Skandal: Schnellabschüsse von Wölfen auf Umweltministerkonferenz beschlossen

Wolfsschutz-Deutschland e. V. beurteilt den Beschluss auf der Umweltministerkonferenz, die vom 29. November bis zum 01. Dezember in Münster (NRW) stattfand, als nichts anderes als einen Förderalismustrick, um den Schutz der Wölfe in Deutschland ad absurdum zu führen. Warum dies so ist, lesen Sie hier in unserem Artikel. Verlinkt ist auch noch einmal unsere Petition gegen Schnellabschüsse von Wölfen.

Einigkeit hätte auf der 101. Sitzung der Umweltministerkonferenz beim Umgang mit verhaltensauffälligen Einzelwölfen bestanden, heißt es in der Pressemitteilung vom 01. Dezember 2023. Die Ministerinnen und Minister sowie Senatorinnen und Senatoren sprachen sich einstimmig für Erleichterungen im Verfahren zur Entnahme von verhaltensauffälligen Wölfen aus, die zumutbare (was ist zumubar?) Herdenschutzmaßnahmen überwinden. Die Bundesländer unterstützen daher den Vorschlag der Bundesumweltministerin Steffi Lemke für eine „schnellere und unbürokratische Entnahme“ – was nichts anderes heißt als Töten – von Einzeltieren, deren Nutztierrisse in Regionen mit erhöhtem Rissvorkommen zu wirtschaftlichen Schäden (hier wird die Hürde immer weiter herunter gelegt)  führen. Hierzu hat das Bundesumweltministerium den Ländern eine Neuauslegung des geltenden Rechts dargelegt. Die Bundesländer beschlossen darüber hinaus, den Praxisleitfaden „Wolf“ auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse entsprechend zu ergänzen.

Man bedient sich unserer Meinung nach eines juristischen Tricks, der aber keiner Klage standhalten dürfte, um an einer Gesetzesänderung vorbei zu kommen.

So soll in Gebieten mit erhöhtem Rissaufkommen bereits nach dem erstmaligem Überwinden des zumutbaren Herdenschutzes und dem Riss von Weidetieren eine Abschussgenehmigung möglich sein. Diese soll zeitlich für einen Zeitraum von 21 Tagen nach dem Rissereignis gelten und die Entnahme im Umkreis von bis zu 1.000 Meter um die betroffene Weide ermöglichen. Die Gebiete mit erhöhtem Rissaufkommen werden von den Ländern festgelegt. Eine genetische Individualisierung des mutmaßlichen Wolfes vor der Abschussgenehmigung soll nach dem Beschluss der Umweltministerkonferenz für eine Entnahme in diesen Gebieten nicht erforderlich sein. Bei der Bewertung des zumutbaren Herdenschutzes für Weidetiere zum Schutz vor Übergriffen durch den Wolf können die Länder regelmäßig regionale Unterschiede und Besonderheiten berücksichtigen. Umweltminister Krischer (Grüne) aus NRW hat übrigens für NRW schon die Zaunhöhe von 1,10 auf 90 Zentimeter herabgesetzt, ein Unding.

Beispielfoto Wolf. © Brigitte Sommer

„Die natürliche Rückkehr des Wolfes in seine angestammten Gebiete, stellt uns vor Herausforderungen. Der Herdenschutz ist dabei ausschlaggebend für ein möglichst konfliktarmes Miteinander von Weidetierhaltung und Wolfsvorkommen“, betonte Minister Krischer. „Wir brauchen darüber hinaus aber bundesweit eine praxisgerechtere und rechtssichere Vorgehensweise, um verhaltensauffällige Einzelwölfe zu entnehmen. Auf der Konferenz ist es uns gelungen, parteiübergreifend ein abgestimmtes Vorgehen festzulegen, um die Interessen des Naturschutzes und dem Schutz der Weidetierhaltung gerecht zu werden.“

Geschenk an Waffenindustrie und Jagdlobby?

Wir beurteilen diesen Beschluss als nichts anderes als einen Freibrief für Jäger, ohne Sinn und Verstand auf Wölfe zu schießen, die an bestimmten Weiden einfach nur vorbei laufen, oder sich in deren Nähe aufhalten. In nahezu jedem Wolfsgebiet gibt es Weiden, an denen Wölfe vorbei laufen müssen, weil diese in ihrem Revier liegen. Nun stelle man sich vor, dass bereits nach einem Riss, wobei wohl nicht einmal mehr festgestellt werden soll, ob durch einen frei laufenden Hund oder tatsächlich durch einen Wolf verursacht worden ist, drauf los geschossen werden darf.

Die Waffenindustrie macht Milliardengewinne mit den inzwischen über 400.000 Jägerinnen und Jägern in Deutschland. Und es werden immer mehr.

Es ist längst wissenschaftlich erwiesen, dass das Hineinschießen in Wolfsrudel nicht weniger Risse zur Folge hat, sondern eher mehr, denn Jungtiere, die ihre Eltern verloren haben, werden sich eher vermeintlich leichterer Beute, nämlich Weidetieren zuwenden, als dem für sie noch schwierigeren Jagen von Wildtieren. Werden Jungtiere geschossen, so können diese nicht mehr abwandern, sich ein eigenes Revier suchen und für die weitere Ausbreitung der Wölfe in Deutschland sorgen.

Die EU und auch Deutschland und viele weitere Mitgliedsstaaten haben sich für einen strengen Schutz der Wölfe entschieden und diesen auch vertraglich vereinbart. In den Verträgen haben sich die Mitgliedsstaaten dazu verpflichtet, den Wölfen eine Ausbreitung zu gewährleisten. Ein Abschießen von Jungwölfen widerspricht diesem Ziel. Es ist längst wissenschaftlich unstrittig, dass Jungwölfe spätestens im Alter von zwei Jahren ihr Elternrudel verlassen und sich auf die Suche nach einem eigenen Revier machen. Dabei wandern sie teilweise hunderte bis tausende von Kilometern.

Am zweiten Juni entsetzte Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) mit dem Zitat: „Es darf so lange geschossen werden, bis es aufhört!“ Der Beschluss sieht also vor, dass so lange geschossen wird, bis Risse aufhören, komplette Rudel sind dadurch mit dem Tod bedroht, eine Vermehrung nicht mehr gewährleistet.

Bundesländer mit wenig Wolfsbestand sind also auf Jungwölfe aus Bundesländern mit hohem Wolfsbestand angewiesen, um die weitere Ausbreitung der Wölfe zu gewährleisten. In vielen Bundesländern in Deutschland leben noch viel zu wenig Wölfe, in NRW sind es beispielsweise gerade mal ein Prozent der Gesamtpopulation. NRW ist also, genau wie zum Beispiel Hessen, auf die Zuwanderung von Wölfen angewiesen. Doch Jungtiere, die getötet werden, können nicht mehr wandern und ein eigenes Revier gründen.

Bitte weiter Petition gegen Schnellabschüsse unterzeichnen

Hier der Link zu unserer Petition gegen Schnellabschüsse von Wölfe in Deutschland:

https://innn.it/wolf?fbclid=IwAR29xMUnTYa1gIylVxVMV5fklZJ9BsapwfiB1Rci8k8L6iH1mKIIC7ohRjA

 

Zu wenig Wölfe in Deutschland

In Deutschland hätte es Platz für 4.000 Wölfe. In der Realität lebt nicht einmal die Hälfte hier. Wölfe vermehren sich nur ein Mal im Jahr. Ein Wolfsfamilie beansprucht mindestens ein Gebiet von 250 Quadratkilometern. Sie besteht aus einem Wolfspaar, diesjährigen Welpen und Welpen aus dem Vorjahr, die sich mit um die Kleinen kümmern. Im Alter von zwei Jahren wandern die Jungtiere ab. Die meisten sterben auf ihrer Reise. Eine Wolfsfamilie lässt keine anderen Wölfe in ihr Revier. Es ist also gar nicht möglich, dass sich Wölfe unkontrolliert vermehren. Ihr Bestand muss auch nicht reguliert werden, weil das die Beutegreifer praktisch selbst machen. Zudem kommen viele Wölfe im Straßenverkehr ums Leben, oder sie werden illegal getötet. Wölfe brauchen keine Wildnis, sondern sie kommen in unserer Kulturlandschaft wunderbar zurecht. Im Gegensatz zu Jägern hegen sie wirklich die Wildbestände, weil sie nicht starke Tiere reißen wie sie die Hobbyjäger töten, die für eine Trophäe geeignet sind, sondern sie töten, alte, schwache junge und kranke Wildtiere und tragen so auch zu einem gesunden Wald bei. Wo Wölfe leben, gibt es weniger Verbissschäden. Es ist also völlig kontraproduktiv Moore, wie in der Ministerkonferenz beschlossen, wieder herstellen zu wollen, oder Bauern dazu zu verdonnern Brachflächen anzulegen oder gar Landbesitz zu enteignen,  aber gleichzeitig die Wölfe wieder an den Rand der Ausrottung bringen zu wollen. Und genau dies würde passieren, käme dieser Beschluss wirklich durch.

