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Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierschutzrecht widerspricht UM Albrecht und kündigt Strafanzeige an – Schießbefehl auf Wolf Dani nicht ausreichend dargelegt

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Beispielfoto

Das Polit-Theater der schwarz-grünen Regierung in Schleswig Holstein geht in eine neue Runde. Umweltminister Albrecht (GRÜNE) hatte erneut die Abschussverfügung auf Wolf Dani verlängert und will nun auch noch die im Gebiet ansässigen Jäger einbeziehen, damit ein Abschuss wahrscheinlicher wird. Wir von Wolfsschutz Deutschland e. V. berichteten und widersprachen. Dazu hatten wir in zahlreichen Zaunkontrollen nachgewiesen, dass Weidetiere im Gebiet so gut wie gar nicht geschützt werden. Zur Zeit werden Umweltverbände zur geplanten Erweiterung der Verfügung angehört. Wir von Wolfsschutz Deutschland e. V. gehören nicht zu den Verbänden, die sich dort äußern dürfen, allerdings haben wir bereits angekündigt, Anzeige sowohl gegen Umweltminister Albrecht, als auch gegen jeden ausführenden Schützen zu stellen.

Auch die DJGT widerspricht

Die Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierschutzrecht hat sich am 11. September mit einem Schreiben an den schleswig-holsteinischen Minister Albrecht gewandt und den geplanten Erlass einer Allgemeinverfügung, mit der der Abschuss des Wolfs GW924 m (Dani) „effizienter“ gestaltet werden soll und die Wahrscheinlichkeit erhöht werden soll, scharf kritisiert. Darin legen die Juristin Christina Patt und die ehemalige Richterin Almuth Hirt dar, dass die Voraussetzungen für eine rechtmäßig Entnahme nicht vorliegen würden. Neben unzureichenden und teilweise sogar widersprüchlichen Begründungen stelle sich der gesamte Prozess als äußerst intransparent dar. Die aktuell gültige Verlängerung der Ausnahmegenehmigung sei im Gegensatz zu den ersten Dokumenten, nicht einmal öffentlich verfügbar. Die DJGT behalte sich auf dieser Basis vor, Strafanzeige zu erstatten, sollte der Wolf tatsächlich rechtswidrig abgeschossen werden.

Schadensprognose falsch

Allen voran habe sich die Schadensprognose vom 30. Januar 2019, die der ersten Ausnahmegenehmigung vom 31. Januar 2019 zugrunde lag, nicht bestätigt. Aus der Tabelle zu Tierrissen und Sichtungen, die auf der Internetseite des Landes Schleswig-Holstein veröffentlicht wird, gehe eindeutig hervor, dass der Wolf nach den Rissereignissen aus dem Winter 2018/2019 sein Verhalten eben nicht dahingehend angepasst hätte, dass er weiterhin in geschützte Schafherden eindringen würde und innerhalb geeigneter Seite 1 von 2 Umzäunungen Schafe töten würde. Bis auf eine Ausnahme seien die weiteren Tierrisse innerhalb unzureichend gesicherter oder gänzlich ungesicherter Herden erfolgt. Weitere Argumente, mit denen die Befürchtung, dass es zu einem erheblichen Schaden kommen könnte, glaubhaft belegt werden könnten, seien im Verlaufe des bisherigen Prozesses nicht angeführt worden.

Wolfsabschuss statt Herdenschutz

Entgegen den gesetzlichen Voraussetzungen des § 45 Abs. 7 S. 2 BNatSchG sei zudem weder ein umfassender Herdenschutz als geeignete, mildere zur Verfügung stehende Maßnahme umgesetzt worden, obwohl die betroffenen Gebiete zu sog. Wolfspräventionsgebieten erklärt wurden, in denen der Prävention immer Vorrang zukommen soll, noch wäre umfassend und überzeugend dargelegt worden, warum ein Herdenschutz in diesen Gebieten als nicht geeignet angesehen wird.

Weiterer Wolf im Gebiet

Schließlich könnten auch die vorliegenden Ausführungen dazu, dass sich durch die geplante Entnahme der Erhaltungszustand der betroffenen Wolfspopulation nicht verschlechtert oder negativ beeinträchtigt würden, nicht überzeugen. Hier komme es zu teilweise widersprüchlichen Aussagen in Bezug auf das aktuelle Wolfsvorkommen. Darüber hinaus gab es bereits öffentliche Spekulationen über eine befürchtete mögliche Verpaarung mit einer Wölfin, die in einem benachbarten Gebiet als resident eingestuft worden ist, aus der heraus ein erstes Wolfsrudel in Schleswig-Holstein entstehen könnte. Der Abschuss des Wolfsrüden GW924m  (Dani) würde genau dieses potentielle erste Rudel verhindern.

Hier die Stellungnahme der DJGT sowie die Pressemitteilung in völler Länge: Pressemitteilung_geplante_Allgemeinverfügung_Entnahme_GW924m Stellungnahme_Allgemeinverfügung_GW924m

Stellungnahme_Allgemeinverfügung_GW924m

Weitere Informationen über die DJGT: http://www.djgt.de

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Pressemitteilung: Erweiterte Abschussverfügung von Umweltminister Albrecht (Grüne) gegen Wolf Dani ist ein Kniefall vor der Agrar- und Jägerlobby

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Brigitte Sommer bei einer Weidekontrolle einer völlig ungeschützten Schafsherde bei Westerhorn. Entweder hat Umweltminister Albrecht von solch ungeschützten Weidetieren keine Ahnung, oder er will es einfach nicht wissen.

PRESSEMITTEILUNG

28. August 2019

Als perfide und Lobby gesteuert bezeichnete die Vorsitzende des Vereins Wolfsschutz-Deutschland e.V. die Allgemeinverfügung des schleswig-holsteinischen Umweltministers Albrecht, die jetzt jede Jägerin und jeden Jäger befugt, Wolf Dani abzuschießen. Diese Verfügung, so Sommer, „ist eine Schande für die Grünen und zeugt von deren Einstellung zum Tier- und Umweltschutz“.

Sommer: „Wir sind absolut entsetzt über diese Entscheidung. Albrecht sei ein Unwelt- und kein Umweltminister. Das Ministerium hatte am 31.Januar 2019 erstmals die artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung zur Entnahme des Wolfs GW 924m (Dani) erteilt und eine Gruppe geeigneter Personen mit der Entnahme beauftragt. Diese Genehmigung hatte Albrecht mehrfach verlängert und gilt bis heute.

