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Ausflugstipp: Auf den Spuren der Wölfe in Berlins wildem Südwesten

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Wildtiere kann man in Berlin vielerorts bewundern. Füchse, Wildschweine, Waschbären, Marder, seltene Wasservögel und sogar seltene Insekten wie die Gottesanbeterin zieht es wegen des enormen Jagddrucks im Umland immer mehr in die Großstadt. Und die Berliner gehen meistens ganz entspannt mit ihren wilden Mitbewohnern um. Jetzt ist allerdings im Speckgürtel von Berlin eine kleine Sensation entdeckt worden. Ein Wolfsrudel hat sich in der Döberitzer Heide niedergelassen. Hier unser Freizeit-Ausflugstipp von Jürgen Götz

Am vorletzten Wochenende (Sa. und So.) habe ich vor Ort die Gegend um das vor kurzem neu entdeckte Wolfsgebiet in Brandenburg in der Döberitzer Heide etwas in Augenschein genommen.

Das Wolfsgebiet Döberitzer Heide liegt nur zirka 25 Kilometer von der Berliner Innenstadt entfernt. ©Jürgen Götz

Ein Fotograf hat unlängst entdeckt, dass sich auf dem für die Öffentlichkeit nicht zugänglichen Naturschutzgelände, das die Heinz Sielmann Stiftung 2004 erworben hat, ein Wolfsrudel samt Welpen befindet! Auf diesem 3442 Hektar großen Gelände, die als Wildniskernzone bezeichnet wird, leben (zwar unter Beobachtung aber durch menschliches Zutun unbeeinflusst) seit 2010 Wisente, die europäischen Bisons (anfangs 11), die seit 100 Jahren in freier Wildbahn ausgerottet sind (bis auf wenige, die wieder ausgewildert wurden) und Przewalski-Pferde (anfangs 7), die als die Nachkommen der Urwildpferde gelten und die eigentlich als ausgestorben galten aber durch Exemplare, die sich noch in Zoos befanden wieder ausgewildert werden konnten. Heute sollen in dieser Wildniskernzone um die 90 Wisente, 30 Przewalski-Pferde und 100 Tiere Rotwild leben – und mitten drin ein neues Wolfsrudel (Elternpaar mit 4 Welpen). Die Wildniskernzone ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich und geschützt durch ein dreifaches Zaunsystem (außen ein hüfthoher Maschendrahtzaun, als nächstes ein zwei Meter hoher Elektrozaun und innen ein weiterer 1,5 m hoher Elektrozaun). Die Zäune sollen natürlich in erster Linie die Wisente und Przewalski-Pferde daran hindern, das Gelände zu verlassen. Kleinere Wildtiere wie z. B. der Wolf haben aber die Möglichkeit unbeschadet über Schleusen, die sich im Abstand von meistens ca. 50 m rund um das Gelände befinden, in das Gebiet zu gelangen und es auch wieder zu verlassen!

Die Wildniskernzone ist mit Zäunen umrundet, damit die Wisente und Przewalski-Pferde nicht hinaus können.
Für kleinere Tiere sind Schleusen eingebaut. So können auch die Wölfe hinein und heraus. ©Jürgen Götz

 

Wildniskernzone für Menschen tabu

Die öffentich nicht zugängliche „Wildniskernzone“ grenzt zum Teil an die sogenannte „Naturerlebnis-Ringzone“, die für Menschen eher zugänglich ist.

Die Döberitzer Heide befindet sich innerhalb des „Berliner Rings“, dem Autobahnring, der die gesamte Stadt umschließt. Die Entfernung nach Berlin-Mitte (Alexanderplatz) beträgt ca. 20 km Luftlinie. Dieses Gebiet befand sich seit 1713 ununterbrochen unter militärischer Nutzung (vor und während des Kaiserreichs, während der Nazizeit und zur DDR-Zeit durch die „Rote Armee“ und nach deren Abzug 1991 zum Teil immer noch durch die Bundeswehr.

Der Wanderweg um die nicht zugängliche Kernzone besteht meist aus Sandpisten. Gutes Schuhwerk und oder Mountainbikes sind erforderlichl ©Jürgen Götz

 

Ich habe mich entschlossen am Samstag meine Erkundung in Elstal, dem größten Ortsteil der Gemeinde Wustermark, zu beginnen. Elstal ist mir sehr vertraut als beliebtes Ziel von vielen meiner Klientenkindern aus meiner sozialpädagogischen beruflichen Tätigkeit! Dort befindet sich eines der „Karls-Erlebnis-Dörfer“. Hier können sich die Kids mit vielerlei Aktivitätsmöglichkeiten austoben. Elstal ist aus Berlin mit Regionalbahn innerhalb von 30 Min. sehr gut erreichbar. Nicht weit von dem besagten Erlebnis-Dorf, das mit dem Bus gut vom Bahnhof aus erreichbar ist, ist ein Eingang zum Rundwanderweg um die Wildniskernzone „Döberitzer Heide“. Für PKWs ist am Eingang Endstation, da dort absolutes Fahrzeugverbot gilt (außer Fahrrädern). Ich bewegte mich dann weiter auf „Schusters Rappen“. Gleich am Eingang befand sich ein Gelände des Naturschutz-Fördervereins „Döberitzer Heide“ e. V. Die Einfahrt war durch ein Tor gesperrt. Der Naturschutz-Förderverein setzt sich seit 1992 nach eigenen Worten für Artenvielfalt ein.

