Zehn tote Wölfe in Italien: Die gefährlichen Folgen der Rückstufung und Hasspropaganda

Bereits im Januar 2026 warnte Wolfsschutz-Deutschland e.V. in dem Artikel „EU-Wolfsherabstufung: Italien jagt, Spanien widersteht – doch der wahre Konflikt liegt woanders“ vor den Konsequenzen der Herabstufung des Wolfs in der EU. Nur knapp drei Monate später bestätigen sich diese Befürchtungen auf dramatische Weise. Ganz Rudel werden illegal, teils durch Gift, ausgelöscht. 

Im Parco Nazionale d’Abruzzo, Lazio e Molise, einem der wichtigsten Schutzgebiete für den Apennin-Wolf, wurden innerhalb weniger Tage zehn Wölfe vergiftet. Fünf Tiere wurden in der Region Pescasseroli gefunden, fünf weitere am 15. April bei Alfedena (San Francesco) in der „Area Contigua“ des Parks. Bei einem der Funde wurde offenbar ein ganzes kleines Rudel ausgelöscht. Die Kadaver lagen verstreut, daneben fanden sich Reste von Giftködern. Die Staatsanwaltschaft Sulmona ermittelt wegen schwerer Umweltstraftaten und gezielter Wilderei. Der Parkdirektor und WWF sprechen von einem der schwersten Wildtierverbrechen der letzten Jahre.
Beispielfoto Wölfe.
„Bären und Wölfe sind Ausdruck der Kultur dieses Landes, und ich habe angeordnet, die Tötung dieser Tiere oder Brandstiftungsfälle niemals oberflächlich zu behandeln“, bestätigte der Oberstaatsanwalt Luciano D’Angelo dem Blatt Corriere della Sera. Und weiter: „Die ersten Untersuchungen sagen uns, dass es sich um Gift handelt, später werden wir genau wissen, welches. Wir gehen vor, als ob – entschuldigen Sie den respektlosen Vergleich – Menschen getötet worden wären. Meiner Ansicht nach ist das nicht das Werk eines Jägers oder eines Verrückten. Der Vorfall ist schwerwiegend und als solcher werden wir ihn behandeln, beginnend mit dem Straftatbestand, mit dem wir das Verfahren eröffnet haben, nämlich der ungerechtfertigten Tötung von Tieren.“ Auch der Direktor des Parks, Luciano Sammarone, zeigte größte Besorgnis: „Es geht nicht nur um den Verlust einiger Individuen“, wurde er im Corriere della Sera zitiert. Weiter: „Mit hoher Wahrscheinlichkeit wurde in Alfedena ein ganzes Rudel ausgelöscht, und das bedeutet, dass die biologischen und ökosystemischen Folgen erheblich sein werden. Das Gift dann… ist der feigste Akt überhaupt. Unterschiedslos. Man weiß nicht, was man tötet. Man kann Wölfe treffen, aber auch Füchse, Hunde und andere Haus- oder Wildtiere. Es ist pure Gewalt.“

Aktuelle Situation in Italien

In Italien leben derzeit etwa 3.000 bis 3.500 Wölfe (ISPRA-Schätzung 2026). Seit Januar 2026 gilt der Wolf nicht mehr als streng geschützt. Auf Druck von Landwirtschafts- und Jägerverbänden wurde eine jährliche Quote von bis zu 160 legalen Abschüssen eingeführt. Bisher wurden davon nur sehr wenige tatsächlich umgesetzt. Gleichzeitig hat sich die Zahl illegaler Tötungen deutlich erhöht. Allein in Piemont wurden seit Jahresbeginn bereits 18 tote Wölfe geborgen, viele davon vermutlich durch Gift oder Wilderei. Nutztierrisse durch Wölfe machen EU-weit nur etwa 0,6–1 % aller Nutztierverluste aus. Dennoch werden einzelne Fälle medial stark aufgebauscht.

Die Rolle von Politik und Medien

Politik und große Teile der Medien tragen erheblich zur Verschärfung des Klimas bei. Durch einseitige, emotional aufgeladene Berichterstattung, die einzelne Risse reißerisch herausstellt, während erfolgreicher Herdenschutz oder die ökologische Bedeutung des Wolfs kaum erwähnt werden, wird regelmäßig Hass und Wut auf den Wolf geschürt. Der Wolf dient als willkommener Sündenbock, um von strukturellen Problemen der Landwirtschaft abzulenken.
Beispielfoto Wölfe.

WWF Italy: Große Möglichkeiten – zu wenig konkrete Unterstützung

Der WWF Italy verurteilt die Vorfälle zu Recht öffentlich. Mit seinen erheblichen finanziellen und politischen Ressourcen könnte die Organisation jedoch deutlich mehr leisten – etwa durch konkrete Unterstützung der Carabinieri Forestali bei Ermittlungen (Finanzierung von Laboranalysen, Spürhunden oder Hinweis-Systemen). Bisher bleiben es meist bei Pressemitteilungen.
Wolfsschutz-Deutschland e.V. lehnt Abschüsse jeglicher Art strikt ab. Konflikte müssen ausschließlich durch konsequenten Herdenschutz, Prävention und sachliche Aufklärung gelöst werden – nicht durch Tötungen.
Fazit: Die zehn vergifteten Wölfe in den Abruzzen sind ein dramatisches Warnsignal. Sie zeigen, dass die politische Herabstufung und die mediale Hetze nicht zu weniger Konflikten führen, sondern zu einer gefährlichen Normalisierung der Verfolgung.