Sommer: „Wir beweisen ständig mit unseren Zaunkontrollen in Schleswig-Holstein, dass die Weidetierhalter ihre Tiere einfach nicht vor dem Wolf schützen, doch das scheint diesem Grünen-Umweltminister völlig egal zu sein.“ Albrecht verspüre keinerlei Bedürfnis zu überprüfen, ob die Weidetierhalter ihre Tiere überhaupt schützen. Dies, so Sommer, sei beschämend für einen Umweltminister, noch dazu von den Grünen. Die jetzt verhängte Allgemeinverfügung sein nichts anderes als ein Kniefall vor der Agrar- und Jägerlobby, die seit Monaten mit völlig falschen Behauptungen den Abschuss von Dani fordern. Sommer: „Wolf Dani ist kein Problemwolf, der Mensch ist das Problem.“

Da jetzt höchstwahrscheinlich ein weiterer Wolf in der Gegend unterwegs ist, müsste der Schießbefehl gegen Dani eigentlich aufgehoben werden. Doch eben das schüre in Albrecht die Lust auf den Abschuss noch mehr. Sommer: „Wie soll ein Jäger von der Entfernung aus sehen, ob es Dani ist, den er im Visier hat?“ Dani trage schließlich kein Halsband mit Namen. Wie Sommer feststellt, sei Albrecht in seinem Amt als Umweltminister völlig überfordert. „Ein Minister, der erst gar nicht überprüft, ob die Weidetiere überhaupt wolfssicher eingezäunt sind, ist eines solchen Amtes nicht würdig.“

Unlängst erklärte Albrecht in einem Interview mit der KN, dass in letzter Zeit sehr wenig Weidetiere gerissen worden seien. Dass es in Schleswig-Holstein weitaus mehr Hunderisse als Wolfsrisse gibt – was kein Wunder bei den Zäunen ist – mag Albrecht auch nicht hören.

Und dennoch verstärke Albrecht seine tierschutzwiderrechtliche Abschussverfügung, die jetzt jeden Wolf treffen könne.

Ungeschützte Schafsherde bei Westerhorn. Die Umgrenzung ist völlig offen. Eine Einladung für jeden Hund und jeden Wolf.

Skandalös sei es, dass sich an der Zaunsituation nichts geändert habe, auch nicht bei dem Weidetierhalter, den die Sendung „Panorama“ unlängst als Beispiel gezeigt habe. So habe der Verein Wolfsschutz-Deutschland  bei seiner jüngsten Kontrolle am 20.08.19 erneut Schafe auf der ungesicherten Weide vorgefunden. Sommer: „Die Tür zum Deich ist einfach aufzuschieben. Zum Wasser hin ist die Weide noch immer komplett offen. Zudem kam hinzu, dass einige der Tiere einen gesundheitlich sehr schlechten Eindruck machten und eines sogar unter einem sehr schlimm anmutenden Husten litt.“

Sommer appellierte an die Naturschutzverbände, sich dieser absurden Verfügung zu widersetzen und endlich klare Stellung zu Dani zu beziehen.

Hier die Pressemitteilung als PDF: PM_Kniefall_von_Albrecht_vor_Agrar_und_Jägerlobby

 

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Faktencheck/Zaunkontrolle: Von Problembauern, Problemministern, Problemmedien und Kniefällen vor der Agrarlobby in Schleswig-Holstein

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Es gab nach unseren letzen Zaunkontrollen in Schleswig-Holstein eine sehr unschöne Korrespondenz mit einem NABU-Verantwortlichen in Schleswig-Holstein. Herr Heydemann meinte, mir eine Mail schicken zu müssen, deren Tenor war, doch künftig den Mund zu halten. Zur Erinnerung: der NABU ist mit dem Schießbefehl auf Wolf Dani einverstanden. Wir von Wolfsschutz Deutschland e. V. nicht, weil wir der Meinung sind, dass Dani keinesfalls ein so genannter Problemwolf ist, sondern dass das Problem an nicht geschützten Weidetieren und täuschenden Weidetierhaltern liegt. In einer Mail an mich warf mir Herr Heydemann vor, wir würden unsere Zaunkontrollen faken, dabei muss er als Mann vor Ort doch ganz genau wissen, wie dort die Zäune aussehen. Ferner bezeichnete mich Herr Heydemann als dämlich und er unterstellte mir eine Nähe zur Pegida, bzw. bezeichnete Wolfsschutz Deutschland e. V. als Pegida. Ich erstattete daraufhin Anzeige wegen Verleumdung und Beleidigung.  Es dürfte inzwischen doch sehr klar sein, dass viele Wolfsberater nicht neutral sind und solange eben andere Vereine und auch die Medien die Zaunrealität in Deutschland nicht darstellen, müssen wir dies weiter tun. Die Öffentlichkeit hat ein Anrecht darauf, gezeigt zu bekommen, wie Weidetierhaltung in Wolfsgebieten wirklich aussieht. Wir beweisen immer wieder, dass eben nicht geschützt, sondern getrickst wird, was das Zeug hält. Warum sollte es unethisch sein, Weidetierhalter zu kontrollieren? Wer nichts zu verbergen hat, kann seine Zäune doch zeigen, oder? Schließlich finden (bzw. sollten stattfinden) auch in Ställen etc. regelmäßige Kontrollen durch Behörden statt. Wenn Behörden hier versagen, müssen hier andere Institutionen eingreifen. Siehe auch Stallkontrollen durch Tierschützer.

Zweiter Wolf im Gebiet unterwegs?

In einem Interview mit KN-Online  https://www.kn-online.de/Nachrichten/Schleswig-Holstein/Problemwolf-ist-noch-in-Schleswig-Holstein-sagt-Minister-Jan-Philipp-Albrecht?fbclid=IwAR0PEmgz-j2k8TL53ys08MOhUszuIOGSjyzNovMySUvKLulFDJGvwUPVLtg   sagte Umweltminister Albrecht von den GRÜNEN, dass „Problemwolf“ Dani noch vor Ort wäre und dass sehr wenig Weidetiere gerissen worden seien. Wir fragen uns, weshalb dieser Schießbefehl nicht endlich eingestellt wird. Zumal es laut Rissliste sein könnte, dass ein weiterer Wolf in diesem Gebiet unterwegs ist. Müsste dies nicht die Aufhebung des Schießbefehls bedeuten?

Schießbefehl auf Dani müsste eingestellt werden

Hier ist der Link zur öffentlich einsehbaren Rissliste. Die gelben Punkte stellen Risse dar, die zwar Wolf ausweisen, aber keinem bestimmten Wolf zugeordnet werden können. Ergo könnte neben Dani auch ein weiterer Wolf in diesem Gebiet unterwegs sein. https://www.schleswig-holstein.de/DE/Fachinhalte/A/artenschutz/Wolf_Karte.html

Ferner sagte Minister Albrecht der Zeitung, dass in Schleswig-Holstein nur große Betriebe nur in einem bestimmten Umkreis Zaunmaterial bezahlt bekommen würden. Warum wird hier nicht ganz Schleswig-Holstein in die Förderkulisse aufgenommen?  Die Rissliste zeigt auf, dass Weidetierhalter in ganz Schleswig-Holstein betroffen sein können.

