Illegal getöteter Wolfswelpe in Niedersachsen – Wolfsschutz-Deutschland e.V. erstattet Strafanzeige und setzt 1.000 Euro Belohnung aus

Ein weiterer Fall illegaler Wolfstötung in Niedersachsen unterstreicht die anhaltenden Defizite bei der Aufklärung solcher Straftaten. Der Wolfswelpe mit der Kennung GW5093m, geboren im Territorium Amt Neuhaus, wurde am 24. September 2025 tot an der Böschung des Elbeseitenkanals bei Artlenburg (Landkreis Lüneburg) angespült. Das teilte das Niedersächsische Umweltministerium auf Anfrage mit.

 

Der Kadaver sei von der Polizei aufgefunden worden und hätte diverse unklare Verletzungen aufgewiesen. Nach der amtlichen Sektion gehe das Wolfsbüro davon aus, dass es sich um eine illegale Tötung handle. In der öffentlichen Liste der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) war der Fall zunächst lange Zeit als „unklar“ geführt – erst Endes Jahres 2025 erfolgte die Änderung auf „illegal getötet“. „Solche Statusänderungen ohne jede öffentliche Bekanntgabe sind in Niedersachsen leider Standard“, kritisiert Brigitte Sommer, Vorsitzende von Wolfsschutz-Deutschland e.V. „Es gibt keine regelmäßigen Pressemitteilungen zu Verdachts- oder bestätigten Fällen illegaler Tötungen. Die Öffentlichkeit und Organisationen wie wir müssen die DBBW-Liste quasi selbst überwachen, um Veränderungen überhaupt mitzubekommen. Antworten auf Anfragen kommen entweder gar nicht oder erst Wochen später – das behindert die Aufklärung massiv und ist nicht akzeptabel.“
Beispielfoto Wolfswelpe im Alter von sechs Monaten. © Brigitte Sommer
Das Rudel Amt Neuhaus im Landkreis Lüneburg war einst eines der bekanntesten und konfliktbeladensten Wolfsrudel in Niedersachsen – und es ist nun spurlos verschwunden. Seit 2017 verursachte es wiederholt Nutztierrisse, was zu massiver Kritik führte. Statt den Herdenschutz konsequent zu verbessern, entschieden sich Behörden für den radikalen Weg: Legale Abschüsse. Im Januar und Februar 2022 wurden zwei Wölfe aus dem Rudel getötet – darunter der Rüde GW1532m und die Fähe GW872f. Wir von Wolfsschutz-Deutschland e.V. verurteilten diese Entnahmen scharf: Sie zerstörten nicht nur Individuen, sondern rissen Familien auseinander, verhinderten natürliches Lernen und trugen letztlich zur Destabilisierung bei, anstatt echte Lösungen zu fördern. Doch das war nicht das Ende. Das Territorium litt weiter unter Verlusten – und unter illegalen Tötungen, die in der Region Lüneburg leider häufig vorkommen.
Der jüngste bekannte Fall: Der Welpe GW5093m aus genau diesem Rudel, der am 24. September 2025 tot an der Elbeseitenkanalböschung bei Artlenburg angespült wurde. Dieser junge Wolf war vielleicht einer der Letzten, der noch Hoffnung auf Fortbestand gab. Aktuell, im Monitoringjahr 2025/2026, meldet das offizielle Wolfsmonitoring: Wolfsanzahl gesamt „Null“. Keine adulten Tiere, keine Jährlinge, keine Jungtiere mehr nachweisbar. Das Rudel Amt Neuhaus existiert wahrscheinlich nicht mehr – ausgelöscht durch eine fatale Kombination aus legalen Abschüssen, die wir ablehnen, und illegalen Tötungen, die straflos bleiben. Ein ganzes Rudel, eine ganze Familie, einfach weg. Solange Behörden Abschüsse genehmigen und illegale Taten nicht konsequent aufklären, werden weitere Rudel dasselbe Schicksal erleiden.
Beispielfoto Wolfsrudel.

Belohnung von 1.000 Euro

Wolfsschutz-Deutschland e.V. stellt auch zu diesem Fall Strafanzeige und setzt eine Belohnung in Höhe von 1.000 Euro aus für sachdienliche Hinweise, die zur Ergreifung und Verurteilung des oder der Täter führen. Hinweise können vertraulich direkt an den Verein gemeldet werden: Mail: Brigitte.Sommer@wolfsschutz-deutschland.de
Oder Hotline: 0176 48732612
Wir leiten alle eingehenden Informationen umgehend und anonymisiert an die zuständige Polizei weiter. Wir sichern auch Quellenschutz und Anonymität zu. 

Hintergrund: Illegale Wolfstötungen in Niedersachsen

In Niedersachsen häufen sich besonders brutale Fälle illegaler Wolfstötungen: Seit etwa 2023 wird eine Serie von Taten dem sogenannten „Wolfsripper“ zugeschrieben, bei der Wölfe in den Regionen Gifhorn, Uelzen und Burgdorf präzise zerstückelt wurden – oft mit Herausschneiden von Zunge, Abtrennen von Köpfen oder Entfernen von Zähnen, was auf anatomische Kenntnisse hindeutet und Wolfsschutz-Deutschland e.V. zu mehreren Strafanzeigen veranlasste. Besonders schockierend war der Fund eines abgetrennten Wolfskopfs, der am Karfreitag, den 7. April 2023, vor dem NABU-Artenschutzzentrum in Leiferde (Kreis Gifhorn) abgelegt wurde – eine makabre, provokante Zurschaustellung, die als Einschüchterung gegen Naturschützer gewertet wurde und damals mit einer hohen Belohnung von bis zu 15.000 Euro belegt war. Der Fall reiht sich ein in ähnliche Grausamkeiten in der Gegend, darunter der Fund einer toten Wölfin in der Aller bei Celle am 28. März 2025: Das Tier trieb im Fluss, war erschossen (mit Schusswunden) und nicht ertrunken, was Wolfsschutz-Deutschland e.V. als mögliches Wiederaufflammen der „Wolfsripper“-Serie einstuft – auch hier erstattete unser Verein Strafanzeige und setzte 1.000 Euro Belohnung aus. In Niedersachsen wurden seit der Rückkehr der Wölfe (ca. 2000–2003 bis Ende 2025) insgesamt 314 tote Wölfe tot aufgefunden. Davon waren 22 illegal getötet (bestätigt durch Sektion/Genetik/Beweise wie Schussverletzungen, Köder etc.). Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. gehen von einer Dunkelziffer aus, die fünffach höher liegt. Weitere Ursachen: Überwiegend Verkehrsunfälle (die Mehrheit), natürliche Tode (ca. 18), Management-Entnahmen (8) und unklare Fälle.
Niedersachsen gehört zu den Bundesländern mit den höchsten Wolfsbeständen – und leider auch zu denen mit den meisten bestätigten illegalen Tötungen. Dutzende Fälle der letzten Jahre sind dokumentiert, bei denen Wölfe erschossen, vergiftet oder anderweitig getötet und oft versteckt oder in Gewässern entsorgt wurden. Die Dunkelziffer liegt vermutlich deutlich höher. „Jede illegale Tötung stellt einen schweren Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz (§ 44 BNatSchG) dar und ist strafbar“, betont der Verein. „Wenn Behörden Informationen nur zögerlich oder gar nicht herausgeben, entsteht der Eindruck, dass solche Taten nicht mit der nötigen Konsequenz verfolgt werden. “Wolfsschutz-Deutschland e.V. fordert daher dringend:
  • Regelmäßige und transparente Pressemitteilungen zu allen bestätigten oder verdächtigen Fällen illegaler Wolfstötungen durch die Länder und das Wolfsbüro.
  • Schnelle, vollständige und proaktive Beantwortung von Informationsanfragen.
  • Stärkere Priorisierung der Aufklärung durch Polizei und Staatsanwaltschaft, inklusive konsequenter Strafverfolgung.

 

Quellen:

http://www.dbb-wolf.de

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Frankreichs Gerichtserfolg für den Wolf: Lokaler Schutz siegt – Ein Hoffnungsschimmer?

In Frankreich hat der Verein FERUS (Association pour la conservation du loup, ours, lynx) gemeinsam mit ASPAS einen bedeutenden juristischen Erfolg errungen: Am 16. Dezember 2025 hob das höchste Verwaltungsgericht, der Conseil d’État, einen Abschussbefehl in den Hautes-Pyrénées auf. Dieser Beschluss, der als historisch und wegweisend gilt, unterstreicht die Verpflichtung des Staates, das EU-Recht zum Wolfsschutz auch auf lokaler Ebene einzuhalten. Dies kann auf jeden Fall ein Hoffnungsschimmer für Bundesländer in Deutschland, wo wenig Wölfe leben, sein.  Hier eine realistische Einschätzung. 

Der Streit drehte sich um eine Verordnung, die einem Hirten im Frühjahr 2025 in den Hautes-Pyrénées einfache Verteidigungsschüsse (tirs de défense simple) gegen einen einzelnen Wolf erlaubte. In diesem Département war nur ein einziges Wolfsindividuum nachgewiesen – eine extrem geringe lokale Population. Das Gericht urteilte, dass solche Genehmigungen nicht erteilt werden dürfen, wenn sie zur lokalen Eliminierung führen. Basierend auf der EU-Habitate-Richtlinie (Anhang V) und Urteilen des Europäischen Gerichtshofs (CJUE) muss der günstige Erhaltungszustand (état de conservation favorable) räumlich differenziert betrachtet werden – nicht nur national, sondern auch in Rekolonisationszonen. Der Conseil d’État betonte: Es sei rechtlich inakzeptabel, den Wolf in bestimmten Departements auszurotten, solange der lokale Status ungünstig ist. Das Gericht hob den Erlass auf und verurteilte den Staat zur Zahlung von 3.000 Euro an FERUS. Dieser Präzedenzfall macht es schwieriger, in neuen Ausbreitungsgebieten Abschüsse zu genehmigen, und stärkt den Artenschutz in fragmentierten Populationen. FERUS feiert die Entscheidung als maßgeblich und plant sie für weitere Klagen zu nutzen, um vergangene Abschussentscheide zu hinterfragen.
Beispielfoto Wolf. © Brigitte Sommer

Einschränkungen: Ein kleiner Erfolg inmitten steigender Abschüsse

Trotz dieses Siegs bleibt der Erfolg begrenzt. Frankreich vergibt seit Jahren eine nationale Quote für Wolfstötungen (plafond de prélèvement), die 2025 bei 19 % der geschätzten Population (ca. 1.000–1.100 Wölfe) lag und über 146 legale Abschüsse ermöglichte. Am 9. Januar 2026 kündigte Landwirtschaftsministerin Annie Genevard eine Erhöhung um 10 % an – auf 21 %, was den Abschussplan auf etwa 227 Wölfe steigert. Zudem werden Verteidigungsschüsse ab 2026 vereinfacht: Keine vorherige Einzelgenehmigung mehr, nur eine Meldung. In Kerngebieten (Alpen, Massif Central) laufen Entnahmen weiter ungebremst. Der Gerichtserfolg schützt vor allem Randbereiche, ändert aber nicht die nationale Regulierungspolitik.