Paradies zum Wandern und Radfahren

Man muss nun wissen, dass der Rundweg um die Wildniskernzone ca. 22 km umfasst! Wacker machte ich mich auf den Weg. Ich musste feststellen, dass der Weg weitgehend sehr sandig ist und entsprechend körperlich anstrengend zu bewältigen ist (alle haben dies sicherlich schon mal festgestellt: auf festem Waldboden kommt man bedeutend schneller und weniger anstrengend voran als z. B. auf einem Sandstrand)! Oft hat man das Gefühl, es geht zwei Schritte voran und einen wieder zurück! Weiterhin festzustellen bleibt: entweder man entscheidet sich für die volle Länge des Rundweges oder man geht eine gewisse Strecke und muss diese dann in voller Länge wieder bis zum Ausgangspunkt zurückgehen, da es keine Abkürzungen, öffentlichen Verkehrsmittel o. ä. zum Start zurück gibt! Nach vorliegenden Berichten benötigen Menschen, die zu Fuß unterwegs sind, sechs bis sieben Stunden für den gesamten Rundweg. Nach zirka fünf Kilometern entschloss ich mich dann umzukehren und zu meinem Ausgangspunkt zurückzukehren (was unterm Strich die zehn Kilometer meines Fußweges komplett machten). Auf dieser Strecke gibt es zwei Aussichtspunkte, von denen man einen guten Blick in die Kernzone hat. In erster Linie ist dies der höher gelegene und überdachte Aussichtspunkt „Wolfsberg“. Leider konnte ich weder von dort noch auf meinem Weg entlang der Wildniskernzone weder Wisente, noch Przewalski-Pferde, noch Rotwild, geschweige denn Wölfe wahrnehmen. Auch konnte ich keine Spuren oder Hinterlassenschaften von Wölfen außerhalb der Umzäunung entdecken. Trotzdem konnte ich die Wanderung bei blauem Himmel und Sonnenschein genießen.

Blick vom Aussichtstrum Wolfsberg in die Kernzone. ©Jürgen Götz

Neuer Versuch am nächsten Tag (Sonntag). Diesmal habe ich mir einen anderen Ausgangspunkt ausgesucht (etwas weiter südlich) und bin von der Speckdammbrücke bis zum Finkenberg (höchste Erhebung in der Döberitzer Heide) marschiert auf dem ein Aussichtsturm steht von dem man einen guten Blick sowohl in die Kernzone bekommt als auch bis nach Berlin (Fernsehturm am Alex und andere markante Punkte sind deutlich zu sehen). Diesmal waren es drei Kilometer (hin und zurück also sechs Kilometer) aber diesmal habe ich mich unterwegs etwas länger an einigen Stellen aufgehalten. Habe Spuren von Wild entdeckt. Höhepunkt des Tages war, als ich beim Aussichtsturm ankam und dort eine große grasende Schafs- und Ziegenherde sah (außerhalb des Zauns um die Kernzone)! Im Hintergrund sah ich sitzend einen Schäfer mit Hund, der aber weitgehend passiv und beobachtend schien! Die Herde zog dann am Zaun entlang weiter. Irgendwann danach habe ich ein einsames zurückgelassenes Lamm auf dem ursprünglichen Weideplatz gesehen, das blökend hin und her lief und offenbar verzweifelt den Rest der Herde suchte. Irgendwann bewegte es sich in die Richtung, in die auch die Herde abgezogen ist und ich hoffe, dass es wieder Anschluss gefunden hat! Meine Einschätzung: in einem Wolfsgebiet sollte sich der Schäfer etwas aktiver und weniger sorglos um seine Herde kümmern!

Zwischendurch habe ich den Aussichtsturm bestiegen von dem aus man einen guten Blick in die Kernzone als auch in die weitere Umgebung bis hin nach Berlin hat! Leider konnte ich auch vom Turm aus keines der dort lebenden Wildtiere entdecken.

Demnächst werde ich mich einmal daran wagen, den gesamten Rundweg per Mountainbike in einem Rutsch zu bewältigen.

Mein Fazit: Ein landschaftlich reizvolles und lohnendes Ausflugsziel und mit etwas Glück (das mir bisher leider noch nicht beschieden war) kann man von irgendwo auf diesem Rundweg vielleicht faszinierende Wildtiere beobachten.

Einsames zurückgelassenes Lamm, das blökend und suchend auf einer Fläche auf der 20 Minuten vorher noch eine Schaf- und Ziegenherde geweidet hat umherläuft.
Die Herde ist mit dem Schäfer inzwischen weiter gezogen und das Lamm wurde offenbar vergessen. Wir hoffen, dass das Lamm wieder den Anschluss an seine Herde findet. Zu bedenken ist, dass sich das unmittelbar an der Grenze zur Wildniskernzone „Döberitzer Heide“ in Brandenburg, in der vor Kurzem ein neues Wolfsrudel entdeckt wurde, abgespielt hat. Es bleibt zu wünschen, dass künftig die Ziegen- und Schafe in diesem Gebiet durch die Verantwortlichen besser geschützt werden denn wenn sich die Wölfe an diesem Angebot bedienen, ist das Geschrei wieder groß!
(Weil einige Leute anscheinend nicht in der Lage sind, Antworten auf Fragen in den Kommentaren zu lesen, hier noch einmal: das Lämmchen ließ sich nicht einfangen. Mit mehreren Leuten zusammen trieben wir schließlich das Tier hinter der Herde her.)
Schafe sollen das Gelände offenhalten. © Jürgen Götz

 

Quelle: https://wolfsschutz-deutschland.de/2021/10/06/grosse-ueberraschung-wolfsrudel-innerhalb-des-berliner-rings-entdeckt/

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Dritter Wolf erschossen: Wolfsschutz-Deutschland e. V. stellt erneut Strafanzeige und setzt weitere Belohnung aus

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Nachdem am Dienstag zwei illegal getötete Wolfswelpen in der Elbe im Landkreis Ludwigslust-Parchim gefunden worden waren, teilte das Umweltministerium von Mecklenburg-Vorpommern gestern Abend mit, dass bereits am Sonntag ein weiterer erschossener Wolf gefunden worden war und zwar 300 Kilometer vom Fundort der zuerst bekannt gegebenen Fälle entfernt. Wolfsschutz-Deutschland e. V. stellt auch in diesem Fall eine Strafanzeige und setzt eine weitere Belohnung von 1.000 Euro aus.

Erste Untersuchungen durch Tiermediziner hätte ergeben, dass alle drei Wölfe an Schussverletzungen verendet seien, wie ein Sprecher des Umweltministeriums in Schwerin dem NDR erklärte. Eine Wolfsleiche war demnach bereits am Sonntag bei der Ernte in einem Maisfeld bei Plöwen (Vorpommern-Greifswald) entdeckt worden. Nach bisherigen Erkenntnissen war das Tier schon vor etwas längerer Zeit angeschossen worden. Plöwen liegt unweit der Grenze zu Polen.

