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Schleswig-Holstein: Wolf Dani (GW 924m) wahrscheinlich abgewandert, andere Wölfe im Revier – aber weiter schießwütige Jäger auf der Lauer im LK Pinneberg

Die Lage in Schleswig-Holstein um den vom Abschuss gefährdeten Wolf Dani wird immer verrückter. Knapp 200 Hobbyjäger verlangen nun von Umweltminister Albrecht, dass sie nach einem Abschuss anonym bleiben. Selbst dem Ministerium soll dabei nicht bekannt werden, welcher Hobbyjäger Dani oder einem anderen Wolf den Garaus gemacht haben könnte. Grund: Es gibt zahlreiche Nachweise, dass sich mindestens ein weiterer Wolf im Gebiet, für das der Abschuss genehmigt wurde, aufhält. Also scheinen selbst die Jäger davon auszugehen, dass sie nicht den richtigen Wolf erlegen werden können, denn laut offizieller Rissliste, gab es am 21. Oktober einen Riss in Ostholstein, der Dani nachgewiesen worden ist. Ostholstein ist 75 Kilometer von Danis normalem Revier im Landkreis Pinneberg entfernt. Es könnte also sein, dass Dani abgewandert ist. Ebenso gibt es genug Indizien dafür, dass sich weitere Wölfe in Danis Gebiet aufhalten. Dabei verspricht Umweltminister Albrecht immer wieder in Medieninterviews, dass der Schießbefehl sofort erlöschen würde, wenn ein weiterer Wolf dort in Erscheinung treten sollte.

Das Umweltministerium in Schleswig-Holstein ignoriert Indizien dafür, das sich weitere Wölfe in Danis Gebiet aufhalten.
Screenshot aus der Rissliste SH. Schwochel ist in Ostholstein und 75 Kilometer von Danis normalem Revier entfernt.

Die Kosten für die sinnlose Jagd in SH dürften mittlerweile dem Betrag, den Umweltminister Lies in Niedersachsen ver(sch)wendet hat, gleichkommen. Weit über 100.000 Euro für sinnlose Wolfsjagden, statt für Weidezäune?

Unser Vereinsmitglied Ursula Ripke hat gestern einen Stellvertreter des Mitarbeiters im UM S-H erreicht, der für Schutzgebiete und Artenschutz zuständig ist. Seine Auskunft lautete, dass sich an der rechtlichen Situation NICHTS geändert habe. Das Streifgebiet sei unerheblich, es zähle nur das Entnahmegebiet, und für letzteres bliebe die Abschussverfügung bestehen. – Auf die Frage, warum die Abschussverfügung aufrechterhalten bleibt, obwohl wir in deren eigenen Listen keinen Hinweis darauf finden können, dass Dani in letzter Zeit „wolfssichere“ Zäune überwunden hat, behauptete der Mitarbeiter, dass Dani im September genau das gemacht habe. Dabei haben Zaunkontrollen von uns ergeben, dass dies nicht stimmt.

Umweltminister Albrecht will weiter töten

In der Rissliste ist für September in drei Fällen GW924m als Verursacher identifiziert worden: 8.9. (keine Angaben zu Zäunen), 10.9. (kein Zaun), 16.9. (Zaun, aber kein Zusatz „wolfssicher“). Wir werden noch eine schriftliche Anfrage an das Umweltministerium stellen, wie genau sie zu der Aussage kommen, dass Dani im September NACHWEISLICH wolfssichere Zäune überwunden habe. Allerdings spielt es wohl für das UM eigentlich überhaupt keine Rolle mehr, ob sich Dani jemals wieder irgendetwas ‚zuschulden kommen‘ lässt. Der Mitarbeiter  aus dem UM hatte gegenüber Ursula Ripke deutlich gemacht, dass Dani schon dadurch sein Leben verwirkt habe, dass er in zwei Fällen wolfssichere Zäune überwunden habe. Dieses erlernte Verhalten könne er ja jederzeit wieder anwenden – und an mögliche Nachkommen weitergeben. Die einzige Chance, eine Aufhebung der Abschussverfügung zu erwirken, wäre also der Nachweis eines weiteren Wolfes in Danis Gebiet.

Zu erlerntem Verhalten an Zäunen gibt es keine einzige wissenschaftliche Studie, oder wissenschaftliche Nachweise, darüber, dass die Behauptung, dass Wölfe, die Zäune „überwinden“, dieses Verhalten an ihre Nachkommen weitergeben. Geradezu hirnrissig ist es auch, dass in den Sternen steht, ob Wolf Dani überhaupt jemals Nachkommen haben wird, an die er das Erlernte weitergeben könnte. Wir bezweifeln auch, dass Dani jemals wolfsabweisende Netze überwunden hat. Denn durch unsere Zaunkontrollen haben wir mehrfach bewiesen, wie dreist Weidetierhalter hier tricksen, nur damit sie einen Schießbefehl erreichen. Wir wiesen nach, dass große Lücken zwischen den Haltestäben und zum Boden hin bestehen. Hier hat es kein Wolf nötig, darüber zu springen. Und Nachweise, dass in dem Gebiet mindestens ein weiterer Wolf unterwegs ist, ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bereits erbracht worden. In der Rissliste sind viele Risse nämlich Wolf Dani überhaupt nicht zuordbar. Stattdessen ist hier die Kennung HW 01 angegeben worden. Im Klartext: Es ist ein Wolf, aber es ist nicht zu ermitteln, welcher.