Wolfsschutz-Deutschland e.V. fordert unverändert:

  • Strengen und dauerhaften Schutz des Wolfs ohne jegliche Abschuss-Ausnahmen
  • Wirksamen, flächendeckenden Herdenschutz statt Symbolpolitik
  • Ausgewogene und faktenbasierte Berichterstattung statt Hetze
  • Echte europäische Solidarität im Wolfsschutz.

 

Quellen:

Unser Artikel vom Januar:

https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/01/27/eu-wolfsherabstufung-italien-jagt-spanien-widersteht-doch-der-wahre-konflikt-liegt-woanders/

WWF Italia (offizielle Stellungnahme, ca. 16.–18. April 2026): „Eines der schwersten Naturverbrechen der letzten 10 Jahre“.
https://www.wwf.it/pandanews/animali/10-lupi-uccisi-nel-parco-nazionale-dabruzzo-lazio-e-molise/

Corriere della Sera (17. April 2026): „La strage dei lupi“ – detaillierter Artikel mit Aussagen der Staatsanwaltschaft.
https://www.corriere.it/cronache/26_aprile_17/la-strage-dei-lupi-10-esemplari-avvelenati-in-pochi-giorni-aperto-un-fascicolo-a0adf5bd-d131-499e-8f66-77e4d0906xlk.shtml

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Warum Wölfe beste Freunde brauchen: Das Leben im Wolfsrudel

Stell dir vor, du lebst in einer großen, engen Familie. Alle helfen sich gegenseitig. Es gibt mal Streit, aber danach versöhnt man sich schnell. Man spielt zusammen, teilt das Essen und passt aufeinander auf. Genau so leben Wölfe. Viele Menschen glauben, Wölfe sind einsame, wilde Tiere oder böse Chefs, die in einem Rudel herrschen. Das ist ein altes Bild aus Filmen und Geschichten. In Wirklichkeit sind Wölfe sehr soziale Tiere. Sie brauchen echte Freundschaften und enge Bindungen, um zu überleben. Ohne das Rudel wäre das Leben für einen Wolf sehr schwer. In diesem Artikel erklären wir alles in leichter Sprache. 

Wir schauen uns an, wie ein Wolfsrudel wirklich funktioniert. Wir erzählen von Freundschaften, Spiel, Streit und Versöhnung. Und wir sehen, was Wissenschaftler herausgefunden haben. Am Ende lernen wir, was wir Menschen von den Wölfen mitnehmen können.

Als würden die Zwei für ein Selfie posieren.

Was ist ein Wolfsrudel wirklich?

So sieht eine Wolfsfamilie aus.
Ein Rudel ist eine Familie. Es gibt ein Mama-Wolf und ein Papa-Wolf. Sie bleiben oft ihr ganzes Leben zusammen. Dazu kommen die Kinder aus den letzten ein oder zwei Jahren. Die Welpen sind noch jung und lernen von den Großen. Die Eltern sind die Leiter des Rudels. Nicht weil sie ständig kämpfen, sondern weil sie die Erwachsenen sind. Die Jungen folgen ihnen ganz natürlich. Früher dachten viele Forscher, es gäbe strenge „Alpha-Wölfe“, die mit Macht regieren. Diese Idee kam aus Beobachtungen im Zoo. Dort lebten fremde Wölfe zusammen, die nicht verwandt waren. Es gab viele Kämpfe. Der amerikanische Forscher L. David Mech hat das später klargestellt. In der freien Natur sind Rudel fast immer Familien. Der „Alpha-Mythos“ passt nicht zu wilden Wölfen. Mech sagt: Die Eltern leiten das Rudel einfach durch Erfahrung und Alter. Ein Rudel hat meist 5 bis 12 Tiere. Manchmal werden es mehr, wenn die Jungen etwas länger bleiben. Wenn die jungen Wölfe zwei Jahre alt sind, gehen viele weg und wandern lange Strecken. Sie suchen einen Partner und gründen ein eigenes Rudel.

Wie zeigen Wölfe Freundschaft?

Auch Wölfe haben beste Freunde.

Wölfe haben echte enge Bindungen. Man kann sie fast „beste Freunde“ nennen.

Erstens: Gegenseitiges Putzen. Die Wölfe lecken sich das Fell und putzen einander. Das hält das Fell sauber und ist gleichzeitig ein Zeichen von Zuneigung. Es ist wie eine Umarmung oder „Ich mag dich“ sagen. Wölfe verbringen viel Zeit damit, besonders mit ihren Lieblings-Rudelmitgliedern.
Zweitens: Zusammen spielen. Auch erwachsene Wölfe spielen gerne. Sie rennen hintereinander her, balgen sanft und springen. Spiel hilft, dass alle sich gut verstehen und Vertrauen aufbauen. Es macht Spaß und löst Spannungen.
Wolfsmutter mit einem Welpen. Alle Welpen kommen Ende April, Anfang Mai auf die Welt.
Drittens: Futter teilen. Wenn ein Wolf auf Jagd war und etwas gefangen hat, bringt er oft Essen für die anderen mit. Besonders für die Welpen und kranke Tiere. Die Wölfe würgen das Fleisch wieder hoch. Das zeigt große Hilfsbereitschaft.
Viertens: Große Begrüßungen. Kommt ein Wolf von der Jagd zurück, freuen sich alle riesig. Sie wedeln mit dem Schwanz, lecken sich die Schnauzen und Gesichter und heulen zusammen. Das ist ein richtiges Willkommensfest. Es zeigt: „Schön, dass du wieder da bist!“
Fünftens: Trost und Hilfe. Ist ein Wolf verletzt oder traurig, kommen andere und spenden Nähe. Sie legen sich neben ihn oder lecken ihn sanft. Wissenschaftler haben beobachtet, dass Wölfe sogar trauern, wenn ein Rudelmitglied stirbt. Sie wirken dann ruhiger und suchen Nähe zu den anderen.
Wölfe haben Lieblingswölfe. Das bedeutet: Manche Wölfe mögen bestimmte andere besonders gern. Mit ihnen verbringen sie mehr Zeit, jagen zusammen oder ruhen nebeneinander. Studien zeigen, dass diese besonderen Freundschaften das Rudel stärker machen.

