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Total unglaubwürdig! Faktencheck Artikel in der MAZ: Hündin nach Wolfsangriff eingeschläfert

Unsere Mitarbeiter Manuel R.  und Rüdiger S. haben die Sachlage im brandenburgischen Kleinstädtchen Steinberg überprüft. 

 

Rüdiger S: „Die Gegend ist wie geschaffen für durchziehende und territoriale Wölfe! Die Gemarkung Sternberg hat nur eine durch den Ort führende Straße ansonsten ist da rund herum nur Wald und die A2. Bis zum nächsten Ort sind es jeweils um die 4 Kilometer! Der Ort Steinberg liegt in einem Wolfseck , d.h. nördlich(ungefähr 20km Klietzer Rudel), östlich( ca 20 km Entfernung) Lehniner Rudel, westlich( ca. 10 km) Görzker Rudel und westlich( ca.15 km ) Altengrabower Rudel! Es ist aus meiner Sicht also nicht verwunderlich das hier in einem so dicht getränktem Gebiet Wölfe durch ziehen.“

Die Bewohner dort sollten also auch reichlich Erfahrung mit dem Schutz ihrer Weidetiere haben. Leider bot sich uns ein komplett gegenteiliges Bild. 

Nach dem Artikel in der  „Märkischen Allgemeinen“ am 13. Februar dieses Jahres  unter der Überschrift „Hündin nach Wolfsangriff eingeschläfert“ ergeben sich noch immer einige ungeklärte Fragen.  Ob es nun ein Wolf war, oder nicht wird sich dabei nie klären, da die Hundebesitzerin eine kostenlose DNA-Überprüfung verweigerte.  Wir haben uns vor Ort einmal umgeschaut und uns die Gegebenheiten vor Ort genau betrachtet.

Angeblich soll die 13-jährige Terrierhündin von einem Wolf in dem Örtchen Steinberg bei Ziesar angegriffen und durch einen Gitterzaun hindurch verletzt worden sein. Dem Tier hatte die Hälfte des Vorderlaufs gefehlt.

In einer Tierklinik wurde empfohlen, den Vorderlauf zu amputieren, um das Leben der Hündin zu retten. Die Hundehalterin wollte die 13-jährige Hündin allerdings nicht, so O-Ton, als Krüppel behalten und ließ sie einschläfern. Fakt ist: Ein Wolf als Verursacher  konnte gar nicht bewiesen werden, da die Hundebesitzern – wie oben schon erwähnt – keine DNA-Untersuchung zuließ, obwohl dies kostenlos gewesen wäre.  Genproben von der Wunde am Vorderlauf oder den Fellresten am Gartenzaun sind nicht vorzeigbar. Ebenso wenig die Reste des Vorderlauf.

Nicht einmal zehn Meter entfernt vom Haus – hatte niemand etwas gehört?– steht auf Betonankern ein Stabgitterzaun. Die Zwischenabstände der Stabgitter weisen großzügig gemessen knapp 4,5 cm aus. Die anatomischen Gebissmaße eines Wolfs haben einen Abstand zwischen den  Fangzähnen von 4,5 cm. Dazu links, rechts je ein cm für Muskeln, Sehnen, Haut, Fell, womit der Wolfsfang wenigstens 6,5 cm breit ist. Somit würde der Maulfang eines Wolfs  weder direkt, noch  waagerecht  durch diese Stabgitter passen. Hochkant ginge dies eventuell , doch dann würde der Fang zum Biss nicht mehr möglich sein. Es ist zwar möglich, dass ein kleiner Jagdterrier die Pfote durch das Gitter stecken würde. Dennoch ist die These, dass der Wolf dort die Pfote abgebissen haben soll, äußerst unwahrscheinlich. Hat der Hund sich evtl. vielmehr bei der Baujagd verletzt oder ist in ein Tellereisen geraten? Auch können wir nicht ganz nachvollziehen, warum der Hund eingeschläfert werden sollte. Schließlich leben sehr viele Hunde und Katzen ohne Probleme auf drei Beinen. 

Bleibt die Frage: Hat sich der Reporter, der diesen Bericht in der „MAZ“ schrieb, diesen Zaun einmal genauer angeschaut? Davon ist in dem Bericht jedenfalls nichts zu lesen.

Merkwürdig und unverständlich erscheint es, dass laut diesem Bericht ein kleiner „Familienhund“  zu dieser Jahreszeit und im „Belagerungsgebiet von Wölfen“ nachts draußen allein verbringen muss. Sollte er einen Wolf erschrecken, vergrämen oder gar verjagen?

