Zehn tote Wölfe in Italien: Die gefährlichen Folgen der Rückstufung und Hasspropaganda

Bereits im Januar 2026 warnte Wolfsschutz-Deutschland e.V. in dem Artikel „EU-Wolfsherabstufung: Italien jagt, Spanien widersteht – doch der wahre Konflikt liegt woanders“ vor den Konsequenzen der Herabstufung des Wolfs in der EU. Nur knapp drei Monate später bestätigen sich diese Befürchtungen auf dramatische Weise. Ganz Rudel werden illegal, teils durch Gift, ausgelöscht. 

Im Parco Nazionale d’Abruzzo, Lazio e Molise, einem der wichtigsten Schutzgebiete für den Apennin-Wolf, wurden innerhalb weniger Tage zehn Wölfe vergiftet. Fünf Tiere wurden in der Region Pescasseroli gefunden, fünf weitere am 15. April bei Alfedena (San Francesco) in der „Area Contigua“ des Parks. Bei einem der Funde wurde offenbar ein ganzes kleines Rudel ausgelöscht. Die Kadaver lagen verstreut, daneben fanden sich Reste von Giftködern. Die Staatsanwaltschaft Sulmona ermittelt wegen schwerer Umweltstraftaten und gezielter Wilderei. Der Parkdirektor und WWF sprechen von einem der schwersten Wildtierverbrechen der letzten Jahre.
Beispielfoto Wölfe.
„Bären und Wölfe sind Ausdruck der Kultur dieses Landes, und ich habe angeordnet, die Tötung dieser Tiere oder Brandstiftungsfälle niemals oberflächlich zu behandeln“, bestätigte der Oberstaatsanwalt Luciano D’Angelo dem Blatt Corriere della Sera. Und weiter: „Die ersten Untersuchungen sagen uns, dass es sich um Gift handelt, später werden wir genau wissen, welches. Wir gehen vor, als ob – entschuldigen Sie den respektlosen Vergleich – Menschen getötet worden wären. Meiner Ansicht nach ist das nicht das Werk eines Jägers oder eines Verrückten. Der Vorfall ist schwerwiegend und als solcher werden wir ihn behandeln, beginnend mit dem Straftatbestand, mit dem wir das Verfahren eröffnet haben, nämlich der ungerechtfertigten Tötung von Tieren.“ Auch der Direktor des Parks, Luciano Sammarone, zeigte größte Besorgnis: „Es geht nicht nur um den Verlust einiger Individuen“, wurde er im Corriere della Sera zitiert. Weiter: „Mit hoher Wahrscheinlichkeit wurde in Alfedena ein ganzes Rudel ausgelöscht, und das bedeutet, dass die biologischen und ökosystemischen Folgen erheblich sein werden. Das Gift dann… ist der feigste Akt überhaupt. Unterschiedslos. Man weiß nicht, was man tötet. Man kann Wölfe treffen, aber auch Füchse, Hunde und andere Haus- oder Wildtiere. Es ist pure Gewalt.“

Aktuelle Situation in Italien

In Italien leben derzeit etwa 3.000 bis 3.500 Wölfe (ISPRA-Schätzung 2026). Seit Januar 2026 gilt der Wolf nicht mehr als streng geschützt. Auf Druck von Landwirtschafts- und Jägerverbänden wurde eine jährliche Quote von bis zu 160 legalen Abschüssen eingeführt. Bisher wurden davon nur sehr wenige tatsächlich umgesetzt. Gleichzeitig hat sich die Zahl illegaler Tötungen deutlich erhöht. Allein in Piemont wurden seit Jahresbeginn bereits 18 tote Wölfe geborgen, viele davon vermutlich durch Gift oder Wilderei. Nutztierrisse durch Wölfe machen EU-weit nur etwa 0,6–1 % aller Nutztierverluste aus. Dennoch werden einzelne Fälle medial stark aufgebauscht.

Die Rolle von Politik und Medien

Politik und große Teile der Medien tragen erheblich zur Verschärfung des Klimas bei. Durch einseitige, emotional aufgeladene Berichterstattung, die einzelne Risse reißerisch herausstellt, während erfolgreicher Herdenschutz oder die ökologische Bedeutung des Wolfs kaum erwähnt werden, wird regelmäßig Hass und Wut auf den Wolf geschürt. Der Wolf dient als willkommener Sündenbock, um von strukturellen Problemen der Landwirtschaft abzulenken.
Beispielfoto Wölfe.

WWF Italy: Große Möglichkeiten – zu wenig konkrete Unterstützung

Der WWF Italy verurteilt die Vorfälle zu Recht öffentlich. Mit seinen erheblichen finanziellen und politischen Ressourcen könnte die Organisation jedoch deutlich mehr leisten – etwa durch konkrete Unterstützung der Carabinieri Forestali bei Ermittlungen (Finanzierung von Laboranalysen, Spürhunden oder Hinweis-Systemen). Bisher bleiben es meist bei Pressemitteilungen.
Wolfsschutz-Deutschland e.V. lehnt Abschüsse jeglicher Art strikt ab. Konflikte müssen ausschließlich durch konsequenten Herdenschutz, Prävention und sachliche Aufklärung gelöst werden – nicht durch Tötungen.
Fazit: Die zehn vergifteten Wölfe in den Abruzzen sind ein dramatisches Warnsignal. Sie zeigen, dass die politische Herabstufung und die mediale Hetze nicht zu weniger Konflikten führen, sondern zu einer gefährlichen Normalisierung der Verfolgung.

Wolfsschutz-Deutschland e.V. fordert unverändert:

  • Strengen und dauerhaften Schutz des Wolfs ohne jegliche Abschuss-Ausnahmen
  • Wirksamen, flächendeckenden Herdenschutz statt Symbolpolitik
  • Ausgewogene und faktenbasierte Berichterstattung statt Hetze
  • Echte europäische Solidarität im Wolfsschutz.

 

Quellen:

Unser Artikel vom Januar:

https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/01/27/eu-wolfsherabstufung-italien-jagt-spanien-widersteht-doch-der-wahre-konflikt-liegt-woanders/

WWF Italia (offizielle Stellungnahme, ca. 16.–18. April 2026): „Eines der schwersten Naturverbrechen der letzten 10 Jahre“.
https://www.wwf.it/pandanews/animali/10-lupi-uccisi-nel-parco-nazionale-dabruzzo-lazio-e-molise/

Corriere della Sera (17. April 2026): „La strage dei lupi“ – detaillierter Artikel mit Aussagen der Staatsanwaltschaft.
https://www.corriere.it/cronache/26_aprile_17/la-strage-dei-lupi-10-esemplari-avvelenati-in-pochi-giorni-aperto-un-fascicolo-a0adf5bd-d131-499e-8f66-77e4d0906xlk.shtml

Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

Doch wir Helfer brauchen auch Hilfe. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende. Auch mit einem Dauerauftrag von 5 Euro im Monat können wir viel Gutes tun und weiter für unsere Wölfe kämpfen. https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

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Raben und Wölfe: Die cleversten Strategen des Waldes – Neue Studie enthüllt erstaunliche Intelligenz

Sie zählen zu den intelligentesten Tiere der Welt: Raben. Und sie haben eine ganz besondere Beziehung zu einem anderen hochintelligenten Jäger – dem Wolf. Eine im März 2026 im Fachmagazin Science veröffentlichte Studie zeigt nun, wie raffiniert diese Partnerschaft wirklich ist.