Umweltminister Backhaus (SPD) betroffen?

Umweltminister Backhaus (SPD) zeigt sich in einem Bericht des NDR betroffen über die kriminelle Energie. Er weist darauf hin, dass solche Taten keine Kavaliersdelikte seien. Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. machen dem Umwelt- und Agrarminister allerdings den Vorwurf, dass schwammige Aussagen in Punkto Schutz der Wölfe, Kriminelle dazu angeregt haben könnten, in Wild-West-Manier  Selbstjustiz zu begehen. Denn die SPD und CDU streiten sich seit Monaten darum, den Wolf ins Jagdrecht in Mecklenburg-Vorpommern aufzunehmen. So wird Backhaus in einem Zeit-Artikel zitiert, dass er Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner (CDU) gebeten habe, in Brüssel zu erwirken, den „günstigen Erhaltungszustand“ der Wolfspopulation als erreicht zu erklären um damit Abschüsse möglich zu machen. Um solche Interessenskonflikte zu vermeiden, sollte das Amt des Umwelt und des Agrarministers normalerweise getrennt sein. Dass eine Trennung dennoch nicht vor Lobbyismus schützt, zeigt sich allerdings am Negativbeispiel von Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD).

Verfahren der EU gegen Deutschland

Von der EU gibt es allerdings ganz andere Signale als Wolfsabschüsse. So soll das Pilotverfahren gegen Deutschland nun in ein reguläres Verfahren wegen so genannten „legalen“ Abschüssen und diversen Wolfsverordnungen mehrerer Bundesländer übergegangen sein. Bundesumweltministerin Schulze  (SPD) soll dies kürzlich auf einer Veranstaltung in Niedersachsen betont haben. Haben nun Jagende aus Frust vollendete Tatsachen geschaffen? Unklar. Fakt ist aber, dass hier kein bis wenig Unrechtsbewusstsein vorhanden zu sein scheint und geradezu eine Enthemmung stattfinden könnte. Dies ist der elfte Fall von einer Entdeckung eines illegal getöteten Wolfs in Deutschland in diesem Jahr. Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. schätzen die Dunkelziffer um ein Vielfaches höher ein.

Wir beklagen auch eine oft mangelnde Motivation, solche Umweltkriminellen dingfest zu machen. Grund könnte hier auch die Tatsache sein, dass in Ämtern, Polizei und Gerichtswesen überproportional viele Hobbyjäger sitzen.

Quellen: https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/Drei-tote-Woelfe-in-MV-entdeckt-sie-wurden-offenbar-erschossen,wolf4578.html

https://www.zeit.de/news/2021-08/18/debatte-um-bejagung-von-woelfen?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F

 

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Happy End in Sachsen – verirrter Wolfswelpe aus einer misslichen Lage befreit

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Die Fachstelle Wolf des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) informierte gestern in einer Pressemitteilung darüber, dass sich ein Wolfswelpe in den Dresdner Ortsteil Langebrück verirrt hätte. Als der Wolfswelpe Menschen wahrgenommen hätte, hätte er versucht, in ein Grundstück zu flüchten und wäre aber in einem Zaun stecken geblieben. Daraufhin sei die Polizei informiert worden. Ein herbei gerufener Tierarzt hätte den Welpen aber schließlich aus dem Zaun befreien können.

Anscheinend hat der Tierarzt den Welpen wieder frei gelassen, denn das Sächsische Umweltministerium schreibt weiter in seiner Pressemitteilung, dass es danach allerdings unklar gewesen wäre, ob der Welpe den Weg zurück in die zirka 200 Meter entfernte Dresdner Heide gefunden hatte. Zwischenzeitlich seien in der Fachstelle auch weitere Sichtungsmeldungen eingegangen. Deshalb hätte gestern Vormittag ein Mitarbeiter nachgeschaut, ob sich der Welpe noch im Ort befindet. Das Jungtier sei jedoch nicht mehr auffindbar gewesen. Die Experten der Fachstelle würden vermuten, dass der Welpe wieder in der Dresdner Heide zurück gefunden hat, heisst es weiter in der Pressemitteilung.

Wolfswelpen sind jetzt vier bis fünf Monate alt und sie gehen auch schon mal alleine auf Entdeckung. Gerade wenn Eltern und Geschwister auf der Jagd sind, kann es auf einem so genannten Rendevouvplatz, auf dem sich die Familie wieder trifft, langweilig werden. Allerdings suchen zur Zeit auch jede Menge Menschen den Wald nach Pilzen ab. Vielleicht ist der Welpe auch erschreckt worden. Das Wolfspaar in der Dresdner Heide hat in diesem Jahr mindestens sieben Welpen.

Generell kommen Wölfe bei ihren Streifzügen auch immer wieder an Ortschaften vorbei oder durchqueren diese. Dabei kann es passieren, dass sich ein Wolf in einen Ort verläuft. Wölfe sind sehr vorsichtige Tiere. Sie nehmen Menschen mit ihren gut ausgebildeten Sinnen meist frühzeitig wahr und weichen meist bereits aus, bevor sie überhaupt bemerkt werden. Wer dennoch einem Wolf begegnet, sollte sich ruhig verhalten und das Tier nicht in die Enge treiben. Grundstücksbesitzer, auf deren Grundstück sich ein Wolf befindet, sollten dem Tier eine Fluchtmöglichkeit anbieten und es nicht bedrängen. In der Regel dreht sich der Wolf um und zieht von dannen.

Hier geht es zur Pressemitteilung: https://www.medienservice.sachsen.de/medien/news/586086?fbclid=IwAR2h3Tgs4maCGZP147-QAtpQ17sQV2L6wB_p_JG2o7rP_kxOikEiszBpn1c

Weitere Quelle: https://www.dbb-wolf.de/Wolfsvorkommen/territorien/karte-der-territorien

 

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Endlich da: Unsere exklusiven neuen Vereinsshirts

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Wir wurden immer wieder auf Shirts, nicht nur mit Logo, sondern mit einem Wolf als Fotodruck darauf, angesprochen.  Nun endlich können wir Shirts mit Fotodruck und Mottospruch anbieten. Das Foto ist zudem ein Unikat. Es gibt es nirgendwo so zu kaufen. Der Wolf wurde von Brigitte Sommer, die auch als professionelle Fotografin tätig ist, extra für die Shirts von Wolfsschutz-Deutschland e. V. geshootet.