Zudem gibt es Indizien dafür, dass der Hass der Bauern ganz gezielt auf Wölfe gelenkt wird, um sie von ihren wahren Problemen und Gefahren für die Landwirtschaft abzulenken.

Nun behauptet man in den Bundesländern mit hohem Wolfsbestand, wie zum Beispiel Niedersachsen und Brandenburg – Strafverfahren nach Strafanzeigen von Wolfsschutz-Deutschland e. V. wurden aus dem Grund eingestellt – dass ein toter Wolf, auch wenn „der Falsche“ erschossen worden wäre, keinen Einfluss auf die Gesamtpopulation des jeweiligen Bundeslandes haben würden und den Bestand deshalb auch nicht gefährden würde. Unserer Meinung nach ist dies viel zu kurz gedacht, denn die Wölfe, die getötet wurden, wären für die weitere Verbreitung der Wölfe wichtig gewesen.

Auch führt ein sinnloses Hineinschießen in Wolfsrudel eben nicht zum Ziel „schadenstiftende“ Wölfe zu entfernen und wirtschaftliche Schäden abzuwenden. Auch die Anforderungen an Herdenschutz immer weiter herunter zu schrauben, ist kontraproduktiv.

Könnten wolfsarme Bundesländer sogar klagen?

So bestünde auch die Möglichkeit, dass Bundesländer mit noch zu wenigen Wölfen Bundesländer mit hohem Wolfsaufkommen, die wild in die Familienstrukturen hinein schießen, verklagen könnten, weil dadurch die Ausbreitung der Wölfe in Deutschland behindert wird.

Unserer Meinung nach ist ein „regionales Wolfsmanagement“ nichts anderes als den Förderalismus vorzuschieben, um Gesetze und Verträge zu umgehen.

Laut EU-Kommission sei der Beschluss angeblich konform mit der FFH-Richtlinie. So schreibt die Süddeutsche Zeitung dies: „Auch die EU-Kommission, die ein Wort mitreden darf, ist offenbar einverstanden. In einem Brief, der der Süddeutschen Zeitung vorliegt, sieht sie keinen Konflikt mit europäischen Naturschutzvorgaben. Die Regelung erscheine „angemessen und effektiv“, heißt es in einem Schreiben der zuständigen Generaldirektion Umwelt an das Bundesumweltministerium.“

Gegen die Kommissionspräsidentin sind mehrere Verfahren anhängig und aktuell liegen auch Strafanzeigen vor. Ursula von der Leyens Engagement pro Wolfsabschuss ist kein Geheimnis mehr, seit ihr ungeschütztes Pony vom Vaterwolf des Burgdorfer Rudels in Niedersachsen gerissen worden war. Übt sie Einfluss auf die Kommission aus?

Problem-Hobby-Halter statt Problemwölfe

Das Land Sachsen-Anhalt fördert bisher die Anschaffung und Unterhaltung von Zäunen und die Futterkosten für Herdenschutzhunde zu 100 Prozent. Insgesamt wurden dafür den Angaben zufolge im Berichtszeitraum 460 000 Euro bereitgestellt. «Wir sehen, dass vor allem die großen Tierhalter konsequent auf Herdenschutz achten und verzeichnen dort deutlich weniger Übergriffe», so Sandra Hagel, Präsidentin des Landesamts für Umweltschutz in einem Bericht der Welt.

Laut Welt sieht auch Umweltminister Armin Willingmann (SPD)  in Wolfsübergriffen vor allem ein Problem kleinerer Tierhalter mit wenigen Tieren. Für sie sei der Herdenschutz oft zu aufwendig. Vor dem Hintergrund des sichtbaren Rückgangs der Übergriffe sieht der SPD-Politiker die von Landwirtschaftsminister Sven Schulze (CDU) angekündigte Kürzung beim Herdenschutz kritisch. Das Ministerium will ab dem kommenden Jahr nur noch 80 Prozent der Maßnahmen finanzieren.

Sachsen-Anhalt steht beispielhaft für die meisten Bundesländern in Deutschland. Gerade von Hobbyhaltern geht der größte Hass auf Wölfe aus und der meiste Unwillen zu schützen. Dabei werden oft die Fördermöglichkeiten nicht einmal abgerufen. Warum jetzt nur noch 80 Prozent bezahlt werden sollen, obwohl die Beträge sowieso nie volle abgerufen werden, was sogar schon die EU anmahnte, erschließt sich uns nicht. Es wirkt gerade so, als wolle man denen die wollen, Steine in den Weg legen.

Solange Wolfsabschüsse als Problemlösung angeboten werden, so lange wird es auch Tierhalter geben, die sogar Risse provozieren, um Abschussverfügungen zu erlangen. Nicht selten haben Bauern auch gleichzeitig einen Jagdschein. Erst eine Null-Wolfsabschusslösung motiviert wirklich zum Herdenschutz.

 

Quelle Pressemitteilung zur Umweltministerkonferenz: https://www.umwelt.nrw.de/presse/detail/ergebnisse-der-101-umweltministerkonferenz-1701431976

Weitere Quellen:

https://www.sueddeutsche.de/politik/wolf-abschuss-weide-regeln-1.6312827?fbclid=IwAR1Fnw_lpIFIec6wmxv5pBGGHZnNLrqG_PMSpzLjFs9L9TdlLUC7LGiZ0mI

https://www.welt.de/regionales/sachsen-anhalt/article248877610/Zahl-der-Woelfe-in-Sachsen-Anhalt-steigt-aber-weniger-Risse.html

https://wolfsschutz-deutschland.de/2023/10/13/lemke-gruene-will-woelfe-auch-ohne-dna-abgleich-erschiessen-lassen/

https://wolfsschutz-deutschland.de/2023/06/09/bundesumweltministerin-lemke-es-darf-so-lange-geschossen-werden-bis-es-aufhoert/

https://wolfsschutz-deutschland.de/2023/01/14/beginnt-das-grosse-wolfskillen-bald-auch-in-deutschland/

https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-662-65745-4_9?fbclid=IwAR0KBsy83dVmMk4LIi9XXZ5BHBPZnjasC67kC8_HCWRMulthWe55sPJ3eqI#Sec4

 

Wir freuen uns über Unterstützung

Es ist leider Fakt, dass der Schutz der Wölfe in Zukunft wohl immer mehr über Gerichte und Anwälte durchgesetzt werden muss. Deshalb brauchen wir auch dringend finanzielle Unterstützung. Unser Verein wird nicht staatlich gefördert, was uns zum einen tatsächlich auch sehr unabhängig macht, zum anderen aber natürlich auch unsere finanziellen Möglichkeiten begrenzt.

Schon kleine, regelmäßige Beiträge, wie z. B. ein monatlicher Dauerauftrag von 5 Euro können uns helfen. Seit Vereinsgründung vor fünf Jahren standen wir ohne wenn und aber und politische Winkelzüge auf der Seite der Wölfe und wir widersprachen unerschrocken Politkern ebenso wie anderen Verbänden. Gerade in diesen schweren Zeiten ist ein Verein wie der unsere essentiell.