Nicht nur Mitläufer – sondern clevere Planer

Bisher ging man davon aus, dass Raben einfach den Wölfen folgen, um an die Reste ihrer Beute zu gelangen. Die neue Studie aus dem Yellowstone Nationalpark beweist jedoch: Die Raben sind viel schlauer. Forscher um Matthias-Claudio Loretto (Vetmeduni Wien und Max-Planck-Institut) haben über zweieinhalb Jahre hinweg 69 Raben mit GPS-Sendern ausgestattet und ihre Bewegungen mit denen von 20 Wölfen und 11 Pumas verglichen. Das Ergebnis ist beeindruckend: Die Raben merken sich die Orte, an denen Wölfe besonders erfolgreich jagen – sogenannte „Kill-Hotspots“. Anstatt den Wölfen ständig hinterherzufliegen, kehren sie gezielt zu diesen erfolgreichen Stellen zurück. Teilweise aus Entfernungen von bis zu 155 Kilometern! Wie ein guter Gastronom, der seine Lieblingsrestaurants im Gedächtnis hat und sie regelmäßig anfliegt.

Ein hochentwickeltes räumliches Gedächtnis

Raben nutzen also nicht nur Zufall oder ständige Begleitung, sondern ein ausgezeichnetes räumliches Gedächtnis. Sie lernen aus Erfahrung, wo es sich lohnt zu suchen – und planen ihre Flüge entsprechend. Das zeigt eine kognitive Leistung, die man bisher eher bei Säugetieren wie Elefanten oder Schimpansen vermutet hätte. Trotzdem bleibt die enge Beziehung zwischen Raben und Wölfen bestehen. Raben profitieren enorm von den Rissen der Wölfe. Umgekehrt helfen Raben den Wölfen manchmal, indem sie laut rufen, wenn sie einen Kadaver entdecken, oder sogar spielerisch mit den Welpen interagieren.

Warum diese Studie wichtig ist

Die Forschung unterstreicht einmal mehr, wie komplex und intelligent das Zusammenspiel von Beutegreifern und Aasfressern in intakten Ökosystemen ist. Wölfe als „Ökosystem-Ingenieure“ schaffen nicht nur durch ihre Jagd Lebensraum für viele andere Arten – sie ermöglichen auch hochentwickelte Verhaltensstrategien bei Raben. Für den Wolfsschutz ist diese Studie ein weiteres starkes Argument: Der Wolf ist ein zentraler Bestandteil eines funktionierenden, biodiversen Ökosystems. Wo Wölfe leben, profitieren auch andere hochintelligente Arten wie die Raben.

Faszinierende Intelligenz in unserer Natur

Raben können Werkzeuge benutzen, Gesichter erkennen und komplexe soziale Beziehungen pflegen. Dass sie nun auch noch strategische „Hotspot-Karten“ im Kopf zu haben scheinen, macht sie zu wahren Meistern der Anpassung. Diese neue Studie erinnert uns daran, wie wenig wir noch über die faszinierenden Zusammenhänge in der Natur wissen – und wie wichtig es ist, Beutegreifer wie den Wolf zu schützen, damit solche natürlichen Wunder weiter existieren können.
Der Wolf und der Rabe – ein uraltes Dream-Team.
Originalstudie in Science (12. März 2026):„Ravens anticipate wolf kill sites across broad scales“
von Matthias-Claudio Loretto u. a.
Link: https://www.science.org/doi/10.1126/science.adz9467

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Verordnete Wolfstötungen in Österreich: Warum tun die großen Verbände zu wenig?

Während in Deutschland ab Sommer 2026 in mehreren Bundesländern die Tötung von Wölfen  und sogar eine Jagd auf Wölfe deutlich erleichtert wird, zeigt Österreich bereits jetzt, wohin der Weg führt: In den ersten beiden Monaten 2026 wurden bereits sieben Wölfe „legal“ getötet – fünf in Kärnten, zwei in Tirol. Alles auf Basis von Verordnungen. Gleichzeitig plant Salzburg als erstes Bundesland eine fixe präventive Tötungs-Quote von zwei Wölfen pro Jahr – ohne vorherigen Nutztierriss, einfach „zum Schutz der Almwirtschaft“. Das neue Gutachten des Instituts für Naturschutz und Naturschutzrecht Tübingen vom März 2026 ist eindeutig: Solche Wolfstötungen sind in Österreich derzeit unionsrechtswidrig. Und trotzdem gehen die Tötungen weiter.

 

Das neue Gutachten vom 24. März 2026

Das Rechtsgutachten des Instituts für Naturschutz und Naturschutzrecht Tübingen (im Auftrag von ANCA – Austrian Nature Conservation Agency) kommt zu einem eindeutigen Ergebnis:
Wolfsentnahmen in Österreich sind derzeit unionsrechtlich nicht rechtmäßig.

  • Warum? Der Wolf muss sich in einem günstigen Erhaltungszustand befinden (FFH-Richtlinie, Anhang V). Österreich hat das selbst in seinem offiziellen Artikel-17-Bericht an die EU verneint. Der Bestand ist zu klein, zu fragmentiert und viele Gebiete sind nicht dauerhaft besiedelt.
  • Die bloße Herabstufung des Schutzstatus auf EU-Ebene ändert nichts: Es gibt keine Freigabe zur regulären Bejagung. Abschüsse dürfen nur in außergewöhnlichen Einzelfällen (Art. 16 FFH-RL) erfolgen – nicht als vorsorgliches oder routinemäßiges „Management“.
  • Das Monitoring in Österreich ist nicht belastbar genug, um einen günstigen Zustand nachzuweisen.
  • Zusätzlich läuft seit März 2026 ein EU-Vertragsverletzungsverfahren gegen Österreich (INFR(2022)2056): Die Kommission hat eine „mit Gründen versehene Stellungnahme“ geschickt – die letzte Stufe vor einer möglichen Klage vor dem EuG

Das wirft eine unangenehme Frage auf: Warum tun die großen, finanzstarken und zum Teil staatlich geförderten Naturschutzverbände nicht deutlich mehr?

Beispielbild Wolf © Brigitte Sommer

Verordnungen statt Bescheide – die perfekte Waffe gegen effektiven Wolfsschutz

Die Bundesländer haben ein System gefunden, das den Artenschutz elegant umgeht. Früher erfolgten Tötungen per individuellem Bescheid, der von Umweltorganisationen relativ schnell angefochten werden konnte – oft mit aufschiebender Wirkung. Heute setzen Kärnten, Tirol und nun auch Salzburg gezielt auf generell-abstrakte Verordnungen. Diese erlauben pauschal Tötungen in ganzen Gebieten, ohne konkrete Einzelfallprüfung, ohne DNA-Identifizierung und ohne zwingende Prüfung von Herdenschutzmaßnahmen. Gegen solche Verordnungen gibt es praktisch keinen schnellen Rechtsweg mit Stopp-Wirkung. Der Weg über die Aarhus-Konvention und den Verwaltungsgerichtshof (VwGH) ist lang und kommt meist zu spät.
Das Ergebnis: 25 getötete Wölfe 2025, sieben bereits im Frühjahr 2026 bei einer geschätzten Gesamtpopulation von nur rund 90–100 Tieren. Das ist systematische Ausrottung per Verordnung. Ein neues Gutachten bleibt wirkungslos – weil niemand konsequent klagt. Das Tübinger Gutachten ist glasklar: Die derzeitige Tötungspraxis und erst recht präventive Quoten verstoßen gegen europäisches Recht. Dennoch bleiben die Verordnungen in Kraft. Gegen die sieben Tötungen 2026 hat keine der großen Organisationen konkrete, fristgerechte Rechtsmittel eingelegt, die noch hätten wirken können. Stattdessen: Pressemitteilungen, Stellungnahmen und Appelle.
Als erstes Bundesland in Österreich plant jetzt auch noch eine fixe Abschussquote von zwei Wölfen pro Jahrpräventiv, also ohne vorherige Nutztierrisse. Die neue Wolfsverordnung (angekündigt am 10. April 2026 von LH-Stv. Marlene Svazek, FPÖ) soll „zum Schutz der Alm- und Weidewirtschaft“ gelten. Sie ist bereits in Begutachtung und soll ab Mai in Kraft treten.

