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Offener Brief an Umweltministerin Siegesmund: Heben Sie auch den zweiten Schießbefehl auf die Thüringer Wolfswelpen auf!

Offener Brief an Ministerin Siegesmund

Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz

Postfach 90 03 65

99106 Erfurt

Telefon: 0361 / 37 900

Telefax: 0361 / 57 39 11 044

 

Sehr geehrte Frau Ministerin,

wir fordern Sie hiermit höflich aber bestimmt auf, umgehend den Schießbefehl gegen die Wolfshybriden zurückzunehmen, zudem appellieren wir an ihr Mitgefühl den jungen Tieren gegenüber. Es besteht hier kein „Zugzwang“, es ist kein Handeln erforderlich. Die Welpen wandern frühestens mit der Geschlechtsreife – im Alter von ca. 2 Jahren – ab.

Ihre Entscheidung kann zudem als Aufruf zu einer Straftat verstanden werden. Der unberechtigte und unnötige Abschuss der Welpen gilt außerdem als deutlicher Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Ich appelliere an Ihr Mitgefühl und auch an Ihre Verpflichtung als Ministerin.  Kein Minister/Ministerin ist befugt, das Washingtoner Artenschutzabkommen, EG-Verordnungen, FFH-Richtlinien oder Berner Konventionen außer Kraft zu setzen.

Der Wolf und Wolfshybriden werden durch zahlreiche Rechtsvorschriften streng geschützt. Der „Aufruf“ bzw. die „Freigabe“ zum Abschuss kommt einem Aufruf zu einer Straftat gleich und wäre somit wiederum eine Straftat. Insbesondere Bündnis90/Die Grünen würden in ein negatives Licht gerückt.

Durch folgende geltende Rechtsvorschriften wird der Wolf und auch Hybriden streng geschützt:

 

  • Washingtoner Artenschutzabkommen
  • EG Verordnung 338/97
  • FFH Richtlinien
  • Sowie die Berner Konvention
  • der Managementplan von Thüringen verstößt gegen EU-Recht, das Mischlinge unter den gleichen Status wie reinrassige Wölfe stellt.

Die Feldforschung in Italien zeigt beispielhaft Alternativen auf. Hier wurden Hybriden eingefangen und sterilisiert. Bitte achten und respektieren Sie geltendes deutsches, nationales und internationales Recht, nehmen Sie Ihre Verpflichtung wahr, und korrigieren Sie umgehend den Aufruf zu einer Straftat – den Abschuss der unschuldigen und unauffälligen Jungtiere.

Die Petition www.change.org/wolfswelpen erzielte fast 28.000 Unterschriften. Bei Übergabe versicherten Sie der Petitionsstellerin, dass die Welpen gefangen werden sollten und in ein Gehege überführt werden sollten. Das entspricht zwar nicht unserer Forderung nach Sterilisation und Zurücksetzen in die Natur, wie es in Italien praktiziert wird, ist aber einem Abschuss gegenüber unbedingt vorzuziehen. Angeblich sollen die Welpen nicht in die Fallen gegangen sein. Gibt es Beweise, von einem unabhängigen Institut, dass überhaupt Fallen aufgestellt worden sind? Wir verweisen auch auf den Infobrief des Kontaktbüros. Darin wird auch auf so genannte Hybriden eingegangen. Gelegentliche Mischlinge zwischen Wolf und Hund sind nicht neu. Die Hundegene sind in der Wolfspopulation nicht mehr nachweisbar. Es besteht also überhaupt kein Grund, mit einer solchen Härte gegen junge Lebewesen vorzugehen.

Mit freundlichen Grüßen

Petra Klages

www.wolfsschutz-deutschland.de

 

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23 Gedanken zu „Offener Brief an Umweltministerin Siegesmund: Heben Sie auch den zweiten Schießbefehl auf die Thüringer Wolfswelpen auf!

    1. Wir haben mehrfach die Ministerin angeschrieben, es gab zwei Lösungen für die Wolfsjungen. Ein Angebot bestand auch aus dem Raum Frankfurt. Das Angebot umfasste das Einfangen sowie die Unterkunft der Wölfe.
      Lapidar bekam man telefonisch die Auskunft, das keiner das Gelände betreten darf. Weder zum Einfangen noch zum Abschießen. Ein Witz, jetzt zu behaupten es wurde alles getan die Jungen einzufangen. Eher sollte man davon ausgehen, das der Fristablauf einfach abgewartet wurde. Schämen Sie sich Frau Ministerin …

  1. Liebe Frau Klages,
    mit wachem Interesse und Wohlwollen habe ich ihren o.a. Brief an Frau Ministerin Siegesmund gelesen und verleihe der Hoffnung Ausdruck, dass er angenommen und entsprechend reagiert wird!
    Mit besten Grüßen aus Heidelberg
    Uwe A. Pringsauf

  2. Respekt vor der Tierwelt und dem Tierschutz sollte an erster Stelle stehen. Nachweislich gibt es genug andere Möglichkeiten , und diese sind der Tötung vorzuziehen.

  3. Alle Lebewesen haben ein RECHT auf Leben und keiner außer Gott hat das Recht über Leben und Tod zu entscheiden! Was nimmt sich Bestie „Mensch“ heraus?!

  4. Kann man diesen Brief an diese Ministerin Siegesmund unterzeichnen? Den Brief haben Sie inhaltlich sehr gut formuliert. Er ist absolut unterstützenswert und sollte in verschiedenen Kontexten der konzertierten Wolfstötung verwendet werden.