Streit und Versöhnung

Ein Pechvogel muss sich hier nach einem Streit unterwerfen.
In jedem Rudel gibt es mal Streit. Es geht um Futter, einen guten Schlafplatz oder Aufmerksamkeit. Die Wölfe zeigen mit Körpersprache, wer gerade stärker ist: Einer macht sich groß und stellt die Ohren auf, der andere macht sich klein und legt die Ohren zurück. Meist enden die Kämpfe ohne schwere Verletzungen.
Das Besondere bei Wölfen: Sie versöhnen sich danach oft schnell. Die italienischen Forscherinnen Giada Cordoni und Elisabetta Palagi haben das 2008 genau untersucht. Sie beobachteten Wölfe im Zoo. Nach einem Streit gehen die Tiere oft aufeinander zu. Sie berühren sich mit der Nase, lecken sich oder legen sich nah zusammen. Das nennt man Versöhnung. Es hilft, die Freundschaft wiederherzustellen.Eine weitere Studie von Simona Cafazzo und ihrem Team aus dem Jahr 2018 verglich Wölfe mit Hunden. Wölfe versöhnen sich viel öfter aktiv als Hunde. Bei Wölfen liegt die Versöhnungsrate oft bei 40 bis 50 Prozent aller Streits. Warum? Weil Wölfe viel stärker aufeinander angewiesen sind. Sie jagen zusammen große Beute, verteidigen ein großes Revier und ziehen die Welpen gemeinsam groß. Ohne guten Zusammenhalt würde das Rudel nicht überleben.

Warum sind diese Freundschaften so wichtig?

Das Rudel funktioniert wie ein Team. Eine einzelne Wölfin oder ein einzelner Wolf hat es schwer. Gemeinsam können sie große Hirsche oder Elche jagen. Sie passen auf die Welpen auf, während andere jagen. Sie verteidigen ihr Gebiet gegen andere Rudel oder Bären.Enge Freundschaften machen das alles möglich. Sie schaffen Vertrauen. Sie sorgen dafür, dass Konflikte nicht das ganze Rudel schwächen. Wölfe sind sogar kooperativer als viele andere Tiere. Sie helfen nicht nur Verwandten, sondern auch engen Freunden im Rudel.
Eine Studie von 2013 zeigte: Wölfe heulen besonders viel, wenn ein enger Freund oder ein wichtiges Rudelmitglied weg ist. Das Heulen ist nicht nur wegen Angst, sondern auch wegen der starken Bindung.

Wölfe und Menschen

Das Foto zeigt Wolfsforscher Toni Seiler, der auch Mitglied in unserem Verein Wolfsschutz-Deutschland e.V. war und leider schon verstorben ist,  mit seiner Wölfin Inge. Foto: Privat.
Auch zu Menschen können sozialisierte Wölfe enge Bindungen aufbauen. Wenn Welpen von Menschen aufgezogen werden, suchen sie später Nähe, zeigen Freude und unterscheiden zwischen bekannten und fremden Personen. Sie sind aber nicht so folgsam wie Hunde. Wölfe behalten mehr ihre eigene Meinung. Das zeigt: Die Fähigkeit zu Freundschaften ist bei Wölfen tief verwurzelt.

Was können wir Menschen von Wölfen lernen?

Wölfe lehren uns viel über Zusammenhalt. In unserer schnellen Welt vergessen wir manchmal, wie wichtig echte Freunde und Familie sind. Wölfe zeigen:

  • Streit gehört dazu, aber Versöhnung ist wichtig.
  • Gemeinsam sind wir stärker.
  • Hilfsbereitschaft und Nähe machen das Leben besser.
  • Auch Erwachsene dürfen spielen und Spaß haben.

In Schulen, Teams oder Familien können wir uns fragen: Wie können wir besser aufeinander achten? Wie lösen wir Konflikte friedlich? Wie gehen wir mit Andersdenkenden um? 

Wölfe sind keine einsamen Jäger und keine brutalen Chefs. Sie sind soziale Tiere mit echten Freundschaften, Loyalität und starken Gefühlen. Ihr Leben im Rudel zeigt, wie wichtig enge Bindungen für das Überleben sind.
Wissenschaftler haben uns das klar gezeigt: Wenn wir Wölfe besser verstehen, respektieren wir sie mehr und schützen ihren Lebensraum.

Vielleicht können wir uns ein bisschen wie Wölfe verhalten: treu zu unseren Freunden stehen, nach Streit die Hand reichen und zusammen stark sein, auch wenn wir total unterschiedlich sind. 

 

Quatsch zusammem machen können Wölfe auch.
Quellen für Lehrer, Eltern und weiter Interessierte:

. L. David Mech – Der Alpha-Mythos (1999)

2. Cordoni & Palagi (2008) – Versöhnung nach Streit bei Wölfen. Dies ist eine der ersten Studien, die Versöhnungsverhalten bei Wölfen klar nachgewiesen hat.
Volltext (ResearchGate oder ähnlich): Suche nach „Cordoni Palagi 2008 reconciliation wolves“. Eine direkte Version findest du oft über Universitätsbibliotheken.
3. Cafazzo et al. (2018) – Wölfe versöhnen sich, Hunde vermeiden Konflikte

4. Cordoni et al. (2019) – „Back to the Future: A Glance Over Wolf Social Behavior“

  • Open Access Volltext:
    https://www.mdpi.com/2076-2615/9/11/991
    (Sehr gute Übersicht zu Kooperation, Spiel, Trost und sozialem Verhalten bei Wölfen.)
  • Unser kleiner Comic „Ein Jahr im Leben der Wölfe“ (entstanden zusammen mit Wolfsforscher Toni Seiler) Geschenke

5. Mazzini et al. (2013) – Heulen und Beziehungsqualität

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Verordnete Wolfstötungen in Österreich: Warum tun die großen Verbände zu wenig?