Aktueller Wolfsbestand in Österreich laut dem Österreichzentrum Bär, Wolf, Luchs (Stand März 2026) und aktuellen Monitoring-Daten:

Ca. 92–102 nachgewiesene Wölfe.

Nur 8–9 Rudel (davon ca. 4 mit bestätigter Reproduktion).

Die Tiere stammen aus der alpinen, dinarisch-balkanischen und zentraleuropäischen Population.

Viele Nachweise sind Einzeltiere auf Wanderschaft; dauerhafte Rudel gibt es vor allem in Niederösterreich, Kärnten und vereinzelt in anderen Ländern.

Der Bestand wächst nicht mehr wie früher – auch wegen der hohen Abschusszahlen. 2025 wurden 25 Wölfe „legal“ oder illegal getötet (ca. ein Viertel der gesamten bekannten Population).

Österreich liegt damit weit unter den Mindestzahlen für einen günstigen Erhaltungszustand (z. B. 100 Rudel in den Alpen oder stabile Rudel im Waldviertel).

 

Beispielfoto Wolf. © Brigitte Sommer

Die großen Verbände: Starke Worte, wenig Konsequenz

Die wichtigsten Akteure in Österreich sind WWF Österreich, Naturschutzbund Österreich, ÖKOBÜRO – Allianz der Umweltbewegung sowie Tierschutz Austria und Protect. Diese Organisationen verfügen über erhebliche finanzielle Mittel, professionelle Strukturen, juristisches Know-how und erhalten zum Teil erhebliche öffentliche Förderungen und Projektgelder vom Bund und den Ländern. Sie alle haben den Tirol-Fall bis zum EuGH begleitet und kritisieren die Salzburger Präventiv-Verordnung zu Recht als „Dammbruch“. Doch bei einer so dramatischen Situation – ein Viertel der Population jährlich getötet, klare Rechtswidrigkeit per Gutachten und nun sogar präventive Tötungsquoten ohne jeden Rissnachweis – reicht das bei weitem nicht aus. Warum werden nicht jede einzelne Verordnung sofort mit einer Aarhus-gestützten Anfechtung beim VwGH überzogen? Warum keine systematischen Musterklagen, weitere unabhängige Gutachten und massive Lobbyarbeit bei Landesregierungen und im Nationalrat? Warum keine großen, öffentlichkeitswirksamen Kampagnen, Demonstrationen und gezielte Mobilisierung von Mitgliedern und Spendern? Es drängt sich der Verdacht auf, dass bei manchen dieser Verbände die professionelle Pressemitteilung und reine Öffentlichkeitsarbeit wichtiger geworden sind als der harte, langwierige und teure Kampf vor Gericht und in den politischen Hinterzimmern. Wer teilweise vom Staat finanziert wird, scheint bei Konflikten mit ebenjenen Landesregierungen auffallend zurückhaltend zu agieren. Schöne Worte und gut gemachte Stellungnahmen? Ist das am Ende nur Show für die Spender und die eigene Reputation?
Kleinere, unabhängige Vereine und Orgas können nicht die gleichen Ressourcen aufbringen. Gerade deshalb erwarten wir von den großen Playern deutlich mehr Einsatz. Die juristischen Möglichkeiten in Österreich sind bewusst begrenzt und werden von der Politik gezielt ausgenutzt. Die großen Naturschutz- und Tierschutzverbände dürfen sich damit jedoch nicht abfinden. Sie haben die Macht, das Geld und den Einfluss, das System massiv zu fordern – durch konsequente Klagen sowie echte Lobbyarbeit und öffentliche Mobilisierung. Solange in Österreich Wölfe per Verordnung und präventiver Quote getötet werden, während unabhängige Gutachten klare Rechtswidrigkeit attestieren, bleibt der Natur- und Tierschutz ein Papiertiger.
Wolfsschutz-Deutschland e.V. fordert die großen Verbände auf: Schluss mit halbherzigen Appellen und symbolischer Kritik. Mehr Klagen, mehr Konsequenz, mehr echter Einsatz – für den Wolf auf beiden Seiten der Grenze. Wolfsfreunde sollten zuem mehr kleine und unabhängige Vereine unterstützen, z. B. in Österreich den VGT oder Tierschutz Austria und in Deutschland uns von Wolfsschutz-Deutschland e. V. 
Quellen:

Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

Doch wir Helfer brauchen auch Hilfe. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende. Auch mit einem Dauerauftrag von 5 Euro im Monat können wir viel Gutes tun und weiter für unsere Wölfe kämpfen. https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

Wolf Alster ist frei – aber auf Bewährung

Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. freuen uns über die Auswilderung des jungen Wolfs „Alster“ aus Hamburg. Nach wochenlanger Ungewissheit durfte das verängstigte Jungtier plötzlich nun doch endlich wieder in die Freiheit. Statt Einschläferung oder lebenslanger Gefangenschaft hat die Umweltbehörde den einzig richtigen Schritt gewählt: Freilassung. ABER – und dieses Aber ist entscheidend – handelt es sich um eine Schein-Freilassung.

Alster trägt jetzt ein GPS-Sendehalsband. Er ist „frei“, aber permanent überwacht. Sein genauer Freilassungsort bleibt geheim. Der vollständige Polizeibericht zum Vorfall in der Einkaufspassage Altona wurde bis heute nicht veröffentlicht. Und die gesammelten Bewegungs- und Verhaltensdaten fließen direkt in Strukturen, die aus Wolfsschutz-Sicht alles andere als neutral sind.
Beispielfoto Jährling. © Brigitte Sommer

Notwehr-Situation statt „gefährlicher Wolf“

Erinnern wir uns: Ein knapp einjähriges, stark verängstigtes Jungtier irrt in eine belebte Passage, läuft panisch gegen gläserne Türen und will nur raus. Eine Frau nähert sich ihm – vermutlich in der gut gemeinten Absicht zu helfen. Dabei kommt es zu einer leichten Verletzung (Riss im Mundwinkelbereich). Zeugenaussagen sprechen von einem Prankenschlag oder panischen Schnappen in höchster Stresslage. Selbst wenn es ein Biss gewesen sein sollte, und das stellten wir von Wolfsschutz-Deutschlande e. V. von vorne herein fest: Es war klassische Notwehr eines Wildtiers, das sich in die Enge getrieben fühlte. Statt dies als einmaligen Ausnahmevorfall einzuordnen, wurde der Wolf wochenlang medial und politisch hochgekocht. Die Frau selbst wurde von beiden Lagern angegriffen – von Wolfsgegnern instrumentalisiert, von manchen „Wolfsfreunden“ moralisch verurteilt. Solche öffentlichen Hinrichtungen haben nur einen Zweck: Hilfsbereite Bürger abzuschrecken. Wer will künftig noch ein verletztes oder verirrtes Wildtier retten, wenn er danach in Presse und Internet zerrissen wird?

Angst-Rhetorik und die falschen Prioritäten

Hamburgs Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne) warnte öffentlich: „Er hat das einmal getan, tut er das wieder?“ und sprach von Schulhöfen und Kitas. „Wölfe sind Raubtiere“, sagte sie. Am selben Tag (30. März 2026) wurde in Hamburg-Groß Flottbek ein 13-jähriger Junge vor der Stadtteilschule Flottbek bei einer Auseinandersetzung unter Jugendlichen lebensgefährlich mit einem Messer verletzt. Einer der beiden 15-jährigen Tatverdächtigen ist syrischer Staatsangehörigkeit; beide waren der Polizei bereits wegen früherer Gewaltdelikte bekannt. Die politische und mediale Aufregung darüber blieb so gut wie aus.Viele Wolfsfreunde behaupten immer wieder, wolfsfeindliche oder restriktive Politik käme ausschließlich „von rechts“. Dieser Fall zeigt einmal mehr, dass Politiker aller Parteien mitmachen. Eine grüne Senatorin nutzt Angst-Rhetorik vor dem Wolf, während reale Gewalt an Schulen ruhiger behandelt wird. Wir sind überzeugt: Die Messerthematik könnte aus Angst vor der AfD bewusst zurückhaltend benannt werden. Paradoxerweise könnte genau diese Tabuisierung die AfD eher stärken statt schwächen.