Aus einer Vielzahl von Vorschlägen an Mottosprüchen haben wir den Slogan „FREI GEKOMMEN, UM FREI ZU BLEIBEN!“ ausgewählt, weil wir finden, dass er sowohl zu unserer Vereinspolitik, als auch zu unseren Wölfen in Deutschland passt. Sie sind vor 20 Jahren wieder zurückgekommen und wir tun alles dafür, dass sie hier weiter in Freiheit leben können.

Die Shirts (reine Baumwolle) gibt es für Damen (tailliert) und für Herren (unisex, gerader Schnitt) in den Größen M bis XXL in den Farben Schwarz und Olivgrün. Die gerade geschnittenen Herren- oder Unisex-Shirts fallen normal aus, die taillierten Damen-Shirts klein. Eine XXL entspricht hier einer 40/42,

So geht das Bestellen

Gegen eine Spende von 30 Euro (incl. Verpackung und Versand) kann jeder eines unserer neues Wolfsschutz-Shirts erhalten. Damit wird unsere Arbeit auch weiterhin unterstützt.

Wer uns unterstützen und ein T-Shirt haben will, schreibt einfach eine E-Mail an Brigitte.Sommer@wolfsschutz-deutschland.de mit Angabe der Stückzahl, Größe und Farbe. Wir versenden, solange der Vorrat reicht. Wir bestellen auch nach, wenn der Vorrat aufgebraucht ist, aber die Lieferzeit verlängert sich dann entsprechend. Wir geben aber auf jeden Fall Bescheid, ob das Shirt in der gewünschten Größe noch vorrätig ist.

Liefern können wir nur gegen Vorkasse. Bitte den Betrag auf unser Vereinskonto bei der Berliner Sparkasse überweisen:

Wolfsschutz-Deutschland e.V.

Berliner Sparkasse

IBAN DE79 1005 0000 0190 7118 84

BIC BELADEBEXXX

Bitte nicht vergessen, den Betreff „Spende“ anzugeben und auch noch einmal den Namen mit dazuzuschreiben, damit wir die Spende zuordnen können. Sobald der Betrag eingetroffen ist, versenden wir das/die Shirt/s. Wer in der Nähe von Hanau wohnt, kann die Shirts auch anprobieren und abholen. Bitte aber vorher einen Termin unter der Telefonnummer 0176/ 48732612 ausmachen.

Wer über PayPal seine Shirtbestellung vornehmen möchte, kann dies auch tun. Auf unserer Spendenseite gibt es unten den Link zu unserem PayPal-Spendenkonto: https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

Kleine Hilfestellung für die Damengrößen

Die Unisex- bzw. Herrengrößen fallen mit ihrem geraden Schnitt normal aus. Etwas anders ist es bei den taillierten Damengrößen. Sie fallen deutlich kleiner aus. Deshalb haben wir hier diese Fotos zur Hilfestellung beim Auswählen der Größen gemacht. Unser Vereinsmitglied Lara trägt hier die Damengröße M. Lara hat normalerweise 34/36 und sie ist 1,75 Meter groß. Unser Vereinsmitglied Fiona hat für sich eine Herren-Größe L ausgewählt. Sie ist 1,57 Meter groß und trägt normalerweise 44. Brigitte Sommer trägt hier eine Damengröße XXL. Sie hat normalerweise 40/42 und ist 1,78 Meter groß. Für Frauen, die oben stärker gebaut sind, empfehlen sich die Herren-Shirts mit dem geraden Unisex-Schnitt, wie Fiona hier eines trägt.

 

Von links: Lara, Fiona und Brigitte Sommer.

 

Wichtig zur Pflege der Shirts

Ein solcher Fotodruck ist schwierig umzusetzen und nicht ganz billig. Damit die Shirts lange so schön bleiben, sollten sie nur im Wollwaschgang auf links mit Feinwaschmitteln gewaschen werden, nicht in den Trockner geben und nicht direkt das Foto überbügeln.

 

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Riss-Statistik 2020 der DBB-Wolf: bei 942 Wolfsübergriffen fast immer kein richtiger Schutzzaun

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Die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) hat aktuelle Zahlen zu Schäden die Wölfe in Deutschland verursachten, für das Jahr 2020 veröffentlicht. Laut Bericht der DBB-Wolf wurden im vergangenen Jahr 3.959 Tiere in 942 Übergriffen gerissen. Bei 87 % der gerissenen Tiere handelt es sich um Schafe. Allerdings waren die Tiere in den meisten Fällen nicht geschützt.

Viele Weidetierhalter *innen machten es 2020 den Beutegreifern zu einfach. Beispielbild Wolf.

Die Zahlen haben sich innerhalb von zwei Jahren fast verdoppelt. Allerdings machen es viele Weidetierhalter den Beutegreifern auch sehr einfach. So war laut Angaben einzelner Bundesländer in über 80 % der Übergriffe auf Schafe und Ziegen kein oder lediglich ein eingeschränkter Mindestschutz vorhanden (Niedersachsen, NLWKN 2021; Schleswig-Holstein, MELUND 2021). In anderen Bundesländern war in knapp der Hälfte bis zwei Drittel der Fälle kein ausreichender Mindestschutz installiert (Brandenburg 64 %, LfU 2021; Sachsen-Anhalt 58 %, LAU 2021; Sachsen 47 %, Fachstelle Wolf 2021).

Diese Entwicklung finden wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. beschämend, zumal in vielen Bundesländern der Schutz der Weidetiere zu 100 % gefördert wird. Auch die EU hat einen Extratopf zur Förderung von Zäunen zur Verfügung gestellt.

Über eine Million Schafe und Lämmer fielen übrigens 2020 dem Appetit der Menschen im Schlachhof zum Opfer. Was sind dagegen rund 3.500 tote Schafe durch den Wolf?

