Tierschützer protestieren in Hanau: Schliefenanlagen sind tierquälerische „Fuchsgefängnisse“

Am Samstag, 25. April 2026, fand in der Hanauer Innenstadt (Kölnische Straße) eine Mahnwache mit Infostand gegen die Schliefenanlage des Foxterrierclubs Hanau-Klein Auheim statt. Wolfsschutz-Deutschland e.V. war vor Ort und hat die Protestaktion von Pro Fuchs Hessen / Wildtierschutz Deutschland Sektion Hessen sowie Wildtierschutz Deutschland e.V. aktiv unterstützt.

In der Schliefenanlage des Clubs werden derzeit zwei Füchse gehalten. Die Anlage liegt direkt an der vielbefahrenen Bundesstraße B 43a, sodass die Tiere permanent starkem Verkehrslärm ausgesetzt sind. Tierschützer begutachten die Anlage regelmäßig von außen und sehen dabei immer wieder Massen von Kotresten im Gehegebereich sowie Knochenreste und hingeschüttetes Hundetrockenfutter in Ringform außerhalb der Anlage – deutliche Hinweise auf hygienisch bedenkliche Zustände und unnatürliche Haltung.
Blick auf das Gefängnis der Füchse im Gehege des Foxterrierclubs Klein-Auheim. Foto: Privat
Knochenreste
Knochenreste
Trockenfutter

Wie funktionieren Schliefenanlagen?

Schliefenanlagen sind künstlich angelegte Tunnelsysteme aus Betonröhren oder Holz, die einen natürlichen Fuchsbau nachahmen sollen. Am Ende des Tunnelsystems befindet sich meist ein größerer „Kessel“. Zur „Ausbildung“ der Jagdhunde werden die Füchse in das Tunnelsystem getrieben. Anschließend werden Terrier oder Dackel nacheinander in die Röhren geschickt. Manche Anlagen verfügen über eine sogenannte „Schleife“, mit der der Fuchs gezwungen werden kann, mehrmals durch das System zu laufen, während mehrere Hunde hintereinander auf ihn gehetzt werden. Die Hunde sollen den Fuchs aufspüren, hetzen und stellen. Dabei sollen sie ihn aber durch die Technik im Tunnelsystem nicht beißen können, was aber oftmals nicht sichergestellt ist. 
Nachgestellte Situation in einer Schliefenanlage. Das Bild ist mit KI erstellt.

Das Leiden der Tiere – Füchse, Dachse und Jagdhunde

Für die Wildtiere bedeutet diese Praxis extremes Leid. Im engen, dunklen Tunnelsystem sind Füchse und Dachse den Angriffen der Hunde hilflos ausgeliefert. Es kommt regelmäßig zu schweren Bissverletzungen, tiefen Wunden, Kieferbrüchen und quälenden Kämpfen. Viele Tiere leben in permanenter Todesangst, entwickeln Verhaltensstörungen und leiden unter chronischem Stress.
Besonders grausam ist die Baujagd selbst, auch während der Setzzeit, wenn hochtragende Füchsinnen oder Elterntiere ihre Jungen verteidigen müssen. Aber auch die Jagdhunde werden bei dieser „Ausbildung“ missbraucht. Sie werden bewusst zu aggressivem Verhalten gegenüber Wildtieren konditioniert, erleiden häufig selbst schwere Verletzungen durch Bisse der Füchse oder Dachse und werden zu reinen „Kampfmaschinen“ abgerichtet. Viele Hunde entwickeln dadurch Verhaltensprobleme und ein gestörtes Verhältnis zu anderen Tieren.
Auch Brigitte Sommer von Wolfsschutz-Deutschland e. V. war mit dabei. Wir setzen uns nicht nur für Wölfe, sondern auch für die kleinen Beutegreifer ein. Foto: privat.

Sinnlose Jagd auf nützliche kleine Beutegreifer

Füchse und Dachse sind ökologisch hoch nützliche Kleinkarnivoren. Sie halten Nagetierpopulationen (Mäuse, Ratten, Wühlmäuse) natürlich in Schach und tragen so zur Reduzierung von Ernte- und Forstschäden bei. Füchse fressen außerdem große Mengen an Insekten, Aas und Fallobst. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass eine intensive Bejagung von Füchsen oft das Gegenteil bewirkt: Durch den sogenannten „kompensatorischen Effekt“ steigt die Überlebensrate der verbleibenden Jungtiere, sodass die Population langfristig kaum abnimmt. Die Jagd auf Füchse und Dachse ist daher nicht nur aus ethischer, sondern auch aus ökologischer Sicht absolut sinnlos und dient vor allem traditionellen Jagdinteressen und Tötungslust. 