Die wahren Gefahren, von denen abgelenkt werden könnte

Während über einen einzelnen, leichten Wolfs-Vorfall wochenlang debattiert wird, laufen parallel Entwicklungen, die viele Bürger als schleichende Einschränkungen von Freiheit, Frieden  und Transparenz empfinden:
  • Die Einführung der Europäischen Digitalen Identität (EUDI-Wallet) soll bis Ende 2026 flächendeckend kommen.
  • Der digitale Euro (CBDC) befindet sich in der finalen Vorbereitungsphase – eine Entscheidung könnte noch 2026 fallen, die Einführung ab 2028/2029 möglich sein.
  • Seit Januar 2026 müssen Männer zwischen 17 und 45 Jahren Auslandsaufenthalte länger als drei Monate vorab beim Karrierecenter der Bundeswehr genehmigen lassen.
  • Kriegstreiberei und die Kriege im nahen Osten.

Gleichzeitig fließen deutsche Steuergelder (über den EU-Haushalt und niedersächsische Landesmittel) in das EU-Projekt LIFE WILD WOLF, an dem der NLWKN beteiligt ist. Dieser ist zugleich für Wolfsschutz und Abschussgenehmigungen zuständig. Im Projekt sitzt auch die FACE (europäischer Jagd-Dachverband). In Niedersachsen betreibt die Landesjägerschaft das offizielle Monitoring – Jäger liefern die Daten, die nun auch künftig von den Jägern für Verhaltensbewertungen und Abschüsse genutzt werden können. Seit dem 2. April 2026 gilt dort ein erleichtertes Schnellabschuss-Verfahren mit Quoten. Wir berichteten hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/04/04/niedersachsen-eroeffnet-die-jagd-auf-woelfe-wolfsschutz-deutschland-e-v-warnt-vor-massivem-interessenkonflikt-der-jaeger/

Ein Influenzer hat die Freilassung mit Sender und die Weitergabe von Daten an das LIFE WILD WOLF-Projekt positiv dargestellt. Auf den ersten Blick pro-Wolf, auf den zweiten Blick unterstützt es die Behördenlinie: Besenderung statt echter Freiheit.

 

Unsere Forderung

Freilassung ja – aber ohne Sender und ohne Weitergabe von Daten an Behörden mit Abschusskompetenz. Echter Wolfsschutz braucht:

-unabhängiges Monitoring (weg von der Jägerschaft)

-konsequenten Herdenschutz statt Abschuss-Quoten

-volle Transparenz (Polizeibericht, Freilassungsort, Datenfluss)

-und keine Finanzierung von Management-Projekten mit Steuergeldern, die letztlich die „Regulierung“ von Wölfen erleichtern

Gleichzeitig fordern wir eine ehrliche und faktenbasierte Debatte  – für Menschen und für Wölfe – ohne Tabus und ohne Scheuklappen. Alster ist frei. Das ist ein kleiner Erfolg. Aber solange er mit einem Halsband markiert ist und seine Daten in ein System fließen, das ihn bei der nächsten „Auffälligkeit“ zum Abschusskandidaten machen kann, bleibt die Freiheit eine Farce. 

 

Die Wolfsfreunde, die mit Petitionen, Veranstaltungen, Artikeln, Reels  und FB-Aufrufen mit dafür gesorgt haben, dass Alster frei kommt, können sich freuen, denn ohne öffentlichen Druck wäre dies sicherlich nicht passiert, aber Wachsamkeit und Wahrnehmung müssen erste Priorität bleiben.

Quellen u.a.: Nach möglichem Angriff in Hamburg: Wolf wieder in freier Wildbahn | ndr.de

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Niedersachsen eröffnet die Jagd auf Wölfe: Wolfsschutz-Deutschland e. V. warnt vor massivem Interessenkonflikt der Jäger

Niedersachsen hat sein Wolfsmanagement weiter verschärft. Mit einer neuen Handlungsempfehlung vom 2. April 2026 erhalten die Unteren Jagdbehörden (Landkreise) deutlich einfachere Möglichkeiten für Schnellabschüsse. Das Verfahren wurde „jagdrechtlich modifiziert“ und bürokratisch erleichtert. Damit ist die Jagd auf Wölfe in Niedersachsen praktisch eröffnet. Zusätzlich legt die Handlungsempfehlung jährliche Entnahme-Quoten, was nichts anderes als Wolfstötungen heißt, fest.

Für das Jagdjahr 2026/2027 dürfen in der atlantischen Region maximal 22 adulte, territoriale Wölfe (inklusive Fallwild) entnommen werden, in der kontinentalen Region maximal 5. Sobald diese Obergrenze erreicht ist, muss die Jagd für das Jagdjahr beendet werden. Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. lehnen jeden Abschuss von Wölfen ab – egal ob als „Schnellabschuss“, „Problemwolf“-Regelung oder im Rahmen solcher Quoten. Die aktuelle Entwicklung ist aus unserer Sicht ein weiterer schwerer Rückschritt für den Schutz der Wölfe und öffnet für Türen für deren erneuter Ausrottung. 
Beispielfoto Wölfe. © Brigitte Sommer

Jäger kontrollieren jetzt Monitoring „und“ Abschussentscheidungen

Das Wolfsmonitoring in Niedersachsen wird bereits seit Jahren maßgeblich von der Landesjägerschaft Niedersachsen (LJN) durchgeführt. Der offizielle Wolfsbeauftragte des Landes ist Raoul Reding von der LJN. Dieselbe Organisation, die vom Abschuss profitiert, liefert also die Datengrundlage für Bestandsschätzungen, Rissanalysen und Managemententscheidungen. Mit der neuen Regelung erhalten die Unteren Jagdbehörden (Landkreise) nun noch mehr praktische Entscheidungskompetenz bei Schnellabschüssen. Der Begriff „zumutbarer Herdenschutz“ bleibt schwammig und gibt den Behörden großen Spielraum. Damit haben die Jäger faktisch sowohl die Überwachung, als auch die Abschussentscheidungen weitgehend in der Hand. Raoul Reding wurde in den letzten Tagen mehrfach zum Hamburger Wolf zitiert und warnte vor „unberechenbaren“ Wölfen sowie vor „falsch verstandener Tierliebe“. Solche Aussagen aus der Jägerschaft sind kein Zufall – sie kommen von der gleichen Seite, die gleichzeitig Daten liefert und Abschüsse durchführt.

Auch der Hamburger Wolf „Alster“ ist betroffen

Macht mit bei unserer Protestaktion, schreibt an die Hamburger Umweltbehörde und an Katharina Fegebank. Ihr könnt das Bild auch ausdrucken und verteilen. https://www.change.org/p/bundesministerium-für-umwelt-naturschutz-und-nukleare-sicherheit-bundesministerin-svenja-schulze-der-wolf-gehört-zu-deutschland/u/34452930
Der junge Wolf aus Hamburg befindet sich derzeit in einer Auffangstation in Niedersachsen. Er ist ein Jungtier (knapp ein Jahr alt), bei dem das Welpenfell noch erkennbar ist. Jungwölfe wandern in diesem Alter oft weite Strecken auf der Suche nach einem eigenen Revier. Dass er sich bis nach Hamburg verirrt hat, ist ungewöhnlich, aber nicht unmöglich. Wir berichteten hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/04/02/hamburger-wolf-alster-neue-infos-und-unsere-klare-forderung-nach-freilassung/
Wir schließen Nachstellungen oder andere menschliche Einflüsse nicht aus. Sollte Hamburg den Wolf in Niedersachsen auswildern oder dauerhaft unterbringen, könnte er künftig direkt unter die neue, erleichterte Abschussregelung fallen. Wolfsexperte und Wolfspädagoge Thomas Frost fordert daher eine Auswilderung des Tieres möglichst in Mecklenburg-Vorpommern. Wir schließen uns dieser Forderung an – dort erweist sich die Lage für den Wolf erst einmal sicherer, da kein vergleichbares Schnellabschuss-Verfahren existiert und die Umsetzung des neuen Bundesrechts zögerlicher verläuft. Wichtigste Bedingung: Die Auswilderung muss ohne Sender erfolgen. Ein GPS-Halsband würde das Tier unnötig markieren und könnte es in Konfliktregionen schneller in den Fokus von Behörden und Jägern rücken und die Sender könnten gehackt werden. Nur eine unauffällige Freilassung gibt „Alster“ eine echte Chance, sich natürlich einzuleben und Häschern zu entkommen. 