Warum nur ein kleiner Erfolg?

  • Begrenzter Umfang: Die Entscheidung hob einen einzelnen Präfektur-Arrêté (Hautes-Pyrénées, Frühjahr 2025) auf, der einem einzigen Hirten den Abschuss eines einzelnen Wolfs erlaubte. Begründung: Lokale Population extrem gering (nur 1 nachgewiesenes Individuum), daher Verstoß gegen EU-Recht (lokaler Erhaltungszustand muss berücksichtigt werden, nicht nur national).
  • Keine nationale Quote betroffen: Die jährliche nationale Quote (Plafond de prélèvement) und der Plan National d’Actions bleiben unberührt. Die Quote wurde sogar kurz darauf erhöht – am 9. Januar 2026 kündigte Landwirtschaftsministerin Annie Genevard eine Steigerung von 19 % auf 21 % für 2026 an (bei ~1.082 Tieren = ca. 227 statt 205–210 erlaubte Entnahmen). Zusätzlich: Vereinfachung der tirs de défense (keine vorherige Einzelgenehmigung mehr nötig, nur Meldung).
  • Jurisprudenz mit Wirkung, aber begrenzt: Das Urteil schafft Präzedenz für Zonen der Rekolonisation (neue Ausbreitungsgebiete, wo Populationen noch sehr klein sind). Es macht es schwieriger, dort Abschüsse zu genehmigen, solange der lokale Zustand ungünstig ist. Vereine wie FERUS und ASPAS nennen es „historisch“ und „maßgeblich“, weil es den lokalen Aspekt erstmals so klar definiert. Aber in Kerngebieten (Alpen, Massif Central) mit stabilen Rudeln ändert es nichts – dort laufen die Tötungen von Wölfen weiter.
Zerschossene Wolfsfamilien bedeuten auch in Frankreich nicht weniger Risse. Beispielfoto Wölfe © Brigitte Sommer

Vergleich zu Deutschland: Potenzial für ähnliche Klagen

In Deutschland droht mit dem Entwurf zur Änderung des Bundesjagdgesetzes (BJagdG, Kabinettbeschluss 17. Dezember 2025) eine ähnliche Eskalation: Der Wolf soll jagdbar werden, mit regionalen Managementplänen, Jagdzeit Juli–Oktober (gezielt auf Jungwölfe) und leichteren Entnahmen in Gebieten mit günstigem Erhaltungszustand (GEZ, Oktober 2025 gemeldet). Wie in Frankreich geht es um Konflikte mit Weidetierhaltern – doch der GEZ wird hier national berechnet, was lokale Populationen in neuen Gebieten (z. B. Westdeutschland) gefährden könnte. Der französische Präzedenzfall ist ein Vorbild: Er zeigt, dass EU-Recht (FFH-Richtlinie) eine räumlich differenzierte Betrachtung erzwingt und politischen Opportunismus entzieht. In Deutschland könnten Verbände Klagen gegen den Entwurf einreichen, falls er regionale Eliminierungen begünstigt. Große Teile des Landes sind noch wolfsfrei oder haben kleine Populationen – genau hier könnte das Urteil hilfreich sein. Im Gegensatz zu Frankreichs etablierter Quote (19–21 % jährlich) ist Deutschland noch nicht soweit: Der Bundestag debattiert ab 14. Januar 2026; Verabschiedung im Frühjahr möglich. Wir sehen auch Chancen, durch EU-Beschwerden (wie unsere gegen GEZ-Manipulation), aber wir sollten stets die Realität wahrnehmen und nicht in Naivität wegen kleiner Erfolge verfallen. 
Quellen

FERUS (16. Dezember 2025): „Victoire historique pour le loup en zones de recolonisation !“ – Hier wird die Entscheidung als „inédite et décisive“ gefeiert und explizit die lokale Ebene betont.
https://www.ferus.fr/actualite/victoire-historique-pour-le-loup-en-zones-de-recolonisation

ASPAS-Meldung (16. Dezember 2025): „Le Conseil d’État vient au secours des loups en dispersion !“ – Betonung der lokalen Konservierung und dass dies Jurisprudenz schafft für neue Territorien.
https://www.aspas-nature.org/le-conseil-detat-vient-au-secours-des-loups-en-dispersion

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Finnlands grausame Wolfsjagd 2026: Ein Warnsignal für Deutschland

Seit dem 1. Januar 2026 läuft in Finnland die erste reguläre Wolfsjagd seit Jahrzehnten. Ziel der Regierung: Die Population von geschätzten 476–669 Tieren auf ein Minimum von 273 Wölfen reduzieren. Bis Anfang Januar fielen bereits Dutzende Tiere dem Tötungsrausch zum Opfer. Die Quote ist regional verteilt, die Jagd ist lizenziert und soll erst am 10. Februar enden. Angeblich sollen dadurch Rentiere und Schafe geschützt werden, doch wir sehen darin einen sinnlosen Vernichtungsfeldzug gegen Wölfe, der auch ein Schlaglicht auf Deutschland wirft. 

Nach einer Gesetzesänderung im Dezember 2025 wurde der Schutzstatus gelockert, da der Bestand als „günstig“ eingestuft wurde. Man braucht nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, dass bereits Ähnliches in Deutschland geplant sein könnte, denn hier sind die Formalien die Gleichen
Spielende Wolfswelpen im Alter von neun Monaten. Ginge es nach dem Willen der Regierung, würden viele Welpen schon im Sommer getötet werden. Sie würden ihren ersten Schnee nicht erleben. © Brigitte Sommer
Wir kritisierten den Kabinettsbeschluss vom 17. Dezember 2025 zur Novelle des Bundesjagdgesetzes (BJagdG) und Bundesnaturschutzgesetzes scharf. Durch die Aufnahme des Wolfs als jagdbare Art werden in Regionen mit „günstigem Erhaltungszustand“ (GEZ) und hoher Dichte revierübergreifende Managementpläne, Quoten und schnellere Entnahmen von Problemwölfen möglich – oft ohne strenge Einzelfallprüfungen. Wir sehen darin einen massiven Abbau des Artenschutzes. Der GEZ wurde politisch manipuliert: Trotz Empfehlungen des Bundesamts für Naturschutz (größeres Referenzgebiet, höhere Mindestpopulation für ungünstigen Zustand) wurde per Staatssekretär-Schreiben die Fläche verkleinert und die Zahlen reduziert – wissenschaftliche Daten wurden ignoriert.Der Beschluss baut auf früheren Schritten auf: Herabstufung in Berner Konvention und EU-FFH-Richtlinie (2024/2025), einheitliche Einigung aller Parteien auf der Umweltministerkonferenz. Hinzu kommt die geplante Schwächung des Verbandsklagerechts (Reform im Koalitionsvertrag auf EU-Minimum), was gerichtliche Kontrollen erschwert.Wir warnen: Jagd destabilisiert Rudelstrukturen, erhöht Risse (Belege aus der Schweiz) und symbolisiert die zweite Ausrottung des Wolfs in Deutschland. Agrar- und Jagdlobby werden priorisiert, echter Naturschutz ignoriert. https://wolfsschutz-deutschland.de/2025/12/18/kabinettsbeschluss-im-jagdrecht-droht-den-woelfen-die-erneute-ausrottung/
Der Bundestag debattiert den Entwurf am 14. Januar 2026 (erste Lesung, 30 Minuten), danach geht er in den Ausschuss. Verabschiedung ist für Frühjahr 2026 geplant – rechtzeitig zur Weidesaison.

Der Entwurf sieht vor:

  • Regionale Managementpläne (Also Abschusspläne) in Gebieten mit günstigem Erhaltungszustand (GEZ, Oktober 2025 an EU gemeldet).
  • Jagdzeit 1. Juli bis 31. Oktober – gezielt auf Jungwölfe und Welpen in ihrer verletzlichsten Phase.
  • Leichtere Entnahme von so genannten Problemwölfen, auch präventiv (z. B. an Deichen, Alpen).

Die Grünen-Antwort entlarvt: Eine Verharmlosung und Wählertäuschung

Screenshot des Beitrages in unserer FB-Gruppe.
Eine Anfrage eines Wolfsfreundes an die Grünen warum auch sie auf der Umweltministerkonferenz für die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht gestimmt hatten, https://wolfsschutz-deutschland.de/2025/11/17/umweltministerkonferenz-in-saarbruecken-alle-parteien-einig-der-wolf-soll-ins-jagdrecht/

wurde mit der Erklärung beantwortet, die Aufnahme ins Jagdrecht sei rein bürokratisch: Viele streng geschützte Arten (z. B. Luchs, Fischotter) stünden bereits in § 2 BJagdG und seien trotzdem ganzjährig geschont. Die Hegeverpflichtung (§ 1 BJagdG) verpflichte Jäger zur Bestandserhaltung. Der GEZ sei von der aktuellen Regierung gemeldet worden; die Grünen hätten im EU-Parlament (Mai 2025) gegen die Herabstufung gestimmt. Diese Darstellung greift zu kurz:

  • Im Gegensatz zu Luchs oder Fischotter schafft der Entwurf explizit neue Entnahmemöglichkeiten (regionale Pläne, Jagdzeit Juli–Oktober, präventive Abschüsse). Das BMLEH betont „rechtssichere Entnahme“ und „Regulierung der Zahl der regional lebenden Wölfe“.
  • Die Hegeverpflichtung wird in der Praxis ausgeblendet – der DJV fordert bis 40 % Entnahme des Zuwachses.
  • Der GEZ dient genau als Grundlage für Lockerungen; grüne Minister haben dem nationalen Paket (November/Dezember 2025) zugestimmt, das diese umsetzt.
Beispielfoto Wolf.

Zur Zeit machen einige Parteien, darunter auch die Grünen und die Tierschutzpartei Werbung für sich mit Aussagen, dass nur „rechte Parteien“ für eine künftige Jagd auf Wölfe verantwortlich wären. Dies ist die Unwahrheit. In Wirklichkeit machten alle Parteien mit. Die einen nur weniger offensichtlich als die anderen.

Finnland zeigt, wohin eine Bejagung führen kann: Von Schutz zu Quote. In Deutschland droht regional Ähnliches – besonders in Brandenburg (Wolf bereits landesrechtlich jagdbar) oder Niedersachsen.Schweden: Geplante Jagd 2026 vor Gericht gestoppt – (noch) kein Abschuss. Ähnlich wie in Finnland plante Schweden für 2026 eine Lizenzjagd auf bis zu 48 Wölfe. Der Start am 2. Januar wurde jedoch durch das Verwaltungsgericht Luleå blockiert – nach Klage von Naturschutzverbänden. Begründung: Fehlender Nachweis, dass die Abschüsse den günstigen Erhaltungszustand wahren. Die Behörden haben Beschwerde eingelegt; der Stopp ist allerdings nur vorläufig.