Wolfsschutz-Deutschland e.V.

Berliner Sparkasse

IBAN DE79 1005 0000 0190 7118 84

BIC BELADEBEXXX

Auch Paypal ist möglich: https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

So könnt Ihr uns aktiv in den Wolfsgebieten helfen:

Wir freuen uns über neue Mitglieder aus allen Wolfsgebieten in Deutschland, die uns aktiv vor Ort draußen helfen wollen. Der erste Schritt ist ein Mitgliedsantrag:
Angriffe sind nicht zu befürchten, da wir die Identität unserer Aktiven nicht heraus geben.

Räude als natürliche Regulation verstehen?

Aufnahmen von Wildkameras in Sachsen-Anhalt zeigen Fälle von Räude bei Wölfen. Die Infektion kann schwerwiegend verlaufen und führt nicht selten zum Tod der Tiere. Jedoch ist die Krankheit Teil natürlicher Regulationsprozesse bei wildlebenden Tieren − auch wenn es im Einzelfall für Menschen schwer zu akzeptieren sei, schrieb das Landesumweltamt am fünften Juni in einer Pressemitteilung. Wir stellen diese Aussage gerne in unserem Artikel zur Diskussion. Teilen Sie uns Ihre Ansicht in den Kommentaren mit.

In fünf der in Sachsen-Anhalt bekannten Wolfsrudel seien nachweislich Fälle von Räude aufgetreten. Das zeigen Bilder aus Wildkameras und ein Wolfstotfund im April bei Jütrichau. Betroffen seien die Territorien Oranienbaumer Heide, Stresower Heide, Hoher Fläming, Parchen und Zerbst.

Dieser Wolf hat keine Räude und kratzt sich wahrscheinlich wegen Mückenstichen. Allerdings sind die Anfangssymptome bei Räude ähnlich. Die Tiere kratzen sich bis die Haut offene Wunden aufweist Das Fell fällt an den betroffenen Stellen ab. Was im Sommer noch keine schlimme Auswirkungen hat, kann im Winter zum Erfrierungstod führen. Für Hunde gibt es mehrere sehr gut wirksame Medikamente, die die Milben töten. Sie würden auch beim Wolf wirken. Doch dies scheint nicht gewollt zu sein.

Bei der Krankheit handelt es sich um die von Milben verursachte Sarcoptes-Räude, von der sogenannte Hundeartige, also Füchse, Marderhunde oder Wölfe, befallen werden. Die Milbenart nistet sich im Fell ein und legt ihre Eier in der Haut ab. Das führt bei den befallenen Tieren zu starkem Juckreiz, der durch intensives Kratzen bekämpft wird. Dadurch fällt das Fell an diesen Stellen aus, die Haut wird eröffnet und es kommt zu Entzündungen, die das Immunsystem belasten. Das wiederum führt zu Auszehrung und im schlimmsten Fall zum Tod. Räudeausbrüche können in Wolfspopulationen zu einer deutlich erhöhten Sterberate, insbesondere unter den Welpen führen. Tiere mit starkem Immunsystem heilen die Krankheit meist aus, selbst wenn sie massiv befallen sind. Generell handele es sich dabei um einen natürlichen Regulationsmechanismus, der ohne menschliche Eingriffe funktioniert, so die Ansicht des LAU.

Nicht nur in Sachsen-Anhalt, auch in anderen Bundesländern wie Sachsen und Brandenburg haben wir immer wieder Wölfe mit Räude vor unseren Kameras.

Bei jagdbaren Tieren, wie Füchsen, sei es üblich, stark erkrankte Tiere zu schießen. Bei streng geschützten Tierarten wie Wölfen wäre auch bei Räudeerkrankung der Abschuss nur in Ausnahmen möglich. Insbesondere, wenn ein Tier so stark geschwächt ist, dass es nicht mehr flüchten kann und wenn nach tierärztlicher Einschätzung keine Chance auf Überleben besteht, dürfe es getötet werden.

Und genau bei dieser Argumentation können wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. in Punkto Logik und Ethik nicht mehr ganz folgen. Während Füchse, die sowieso in fast allen Bundesländern, in manchen sogar ohne Schonzeit und ohne vernünftigen Grund bereits geschossen werden dürfen, dürfen sie bei Räude dann gleich nach Sichtung „erlöst“ werden. Aber ein Wolf, bei dem eine Räudeerkrankung beobachtet wird, darf weder „erlöst“ noch darf ihm geholfen werden? Die Spätfolgen von Räude können furchtbar sein. Schwere bakterielle Infektionen können zu einer Sepsis führen, oder das betroffene Tier kann im Winter elendig erfrieren. Für Hunde dagegen gibt es es Hilfe. Drei wirksame Medikamente töten die Milben ab. Infolge dessen kann die Haut heilen und das Fell nachwachsen. Per Köderform könnte auch Wölfen dieses Medikament verabreicht werden. Übrigens gibt es das Krankheitsbild auch beim Menschen. Die Milbenerkrankung beim Menschen wird in der Umgangssprache Krätze genannt. Cremes und Medikamente können die Milben beseitigen.

Vor ein paar Jahren wurde ein Tierfilmer, der Pinguine in der Antarktis gerettet hatte, statt nur ihren Überlebenskampf mit anschließendem sicheren Tod zu filmen, für sein entschlossenes Handel gefeiert.

Der Natur ihre Auslese treffen zu lassen, ist einfach, solange man dies als mitfühlendes Mitlebewesen nicht mitbekommt. Doch sofern Leid bemerkt wird und Hilfe möglich wäre, gibt es da nicht eine moralische und ethische Verpflichtung zu helfen?

Wie ist Ihre Meinung? Teilen Sie sie uns gerne in den Kommentaren mit.

Quelle: https://lau.sachsen-anhalt.de/fileadmin/Bibliothek/Politik_und_Verwaltung/MLU/LAU/Wir_ueber_uns/Pressemitteilungen/2023/Pressemitteilung_Nr_12_Raeude.pdf?fbclid=IwAR24gsTAaNtVVmZ_sbKJQbu4Bme-9pf5Qu4HeALDkqwcpPRYfc6xGfcDhxc

Herzlosland – Wolf überlebt Unfall und muss trotzdem sterben

Eine Geschichte, wie es sie wohl (fast) nur in Deutschland geben kann.

Ein Wolf wollte am Morgen des 14.01.202 nahe der Ortslage Erxleben in der Altmark die Bundesstraße 189 überqueren. Dabei soll ein Autofahrer das Tier trotz versuchter Bremsung überfahren haben, laut Polizeimeldung.

Der Wolf sei anfang auch in der Nähe der Unfallstelle aufgefunden worden, wäre aber dann  in einen nahegelegenen Wald geflüchet.

Beispielfoto überfahrener Wolf.

Mitarbeiter des Wolfkompetenzzentrums hätten das verletzte Tier aber erneut finden können. Aufgrund der Schwere der Verletzungen sei Wolf durch einen hinzugezogenen Tierarzt von seinen Leiden erlöst worden, heisst es. War der Wolf wirklich unrettbar verletzt? Seltsamerweise gab es in Deutschland im vergangenen Jahr und auch in diesem Jahr keinen einzigen Fall, bei dem auch nur versucht worden wäre, einen Wolf, der einen Verkehrsunfall überlebte, zu retten.

Ganz anders sieht es bei unseren Nachbarländern Italien sowie Tschechien und Polen aus. Seltsamerweise ist es dort in sehr vielen Fällen gelungen, verunfallte Wölfe zu retten, statt zu „erlösen“. Auch Fälle von illegaler Tötung werden in Italien viel erfolgreicher aufgeklärt als in Deutschland. Es scheint, es fehle hier in Deutschland an Herz und Willen.