Unsere Forderungen:

Keine Abschüsse von Wölfen – weder „Schnellabschuss“ noch „Problemwolf“-Regelung noch über festgelegte Quoten.

Das Wolfsmonitoring muss unabhängig von der Jägerschaft erfolgen.

Konsequenter, flächendeckender Herdenschutz statt Tötung von Wölfen.

Wir haben dazu eine Petition auf Change.org, in der wir fordern, dass das Wolfsmonitoring in Niedersachsen der Jägerschaft entzogen wird: http://www.change.org/wolfsmonitoring

Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. warnen seit Jahren vor genau diesen Entwicklungen und wir wurden dafür beleidigt und gecancelt. Nun ist es endgültig an der Zeit, dass sich Wolfsfreunde endlich den Realitäten stellen. Und gerade die, die immer noch persönliche Vorteile vom Melden der Daten an die Jägerschaft ziehen, haben nun gar keine Ausrede mehr. Das Mobbing gegen uns muss aufhören, sonst wird der aktive Wolfsschutz noch weiter geschwächt. Bei denen, die dies noch immer nicht einsehen, muss gefragt werden, ob sie nicht auch selbst Interessenkonflikte haben und nicht die Wolfsfreunde sind, für die sie sich ausgeben.

 

Quelle: https://www.ml.niedersachsen.de/presse/pressemitteilungen/wolf-im-jagdrecht-hinweise-an-die-jagdbehorden-ubermittelt-249999.html

 

 

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Kein Aprilscherz: Neue absolut grausame Hessische Jagdverordnung tritt heute in Kraft

Ab heute, dem 1. April 2026, tritt in Hessen eine neue Jagdverordnung in Kraft. Sie erweitert die Jagd massiv: Waldschnepfe, Höckerschwan, Baummarder, Iltis, Hermelin, Mauswiesel, Rabenkrähe, Nilgans und weitere Arten dürfen nun ganzjährig oder mit deutlich verlängerten Jagdzeiten bejagt werden. Wir von Wolfsschutz-Deutschland e.V. lehnen diese Entwicklung entschieden ab und schließen uns dem Protest von Wildtierschutz-Deutschland e. V. und Pro Fuchs Hessen / Wildtierschutz Deutschland Sektion Hessen, an. 

Beispielfoto verletzter Wolf. © Brigitte Sommer

Wildschweine – wichtige Ökosystemingenieure unter Dauerdruck

Wildschweine waren bereits ganzjährig jagdbar und bleiben es auch weiterhin. Dabei sind sie wichtige Ökosystemingenieure: Sie pflügen den Waldboden um, fördern die natürliche Waldverjüngung, schaffen Lebensraum für viele Kleintiere und Pflanzen und fressen große Mengen an Schädlingen wie Mäusen, Engerlingen und Insektenlarven.Trotz aller Behauptungen gibt es bis heute keinen eindeutigen wissenschaftlichen Nachweis, dass die Afrikanische Schweinepest (ASP) primär durch Wildschweine auf Stalltiere übertragen wurde. Die Jagd löst dieses Problem nicht – sie verursacht stattdessen zusätzliches Leid. Auf einer unserer Wildkameras ist ein Wildschwein mit einem vermutlich abgeschossenen Bein zu sehen – ein trauriges Beispiel für Fehlschüsse und qualvolles Verenden.

Auch Wölfe und Wolfshunde sind betroffen

TWH Anori. Ob Jäger einen frei laufenden Wolfshund bei Gassi von einem frei lebenden Wolf unterscheiden können, ist fraglich. Scließlich verwechseln sie ja auch Wilschweine mit Pferden, oder Menschen mit Wildschweinen.
Obwohl der Wolf zwar im Jagdrecht ist, die Jagd aber wegen eines ungünstigen Erhaltungszustandes in Hessen nicht erlaubt ist, gestattet die neue Verordnung die ganzjährige Jagd auf sogenannte Hybriden. Ein relevantes Hybridenproblem gibt es in Deutschland nicht. Diese Regelung ist hochproblematisch: Jäger könnten nun jederzeit Wölfe abschießen und sich nachträglich damit herausreden, sie hätten „gedacht, es sei ein Hybrid“ gewesen. Gleichzeitig könnten sie einen Freifahrtschein für den Abschuss wolfsähnlicher Hunde erhalten. Besonders Halter von Tschechoslowakischen Wolfshunden und anderen anerkannten Wolfshunderassen müssen nun ernsthaft befürchten, dass ihre Tiere „versehentlich“ erschossen werden – wie es leider schon mehrfach in Deutschland passiert ist.

Grausame und sinnlose Jagderweiterung

Die Ausweitung der Jagd auf Arten wie Waldschnepfe und Höckerschwan ist besonders fragwürdig. Viele dieser Tiere werden während der Brut- und Aufzuchtzeit gestört oder getötet. Die Jagd auf solche Arten ist nicht nur grausam, sondern auch ökologisch sinnlos. Sie dient vor allem der Befriedigung jagdlicher Tötungsinteressen.

Protest gegen grausame Fuchshaltung

Besonders kritikwürdig bleibt die erlaubte Haltung von Füchsen in Schliefenanlagen. Die Tiere werden oft tagelang ohne ausreichend Futter, Wasser oder Schutz eingesperrt, erleiden massive Stressverletzungen und nicht selten einen qualvollen Tod.

Deshalb rufen wir auf:


Am 25. April 2026 ab 11 Uhr findet in Hanau eine Protestveranstaltung gegen diese grausame Fuchshaltung statt.

Wir werden dort mit dabei sein. Die Jagd löst keine Konflikte – sie schafft neue. Wir fordern gemeinsam mit Pro Fuchs Deutschland / Wildtierschutz Deutschland Sektion Hessen die Abschaffung der Jagd und eine echte, gewaltfreie Konfliktlösung zwischen Mensch und Wildtieren. Wildschweine, Wölfe, Füchse, Waldschnepfen, Schwäne und alle anderen Wildtiere sind Mitgeschöpfe, die ihren Platz in dieser Welt nicht weniger verdient haben als wir. 

Hier der Link zur Veranstaltung: https://fb.me/e/9e3DZT72i

 

Quellen:

Offizielle Pressemitteilung des Ministeriums (mit Download)https://landwirtschaft.hessen.de/presse/hessen-modernisiert-jagdrecht-zum-1-april-2026
FB-Seite von Pro Fuchs Hessen /Wildtierschutz Deutschland Sektion Hessen. Hier werden die betroffenen Arten einzeln vorgestellt: https://www.facebook.com/ProFuchsHessen

Wolf beißt Frau in Hamburg – Mitgefühl und Verhältnismäßigkeit statt Panikmache

Am Abend des 30. März 2026 schnappte ein junger Wolf in Hamburg-Altona (Große Bergstraße, Nähe IKEA) einer 65-jährige Frau ins Gesicht. Die Frau hatte laut dpa wohl versucht, den orientierungslosen und gestressten Wolf aus einer Einkaufspassage herauszuführen, nachdem dieser mehrfach gegen Glasscheiben gelaufen sein soll. Die Verletzung hätte genäht werden müssen, die Frau konnte das Krankenhaus aber bereits wieder verlassen. Der stark entkräftete Wolf flüchtete anschließend in die Binnenalster und wurde schließlich von der Polizei geborgen. Er befindet sich derzeit im Wildpark Klövensteen.