Hier der Bericht zum Download: https://www.dbb-wolf.de/mehr/literatur-download/berichte-zu-praevention-und-nutztierschaeden?file=files/publisher/Management/Herdenschutz/Herdenschutzbericht2020/Sch%C3%A4den_Pr%C3%A4vention_Kompensation_DE2020_final_1.2.pdf

Quelle: https://www.nul-online.de/Aktuelles/News/Fast-4-000-gerissene-Nutztiere-Herdenschutz-nicht-immer-vorhanden,QUlEPTY5NDkyMTMmTUlEPTExMTQ.html?fbclid=IwAR3X8xmppXlqV-WcbzD1EmjEp2AoMe3Ph9sPzJZQum7uZR7S2akHSU7wKJM

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/459151/umfrage/schaf-und-lammschlachtungen-in-deutschland/

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Wolfsabschüsse in Niedersachsen von der EU ins Pilotverfahren gegen Deutschland aufgenommen

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Die EU-Kommission überprüft den Umgang deutscher Behörden mit Wölfen. Dazu läuft seit vergangenem Jahr ein so genanntes Pilotverfahren, eine Vorstufe zu einem Vertragsverletzungsverfahren. Neuigkeiten gab jetzt EU-Umweltkommissar Virginijus Sinkevičius nach einer Anfrage der Grünen-Abgeordneten Paulus bekannt. Wir freuen uns, dass die zahlreichen Faktenchecks und Beschwerden von Wolfsschutz-Deutschland e. V. jetzt Anklang gefunden haben.

Wolf. Beispielfoto ©Brigitte Sommer

Die Kommision fordert darin, von den deutschen Behörden, zu begründen, warum Abschussgenehmigungen für Wölfe erteilt wurden. Einige Bundesländer hätten ihre Wolfsschutzverordnungen auf der Grundlage der neuen Bestimmungen des Bundesnaturschutzgesetzes geändert, sagte Sinkevičius, daher würden die auf regionaler Ebene geltenden Verordnungen wie die niedersächsische Wolfsverordnung nun ebenfalls in die Untersuchung der Kommission einbezogen. Mit einbezogen werden, dürfte nun aber auch die Wolfsverordnungen von Brandenburg

Bsonders aufgefallen ist Niedersachsen wegen Deutschlands zahlreichsten Abschussgenehmigungen. Im Rahmen des EU-Pilotverfahrens haben die deutschen Behörden aktuelle Zahlen zu den erteilten und in Anspruch genommenen Ausnahmeregelungen für die Wolfsjagd gemeldet. Aus diesen Zahlen geht hervor, dass die meisten Ausnahmen in Niedersachsen gewährt wurden. Die Kommission wird diese Zahlen und die Begründungen für die Ausnahmeregelungen sorgfältig prüfen und je nach Ergebnis dieser Prüfung über geeignete Schritte entscheiden.

Hier der Link zur Antwort: https://www.europarl.europa.eu/doceo/document/E-9-2021-002333-ASW_DE.html

Hier die schriftliche Anfrage der Grünen-Abgeordneten Jutta Paulus: https://www.europarl.europa.eu/doceo/document/E-9-2021-002333_DE.html

Wir berichteten auch hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2021/05/02/geheimes-wolfsgemetzel-klatsche-von-der-eu-fuer-niedersachsens-umweltminister-lies-spd/

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Thüringer Umweltministerium zieht Schießgenehmigung auf Wölfin zurück und zahlt weiter Weideprämie

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Das Land Thüringen hat die Abschussgenehmigung für die auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf lebende Wölfin zurückgenommen,“ so der MDR am 04. Janaur 2021. Herdenschutzmaßnahmen hätten gewirkt und ein Abschuss wäre nicht mehr verhältnismäßig, wird Staatssekretär Olaf Müller weiter in dem MDR-Artikel zitiert. Wolfsschutz-Deutschland e. V. zeigt sich sehr erfreut darüber, dass Umweltministerin Siegesmund ganz augenscheinlich ihren Feldzug gegen eine Wolfsfamilie aufgegeben hat und wohl eingesehen hat, dass Abschüsse nichts bringen. Stattdessen soll die Schaf- und Ziegenprämie auch im Jahr 2021 weiter gezahlt werden.

Wölfin Ohrdi darf nicht mehr abgeschossen werden. Wir hoffen, dass sie auchin diesem Jahr wieder Nachkommen mit ihrem Wolfsgatten zeugt. Beispielbild © Brigitte Sommer

Die Antragsunterlagen dazu stehen auf der Internetseite des Thüringer Umweltministeriums zur Verfügung: https://umwelt.thueringen.de/schazie

Weideprämie statt Wolfstötung

„Weil es weiterhin keine bundesweite Prämie geben würde, sei die Unterstützung der Thüringer Schäferinnen und Schäfer umso wichtiger,“ wird Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) in einer Pressemeldung vom 18.01.2021 zitiert.

Die Thüringer Prämie in Höhe von 25 Euro pro Tier sei bei ihrer Einführung im Jahr 2019 in Deutschland einmalig gewesen. Inzwischen hätten auch Hessen, Sachsen und Bayern eine Schaf-Ziegen-Prämie nach Thüringer Vorbild eingeführt. Die Schaf-Ziegen-Prämie kann bis zum 31.03.2021 neu beantragt werden. Wer die Prämie bereits 2019 oder 2020 beantragt hat, muss bis zum 31.03.2021 lediglich einen Auszahlungsabruf einreichen.  Auch im vergangenen Jahr setzte sich Thüringen im Bundesrat mit einer Initiative für eine bundesweite Weidetierprämie von 30 Euro je Mutterschaf oder –ziege ein. Die Initiative fand im Bundesrat zwar eine Mehrheit, die Bundesregierung hat die Einführung einer Weidetierprämie für Schafe und Ziegen allerdings erneut abgelehnt. So wird es also auch im Jahr 2021 keine Weidetierprämie auf Bundesebene geben.