Während in Deutschland ab Sommer 2026 in mehreren Bundesländern die Tötung von Wölfen  und sogar eine Jagd auf Wölfe deutlich erleichtert wird, zeigt Österreich bereits jetzt, wohin der Weg führt: In den ersten beiden Monaten 2026 wurden bereits sieben Wölfe „legal“ getötet – fünf in Kärnten, zwei in Tirol. Alles auf Basis von Verordnungen. Gleichzeitig plant Salzburg als erstes Bundesland eine fixe präventive Tötungs-Quote von zwei Wölfen pro Jahr – ohne vorherigen Nutztierriss, einfach „zum Schutz der Almwirtschaft“. Das neue Gutachten des Instituts für Naturschutz und Naturschutzrecht Tübingen vom März 2026 ist eindeutig: Solche Wolfstötungen sind in Österreich derzeit unionsrechtswidrig. Und trotzdem gehen die Tötungen weiter.

 

Das neue Gutachten vom 24. März 2026

Das Rechtsgutachten des Instituts für Naturschutz und Naturschutzrecht Tübingen (im Auftrag von ANCA – Austrian Nature Conservation Agency) kommt zu einem eindeutigen Ergebnis:
Wolfsentnahmen in Österreich sind derzeit unionsrechtlich nicht rechtmäßig.

  • Warum? Der Wolf muss sich in einem günstigen Erhaltungszustand befinden (FFH-Richtlinie, Anhang V). Österreich hat das selbst in seinem offiziellen Artikel-17-Bericht an die EU verneint. Der Bestand ist zu klein, zu fragmentiert und viele Gebiete sind nicht dauerhaft besiedelt.
  • Die bloße Herabstufung des Schutzstatus auf EU-Ebene ändert nichts: Es gibt keine Freigabe zur regulären Bejagung. Abschüsse dürfen nur in außergewöhnlichen Einzelfällen (Art. 16 FFH-RL) erfolgen – nicht als vorsorgliches oder routinemäßiges „Management“.
  • Das Monitoring in Österreich ist nicht belastbar genug, um einen günstigen Zustand nachzuweisen.
  • Zusätzlich läuft seit März 2026 ein EU-Vertragsverletzungsverfahren gegen Österreich (INFR(2022)2056): Die Kommission hat eine „mit Gründen versehene Stellungnahme“ geschickt – die letzte Stufe vor einer möglichen Klage vor dem EuG

Das wirft eine unangenehme Frage auf: Warum tun die großen, finanzstarken und zum Teil staatlich geförderten Naturschutzverbände nicht deutlich mehr?

Beispielbild Wolf © Brigitte Sommer

Verordnungen statt Bescheide – die perfekte Waffe gegen effektiven Wolfsschutz

Die Bundesländer haben ein System gefunden, das den Artenschutz elegant umgeht. Früher erfolgten Tötungen per individuellem Bescheid, der von Umweltorganisationen relativ schnell angefochten werden konnte – oft mit aufschiebender Wirkung. Heute setzen Kärnten, Tirol und nun auch Salzburg gezielt auf generell-abstrakte Verordnungen. Diese erlauben pauschal Tötungen in ganzen Gebieten, ohne konkrete Einzelfallprüfung, ohne DNA-Identifizierung und ohne zwingende Prüfung von Herdenschutzmaßnahmen. Gegen solche Verordnungen gibt es praktisch keinen schnellen Rechtsweg mit Stopp-Wirkung. Der Weg über die Aarhus-Konvention und den Verwaltungsgerichtshof (VwGH) ist lang und kommt meist zu spät.
Das Ergebnis: 25 getötete Wölfe 2025, sieben bereits im Frühjahr 2026 bei einer geschätzten Gesamtpopulation von nur rund 90–100 Tieren. Das ist systematische Ausrottung per Verordnung. Ein neues Gutachten bleibt wirkungslos – weil niemand konsequent klagt. Das Tübinger Gutachten ist glasklar: Die derzeitige Tötungspraxis und erst recht präventive Quoten verstoßen gegen europäisches Recht. Dennoch bleiben die Verordnungen in Kraft. Gegen die sieben Tötungen 2026 hat keine der großen Organisationen konkrete, fristgerechte Rechtsmittel eingelegt, die noch hätten wirken können. Stattdessen: Pressemitteilungen, Stellungnahmen und Appelle.
Als erstes Bundesland in Österreich plant jetzt auch noch eine fixe Abschussquote von zwei Wölfen pro Jahrpräventiv, also ohne vorherige Nutztierrisse. Die neue Wolfsverordnung (angekündigt am 10. April 2026 von LH-Stv. Marlene Svazek, FPÖ) soll „zum Schutz der Alm- und Weidewirtschaft“ gelten. Sie ist bereits in Begutachtung und soll ab Mai in Kraft treten.

Aktueller Wolfsbestand in Österreich laut dem Österreichzentrum Bär, Wolf, Luchs (Stand März 2026) und aktuellen Monitoring-Daten:

Ca. 92–102 nachgewiesene Wölfe.

Nur 8–9 Rudel (davon ca. 4 mit bestätigter Reproduktion).

Die Tiere stammen aus der alpinen, dinarisch-balkanischen und zentraleuropäischen Population.

