18. Juli 2026 soll es in der Ortschaft Orbicciano, einem kleinen Ortsteil der Gemeinde Camaiore in der Provinz Lucca (Toskana), zu einem tragischen Zwischenfall gekommen sein. Während eine Familie im Garten einen Grillabend vorbereitete, soll ein großes canidenartiges Tier auf das Grundstück vorgedrungen sein. Es attackierte und tötete mutmaßlich die siebenjährige Mischlingshündin Destiny (ca. 22 kg). Das zweijährige Kind der Familie blieb unverletzt. Die Mutter verletzte sich bei der Verfolgung des Tieres durch einen Sturz in einen Graben. Die Familie beschreibt den Angreifer als Wolf. Bislang liegt jedoch keine offizielle forensische oder behördliche Bestätigung (z. B. durch ISPRA oder die Carabinieri Forestali) vor, dass es sich tatsächlich um einen Wolf handelte. Auch eine DNA-Analyse der Bissspuren oder der Überreste des Hundes wurde bisher nicht öffentlich bekannt gegeben. Der Vorfall sorgte rasch für große mediale Aufmerksamkeit – vor allem wegen der emotionalen Erzählung, die Hündin habe sich „heldenhaft“ zwischen das Tier und das Kind geworfen.
Die Mutter der Familie beschrieb das Tier gegenüber den Medien als besonders groß und kräftig. Dies steht jedoch im Kontrast zu den biologischen Merkmalen des italienischen Apenninenwolfs (Canis lupus italicus), der zu den kleineren Wolfsunterarten Europas zählt. Ausgewachsene Männchen erreichen in der Regel eine Schulterhöhe von 60–70 cm und ein Gewicht von 25–35 kg – deutlich kleiner und leichter als beispielsweise die skandinavischen oder osteuropäischen Populationen. Wir weisen darauf hin, dass Fehleinschätzungen der Größe bei aufgeregten Zeugen häufig vorkommen und große Hunde oder Wolf-Hund-Hybride optisch leicht mit Wölfen verwechselt werden können. Ohne Messungen, Fotos oder genetische Untersuchungen bleibt die Beschreibung „besonders groß“ daher eine subjektive Wahrnehmung.
Beispielfoto Wolf mit dunklerem Fell wie in Italien oft üblich. © Brigitte Sommer

Der Bürgermeister des Ortes stellt heute in einem Interview klar:

    • Kein Angriff auf Menschen: Der Bürgermeister von Camaiore stellt klar, dass es keinen direkten Angriff des Wolfes auf das Kind oder andere Personen gab.
    • Alle waren im Haus: Zum Zeitpunkt des Vorfalls (Samstagabend gegen 21:30 Uhr) befand sich die gesamte Familie im Haus. Der Wolf wurde vermutlich vom Geruch eines Grills angelockt.
    • Instinkt des Hundes: Der Hund befand sich allein draußen. Als er den Wolf bemerkte, bellte er, um sein Revier zu verteidigen. Er wurde vom Wolf attackiert, in den Wald gezogen und am nächsten Tag tot aufgefunden. 

Allerdings scheint keine DNA-Bestätigung vorzuliegen, mit der Bestätigung, dass es tatsächlich ein Wolf war.

Dennoch werden in Deutschland vielfach Tatsachenbehauptungen verbreitet.

Italienische Berichterstattung, italienische Lokal- und Regionalpresse (Il Tirreno, Versilia Today, NoiTV):

  • Berichten detailliert die Aussagen der Familie.
  • Nennen den Vorfall meist als „mutmaßlicher“ oder beschreiben das Tier als „lupo“ nach Zeugenaussage.
  • Heben hervor, dass das Kind nicht verletzt wurde und die Verletzung der Mutter durch einen Sturz entstand.
  • Erwähnen offene Fragen (keine DNA, keine amtliche Artbestätigung).
  • Manche Artikel (z. B. Versilia Today) zitieren Verbände mit Spekulationen („3–4 Wölfe“), kennzeichnen diese aber klar als Hypothese.