Quellen:

https://www.pirsch.de/news/273-woelfe-reichen-grosse-wolfsjagd-hat-begonnen-42547

https://www.nordisch.info/schweden/gericht-stoppt-geplante-wolfsjagd-in-schweden/

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Erstes Opfer der neuen EU-Wolfspolitik: In Dänemark wurde Wolf „legal“ totgeschossen

Die jüngste Herabstufung des Schutzstatus des Wolfs in der EU – von „streng geschützt“ auf „geschützt“ – hat bereits ihr erstes Opfer gefordert. In Dänemark wurde am 4. Januar 2026 der erste legale Abschuss eines sogenannten „Problemwolfs“ durchgeführt. Dieser Vorfall markiert einen traurigen Meilenstein in der EU-weiten Wolfspolitik und unterstreicht die Gefahren, die mit der Lockerung des Schutzes einhergehen. Als Wolfsschutz-Deutschland e.V. verurteilen wir diesen Schritt scharf.

Der Vorfall in Dänemark: Ein Wolf fällt der neuen Politik zum Opfer

Beispielfoto Wolf. © Brigitte Sommer
Der Wolfsrüde wurde in der Region Klosterheden Plantage in Vestjylland erschossen, nachdem er angeblich Nutztiere hinter einem wolfssicheren Zaun angegriffen hätte. Die Genehmigung zum Abschuss (tilladelse) wurde bereits Mitte Dezember 2025 von der dänischen Behörde Styrelsen for Grøn Arealomlægning og Vandmiljø erteilt – jedoch nicht als individuelle, sondern als regionsbezogene Erlaubnis. Diese wurde nie öffentlich gemacht, was eine transparente Debatte oder rechtliche Überprüfung unmöglich machte. Naturschutzorganisationen aus Dänemark  hatten damit keine Möglichkeit, Einspruch einzulegen oder zu klagen, da das Verfahren bewusst bürokratiearm und schnell gestaltet wurde. Dies steht im Kontrast zu früheren Fällen, bei denen illegale Wilderei geahndet wurde, und zeigt, wie die neue EU-Richtlinie Türen für unkontrollierte Wolfstötungen öffnet.
Die dänische „Ulvehandlingsplan“ von 2025, die auf der EU-Herabstufung basiert, priorisiert den angeblichen Schutz von Landwirten vor dem Erhalt der Wolfspopulation. Dabei haben die Landwirte in Dänemark – wie überall auf der Welt – in Wirklichkeit ganz andere Probleme, wie das Mercosurabkommen zeigt.  Minister Jeppe Bruus betonte, es müsse möglich sein, Haustiere ohne Angriffe zu halten – ein Argument, das wir als Wolfsschutz-Deutschland e.V. ablehnen, da bewährte Präventionsmaßnahmen wie verbesserte Zäune oder Herdenschutzhunde oft ignoriert werden. Stattdessen wird der Wolf zum Sündenbock gemacht, obwohl die Population in Dänemark seit ihrer Rückkehr 2012 noch fragil ist.

Vergleich mit Deutschland: Drohende Einschränkung des Verbandsklagerechts

Ähnliche Entwicklungen zeichnen sich in Deutschland ab, wo die Bundesregierung im Dezember 2025 weitere Schritte unternommen hat, den Wolf ins Bundesjagdgesetz (BJagdG) aufzunehmen – ein Weg, den wir als direkte Bedrohung für die Art sehen. Die nächste Abstimmung folgt noch im Januar. Diese Änderung ermöglicht ein „aktives Bestandsmanagement“, das in der Praxis zu regulären Abschüssen und sogar zu Tötungen von Wolfswelpen führen könnte. Wir von Wolfsschutz-Deutschlane d. V. lehnen jeglichen Wolfsabschuss ab, weil diese Tötungen nicht nur ethisch verwerflich sondern sinnlos sind. https://wolfsschutz-deutschland.de/2024/02/11/wolfsexperte-sagt-in-deutschland-ist-noch-nie-der-richtige-wolf-entnommen-worden/
Besonders alarmierend ist die geplante Überarbeitung des Verbandsklagerechts im Naturschutzrecht. Im Rahmen der Jagdgesetz-Reform von September 2025 und laufender Diskussionen im Bundestag soll das Recht von Umweltverbänden gegen Abschussverfügungen zu klagen, eingeschränkt werden.
Dies würde „endless lawfare“ verhindern, wie es Befürworter nennen, aber in Wahrheit den Schutz der Wölfe schwächen, da gerichtliche Überprüfungen seltener möglich wären. In Deutschland haben Naturschutzorganisationen bisher durch Klagen vor Verwaltungsgerichten Erfolge erzielt, etwa bei der Verhinderung unberechtigter Abschüsse. Die geplante Reform verstößt unserer Ansicht nach gegen EU-Recht, da sie die FFH-Richtlinie unterläuft und den Wolf einer potenziellen Ausrottung aussetzt – ähnlich wie in der Vergangenheit. Es ist aber auch grob fahrlässig wenn sich Wolfsfreunde weiterhin nur auf klagefähige Verbände verlassen. 

Vergleich mit den USA: Delisting und Verlust gerichtlicher Kontrolle

Der Trend zur Absenkung des Wolfsschutzes ist international. In den USA hat das Repräsentantenhaus im Dezember 2025 mit knapper Mehrheit (211-204) den „Pet and Livestock Protection Act“ (H.R. 845) verabschiedet, der Grauwölfe bundesweit von der Liste bedrohter Arten (Endangered Species Act, ESA) streicht.Dies überträgt das Management an die Bundesstaaten, wo aggressive Jagdregelungen – wie in Idaho oder Montana – bereits zu Hunderten von Abschüssen pro Saison führen. Ähnlich wie in Dänemark wird hier gerichtliche Überprüfung („endless lawfare“) explizit verhindert, was Umweltgruppen wie Earthjustice oder die Sierra Club die Möglichkeit nimmt, effektiv zu intervenieren.
Der U.S. Fish and Wildlife Service hat zudem im November 2025 entschieden, keinen nationalen Recovery Plan mehr für Wölfe zu erstellen, da die Population als „erholt“ gilt – ein Argument, das wir ablehnen, da es lokale Fragilitäten ignoriert. Dieser Ansatz spiegelt eine weltweite Agenda wider: Wirtschaftliche Interessen überwiegen und werden durchgesetzt, Widerstandsmöglichkeiten begrenzt. 

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Der kleine Wolf von Stora Karlsö – Ein prähistorisches Vorbild für moderne Koexistenz mit mutigen Jungwölfen

Eine neue Studie aus den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS), wirft ein faszinierendes Licht auf die prähistorischen Beziehungen zwischen Menschen und Wölfen. Auf der isolierten Insel Stora Karlsö in der Ostsee entdeckten Forscher Knochenreste zweier Grauwölfe aus der Stein- und Bronzezeit (ca. 5.000–3.000 Jahre alt), die auf enge Interaktionen mit Menschen hindeuten. Darunter die Reste eines klein gewachsenen Wolfes und eines behinderten Wolfes. Tiere, die während ihres Lebens wohl gefüttert wurden. Dieser Fund unterstreicht, dass Menschen bereits vor Tausenden von Jahren Wölfe nicht nur jagten, sondern sich um diese kümmerten und in ihrer Nähe hielten – möglicherweise für Jagdunterstützung, rituelle Zwecke oder als Haustiere. Heute sehen wir Parallelen in aktuellen Fällen weniger scheuer Jungwölfe, die Experten wie Günther Bloch als „Typ A“ klassifizieren: neugierige, mutige Individuen, die natürlicherweise weniger scheu sind und durch menschliche Einflüsse habituiert werden können. Wir vergleichen die Fälle Großhennersdorf, Drenthe und Jessen mit den Ergebnissen der Studie.

Die PNAS-Studie vom 24. November 2025 enthüllt nicht nur den kleinen Wolf von Stora Karlsö, sondern auch einen zweiten, adulten Wolf mit einer schweren Beinfraktur. Trotz dieser Verletzung, die die Jagdfähigkeit stark einschränkte, überlebte das Tier lange genug, um zu heilen – ein klares Indiz für menschliche Pflege. Isotop-Analysen zeigten eine marine Ernährung (Fisch und Robben), die ohne menschliche Hilfe unwahrscheinlich gewesen wäre. Genetisch als echter Grauwolf bestätigt, deutet dies auf Transport per Boot und langfristige Versorgung hin, möglicherweise in einer symbiotischen Beziehung. Die Forscher schließen, dass prähistorische Menschen Wölfe aktiv hielten, was etablierte Domestizierungstheorien erweitert.
Beispielfoto Jungwolf, © Brigitte Sommer

Aktuelle Fälle in Deutschland und den Niederlanden untermauern dies und zeigen, dass Habituation oft menschlich verursacht ist – ein modernes Echo der prähistorischen Haltung?