 

Zaunrealitäten im Landkreis Pinneberg am 20.08.19

 

Diese Weide hier war Thema eines TV-Berichtes des NDR für die Sendung Panorama. Hier der Link zum Beitrag: https://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2019/Maerchenhaft-Der-Wolf-die-Angst-und-der-Wahlkampf,woelfe622.html?fbclid=IwAR1C28IWQjp6it3vwmvpeaCY9ZFCFhr7fK3UYnWCXFw_ibGUxFOkoYLZ3tY Vor Erstellen des Beitrages telefonierte der zuständige Redakteur mehrmals mit mir. Ich wies ihn ausdrücklich darauf hin, dass Weidetierhalter bei Zäunen tricksen und täuschen und gab ihm den Tipp, sich doch mit dem TV-Team   selber mal über die Weidezäune vor Ort einen Eindruck zu beschafften. Dies war aber ganz offensichtlich nicht gewollt, denn stattdessen gab es sehr viel Raum  für ein Interview mit zwei Jungbauern, die einen Wolf nach einem Riss mit dem Traktor verjagt hatten. Wir berichteten: https://wolfsschutz-deutschland.de/2019/06/21/faktencheck-schleswig-holstein-bild-jungbauer-und-schaefer-verschweigen-dass-zaun-zum-wasser-offen-war/

Der betroffene Schäfereibetrieb erhält fast 100.000 Euro im Jahr an EU-Subventionen, kann sich aber keine Zäune leisten? Unglaubwürdig. Mit dieser Höhe an Subventionen dürfte dieser Betrieb zudem zu den größeren Betrieben gehören, die Zäune finanziert bekommen. Skandalös ist es, dass sich an der Zaunsituation nichts geändert hat und wir bei unserer Kontrolle am 20.08.19 erneut Schafe auf der ungesicherten Weide vorgefunden haben. Die Tür zum Deich ist einfach aufzuschieben. Zum Wasser hin ist die Weide noch immer komplett offen. Zudem kam hinzu, dass einige der Tiere einen gesundheitlich sehr schlechten Eindruck machten und eines sogar unter einem sehr schlimm anmutenden Husten litt.

 

Die Türe zur Deichweide lässt sich einfach aufschieben
Nicht einmal einen Meter hoch ist der Wildzaun und zudem auch noch völlig ohne Strom. Auf der anderen Seite zum Wasser hin, ist überhaupt kein Zaun vorhanden.

Auch dieser Schäfer behauptet stets, dass es nicht möglich wäre, Schafe auf den Deichen fachgerecht einzuzäunen. Dass dies sehr wohl möglich ist, zeigt eine Broschüre der Firma http://www.weidezaun.info

Es genügt einfach lesen zu können, um hier zu sehen, welche Möglichkeit es gibt, Zäune auch an Wasserflächen und Deichen einzubauen.

Auch diese Ziegenherde ist lediglich mit Wildzaun ohne Strom eingezäunt.

Kein Strom auf der Litze.
Wie sollte man eine solche Kontrolle bitte faken? Wir geben jedem, der sich selber überzeugen möchte, gerne die GPS-Daten.
Knapp 90 Zentimeter hoch und ohne Strom. Hier werden Wölfe zum Springen erzogen.

Viele Gebiete in Schleswig-Holstein sind ideales Wolfsgebiet. Wölfe brauchen weder dichte Wälder, noch totale Wildnis. In solchen Räumen fühlen sie sich wohl.

 

So sehen in Danis Gebiet so genannte „wolfsabweisende Netze“ aus. Weil Dani angeblich mehrmals ein solches Netz überwunden hatte, stellte Umweltminister Albrecht den Schießbefehl Anfang des Jahres aus. Besonders skandalös: Dieser Schießbefehl gilt nun zeitlich unbegrenzt. Dieses Netz hier ist ohne Strom. Deshalb zweifeln wir auch die Behauptung stark an, dass Dani wirklich jemals tatsächlich wolfsabweisende Zäune „überwunden“ hat. Ich habe mich mit Menschen vor Ort unterhalten und auch auf einem Bauernhof übernachtet. Dort brachte man die üblichen Argument vor. Geld (zu teuer) und Arbeit (keine Lust zu viel zu schuften). Nachdem diese Argumente durch Fakten (Zäune werden bezahlt und es gibt ehrenamtliche Hilfe)  widerlegt worden waren, kam stets der Satz „Wir wollen hier keine Wölfe haben. Sie sind schließlich aus gutem Grund ausgerottet worden.“

Es geht den Bauern dort in dem Gebiet also gar nicht um einen einzelnen so genannten „Problemwolf“. Man will sich hier einfach nicht mit Beutegreifern arrangieren. Dass es in SH auch weitaus mehr Hunderisse als Wolfsrisse gibt – was kein Wunder bei den Zäunen ist – mag man nicht hören. Es würde sich höchstwahrscheinlich nach dem Abschuss von Dani der nächste Wolf in diesem Gebiet ansiedeln und schon würden Bauern dort den nächsten „Problemwolf“ kreieren.

Kein Strom auf dem Netz.
Im Hintergrund ist erkennbar, wie stark der Zaun ins Grün hineingewachsen ist. Auf der Wiede sind sehr junge Lämmer untergebracht.
Ideales Wolfsgebiet.
Kein Strom auf dem Netz.
Kein Strom auf dem Netz. Auf dem Bild ist zu sehen, wie weit das Grün in den Zaun hineinragt. Dadurch kann die Spannung auf Null gehen. Auch die innere Litze war nicht unter Strom.

 

Hier ist das nächste so genannte wolfsabweisende Netz zu sehen. Dieses Netz hier umspannt eine sehr große Weide. Der Vorteil hier ist, dass ein Wolf sich hier evtl. nur ein Tier holen wird und die anderen Schafe könnten flüchten. Dennoch ist auch hier teilweise gar keine Spannung vorhanden, bzw. an manchen Stellen konnten wir 2000 V messen. Viel zu wenig.

Kein Strom.

 

Skandalös: Eine Lücke zum Boden von fast 20 Zentimetern. Ein Hund oder ein Wolf kommt hier problemlos unten durch, da auch keine Spannung zu messen war. Waren es Risse auf ähnlich arrangierten Weiden, die den Schießbefehl nach sich zogen?