Viele Nachweise sind Einzeltiere auf Wanderschaft; dauerhafte Rudel gibt es vor allem in Niederösterreich, Kärnten und vereinzelt in anderen Ländern.

Der Bestand wächst nicht mehr wie früher – auch wegen der hohen Abschusszahlen. 2025 wurden 25 Wölfe „legal“ oder illegal getötet (ca. ein Viertel der gesamten bekannten Population).

Österreich liegt damit weit unter den Mindestzahlen für einen günstigen Erhaltungszustand (z. B. 100 Rudel in den Alpen oder stabile Rudel im Waldviertel).

 

Beispielfoto Wolf. © Brigitte Sommer

Die großen Verbände: Starke Worte, wenig Konsequenz

Die wichtigsten Akteure in Österreich sind WWF Österreich, Naturschutzbund Österreich, ÖKOBÜRO – Allianz der Umweltbewegung sowie Tierschutz Austria und Protect. Diese Organisationen verfügen über erhebliche finanzielle Mittel, professionelle Strukturen, juristisches Know-how und erhalten zum Teil erhebliche öffentliche Förderungen und Projektgelder vom Bund und den Ländern. Sie alle haben den Tirol-Fall bis zum EuGH begleitet und kritisieren die Salzburger Präventiv-Verordnung zu Recht als „Dammbruch“. Doch bei einer so dramatischen Situation – ein Viertel der Population jährlich getötet, klare Rechtswidrigkeit per Gutachten und nun sogar präventive Tötungsquoten ohne jeden Rissnachweis – reicht das bei weitem nicht aus. Warum werden nicht jede einzelne Verordnung sofort mit einer Aarhus-gestützten Anfechtung beim VwGH überzogen? Warum keine systematischen Musterklagen, weitere unabhängige Gutachten und massive Lobbyarbeit bei Landesregierungen und im Nationalrat? Warum keine großen, öffentlichkeitswirksamen Kampagnen, Demonstrationen und gezielte Mobilisierung von Mitgliedern und Spendern? Es drängt sich der Verdacht auf, dass bei manchen dieser Verbände die professionelle Pressemitteilung und reine Öffentlichkeitsarbeit wichtiger geworden sind als der harte, langwierige und teure Kampf vor Gericht und in den politischen Hinterzimmern. Wer teilweise vom Staat finanziert wird, scheint bei Konflikten mit ebenjenen Landesregierungen auffallend zurückhaltend zu agieren. Schöne Worte und gut gemachte Stellungnahmen? Ist das am Ende nur Show für die Spender und die eigene Reputation?
Kleinere, unabhängige Vereine und Orgas können nicht die gleichen Ressourcen aufbringen. Gerade deshalb erwarten wir von den großen Playern deutlich mehr Einsatz. Die juristischen Möglichkeiten in Österreich sind bewusst begrenzt und werden von der Politik gezielt ausgenutzt. Die großen Naturschutz- und Tierschutzverbände dürfen sich damit jedoch nicht abfinden. Sie haben die Macht, das Geld und den Einfluss, das System massiv zu fordern – durch konsequente Klagen sowie echte Lobbyarbeit und öffentliche Mobilisierung. Solange in Österreich Wölfe per Verordnung und präventiver Quote getötet werden, während unabhängige Gutachten klare Rechtswidrigkeit attestieren, bleibt der Natur- und Tierschutz ein Papiertiger.
Wolfsschutz-Deutschland e.V. fordert die großen Verbände auf: Schluss mit halbherzigen Appellen und symbolischer Kritik. Mehr Klagen, mehr Konsequenz, mehr echter Einsatz – für den Wolf auf beiden Seiten der Grenze. Wolfsfreunde sollten zuem mehr kleine und unabhängige Vereine unterstützen, z. B. in Österreich den VGT oder Tierschutz Austria und in Deutschland uns von Wolfsschutz-Deutschland e. V. 
Quellen:

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Zwei tote Wolfswelpen in Spremberg – wirklich nur ein tragischer Unfall?

Am 15. März 2026 wurden in einem Löschteich bei Spremberg/Grodk zwei Jungwölfe tot aufgefunden. Einer der beiden Welpen war besendert. Die Behörden erklären den Tod mit Ertrinken und machen vor allem offene Komposthaufen und Katzenfutter der Anwohner verantwortlich. Wir finden das merkwürdig. 

Beispielbild spielende Wolfswelpen im Alter von 10 Monaten.

Nach Angaben des Brandenburger Landesamtes für Umwelt (LfU) sind die Tiere ums Leben gekommen, ohne, dass Menschen eingewirkt hätten. Das sagte ein Sprecher dem rbb auf Nachfrage Ende März. Wie die Wölfe den Absperrzaun überwinden konnten, der den Löschteich umgibt, sei nicht bekannt. Die Feuerwehr hätte die toten Tier geborgen.