Der jüngste Fall aus Jessen (Sachsen-Anhalt) ist ein Paradebeispiel und untermauert die Studie aktuell: Ein junger Wolf (ca. 9 Monate) sucht gezielt menschliche Nähe – ohne Aggression, aber mit fehlender typischer Scheu. Laut BILD-Artikel vom 4. Januar 2026 tauchte das Tier an Weihnachten 2025 erstmals bei der Hundeschule Wolf auf: Es beschnupperte Haustür und Vorgarten, zeigte Interesse an einer Hündin und „flirtete“ durchs Gitter. Das Tier trägt ein Sendehalsband (vom LUPUS-Institut), das wohl nicht mehr funktioniert. Jenseits der Landesgrenze in Sachsen soll er mehrmals menschliche Nähe aufgesucht haben. Am 18. Dezember 2025 verfing sich der Wolf in einem Weidezaun und verletzte sich – Experten hofften, die negative Erfahrung würde Scheu fördern. Stattdessen kehrte der Welpe  zurück und zeigte weiterhin reduzierte Fluchtdistanz. Eine Lebendfalle scheiterte bisher. Dieser Wolf ist kein „Problemwolf“ im aggressiven Sinne – er testet Grenzen, wie Typ-A-Tiere es tun. Parallelen zur Studie sind frappierend: Der prähistorische verletzte Wolf überlebte durch Pflege; der heutige könnte durch frühere Nähe (oder Verletzung) habituiert sein. Beides deutet auf flexible Mensch-Wolf-Beziehungen hin, die schon in grauer Vorzeit begannen. 
In Großhennersdorf, Sachsen, spiegelt der Fall vom 22. November 2025 eine ähnliche Dynamik wider. Der 7-monatige Welpe, der habituiert wirkte (Nähe zu Menschen, Spielverhalten), wurde hart vergrämt. Wir berichteten hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2025/12/12/update-zum-grosshennersdorf-protest-unser-widerspruch-gegen-die-art-der-vergraemung-steht-trotz-mobbing-und-doppelmoral/
In einer Kiste, umgeben von 20 Personen mit Lärm und Stößen, dann freigelassen mit GPS-Sender. Bloch’s Typ-A-Beschreibung passt: Neugierig, nicht aggressiv. Es gibt Verdacht auf Fütterung als Ursache, was an die Pflege des verletzten Wolfs erinnert – vielleicht eine unbewusste „Haltung“ durch Menschen. Wir von Wolfsschutz-Deutschland e.V. kritisierten die Methode als überzogen und forderten eine tierschutzgerechte Vergrämung: Untersuchung von Fütterungsquellen, Vergrämung mit Fluchtmöglichkeiten und Bildung, um Konflikte zu vermeiden. Der Welpe überlebte, ähnlich wie der prähistorische Wolf, dank (oder trotz) menschlicher Intervention. Laut einer Anfrage von uns nach dem Umweltinformationsgesetz gab es nach nach der „Hard Release-Vergrämung“ bis Stand 23.12.2025, zwölf weitere „Ereignisse“, davon drei mit der Einschätzung „verlangt Aufmerksamkeit“. Wir sehen darin ein starkes Indiz, dass der Welpe in seiner Kiste tatsächlich nicht wahrnehmen konnte, wer ihn da verschrecken wollte und die Aktion nicht mit Menschen in Verbindung bringt. Wir sehen uns daher in unserem Protest bestätigt. Weiter klärte die UIG-Anfrage, dass der Welpen mit der Kennung MT-15, genetisch zum Rudel Großhennersdorf gehört, das aber in den offiziellen Daten gar nicht mehr auftauchte. Schon vergangenen Winter soll es einen Fall mit einem wenig scheuen Welpen gegeben haben. Wer immer sich da mit einem Wolf vertraut machen will, tut dem Tier keinen Gefallen damit, wenn sich ein Großteil der Gesellschaft von Politik und Medien in Angst vor Wölfen versetzen lässt. Vom 15. Dezember bis zum 19. Dezember 2025 wurde der Welpe MT-15 vier Mal mit einem Paintball-Gewehr beschossen. In den kommenden Wochen soll der Kleine weiter überwacht werden.
Ein weiteres markantes Beispiel ist der Fall in Drenthe, Niederlande. Am 11. Dezember 2025 wurde ein 7-monatiger Wolfswelpe im Nationaal Park Dwingelderveld gesichtet, der zwei Wanderern folgte und spielerisches Verhalten zeigte – er knabberte an Fersen und umkreiste Beine, typisch für Welpen, die Grenzen testen. Die Provinz Drenthe stuft dies als „zorgwekkend gedrag“ ein und plante Monitoring sowie mögliche Vergrämung mit Paintball oder Sedation. Bloch’s Typ-A-Klassifikation passt hier perfekt: Der Welpe wirkt neugierig, nicht aggressiv und es gibt keine Beweise für Angriffe. Dennoch könnte Habituation durch menschliche Interaktionen – vielleicht unbeabsichtigte Fütterung oder Nähe – eine Rolle spielen, was an die marine Diät des kleinen Wolfs von Stora Karlsö erinnert. Statt panischer Maßnahmen plädieren wir bei Wolfsschutz-Deutschland e.V. für humane Alternativen: Frühe, sanfte Vergrämung durch Rufe, Klatschen oder Steinwürfe, um natürliche Scheu zu fördern, ohne Stress zu erzeugen.

Zusammenfassung der Studie

KI-generiertes Bild, da die damalige Situation darstellen könnte.

Vor 3.000 bis 5.000 Jahren lebten Menschen auf einer winzig kleinen Insel in der Ostsee namens Stora Karlsö (nur 2,5 Quadratkilometer groß, weit weg vom Festland). Auf dieser Insel gab es von Natur aus gar keine großen Landsäugetiere – Wölfe konnten also unmöglich allein hinschwimmen oder übers Eis laufen. Trotzdem haben Forscher in einer Höhle dort Knochen von zwei echten Grauwölfen gefunden. Die Wissenschaftler haben die Knochen genau untersucht:

  • DNA-Analyse → Es waren 100 % wilde Grauwölfe, keine Hunde und auch keine Mischlinge.
  • Ernährung (durch chemische Tests an den Knochen) → Die Wölfe haben fast nur Fisch und Robbenfleisch gefressen – genau wie die Menschen dort, die Robben jagten und fischten. Normale, wilde Wölfe jagen lieber Rehe oder andere Tiere auf dem Land, also haben die Menschen die Wölfe wahrscheinlich mitgefüttert.
  • Knochenbau → Einer der Wölfe war ziemlich klein (wie bei Tieren, die lange in der Nähe von Menschen leben). Der andere hatte eine schwere Verletzung am Bein und konnte kaum laufen – trotzdem hat er lange überlebt. Ohne Hilfe von Menschen wäre das unmöglich gewesen.

Die Forscher sagen: Die Menschen haben die Wölfe mit dem Boot auf die Insel gebracht und dort lange Zeit mit ihnen zusammengelebt. Sie haben sie gefüttert, gepflegt und vielleicht sogar für die Jagd oder aus anderen Gründen bei sich gehabt – alles lange bevor es die ersten richtigen Haushunde gab. Das zeigt: Die Beziehung zwischen Menschen und Wölfen war schon vor Tausenden von Jahren viel enger und vielfältiger, als man früher dachte. Es ging also nicht nur ums Jagen oder Angst voreinander – manche Menschen haben Wölfe richtig gehalten und versorgt. Die Studie ist sehr spannend, weil sie zeigt, wie flexibel Menschen damals mit Wildtieren umgehen konnten und weil sie ein Schlaglicht auf den teilweise hysterischen Umgang mit Wölfen von heute legt. 

Unsere eigene wilde Seite

Spielende Wolfshunde. © Brigitte Sommer

 

Seit Tausenden von Jahren leben Menschen und Wölfe (oder ihre Nachkommen, die Hunde oder seit einigen Jahren auch Wolfshunde) Seite an Seite. Die ersten Wölfe, die sich den Menschen annäherten, wurden zu unseren treuesten Begleitern – und diese enge Verbindung hat Spuren hinterlassen, nicht nur in der Geschichte, sondern auch in den Genen. Manche Wissenschaftler vermuten, dass diese lange Co-Evolution eine Art genetisches Echo in uns hinterlassen hat. Wir teilen mit Wölfen (und Hunden) nicht nur ähnliche soziale Strukturen – Rudelzusammenhalt, starke Bindungen – sondern vielleicht auch tief sitzende Gefühle. Wölfe verkörpern für viele Freiheit, Stärke, Wildheit und Loyalität – Eigenschaften, die in unserer eigenen evolutionären Vergangenheit als Jäger und Sammler eine große Rolle spielten. Wenn jemand einen Wolf sieht und sofort eine tiefe Faszination oder Sehnsucht spürt, könnte das mehr sein als nur Romantik. Es könnte ein uraltes Wiedererkennen sein: Ein Stück gemeinsamer Ahnen-DNA, das in uns anspricht. Wie bei manchen Menschen, die sich zu Bergen oder dem Meer hingezogen fühlen, weil ihre Vorfahren dort überlebten – so könnte der Wolf in uns eine Erinnerung wecken an die Zeit, als wir noch enger mit der Wildnis verbunden waren. Natürlich ist das keine bewiesene Wissenschaft, sondern eine spannende Idee aus Evolution und Psychologie. Aber es erklärt vielleicht, warum Wölfe für so viele Menschen etwas Magisches haben: Sie erinnern uns an etwas, das tief in unserem Erbgut schlummert – an unsere eigene wilden Seite.

Quelle:

Die Studie wurde am 24. November 2025 in den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) veröffentlicht und trägt den Titel „Gray wolves in an anthropogenic context on a small island in prehistoric Scandinavia“.Vollständiger Link:
https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.2421759122
DOI: 10.1073/pnas.2421759122Autoren: Linus Girdland-Flink, Anders Bergström, Jan Storå, Erik Ersmark, Jan Apel, Maja Krzewińska, Love Dalén, Anders Götherström und Pontus Skoglund (Senior-Autor vom Francis Crick Institute).
Weitere Quellen:

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Hessen: Drückjagden mitten im Wildkatzenrevier und ehemaligem Wolfsrevier am Winterstein

Am 22. November 2025 dokumentierten wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. zusammen mit Pro Fuchs Hessen Wildtierschutz Deutschland Sektion Hessen auf dem offiziellen Wildkatzen-Walderlebnispfad Winterstein (Hochtaunus), einem von Hessenforst und BUND gemeinsam betreuten und beworbenen Lehrpfad, der Besucher explizit über die streng geschützte Europäische Wildkatze aufklärt, eine Drückjagd. Die Drückjagd, unter anderem auch von HessenForst, fand mitten im Revier statt. Mehrere Jagdhunde liefen frei. Sobald die Treiber uns bemerkten, wurden die Hunde hastig angeleint – offenbar in dem Bewusstsein, dass in diesem ausgewiesenen Wildkatzen-Lebensraum frei laufende Jagdhunde nichts zu suchen haben. Später hörten wir einige hundert Meter entfernt dann einen markerschütternden Schrei, der nur von einem Tier in Todesangst stammen konnte. Ein frei laufender Hund hatte es offenbar getötet.

Wir vermuten einen Fuchs, aber der Schrei hätte auch tatsächlich von einer streng geschützten Wildkatze stammen können – beide klingen in Panik sehr ähnlich. Jäger deuteten den Schrei eher auf ein Reh hin. Egal welches Tier es war: In einem Gebiet, das HessenForst und der BUND selbst als Schaufenster des Wildkatzenschutzes bewerben, dürfen Jagdhunde unserer Meinung  nicht frei laufen und Wildtiere hetzen oder reißen und schon gar kein Lebewesen quälen.
Wir dokumentierten an diesem Tag mehrere Jagden in verschiedenen Revieren am Winterstein, und es kamen so zirka 20 Kilometer zu Fuß zustande. Auffällig ist es, dass sich immer mehr Frauen als Treiber beteiligen. In diesem Revier versuchte uns ein herbei gerufener Jagdaufseher einzuschüchtern und zu vertreiben. Unser Tipp: Nicht einschüchtern lassen. Auf offiziellen Wegen darf man sich aufhalten, immer mindestens zu Zweit bleiben, weil Zeugen nötig sind, freundlich, aber beharrlich bleiben, nicht provozieren. Es können auch Leute aufgenommen werden, diese dürfen bei Veröffentlichung aber nicht erkennbar sein. © Brigitte Sommer

 

Im Gebiet der Wildkatze sind Infotafeln aufgestellt, die über die Wildkatze informieren. Darüber, was hier tatsächlich regelmäßig auch stattfindet, nämlich Jagden, bei denen frei laufende Jagdhunde bestimmt nicht unterscheiden können, was sie jagen dürfen und was nicht, informiert die Tafel nicht. Wie unser Film zeigt, sind Jagdhunde eben nicht jederzeit abrufbar. © Brigitte Sommer

 

Beispielfoto Wildkatze. © Brigitte Sommer

Filmtondokumentation über ein Tier, das unter Qualen sterben musste

 

Wir befanden uns direkt auf dem Wildkatzenwanderpfad unterhalb des Sendeturms auf dem Winterstein.