    Während seriöse italienische Lokalmedien (wie Il Tirreno oder NoiTV) die Schilderungen der Beteiligten abbilden, aber den Ermittlungsstatus offenlassen, neigen viele Boulevardmedien im deutschsprachigen Raum dazu, die emotional aufgeladene Schilderung des „Heldenhundes“ ungeprüft als absolute Tatsache darzustellen. Aber auch in Italien wird das Thema von politischen Lagern und Verbänden wie der Coldiretti sofort aufgegriffen, um die Debatte um das Wolfsmanagement in der Toskana anzuheizen. 

Deutsche Medien (BILD, RTL, Focus, verschiedene Regionalzeitungen):

  • Oft reißerische Überschriften wie „Wolf greift zweijähriges Kind an – Hund stirbt als Held“.
  • Präsentieren die Familiendarstellung als unumstrittene Tatsache.
  • Verzichten häufig auf Konjunktiv oder Quellenkritik.
  • Kontextualisieren den Einzelfall sofort in der großen Wolfsdebatte, ohne auf den fehlenden behördlichen Nachweis hinzuweisen.
  • Verstärken damit ein Narrativ von „gefährlichen Wölfen“, das politisch instrumentalisiert werden kann.

Dieser Unterschied ist nicht zufällig. In Deutschland bedienen viele Medien lieber das Angst- und Heldenschema. Und das seit Jahren. 

Kritikpunkte:

  1. Fehlende Quellenkritik — Viele deutsche Artikel übernehmen die Familiensicht unkritisch, ohne zu erwähnen, dass der genaue Ablauf (insbesondere eine gezielte „Rettung“ des Kindes) nicht beobachtet wurde.
  2. Voreilige Artbestimmung — Ohne forensische Untersuchung wird „Wolf“ als Fakt präsentiert. Das widerspricht guter journalistischer Sorgfalt.
  3. Emotionalisierung statt Aufklärung — Die Geschichte wird zur „Herz-Schmerz-Story“ aufbereitet.
  4. Doppelstandard — Bei Angriffen von Hunden oder anderen Tieren, wie Kühen,  wird deutlich zurückhaltender und faktenorientierter berichtet.

Fazit 

Der Umgang mit dem Fall in Camaiore wirft ein Schlaglicht auf ein tiefgreifendes Problem, das weit über die Berichterstattung zum Thema Wolf hinausreicht: den fortschreitenden Vertrauensverlust in die deutschen Leitmedien. Wenn Redaktionen bei einer emotional aufgeladenen, aber faktisch ungeklärten Nachricht aus dem Ausland die journalistische Sorgfaltspflicht derart bereitwillig über Bord werfen, beschädigt das ihre ohnehin bröckelnde Glaubwürdigkeit massiv. Es entsteht ein gefährlicher Eindruck beim Publikum: Wenn Medien schon bei einem vermeintlichen „Wolfsangriff“ die bloßen Schilderungen von Beteiligten ungeprüft zur unumstößlichen Wahrheit erheben und eine reißerische Heldenerzählung konstruieren, wie verlässlich sind dann ihre Berichte zu weitaus komplexeren geopolitischen, wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Krisen? Diese Tendenz, Emotionalisierung vor Verifizierung zu stellen, liefert Kritikern erst das Fundament für den Vorwurf, Leitmedien gehe es nicht mehr um neutrale Information, sondern um das Bedienen von Narrativen.

Solange keine unabhängige behördliche Untersuchung vorliegt, sollte von einem „Wolfsangriff auf ein Kind“ nicht gesprochen werden. Seriöser Journalismus muss unterscheiden zwischen Zeugenaussagen und bewiesenen Fakten – besonders bei einem hoch emotionalen Thema wie dem Wolf.

Wolfsschutz-Deutschland e.V. fordert eine sachliche, evidenzbasierte Berichterstattung von deutschen Medien. Einzelschicksale von Tieren und Menschen verdienen Mitgefühl – sie sollten aber nicht für pauschale Hetze gegen eine geschützte Art instrumentalisiert werden.

Beispielfoto Wolfspaar.