Die maximale Fördersumme für die einzelnen Schäferinnen und Schäfer ist aufgrund europarechtlicher Vorgaben auf 20.000 Euro innerhalb von 3 Jahren begrenzt (De-minimis-Beihilfe). Für das Antragsjahr 2021 sind Finanzmittel für die Thüringer Schaf- und Ziegenprämie im Landeshaushalt eingestellt.

Mehr Wolfsabschuss gleich weniger Weidetierschutz

Eine wissenschaftliche Theorie zu Wolfsabschüssen besagt, dass eher das Gegenteil von besserem Schutz für Weidetiere erreicht werden würde. Sie besagt, dass der Abschuss von Wölfen, vor allem von trächtigen Tieren oder Elterntieren, ganze Rudel destabilisieren oder sogar ganz auflösen könnte. Dies könne dann unter anderem eine Neuordnung der Territorien auslösen. Versprengte Einzeltiere und Wölfe, die ihr neues Territorium noch nicht kennen, würden dann auf Nutztierherden als Beute zurückgreifen. Schlichtweg deshalb, weil diese besser auffindbar und verletzlicher als wilde Beutetiere seien. Mehr Wolfsabschüsse führen zu mehr versprengten Einzeltieren und Gebietswechseln, wodurch die Risse an Nutztierherden steigen würden. Die Folge wären weitere Abschüsse von Wölfen – und der Kreislauf beginne von Neuem.

Schäfer Neumann hatte bereits vor Jahren in Brandenburg anhand seiner eigenen Tiere nachgewiesen, dass ortsansässige Wölfe Schafe sogar schützen können. Hätten die Wölfe einmal begriffen, dass sie an die Weidetiere nicht herankommen, würden sie mit Angriffen aufhören. Dadurch, dass Wölfe ihr Revier verteidigen würden, schützten sie Schafe auch vor Wolfsrudeln, die noch keine Erfahrung mit ausreichend geschützten Weidetieren gemacht hätten, so der Tenor des Schäfers, der sowohl mit wolfsabweisenden Zäunen als auch mit Herdenschutzhunden arbeitete.

Im vergangenen Jahr wurde bereits der Abschuss der Wölfin von einem Gericht untersagt.  Wir berichteten hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2020/02/21/erster-teilerfolg-in-thueringen-gericht-untersagt-abschuss-der-mutterwoelfin-jagd-auf-welpen-geht-aber-weiter/

Die Hauptverhandlung wäre in der vergangenen Woche gewesen. Wolfsschutz-Deutschland e. V. hatte diverse Anzeigen gegen die Umweltministerin gestellt und auch als einziger Verein heftig gegen den unserer Ansicht nach nicht rechtsmäßigen Abschuss der frei geborenen Wolfsmischlingswelpen aus den Jahren 2019 und 2018 protestiert.

Quellen: https://www.mdr.de/thueringen/west-thueringen/gotha/wolf-ohrdruf-abschuss-keine-genehmigung-100.html

https://umwelt.thueringen.de/aktuelles/anzeigen-medieninformationen/schaf-ziegen-praemie-wird-auch-2021-in-thueringen-ausgezahlt

https://www.infosperber.ch/umwelt/wolfsabschuss-zum-herdenschutz-kaum-wissenschaftliche-belege/?fbclid=IwAR3GBq5ucHe7VpmFk4ZwT4i30XZfzb2YDbRo5bSYfaz8CM7-3mYYWC_nOb4

https://wolfsschutz-deutschland.de/2020/02/19/wolfsschutz-deutschland-e-v-protestiert-und-stellt-anzeige-wegen-erneuter-toetung-so-genannter-hybriden-in-thueringen/

 

 

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Wolfsschutz Deutschland e. V. wünscht frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins Jahr 2021

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Liebe Wolfsfreundinnen und Wolfsfreunde,

der Vorstand von Wolfsschutz Deutschland e. V. wünscht allen lieben Wolfs- und Naturfans ein frohes Fest und einen guten Rutsch in das Jahr 2021. Es war ein schweres Jahr voller Herausforderungen und wir hoffen sehr, dass es im nächsten Jahr wieder einfacher für uns alle werden wird.

Die Corona-Krise ging auch an uns nicht spurlos vorüber. Während die Jäger in den meisten Bundesländern als systemrelevant klassifiziert worden sind, hatten es unsere Aktiven und auch unsere Vorsitzende nicht immer einfach. Eine der größten Herausforderungen im nächsten Jahr wird weiterhin der Lobbyismus bleiben. So ist es immens wichtig, dass unser kleiner Verein weiterhin ein beständiges Sprachrohr für die Wölfe und auch für eine Abschaffung der Jagd bleiben muss.

Auch in diesem Jahr haben wir wieder viele Hürden genommen und sind am Ball geblieben. Wir haben sowohl Mauscheleien bei der Agrar- und Jagdlobby aufgedeckt, als auch bei den anderen Verbänden. Auch wir sind von Unterwanderungsversuchen, inklusive Verleumdung und Mobbing, betroffen gewesen.  Auch haben wir uns wieder erfolgreich gewehrt. Wir setzen uns auch weiterhin für erweiterte Debattenräume ein. Der Slogan, „alle müssen mit einer Stimme sprechen“ ist unserer Ansicht in dieser Diskussion nicht zielführend, da die Verbände und Vereine sehr unterschiedliche Ziele und Vorstellungen haben. Wir müssen weiter Vereinen, die zum großen Teil Jäger als Mitglieder haben bzw. bei denen sogar ein Jäger als Präsident sitzt, Paroli bieten können. Wo andere „ja“ zu Abschüssen sagen, bleiben wir ganz klar beim „nein“. Eine lebendige Demokratie braucht Diskussion, Streit und Konsens, wie die Luft zum Atmen.

Wir danken allen sehr für Spenden und Mitgliedschaften und wir freuen uns auch weiter über jede Unterstützung:

Wolfsschutz-Deutschland e.V.

Berliner Sparkasse

IBAN DE79 1005 0000 0190 7118 84

BIC BELADEBEXXX

Auch Paypal ist möglich: https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

Mit herzlichen Grüßen

Wolfsschutz Deutschland e. V.

