Richtigstellung: Kein Wolfsübergriff bei Tiddische – Schon wieder haltlose Panikmache in den Medien

Niedersachsen – Trotz reißerischer Überschriften wie „Wolfs-Terror im Kreis Gifhorn: Rudel hetzt Herde junger Pferde von der Weide“ (Braunschweiger Zeitung) oder „Nach der Wolfs-Panik: Wie es den 16 jungen Tiddischer Pferden geht“ (WAZ/Funke) gibt es keinen einzigen Nachweis für eine Beteiligung von Wölfen am Ausbruch der 16 Jungpferde in Tiddische (Landkreis Gifhorn) Ende April 2026. Die offizielle Einstufung der Behörde lautet klar: „Wolf nicht nachweisbar“.

Das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) bestätigt auf eine UIG-Anfrage hin: Es liegen keine genetischen oder anderweitige Nachweise für Wölfe vor. Die Verletzungen bei vier Tieren sind klassische ausbruchsbedingte Schnitt- und Schürfwunden durch Zäune, verbunden mit Erschöpfung, Schwellungen und Unruhe – keine typischen Rissverletzungen durch einen Beutegreifer. Es gibt weder einen Entnahmeantrag noch weitere behördliche Maßnahmen.
Beispielfoto Wolf.

Mediale Übertreibung und die O-Töne des Halters

Pferdezüchter Henning S. vermutete schnell ein Wolfsrudel und wurde von den Medien bereitwillig zitiert:
  • „Für mich ist die Lage klar: Pferde rennen nicht einfach durch Zäune, und schon gar nicht in einer solch blanken Panik.
  • Haben Wölfe die Pferde durch die Zäune gejagt? Für den Tiddischer ist das höchst naheliegend.“
  • „Immer wieder habe es in den vergangenen Wochen im Bereich rund um Barwedel und Tiddische Wolfssichtungen gegeben. […] ‚Aber da war mehr.‘

Solche Zitate wurden genutzt, um dramatische Geschichten von „Wolfs-Terror“ und „Hetzjagd“ zu stricken.

Weitere tendenziöse Überschriften waren u. a.:

  • „Tiddische: Wie geht es den Pferden nach dem Schrecken durch das Wolfsrudel?“
  • „Nach der Wolfs-Panik: Wie es den 16 jungen Tiddischer Pferden geht“
  • „Pferde flüchten von Koppel – Besitzer verdächtigt Wolfsrudel“

Diese Berichterstattung ist tendenziös und unverantwortlich. Sie schürt Angst, ohne die Fakten abzuwarten. Wölfe meiden in der Regel gesunde, große Huftiere wie Jungpferde. Panikausbrüche bei Pferden können viele Ursachen haben – Hunde, Wild, Fahrzeuge, unbekannte Geräusche oder einfach Stress in der Herde.

Beispielbild Wolf.

Nicht der erste fragwürdige Fall in der Region

Genau dieses Muster kennen wir bereits aus der direkten Umgebung. Im Juni 2023 wurde bei Päse (ebenfalls Boldecker Land, Landkreis Gifhorn) ein Pferd verletzt. Medien und Halter sprachen von einem Wolfsangriff – die Untersuchung ergab: „Wolf als Verursacher zumindest nicht nachweisbar“.In den offiziellen Nutztierschadens-Statistiken des Wolfsmonitorings Niedersachsen tauchen bei Pferden immer wieder Verdachtsfälle auf, die sich später als „Wolf nicht nachweisbar“ oder „kein Wolf“ herausstellen. Der Anteil bestätigter Wolfsübergriffe auf Pferde ist im Vergleich zu Schafen verschwindend gering.

Wölfe in der Region – aber kein Beweis für diesen Vorfall

Ja, es gibt Wolfsterritorien im Landkreis Gifhorn (u. a. Steinhorst, Hankensbüttel, Ehra-Lessien). Wölfe haben große Reviere und Durchzügler sind möglich. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass für diesen konkreten Vorfall kein Nachweis existiert. Wer hier trotzdem pauschal „den Wolf“ verantwortlich macht, betreibt  Stimmungsmache und Propaganda.