Hauptquellen zum Selbstrecherchieren: 

  1. Il Tirreno (wichtigste Regionalzeitung der Toskana) – ausführlichster Bericht vom 19. Juli 2026
    Cane eroe in Versilia: salva bambino di 2 anni dall’attacco di un lupo e si sacrifica per la sua famiglia
  2. Versilia Today (lokales Nachrichtenportal) – zwei relevante Artikel vom 20. Juli 2026
  3. NoiTV (lokaler Fernsehsender)
    Bericht vom 19. Juli 2026 über den Vorfall, die verletzte Mutter und den Einsatz der Rettungskräfte.

Weitere italienische Berichte

  • Gonews.it (20. Juli): Cagnolina salva i padroni…
  • La Cronaca 24 und verschiedene lokale Portale (z. B. Leggo, Tgcom24) – meist kürzere Zusammenfassungen.

 

Besonders auffällige Beispiele in deutschen Medien

Screenshot des Titels der Frankfurter Rundschau: https://www.fr.de/panorama/wolfattacke-beim-grillen-urlaubsregion-hund-rettet-kind-und-stirbt-zr-94408827.html
  1. BILD – sehr dramatisch
    Wolf greift Kind (2) an! Hund opfert sich und stirbt
    (Überschrift und Text stellen es als gesicherten Angriff auf das Kind dar.)
  2. Merkur.de
    Wolfsangriff in Toskana: Hündin rettet Kleinkind und stirbt
    (Sehr emotional, formuliert die Rettung als Fakt.)
  3. HNA.de
    Wolf attackiert Kind beim Grillen in beliebter Urlaubsregion – Familienhündin bezahlt Rettung mit dem Leben
  4. Weitere tendenziöse Beispiele:
    • Berliner Kurier: „Grillabend wird zum Albtraum: Wolf greift Zweijährigen an“
    • Südtirol News: „Wolf platzt in Grillfeier und geht auf Zweijährigen los“
    • Agrarheute: „Wolf greift 2-Jährigen an – Hund beschützt Kind und wird totgebissen“
    • Morgenpost: „Wolf soll Kind in Italien angegriffen haben“ (hier noch ein „soll“, aber der Rest sehr dramatisch)

Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

Doch wir Helfer brauchen auch Hilfe. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende. Auch mit einem Dauerauftrag von 5 Euro im Monat können wir viel Gutes tun und weiter für unsere Wölfe kämpfen. https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

Artgerechte Aufklärung statt Trophäen: Unser neuer Kompakt-Workshop für junge Wolfsschützer

Wie sieht das echte Familienleben von Wölfen aus? Was fressen sie wirklich und warum gehören abgezogene Felle nicht in Kinderhände? Diese und viele weitere Fragen standen im Mittelpunkt eines neu konzipierten, zwei- bis dreistündigen Kompakt-Workshops von Wolfsschutz-Deutschland e. V..  Die teilnehmenden Kinder aus dem Großraum Duisburg zeigten sich absolut begeistert von der Rückkehr der Wölfe nach Deutschland. Gleichzeitig lernten sie auf Augenhöhe, wie wichtig Respekt vor der Natur ist und welchen aktuellen Bedrohungen die Tiere ausgesetzt sind.

Echte Ethik: Bewusster Verzicht auf Felle und Schädel

Bei der Vermittlung von Wissen geht unser Verein einen konsequenten, ethischen Weg: In den Veranstaltungen wird strikt auf echtes Wolfsfell oder echte Tierschädel verzichtet. Nach der Vereinsphilosophie gilt der Grundsatz „Wir schützen nur, was wir lieben“ – das abgezogene und gegerbte Fell eines toten Tieres halten wir daher für absolut ungeeignet im Unterricht mit Kindern. Um den Tieren stattdessen lebendig und artgerecht zu begegnen, steht bei längeren Kursen oder mehrtägigen Versionen des Workshops stattdessen der Besuch eines Wildparks auf dem Plan. Dort können die Kinder Wölfe in einer geschützten, artgerechten Umgebung direkt beobachten. In Wolfsgebieten können wir auch Wanderungen anbieten. Vielleicht findet sich ja sogar eine Spur oder eine Losung (Wolfskot)? 