Das Spremberg-Rudel lebt jedoch bereits seit 2018/2019 – also seit über sieben Jahren – in der Region. Es handelt sich um ein langjährig etabliertes Territorium.In den Wochen und Monaten vor dem Tod der Welpen kam es zu folgenden bestätigten Nutztierrissen durch dieses Rudel:

  • Februar 2026: 1 Zwergziege in Hornow getötet
  • Anfang März 2026: Erneut 1 Zwergziege („Ella“) in Hornow getötet – an derselben Adresse
  • März 2026: 2 Schafe getötet, 1 schwer verletzt
  • März 2026: 3 Ziegen getötet
  • Weitere kleinere Vorfälle mit verletzten Tieren

Trotz dieser Risse hat das zuständige Veterinäramt offenbar nicht konsequent bei den betroffenen Kleinsthaltern eingegriffen, obwohl diese ihre Tiere wiederholt unzureichend geschützt hatten. Stattdessen wurden die Anwohner der Region mit Bußgeldandrohungen wegen offener Komposthaufen und Katzenfutter unter Druck gesetzt. Diese einseitige Schuldzuweisung an die Allgemeinheit könnte von den eigentlichen Verantwortlichkeiten ablenken. Es drängen sich ernste Fragen auf:

  • Wie wahrscheinlich ist es, dass gleich zwei Welpen aus einem seit Jahren ansässigen Rudel „zufällig“ in einen künstlichen noch dazu umzäunten Löschteich geraten und nicht mehr herauskommen?
  • Warum stirbt gerade der besenderte Welpe nur kurze Zeit nach der Besenderung?
  • Wurde hier möglicherweise nach den Rissen versucht, das Rudel gezielt zu dezimieren?

Wir schließen nicht aus, dass hinter dem Tod der beiden Welpen auch illegale Handlungen stehen könnten. Die schnelle und einseitige Erklärung der Behörden („die Anwohner haben sie angelockt“) erscheint zu einfach und dient möglicherweise dazu, andere Ursachen nicht näher untersuchen zu müssen. Warum wird der genaue Ort des Löschteichs nicht angegeben? Warum gibt es keine Fotos, auf denen dieser Löschteich zu sehen ist? 

Blick von der sächsischen Seite auf das Kraftwerk Spremberg, bei Mortka. © Brigitte Sommer

Besonders kritikwürdig ist der Einsatz von Soft Catch Traps (Fangfallen mit weichen Backen), die in Brandenburg zur Lebendfang und Besenderung von Wölfen verwendet werden. Diese Fallen sind aus unserer Sicht nicht tierschutzkonform. Selbst bei ausgewachsenen Wölfen können sie schwere Quetschungen, Frakturen und langanhaltende Verletzungen verursachen. Bei Welpen und Jungtieren, die noch nicht einmal ein Jahr alt sind, ist das Risiko von schweren Verletzungen, Schock und massivem Stress noch deutlich höher.Dass ausgerechnet ein besenderter Welpe kurze Zeit nach dem Fang tot aufgefunden wird, passt in ein beunruhigendes Muster. Die Besenderung scheint die Tiere nicht zu schützen, sondern sie zusätzlich zu belasten und möglicherweise leichter zum Ziel zu machen.

Brandenburg hat die Aufnahme des Wolfs ins Bundesjagdgesetz ausdrücklich begrüßt und plant, die neuen Möglichkeiten für ein aktiveres Wolfsmanagement zu nutzen. Gleichzeitig werden Vorfälle wie dieser schnell als „natürliche Mortalität“ oder „Schuld der Anwohner“ abgetan. Solange das System auf umstrittene Fangmethoden, Besenderung, Schuldzuweisung an die Bevölkerung und schrittweise Akzeptanz von Abschüssen setzt, werden solche Fälle kein Einzelfall bleiben. 
Quelle:

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Kein Aprilscherz: Neue absolut grausame Hessische Jagdverordnung tritt heute in Kraft

Ab heute, dem 1. April 2026, tritt in Hessen eine neue Jagdverordnung in Kraft. Sie erweitert die Jagd massiv: Waldschnepfe, Höckerschwan, Baummarder, Iltis, Hermelin, Mauswiesel, Rabenkrähe, Nilgans und weitere Arten dürfen nun ganzjährig oder mit deutlich verlängerten Jagdzeiten bejagt werden. Wir von Wolfsschutz-Deutschland e.V. lehnen diese Entwicklung entschieden ab und schließen uns dem Protest von Wildtierschutz-Deutschland e. V. und Pro Fuchs Hessen / Wildtierschutz Deutschland Sektion Hessen, an. 

Beispielfoto verletzter Wolf. © Brigitte Sommer

Wildschweine – wichtige Ökosystemingenieure unter Dauerdruck

Wildschweine waren bereits ganzjährig jagdbar und bleiben es auch weiterhin. Dabei sind sie wichtige Ökosystemingenieure: Sie pflügen den Waldboden um, fördern die natürliche Waldverjüngung, schaffen Lebensraum für viele Kleintiere und Pflanzen und fressen große Mengen an Schädlingen wie Mäusen, Engerlingen und Insektenlarven.Trotz aller Behauptungen gibt es bis heute keinen eindeutigen wissenschaftlichen Nachweis, dass die Afrikanische Schweinepest (ASP) primär durch Wildschweine auf Stalltiere übertragen wurde. Die Jagd löst dieses Problem nicht – sie verursacht stattdessen zusätzliches Leid. Auf einer unserer Wildkameras ist ein Wildschwein mit einem vermutlich abgeschossenen Bein zu sehen – ein trauriges Beispiel für Fehlschüsse und qualvolles Verenden.

Auch Wölfe und Wolfshunde sind betroffen

TWH Anori. Ob Jäger einen frei laufenden Wolfshund bei Gassi von einem frei lebenden Wolf unterscheiden können, ist fraglich. Scließlich verwechseln sie ja auch Wilschweine mit Pferden, oder Menschen mit Wildschweinen.
Obwohl der Wolf zwar im Jagdrecht ist, die Jagd aber wegen eines ungünstigen Erhaltungszustandes in Hessen nicht erlaubt ist, gestattet die neue Verordnung die ganzjährige Jagd auf sogenannte Hybriden. Ein relevantes Hybridenproblem gibt es in Deutschland nicht. Diese Regelung ist hochproblematisch: Jäger könnten nun jederzeit Wölfe abschießen und sich nachträglich damit herausreden, sie hätten „gedacht, es sei ein Hybrid“ gewesen. Gleichzeitig könnten sie einen Freifahrtschein für den Abschuss wolfsähnlicher Hunde erhalten. Besonders Halter von Tschechoslowakischen Wolfshunden und anderen anerkannten Wolfshunderassen müssen nun ernsthaft befürchten, dass ihre Tiere „versehentlich“ erschossen werden – wie es leider schon mehrfach in Deutschland passiert ist.