Hier weitere Bilder und Filme von der Drückjagd: https://www.facebook.com/share/r/12JribFQsM8/?mibextid=wwXIfr

 

Ein Parkplatz mit Tötungsgarantie. Nur wenige Meter dahinter befindet sich der Hochsitz, an dem die aufgeschreckten und in Panik versetzten Tiere vorbei getrieben werden. Damit Gastjäger die Hochsitze auch finden, sind sie markiert. © Brigitte Sommer

 

Auf dem Anhänger ist ein totgeschossenes Wildschwein zu sehen. Am Tag der Drückjagd herrschte Dauerfrost. Für die Wildtiere, die sich eigentlich im Ruhemodus befinden, bedeutet dies eine zusätzliche Katastrophe, aufgeschreckt und in Panik versetzt zu werden. Das Fleisch von solchen Tieren ist ohnehin meist ungenießbar. © Brigitte Sommer

Stellungnahme von HessenForst

HessenForst beantwortete unsere Anfrage wie folgt. „Es ist richtig, dass das Forstamt Weilrod an der revierübergreifenden Jagd am Winterstein am 22.11.2025 beteiligt war und dass dort ein Wildkatzenvorkommen nachgewiesen ist. Grundsätzlich gibt es im gesamten Gebiet des Forstamts Weilrod Wildkatzenvorkommen und ein Vorkommen der Wildkatze bedeutet nicht per se, dass ein Jagdverbot herrscht. Das Durchführen von Bewegungsjagden findet bei HessenForst im Rahmen der gesetzlichen Regelungen des Bundesjagdgesetzes, des Hessischen Jagdgesetzes sowie der Hessischen Jagdverordnung statt. Darüber hinaus ist das Durchführen von Bewegungsjagden Teil des Jagdkonzeptes von HessenForst und dient der Erfüllung der Abschusspläne. Der Einsatz brauchbarer Jagdhunde ist gesetzlich vorgeschrieben und erlaubt. Füchse waren bei der Drückjagd von HessenForst nicht freigegeben.

Nach Prüfung ihrer Beschreibung kann ich Ihnen versichern, dass sich dieser Vorfall nicht bei HessenForst, sondern in einer der an uns angrenzenden Jagden ereignet hat. Wie schon in meiner vorherigen Mail beschrieben, war die Wintersteinjagd eine revierübergreifende Jagd, an der neben HessenForst und dem Bundesforst auch diverse private Jagdpächter mit ihren Jagdflächen beteiligt waren. Da sich dieser Vorfall nicht bei einer HessenForst-Jagd ereignet hat, sind wir zu weiteren Ermittlungen nicht berechtigt. Grundsätzlich ist zu sagen, dass ein Fehlverhalten bei Jagden von HessenForst nicht toleriert wird. Verstöße gegen Jagdrecht und Tierschutz werden bei der zuständigen Unteren Jagdbehörde des Kreises angezeigt.“

Nach Ende der Drückjagden wurde am Jagdhaus von HessenForst gemeinsam gefeiert. Uns wollte man als Beobachter nicht dabei haben. © Brigitte Sommer

 

Lange Reihe von Jägerfahrzeugen an der Zufahrt zur Jagdhütte. Die meisten dieser Fahrzeuge brausten vorher auch über Waldwege und schreckten die Wildtiere zusätzlich auf. © Brigitte Sommer

 

Vom BUND, der den Wildkatzenwanderpfad mit angelegt hat,  kam gar keine Stellungnahme zu unserer telefonischen Anfrage. Es sind aber nicht nur die ständigen Drückjagden, die Wildkatzen und andere seltene Tier stören. Auf dem Winterstein wird zudem eine Windkraftanlage geplant.  Hier eine Petition gegen die Windkraftanlage am Winterstein: https://c.org/cybmMcMpWV?fbclid=IwY2xjawO161BleHRuA2FlbQIxMQBzcnRjBmFwcF9pZBAyMjIwMzkxNzg4MjAwODkyAAEeBUTxnlFtfI6mu02MoMfVTyuoRWh48Hzh3Ff5w0ny4sxVlFw74HIb5oW2u8M_aem_WnVNQc1LXBUZk-jHsu7BMw

Das Revier war auch ein offizielles Wolfsterritorium, das es auch nicht mehr gibt. Wolf „Butzi“ aus dem Leuscheider Rudel hatte sich im Taunus niedergelassen. Wenig später kam auch noch eine Partnerin dazu. Zuerst verschwand sie und dann er spurlos. Wölfe, die sich einmal ein Territorium ausgesucht haben, wandern nicht mehr ab. Deshalb gehen wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. davon aus, dass die Wölfe illegal beseitigt worden sind, denn genau dort befindet sich auch ein Netzwerk krimineller Machenschaften.

Zeugen gesucht

Wer auch an diesem Tag in dem Waldgebiet gewesen ist und etwas gesehen hat, oder weiß, wer das betreffende Revier gepachtet hat, meldet sich bitte bei uns: Brigitte.Sommer@wolfsschutz-deutschland.de . Wir garantieren Anonymität.

Berufsjäger und Förster nicht „weniger schlimm“ als Hobbyjäger

Das Konzept „Wald vor Wild“ (auch als Leitlinie in der hessischen Schalenwildrichtlinie umgesetzt) priorisiert den Waldumbau und die Verjüngung von Baumarten vor den Bedürfnissen des Wildes und führt zu einer starken Erhöhung der Abschussquoten. Kritiker aus Wildtierschutz, Biologie und Teilen der Jagdszene sehen darin massive Probleme:

  • Es wird ein einseitig forstwirtschaftlich-betriebswirtschaftlicher Ansatz verfolgt, der wildbiologische Aspekte weitgehend ignoriert und zu einer genetischen Verarmung der Wildpopulationen führen kann (Landesjagdverband Hessen, 2019–2021).
  • Das Konzept schafft eine „Landschaft der Angst“, in der Wildtiere unter permanentem Jagddruck stehen, was Stress verursacht, das natürliche Verhalten stört und paradoxerweise höhere Wildschäden provozieren kann (Wildtierschutz-Experten wie Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel, 2021–2023).
  • Der sogenannte „Wald-Wild-Konflikt“ ist in Wahrheit ein „Holz-Jagd-Konflikt“: Die eigentliche Ursache für Verbissschäden liegt oft in jahrzehntelanger waldbaulicher Fehlplanung (z. B. Monokulturen, äsungsarme Strukturen), nicht primär beim Wild – doch statt struktureller Waldverbesserung wird primär durch radikale Reduzierung der Bestände reagiert (BUND-Position, bundesweit und Hessen relevant).
  • Statt natürlicher Sukzession und Koexistenz mit Wild (wie in unbejagten Referenzflächen beobachtet) wird eine „Landschaft ohne Wild“ gefördert, was die Biodiversität langfristig schwächt und das Wild als integralen Bestandteil des Ökosystems stigmatisiert (Wildtierschutz Deutschland e. V. , BUND NRW/Hessen-Analogien).

In Hessen wurde das Konzept trotz Protesten (u. a. Landesjagdverband, also der „Hobbyjäger)) fortgesetzt und in der neuen Schalenwildrichtlinie (2025) mit dreistufigem Schadenssystem weiter verschärft – Kritiker sprechen von einer ideologisch getriebenen Priorisierung des Holzertrags über ökologische Balance und Tierschutz. Dazu zählen wir uns von Wolfsschutz-Deutschland e. V. auch. Deshalb setzen wir uns nicht nur für eine Beendigung der Hobbyjagd, sondern der allgemeinen Jagd ein. Das Konzept „Wald vor Wild“ wird in vielen weiteren Bundesländern eingesetzt. 

 

Es dokumentierten, von links: Brigitte Sommer (Wolfsschutz-Deutschland e. V. und Necla von Gartzen (Pro Fuchs Hessen / Wildtierschutz Deutschland Sektion Hessen) – https://www.facebook.com/ProFuchsHessen

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Wölfe und Rothirsche: Eine natürliche Symbiose in Deutschlands Landschaften

In Deutschland kehren Wölfe seit dem Jahr 2000 erfolgreich zurück. Im Monitoringjahr 2024/2025 leben hier etwa 1.600 bis 2.000 Wölfe in rund 276 Territorien, mit Schwerpunkten in Niedersachsen, Brandenburg und Sachsen. Ihre Verbreitung hängt eng mit dem Vorkommen von Rothirschen zusammen – einer ihrer wichtigsten natürlichen Beutearten.

Die enge Verbindung zwischen Wölfen und Rothirschen

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Wölfe ihre Territorien bevorzugt in Gebieten etablieren, wo Rothirschdichten hoch sind. Rothirsche machen je nach Region bis zu 25 % der Wolfsnahrung aus. In beutereichen Landschaften sind Wolfsterritorien kleiner, was eine höhere Populationsdichte ermöglicht. Studien bestätigen: Die Dichte an Rothirschen ist oft der entscheidende Faktor für das Vorkommen von Wölfen. Beispiele wie das Pilotprojekt „Räuber und Beute“ in der Glücksburger Heide verdeutlichen diese Dynamik: Dort lebt ein Wolfsrudel inmitten einer starken Rothirschpopulation, was eine natürliche Koexistenz ohne übermäßige Belastung der Hirschbestände zeigt.
Eine weitere Studie aus den westlichen Europäischen Alpen (einschließlich Teilen Süddeutschlands) zeigt, dass die Dichte von Rothirschen der wichtigste Faktor für das Vorkommen von Wölfen ist, was eine klare Habitatüberlappung impliziert, da Wölfe Habitate wählen, die reich an Beute wie Rothirschen sind. Zusätzlich ergab eine europaweite Analyse, dass Rothirschbestände zwar stärker durch menschliche Jagd und Landnutzung beeinflusst werden als durch Wölfe, aber die Rückkehr der Wölfe in Deutschland (z. B. in Mitteleuropa) führt zu Interaktionen in gemeinsamen Habitaten. Wenngleich der Einfluss auf die Populationsdichte selbst begrenzt ist, halten Wölfe die Rothirschpopulation gesund, da es ihnen nicht um Trophäen geht, sondern sie jagen leicht zu erreichende Beute, wie alte, schwache, kranke und junge Tiere. 
Rothirschfamilie in Sachsen, Wolfsterritorium Knappenrode II.