Spielerisches Wissen über das Wolfsrudel

Geleitet wurde der Workshop im Duisburger Umkreis von Ulrike de Heuvel, der Zweiten Vorsitzenden des Vereins. Sie bringt als gelernte Erzieherin sowie ausgebildete Ethik- und Tierschutzpädagogin die perfekte Expertise mit, um komplexe biologische Themen kindgerecht zu vermitteln.
Mithilfe verschiedener Arbeitsmaterialien lernten die Kinder kompakt und spannend:
    • Das Wolfsjahr: Was machen Wölfe im Frühling, Sommer, Herbst und Winter?
    • Das Familienleben: Wie ähnlich die Sozialstruktur eines Wolfsrudels unseren eigenen Familien ist.
    • Die Ernährung: Was tatsächlich auf dem Speiseplan der Beutegreifer steht.
    • Der richtige Umgang: Dass man vor Wölfen keine Angst haben muss, sondern ihnen – genau wie anderen Tieren auch – schlicht mit Respekt begegnen sollte.

Zwischen Freude und Sorge: Die Bedrohung durch das Jagdrecht

Die Begeisterung der Kinder aus dem Ruhrgebiet über die Rückkehr des Wolfes schlug während des Workshops auch Brücken zu ernsten Themen. Die Pädagoginnen erklärten den Teilnehmenden kindgerecht, dass den Tieren in Deutschland aktuell wieder große Gefahren drohen. Durch Bestrebungen, den Wolf fest in das Jagdrecht aufzunehmen, droht unseren Wölfen eine erneute Ausrottung. Der Workshop schaffte es so, bei der jungen Generation ein tiefes Bewusstsein für den aktiven Naturschutz zu verankern.

Foto Mitte: Die Zweite Vorsitzende von Wolfsschutz-Deutschland e. V., Ulrike De Heuvel ist Erzieherin sowie Tierschutz- und Ethikpädagogin. Hier in einem Workshop mit Grundschulkindern.
Großes Interesse am Wolf in kleiner Runde draußen. Foto: privat
Auch ein kleiner Comic informiert kindgerecht darüber, was unsere Wölfe das ganze Jahr so machen. Foto: privat.
Ganz bewusst setzen wir bei der Auswahl an Infomaterialien nicht auf Echtfell. Auch unser Wolfsschädel, hinten,  ist eine Replik. Foto: Privat

Jetzt anfragen: Bildungsangebote in NRW und Hessen

Um möglichst viele Kinder zu erreichen, bietet der Verein diese Aufklärungsprojekte gezielt in Nordrhein-Westfalen und Hessen an. Ein ganz besonderes Angebot wartet in Hessen: Dort organisiert die Vorsitzende Brigitte Sommer  kleine, kindgerechte Lesewanderungen in Naturschutz- und Wolfsgebieten. Gelesen wird dabei aus dem eigenen Wolfscomic, dessen lehrreiche Texte noch persönlich von dem bekannten, verstorbenen Wolfsexperten Toni Seiler mit verfasst wurden. Begleitet wird die Tour dort vom Wolfshundemix Liv. 
Interessierte Schulen und Kitas können Termine direkt per E-Mail anfragen: Ulrike.deheuvel@wolfsschutz-deutschland.de

Weitere Informationen:

https://wolfsschutz-deutschland.de/2024/07/17/wolfsschutz-deutschland-e-v-macht-schule/

https://wolfsschutz-deutschland.de/2022/05/25/wolfsschutz-deutschland-e-v-macht-schule-und-menschen-fuer-woelfe-kindergarten/

Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

Doch wir Helfer brauchen auch Hilfe. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende. Auch mit einem Dauerauftrag von 5 Euro im Monat können wir viel Gutes tun und weiter für unsere Wölfe kämpfen. https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

Wandertage auf dem Truppenübungsplatz Wildflecken: Begleitet uns auf der „Grünen Tour“

Am 26.07.2026 öffnet der Truppenübungsplatz Wildflecken in der Rhön seine Tore für die traditionellen Wandertage. Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. möchten diese Gelegenheit nutzen, um gemeinsam mit Euch die „Grüne Tour“ zu wandern. In lockerer Atmosphäre möchten wir einen direkten Einblick in das Leben des lokalen Wolfsrudels geben und über die aktuelle Situation der Wölfe in der Region aufklären.