Grausame und sinnlose Jagderweiterung

Die Ausweitung der Jagd auf Arten wie Waldschnepfe und Höckerschwan ist besonders fragwürdig. Viele dieser Tiere werden während der Brut- und Aufzuchtzeit gestört oder getötet. Die Jagd auf solche Arten ist nicht nur grausam, sondern auch ökologisch sinnlos. Sie dient vor allem der Befriedigung jagdlicher Tötungsinteressen.

Protest gegen grausame Fuchshaltung

Besonders kritikwürdig bleibt die erlaubte Haltung von Füchsen in Schliefenanlagen. Die Tiere werden oft tagelang ohne ausreichend Futter, Wasser oder Schutz eingesperrt, erleiden massive Stressverletzungen und nicht selten einen qualvollen Tod.

Deshalb rufen wir auf:


Am 25. April 2026 ab 11 Uhr findet in Hanau eine Protestveranstaltung gegen diese grausame Fuchshaltung statt.

Wir werden dort mit dabei sein. Die Jagd löst keine Konflikte – sie schafft neue. Wir fordern gemeinsam mit Pro Fuchs Deutschland / Wildtierschutz Deutschland Sektion Hessen die Abschaffung der Jagd und eine echte, gewaltfreie Konfliktlösung zwischen Mensch und Wildtieren. Wildschweine, Wölfe, Füchse, Waldschnepfen, Schwäne und alle anderen Wildtiere sind Mitgeschöpfe, die ihren Platz in dieser Welt nicht weniger verdient haben als wir. 

Hier der Link zur Veranstaltung: https://fb.me/e/9e3DZT72i

 

Quellen:

Offizielle Pressemitteilung des Ministeriums (mit Download)https://landwirtschaft.hessen.de/presse/hessen-modernisiert-jagdrecht-zum-1-april-2026
FB-Seite von Pro Fuchs Hessen /Wildtierschutz Deutschland Sektion Hessen. Hier werden die betroffenen Arten einzeln vorgestellt: https://www.facebook.com/ProFuchsHessen

Wolf beißt Frau in Hamburg – Mitgefühl und Verhältnismäßigkeit statt Panikmache

Am Abend des 30. März 2026 schnappte ein junger Wolf in Hamburg-Altona (Große Bergstraße, Nähe IKEA) einer 65-jährige Frau ins Gesicht. Die Frau hatte laut dpa wohl versucht, den orientierungslosen und gestressten Wolf aus einer Einkaufspassage herauszuführen, nachdem dieser mehrfach gegen Glasscheiben gelaufen sein soll. Die Verletzung hätte genäht werden müssen, die Frau konnte das Krankenhaus aber bereits wieder verlassen. Der stark entkräftete Wolf flüchtete anschließend in die Binnenalster und wurde schließlich von der Polizei geborgen. Er befindet sich derzeit im Wildpark Klövensteen.

Update vom 3. April 2026

Hamburger Wolf „Alster“: Neue Infos und unsere klare Forderung nach Freilassung

Die Umweltbehörde (BUKEA) hat bestätigt, dass sich der Biss in einer Einkaufspassage in der Großen Bergstraße (Altona) ereignet hat. Der Wolf war offenbar stark desorientiert, lief mehrfach gegen Glasscheiben und drang sogar in einen Supermarkt-Bereich ein. Die 65-jährige Frau versuchte das verwirrte Tier aus der Passage herauszuführen – dabei kam es zum Biss ins Gesicht. Der Wolf war zu diesem Zeitpunkt bereits hochgradig entkräftet nach seinem mehrtägigen Irrlauf durch die Stadt. 

Die Rolle der Politik

Senatorin Katharina Fegebank (Grüne) hat sich heute mehrfach zu dem Fall in den Medien geäußert. Wichtige Punkte aus ihren Aussagen:

  • Der Wolf war stark desorientiert und drang vor dem Biss sogar in einen Supermarkt ein.
  • Die 65-jährige Frau versuchte, das verwirrte Tier aus der Einkaufspassage herauszuführen.
  • Fegebank bezeichnete den Vorfall als Präzedenzfall und sagte sinngemäß, sie würde sich einen weiteren solchen Angriff nicht verzeihen.
  • Das weitere Schicksal des Wolfs (Auswilderung oder dauerhafte Unterbringung) sei noch unklar und wird derzeit geprüft.
Politikerinnen und Politiker stehen in solchen Fällen unter hohem Druck. Senatorin Katharina Fegebank (Grüne) bezeichnete den Vorfall als „Präzedenzfall“ und erklärte, sie wolle sich „keinen weiteren solchen Angriff verzeihen“. Solche Aussagen signalisieren eine gefährliche Tendenz: Statt Ruhe zu bewahren und auf Fakten zu warten, neigt die Politik oft dazu, schnell Handlungsfähigkeit zu demonstrieren – häufig in Richtung der lautstärksten Forderungen (z. B. des Deutschen Jagdverbands).Das ist problematisch. Politik sollte nicht primär auf medialen Aufschrei und Lobby-Interessen reagieren, sondern faktenbasiert und verhältnismäßig handeln. 
Beispielfoto: Jährling.