Vom aufgeräumten Örtchen  Ziesar um die Ecke durch Steinberg stellt sich der Eindruck vom Vergessen ein. Hier wohnt auch der Amtsdirektor von Ziesar, Norbert Bartels, der die Situation in Steinberg mit einem „Belagerungszustand“ verglicht. Die ordentlich gereihten Häuser, mitten im Ort ein Kinder-,Spiel- und Freizeitplatz, etwas außerhalb ein hergerichteter Badeteich  zeugen von Beschaulichkeit. 

 

Vom Dorf weg reiht sich Weidefläche an Weidefläche, mit größeren Tierbeständen in der Nähe, weiter draußen einzelne Tiere. Die Umzäunungen der Weiden wurde offenbar im letzten Jahrhundert eingerichtet. Die meisten sind  verfallen, verrostet, beschädigt, durchwuchert, da oder dort vielleicht hüfthoch ein verrosteter Draht, nirgendwo Stromfluss, die Zugänge offen oder oft ist nur ein Querbalken vorhanden. Sind das die Paradebeispiel für die „gute, fachliche Praxis der Einzäunung von Weidetieren“ gemäß Standard vom Bauernverband? Dazwischen eine kleinere Fläche mit Mutterkühen und Kälbern, die  derart zugemüllt ist, dass im Falle eines Ausweichens die Tiere sich die Läufe brechen würden. Auf den Bildern wird deutlich, warum es dort zu Rissen von Kälbern kommen kann, ganz gleich ob von wildernden Hunden, oder von anderen Beutegreifern wie Wölfen, verursacht. Der Zaun ist dermaßen mangelhaft, dass die Kälbchen unten durchschlüpfen können. Außerhalb der Umzäunung könnten sie nicht mehr von der Herde beschützt und verteidigt werden. 

Aus Gesprächen mit Ortskundigen stellten sich aber noch ganz andere Wahrnehmungen ein. Die Bauern würden sich hauptsächlich  fürs Geld verdienen interessieren. Bei einem Riss, ohne dass die Tiere zuvor ausreichenden Schutz genossen, zahlt aber der Staat nicht. Andererseits werden Gelder zur Förderung in Brandenburg vielfach nicht abgerufen von den Weidetierhaltern. Erzählt wurde uns auch von privat gehaltenen Wolfshunden, die für Filmaufnahmen trainiert sein sollen, sich aber öfter von selbst auf die Pfoten in die Umgebung machen… „weshalb beinah jede Nacht „Wölfe“ in die aufgestellte Fotofalle tappen“. Ein vereinbarter Termin mit einem Wolfsberater zur Erfassung des „Wolfsangriffs“ auf die Terrierhündin endete bedrohlich. Eine aufgelaufene Dorfcrew verhinderte dies, die Hundehalterin erschien nicht, die Reste der Hundepfote blieben „verschollen“. Belegbilder aus Fotofallen im dörflichen Umfeld bleiben privat unter Verschluss. Warum wohl? Hier geht es zum Artikel: http://www.maz-online.de/Lokales/Brandenburg-Havel/Wolf-greift-eingezaeunten-Hund-an-Tier-muss-eingeschlaefert-werden

Doch nicht nur die MAZ setzte auf tendenziöse Berichterstattung, weitere Medien übernahmen mutmaßlich den Fall,  ohne selber recherchiert zu haben: https://www.maennersache.de/dorf-angst-wolf-beisst-huendin-pfote-ab-5235.html

https://www.nordkurier.de/brandenburg/dorf-lebt-in-angst-vor-woelfen-1631264202.html

 

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9 Gedanken zu „Total unglaubwürdig! Faktencheck Artikel in der MAZ: Hündin nach Wolfsangriff eingeschläfert

  1. Hallo,
    ich hatte meine Meinung hier schon einmal kundgetan. Es ist an der Zeit, dass der Mensch bzw. wir hier, die seit langer zeit ohne Wildtiere leben, froh sein sollten, dass es wieder welche gibt. Anstatt dessen wird die Bevölkerung verrückt gemacht von Medien(ich wette unter, den Redakteuren sind eine Menge Jäger). Sicher greift ein Wolf einen Hund an, wenn er ihn bekommt, das ist eben so und wir müssen uns darauf einstellen. Wir müssen damit leben lernen und nicht sofort nein schreien. Kaumn ist er da, wird er wieder verfolgt. Ich weiß nicht, was mit uns hier nicht stimmt, in anderen Ländern klappt das doch auch. In der Arktis lernen die Schulkinder, wie sie sich verhalten müssen, wenn sie einem Eisbär begegnen, einem Eisbären wohlbemerkt, dem größten Landraubtier. Hier bei uns sind manche Hundehalter gefärlicher als der Wolf. Ich will gar nicht sagen wie ich das finde.
    Also bitte lasst den Wolf in Frieden, wenn man wirklich will, dann klappt das auch mit dem zusammenleben.