Wolfsschutz-Deutschland e.V. lehnt jegliche Form der Baujagd und die Haltung von Wildtieren zu Trainingszwecken grundsätzlich ab. Wir fordern:

  • Die sofortige Schließung der Schliefanlage des Foxterrierclubs Hanau-Klein Auheim
  • Die Freigabe der beiden dort gehaltenen Füchse in eine geeignete Wildtierstation
  • Ein bundesweites Verbot aller Schliefenanlagen in Deutschland
  • Ein Ende der tierschutzwidrigen Baujagd auf Füchse und Dachse

Der Vorsitzende des Foxterrierclubs verteidigte die Anlage gegenüber der Offenbach-Post mit dem Hinweis auf baurechtliche Genehmigung und regelmäßige Veterinäramts-Kontrollen. Für uns bleibt die Nutzung lebender Wildtiere als „Trainingswerkzeug“ jedoch eindeutig tierschutzwidrig. Alle Teilnehmer der Mahnwache in Hanau, darunter auch der Tierrechtsaktivist Peter Hübner und eine Tierrechtsgruppe aus Frankfurt,  demonstrierten für echten Wildtierschutz und gegen jede Form tierquälerischer Praktiken im Namen der Jagd. Dazu kamen jede Menge interessierter Besucher. Wir bedanken uns für die tolle Organisation des Veranstalters. 

 

Quellen:

7 Gedanken zu „Tierschützer protestieren in Hanau: Schliefenanlagen sind tierquälerische „Fuchsgefängnisse“

  1. Die Jagd muss endlich verboten werden!!
    Der Fuchs räumt den Wald auf, das weiß jedes Kind!
    Durch erhöhte Reproduktion gleicht der Fuchs die hohen Abschussraten sowieso wieder aus. Es geht also nur um das Schießen und Töten, das ist pervers!
    Am Beispiel des Yellowstone-Nationalparks kann man sehr gut nachvollziehen, dass die Natur sehr gut ohne den menschlichen Jäger auskommt. Was die menschlichen Jäger in Jahrzehnten nicht geschafft haben, die Wapitis auf eine Zahl zu reduzieren, sodass der Park nicht zerstört wird, haben die neu angesiedelten Wölfe in wenigen Jahren geschafft. Das sollte auch in Deutschland so praktiziert werden: Wir brauchen mehr Wölfe!

  2. Nützlicher Beutegreifer, ha ha ha. Sagt das mal meinen Hühnern die er regelmässig hier aus dem Stall geschleppt hat.
    Aber ÖKO Eier essen aus Freilauf. Die Deutschen sind nur noch blöd.

    1. der mißbrauch des sinonyms WILLIY WACKER ist hier herheblich unrechdlich.. von der blödheit der deutschen können SIE ,logisch NICHT sprechen..
      ihre vermeindlichen hühner ,sind sie ja auch nicht in der lage u.o. willens zureichend zu schützen.

  3. erst einmal einen herzlichen dank an alle,die sich dort in hanau gegen das derartige und weitere unrecht und die nicht strafverfolgung dreelei sachverhalte potesrtierend und mahnen versammelt haben. sie haben die würde des menschen
    hier hochgehalten und zur erhaltung angemahnt.
    dafür gebührt ihnen dank..

  4. Was läßt sich der Mensch alles einfallen,um Tiere zu quälen.Der Mensch ist das fft größte Raubtier.
    Dise Praktik muß endlich abgeschafft werden.Das ist Würdelos.
    Mit freundoichem Gruß Martina Schuster

  5. die gesetzte legalität dieser fuchsquälstationen,zeigt das gesetzes recht eben auch
    immer unter dem aspekt der de facto rechtlichkeit betrachtet werden muss. und das es das widerstandsrecht gegen gesetzes unrecht zu recht hat, ja das es ein menschenrecht ist.
    die zerstörung dieser quälstationen mag als sachbeschädigung versuchsweise einklagbar sein..aber nur unter auslassung tierschutzrechtlicher ethischer normativität.sowie der würde des menschen..denn dulden muß nieman eine derartige ethische und rechtsethische verwahrlosung.hinzu käme noch die freiheitsberaubung gegen tiere sowie das räuberische verweigern des eigentumsrechtes der tiere an sich selbst.so wie deren ermordung…

  6. es wird zureichende auch ethische rechtlichkeiten haben um gegen diesen hundeclub
    verein strafrechtlich vorzugehen…sowie auch alle anderen unterhalter derartiger
    verwerflichen ethisch retardierten einrichtungen.

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