Rothirsche als Bewohner offener Landschaften

Rothirsche sind ursprünglich Tiere offener und halboffener Habitate wie Steppen, lichte Auwälder oder Bergwiesen. Sie ernähren sich hauptsächlich von Gräsern und Kräutern und leben in großen, wandernden Herden. In solchen Landschaften können sie als große Pflanzenfresser eine wertvolle Rolle spielen: Durch Fress- und Trittverhalten halten sie Flächen offen, fördern Strukturvielfalt und unterstützen die Artenvielfalt auf Magerrasen und Wiesen. Ein anschauliches Beispiel ist die Hohe Rhön im Grenzgebiet von Bayern, Hessen und Thüringen. Als UNESCO-Biosphärenreservat bekannt als „Land der offenen Fernen“, entstand diese Kulturlandschaft durch extensive Beweidung. Rothirsche könnten hier natürlicherweise zur Offenhaltung beitragen und die charakteristische Weite sowie Biodiversität der Bergwiesen und Magerrasen erhalten.

Natürliche Regulation und gesunde Populationen

Wo Wölfe und Rothirsche gemeinsam vorkommen, entsteht eine natürliche Balance. Wölfe selektieren oft schwächere Tiere, was zu vitaleren Hirschherden führt. Gleichzeitig verhindern sie lokale Überdichten, die sonst zu stärkerem Verbiss führen könnten. Europaweite Analysen zeigen, dass menschliche Einflüsse die Rothirschbestände stärker prägen als die Präsenz von Wölfen. Diese Interaktionen beleben Ökosysteme: Gesündere Wildpopulationen, vielfältigere Habitate und eine Rückkehr natürlicher Prozesse. In Regionen wie der Lausitz oder den westlichen Alpen beobachten Forscher, wie Wölfe Rothirschhabitate besiedeln und die Dynamik der Landschaft bereichern.
Rothirschkühe. © Brigitte Sommer

Kritik am aktuellen Rothirsch-Management

Trotz dieser Vorteile wird die Ausbreitung der Rothirsche in Deutschland stark eingeschränkt. In vielen Bundesländern, besonders im Süden und Westen (z. B. Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Thüringen), existieren Rotwildbezirke – festgelegte Gebiete, in denen Rothirsche vorkommen dürfen. Außerhalb davon gilt oft ein Abschussgebot, was die natürliche Wanderung behindert und zu isolierten Populationen führt. Diese Regelung beschränkt das Vorkommen auf nur etwa 25–30 % der Landesfläche und verursacht Probleme wie genetische Verarmung und Inzucht, da der Austausch zwischen Populationen erschwert wird. Kritiker, wie wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V., sehen darin einen kontraproduktiven Ansatz, der primär forstwirtschaftliche Interessen schützt. Intensive Jagd und Beunruhigung treiben die Tiere zudem in dichte Wälder, wo sie stärker auf Rinde angewiesen sind – was die beklagten „Schäden“ verstärkt, anstatt sie zu mindern. In offenen Landschaften wie der Hohen Rhön könnten Rothirsche hingegen eine positive Rolle bei der Landschaftspflege spielen, ohne dass künstliche Beschränkungen nötig wären. Die Koexistenz von Wölfen und Rothirschen zeigt, wie resilient und vielfältig Deutschlands Natur sein kann – ein faszinierendes Zusammenspiel natürlicher Prozesse, das durch mehr Raum für Wildtiere noch bereichert werden könnte.
Copyright: Deutsche Wildtierstifung. Verbreitungskarte Rothirsche. http://www.deutschewildtierstiftung.de

 

Copyright: DBB-Wolf. Verbreitungskarte Wölfe. http://www.dbb-wolf.de

 

 

 

Quellen:

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Der Wolfsmond: Ein Symbol für Stärke, Mysterium, Naturschutz und Freiheit

Am 2. Januar 2026 starten wir frisch und motiviert ins neue Jahr – und was könnte passender sein als ein Thema, das direkt mit unserem Namensgeber verbunden ist: der Wolfsmond. Der erste Vollmond des Jahres, der traditionell als Wolfsmond bezeichnet wird, leuchtet morgen hell am winterlichen Himmel und erinnert uns an die faszinierende Welt der Wölfe. In diesem informativen Artikel tauchen wir in die Geschichte und Bedeutung dieses Phänomens ein, entmystifizieren gängige Mythen und verbinden es mit der aktuellen Situation der Wölfe in Deutschland.

Der Wolfsmond ist der Name für den ersten Vollmond im Januar, eine Bezeichnung, die seit Jahrhunderten in verschiedenen Kulturen verwendet wird. Ursprünglich stammt der Begriff aus europäischen Traditionen, wie keltischen oder altenglischen Quellen, wo der Januar sogar als „Wolf-Monat“ bekannt war. In der kalten, dunklen Winterzeit war Nahrung knapp und Wölfe kamen menschlichen Siedlungen näher auf der Suche nach Beute. Besonders in klaren Vollmondnächten war ihr Heulen weit zu hören – ein unheimliches, unvergessliches Geräusch, das die Menschen mit dem Mond assoziierten. Später wurde der Name von nordamerikanischen indigenen Völkern, wie den Algonkin-Stämmen, übernommen oder unabhängig ähnlich geprägt. Diese Kulturen benannten Vollmonde oft nach natürlichen Ereignissen oder Tieren, die in der jeweiligen Jahreszeit präsent waren – so wie der „Schneemond“ im Februar oder der „Erdbeermond“ im Juni. Im 20. Jahrhundert machten die berühmten Farmer’s Almanacs – traditionelle amerikanische Jahrbücher mit Wettervorhersagen, astronomischen Daten und Folklore – diese Namen weltweit populär. Besonders der „Old Farmer’s Almanac“ (gegründet 1792) und der „Farmers‘ Almanac“ (gegründet 1818) verbreiteten die poetischen Bezeichnungen in den 1930er Jahren systematisch. Heute symbolisiert der Wolfsmond in vielen Kulturen Neuanfang, Intuition, Gemeinschaft und die Überwindung der Winterdunkelheit – eine spirituelle Kraft, die perfekt zum Jahresstart passt.

Wichtig zu wissen: Wölfe heulen nicht den Mond an! Das ist ein Mythos. Ihr Heulen dient der Kommunikation innerhalb des Rudels, zur Markierung von Territorien oder während der Paarungszeit, deren Rituale oft schon im Januar beginnen. Im Winter, wenn die Luft klar und still ist, trägt der Schall besonders weit – daher die Verbindung zum Vollmond.

Basis ist ein echtes Foto, © Brigitte Sommer. Der Hintergrund wurde durch KI zu einem winterlichen Eindruck verändert.

Von Mythos zur Realität: Die Wölfe in Deutschland heute – Ein Skandal aus Lobbyismus, Korruption und falschen Zahlen

Der Wolfsmond ist nicht nur ein schönes Himmelsereignis, sondern eine Gelegenheit, über die realen Wölfe nachzudenken. In Deutschland sind Wölfe nach über 150 Jahren Ausrottung seit den 2000er Jahren erfolgreich zurückgekehrt. Aktuell stagniert der Bestand erstmals, was auf eine massive illegale Beseitigung hinweist, denn in Deutschland ist noch reichlich Platz für Wölfe. Doch statt Schutz zu stärken, wird der Wolf systematisch geopfert: Im Juni 2025 wurde der Schutzstatus des Wolfs in der EU-FFH-Richtlinie von „streng geschützt“ auf „geschützt“ herabgestuft, was Abschüsse unter bestimmten Bedingungen erleichtert. Die Bundesregierung hat kürzlich einen Gesetzentwurf beschlossen, um den Wolf ins Bundesjagdgesetz aufzunehmen und Wölfe künftig zu bejagen.  Bei Wolfsschutz-Deutschland e.V. sehen wir das als Skandal: Wir sind strikt gegen jeden Abschuss! Diese Politik ist geprägt von Lobbyismus der Agrar- und Jägerschaft, die wissenschaftliche Fakten verbiegt und Korruption fördert. Der „günstige Erhaltungszustand“ – Voraussetzung für die Herabstufung – wurde politisch manipuliert: Ein Schreiben aus dem Staatssekretariat von Jochen Flasbarth (SPD) wies an, wissenschaftliche Daten des Bundesamts für Naturschutz zu ignorieren, das Referenzgebiet zu verkleinern und die Mindestpopulationsgröße herunterzustufen. Das sind falsche Zahlen, die eine mögliche Rechtsbeugung darstellen und nur der Lobby dienen. Schadenszahlen wie die 4.300 getöteten Weidetiere 2024 sind gering, werden aber in Medien übertrieben dargestellt, da viele Fälle wegen mangelnden Herdenschutz vermeidbar wären – und Jagd führt wissenschaftlich zu mehr, nicht weniger Rissen, da destabilisierte Rudel leichtere Beute suchen. Politiker wie Landwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) feiern das als „guten Tag für Weidetierhalter“, während es purer Populismus ist, der die Jägerschaft bedient. Die Grünen, die den Abbau als Regierungspartei mittrugen, kritisieren nun heuchlerisch aus der Opposition heraus.

Schon im Januar 2026 soll der nächste Schritt folgen: Der Gesetzentwurf geht in den Bundestag, mit erwarteter Zustimmung im Bundesrat durch unionsgeführte Mehrheit – ein weiterer Schlag gegen den Naturschutz. Statt Jagd fordern wir Koexistenz. Das wirksamste Mittel gegen Risse sind bewährte Schutzmaßnahmen wie Elektrozäune, Herdenschutzhunde und gezielte Beratung – mit 100-prozentiger, unbürokratischer Förderung.

Wir setzen uns ein gegen illegale Tötungen, Datenmanipulation und Lobbyeinfluss – der Wolf ist ein wichtiger Teil unseres Ökosystems, hält Wildbestände gesund und er ist hier genauso zu Hause wie wir Menschen. Lasst uns den Wolfsmond als Symbol für Stärke und Schutz nutzen, um Mythen durch Fakten zu ersetzen und Korruption aufzudecken.