Hier ein ganz aktuelles Beispiel von Wölfin Eva, die das Glück hat, in Italien zu leben:

Kommentar von Wild Umbria dazu: „Vor ein paar Wochen haben wir Eva befreit, einen jungen Wanderwolf, den wir vor einigen Monaten in offensichtlichen Schwierigkeiten gerettet haben. Die Aufnahme, die sie in dem Moment porträtiert, in dem sie ihr Leben zurück bekommt, ist von Riccardo Mattea – Zoologo & Guida Ambientale Escursionistica und symbolisiert irgendwie die Arbeit und Leidenschaft hinter der Rückkehr eines unserer Tiere in die Wildnis.“

Auch in Brandenburg schon wieder Wolf überfahren

Bei einem Verkehrsunfall auf der Landesstraße 13 in der Prignitz ist heute ein Wolf getötet worden. Ein 38-jähriger Autofahrer sei mit seinem Wagen zwischen den Ortschaften Frehne und Telschow mit dem Wolf zusammengestoßen, berichtete die Polizei.

In Niedersachen keine Pressemittelung zu überfahrenem Wolf?

In Niedersachsen scheint man es sich ganz einfach zu machen und man gibt erst gar keine Pressemeldungen mehr heraus. Am 3. Januar ist ein Altwolf bei Burgdorf überfahren worden. Auch dass damit die Abschussgenehmigung für den Vaterwolf des Burgdorfer Rudels ausgesetzt worden ist, bis das DNA-Ergebnis feststeht, wurde nicht mit der Öffentlichkeit kommuniziert. Diese Nichtkommunikation, begonnen unter dem früheren Umweltminister Lies (SPD), scheint auch unter dem neuen Umweltminister Meyer (Grüne) fortgeführt zu werden.

Ein Mitglied unserer FB-Gruppe hatte sich die Mühe gemacht, beim Umweltministerium nachzufragen. Hier geht es zu unserer Gruppe, in der es einen täglich kommentierten und bewerteten Pressespiegel gibt https://www.facebook.com/groups/630745127109379

Quelle:

https://www.volksstimme.de/blaulicht/salzwedel/verkehrsunfall-wolf-in-der-altmark-angefahren-tier-wird-eingeschlaefert-3524263?utm_term=Autofeed&utm_campaign=echobox&utm_medium=Social&utm_source=Facebook&fbclid=IwAR3HAoxrju0cdjR01CI5GJGZ5Y34lpJe-QMsuK7C6rSW2nA8kpJaEBOMKSg#Echobox=1673780411

https://www.tagesspiegel.de/potsdam/brandenburg/unfall-in-brandenburg-wolf-von-auto-uberfahren-und-getotet-9190011.html?fbclid=IwAR338ODMuHFJ8eZr0CwGYivcBF3uhQCWxtWV-bmGFLUg4oC_-oWqDb8zl8c

http://www.dbb-wolf.de

https://wolfsschutz-deutschland.de/2022/12/10/gw-950m-soll-sterben-wolfsabschuesse-in-niedersachsen-gehen-mit-den-gruenen-weiter/

Wolfsschutz-Deutschland e. V. fordert: Verletzte Wölfe retten, statt töten

In Sachsen-Anhalt wurde am vergangenen Sonntag ein verletzter Wolf durch einen Tierarzt notgetötet. Das Tier soll an einem offenen Bruch gelitten und unterernährt gewirkt haben. Die Anzahl an Wölfen, die hier in Deutschland in der Vergangenheit gerettet wurden, ist nicht einmal an einer Hand abzuzählen. Ganz anders geht Italien mit verletzten Wölfen um.  Dort gibt man sich alle Mühe, die Tiere aufzupäppeln um sie wieder in die Freiheit zu entlassen. Warum funktioniert dies in Deutschland nicht? Auch werden in Italien illegale Wolfstöter regelmäßig ermittelt. In Deutschland ebenso regelmäßig Verfahren eingestellt. Ein Vergleich.

Es gibt Päppelstellen für Wölfe in Deutschland und in Niedersachsen sogar einen Krankenwagen. Trotzdem werden verunfallte und verletze Wölfe immer wieder eingeschläfert, statt behandelt. Beispielbild © Brigitte Sommer

In der Nähe von Bindfelde hätte am Sonntag ein schwer verletzter Wolf getötet werden müssen, teilte das Landesamt für Umweltschutz am Montag mit. Ein Anwohner des Ortsteiles von Stendal hätte am Vormittag das Wolfskompetenzzentrum (WZI) über die Sichtung des Tieres informiert. Zwei Mitarbeiter des WZI hätten gemeinsam mit dem zuständigen Jagdpächter und einem Tierarzt in der Gegend nach dem Wolf gesucht. Den Angaben nach wurde das Tier kurz darauf in der Nähe des Beobachtungsortes gefunden. Es sei zunächst narkotisiert worden.

Bei der anschließenden Untersuchung habe der Tierarzt einen offenen Knochenbruch sowie starke Anzeichen von Abmagerung festgestellt. Entsprechend der Leitlinie Wolf wurde der Vierbeiner im Rahmen einer Nottötung direkt vor Ort durch den Tierarzt eingeschläfert. Wir fordern, dass auch endlich in Deutschland ein Umdenken stattfinden muss. Schließlich gibt es ausgewiesene Päppelstellen und in Niedersachsen sogar einen Krankenwagen für Wölfe.

Ähnlich miserabel ist die Aufklärungsrate bei illegalen Wolfstötungen in Deutschland. Bis 2018 konnte ein Täter konnte bisher nur in drei Fällen ermittelt werden. Das auch nur, weil es sich um Jäger handelte, die sich selbst anzeigten und angaben, sie hätten aus versehen getötet.

Wölfe werden in Italien immer wieder gerettet

Diese schöne Geschichte erzählt von der Genesung zweier Wölfe, die in verschiedenen Gegenden gefunden wurden. Beide wurden gerettet und aufgepäppelt.  So gehen sie den Genesungsweg gemeinsam, denn wie sagt es sich so schön: Geteiltes Leid ist halbes Leid.
Der Wolfsrüde wurde in Umbrien geborgen und in das Monte Adone Recovery Centre in der Emilia Romagna versetzt: Hier traf er auf Gea, eine Fähe, mit dem er jetzt den Behandlungs- und Rehabilitationsprozess teilt.

 

 

 

Wildtierkriminelle werden in Italien dingfest gemacht

Nach Monate andauernden Untersuchungen der Forest Carabinieri und mit der Hilfe ballistischer Analyse des RIS von Parma konnte ein Wilderer vor Kurzem dingfest gemacht werden. Es war möglich durch die Spuren einen Wilderer zurückzuverfolgen, der für die Tötung eines jungen Wolfes im vergangenen Winter in der Provinz Cuneo verantwortlich war.
Der Angeklagte, ein in Peveragno (CN) ansässiger Jäger wurde wegen Tiertötung vor Gericht gestellt (Kunst. 544 bis C.P.), für die er eine Haft von vier Monaten bis zu zwei Jahren riskiert. Er wurde auch wegen weiterer Vergehen im Zusammenhang mit Waffenhaft und Keulung besonders geschützter Arten vor Gericht gerufen (art. 2 und 30 L. 157/’92).
Der Fall ereignete sich im Januar 2021. Der tote Körper des Wolfes wurde in der Nähe der Provinzstraße gefunden, die Peveragno mit Chiusa Pesio verbindet.

 

Quelle: https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/stendal/stendal/wolf-bindfelde-schwer-verletzt-getoetet-100.html?fbclid=IwAR1vdVfMkNr39QP3PVl7F3jKvr6c_9itbX-x9eyipyAytXy_0DXe2FkIWbk

Wolfsschutz Deutschland e. V. klagt an: Schon 75 Wölfe in 2020 durch Schuld von Menschen umgekommen

Seit über 20 Jahren gibt es wieder Wölfe in Deutschland. Seither gab es keinen einzigen Angriff eines frei lebenden Wolfes in Deutschland auf Menschen. Wir müssen uns also wirklich nicht vor Wölfen fürchten. Ganz im Gegenteil. Die bedrohten Beutegreifer müssen sich vor uns Menschen fürchten.