Kein Strom.
Auch hier wächst Gras in den Zaun hinein. Er kann dadurch an Spannung verlieren.

Brigitte Sommer, Vorsitzende Wolfsschutz Deutschland e. V.

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In Schleswig-Holstein gilt weiter Wolfsabschuss statt Herdenschutz

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Mindestens zwei Tage lag das tote Schaf auf der Weide. Auch Krähen machten sich bereits darüber her.

Seit Januar ist Wolf Dani zum Abschuss freigegeben. Wir berichteten und protestierten. Wir haben bislang mit unsere Faktenchecks keinen einzigen wolfsabweisenden Zaun entdecken können. Wir veröffentlichen unsere Zaunkontrollen solange, bis endlich die Herden geschützt werden und der Schießbefehl auf Dani aufgehoben wird. Dass jeder, der Tiere besitzt, laut Tierschutzgesetz für seine Tiere auch die Verantwortung dafür trägt, dass es ihnen gut geht und ihnen nichts passiert, scheint den meisten Schäfern und Bauern noch immer nicht bewusst zu sein. Ständig müssen wir bei unseren Faktenchecks feststellen, dass die Einzäunungen nichts weiter als eine Einladung für Wölfe und Hunde ist, Nutztiere zu reißen. Auch bei unserem jüngsten Faktencheck von Zäunen in Schleswig-Holstein bot sich uns dieses Bild. Unsere Ziele war Westerhorn und Wulfsmoor.

Die Weide an der Dorfstraße in Westerhorn, die Schäfer K. bewirtschaftet,  ist gerade mal mit zwei Drähten eingezäunt. Oben befindet sich Stacheldraht, was eigentlich verboten ist, weil sich Tiere daran schwer verletzen können, unten ein normaler, runder Draht. Der hintere Bereich ist mit einem Hobbitstacheldraht (also einem „Zwergenzaun“, der viel zu niedrig ist) eingezäunt. Der kleine rechte Bereich ist mit 2 Litzen weißem Stromband eingezäunt. An dem Hobbitzaun an der Weide steht ein Stromgerät. Es brummt vor sich hin. Völlig sinnlos, den jeder Hund oder jeder Wolf kann den kleinen Zaun mühelos überspringen, ohne mit dem Strom geführten Draht überhaupt in Berührung zu kommen, falls überhaupt Strom vorhanden war.

Totes Schaf lag zwei Tage auf der Weide

Auf  der Weide entdeckten wir ein totes Schaf, an das sich bereits eine Krähe zu schaffen macht. Ob es noch weitere tote Tiere auf dem Gelände gab, wissen wir nicht, schließlich betreten wir Grundstücke nie. Als wir zwei Tage danach wieder an der Weide entlang liefen, lag das Tier noch immer auf der Wiese. Erst nachdem das über Facebook bekannt gemacht wurde, war der Kadaver weg. Wie konnte es sein, dass dem Schäfer das tote Schaf so lange Zeit gar nicht aufgefallen war? Nennt man so etwas Sorgfalt gegenüber seinen Tieren? War es ein gezielter Fall von Anfütterung?

Im hinteren Teil sieht man die Schafe. Der Bereich dort ist ebenfalls nur durch niedrige Zäune eingegrenzt.

 

 

Am Graben entlang der gleiche Anblick. Der Zaun steht schräg zur Weide.

 

Ein Detailbild vom Zaun am Graben. Darüber springen kein Problem. Da müssen sich Hund und Wolf erst gar nicht unten durch graben.

 

Wieder einmal einer dieser Hobbitzäune. Da braucht es dann auch keinen Strom, denn das Darüberspringen ist kein Problem.

Hier drei Videos, die den Zaunfrevel zeigen. Von Herdenschutz keine Rede.

 

Weide bei Wulfsmoor: Litze gerade mal 30 cm hoch

Auch bei Wulfsmoor (Kerngebiet von Wolf Dani) und Wrist zeigte sich ein ähnliches Bild. Wir sahen eine kleine Gruppe von Schafen , die auf einem kleinen Deich am Stellauer Kirchweg standen. Die Tiere waren eingezäunt mit einem ganz normalen Zaun mit niedrigen Litzen, wie sie auch an anderen Deichen steht. Keinerlei Abschreckung für Hund und Wolf! Eine knapp 30 cm hohe Litze,  das war´s. An einer Stelle kann man einfach mit einem Schritt ins Schilf, um das „Eingangstor/netz“ herum gehen und dann über die Litze, auf die Weidefläche gehen. Für einen Wolf, oder einen Hund also ein Witz! Für ein Schaf scheinbar auch, denn es stand eins dort im Schilf. Das vertrocknete Gras auf dem Deich war wohl nicht schmackhaft genug.
Auf dem Deich direkt an der Bramau, die in die Stör mündet, sahen wir keine Schafe.

Ein Tritt ins Schilf und schon ist man über dem Zaun. Nennt man das wolfsabweisend?
Eingang zur Weide von der Seite aus. Überhaupt kein Problem.

 

Blick von der Straße aus. Das vertrocknete Gras auf dem Deich war wohl nicht schmackhaft genug.

Auf dem Deich oberhalb wurden vor kurzem von Jägern zwei tote Schafe gefunden, eins davon im Wasser liegend. Auf der Wasserseite hätten die Schafe wegen Ebbe und Flut nicht eingzäunt werden können, erklärte Schäferin B. der „Norddeutschen Rundschau“. Dass dies sehr wohl auch möglich ist, darauf hatten wir schon  einmal hingewiesen. Hier noch einmal das Schaubild der Zaunfirma, die solche Zäune liefert:

Es genügt einfach lesen zu können, um hier zu sehen, welche Möglichkeit es gibt, Zäune auch an Wasserflächen und Deichen einzubauen. Hier der Link zur Zaunbaufirma: http://www.weidezaun.info

Und zum Schluss ein weiteres Beispiel einer Weide, die zu überwinden weder für einen Hund , noch einen Wolf schwer ist. Unsere beiden Fotos entstanden am Fieler Damm, in der Nähe der Wildtierhilfe Fiel e.V. Der Weidezaun war gerade mal 53 cm hoch. Zwar war auf der oberen Litze Strom, doch mit 4000 Volt viel zu schwach. Von Untergrabungsschutz keinerlei Spur, wäre auch unsinnig, denn über diesen Zaun kann jeder einfach darüber springen.

Solange wir solche unakzeptablen Zustände vor Ort an den Weiden antreffen, werden wir ständig weitere Faktenchecks machen. Nicht nur die Schäfer, auch die verantwortlichen Politiker müssten eigentlich endlich kapieren, dass es mit solchen Zäunen keinen Schutz vor Rissen geben kann. Und die Medien müssten endlich mal begreifen, dass sie diese Verantwortungslosigkeit vieler Schäfer auch mal hinterfragen müssen.