Unsere Botschaft an die Hobbyjäger:

Nein, liebe Hobbytöter, Ihr seid nicht anonym, denn jenseits von Funklöchern und vertraulichen E-Mail-Kontakten zum Unweltministerium, gibt es dort sehr viele „analoge“ Möglichkeiten. Wir sind nämlich persönlich dort und wir sehen Euch. Wir sind keine Autonomen, sondern ganz normale Bürgerinnen und Bürger. Deshalb sind wir auch nicht zu erkennen. Wir von Wolfsschutz Deutschland e. V. werden alle legalen Möglichkeiten in Anspruch nehmen. Im Klartext: Wir werden Anzeige erstatten. Die Häscher können sich nicht hinter einer vermeintlichen Anonymität verstecken. Wir haben auch die Jäger persönlich erkannt, die sich neulich beim Griechen in Westerhorn unter Polizeischutz eingebucht hatten. Dabei braucht man vor uns gar keinen Polizeischutz, weil wir stets legale Methoden anweden.
Dass wir keine falschen Versprechungen machen, sieht man hier anhand tagesaktueller Fotos aus der Region Westerhorn. Wir sind aber auch nachts unterwegs. Wir wissen auch, wo Wildkameras platziert sind. Auch ein Foto von den Schafen der Schäferei K. ist beigefügt. Die Tiere sind auf der Weide jetzt ganz weit hinten und ganz dicht dran ist dort plötzlich ein Hochsitz. Auch das bleibt uns nicht verborgen. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

Medienberichte:

https://www.ln-online.de/Nachrichten/Norddeutschland/Problemwolf-GW924m-hat-in-Ostholstein-zwei-Schafe-gerissen?fbclid=IwAR3jEVnxsCqGRqGKmns94bIpHObmYZGwVXGiar0yb5ZpXN7iYfWK0z7rBHc

Zitat: Generell sind Wölfe, sofern sie nicht als Problemwölfe deklariert sind, geschützt. Ihr Erlegen ist verboten. Und selbst diejenigen, die wie das Exemplar GW 924m zum Abschuss freigegeben wurden, tragen kein Etikett mit sich herum. Börner warnt vor möglichen Strafanzeigen. Er wünscht sich Anonymität für die Wolfsjäger. Er würde außerdem dazu raten, alle potenziellen Erleger mitmachen zu lassen. Börner meint, dann würde die Wahrscheinlichkeit, GW 924m zu treffen, erheblich steigen, schreibt die Süddeutsche Zeitung heute: https://www.sueddeutsche.de/…/wolf-niedersachsen-abschuss-1…

Hier ein Bericht von SAT 1 – Jäger „ärgern“ sich über strenge Auflagen. https://www.sat1regional.de/wolfs-abschuss-in-sh-jaeger-a…/…

Hintergrundinformation: Unser offener Brief an Umweltminiter Albrecht, in dem wir alle Fakten noch einmal aufgelistet haben. https://wolfsschutz-deutschland.de/…/offener-brief-an-umwe…/

 

Hier der Link zur Rissliste:

https://www.schleswig-holstein.de/DE/Fachinhalte/A/artenschutz/Wolf_Tabelle.html

Einige unserer Kontrollen, die aufzeigen, wie desolat die Zaunsituation vor Ort im LK Pinneberg ist:

https://wolfsschutz-deutschland.de/2019/10/12/faktencheck-bild-artikel-vom-10-10-19-dreiste-wolfsanfuetterung-mit-lebenden-schafen-in-schleswig-holstein/

https://wolfsschutz-deutschland.de/2019/09/28/faktencheck-schleswig-holstein-fakenews-in-der-shz-zaeune-zum-wasser-offen-wollen-jaeger-jetzt-sogar-trophaeenjagd-auf-dani/

Hier ältere Kontrollen:
https://wolfsschutz-deutschland.de/2019/08/26/faktencheckzaunkontrolle-von-problembauern-problemministern-problemmedien-und-kniefaellen-vor-der-agrarlobby-in-schleswig-holstein/

https://wolfsschutz-deutschland.de/2019/08/12/in-schleswig-holstein-gilt-weiter-wolfsabschuss-statt-herdenschutz/

https://wolfsschutz-deutschland.de/2019/06/21/faktencheck-schleswig-holstein-bild-jungbauer-und-schaefer-verschweigen-dass-zaun-zum-wasser-offen-war/

 

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12 Gedanken zu „Schleswig-Holstein: Wolf Dani (GW 924m) wahrscheinlich abgewandert, andere Wölfe im Revier – aber weiter schießwütige Jäger auf der Lauer im LK Pinneberg