Sieben illegale Tötungen – ein Fall einfach „nachlegalisiert“

Schon sieben Mal wurden in diesem Jahr Wölfe illegal getötet. Alleine zwei Fälle gibt es bereits im Oktober. Die Dunkelziffer schätzen wir mindestens dreifach so hoch ein. Wir fragen uns, wo hier der Rechtsstaat bleibt. Ermittlungen laufen regelmäßig ins Leere und Verfahren, wenn sie denn überhaupt eröffnet werden, werden einfach eingestellt. Den skandalösesten Fall beschreibt eine Abschuss einer Jungwölfin im April. Der Grund: sie habe sich mit einem Hund gepaart. Eine anschließende Untersuchung ergab, dass das Jungtier gar nicht tragend war. Wir erstatteten Anzeige gegen Minister Backhaus und Folgende. Ein Verfahren wurde erst gar nicht aufgenommen. Stattdessen landet dieser Fall nun in der Statistik als „Wolfsmanagementmaßnahme“. Wir berichteten über diesen Fall hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2020/04/14/mecklenburg-vorpommern-wolfsschutz-deutschland-e-v-erstattet-anzeige-gegen-minister-till-backhaus-und-landrat-sebastian-constien-wegen-illegaler-toetung-einer-woelfin/

Fünf Fälle erscheinen in der Statistik als „unklar“. Besonders pikant ist es hier, dass ein Altwolf aus dem Rosenthaler Rudel getötet worden ist. Seit Jahren versuchen Wolfshasser aus Sachsen dieses Rudel zu eliminieren. Doch auch in Sachsen-Anhalt und Brandenburg sowie Mecklenburg-Vorpommern scheint sich die SSS-Kultur (Schießen, Schaufeln, Schweigen) immer mehr breit zu machen.

69 tote Wölfe im Straßenverkehr

69 Wölfe mussten ihr Leben im Straßenverkehr lassen.

Mit viel gutem Willen können wir die Zahl der Wölfe in Deutschland mit Welpen auf zirka 1.000 Tiere schätzen. Bis Ende des Jahres könnten es sogar noch 100 tote Wölfe, wie im jahr 2019, werden. Gerade in diesem Bezug empfinden wir Forderungen der Jäger- und Bauernlobby, den Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen, seinen Schutzstatus zu minimieren und zu regulieren geradezu eine Frechheit. Zumal der Wolf noch immer auf der roten Liste als gefährdete Art aufgeführt ist. https://wolfsschutz-deutschland.de/2020/10/10/rote-liste-der-wolf-gilt-in-deutschland-noch-immer-als-gefaehrdete-art/

In Sachsen „verschwinden“ ganze Rudel

In Sachsen vermissen unsere Mitglieder die Spuren von kompletten Rudeln. Zudem wird in Prozesszuschutzgebieten eindeutigt gejagt, obwohl dies dort verboten ist. Auch in Bayern ist ein Wolf seit diesem Jahr verschwunden. Der Vaterwolf des Rudels auf dem Trupü Grafenwöhr.

Wir fordern die Landesregierungen auf, endlich den Schutz der Wölfe zu gewährleisten, statt Wolfsverordnungen zu kreieren – wie der Niedersächsische Umweltmnister Lies –  die eindeutig genauso gegen EU-Recht verstoßen, wie die Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes.

Quellen: https://www.dbb-wolf.de/totfunde/auflistung-nach-jahren

https://www.onetz.de/deutschland-welt/grafenwoehr/grafenwoehrer-wolf-id3119706.html?fbclid=IwAR2gk2DNDE9-zqCkgs-3slNXSq1-Hhqi83OhVKmifdzEtnyZ7tzbLDf6LZU

 

Wolfsschutz-Deutschland e. V. zeigt sich mit Kundgebung in Halberstadt gegen Jäger-Symposium zufrieden

René Stolte

Symposium zum Wolf in Halberstadt

Wir sind mit der Wirkung unserer Kundgebung und der damit vorausgegangen Berichterstattung zum Jäger-Wolfssymposium im vergangen Wochenende zufrieden. Wir hatten eine Genehmigung für höchstens 60 Demonstranten. Da unser Verein bundesweit rund 160 Mitglieder hat und unsere Mitglieder weiterhin aktiv in Schleswig-Holstein und Niedersachsen für die Wölfe Dani und Roddy unterwegs sind, sind wir mit elf Leuten, die vor Ort waren, gut aufgestellt gewesen. Solidarität für den Wolf und ein Statement gegen die Jagd hatte auch die Tierschutz Allianz gezeigt.

Gut angenommen wurde auch unsere Presseinformationen, die wir vor der Kundgebung versendet hatten. Sogar die dpa hatte die Meldung aufgegriffen, so dass in Zeitungsberichten über das Symposium auch eine Gegenstimme vorhanden war und nicht, wie so oft, einseitig berichtet wurde.

 

Hier ein Beispiel aus der Volksstimme. Zitat: „Wir wollen keine Großdemo veranstalten, sondern ein Zeichen setzen“, sagt Brigitte Sommer. Die freie Journalistin aus Hanau (Hessen) ist Vorsitzende und Sprecherin der Wolfsschützer. Für sie und ihre Mitstreiter fehlt es an stichhaltigen Argumenten für die Jagd auf Wölfe. Sommer betont: „Die Gefahr, die von Wölfen ausgehen soll, ist herbeigeredet.“ Kein gesunder Isegrim würde einem Menschen zu nahe kommen, geschweige denn, ihn angreifen. Auch seien Fälle, in denen nachweislich ein Wolf Weidetiere gerissen hat, selten. Und das liege dann an unzureichenden Barrieren wie zu niedrigen Zäunen, die wie eine Einladung auf den Wolf wirken. Ihrer Ansicht nach halte Jagd Wildtiere nicht von Weiden und aus Orten fern. Im Gegenteil. „Der Jagddruck treibt Tiere geradezu in die Städte.“ Ein Beispiel dafür seien Wildschweine.

Der Behauptung, dass der Wolf den Wildtierbestand gefährde, fehle es an Substanz. „Wie viele Rehe und Wildschweine werden denn von Jägern erschossen?“, fragt Sommer. „Im Gegensatz zum Jäger suchen sich Wölfe keine Trophäen. Sie suchen alte, schwache und kranke Tiere aus“, betont sie. Ihr Verein Wolfsschutz-Deutschland wurde im Januar 2018 gegründet und zählt bundesweit rund 150 Mitglieder. Auch wenn es der Name vermuten lässt, engagieren sie sich nicht nur für den Wolf. Sie plädieren für eine Abschaffung der allgemeinen Jagd in Wäldern, Auen, Wiesen und Feldern. Es sei ethisch nicht vertretbar, „in Familienverbände reinzuschießen“. Tiere seien sensibel, handeln sozial und empfinden Schmerz, was Forschungen immer wieder belegen würden. https://www.volksstimme.de/lokal/halberstadt/raubtier-wolf-debatte-erreicht-halberstadt?fbc=fb-shares&fbclid=IwAR1ouiBXSL5i2vUVVKYDGl0DXtXvh6jfXIj79EAGn7Y3jaEXRwwRpYcXPiU

 

Hier die Zusammenfassung unseres Wolfsteamleiters Sachsen-Anhalt, René Stolte vor Ort:

Unter dem Titel „Der Wolf in Europa – Utopie und Wirklichkeit“ fand in Halberstadt ein „Internationales Symposium“ statt. Veranstalter war die „Gesellschaft für Wildtier- und Jagdforschung e.V.“ Mitveranstalter waren die Universität Zagreb (Kroatien) – Fakultät für Forstwissenschaften, die Landesjagdverbände Sachsen-Anhalt,  Sachsen und Bayern.

Wie man schnell vermuten kann, handelt es sich um keinen Veranstalter, der dem Wolf besonders zugetragen ist. Warum habe ich (René Stolte) als Wolfsschützer die Veranstaltung besucht?  Der Politiker wie D. Gürth von der CDU und Landtagsmitglied in Sachsen Anhalt musste sich vor einigen Wochen meinen kritischen Fragen stellen, als er eine Umfrage der CDU mit mehreren Suggestivfragen zum Wolf in Sachsen-Anhalt in das Internet stellte.