 

 

Eine Spannung 4000 Volt ist völlig unzureichend, der Zaun gerade einmal 53 cm hoch.

 

Foto von der Straße aus: Ein Schutzzaun, der seinen Namen nicht verdient. Zwei Litzen, über die jedes Tier locker darüber springt.

 

 

 

 

 

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Wolfsschutz Deutschland e. V. deckt auf: die große Deichzaunlüge!

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Angelika Zipper (links) und Brigitte Sommer waren zum Faktencheck vor Ort in Schleswig-Holstein.

Weidetierhalter und Politiker sowie der Bauernverband fordern in den Deichgebieten in Norddeutschland immer wieder so genannte wolfsfreie Zonen. Nach deren Willen sollen ein Wolf schon dann abgeschossen werden dürfen, wenn er sich in der Gegend auch nur blicken lässt. Das Hauptargument: man könne die Deiche und das Gebiet davor nicht einzäunen. Außerdem würden Zäune die Landschaft verschandeln. Wir waren vor Ort im Dithmarschen in Schleswig-Holstein und haben uns die Lage direkt vor Ort angeschaut. In Wirklichkeit sind die Deiche selber bereits mit Festzäunen umgeben. Wanderer und Besucher müssen durch Tore hindurch, um überhaupt auf den Deich und ans Meer zu gelangen. Dabei sind die Hauptwege voller Schafskot, der nicht von den Haltern *innen beseitigt worden ist. Gerade kleine Kinder, die hier am Meer spielen, können sich Durchfallerkrankungen und schwere Infektionen holen. Es wäre hier gar kein Problem, innerhalb der Festzäune zumindest 90 Zentimeter hohe Standardzäune zu errichten. Damit wäre auch die Gefahr von Hunderissen minimiert, die laut eigener Statistik des Umweltamtes eine große Gefahr für die Schafe darstellen. Weit größer als die Gefahr eines Wolfsrisses. Auch Herdenschutzhunde, die freundlich zu Hunden und Personen sind – wie es in der Schweiz bereits erfolgreich gehandhabt wird – könnten hier eingesetzt werden. Auch eine Behirtung und Nachtpferche sind hier möglich. Dass sie sich Schäfer aber anscheinend so gut wie gar nicht um ihre Tiere kümmern wollen, macht auch das Fehlen von Unterständen zum Schutz vor der Sonne deutlich. Nur 800 Meter vom Deich entfernt, haben wir eine Herde Schafe mit Lämmern entdeckt, die hinter einem 38 Zentimeter hohen Zäunchen untergebracht waren. Auch hier kein Sonnenschutz. Ein Lämmchen scheint bereits seit mehreren Tagen zu lahmen. Es war kein Tierhalter * in weit und breit zu sehen. 

Auch hier haben wir das Argument, dass dort höhere Zäune nicht eingesetzt werden könnten, mit Fotos ganz klar widerlegt, denn direkt gegenüber sind 100 Zentimeter hohe Festzäune, hinter denen ebenfalls Schafe untergebracht sind. Mit Stromlitzen könnten diese Festzäune sicherer gemacht werden.

Zwischen Deich und Naturschutzgebiet rasen Autofahrer mit hoher Geschwindigkeit hindurch. Eine Gefahr für Kinder, Radfahrer und Wanderer. Unsere Fotos und Filme sprechen eine deutliche Sprache. Es ist nahezu unvorstellbar, dass Redaktionsmitarbeiter und auch die Chefredakteure von Tageszeitungen wie die Kieler Nachrichten diese Zustände vor Ort nicht kennen. Dennoch geben sie Weidetierhaltern und Politikern immer wieder einen Rahmen, ihre alternativen Fakten sowie Forderungen nach wolfsfreien Zäunen hinaus zu posaunen. Ein Gefälligkeitsjournalismus, der alles andere als die Wahrheit, zu der sich Journalisten eigentlich in einem Ehrenkodex verpflichten, bringt? Dass hier Beutegreifer und Hunde Beute machen können, steht wohl außer Frage. Geschützt sind die Weidetiere hier überhaupt nicht. Uns ist es vollkommen unverständlich, wie ein Umweltminister der GRÜNEN Wolf Dani unter diesen Umständen zum Abschuss freigeben konnte. Ebenso unverständlich ist es uns, dass der NABU diesem Abschuss auch noch zustimmte und der BUND nicht dagegen klagt.

Vor dem Deich stehen Schafe und Lämmer hinter 38 Zentimeter hohen Zwergzäunchen. Mehr erlaube der Naturschutz nicht, heisst es. Dabei sind gleich Nebenan 90 Zentimeter hohe Festzäune installiert.

 

Schafe laufen innerhalb der Festzäune auf den Deichen frei herum. Hier sind sie auch nicht vor Hunden und Touristen geschützt. Hier wären 90 Zentimeter hohe Standardzäune überhaupt kein Problem. Auch Herdenschutze, wie sie in zaunlosen Gebieten in der Schweiz eingesetzt werden, wären hier möglich.

 

 

 

Das Naturschutzgebiet Speicherkoog ist mit Festzäunen vollkommen durchsetzt.
Auch in diesem Naturschutzgebiet spannt sich Festzaun an Festzaun.

 

Wir haben es im Dithmarschen nachgeprüft. Die Deiche sind allesamt von Festzäunen umgeben. Doch nicht nur in Schleswig-Holstein ist dies so. Auch in Niedersachsen sind die Deiche eingezäunt.
Die Wege liegen voller Schafskot. Kleine Kinder können sich hier böse infizieren.

 

So sehen die Deiche in Schleswig-Holstein tatsächlich aus: Sie sind völlig von Festzäunen umrahmt.
Zwischen Deich und Koog rasen Autos hindurch.
Tatsächlich laufen hier die meisten Hunde eben nicht angeleint.
Festzäune schließen die Deiche ein.
Diese Schafe stehen zirka 800 Meter vor dem Deich hinter einem 38 Zentimeter hohen Zwergenzaun.
Die Schafe sind den ganzen Tag der prallen Sonnen ausgesetzt, denn sie haben keinerlei Unterstand.
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Faktencheck und Zaunkontrolle Schleswig-Holstein – Minister Albrecht beenden Sie endlich die Schießbefehlfarce auf Wolf Dani!