Der leider viel zu früh verstorbene Schriftsteller und Philosoph Gunnar Kaiser fragte sich in einem emotionalen Beitrag ob er genug getan habe.  Ein Zitat daraus: „Am Endes des Lebens geht es nicht darum, wie gut Du die Regeln eingehalten hast und wie viele Gesetze Du befolgt hast, sondern ob Du der geworden bist, der in Dir angelegt ist.“ https://www.youtube.com/watch?v=_P2cc1fH7Jw

Tun wir genug? Es wird kein Retter von außerhalb kommen, die Rettung liegt in uns selbst. https://wolfsschutz-deutschland.de/mitglied-werden/

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Kabinettsbeschluss: Im Jagdrecht droht den Wölfen die erneute Ausrottung

Das Bundeskabinett hat gestern die Aufnahme des Wolfs in das Bundesjagdgesetz beschlossen. Ein weiterer Schritt zum Tötungsrausch auf die ehemals streng geschützte Art. Wolfsschutz-Deutschland e.V. sieht darin den Abschluss eines jahrelangen systematischen Abbaus des Artenschutzes und kritisiert zusätzlich die politische Manipulation des „günstigen Erhaltungszustands“, die geplante Reform des Verbandsklagerechts sowie den weiteren Weg des Gesetzes durch den Bundesrat als weiteren Schlag gegen unabhängigen Naturschutz.

Ein Beschluss mit langer Vorbereitung und politischer Manipulation

Die Novelle ermöglicht in Regionen mit „günstigem Erhaltungszustand“ und hoher Wolfsdichte revierübergreifende Managementpläne, Quoten und schnellere Entnahmen von „Problemwölfen“ – oft ohne die bisherigen strengen Einzelfallprüfungen. Landwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) sprach von einem „guten Tag für Weidetierhalter“. Umweltminister Carsten Schneider (SPD) betonte, der Wolf solle bleiben und Koexistenz mit der Weidetierhaltung möglich sein. Präventiver Herdenschutz würde weiter gefördert, doch in der Praxis wird Jagdrecht zur einfachen Alternative. Der „günstige Erhaltungszustand“ – die zentrale Voraussetzung für diese Lockerung – wurde jedoch politisch herbeigeführt. Experten des Bundesamts für Naturschutz und eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe hatten wissenschaftlich ein deutlich größeres Referenzgebiet und eine höhere Mindestpopulationsgröße ermittelt, was zu einem ungünstigen Zustand geführt hätte. Ein Schreiben aus dem Staatssekretariat von Jochen Flasbarth (SPD) https://wolfsschutz-deutschland.de/2025/12/10/leak-entlarvt-flasbarths-daten-trick-soll-den-wolf-zum-freiwild-machen/
wies jedoch an, diese Werte nicht als Referenz zu verwenden. Stattdessen wurde die Fläche verkleinert und die Populationsgröße heruntergestuft. Hier wurden wissenschaftliche Daten zugunsten lobbygetriebener Politik verbogen und mittels der nächsten Abstimmung auf dem Weg ins Jagdrecht ignoriert. Dies könnte sogar eine Rechtsbeugung darstellen. 
Beispielbild Wölfe. © Brigitte Sommer
Der gesamte Beschluss ist kein Zufall, sondern jahrelang vorbereitet. Schon unter der Ampel-Koalition ebnete die Zustimmung zur Herabstufung in der Berner Konvention und der EU-FFH-Richtlinie 2024 den Weg. Die Grünen, die das als Regierungspartei mittrugen, kritisieren nun aus der Opposition – eine Heuchelei, die unser Verein scharf verurteilt. Der Gesetzentwurf muss nun noch durch den Bundestag und den Bundesrat. Aufgrund der unionsgeführten Mehrheit im Bundesrat ist auch dort mit einer Zustimmung zu rechnen – ein weiterer Schritt, der den Widerstand chancenlos macht. Aber wir berichteten auch bereits darüber, dass sich bei der Umweltministerkonferenz die Minister aller Parteien einig waren, den Wolf ins Bundesjagdrecht zu übernehmen: https://wolfsschutz-deutschland.de/2025/11/17/umweltministerkonferenz-in-saarbruecken-alle-parteien-einig-der-wolf-soll-ins-jagdrecht/
Nun in der Opposition wettern die Grünen praktisch gegen die Zustände, die sie selbst mit eingeleitet haben und denen sie in der Umweltministerkonferenz selbst zugestimmt haben, deshalb wird das Gesetz auch durch den Bundestag gehen.

Reform des Verbandsklagerechts: Letzte Bremse wird geschwächt

Besonders alarmierend ist die im Koalitionsvertrag festgeschriebene Reform des Verbandsklagerechts. „Das Verbandsklagerecht vor Verwaltungsgerichten werden wir reformieren, straffen und auf die tatsächliche Betroffenheit ausrichten. Wir werden es bis auf das europarechtliche Mindestmaß absenken“, heißt es dort wörtlich. Das Umwelt-Rechtsbehelfsgesetz soll ebenfalls überprüft und auf EU-Minimum angepasst werden. Bisher haben Verbandsklagen in Ländern wie Niedersachsen fast jede Abschussgenehmigung gekippt. Künftig könnte diese Kontrolle durch die neue jagdrechtliche Basis und die Reform weiter ausgehöhlt werden. Die letzte gerichtliche Bremse wird gezielt geschwächt – genau dann, wenn sie am dringendsten gebraucht wird.

Politische Realität und fehlende Mobilisierung

Große Verbände drohen nur mit Klagen und verweisen auf die laufende EU-Klage von Green Impact. Doch solche Verfahren dauern Jahre, während die Gesetzesänderung schon 2026 in Kraft treten wird. Große Verbände, wie Nabu, WWF oder BUND könnten eine weitere Klage aus der Portokasse tragen, während kleine Vereine das Geld dafür über Gofundme-Kampagnen zusammen kratzen müssen. Der Nabu ruft seine Mitglieder stattdessen jetzt dazu auf, die Abgeordneten anzuschreiben. Reine Show. Petitionen und Proteste verpuffen oft wirkungslos in einem System, das Agrar- und Jagdlobby priorisiert und in dem alle Parteien umfallen und letztendlich mitmachen. Für die Mehrheit der Bevölkerung bleibt das Thema Wolf angesichts von Inflation und Alltagsproblemen sowie Angst vor Kriegen zweitrangig. Die Mobilisierung einer neuen Friedensbewegung unter jungen Menschen macht jedoch auch Hoffnung, dass sich mehr junge Menschen auch für Naturschutz interessieren und in wirklich unabhängige Naturschutzvereine, wie unseren, eintreten und aktiv vor Ort mitmachen. 
Es ist auch längst wissenschaftlich belegt, dass Jagd auf Wölfe nicht weniger Risse bedeuten, sondern eher mehr Risse, da zerschossene Wolfsfamilien auf leichtere Beute zurück greifen müssen. Aktuell belegt auch durch das sinnlose Töten in der Schweiz, wo das Blut von Wolfswelpen die Almen tränkt. Wo Wildhüter zu Wildübertötern werden. Wo Schutz zu Schuss verkommt. Dies droht nun auch bei uns.
Beispielfoto Wolf, © Brigitte Sommer
Die Wölfe in Deutschland wurden bereits einmal vollständig ausgerottet – nun droht ihnen durch diese Lobbymacht eine zweite Vernichtung. Es mögen für viele Menschen „nur“ die Wölfe sein, doch die Wölfe stehen als Sinnbild für unsere gesamte Natur und den Umgang mit den Schwächeren in einer Gesellschaft, für die das Gemeinwohl keine Rolle mehr zu spielen scheint. Wer sich für Wölfe einsetzt, setzt sich letztendlich auch für sich selbst ein, denn bei kaltblütigen Konzernmächten, die hinter den Lobbyisten stehen, besteht die Gefahr, dass sie vor nichts mehr Halt machen werden.
Wolfsschutz-Deutschland e.V. bleibt realistisch und ehrlich: Wir verkaufen keine Illusionen von schnellem Wandel durch Dialog oder Petitionen. Stattdessen setzen wir auf unabhängige Aufklärung und konsequente Prävention. Konkret wird der Verein eine eigene EU-Beschwerde gegen den Beschluss und die Manipulation des Erhaltungszustands einreichen, das interne Wolfsmonitoring weiter ausbauen, die Präsenz vor Ort in betroffenen Regionen verstärken und Verstöße sowie Vorfälle – insbesondere auf Drückjagden  sowie auf kommenden Wolfsjagden – systematisch dokumentieren und weiter eigene kritische Artikel verfassen. Erst wenn mehr Menschen die Realität wahrnehmen, statt ihre Zeit und Energie in reine Showprojekte, wie das Anschreiben der Abgeordneten stecken, die dies mit Sicherheit nicht sonderlich beeindrucken wird,  können wirksame Mechanismen ergriffen werden.  Wir rufen Wolfsfreundinnen und Wolfsfreunde dazu auf – insbesondere die, die bei den großen Verbänden Mitglied sind – dort Druck auszuüben. Diese großen Verbände haben genug Macht und Geld und Manpower, um beispielsweise auch eine echte Großdemonstration zu organisieren. Dass sie es nicht tun, sagt einiges über diese Verbände aus, in denen Jäger oft an der Spitze sitzen und ganz andere Interessen als den Schutz der Wölfe zu verfolgen scheinen, wie bei Nabu oder WWF. Wir brauchen aber echte Handlung statt Show, wenn wir nicht ein zweites Mal dafür verantwortlich sein wollen, dass unsere Wölfe sinnlos ausgerottet werden, denn kein einziger Weidetierhalter wird davon provotieren, sondern nur Barbarei und Tötungslust.
Weiterer Artikel zum Thema:
Erschütterndes aus der Bundespressekonferenz: https://www.youtube.com/watch?v=6-aqZY0SRNk

Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

Doch wir Helfer brauchen auch Hilfe. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende. Auch mit einem Dauerauftrag von 5 Euro im Monat können wir viel Gutes tun und weiter für unsere Wölfe kämpfen. https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

Wolfswelpe in Drenthe: Spieltrieb wie bei Hundewelpen – Vernunft statt Stress

Im Nationaal Park Dwingelderveld (Provinz Drenthe, Niederlande) ist ein sieben Monate alter Wolfswelpe am 11. Dezember 2025 zwei Wanderern hinter her gelaufen.  Videos zeigen ein verspieltes, neugieriges Verhalten, das für Wolfswelpen typisch ist. Genau wie Hundewelpen, die spielerisch in Waden kneifen oder um Beine herumtollen, testet der junge Wolf Grenzen aus. Die Provinz Drenthe stufte das als „zorgwekkend gedrag“ (besorgniserregendes Verhallten) ein und plant intensives Monitoring sowie mögliche Vergrämung (z. B. Paintball-Gewehr, Betäubung und Sender). Als Wolfsschutz-Deutschland e.V. sind wir nicht grundsätzlich gegen Vergrämung – im Gegenteil: Eine frühe, konsequente und tierschutzgerechte Vergrämung kann helfen, Scheu aufzubauen und Problementwicklungen zu verhindern. Was wir ablehnen, sind ausartende Maßnahmen wie in Großhennersdorf in Sachsen und Panikmache. Wir beleuchten in unserem Artikel psychologische Aspekte von Panik und bringen Fakten, die zur Entspannung beitragen müssten.