Bei unseren hitzigen E-Mail-Diskussionen erwähnte er ein Symposium „Der Wolf in Europa – Utopie und Wirklichkeit“, welches in Halberstadt stattfand. Bei diesem könnte ich mit Ihm über den Wolf diskutieren und vieles lernen zum Thema Wolf. Nach eigener Recherche stellte sich für mich schnell heraus, dass er einfach Unterstützung suchte und nicht mit mir alleine live im Radio sich auseinander setzen wollte, wie ich es Ihm vorgeschlagen hatte.

Mit bei der Kundgebung dabei waren Kay Metzroth von der Stiftung life for nature und die Tierschutz Allianz

Mein Gedanke zu diesem Zeitpunkt:

Um sich Ihm und den Schießwütigen zu stellen, gibt es nur eine Möglichkeit: Hingehen. Ich hielt es für enorm wichtig einen Gegenpol in einer solchen Veranstaltung zu bilden und die quadratischen Rechenmodelle zum Wachstum der Wolfspopulation die mir D. Gürth zu erläutern probierte, platzen zu lassen.

Ein weiterer Gegenpol könnte eine kleine Demo sein, was der Vorstand von Wolfsschutz-Deutschland e.V. dann auch so beschlossen hat.

Bei der problemlosen Anmeldung zum Symbosium schrieb ich, dass die Veranstaltung für mich als Umweltschützer ein Pflichttermin sei. Man war also vorbereitet. Die Veranstaltung zog sich über mehrere Tage hin. Die Begrüßung am Donnerstag und die Übernachtung in Halberstadt wollte ich mir ersparen und das war auch gut so.

Am Freitag begann die Veranstaltung mit einem Vortrag von Prof. Dr. M. Stubbe, einem ehemaligen Dozenten aus Halle. Er ist auch Vorsitzender und Geschäftsführer der gastgebenden Gesellschaft, bei der es sich um kein wissenschaftliches Institut oder An-Institut einer Hochschule oder Forschungsanstalt handelt. Er betitelte Wolfsfreunde und Umweltschützer als „Gutmenschen“ und verwendete eine Rhetorik, wie man sie von Wahlkampfveranstaltungen extremer Parteien kennt. Er stellte alle im Umgang mit dem Wolf als unwissenschaftlich hin. Zahlen und Fakten mit Quellen kamen in seinem Vortrag nicht vor, wie ich wissenschaftliche Vorträge sonst aus meiner Studienzeit kannte. Mein Gefühl sagte mir, hier handelt es sich um einen Demagogen, wie ich es aus einer anderen Zeit kenne. Es ging einfach nur darum, Angst vor dem Fremden zu verbreiten und unsachlich zu reden.

Danach folgte ein Vortrag über die Verbreitung des Wolfes in Europa in der Vergangenheit. Es wurde erwähnt, dass es sich heute ja um eine Kulturlandschaft handle. Dazu stellte ich nach dem Vortrag die Frage: „Gab es im Mittelalter nicht auch schon Kulturlandschaften in Deutschland? Wann hat sich denn Ihrer Meinung nach diese so verändert, dass es zur heutigen einen Unterschied gibt und angeblich nicht mehr so viel Platz für den Wolf vorhanden sei, wie früher?“ Ich wusste, dass es im Harz im Hochmittelalter weniger Bäume gab als heute und man durch das fehlende Holz für Holzkohle anfing im Boden nach Kohle zu graben und Stollen anzulegen. Die Antwort war, dass es fließend sei ein solcher Übergang.

Bei fast allen folgenden Vorträgen, die sich klar zur Bejagung des Wolfes aussprachen, fehlte leider die Zeit um Fragen zu stellen, vielleicht ein Zufall?

Der erste wissenschaftliche Vortrag zum Thema Wolf kam vom Wolfskompetenzzentrum. Er enthielt Zahlen, Fakten und Beweisfotos. Er war vollkommen neutral zum Wolf. Interessant am Vortrag war, dass die meisten Wölfe zwar durch den Automobilverkehr sterben, aber viele Wölfe alte Schussverletzungen tragen.

Die erste Frage hier aus dem Publikum war eigentlich mehr eine Bemerkung. Die Arbeit des Kompetenzzentrums wurde als „stümperhaft“ bezeichnet und ob man sich denn wenigstens von der Arbeitsweise überzeugen könne? Antwort war simpel und glaubhaft, ja man könne es und es haben auch schon mehrere Leute getan.

Bei einem Vortrag über die Verträglichkeit des Damwildes mit dem Wolf in Jagdrevieren mit Zahlen und Fakten, bei dem sich herausstellte, dass es kaum einen Einfluss des Wolfes auf die Population gibt, erwähnte der Vortragende R. Möckel, dass die Mufflons im Flachland Huferkrankungen hatten und vom Wolf gerissen worden. Auf Nachfragen ob Mufflons als Hochgebirgstiere vor dem Wolf fliehen können im Flachland, hieß es als Antwort „Nein“. Ein Raunen ging durch den Saal. Eine weitere Frage begann mit dem Satz: „So einen Blödsinn habe ich ja noch nie gehört.“ Eine leichte Erwärmung des Raumklimas wurde fühlbar.

Als ein schwedischer Beamter mit seinem Vortrag die Träume der anwesenden Jäger dämpfte, Schweden könne das Vorbild für Deutschland und die Bejagung des Wolfes sein, bot sich wieder eine Frage für mich zur Wolfsfreien Zone in Schweden an. „Ob es ein Zufall sei, dass die Genehmigung der Abschüsse von Wölfen, mit der Wiedereröffnung von Erzmienen in der Region der Rentierhalter zeitgleich sei? Oder eine Befriedung eines geopolitischen Problems?“ Die Antwort war, es gebe dort Probleme nicht nur wegen der Mienen, sondern auch wegen neuer Windräder und Wasserkraftwerken in der Region. Gegen den Wolf könne man aber was machen.

Beim letzten Vortrag des Tages stellte sich ein Scharfmacher der CDU, welcher den Rechtsstaat und seine Justiz in Frage stellte, dem Publikum. Ein Kommunalpolitiker aus Ostsachsen. Sein Namen möchte ich zum persönlichen Schutz nicht nennen. Insgesamt waren drei Politiker der CDU anwesend. Handelte es sich hier um ein Symposium zum Wolf oder worum? Die Teilnahme am nächsten Vormittag wollte ich mir ersparen, da mir schon an diesem Tag vom Publikum geraten wurde, den Raum doch zu verlassen.

Für den nächsten Tag, hatten wir ja eine Demo geplant und angekündigt. Die Vorbereitungszeit war natürlich sehr knapp bemessen, weil uns die Idee spontan kam, aber wir haben uns  in einer kleinen Runde mit elf Wolfsschützern der Masse der Menschen gestellt, die den Wolf unbedingt als Jagdtrophäe in ihrer Vitrine haben möchten. Lautstark forderten wir von den Jagdbegeisterten „Herdenschutz statt Wolfsabschuss“. Auch eine kleine, unangemeldete Gegendemo, zahlenmäßig unterlegen, fand statt.

Als ich mich mit ein paar Worten an die Demonstranten wendete, unterbrach mich eine wütende Frau mit Kaffeetasse in der Hand. „Also eins muss ich Ihnen mal sagen“…..oh, dachte ich, bekommst Du jetzt gleich eine Tasse mit heißem Kaffee an den Kopf?…“Ich bin hier zu dieser Veranstaltung gefahren,“ sie zeigte auf das Hotel, in dem das Symposium stattfand „weil es um den Wolf gehen sollte, stattdessen treten ständig irgendwelche Politiker auf und halten Reden, die gar nicht im Programm stehen. Ich will nachher mindestens die Hälfte meines Teilnahmebeitrages wieder“.

Hiermit möchte ich mich bei allen Bedanken, die an unserer Kundgebung teilgenommen haben. Die Mitstreiter haben unsere Meinung vertreten und dabei große Mühen, wie eine Anreise aus Berlin oder Frankfurt am Main auf sich genommen. Dafür möchte ich mich herzlich bedanken!