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Als Antwort auf unseren zweiten offenen Brief https://wolfsschutz-deutschland.de/2019/01/24/schleswig-holstein-offener-brief-an-umweltminister-albrecht-unterlassen-sie-den-schiessbefehl-auf-wolf-dani/  an Umweltminister Albrecht erhielten wir dieses lapidare Schreiben. Antwort_Albrecht_1 

Darin schreibt der Grüne Umweltminister unter anderem, dass auch die Nutztierhalterinnen und – halter in der Verantwortung für die erfolgreiche Abwehr und Prävention von Wolfsrissen seien. Zitat: Auch der nun leider zum Abschuss freigegebene Wolf hat mit „hoher Wahrscheinlichkeit????“ an unzureichenden Herdenschutzmaßnahmen gelernt, Zäune zu überwinden und im zweiten Schritt festgestellt, dass er auch eigentlich ausreichende Herdenschutzmaßnahmen bewältigen kann. Zitat Ende.

Warum sollte ein Wolf, oder ein Hund einen solchen Zaun überspringen, wenn er ganz einfach untendurch kommt? Wir zweifeln die Behauptung, dass Dani Zäune übersprungen haben soll, mehr als nur an. Wir haben bis heute keinen einzigen wolfsabweisenden Zaun im Revier von Dani entdecken können. Freilich aber weiterhin Zäune, die ihren Namen nicht verdienen. Da grasen weiterhin Schafe mit Lämmern hinter Hobbitzäunchen, die jedes Meerschweinchen überspringen kann. Auf unteren Litzen ist kein Strom und Pferde- sowie Kühe sind nah an einer stark befahrenen Straße so gut wie gar nicht gesichert.

Ein Wolf oder auch Hunde, die Weidetiere derart angeboten bekommen, brauchen erst gar nicht „zu lernen“ dass solche Tiere leichte Beute sind. Ein Wolf oder Hund überlegt sich auch nicht, ob er lieber Schafe oder Rehe fressen soll. Er nutzt Augenblick und Gelegenheit. Erschwerend kommt hinzu, dass in dem Gebiet noch ein weiterer Wolf aus Sachsen-Anhalt hinzugewandert ist. Auch dieser Wolf wird zu derart leichter Beute doch nicht „nein“ sagen. Und schon ist der nächste Problemwolf da, der abgeschossen werden muss. Zumal dieser Wolf gar keine Chance hätte, seinen Häschern zu entkommen, denn er ist auch noch besendert. Wir fordern: Setzen Sie endlich Herdenschutzmaßenahmen um. Beenden Sie diese Farce von Schießbefehl auf Wolf Dani.

 

 

Hobbitzäune in 25 bis 35 Zentimeter Höhe bei Farnewinkel. Auf der Weide befinden sich Schafe mit Lämmern.

25 Zentimeter können selbst die Lämmer überspringen.

 

 

 

Zwischen Westerhorn und Rethwisch

Diese Kuhweide zwischen Westerhorn und Rethem ist ungenügend geschützt.

 

Nur auf der obersten Litze ist Spannung vorhanden.

 

Zur Bachseite so gut wie kein Schutz

 

Am Tor ist unten gar kein Schutz.

 

Die stromführende Litze befindet sich in 50 Zentimeter Höhe. Darunter können bequem Hunde oder Beutegreifer durch.

 

Die Litze befindet sich in 50 Zentimeter Höhe.

 

Die Pfosten sind marode.

 

Pferdeweide im Kreis Pinneberg

Fotos aus Bokel Kreis Pinneberg. Eine Weide mit jungen Pferden. Der größte Teil der Weide ist mit drei Litzen eingezäunt. Über 300m sind jedoch nur mir einem Draht 90cm eingezäunt. Der niedrig eingezäunte Bereich liegt an einem Knick, der an eine Spurbahn grenzt. Die Weide liegt direkt an einen Landstraße, auf der man 70 fahren darf. Man kann immer nur hoffen, dass die Tiere nicht mal durchdrehen und den Draht überspringen. 90 cm dürfte für ein Pferd wohl ein Witz sein.

Die Pferde- und Kuhweiden liegen direkt an einer Straße.

 

90 Zentimeter Höhe

 

 

90 Zentimeter Höhe, direkt an einer viel befahrenen Straße.

 

Für Hunde oder Beutegreifer ist ein Gebüsch kein Hindernis.

 

 

Kuhweide direkt gegenüber

Unter der Litze können auch die Kälber durchspazieren.

Diese Litze hält weder Wolf noch Hund auf. Das Klb soll mit dem Stachelnasenring am Trinken gehindert werden. Versucht es bei der Mutter Milch

zu trinken, ist diese für sie schmerzhaft und sie weist ihr Kalb zurück

Unter der Litze kann alles hindurch.

 

Die Weide liegt direkt an der Straße.
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Umweltminister Lies und Albrecht begehen Rechtsbruch – Abschussgenehmigungen für Dani und Roddy verlängert

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Unfassbares ist heute von den Umweltministerien aus Schleswig-Holstein und Niedersachsen vermeldet worden. Während der Niedersächsische Umweltminister Lies (SPD) in einer knappen Pressemitteilung verlautbart, dass der Schießbefehl auf den Familienvater Roddy in Niedersachsen bis Ende April verlängert worden ist, ist lediglich aus der Presse zu erfahren, dass der Schießbefehl auf den Jungwolf Dani in Schleswig-Holstein sogar unbefristet von Albrecht (Grüne) verlängert worden ist. Laut LN sollen hierbei sogar die eigentlich verbotenen Nachtsichtgeräte zum Einsatz kommen und immer mehr Jäger würden sich wie im Blutrausch der Jagd zu Verfügung stellen.

Dieses Schießkommando steht mittlerweile in überhaupt keiner Relation mehr zum eigentlichen Grund beider Abschussverfügungen. Die Schäden, die beide Wölfe verursacht haben sind geradezu lächerlich gering, im Vergleich zu den Kosten für die Lynchjustiz.  Zumal die EU eine 100-%-ige Entschädigung zugesagt hat. Insider sagen, dass die Kosten für die Schießkommandos inzwischen hohe fünfstellige bis niedrige sechsstellige Summen in beiden Fällen betragen würden.

Es entsteht immer mehr der Eindruck, als wollten beide Minister – jenseits von Recht und jeglicher Verhältnismäßigkeit – ihre rein lobbypolitisch motivierten Entscheidungen mit aller Macht durchpauken. Dass sie dabei EU- und deutsches Tierschutz- und Naturschutzgesetzen brechen, scheint beide nicht zu interessieren.

Aber dies ist ja leider auch nichts Neues. Die EU-Kommission wirft Deutschland nämlich vor, in tausenden Naturschutzgebieten gegen Vorgaben der Europäischen Union zu verstoßen.