  5. Der Wolf ist ein sehr soziales Lebewesen, 1000Mal besser als die „Bestie“ Mensch. Er hat vielleicht mehr Rechte hier auf unserem herrlichen Planeten als wir „Menschen“.

  6. Wir haben mehrfach die Ministerin angeschrieben, es gab zwei Lösungen für die Wolfsjungen. Ein Angebot bestand auch aus dem Raum Frankfurt. Das Angebot umfasste das Einfangen sowie die Unterkunft der Wölfe.
    Lapidar bekam man telefonisch die Auskunft, das keiner das Gelände betreten darf. Weder zum Einfangen noch zum Abschießen. Ein Witz, jetzt zu behaupten es wurde alles getan die Jungen einzufangen. Eher sollte man davon ausgehen, das der Fristablauf einfach abgewartet wurde. Schämen Sie sich Frau Ministerin …

  7. Warum? Was haben sie getan? Ich glaube nicht, dass sie etwas getan haben, denn eigentlich sind es scheue Tiere. Ich denke, es liegt an der Jägerlobby. Und das darf nicht sein. Wir brauchen keine Jäger, das regelt die Natur selbst. Jäger bringen nur die Natur aus dem Gleichgewicht. Tiere sind Lebewesen mit einem Herz und mit Gefühlen wie der Mensch und sie haben das gleiche Recht auf Leben und Unversehrtheit und auf Futter und Wasser und auf ein Dach über den Kopf mit genügend Platz für sich selbst wie der Mensch und sie haben den gleichen Wert wie der Mensch. Auf Menschen wird doch auch nicht geschossen weil sie böse sind. Lasst die armen Tiere dieser Welt leben.

    1. Ja, die „Jägerlobby“ hat Angst, nicht mehr genügend morden zu können….Mittlerweile bin ich der Ansicht, dass Tiere mehr Rechte auf Leben haben als der Mensch. Sie nehmen nur, um ihr eigenes Leben zu erhalten und was macht der Mensch…..???? Er mordet, obwohl er alles hat, was er braucht …

    2. Würden doch alle Menschen so über die Tiere denken und sich so dafür einsetzen, es gäbe eine friedliche Welt. Wer Ihre Worte nicht begreift, ist es nicht wert, auf der Welt sein zu dürfen. Nach dem Tod ist nicht alles vorbei, jeder wird in seinen weiteren Leben in einer anderen Formveränderung für seine Untaten und Nichttaten herhalten und durch die Hölle gehen; auch die Ignoranten.

  8. Wir haben nicht das Recht, je nach Belieben die Wölfe zu töten, weil sie als Freßkonkurrenten gelten, auch ist der Wald kein Vergngungspark, sondern für uns alle lebensnotwendig. Die gesamte Tierwelt ist perfekt aufgebaut, bis der Mensch eingreift und sie zerstört.

  9. Wieso werden die Wölfe getötet obwohl sie keine Gefahr sind ?… die Situation in Deutschland wird immer schlimmer .. jeder macht hier was er will .. ehrlich gesagt habe ich mehr Angst abends auf die Straße zu gehen und abgestochen zu werden als einem Wolf zu begegnen .. ihr habt Deutschland schön kaputt gemacht ..

    1. Vor Tieren, insbesondere dem Wolf, braucht man keine Angst zu haben, es sind die Menschen, die alles zerstören mit ihrem Egoismus und Machtgehabe. Der Wolf ist ein sehr soziales, liebevolles Wesen, was den meisten Menschen fehlt. Er ist absolut kein Konkurrent, im Gegenteil, er gehört in die Natur, der Mensch nicht.

  10. Gibt es in diesem Forum auch irgendjemanden, der sich einmal fragt wie man mit den Zusammenhängen in der Natur richtig umgeht. Praktischer Naturschutz von all denjenigen wäre mal angebracht, statt immer wieder schlaue Sprüche loszulassen.

  11. Natur- und auch speziell Tierschutz kostet sehr viel Zeit, insbesondere auch für die persönliche Weiterbildung – Wissen – Aneignung, (Lesen, Gespräche, sonstige aktive Tätigkeit usw.) und auch Geld! Allein dumm und polemisch daherreden oder schreiben, erregt zwar kurzfristig viel Aufmerksamkeit hat aber praktisch null Wert, weder für die Tiere (Wolf oder Schaf etc. ), die Natur im Allgemeinen noch für die Mitmenschen! Einen gemeinsamen Konsens zu finden würde für alle Sinn machen! Aber dazu müssten einige Personengruppen (Politiker, Jäger und Tierhalter) zuerst einmal bereit sein! Aber Lobbyismus und diverse persönliche Vorteile jeglicher Art (Parteispenden etc.), können hier jedoch nicht erwartet werden! Das Einzige, was man bei dieser Tätigkeit finden kann, sind Freunde, Gleichgesinnte, die Natur in aller Vielfalt sowie viel Wissen und Liebe zum Thema Tiere und deren Verhalten! Fanatiker und Extremisten haben wir schon anderweitig genug! Erst wenn uns dies gelingt, hat die Natur in ihrer Vielfalt für die Zukunft eine Chance! Diese letzte Chance dürfen wir den obigen Personengruppen und der Industrie nicht überlassen!

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