 

Die Wolfssituation in Sachsen-Anhalt

Screenshot von www.dbb-wolf.de – Wie wenig Sachsen-Anhalt frequentiert ist und wie viel Platz es in Deutschland für Wölfe noch gibt, sieht man an dieser Wolfsnachweiskarte der DBB Wolf. In Sachsen-Anhalt wurden im vergangenen Wolfsmonitoringjahr nur ELF Rudel nachgewiesen. Für dieses Jahr gibt es noch gar keine aktuellen Zahlen.

Neues Wolfsrudel nachgewiesen

Ein Wolfsrudel lebt seit mindestens 2018 im Steckby-Lödderitzer Forst zwischen Aken und Barby. Das hat das Wolfskompetenzzentrum (WZI) des Landesamtes für Umweltschutz anhand von DNA-Proben im März nachweisen können.

Erste Hinweise auf Wölfe gab es in den angrenzenden Gebieten Mosigkauer und Kühnauer Heide bereits 2016. Seitdem wurde das Gebiet im Rahmen des Monitorings vom Wolfskompetenzzentrum, vom Bundesforstbetrieb Sachsen-Anhalt und vom Biosphärenreservat Mittelelbe beobachtet. Mit Hilfe von Fotofallen und der DNA-Analyse wurden nun das männliche Elterntier sowie zwei ebenfalls männliche Welpen – geboren im Mai 2018 – bestätigt; außerdem ein weiteres Nachwuchstier, welches im Dezember tot aufgefunden wurde. Das Tier starb vermutlich an einer Lungenentzündung.

Neu nachgewiesen wurden auch Rudelterritorien in der Altmärkischen Höhe und der Stresower Heide. Ein Paarterritorium wurde bei Tangerhütte festgestellt. Die neuen Informationen gehen in den Monitoringbericht des laufenden Monitoringjahres 2018/19 ein. Dieser wird Ende 2019 veröffentlicht.

https://lau.sachsen-anhalt.de/wir-ueber-uns-publikationen/pressemitteilungen/pressemitteilung-nr-62019-weitere-wolfsrudel-in-sachsen-anhalt-nachgewiesen/

 

Blutgeld: Landesregierung in Sachsen-Anhalt unterstützt Pelzvermarktung der Jägerschaft

Landesregierung in Sachsen-Anhalt subventioniert Pelzvermarktung

 

Für Pelzbekleidung gibt es kaum noch einen Markt; viele große Modedesigner und Kaufhäuser – wie zuletzt etwa Breuninger – haben der Produktion und dem Verkauf von Pelzmode abgeschworen. Aus gutem Grund: Pelz ist, unabhängig davon, ob er aus Jagd, Fallenfang oder sogenannten „Pelzfarmen“ stammt, untrennbar mit Leid und Tod von Tieren verbunden. Dennoch versuchen Jagdverbände nun, Pelz wieder salonfähig zu machen – und verwenden dazu nach Informationen des Aktionsbündnisses Fuchs in erheblichem Maß Steuergelder und staatliche Förderung.

Der Deutsche Jagdverband hat 2016 gemeinsam mit dem Landesjagdverband Baden-Württemberg die Fellwechsel GmbH gegründet, ein Unternehmen, das Felle getöteter Wildtiere als vermeintlich naturnahe Kleidung und Accessoires verarbeiten und vermarkten soll. So wurde im baden-württembergischen Rastatt etwa eine zentrale Abbalgstation errichtet, in der Marder, Fuchs und Co. das Fell über die Ohren gezogen wird; mit entsprechenden Vermarktungskampagnen will man die Pelze an den Kunden bringen. Der Zentralverband des Kürschnerhandwerks steuert das von ihm selbst eingeführte Label „we prefur“ bei, mit dem den Pelzen erschossener oder in Fallen gefangener Tiere ein ökologischer Anstrich gegeben werden soll.

Defizitäres Pelz-Unternehmen mit Mitteln steuerbefreiter Jagdvereine finanziert

Obwohl finanzkräftige jagdaffine Firmen wie etwa die Blaser Jagdwaffen GmbH zu den Abnehmern der Fellwechsel GmbH gehören, und obwohl Jäger derzeit angehalten werden, erlegte Tiere gratis zur Verfügung zu stellen, ist das Projekt hochgradig defizitär und hat im ersten Jahr seiner Geschäftstätigkeit Verbindlichkeiten von über 400.000 Euro angehäuft. Bezeichnenderweise bestehen laut Bundesanzeiger 138.000 Euro dieser Verbindlichkeiten gegenüber den Gesellschaftern – obwohl etwa der Deutsche Jagdverband satzungsgemäß ein gemeinnütziger Verein ist. Durch die Hintertür kann damit dessen Steuerbegünstigung genutzt werden, um ein fragwürdiges Wirtschaftsunternehmen zur Pelzvermarktung zu finanzieren.1

Sachsen-Anhalt subventioniert Pelzprojekt der Jagdverbände

Doch damit nicht genug: Wie zwei Kleine Anfragen aus Sachsen-Anhalt zeigen, wird „Fellwechsel“ in erheblichem Umfang direkt mit Steuergeldern subventioniert. So heißt es in den Ausführungen der schwarz-rot-grünen Landesregierung, dass im Jahr 2018 Haushaltsmittel von 100.000 Euro „zur Umsetzung des Projektes „Fellwechsel“ in Sachsen-Anhalt“ reserviert seien. Zudem wurden Mittel für die Anschaffung von 40 Gefriertruhen und vier Kühlcontainern in Einrichtungen des Landesforsts bereitgestellt2. Es ist wohl davon auszugehen, dass für deren laufenden Betrieb ebenfalls der Steuerzahler aufkommen soll.

Pelz als alte, neue Rechtfertigung für die Jagd auf Fuchs und Co.?

Höchstwahrscheinlich geht es den Jagdverbänden jedoch bei weitem nicht nur darum, Geld in die eigenen Kassen zu spülen – das Projekt Fellwechsel dient vor allem auch als Propagandainstrument. Mit dem Hinweis auf vermeintlich „ökologisch korrekten“ Pelz will man die gesellschaftlich geächtete Pelzkleidung wieder salonfähig machen und eine Rechtfertigung für die fragwürdige Verfolgung von Füchsen und anderen Beutegreifern schaffen. So wird in Verbindung mit der Vermarktung der Pelzprodukte behauptet, dass die Jagd auf Fuchs und Co. notwendig und eine Nutzung der Felle daher nicht verwerflich sei. Tatsächlich setzt sich hingegen immer mehr die Erkenntnis durch, dass die Jagd auf Fuchs und Co. keineswegs notwendig, sondern ökologisch unsinnig ist und beispielsweise die Ausbreitung von Wildtierkrankheiten fördert.

Dabei ist es schlichtweg abstrus, Pelz als nachhaltige Kleidung zu bewerben. Tatsächlich kommen etwa beim Gerben der Felle hochgradig toxische Chemikalien zum Einsatz, und beim Schuss auf Beutegreifer wird meist umweltschädliches Bleischrot verwendet. Hinzu kommt, dass gerade Füchse oft durch besonders grausame Jagdpraktiken wie die Fallen- oder die Baujagd zu Tode kommen.

Bundesrat: Keine Notwendigkeit, sich mittels Pelzes gegen Kälte zu schützen

Der Deutsche Jagdverband hat die Zeichen der Zeit offensichtlich ebenso wenig erkannt wie die Landesregierung in Magdeburg. Die bei weitem überwiegende Bevölkerungsmehrheit spricht sich klar gegen Produkte aus Echtpelz aus, und auch der Deutsche Bundesrat sieht in einem 2015 vorgelegten, bislang aber nicht umgesetzten Gesetzesentwurf keine Notwendigkeit, sich hierzulande mittels Pelzkleidung gegen Kälte zu schützen3.