    1. Ein Wolf kann einen Hund in dreierlei Hinsicht behandelt: Als Sexualpartner. (Allerdings nur während der Paarungszeit der Wölfe im Spätwinter – deswegen sollten Halter gerade jetzt ihre Hunde nicht streunen lassen), als Beute oder als Spielpartner. Diese Geschichte hier kann allerdings nicht so stattgefunden haben, wie in den Tageszeitungen behauptet.

  2. Das egozentrische Verhalten von Landwirten und Dorfbewohnern – unterstützt von schlampig recherchierenden Journalisten der Regionalpresse und CDU/FDP/SPD-Politik (s. auch GroKo-Vertrag) – macht doppelt fassungslos und wütend.
    Empfehle gegen die betreffenden Zeitungsverlage dringend Beschwerde beim Deutschen Presserat einzulegen; ansonsten ist die wolfsfeindliche und opportunistische Journalie nicht zu stoppen.

  3. Traurig aber war ist, der Tierarzt fragt beim Besitzer nach ob dieser sein Tier noch will, sollte ihm ein Auge rausgenommen werden oder ein Beinchen amputiert werden. Wurde ich bei einer meiner Katzen auch gefragt wegen einem Auge! Aber wer lässt sein Tier lieber einschläfern? Das ist keine Tierliebe! Am Beinchen sind es meist Quetschungen oder Autounfälle- bei uns laufen 1 Hund und 2 Katzen auf drei Beinen rum. Deswegen haben meine Katzen ein Gehege mit so einem Zaum wie die Hundebesitzerin hatte. Mein Gehege ist 8×4 Meter und 3.20 Meter hoch mit Dach! Wir haben Ihnen alte Baumstämme rein und Pflanzen. Sie kommen übers Küchenfenster hinein. Eine Tür hat das Gehege auch damit wir rein können! Das wurde für 4 Katzen gebaut!! Das die nicht überfahren werden können, das die keine Jungvögel ect fangen können denn Katzen wenn sie auch gut ernährt werden quälen zum Spielen Vögel ect – denn das ist ihr angeborener Jagdtrieb! Das Gehege kostete 900€ mit Bepflanzung und 2 Tage Arbeit! Leider gibt es bei uns keine Wölfe aber die würden meine Lieblinge auch nicht erwischen!! Als Mensch bin ich verantwortlich für meine Tiere!! Und wer bitte lässt im Winter seinen Hund über Nacht draußen. Wer lässt seine Weidetiere ungeschützt?

  4. Das Geschilderte ist für mich in keiner Weise nachvollziehbar, denn hier bleiben wirklich alle wichtigen Fragen unbeantwortet. Ich habe sehr viel Erfahrung mit Menschen im Tierschutz machen können und mir sind noch nie so viele Menschen begegnet, die mich dreist angelogen haben. Für mich liegt es auf der Hand, dass die Hunde Besitzerin einiges zu verheimlichen hat, denn ihr gesamtes Verhalten ist suspekt und es bietet sich in Brandenburg geradezu an, sich dem Kreis derer anzuschließen, die in Medien gegen den Wolf zu Felde ziehen. Ich bezweifle, dass diese Menschen, die derartige Lügen Geflechte in die Welt setzen die moralische und intellektuelle Reife haben, die Primitivität ihres Handels zu erkennen.

  5. Von dem, was da geschrieben wurde, glaube ich kein einziges Wort!!!!! Mir kommt es fast so vor, als ob die Menschen in den neuen Bundesländern – und
    nur von dort wird derartiges berichtet – Aufmerksamkeit erheischen wollen. Warum sollte sich ein Wolf an einem kleinen Hund vergreifen?????? Mir tut es zwar um dieses Hundchen leid, aber ein Wolf hat seinen Tod nicht verursacht!!!!

    1. Es sind nicht nur die neuen Bundesländer, in denen abstruse Geschichten in die Presse kommen. Vorreiter in Punkto solcher Geschichten war Niedersachsen. Erstes Opfer von Lobby und Presse: Jungwolf Kurti, der vor knapp zwei Jahren erschossen worden ist. Genehmigt von einem Grünen Umweltminister. Siehe auch Fall Kurti hier auf der Webseite.