Update vom 3. April 2026

Hamburger Wolf „Alster“: Neue Infos und unsere klare Forderung nach Freilassung

Die Umweltbehörde (BUKEA) hat bestätigt, dass sich der Biss in einer Einkaufspassage in der Großen Bergstraße (Altona) ereignet hat. Der Wolf war offenbar stark desorientiert, lief mehrfach gegen Glasscheiben und drang sogar in einen Supermarkt-Bereich ein. Die 65-jährige Frau versuchte das verwirrte Tier aus der Passage herauszuführen – dabei kam es zum Biss ins Gesicht. Der Wolf war zu diesem Zeitpunkt bereits hochgradig entkräftet nach seinem mehrtägigen Irrlauf durch die Stadt. 

Die Rolle der Politik

Senatorin Katharina Fegebank (Grüne) hat sich heute mehrfach zu dem Fall in den Medien geäußert. Wichtige Punkte aus ihren Aussagen:

  • Der Wolf war stark desorientiert und drang vor dem Biss sogar in einen Supermarkt ein.
  • Die 65-jährige Frau versuchte, das verwirrte Tier aus der Einkaufspassage herauszuführen.
  • Fegebank bezeichnete den Vorfall als Präzedenzfall und sagte sinngemäß, sie würde sich einen weiteren solchen Angriff nicht verzeihen.
  • Das weitere Schicksal des Wolfs (Auswilderung oder dauerhafte Unterbringung) sei noch unklar und wird derzeit geprüft.
Politikerinnen und Politiker stehen in solchen Fällen unter hohem Druck. Senatorin Katharina Fegebank (Grüne) bezeichnete den Vorfall als „Präzedenzfall“ und erklärte, sie wolle sich „keinen weiteren solchen Angriff verzeihen“. Solche Aussagen signalisieren eine gefährliche Tendenz: Statt Ruhe zu bewahren und auf Fakten zu warten, neigt die Politik oft dazu, schnell Handlungsfähigkeit zu demonstrieren – häufig in Richtung der lautstärksten Forderungen (z. B. des Deutschen Jagdverbands).Das ist problematisch. Politik sollte nicht primär auf medialen Aufschrei und Lobby-Interessen reagieren, sondern faktenbasiert und verhältnismäßig handeln. 
Beispielfoto: Jährling.

Praktisch alles kann beißen

Ja, Wölfe können beißen – genau wie andere Wildtiere, Haustiere und sogar Menschen in Ausnahmesituationen, dies thematisieren wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. ja schon lange. Der Biss ist für die betroffene Frau schmerzhaft und wirklich nicht schön, da sie dem Wolf ja helfen wollte, und unser Mitgefühl gilt auch ihr ausdrücklich. Emotionen sind wichtig – aber sie sollten nicht blenden. 
Als Wolfsschutz-Deutschland e.V. sehen wir Wölfe als faszinierende Mitgeschöpfe. Wir finden es sogar gut und richtig, sie emotional zu betrachten – mit Respekt, Staunen und Mitgefühl. Viele Menschen betrachten Wölfe sogar eher zu wenig emotional, sondern nur durch die Brille von Angst oder Nutzen. Emotionen sind aber kein Fehler. Sie machen uns zu Menschen und helfen uns, Verantwortung für uns und andere zu übernehmen. Das Problem entsteht erst, wenn Emotionen in blinde Panik oder pauschale Verurteilung umschlagen und den Blick auf die Realität verstellen.

Die Realität in Verhältnissen

Hundebisse in Hamburg: 2024 gab es 160 registrierte Beißvorfälle durch Hunde – die meisten durch ganz normale Haushunde.

Menschliche Gewalt: Am selben Tag wurde ein 13-jähriger Junge in Hamburg durch mehrere Messerstiche lebensgefährlich verletzt. Quelle: https://www.facebook.com/share/r/14GFx2DXy9y/

Alltägliche Gefahren: Jedes Jahr sterben in Deutschland rund 9.000–11.000 Menschen an Unfällen im eigenen Haushalt – weit mehr als durch Wildtiere oder Verkehrsunfälle.

Das Leben ist nie zu 100 % sicher. Wer absolute Sicherheit verlangt, müsste eigentlich zu Hause bleiben – doch ausgerechnet dort passieren die meisten tödlichen Unfälle. Unsere Gesellschaft tendiert immer stärker dazu, jedes Restrisiko als Skandal zu behandeln und daraus Angst zu machen. Ein Wolf beißt – und das ist unschön. Aber ein Wolf frisst keinen Menschen. Er suchte in der Stadt nur verzweifelt einen Weg hinaus. Es wandern noch immer Jungwölfe durch die Gegend auf der Suche nach einem Revier. Hier unsere Presseinfo zum Thema: https://wolfsschutz-deutschland.de/2023/01/29/presseinformation-jungwoelfe-sind-auf-wanderschaft-nach-eigenem-revier/

Reaktionen und die Frage nach Konsequenzen

Der Deutsche Jagdverband (DJV) fordert in Reaktion auf den Vorfall (wie schon länger) Konsequenzen – unter anderem das Töten von „Problemwölfen“ und eine Bejagung. Das wirft eine berechtigte Gegenfrage auf: Welche Konsequenzen ziehen wir eigentlich aus den zahlreichen Jagdunfällen? Jedes Jahr gibt es in Deutschland Jagdunfälle mit Toten und Verletzten – darunter auch unbeteiligte Spaziergänger, die von Schrotmunition getroffen werden. Dennoch fordert leider der Großteil der Bevölkerung nicht, die Jagd als Ganzes abzuschaffen, bzw. selbst Jagdgegner wie wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. verurteilen nicht alle Jäger pauschal.  Stattdessen akzeptieren wir diese Restrisiken als Teil des Lebens.

Ein einzelner Biss rechtfertigt keine pauschale Dämonisierung. Wir brauchen beides: Mitgefühl für die betroffenen Menschen und Mitgefühl für die Wölfe, die in einer für sie völlig fremden Umgebung unter enormem Stress stehen. Und vor allem brauchen wir unaufgeregte Aufklärung, damit solche Konflikte möglichst selten bleiben. In so einer Situation wie in der, in der sich das Jungtier befand, hätte wahrscheinlich auch der gutmütigste Hund zugebissen und wahrscheinlich hätten Menschen in Panik auch nicht mehr Helfer von Bösewichten unterscheiden können. 

Die Rolle der Medien

Viele Medien haben den Vorfall innerhalb weniger Stunden groß aufgemacht – mit dramatischen Überschriften und Live-Tickern sowie Bildern mit Zähne fletschenden Wölfen. Dadurch wird ein einzelner, sehr seltener Vorfall schnell zu einem bundesweiten Thema hochgepusht. Wir sind der Meinung: Nicht auf jeden Zug sofort aufspringen. Manchmal wäre es sinnvoller, erst einmal abzuwarten, bis die Fakten klar sind, anstatt durch kollektive Aufregung solchen Meldungen erst richtig Reichweite zu verleihen. Wer jeden Einzelfall sofort emotionalisiert, trägt aktiv zur Angstspirale bei – statt zur Aufklärung.

Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

Doch wir Helfer brauchen auch Hilfe. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende. Auch mit einem Dauerauftrag von 5 Euro im Monat können wir viel Gutes tun und weiter für unsere Wölfe kämpfen. https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

 

 

 

Erfolgreicher Vortrag von Wolfsschutz-Deutschland e. V.: „Wölfe unter uns: Mythos, Angst und Wahrheit“ im Café Hörnchen

Am 25. März 2026 fand im Café Hörnchen in Berlin-Friedrichshagen unser Vortrag unter dem Titel „Wölfe unter uns: Mythos, Angst und Wahrheit“ statt. Unser Referent Jürgen Götz  gab den zahlreich erschienenen Gästen spannende Einblicke in eines der emotionalsten Themen des Naturschutzes in Deutschland.

Was wurde thematisiert?

Der Vortrag beleuchtete die Rückkehr des Wolfs nach Deutschland und stellte klar: Der Wolf ist ein faszinierendes Wildtier mit wichtiger Rolle im Ökosystem. Im Mittelpunkt standen:

  • Biologie und Verhalten der Wölfe – wie sie wirklich leben, jagen und sozial organisiert sind.
  • Die aktuellen Debatten rund um ihre Verbreitung in Deutschland.
  • Häufige Mythen und Vorurteile, die sich hartnäckig halten, sowie die Fakten dazu.
  • Wege zu einem friedlichen Zusammenleben von Mensch und Wolf – mit dem klaren Schwerpunkt auf konsequentem Herdenschutz statt Abschüssen.
Gut besuchter Vortrag von Jürgen Götz Kassenwart und Vorstandsmitglied.

 

Jürgen Götz zeigte anschaulich, warum das Thema Wolf so viele Emotionen weckt und wie Falschmeldungen die öffentliche Wahrnehmung beeinflussen. Besonders wichtig war die Botschaft: Aufklärung und sachliche Information sind der beste Weg, um Ängste abzubauen und konstruktive Lösungen zu finden.

Lebendige Diskussion

Im Anschluss an den Vortrag gab es ausreichend Zeit für Fragen und Diskussion. Die Gäste nutzten die Gelegenheit rege, um eigene Erfahrungen und Nachfragen einzubringen. Es entstand ein offener und respektvoller Austausch – genau das, was wir mit solchen Veranstaltungen erreichen möchten.Ein herzliches Dankeschön geht an:

  • Das herzliche Team vom Café Hörnchen, das uns als „Verein des Monats“ eingeladen und den Rahmen für diesen informativen Abend geschaffen hat.
  • Alle extrem netten Besucherinnen und Besucher, die mit Interesse und Offenheit dabei waren.

Weitere Veranstaltungen und Stände

Wir freuen uns sehr über das positive Echo und sind gerne für weitere Vorträge, Infoveranstaltungen oder Informationsstände ansprechbar. Ob in Cafés, Vereinen, Schulen oder auf Märkten – sprecht uns einfach an! Gemeinsam können wir noch mehr Menschen mit fundierten Informationen erreichen und zu einem besseren Verständnis des Wolfs beitragen.

Eine Besucherin stellte eine schöne Collage mit Momenten der Veranstaltung zusammen.

Warum solche Vorträge wichtig sind

Als gemeinnütziger Verein setzen wir uns seit Jahren dafür ein, frei lebende Wölfe zu schützen und gleichzeitig für eine faktenbasierte Debatte zu sorgen.

Veranstaltungen wie diese tragen dazu bei, Vorurteile und Ängste abzubauen und zu zeigen: Der Wolf gehört zu unserer Natur – und es ist ein friedliches Miteinander möglich.

Anfragen Stände: Gudrun.Zimmermann@wolfsschutz-deutschland.de

Anfragen Vorträge: Volker.Vogel@wolfsschutz-deutschland.de

 

Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

Doch wir Helfer brauchen auch Hilfe. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende. Auch mit einem Dauerauftrag von 5 Euro im Monat können wir viel Gutes tun und weiter für unsere Wölfe kämpfen. https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

Bundesrat öffnet Tür zur Wolfsjagd – und knebelt den Rechtsschutz

Gestern, am 27. März 2026, hat der Bundesrat dem Gesetz zur Aufnahme des Wolfs ins Bundesjagdgesetz zugestimmt. Damit ist der Weg frei für die erste legale Jagd auf Wölfe seit über 100 Jahren. Ab dem 1. Juli 2026 dürfen Wölfe – und explizit auch Wolfswelpen – in der Jagdzeit vom 1. Juli bis 31. Oktober bejagt werden. Die Bundesländer erhalten weitgehende Spielräume für „Bestandsmanagement“ und pauschale Tötungen. Für uns von Wolfsschutz Deutschland e.V. ist das ein schwarzer Tag für den Natur- und Tierschutz. Doch es kommt noch schlimmer: Parallel dazu wird mit dem Gesetzentwurf BT-Drucksache 21/4146 das Verbandsklagerecht systematisch ausgehöhlt. Beide Vorhaben zusammen bilden einen perfiden Doppelschlag – mehr Abschussmöglichkeiten bei gleichzeitig weniger Möglichkeiten, diese juristisch zu stoppen.

Beispielfoto. Dieser Wolf ist nicht tot, er schläft nur. © Brigitte Sommer

EU-Herabstufung als Türöffner

Die Grundlage für diese Jagdfreigabe war die Herabstufung des Wolfs in der FFH-Richtlinie von Anhang IV (streng geschützt) auf Anhang V (nur noch „geschützt“) im Jahr 2025. Damit wurde der Weg frei für reguläres Bestandsmanagement in Gebieten mit „günstigem Erhaltungszustand“. National bleibt der Wolf zwar formal „geschützt“, doch die neuen Regelungen im Bundesjagd- und Bundesnaturschutzgesetz schaffen genau die Ausnahmen, die eine anlasslose Jagd ermöglichen. Das Ergebnis: Rudel können gezielt destabilisiert werden. Wölfe und Wolfswelpen können getötet werden – mit der Folge, dass Welpen verhungern oder verwaiste Jungwölfe verstärkt auf Nutztiere ausweichen. Wissenschaftliche Erkenntnisse aus Skandinavien und anderen Ländern zeigen eindeutig: Solche pauschalen Abschüsse senken die Risszahlen langfristig nicht, sondern können sie sogar erhöhen.

Der zweite Schlag: Gesetzentwurf 21/4146 gegen das Verbandsklagerecht

Genau in diesem Moment wird auch der Gesetzentwurf zur Änderung des Umwelt-Rechtsbehelfsgesetzes (UmwRG) vorangetrieben – BT-Drucksache 21/4146. Erste Lesung im Februar, öffentliche Anhörung im Umweltausschuss am 25. März 2026, derzeit in der Ausschussberatung. Die geplanten Änderungen sind verheerend für den Naturschutz:

  • Keine aufschiebende Wirkung von Klagen mehr: Abschussgenehmigungen und Managementpläne dürfen trotz laufender Klage vollzogen werden. Ein getöteter Wolf bleibt tot – irreversibler Schaden.
  • Starre 10-Wochen-Frist für die Vorlage aller Beweismittel – ein Ding der Unmöglichkeit für ehrenamtlich arbeitende Initiativen und kleinere Verbände.
  • Erschwerte Anerkennung als klageberechtigter Verband und strengere sachlich-räumliche Begrenzungen.

Genau wie wir bereits am 19. Februar 2026 in unserem Artikel „Gesetzentwurf 21/4146: Ein weiterer Schlag gegen das Verbandsklagerecht“ https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/02/19/gesetzentwurf-21-4146-ein-weiterer-schlag-gegen-das-verbandsklagerecht/

gewarnt haben, trifft diese Novelle den Kern des Rechtsschutzes für Arten wie den Wolf. Unter dem Vorwand, Infrastrukturprojekte zu beschleunigen und „Missbrauch“ zu verhindern, wird zivilgesellschaftliche Kontrolle systematisch geschwächt.
Beispielfoto Wolf.