Brigitte Sommer

Ulrike de Heuvel

Jürgen Götz

Volker Vogel

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Presseinformation – Witas e. V. die Stiftung Hope und Wolfsschutz Deutschland e. V. decken gemeinsam Jägerlügen auf

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Presseinformation

Jägerlügen aufgedeckt

Immer stärker gerät die Jagd, und vor allem die Hobbyjäger selbst, unter massive Kritik. Tier- und Naturschützer warnen eindringlich vor den Gefahren dieser höchst fragwürdigen Freizeitbeschäftigung, die Flur und Fauna weitaus mehr schädigt, als nutzt.
Auch allgemeine Stimmen in der Bevölkerung werden immer lauter, wenn es darum geht die Hobbyjagd endlich zu verbieten. Nicht zuletzt die hohe Anzahl von Jagdunfällen dürfte dabei eine beträchtliche Rolle spielen.

Anlass genug, für drei Natur- und Tierschutzorganisationen dieses nochmal ganz speziell in ihren Focus zu stellen.
Die Vereine Witas e.V. (Wildtier & Artenschutz), Wolfsschutz Deutschland e. V.  sowie die Stiftung „Hope – Hoffnung für Füchse“ (eine Fuchsauffangstation) haben sich das Ziel gesetzt, auf diese Missstände aufmerksam zu machen.

Orgas, Vereine und Initiativen können den Flyer gegen Portokosten bestellen:

Gemeinsam haben sie einen Flyer auf den Weg gebracht, der über Falschmeldungen der Jagdorganisationen aufklären will. Noch immer kursieren viele Behauptungen über Sinn und Zweck der Jagd in den Medien, die in keinster Weise der Wahrheit entsprechen.
„Die 11 Jagd-Irrtümer und Jägerlügen“ ist der Titel dieser Broschüre, die in größeren Stückzahlen gegen Erstattung Portokosten bei den Vereinen und der Stiftung unter folgenden Email-Adressen für Veranstaltungen, Mahnwachen, Demonstrationen uvm. kostenlos angefordert werden kann: info@fuchs-hoffnung.de hjenal@t-online.de volker.vogel@wolfsschutz-deutschland.de

Interessierte Privatleute und Natur- Wolfs- sowie Fuchsfreunde, die nur ein Exemplar benötigen, können sich den Flyer hier herunterladen: Luegen der Jaeger FLYER 8-seiten AUSSEN[1] Luegen der Jaeger FLYER 8-seiten INNEN[1]

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Klares Statement von Wolfsschutz Deutschland e.V. bei Podiumsdiskussion in Dinslaken: Wolfsabschüsse absolutes „No go“!

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„Wolf und Lamm weiden zusammen…,“ mit diesen Worten begrüßte der Pfarrer der Kath. Gemeinde Heilig Geist in Dinslaken die Teilnehmer der Podiumsdiskussion am 08.02.20. Angeregt und initiiert durch den Filmemacher Adnan G. Köse folgten rund 150 Teilnehmer (+Podium) der Einladung ab 17.00 Uhr. Wölfin“ Gloria“, deren Abschuss per Eilantrag nach wie vor im Raum steht, war der Anlass, um Wolfsschützer und Weidetierhalter gemeinsam an einen Tisch zu holen. Zu den Podiumsteilnehmern gehörten u. a. Jos de Bruin und Gaby Steegmann von Wolves Unlimited, Eckehard Schwedhelm (Wolfsforschung), Peter Malzbender (NABU Wesel), Florian Preis (Ruhrschäferei), Maik Dünow (Schäferei Wesel) und Ulrike de Heuvel, die Wolfsteamleiterin NRW unseres Vereins Wolfschutz Deutschland e.V.

Wir stellten unsere Vereinsarbeit vor und legten unsere Position dar. Dass unsere Haltung genauso polarisiert wie der Wolf, brachten wir gleich am Anfang zum Ausdruck. Ulrike de Heuvel betonte: „Wir von Wolfsschutz Deutschland e.V. verstehen uns als Anwälte der Wölfe. Mit der gleicher Leidenschaft, mit der verantwortungsvolle Schäfer ihre Tiere schützen wollen, wollen wir die Wölfe vor erneuter Ausrottung schützen.“  Dazu würde auch die Offenlegung von Fake-News, wie z. B. durch Zaunkontrollen, gehören. Ulrike de Heuvel: „Hier gehen wir keine Kompromisse ein und wir nehmen dafür auch in Kauf, uns dadurch unbeliebt zu machen. Der Wolf hat nun mal keine eigene Stimme, also müssen wir für ihn sprechen.“ 

Ebenso machte de Heuvel noch einmal den Unterschied zu der Organisation Wikiwovles deutlich, die Weidetierhaltern ohne Gegenleistung hilft.  Wolfsschutz Deutschland e.V. gehe hier ganz bewusst einen anderen Weg, weil so mancher Weidetierhalter, der sich Zäune aufstellen ließ, gleich darauf zum nächsten Mahnfeuer rannte, um den Abschuss von Wölfen zu fordern. Ein solches Verhalten sei  völlig kontraproduktiv. Ulrike de Heuvel stellte klar, dass auch Wolfsschutz-Deutschland e.V. Hilfe beim Zaunbau anbiete. Allerdings würde sich der Verein vorher vertraglich absichern, dass eben nicht gegen Wölfe gehetzt wird.

Wölfe fressen hauptsächlich Rehe und Hirsche. Weidetiere machen nur 1,1 % ihrer Nahrung aus.

De Heuvel: „Ebenso sind wir der Überzeugung, dass kein einziger Wolf aufgrund von Rissen abgeschossen werden darf, denn Abschüsse helfen keinem Weidetierhalter wirklich weiter, sondern wecken nur Begehrlichkeiten für Tricksereien. Wie wir in diversen Zaunkontrollen nachweisen konnten, werden von bestimmten Schäfern Risse provoziert, um genau solche Abschussverfügungen zu erwirken.“ Stattdessen sollte endlich eine Weideprämie eingeführt werden. Eine solche wird weiter von der GroKo in Berlin blockiert. Die geplante Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes werde so auch keinem einzigen Schäfer helfen. Zumal oft mehr Tiere Hunden zum Opfer fallen, als durch Wölfe. Ganz abgesehen von der Anzahl an Tieren, die durch Krankheiten, Vernachlässigung und andere Ursachen zu Tode kommen. Die Politik suggeriere Weidetierhaltern, dass Abschüsse eine Lösung seien.