Das Wolfsrudel Wildflecken: Eine Chronik der Rückkehr

Beispielfoto Wolfsrudel. © Brigitte Sommer
Laut den offiziellen Daten der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) wurde das Territorium Wildflecken im Jahr 2022 offiziell als Wolfsrevier bestätigt.
  • 22.06.2022: Der erste Reproduktionsnachweis gelang, als eine Fotofalle des Bundesforstes eine säugende Wölfin aufnahm.
  • Grenzgebiet: Das Revier liegt direkt an der Landesgrenze zwischen Bayern und Hessen. Das Rudel wird offiziell in den bayerischen Monitoring-Daten geführt.
  • Aktueller Status: Auch im aktuellen Monitoringjahr sind noch keine Daten über das Rudel vorhanden. Im vergangenen Jahr hatte das Paar zwei Welpen. Mehr Details zu den Hintergründen des Reviers findet ihr auf unserer Themenseite zum Rudel Wildflecken auf Wolfsschutz-
Screenshot aus der Tabelle der DBB-Wolf. © DBB-Wolf.

 

Verfolgung und tragische Schicksale

Solange die Wölfe auf dem militärischen Sperrgebiet bleiben, sind sie sicher. Sobald sie den Truppenübungsplatz jedoch verlassen, geraten sie ins Visier der Jagd- und Agrarlobby von Hessen und Bayern. Die Realität des Wolfsmanagements in der Rhön ist von massiver Verfolgung und folgenschweren Fehlentscheidungen geprägt.
Das Schicksal des Wildfleckener Rudels ist eng mit dem des Nachbarrudels „Hohe Rhön“ verknüpft, welches de facto ausgerottet wurde.
  • Das Drama um Frigga und Nuka: Die bekannte Wölfin Frigga wurde nach ihrer Tötung illegal entsorgt. Ihr Welpe Nuka wurde völlig schutzlos und alleine aufgefunden. 
  • Der Wolfsvater: Der Rüde des Paares, Griso – der nach wie vor in dem Gebiet vermutet wird, stammt direkt aus dem Rudel Wildflecken. Es könnte sich auch noch eine weitere Tochter dort aufhalten. Eine Tochter ist in den Schwarzwald ins Enztal gewandert. 
  • Der „Fehlschuss“: Im Zuge einer behördlichen Abschussverfügung, die ursprünglich Frigga galt, wurde eine unbeteiligte Jungwölfin aus dem Wildfleckener Rudel von Jägern erschossen. Diesen skandalösen Vorfall, der die mangelhafte Praxis der Behörden drastisch aufzeigt, haben wir in unserem Bericht https://wolfsschutz-deutschland.de/2024/09/07/bayern-rhoenskandal-totschiessen-der-falschen-woelfin-macht-die-verfuegung-nicht-legaler/detailliert aufgearbeitet. Auch weitere Verluste und rechtliche Schritte dokumentieren wir fortlaufend. 

Wandern, Verstehen und Aufklären – Für Groß und Klein

Bei unserer gemeinsamen Wanderung wollen wir sachlich informieren, Vorurteile abbauen und zeigen, wie echter Herdenschutz funktioniert. Auch für die jüngsten Wolfsfreunde ist gesorgt: Wir haben Wolfscomics für Kinder, Flyer und Aufkleber im Gepäck.
  • Wann: Sonntag, 26.07.2026
  • Tour: „Grüne Tour“ (Truppenübungsplatz Wildflecken) – zirka 12,4 km 
  • Anmeldung: Erforderlich per E-Mail: Volker.Vogel@wolfsschutz-deutschland.de
  • Ablauf: Nach Eurer Anmeldung senden wir euch eine Bestätigung mit dem genauen Treffpunkt und der Uhrzeit zu.