Fazit und Forderung

Solche Vorfälle zeigen einmal mehr, wie schnell unbelegte Behauptungen zu reißerischen Schlagzeilen wie „Wolfs-Terror“ werden – auf Kosten des Wolfs und der Wahrheit. Statt seriöser Aufklärung und Herdenschutzberatung wird reflexartig nach Abschüssen gerufen.

Wolfsschutz-Deutschland e. V. fordert:

  • Faktenbasierte Berichterstattung.
  • Bessere Aufklärung von Tierhaltern über realistische Risiken und Präventionsmöglichkeiten.

Panikmache hilft niemandem – weder den Tieren noch den Menschen in der Region.

Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

Doch wir Helfer brauchen auch Hilfe. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende. Auch mit einem Dauerauftrag von 5 Euro im Monat können wir viel Gutes tun und weiter für unsere Wölfe kämpfen. https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

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4 Gedanken zu „Richtigstellung: Kein Wolfsübergriff bei Tiddische – Schon wieder haltlose Panikmache in den Medien

  1. Vor Jahren wurden im Raum Aachen auf einer Weide stehende Jungrinder von den Kampfhunden zwielichter Gestalten, zwielichter Herkunft angegriffen, gehetzt und totgebissen.

  2. die panikmache ist eine erhebliche rechtswidrige diskriminierung der artenschüzten
    wöfe.die unteren naturschutzbehörden haben hier sorge zu tragenund diese art der spekulativen u. schädigenden berichterstattungen abzumahnen mit einer angekündigten unterlassungsklage..zudem hat es hier auch den sachverhalt des unlauteren wettbewerbes und der lebens u. eigentumsdiskriminierung gegen die wölfe als individuen.
    aber tun die unterren naturschutz behörden so etwas..bewegen die sich für arten und naturschutz..und der verhetzenden propaganda deer lokal bzw. regionalpresse..?
    UND DER PFERDEHALTER..MÖCHT WETTEN ,DAẞ ER SEINE JUNGPFERDE NICHT ZUREICHEND GESCHÜTZT HÄLT.weiß nix genaues aber natürlich sofort..das waren wölfe in die landschaft pubsen…..könnte auch ein pferderipper gewesen sein.. ein hund,,herdeninternes..o. andere störenfriede..pferdefleisch… so schmackhaft ist es nicht..auch nicht für wölfe und einfach dran zu kommen ist meist auch nicht..
    da ist rehwild leichtere beute..warum also sollen es da naheliegend wölfe gewesen sein…zual jetzt auch erwiesen ist ,daß sie es nicht waren….der pferdezüchter soundso ist schnell mit der behauptung unwahrer sachverhalte zur stelle ebenso wie die sonstnichts z berichten wissenende o. wollende presse.nun dann dürfen wir ja wohl nun auf zeitnahe gegendarstellungen bzw. korrekturen u. richtigstellungen warten.oder braucht es ersteine strafanzeige..??? DIE UNTERE NATURSCHUTZBEHÖRDE, was tat sie was man von ihr erwarten kann ??
    oder sind alle überfordert…unterbesetzt unterbezahlt..gerade mal wieder….??
    verantwortung ausgelagert…???

  3. Ich finde es unverantwortlich von Ihnen, stets die Wölfe zu bezichtigen, obwohl es
    dafür keinen Nachweis gibt! War die Weide ausreichend durch Zäune geschützt?
    Die Ausrottung des Wolfs wird eine ökologische Katastrophe hervorrufen!

  4. Natürlich kommt es vor, dass Pferde ausbrechen, es gibt dafür vielerlei Gründe. Es genügt, dass ein Pferd z.B. beim Wälzen den Zaun beschädigt und sich somit eine Gelegenheit zum Durchbrennen ergibt. Die Herde folgt sofort und sucht das Weite. Auch unseren Pferden ist das schon gelungen, ohne dass weit und breit ein Wolf zu sehen war. Es handelt sich doch wieder nur um dummes Gehetze gegen den Wolf. Furchtbar!

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