  1. Also wollen die die den Mördern Anonymität durch Aufruf zu einer EU gesetzwidrigen Straftat gegeben haben am Ende weder eine jur. noch eine moralische Schuld dafür tragen wenn ein anonymisierter den Wolf nicht wohlgesonnener Jäger (Element einer Minderheit) über die Streng schlägt.
    Denn ein „seriöser“ Jäger achten den Wolf und auch den Luchs, würde sich bestimmt dazu und als Handlanger einer Straftat schon gar nicht hergeben.
    t

  2. Wie borniert( pardon-das mußte mal gesagt werden!) kann die Behörde bloß sein! Anstatt Gelder unnütz zu verplempern , sollten sie lieber UNTER AUFSICHT UND MIT UNREGELMÄßIGEN KONTROLLEN dafür sorgen, daß ENDLICH EFFEKTIVE SCHUTZZÄUNE aufgestellt werden. Bekanntgermaßen helfen auch HERDENSCHUTZHUNDE! Warum ist man hier so UNFLEXIBEL? Wölfe gehören wie andere Tiere zur Natur!

  3. Das war doch so vorraussehbar,das es Dani nicht war.Ich freue mich dennoch,das es andere Wölfe in diesem Revier gibt.
    Und wehe,diese werden nicht in Ruhe gelassen!!
    Liebes WSD Team,super geschrieben.Man kann auch froh sein,das diese Hobbymörder nicht die hellsten Sterne am Firmament sind;-)
    Diese hätten Dani auch nie von einem anderen Wolf unterscheiden können,hauptsache ein Wolf,egal welcher.
    Der Weideschutz ist wirklich eine Farce…(wie man auf obigen Bild sieht)
    Erwischt diese Lustmörder am besten inflangranti.
    Der Wolf wird bleiben,und jeder wird sich damit arrangieren müssen,da er scheu ist,und niemandem etwas tut!

  4. … ein Wolf läuft bis zu 100 km am Tag! Die Tatsache, dass ein Riss 75km außerhalb des üblichen Reviers stattfand, beweist folglich leider gar nichts.

    Trotzdem sollte Dani nicht getötet werden!

    1. Ds ist so nicht ganz richtig, denn Dani ist kein Wanderwolf, sondern er hat sich in einem bestimmten Gebiet niedergelassen. So eine deutliche Entfernung kann schon auf eine Abwanderung hindeuten.

  5. Das artet ja völlig aus! Das ist ja eine regelrechte, Kriminelle Hetzjagd geworden, wegen einem einzigen Wolf. Die dafür sinnlos verschwendeten Gelder hätte man viel sinnvoller verwenden können. Hoffentlich ist Wolf Dani schlau und ist abgewandert und somit seinem Tod entgangen!

    1. Es scheint, als ob es eine persönliche und private Hetzjagd eines Umweltministers geworden ist und niemand stoppt ihn.
      Ich kann nur hoffen, dass der (Hobbytöter), der dort einen Wolf abknallt, gesehen und erkannt wird. Sobald es eine Anzeige gibt, werde ich mit dran hängen. Da der Wolf geschützt ist, ist das was die dort treiben, so mein Eindruck, kriminell und nicht legal. Die Voraussetzungen für eine Tötung sind niemals erfüllt. Das kann man überall nachlesen. Man will diesen Dani und jeden anderen Wolf dort, mutwillig und um jeden Preis, vielleicht sogar aus Freude daran, einmal einen Wolf erlegt zu haben und weil dort manche fanatisch sind, umbringen.
      Egal ob er einen Riss verursacht oder nicht.
      Das ist und bleibt mein Eindruck dazu.
      Das gleiche passiert in Niedersachsen.

      1. Genauso,liebe Helga,sehe ich das auch.
        Ich will nicht wissen,mit was sich diese“Mörder“an ihren sog.Stammtischen brüsten.;-(
        Tiere sind denen egal..es sind für die keine Lebewesen,nur Objekte.

  6. Wenn die Tierhalter ihrer Verpflichtung nachkommen würden, ihre Tiere gut zu schützen, o gäbe es keine Risse, weder von Wölfen noch von Hunden. Aber offensichtlich sind die meisten Risse provoziert, indem eben die Zäune miserabel sind. Umweltminister, die dies gut heißen, sind ebenso so wild aufs Töten dieser wunderbaren Tiere wie die Jäger. In meinen Augen eine heimtückische verschworene Gesellschaft, die kein Gewissen hat , solche Politiker gehören aus dem Amt vertrieben. und die Jagd sofort verboten.

  7. Das ist staatlich geförderter, von übermotivierten Handlangern ausgeführter Krieg gegen Tiere ! Gibt es denn überhaupt noch Jäger, denen ihr Schutzpatron Hubertus heilig ist, oder die die so oft gerühmte Weidgerechtigkeit achten ? Das ist schon sehr mutig, eure klare Ansage an die „anonymen Vollstrecker“ !!

  8. Auch ich finde es unmöglich, wie mit der Rückkehr dieser Tiere umgegangen wird. Muß
    denn immer gleich jedes „FREMDE TIER“ erlegt werden? Der Mensch MUß ENDLICH mal auch Respekt diesen Lebewesen gegenüber zeigen!

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