Meldet euch jetzt an und setzt gemeinsam mit uns ein Zeichen für den Schutz der Wölfe in der Rhön.

Tiefstes Mittelalter in Niedersachsen: Intransparente Wolfs-Abschussgenehmigung ist reine Willkür

Wolfsschutz-Deutschland e. V. kritisiert die Vorgehensweise bei der Erteilung einer Abschussgenehmigung im Bereich Niederohe (Gemeinde Faßberg, Celler Nordkreis) auf das Schärfste. Statt einer offenen, für die Öffentlichkeit gleichermaßen zugänglichen Pressemitteilung wurde offenbar eine einzelne Regionalzeitung exklusiv informiert. Der Bericht bleibt hinter einer Paywall. Für Bürger sowie für Naturschutzvereine ist es damit kaum möglich, die genaue Begründung, den Rissort, die Prüfung des Herdenschutzes oder die räumliche Ausdehnung des Jagdgebiets nachzuvollziehen.

Diese selektive Informationspolitik widerspricht den Anforderungen einer transparenten Verwaltung.
Beispielfoto Wolf .© Brigitte Sommer

Was wir aktuell wissen:

Angeblich ein konkreter Auslöser in Niederohe.
Grundlage ist das neue Schnellabschussverfahren des niedersächsischen Managementplans. In Niederohe kam es zu einem nachgewiesenen Wolfsriss an Nutztieren. Ein amtlicher Gutachter der Landwirtschaftskammer bestätigte anscheinend vor Ort, dass der Halter einen „zumutbar ergriffenen Herdenschutz“ (ausreichend hohe Schutzzäune) installiert hatte, dieser jedoch vom Wolf überwunden wurde. 
Der Ablauf des Verfahrens vor Ort
  • Jagdgebiet: Das Ministerium hat daraufhin per Allgemeinverfügung ein Aktionsgebiet rund um den Rissort festgelegt. Die genaue Kulisse umfasst die umliegenden Jagdreviere im Bereich Niederohe und Lutterloh. 
  • Zeitfenster: Die lokalen, jagdberechtigten Personen, dürfen ab sofort für einen Zeitraum von maximal sechs Wochen in diesem definierten Bereich jagen. 
  • Das Ende: Die Genehmigung erlischt in dem Moment, in dem ein Wolf im Gebiet „rechtmäßig erlegt“ wurde. Gesetzlich muss es sich nicht zwingend um das exakte Tier handeln, das den Schaden verursacht hat. 

Die Kritik der örtlichen Jägerschaft

Aus den frei zugänglichen Stellungnahmen der Jägerschaft im Landkreis Celle, insbesondere durch Kreisjägermeister Helge John, geht anscheinend eine deutliche Skepsis hervor: 
  • Das „Roulettespiel“: Da Wölfe keine Markierungen tragen und sich nicht an künstliche Radien halten, ist es für Jäger im Wald unmöglich zu wissen, ob sie den „Schadenswolf“ vor sich haben. 
  • Gefahr für die Rudelstruktur: Wird ein erwachsenes Elterntier statt eines Jungwolfs geschossen, bricht oft die Sozialstruktur des Rudels zusammen. Dies führt dazu, dass die verbliebenen Wölfe vermehrt Jagd auf leichte Beute – also Nutztiere – machen. 
  • Forderung nach Welpen-Abschuss: Die Jäger im Kreis Celle fordern stattdessen eine feste Quote für die Bejagung von Jungwölfen bis zum Spätherbst, da diese eindeutig zu erkennen sind und der Abschuss die Rudelstruktur nicht gefährdet.
Das Ministerium habe eine Rund-um-die-Uhr-Rufbereitschaft eingerichtet, heißt es. Sobald ein Jäger im Celler Nordkreis Erfolg meldet, würde die Jagd im System sofort gestoppt, um einen doppelten Abschuss zu verhindern. 
Beispielfoto Wolf. © Brigitte Sommer

Öffentliche Kontrolle nicht möglich

Die offizielle Liste der bestätigten Nutztierschäden durch Wölfe ist seit längerem nicht mehr aktualisiert. Es lässt sich für die Öffentlichkeit weder prüfen, ob der gemeldete Riss in Niederohe tatsächlich vorliegt, noch wie der Herdenschutz vor Ort konkret bewertet wurde. Mängel am Herdenschutz sind für Dritte nicht nachvollziehbar. Diese Intransparenz erschwert jede sachliche Debatte.