 

Beispielfoto 7 Monate alte Wolfswelpen.
In Großhennersdorf wurde ein siebenmonatiger Welpe gefangen, besendert und massiv vergrämt – ohne dass ihm ein Fluchtweg gelassen wurde.  Wir berichteten hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2025/12/12/update-zum-grosshennersdorf-protest-unser-widerspruch-gegen-die-art-der-vergraemung-steht-trotz-mobbing-und-doppelmoral/
Solche intensiven, stressreichen Eingriffe kritisieren wir scharf: Sie verursachen unnötiges Leid und können das Tier traumatisieren, ohne langfristig zu helfen. Stattdessen plädieren wir für eine sanfte, aber klare Vergrämung bereits bei den ersten Anzeichen: Schreien, in die Hände klatschen, Arme schwenken oder Steine in die Nähe werfen – also „unfreundlich“ werden, wie es jeder Spaziergänger selbst tun kann. Genau das hätte auch im aktuellen niederländischen Fall geholfen: Der Betroffene hätte den Welpen durch deutliches, dominantes Verhalten sofort in die Flucht schlagen können.
Hier das Video:

Mögliche Ursachen: Habituation und Persönlichkeitstypen

Weniger Scheu kann für Habituation sprechen – der Welpe könnte gelernt haben, Menschen als harmlos und sympathisch einzuschätzen. Eine direkte Anfütterung ist nicht bewiesen, doch in den Niederlanden (z. B. auf der Veluwe) haben Fotografen wiederholt durch zu große Nähe oder Futter Wölfe angelockt. Solches Fehlverhalten muss konsequent geahndet werden. Wolfsforscher Günther Bloch unterscheidet bei Wölfen „A-Typen“ (neugierig, wagemutig) und „B-Typen“ (scheu). Junge A-Typen zeigen oft genau dieses forsche Verhalten – ohne böse Absicht. Genau dieses Verhalten wurde neben Wolfsvater Bram auch Jungwolf Kurti zum Verhängnis. Unser heftiger Protest gegen den Abschuss dieses unschuldigen Tieres führte letztendlich zur Gründung von Wolfsschutz-Deutschland e. V. Wir haben Kurti einen eigenen Bereich gewidmet. https://wolfsschutz-deutschland.de/fall-kurti/
Wir sind auch heute noch der Überzeugung, dass dieser Abschuss nicht nötig war. Das Tier wurde einer panikhaften Unvernunft geopfert, die darin mündete, dass Fachleute glaubten, die Agrar- und Jagdlobby würde Ruhe geben, wenn dieser Wolf geopfert werden würde. Eine Karikatur des Illustrators Thorsten H. zeigte tatsächlich einen Wolf, der wie Jesus am Kreuz „genagelt“ war. Eine Wolfsmutter mit Welpen fragt darunter sinngemäß: „Wer ist das?“, und die Bildunterschrift implizierte, dass „Kurti“ als Märtyrer für den Schutz aller anderen Wölfe in Deutschland „gestorben“ sei. Religiöse Symbolik, überzogen und kontraproduktiv – ein Beispiel, wie Emotionen in hitzigen Debatten die Vernunft überholen können. Denn das Gegenteil war danach der Fall. Die Lobby legte erst richtig los. Auch Bram könnte noch leben, wenn nicht Panik, sondern Vernunft herrschen würde. Auch für seine Vergrämung wäre es unserer Ansicht nach nicht zu spät gewesen, zumal die Umstände der Vorfälle mit Menschen sich bis heute umstritten darstellen.

Psychologische Aspekte und reale Risiken

Heftige Reaktionen haben oft psychologische Gründe: Evolutionäre Angst, Märchen und Medienhype führen zu verzerrter Wahrnehmung. Selbst Experten greifen manchmal reflexartig – wie im Fall Großhennerdrof und Kurti zu extremen Maßnahmen. Doch liegen sie damit richtig? 

Sarah Marshall-Pescini, eine britische Verhaltensforscherin und Leiterin des Wolf Science Centers am Konrad-Lorenz-Institut für Vergleichende Verhaltensforschung (KLIVV) der Vetmeduni Wien, leitet seit 2020 ein ambitioniertes Forschungsprojekt zu Wölfen in Italien. Die Studie untersucht, wie Grauwölfe sich an zunehmend menschendominierte Lebensräume anpassen und ob dies zu Veränderungen in ihrem Verhalten, ihrer Physiologie und Genetik führt. Sie ist Teil eines breiteren Forschungsinteresses an der Koexistenz von Raubtieren und Menschen in urbanisierten Gebieten. Das Kernziel ihrer Studie ist es, zu klären, ob Wölfe in der Nähe von Siedlungen anders leben als in abgelegenen Gebieten. Speziell wird gefragt: Gibt es Unterschiede in Verhalten (z. B. Neophobie, Erkundungsbereitschaft, Sozialverhalten), Endokrinologie (z. B. Stresshormone wie Cortisol) und Genetik. Wie wirkt sich Urbanisierung auf die Anpassungsfähigkeit der Wölfe aus? Welche Einstellungen haben Menschen zu „urbanen“ Wölfen und sind sie bereit, ihr Verhalten anzupassen, um Konflikte zu minimieren (z. B. durch besseren Herdenschutz oder Abfallmanagement)?

Die Studie betont die doppelte Perspektive: Nicht nur die Anpassung der Wölfe an Menschen, sondern auch umgekehrt – wie Menschen auf die Rückkehr der Wölfe reagieren. Dies soll zu Strategien für eine friedliche Koexistenz beitragen, insbesondere in Europa, wo Wolfspopulationen expandieren.  Die Feldstudien finden in den italienischen Apenninen statt, wo Wölfe seit den 1970er Jahren geschützt sind und sich in variierenden Urbanisierungsgraden (von der Wildnis bis zu periurbanen Zonen) bewegen. Die Forscher beobachten über 50 Wolfsrudel entlang eines „Urbanisierungsgradienten“, basierend auf dem Human Footprint Index (ein Maß für menschliche Einflussnahme). Das Projekt ist interdisziplinär und kombiniert Ethologie, Ökologie und Sozialwissenschaften. Es läuft in Kooperation mit der Universität Sassari (Italien) und baut auf früheren Feldstudien seit 2016 auf.
Die Studie ist noch nicht abgeschlossen, daher gibt es keine finalen Publikationen. Vorläufige Ergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass Wölfe sich gut an menschliche Nähe anpassen: Kein signifikanter Anstieg von Stress (niedrige Cortisol-Werte), kein „mutigeres“ oder aggressiveres Verhalten. Stattdessen bleiben Wölfe scheu und meiden direkte Konfrontationen, nutzen aber Gelegenheiten wie Abfälle oder Wild in Siedlungsnähe.

Eine kürzlich veröffentlichte verwandte Arbeit (Oktober 2025) analysiert Bürgeranrufe zu Wölfen und zeigt einen Anstieg von menschlichen Ängsten, aber keine Zunahme realer Konflikte – ein Hinweis, dass Wahrnehmung oft stärker eskaliert als die tatsächliche Situation.

Diese Studie ist hochaktuell, da Wölfe in Europa (inklusive Italien) in menschendominierte Gebiete expandieren müssen. Sie widerlegt Mythen von „problematischen“ Wölfen und unterstützt evidenzbasierte Strategien wie Bildung, Konfliktprävention und Schutzmaßnahmen. Marshall-Pescini betont, dass Wölfe intelligente Anpasser sind, die Koexistenz ermöglichen – solange Menschen sie respektvoll behandeln.
Ein wunderbares Vorbild für die Koexistenz mit Wölfen ist der Dokumentarfilm „Auf der Spur der Küstenwölfe“ von Gudrun Pflüger (2007). Die Biologin erlebte friedliche Begegnungen mit Küstenwölfen in Kanada und bewies, dass selbst Nahbegegnungen mit Wölfen nicht gefährlich sein können.
Das „allgemeine Lebensrisiko“ (auch „alltägliches Lebensrisiko“ oder „Akzeptiertes Risiko“ genannt) beschreibt die Gefahren, die wir im täglichen Leben bewusst oder unbewusst akzeptieren, weil sie zum normalen Leben dazugehören und statistisch gesehen ein extrem geringes Risiko darstellen, schwer verletzt oder getötet zu werden.

Beispiele dafür sind:

  • Autofahren oder Mitfahren: In Deutschland sterben jährlich ca. 3.000 Menschen im Straßenverkehr – das ist eines der höchsten alltäglichen Risiken, das wir alle bereitwillig eingehen.
  • Hundebisse: Hunde verletzen in Deutschland jedes Jahr Zehntausende Menschen, mit mehreren Todesfällen pro Jahr (meist Kinder oder Senioren).
  • Kuhunfälle: Auf Weiden oder Almen werden Spaziergänger und Landwirte regelmäßig von Rindern angegriffen – in den Alpenländern gibt es jährlich mehrere tödliche Vorfälle.
  • Treppenstürze, Fahrradunfälle, Stromunfälle, Ertrinken usw.: Alles Risiken, die weit höher sind als die Gefahr durch einen Wolf.
In der Wolfsdebatte wird der Begriff oft verwendet, um den Eindruck zu erwecken, dass die Rückkehr der Wölfe ein hohes zusätzliches Risiko mit sich bringt. Fakt ist, dass ein mit Wölfen verbundenes Risiko deutlich geringer ist, als viele bereits akzeptierte Alltagsrisiken. Seit der Rückkehr der Wölfe gab es keinen einzigen tödlichen Angriff auf Menschen durch einen gesunden frei lebenden Wolf. Das Risiko, von einem Wolf verletzt zu werden, liegt statistisch bei nahezu Null – vergleichbar mit dem Risiko, vom Blitz getroffen zu werden. Der Vorwurf lautet daher häufig: Während wir bereit sind, täglich ins Auto zu steigen oder mit dem Hund spazieren zu gehen, wird beim Wolf oft eine „Null-Risiko-Forderung“ erhoben, die in keinem anderen Bereich des Lebens existiert. Eine vernünftige Risikoabwägung bedeutet, den Wolf als Teil der Natur zu akzeptieren und durch Prävention (z. B. Herdenschutz, richtiges Verhalten bei Begegnungen) das ohnehin schon minimale Risiko weiter zu senken – statt ihn zu verteufeln oder zu eliminieren.
Das allgemeine Lebensrisiko erinnert uns daran, Ängste und Maßnahmen in Relation zu setzen und nicht nur emotionale, sondern auch faktenbasierte Entscheidungen zu treffen. Dies gilt auch und gerade für Experten. 

 

Quellen:

Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

Doch wir Helfer brauchen auch Hilfe. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende. Auch mit einem Dauerauftrag von 5 Euro im Monat können wir viel Gutes tun und weiter für unsere Wölfe kämpfen. https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/