 

„Gerade die Subventionierung der Pelzvermarktung durch die sächsisch-anhaltinische Regierung ist ein Rückschritt in dunkle Zeiten“, so Heidrun Heidtke, eine Gründerin des von mehr als 60 Tier- und Naturschutzorganisationen unterstützten Aktionsbündnisses Fuchs, zu dem auch Wolfsschutz Deutschland e. V. gehört.  „Die beteiligten Parteien – zu denen wohlgemerkt auch die Grünen gehören – müssen sich vorwerfen lassen, sinnlose Tierquälerei vorsätzlich und gegen den Willen der meisten Steuerzahler mit Steuergeldern zu fördern. Es darf nicht darum gehen, Pelzprodukte mit aller Gewalt wieder salonfähig machen zu wollen, sondern darum, sie mitsamt der Jagd auf Füchse und andere Beutegreifer ein- für allemal abzuschaffen.“

 

  • Bilanz der Fellwechsel GmbH für das Jahr 2017, im Deutschen Bundesanzeiger, www.unternehmensregister.de
  • Landtag von Sachsen-Anhalt, Drucksache 7/3109 vom 28.06.2018, sowie Drucksache 7/3030 vom 14.06.2018
  • Gesetzentwurf des Bundesrates, Drucksache 217/15 (Beschluss), vom 10.07.2015

Ausführliche Darstellungen über Füchse und Fuchsjagd sowie wissenschaftliche Nachweise finden Sie in den Erläuterungen und Quellenangaben des Aktionsbündnisses Fuchs.

 

Kontakt:

Aktionsbündnis Fuchs

www.aktionsbuendnis-fuchs.de

aktionsbuendnis@fuechse.org

 

Gutachten zeigt auf: Es gibt keine Rechtsgrundlage für wolfsfreie Zonen

Ein Problem, das nicht nur Brandenburg betrifft: Auch Gemeinden in Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Regionen in weiteren Bundesländern erklären sich zu so genannten „wolfsfreien Zonen“.  Sie fordern unter anderem, dass Wölfe in ihren Gebieten getötet werden sollen. Darunter sogar Regionen, in denen sich noch gar keine Wölfe fest niedergelassen haben. Dass diese Praxis gegen geltendes Recht verstoßen würde, war nicht nur Wolfsfreunden von vorn herein klar. Jetzt bestätigt auch ein Gutachten, dass es keine Rechtsgrundlage für „wolfsfreie Zonen“ gibt. Hier ist das Gutachten des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages.  181025_WD_Scan_Vereinbarkeit_der_Ausweisung_wolfsfreier_Zonen_mit_dem_Na…

Während Politiker der GroKo und der FDP sowie AfD die Forderung nach „wolfsfreien Zonen“ oft dennoch weiter unterstützen, regt sich bei anderen Parteien jedoch der Widerstand. So etwas sei rechtswidrig, warnt jetzt die Bundestagsabgeordnete der Linken Kirsten Tackmann aus Tornow in Brandenburg. „Die Ausweisung einer wolfsfreien Zone auf Gemeindeebene widerspricht schon den Vorgaben der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie und ist damit rechtlich nicht zulässig“, stellt die agrarpolitische Sprecherin der Linksfraktion klar, schreibt die MAZ in einem Artikel vom 14.11.18 http://www.maz-online.de/Lokales/Ostprignitz-Ruppin/Kyritz/Kirsten-Tackmann-Linke-Wolfsfreie-Zonen-rechtswidrig?fbclid=IwAR0plrkUOJs3UM0U8of8GLm8yHJhphOYQgKYJ_0B2AOOiMAaWK8klk14N5I

Kirsten Tackmann wird weiter von der MAZ zitiert: „Das entlarvt die Kampagne des Bauernbundes als das, was sie ist: reiner Populismus auf Kosten der Weidetierhaltungen.“ Der Wolf diene lediglich als Sündenbock für eine verfehlte Agrarpolitik, die die Weidewirtschaft seit Jahren im Stich gelassen habe. „Diese Debatte ist eine Phantomdiskussion, die nur von der dringend notwendigen Debatte ablenkt, dass endlich ein Rechtsanspruch auf Unterstützung bei Herdenschutzmaßnahmen gebraucht wird und eine angemessene Schadensregulierung.“

Die Weidetierhaltung leide ganz generell existenzielle Not und das liege nicht am Wolf.

Diese Ansicht vertreten wir von Wolfsschutz Deutschland schon lange. Wir fordern die Politik auf, endlich dem Wolf den Schutz zu gewähren, den die EU-Verträge vorsehen, die auch Deutschland unterschrieben hat und die den Wolf unter den höchsten Schutzstatus stellen, und sich nicht weiter zu Marionetten der Lobbyvertreter aus Jagdverbänden und Bauernverbänden zu machen.

Sachsen-Anhalt: kein neues Wolfsrudel bei Dessau

Zahlreiche Medien melden seit mehren Tagen, dass es bei Dessau in Sachsen-Anhalt ein neues Wolfsrudel geben würde. Laut unserer Rückfrage beim Wolfskompetenzzentrum in Iden, ist das eine Falschinformation. Es gebe in Wirklichkeit keine Hinweise auf ein neues Rudel in dem Gebiet, sagte uns Mitarbeiter Österreich am Telefon.

Ein Mitarbeiter sei von einer Tageszeitung falsch zitiert worden und seither mache die Meldung über ein neues Rudel die Runde. Das Gerücht sei in Zusammenhang mit einem Riss in der Gegend entstanden, der aber die umliegenden, bereits ansässigen Rudel zurückzuführen wäre.

Wolfsschutz Deutschland erstellt Anzeige wegen des erschossenen Wolfs bei Lübars in Sachsen-Anhalt

Wolfsschutz Deutschland erstellt Anzeige wegen des erschossenen Wolfs bei Lübars in Sachsen-Anhalt
Schon wieder wurde ein erschossener Wolf aufgefunden, dieses Mal in Sachsen-Anhalt. (Symbolbild)

Pressemitteilung, 18. Juli 2018

Der Verein „Wolfsschutz Deutschland“ hat Anzeige gegen Unbekannt  wegen des Verstoßes gegen das Natur- und Tierschutzgesetz sowie EU-Gesetze bei der Polizei in Sachsen-Anhalt gestellt. Grund ist der erschossene Wolfs, der am 11. Juli in der Nähe von Lübars im Jerichower Land auf einem Feld aufgefunden wurde. Es handelt sich um den zweiten getöteten Wolf, der innerhalb von zwei Wochen aufgefunden wurde. Vor kurzem war am Tagebausee Mortka im Landkreis Bautzen eine erschossene und dann im See versenkte Wölfin entdeckt worden.

Wie Brigitte Sommer, Vorsitzende des Vereins Wolfsschutz-Deutschland erklärte, handle es sich in diesem Jahr bundesweit  bereits um den vierten Wolf, dessen Leben von einem Menschen illegal ausgelöscht worden sei.  Seit 2009 wurde in Sachsen-Anhalt nun schon der vierte Wolf widerrechtlich erschossen, wobei drei der erschossenen Wölfe im Jerichower Land gefunden wurden, nämlich 2009,2015 und 2018.  Ein weiterer illegal erschossener Wolf wurde 2016 im Landkreis Stendal gefunden. Insgesamt, so Sommer, seien seit 2009 bundesweit mindestens 29 Wölfe illegal erschossen worden. Die Dunkelziffer sei  mit Sicherheit weitaus höher.  Um weitere illegale Abschüsse und Wolfstötungen zu verhindern, werde man auch in Sachsen-Anhalt mit Antiwilderer-Patrouillen beginnen.

Sommer: „Das ist einfach nur verwerflich, wie Wolfshasser artgeschützte Tiere einfach abknallen“.  Sie hoffe, dass der, oder die Täter(in) von der Polizei ermittelt werden können.  Dieses Töten sei kein „Kavaliersdelikt“, sondern sehe nach dem Bundesnaturschutzgesetz  eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder einer hohe Geldstrafe vor.

Hier die PM als PDF-Datei:

PM_Anzeige_wegen_des_erschossenen_Wolfs_bei_Lübars