Podiumsdiskussion zum Thema Wolf und Weidetierhaltung. Jos de Bruin von Wolves Unlimited klärte auf.

Im Verlauf der Veranstaltung stellten Jos de Bruin und Gaby Steegmann ihre Arbeit in der Wolfssauffangstation vor und klärten fachlich über Wölfe und ihr Verhalten auf. Die Diskussionsbereitschaft an diesem Nachmittag war enorm hoch, es gab viele Wortmeldungen. Doch die Fragen an das Podium selber hielten sich in Grenzen. Trotzdem gab ein Wort das andere. So entstand zwischen Wolfsschützern und Weidetierhaltern so mancher Schlagabtausch.
Auch Kurt Opriel, Antragsteller der Abschussverfügung gegen Wölfin Gloria ergriff sichtlich verärgert das Wort. Unter anderem beschwerte er sich über die Vorwürfe und Kritiken bezüglich seines Herdenschutzes. Schließlich hätte er alles getan; die Zäune aufgerüstet und alle Vorgaben umgesetzt, die der LANUV gefordert hätte. Nun wüsste er auch nicht mehr weiter. Seine Tiere blieben bis auf weiteres eingestallt. Auf die immer wiederkehrenden Fragen nach dem Einsatz von Herdenschutzhunden, musste der Nebenerwerbsschäfer leider einräumen, dass dies bei ihm nicht umsetzbar sei, da er Hunden zwiespältig gegenüberstehe. Dass Opriel sich den Vorwürfen gegen ihn gestellt hat, ist durchaus anzuerkennen, auch die Bereitschaft nun endlich Hilfe bei der Zaunaufrüstung anzunehmen – doch leider kein Wort davon, den Eilantrag zurückzuziehen. Darauf warteten die Wolfsbefürworter an diesem Tag leider vergebens! (Anmerkung: Außerdem sind seine Zäune erst seit Kurzem aufgerüstet und die meisten Schafe sind nun sowieso eingestallt. Dieser Schäfer erhält einen vierstelligen Beitrag an EU-Subventionen für sein Hobby)
Ansonsten verlief dieser Nachmittag im Großen und Ganzen gemäßigter, als vorangegangene Veranstaltungen. Dies war mit Sicherheit auch der Verdienst von Adnan G. Köse, der bei der Moderation immer wieder zum Thema zurückführte.

Wie kann Koexistenz gelingen?

Ein großes Thema nach wie vor: Förderanträge, deren mangelnde Bearbeitung, die Finanzen und die Politik. Leider hatte Peter Schütz vom Umweltministerium abgesagt, so blieben viele Fragen leider unbeantwortet.

Der Filmemacher Adnan G. Köse hatte zur Podiumsdiskussion nach Dinslaken eingeladen.

Maik Dünow von der Schäferei Wesel betonte, „er sei nicht gegen den Wolf, nur für seine Schafe“ (Anmerkung: Was auch immer das heissen mag). Er wollte wissen, was Wolfsschützer denn schon finanziell für Gloria getan hätten und schlug deshalb eine Patenschaft für Herdenschutzhunde, anstatt für Wölfe, die niemandem gehörten, vor.  (Anmerkung: Was hat Herr Dünow denn schon an Natur- und Wolfsschutz gespendet?  Seine Forderungen sollte Maik Dünow an die Landesregierung in NRW richten, denn in anderen Bundesländern werden auch bereits Herdenschutzhunde bezahlt. Wir von Wolfsschutz Deutschland e.V. fordern zudem seit zwei Jahren von der Bundesregierung, doch endlich eine bundesweite Lösung zu finden, in der ganz Deutschland zum Wolfsland erklärt wird. Dadurch könnte überall unbürokratisch gefordert und gefördert werden. Dies würde dann auch Schäden von wandernden Jungwölfe abdecken. Außerdem ist von Berufsschäfern schon ein gewisser Eigenanteil als Unternehmer zu erwarten.  Zumal Schäfer Dünow im vergangenen Jahr fast 150.000 Euro an EU-Subventionen erhalten hat.  Unternehmer anderer Branchen werden hier vielleicht fassungslos mit dem Kopf schütteln)

Auch Florian Preis von der Ruhrschäferei meinte, dass er zwar nicht unbedingt ein “ Wolfsfan“ sei, wie die Wolfsschützer, doch suche er nach anderen Lösungswegen als den Abschuss der Wölfin. Im Gegenteil, er betonte lautstark, dass auch der Wolf das Recht habe, hier zu leben. Er glaube an die Koexistenz zwischen Wölfen und Schafen.  Ferner gab es Kritik an der angeblich viel zu späten Reaktion aus der politischen Ebene. Schon vor 20 Jahren hätte man sich adäquat auf die zu erwartende Situation einstellen müssen.
Pufferzonen hin, Fördergelder her…, auch dazu bezog unser Verein Stellung. Warum wird nicht ganz Deutschland zum Wolfsland erklärt? Das würde sicherlich vieles vereinfachen.

Auch Peter Malzbender (NABU Wesel) betonte nochmals, dass der Lebensraum für Wölfe hier mehr als gegeben sei, und gab zu bedenken,  dass nur etwa 1% der Nutztiere im Kot der Wölfe wiedergefunden wird.

Die Wolfsteamleiterin NRW unseres Vereins  Wolfssschutz Deutschland e.V. , Ulrike de Heuvel, stellte die Position unseres Vereines auf der Veranstaltung dar.

Und das Fazit der Veranstaltung? Die Unbelehrbaren und Beratungsresistenten erreichte man natürlich auch diesmal nicht. Dennoch gibt es durchaus die Bereitschaft, sich weiter zu treffen und nach gemeinsamen Lösungen zu suchen. Vor allem aber, um der Politik gemeinsam auf die Füße zu treten – wir für die Wölfe und die Weidetierhalter für ihre Schafe…!

(Ulrike de Heuvel und Cordula Oppermann)