Die „Neue Osnabrücker Zeitung“ berichtet, es seien rund 5,5 Millionen Hektar Fläche in den Fokus der EU-Kommission gerückt. Dort soll Deutschland die sogenannte FFH – Flora-Fauna-Habitat – Richtline der EU nicht erfüllen. Die Kommission kritisiert demnach, dass Deutschland nicht die notwendige Zahl an Naturschutzgebieten gesichert hat. Es fehlten noch fast 790 Gebiete, vorrangig in Niedersachsen.

Wir fordern in aller Entschiedenheit beide Schießbefehle sofort aufzuheben und endlich die Hausaufgaben zu machen, die die EU-Verträge vorsehen. Nämlich endlich mit Herdenschutzmaßnahmen zu beginnen und schnell und unbürokratisch zu fördern und zu entschädigen. Sollten Wölfe aufgrund von diesen Schießbefehlen getötet werden, werden wir Anzeige gegen Ersteller und Schützen stellen. 

http://www.umwelt.niedersachsen.de/aktuelles/pressemitteilungen/genehmigung-zur-toetung-des-wolfsrueden-gw717m-wird-nochmals-erneuert-175526.html

http://www.ln-online.de/Nachrichten/Norddeutschland/Frist-verlaengert-Jagd-nach-Problemwolf-in-Schleswig-Holstein-wird-verstaerkt?fbclid=IwAR2PzUYITxU6Aus2Z0dYNkwVEqvUNFCcb472kWoL-tUm1I1hogmcWGu5jco

https://www.deutschlandfunk.de/eu-kommission-deutschland-verstoesst-gegen-naturschutz.1939.de.html?drn%3Anews_id=991514&fbclid=IwAR1X7d-n4QgdhdfdkE-lakbX2NpU94Et1dRuqxwqfwsoE8ns8QxLHswEVmc

 

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Schießbefehle auf Wolf Dani und Wolf Roddy verlängert – gleichzeitig wächst der Widerstand in Schleswig-Holstein und in Niedersachsen

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Umweltminister Lies und Umweltminister Albrecht teilten fast zeitgleich mit, dass die Schießbefehle auf die beiden Wölfe verlängert worden sind. Weitere vier Wochen sollen dazu dienen, den Wölfen den Garaus zu machen. Während es in Niedersachsen höchstwahrscheinlich ein Polizeischütze ist, sollen in Schleswig-Holstein Jäger zum Killerkommando  zählen.

Ein Bericht zur Situation in Schleswig-Holstein erschien heute in den Lübecker Nachrichten. Zitat: Die Chance, „ein bestimmtes, scheues und intelligentes Tier zu erlegen“, werde nun mal „durch die Aktivität von unterschiedlichsten Personen an den Sichtungsorten des Wolfs nicht unbedingt gesteigert“.

Unterschiedlichste Personen? Auf LN-Nachfrage spricht ein Mitarbeiter des Ministeriums Klartext: Tierschützer hätten etwa auf Facebook zu Störaktionen aufgerufen, um den Wolf nicht vor die Flinten der Jäger laufen zu lassen. Außerdem fürchteten die Jäger selber, dass sie bei der Jagd erkannt werden könnten, wenn sich andere Personen im Wald aufhielten – und dass sie dann später womöglich Belästigungen durch Tierschützer erdulden müssten.

Wolfsschützerin: „Der Widerstand wächst“

Von organisierten Störaktionen durch Vereine oder Verbände wisse sie zwar nichts, sagt Brigitte Sommer, die Vorsitzende des Vereins „Wolfsschutz-Deutschland. Ihr Verein habe kürzlich nur einmal zufällig parallel zu einer Jagd eine Müllsammel-Aktion in einem Wald der Region durchgeführt. Aber ganz sicher gebe es „viele Leute, die da was von sich aus machen“. Immer mehr Menschen nämlich könnten es einfach nicht mehr nachvollziehen, weshalb der Wolf GW924m sterben solle. „Der Widerstand wächst.“ Verantwortlich für die Risse seien schließlich ja wohl eher die Schafhalter in der Region, die ihre Herden oftmals viel zu schlecht gesichert hätten. Hier geht es weiter http://www.ln-online.de/Nachrichten/Norddeutschland/Verhindern-Tierschuetzer-den-Abschuss-von-Wolf-GW924m-einem-angeblichen-Problemwolf-in-Schleswig-Holstein?fbclid=IwAR27Z5DEh-sVJCgUOGpl51xOjDrB5u_8r2A65Nd-81s8n47nMO-K6Ex5UdA

Im Fall von Familienvater Roddy heisst es heute knapp in einer Pressemitteilung des Umweltministerium Niedersachsen…

Genehmigung zur Tötung des Wolfsrüden GW717m wird erneuert

Pressemitteilung 19/2019
Die bis Ende Februar befristete artenschutzrechtliche Genehmigung zur Entnahme des Wolfsrüden GW717m wird bis zum 31.03.2019 verlängert. Nachdem seit dem unanfechtbaren Beschluss des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg vom 22.02.2019 gerichtlich ausdrücklich bestätigt ist, dass der Rüde entnommen werden darf, wird das Verfahren weiter unter Hochdruck vorangetrieben.
Die Gefahr weiterer Risse von geschützten Nutztieren und der Weitergabe problematischer Jagdtechniken besteht unverändert fort. Die Erwartung ist, dass die Tötung zügig erfolgt.

Übersteigen die Verwaltungskosten um die beiden Abschüsse inzwischen die Kosten, die durch die Risse entstanden sind?

Interessant dazu wären kleine Anfragen der Oppositionsparteien. Auch hier können immer mehr Menschen nicht mehr nachvollziehen, weshalb ein Haupternährer erschossen werden soll, wenn die Risse doch durch die Förderrichtlinie erstattet werden könnten. Immer mehr Menschen sind sich sicher, dass hier ein Exempel statuiert werden soll. Dazu passt auch eine Forderung des Landvolkverbandes Mittelweser: „Wir fordern den Abschuss des gesamten „Rodewalder Rudels“, heißt es in einer Pressemitteilung des Landvolk-Kreisverbandes Mittelweser. Solche Art von Populismus dürften immer weniger Leute wirklich nachvollziehen können, denn die EU hat mitgeteilt, dass 100 % Entschädigung und 100 % Förderung erstattet werden. Hier ist einfach kein Wille vorhanden, sich mit dem Wolf zu arrangieren. Ist das eine Wolfsrudel eliminiert, würde sich das nächste ansiedelnd, dass dann wieder weg müsste, ginge es nach dem Willen dieser Leute.