Symbolpolitik statt echter Lösungen

Statt massiv in funktionierenden Herdenschutz zu investieren und diesen auch zu fordern – wolfsabweisende  Zäune, Herdenschutzhunde, professionelle Beratung –, setzt die Politik auf billige Schlagzeilen: „Wir schießen den Wolf.“ Dabei zeigen die Daten: Dort, wo Herdenschutz konsequent umgesetzt wird, sinken die Risszahlen drastisch. Die Jagd hingegen ist keine Lösung, sondern ein gefährlicher Präzedenzfall, der den gesamten Natur- und Tierschutz untergräbt. Die Kombination aus Jagdfreigabe und geschwächtem Klagerecht ist kein Zufall. Sie ist ein gezielter Angriff auf den Wolf und auf alle, die ihn schützen wollen. Und die Bauern werden überhaupt keinen echten Nutzen haben. Viele Familienbetriebe werden seit Jahren systematisch in die Enge getrieben – nicht durch Wölfe, sondern durch eine Politik, die den bäuerlichen Mittelstand gezielt aushöhlt. Ausufernde Bürokratie, explodierende Energie- und Abgabenkosten, ständig neue Auflagen und ein Höfesterben ohne Ende machen traditionelle Weide- und Landwirtschaft immer unrentabler. Gleichzeitig kaufen internationale Konzerne, Immobilienfonds und außerlandwirtschaftliche Investoren massenhaft Ackerland auf, treiben die Bodenpreise in die Höhe und verdrängen einheimische Betriebe – besonders in Ostdeutschland wird Ackerland zum Spekulationsobjekt. Währenddessen fördert dieselbe Politik aggressiv den Aufbau des Kunstfleisch-Marktes (Cultured Meat), der bis 2050 Milliarden-Umsätze verspricht und konventionelles Fleisch aus der Weidetierhaltung langfristig überflüssig machen wird. Statt die echten Strukturprobleme anzupacken, wird der Wolf zum praktischen Sündenbock gemacht –  von einer Regierung, die von der Zerstörung des ländlichen Mittelstands ablenkt.

Was machen die Klagen?

Noch besteht Hoffnung auf europäischer Ebene: Die italienische Organisation Green Impact hat gemeinsam mit Partnern wie LNDC Animal Protection, Earth ODV, One Voice und weiteren Verbänden beim Gerichtshof der Europäischen Union Klage gegen die Herabstufung des Wolfs von Anhang IV auf Anhang V der FFH-Richtlinie eingereicht (Rechtssache T-563/25).Sollte der EuGH die Herabstufung als wissenschaftlich unbegründet und politisch motiviert einstufen und für nichtig erklären, würde das die gesamte Rechtsgrundlage für die deutsche Wolfsjagd und die Managementpläne der Länder massiv erschüttern. Allerdings kann eine solche Entscheidung eineinalb bis drei Jahre oder länger dauern. Bis dahin können längst zahlreiche Wolfsfamilien und Rudelstrukturen irreversibel zerstört sein. Eine späte Rücknahme der Herabstufung käme für viele betroffene Rudel dann zu spät.

Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

Doch wir Helfer brauchen auch Hilfe. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende. Auch mit einem Dauerauftrag von 5 Euro im Monat können wir viel Gutes tun und weiter für unsere Wölfe kämpfen. https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

Rätselhafter Wolfstod in der Kapelle: Warum wurde kein Gift-Screening gemacht?

Der Fall des toten Wolfswelpen GW5303m aus dem rheinland-pfälzischen Hochwald-Rudel lässt uns von Wolfsschutz-Deutschland e. V.  nicht ruhen. Im Januar 2026 wurde das junge Tier blutbedeckt in einer Waldkapelle bei Waldweiler gefunden – ein Fundort, der makaberer und untypischer kaum sein könnte. Doch während die Behörden den Fall mit einer Kombination aus Räude und Darmentzündung zu den Akten legen, bleiben nach einer aktuellen UIG-Anfrage (Umweltinformationsgesetz) durch Wolfsschutz-Deutschland e. V. massive Zweifel zurück.

Gegenüber dem Trierischen Volksfreund stellte KLUWO-Leiter Julian Sandrini klar: Der Welpe sei laut Sektionsbericht des IZW Berlin an einer schweren Darmentzündung gestorben. Zudem sei eine Räude-Infektion festgestellt worden. Die Polizei hatte zunächst von einer Verletzung am Hinterlauf berichtet, doch das KLUWO korrigierte: Wunden gab es keine. Das Blut in der Kapelle stamme vermutlich von blutigem Durchfall, der nach dem Tod ausgetreten sei. Als Grund für den Fundort in der Kapelle vermuten die Experten schlichte Schutzsuche des geschwächten Tieres.
Doch die Antwort auf unsere gezielte Nachfrage bei der Forstverwaltung entlarvt die entscheidende Lücke in dieser Argumentation: Ein toxikologisches Screening wurde nie durchgeführt. Die Begründung? Es habe beim IZW kein „Verdacht auf Vergiftung“ vorgelegen.
Beispielfoto zirka neun Monate alter Wolfswelpe. © Brigitte Sommer

Räude und Durchfall als Nebelkerzen?

Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. kritisieren dieses Vorgehen als oberflächlich. Eine schwere Enteritis (Darmentzündung) mit blutigen Durchfällen ist ein klinisches Bild, das viele Ursachen haben kann. Ja, Parasiten und Viren sind möglich. Aber: Moderne Gifte, wie bestimmte Pestizide oder Rodentizide (Rattengifte), führen zu identischen Schleimhautschäden und inneren Blutungen.
Dass die Behörden auf ein Screening verzichten, nur weil das Tier zusätzlich Räude hatte, ist fachlich zu kurz gedacht. Ein durch schleichende Vergiftung manipuliertes Immunsystem macht Welpen erst recht anfällig für Parasiten wie Räudemilben. Die Räude wäre in diesem Fall nur das Symptom einer tieferliegenden Ursache, die man schlicht nicht suchen wollte.

Blick nach Italien: Forensik als Standard

In Italien herrscht bei solchen Funden eine deutlich höhere Wachsamkeit:
  • Trient & Südtirol (Februar 2025): Nach Funden toter Wölfe wurde dort – trotz unklarer Primärsymptome – sofort ein Vergiftungsverdacht geäußert und umfassende toxikologische Analysen eingeleitet.
Dort gilt: Eine „unnatürliche Auffindesituation“ (wie eine Kapelle) ist ein automatischer Auslöser für eine toxikologische Untersuchung. In Rheinland-Pfalz hingegen verbucht man den blutigen Vorfall unter „natürliche Ursache“.

Das Hochwald-Rudel: Eine Serie von „Unglücken“

Man darf diesen Fall nicht isoliert betrachten. GW5303m ist ein Nachkomme des Hochwald-Rudels, aus dem bereits drei Tiere überfahren wurden. Diese Häufung wirft Fragen auf: Waren diese Wölfe durch Umweltgifte oder gezielte Beigaben in ihrer Reaktionsfähigkeit beeinträchtigt? Ohne ein Tox-Screening bleibt die offizielle Statistik eine bloße Mutmaßung. Wer nicht sucht, der findet auch kein Gift.

Fazit: Transparenz sieht anders aus

Es darf nicht sein, dass Routine und Kostenersparnis die Aufklärung von potenziellen Straftaten verhindern. Ein Wolf, der blutbedeckt in einer Kapelle verendet, ist kein „Standardfall“. Wir fordern, dass toxikologische Screenings bei solch exponierten Funden zum Pflichtprogramm werden müssen, um illegale Nachstellungen zweifelsfrei auszuschließen. Der tote Welpe GW5303m kann uns nicht mehr sagen, was ihn in die Kapelle trieb. Aber das Ignorieren der Behörden in Deutschland einer mögliche Vergiftung ist ein Alarmsignal.
Quellen:

Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

Doch wir Helfer brauchen auch Hilfe. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende. Auch mit einem Dauerauftrag von 5 Euro im Monat können wir viel Gutes tun und weiter für unsere Wölfe kämpfen. https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/