Welches Rudel könnte betroffen sein?

Das Gebiet um Niederohe und Lutterloh liegt in der Südheide und gehört zum Territorium von Rudeln wie dem Wietze-Rudel oder dem Hermannsburg/Unterlüß-Rudel. Auch Einflüsse aus dem Bergen-Rudel sind möglich. Nach aktuellem Monitoring gibt es in mehreren Rudeln der Südheide Hinweise auf Welpen. Die Elterntiere befinden sich derzeit in der sensiblen Aufzuchtphase.

Kritik am neuen Wolfs-Managementplan

Der aktuelle niedersächsische Wolfs-Managementplan und die Änderungen des Bundesjagdgesetzes haben den Schutzstatus des Wolfs deutlich abgesenkt. Schnellabschüsse, Interventionsgebiete und Jagdquoten ermöglichen nun leichtere und umfangreichere Entnahmen – auch ganzer Rudel bei wiederholten Rissen. Statt konsequent in flächendeckenden, wirksamen Herdenschutz und Prävention zu investieren, wird der Fokus zunehmend aufs Töten gelegt. Wir halten diesen Ansatz für falsch. Besonders problematisch sind Forderungen aus Teilen der Jägerschaft, auch Jungwölfe (Welpen) zu bejagen. Diese Tiere stehen in keinem direkten Zusammenhang mit Nutztierrissen. Wir kritisierten das bereits hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/04/04/niedersachsen-eroeffnet-die-jagd-auf-woelfe-wolfsschutz-deutschland-e-v-warnt-vor-massivem-interessenkonflikt-der-jaeger/
Ein Abschuss von Elterntieren während der Aufzuchtphase verstößt zudem gegen grundlegende tierschutzrechtliche Prinzipien.
Der neue revierübergreifende Wolfsmanagementplan Niedersachsen ist am 1. Juli 2026 in Kraft getreten. 
Das niedersächsische Kabinett hat den landesweit gültigen Plan beschlossen, nachdem zuvor das Landesjagdgesetz an das Bundesjagdgesetz angepasst wurde. 

Wolfsschutz-Deutschland e. V. protestiert grundsätzlich gegen die Abschusspolitik im neuen Wolfs-Managementplan. Abschüsse von Wölfen, egal ob einzelne Tiere oder ganze Rudel, lehnen wir ab. Der Wolf ist weiterhin eine geschützte Art, deren Erhaltung Vorrang haben muss. Einen Wolf auf gut Glück zum Abschuss freizugeben, ist pure Willkür aus dem tiefsten Mittelalter – ein ethischer Bankrott des Naturschutzes, der Racheakte über den biologischen Sachverstand stellt.

Wolfsschutz-Deutschland e. V. fordert:

  • Die unverzügliche, barrierefreie Veröffentlichung aller relevanten Unterlagen (Rissgutachten, Herdenschutz-Prüfung, genaue Kulisse der Abschussgenehmigung).
  • Eine zeitnahe Aktualisierung der offiziellen Riss-Statistik.

Wir behalten uns vor, Strafanzeigen gegen Ausführende und Entscheider zu erstatten.

Quelle:

https://www.cz.de/lokales/celle-lk/im-celler-nordkreis-soll-ein-wolf-geschossen-werden-kreisjaegermeister-spricht-von-roulettespiel-XENCCBKHKVAWTNZMQLQO5ZWDUQ.html?outputType=valid_amp

 

Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

Doch wir Helfer brauchen auch Hilfe. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende. Auch mit einem Dauerauftrag von 5 Euro im Monat können wir viel Gutes tun und weiter für unsere Wölfe kämpfen. https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/