Spazierengehen auf öffentlichem Gelände in Wald in Flur und dabei noch Müll einsammeln ist ausdrücklich erlaubt

Wir rufen die Menschen ausdrücklich dazu auf, sich weiter im Sinne der Allgemeinheit zu betätigen. Auch als Bürgerreporter können sich Menschen engagieren und Fotos von unzureichenden Zäunen machen und diese Bilder an Zeitungen senden. Genaue Info siehe hier: https://www.change.org/p/wolf-pumpak-muss-weiterleben/u/24213911

 

 

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Schleswig-Holstein: Fake-News frisch vom Bauernverband

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Bauernverband verwendet Foto einer Schweizer Tierschutzorganisation um gegen Wölfe zu hetzen

Eine ziemlich peinliche Aktion gibt es heute auf der Facebookseite des Bauernverbandes Schleswig-Holstein zu bestaunen. Unter dem Titel „“ist das die Lösung? Wildtiere und Nutztiere leiden! Warum zäunen wir den Wolf nicht ein? Wir haben genug Naturschutzgebiete“ wird dort ein Foto verwendet, auf das die Organisation Schweizer Tierschutz STS das Copyright hat. Auf unsere telefonische Nachfrage beim Verein in der Schweiz,  sagte man uns, dass man dem Bauernverband Schleswig-Holstein selbstverständlich nicht erlaubt habe, dieses Foto zu verwenden um gegen Wölfe zu hetzen. Man behalte sich nun weitere Schritte vor.

Besonders pikant: Auf dem Foto ist ein Reh zu sehen, das in einem Maisschutzzaun verendet ist. Vor allem große Anbaugebiete ohne Hecken werden mit solchen Zäunen versehen. Ein solches Bild ist vor allem ein Statement gegen Monokulturen und ein Vorwurf gegen die Ignoranz der Bauern. Wer einen solchen Zaun aufstellt, muss diesen nämlich täglich kontrollieren, damit sich kein Wildtier darin verfängt. Dies ist im Falle des Rehs sehr wahrscheinlich nicht geschehen, denn die tief in den Boden gewühlte Mulde spricht eher dafür, dass das Tier dort mehrere Tage mit dem Tod gekämpft hat und sich niemand dafür interessiert hat. 

Update 27.02.19 – Der Bauernverband entschuldigt sich für die Verwendung des Fotos, nicht aber für die Verbreitung von Fake-News. Gerne hätte er die Entschuldigung veröffentlicht. Das machen wir doch gerne. Vielleicht freut sich der Bauernverband auch über Feedback zur Fake-Geschichte einen Maisschutzzaun in Zusammenhang mit dem Wolf zu bringen? Kontaktdaten im Text.

Sehr geehrte Frau Sommer.

Wir haben einen Fehler gemacht und das Foto gelöscht, im Einvernehmen mit den Schweizern, die übrigens sehr höflich im Umgang waren. Dafür haben wir uns ausdrücklich bedankt. Das möchten wir auch bei Ihnen tun für den Hinweis. Deutlich: Der Fehler lag bei uns. Auch das kann Wolfsschutz gern berichten, wir sind gespannt!


Mit freundlichen Grüßen

 

Sönke Hauschild

BAUERNVERBAND SCHLESWIG-HOLSTEIN E.V.

E-mail: s.hauschild@bvsh.net

Internet: www.bvsh.net

 

Grüner Kamp 19-21    

24768 Rendsburg

 

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Neue Rubrik: Vollpfosten des Monats – Humor ist, wenn man trotzdem lacht

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Unser Vollpfosten des Monats Januar geht in der Rubrik „falsche Freunde“ an den Cartoon-Zeichner Thorsten Hardel, alias „Thoddy“

„Echte Freunde zeigen sich, wenn Du in einen Skandal verwickelt bist,“ wusste schon Elizabeth Taylor. In unserer neuen Rubrik verleihen wir künftig den Preis „Vollpfosten des Monats“ an Menschen und Institutionen, die sich als besonders „wolfsfeindlich“ präsentieren oder präsentiert haben. Ganz nach dem Motto, bei solchen Freunden brauchst Du keine Feinde mehr, wollen wir mit dem Preis und der Urkunde für den Monat Januar augenzwinkernd darauf hinweisen, dass nicht überall Wolfsfreund drin ist, wo Wolfsfreund drauf steht. Mit seiner Zeichnung Anfang Januar zeigte sich der in Schleswig-Holstein lebende Zeichner als Sprachroh derjenigen, die einen politisch gewollten Abschuss absegnen und vor der Agrarlobby einknicken. Unser Cartoon-Wolf „Wolfi“ setzt eine andere Marke und hält zu Dani.  Schon bevor ein Schießbefehl ausgesprochen wurde, nutzte Hardel seine Popularität als Zeichner dafür, naive Wolfsfreunde schon einmal auf die kommende Abschussverfügung einzustimmen. In seiner bei Facebook veröffentlichten Zeichnung stellt er Wolf Dani (GM924m) als Tier dar, das es nicht verdient hat am Leben zu bleiben, weil es das Falsche tut und seinen künftigen Kindern das Falsche beibringen könnte. Dabei ist Dani ein Jungwolf, der noch gar keine Partnerin hat und es steht auch in den Sternen, ob er jemals eine finden würde, geschweige denn Nachwuchs zeugen würde. Außerdem ist es stark zu bezweifeln, dass Dani überhaupt Zäune überwunden hat. Desweiteren ist es nirgends wissenschaftlich bestätigt, dass Wölfe, die springen, ihr Verhalten an Jungtiere weitergeben.

Nach dem Abschuss von Kurt (MT6) vor drei Jahren in Niedersachsen, brachte Hardel auch einen  Cartoon heraus, über dessen Geschmack gestritten wurde: Darauf war ein Wolf am Kreuz gefesselt dargestellt. Rechts davor eine Wolfsmutter mit Kind mit folgender Sprechblase: „Wer ist das? Das ist Kurti. Der ist auch für Dich gestorben.“

Screenshot aus dem öffentlichen Profil auf Facebook.

So sehen Zäune in Schleswig-Holstein aus:

Dieser Zaun ist gerade mal kniehoch. Warum sollte Wolf Dani (GW924) sich die Mühe machen, über wolfsabweisende Netze zu springen, wenn der direkt nebenan Schafe to go auf dem Tablett serviert bekommt? Herr Hardel kommt aus SH, ihm können diese Zäune unmöglich entgangen sein.

Weitere Zaunbilder sind hier zu finden: https://wolfsschutz-deutschland.de/2019/02/03/faktencheck-mit-zaunskandal-zum-schiessbefehl-auf-wolf-dani-in-schleswig-holstein-wir-fordern-den-ruecktritt-von-umweltminister-albrecht-gruene/