  6. Die Geschichte finde ich ja mehr als lächerlich seitens der Hundebesitzerin und der Dorfgemeinschaft. Zunächst ist es ja mehr als interessant, dass sie keinen DNA Test möchte und dann die angeblich „geliebte“ Hündin dann einfach eingeschläfert. Diese heimlichtuerei ist mehr als fragwürdig… ich finde es auch interessant das die oben verlinkten Zeitungen sich nicht mal die mühe machten den Ort des Geschehens zu besichtigen, denn dann würden hatten diese wohl auch festgestellt, das der Wolf durch den Zaun gar nicht zubeißen hatte können… hier stell ich mir die frage, gibt es eine Möglichkeit diese Fakten den entsprechenden Zeitungen zukommen zu lassen das diese Fragwürdigen Artikel aus dem Netzt genommen werden, und vielleicht sogar berichtig werden… Ich finde die Art und Weise wie die Anwohner ihr Leben mit den Wölfen schildert schockierend und lächerlich überspitzt, nicht der Wolf schränkt ihr Leben ein sie beschränken einfach nur sich selbst. Auch die Story das ein einzelner Wolf (!) eine Mutterkuh und Kälber angreift und bis an die Häuser hintreibt, halte ich für ein nettes Märchen.
    Auch bei den Fotos die von Ihnen gemacht worden sind frage ich mich, ist es nicht eigentlich Tierschutz widrig Fluchttiere mit Stacheldraht einzuzäunen? Ich finde den Aufzug den die Gemeinde hier veranstaltet ja wirklich mehr als seltsam, und ich hoffe das die Story der Hundehalterin bald auch auch offizell als das erlarvt wurd was sie ist eine dreiste Lüge auf kosten der Wölfe …

  7. wer sich ins umland aufmacht,egal wohin,wo lang, an weiden vorbei unterwegs ist, stellt fest auch ohne brille, das die einzäunungen dieser weideflächen noch vom urgroßvater errichtet wurden. ein, zwei vielleicht auch mal drei drähte, dazwischen ein bändchen vom letzten hemdträger. zweck dieser errichtungen, verhindern das die weidetiere aus der weide ausbrechen mit all den ungeliebten folgen,strassensperrung,unfälle,feuerwehr,polizei, notschlachter,rettungsdienste,zugunterbrechungen…
    diese zäunungen sind etwa 50 – 80 cm hoch. das meinen die bauernverbände mit „der guten fachlichen praxis der einzäunung von weidetieren“. das ist zugleich nach vorstellung dieser verbände die basis für den ausgleich von schäden …. u. nicht eine wolfssichere einzäunung! zu uropas zeit war der wolf ausgerottet von eben denselben verbänden im verein mit der jägerschaft. nun ist der wolf wieder da. die klein- u. kleineren bauern wollen allerdings uropas werk nicht ändern. billig oder preiswert produzieren, kein geld in neues wie weideschutz investieren,wir wollen teuer verkaufen. damit sind diese weiden für einen wolf mit schulterhöhe 80,90 cm kein gegner. wobei er nachweislich zu 99% huf- u. schalentiere bevorzugt. aber solch eine einfach u. ohne grösseren energieaufwand einzunehmende weide ist für einen wolf dann doch lockend. und genau in diesem bild lassen sich die weideflächen um steinberg anschaun. und eben nicht nur dort. mit dieser verkalkten vorstellung habituieren bauern den wolf … um ihn dann abschiessen zu wollen. deshalb ist jedes jagdrecht geistiger müll.
    die terrierhündin wurde von keinem wolf angefallen.wie auch. es war ja nach hundehalterin ein stabgitterzaun dazwischen, der kleinr ist als ein wolfsfang groß. dem kleinen hund ist widerfahren wie es auf dem lande halt zugeht. er bleibt draussen, macht sich als terrier auf die socken u. latscht prompt in ein tellereisen – so hat es ein leser vom nordkurier in seinem kommentar empfohlen „..setzt lautlose Mittel ein..“
    die behandelnde tierärztin hat festgestellt, das ein wolf nicht der verursacher ist. daher besteht grund zur annahme, das so etwas wie panik einsetzte. denn das bedeutet evtl., das untersuchungen den steinberger tier-u. sonstigen haltern auf illegale u. kriminelle schlichen gekommen wären. was zu verhindern war. und in solchem fall zahlt sich die verbindung zum bauernbund u.den kontakten zur presse aus um das „problem“ öffentlich anklagend zum thema zu machen.
    die reaktionen sind passend wie aufgeschreckt. der amtsdirektor von ziesar, bartels, einwohner in steinberg, mit seinem „liebsten hobby“ der jagd, hat nun um luft ringend beim landesumweltamt einen antrag zur vergrämung von wölfen eingereicht.
    es bleibt zu hoffen das die umweltbehörde des landes brandenburg nun auch umfänglich in kenntnis dieser vertuschungs- und verschleierungsereignisse die rechten schlüsse zu ziehen vermag und dem bauernbund nicht das feld überlässt zur präzedenz einer notwehr gegen wölfe.

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