Praktisch alles kann beißen

Ja, Wölfe können beißen – genau wie andere Wildtiere, Haustiere und sogar Menschen in Ausnahmesituationen, dies thematisieren wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. ja schon lange. Der Biss ist für die betroffene Frau schmerzhaft und wirklich nicht schön, da sie dem Wolf ja helfen wollte, und unser Mitgefühl gilt auch ihr ausdrücklich. Emotionen sind wichtig – aber sie sollten nicht blenden. 
Als Wolfsschutz-Deutschland e.V. sehen wir Wölfe als faszinierende Mitgeschöpfe. Wir finden es sogar gut und richtig, sie emotional zu betrachten – mit Respekt, Staunen und Mitgefühl. Viele Menschen betrachten Wölfe sogar eher zu wenig emotional, sondern nur durch die Brille von Angst oder Nutzen. Emotionen sind aber kein Fehler. Sie machen uns zu Menschen und helfen uns, Verantwortung für uns und andere zu übernehmen. Das Problem entsteht erst, wenn Emotionen in blinde Panik oder pauschale Verurteilung umschlagen und den Blick auf die Realität verstellen.

Die Realität in Verhältnissen

Hundebisse in Hamburg: 2024 gab es 160 registrierte Beißvorfälle durch Hunde – die meisten durch ganz normale Haushunde.

Menschliche Gewalt: Am selben Tag wurde ein 13-jähriger Junge in Hamburg durch mehrere Messerstiche lebensgefährlich verletzt. Quelle: https://www.facebook.com/share/r/14GFx2DXy9y/

Alltägliche Gefahren: Jedes Jahr sterben in Deutschland rund 9.000–11.000 Menschen an Unfällen im eigenen Haushalt – weit mehr als durch Wildtiere oder Verkehrsunfälle.

Das Leben ist nie zu 100 % sicher. Wer absolute Sicherheit verlangt, müsste eigentlich zu Hause bleiben – doch ausgerechnet dort passieren die meisten tödlichen Unfälle. Unsere Gesellschaft tendiert immer stärker dazu, jedes Restrisiko als Skandal zu behandeln und daraus Angst zu machen. Ein Wolf beißt – und das ist unschön. Aber ein Wolf frisst keinen Menschen. Er suchte in der Stadt nur verzweifelt einen Weg hinaus. Es wandern noch immer Jungwölfe durch die Gegend auf der Suche nach einem Revier. Hier unsere Presseinfo zum Thema: https://wolfsschutz-deutschland.de/2023/01/29/presseinformation-jungwoelfe-sind-auf-wanderschaft-nach-eigenem-revier/

Reaktionen und die Frage nach Konsequenzen

Der Deutsche Jagdverband (DJV) fordert in Reaktion auf den Vorfall (wie schon länger) Konsequenzen – unter anderem das Töten von „Problemwölfen“ und eine Bejagung. Das wirft eine berechtigte Gegenfrage auf: Welche Konsequenzen ziehen wir eigentlich aus den zahlreichen Jagdunfällen? Jedes Jahr gibt es in Deutschland Jagdunfälle mit Toten und Verletzten – darunter auch unbeteiligte Spaziergänger, die von Schrotmunition getroffen werden. Dennoch fordert leider der Großteil der Bevölkerung nicht, die Jagd als Ganzes abzuschaffen, bzw. selbst Jagdgegner wie wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. verurteilen nicht alle Jäger pauschal.  Stattdessen akzeptieren wir diese Restrisiken als Teil des Lebens.

Ein einzelner Biss rechtfertigt keine pauschale Dämonisierung. Wir brauchen beides: Mitgefühl für die betroffenen Menschen und Mitgefühl für die Wölfe, die in einer für sie völlig fremden Umgebung unter enormem Stress stehen. Und vor allem brauchen wir unaufgeregte Aufklärung, damit solche Konflikte möglichst selten bleiben. In so einer Situation wie in der, in der sich das Jungtier befand, hätte wahrscheinlich auch der gutmütigste Hund zugebissen und wahrscheinlich hätten Menschen in Panik auch nicht mehr Helfer von Bösewichten unterscheiden können. 

Die Rolle der Medien

Viele Medien haben den Vorfall innerhalb weniger Stunden groß aufgemacht – mit dramatischen Überschriften und Live-Tickern sowie Bildern mit Zähne fletschenden Wölfen. Dadurch wird ein einzelner, sehr seltener Vorfall schnell zu einem bundesweiten Thema hochgepusht. Wir sind der Meinung: Nicht auf jeden Zug sofort aufspringen. Manchmal wäre es sinnvoller, erst einmal abzuwarten, bis die Fakten klar sind, anstatt durch kollektive Aufregung solchen Meldungen erst richtig Reichweite zu verleihen. Wer jeden Einzelfall sofort emotionalisiert, trägt aktiv zur Angstspirale bei – statt zur Aufklärung.

Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

Doch wir Helfer brauchen auch Hilfe. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende. Auch mit einem Dauerauftrag von 5 Euro im Monat können wir viel Gutes tun und weiter für unsere Wölfe kämpfen. https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

 

 

 

Wölfe benutzen Werkzeuge – eine Entdeckung, die uns zwingt, sie endlich als intelligente Mitlebewesen zu sehen

Im November 2025 ging eine wissenschaftliche Sensation durch die Welt: Forscher in British Columbia (Kanada) dokumentierten erstmals, wie eine wildlebende Wölfin  zu einer Krabbenfalle schwimmt, sich das Rückholseil mit dem Maul heran zieht. Schließlich holt sie die versunkene Falle ans Ufer um an den Fischköder zu gelangen. Systematisch, zielgerichtet. Einfach clever. Das Video und die Studie in der Fachzeitschrift Ecology and Evolution lassen keinen Zweifel: Das ist Werkzeuggebrauch.

Die Falle gehörte zum Programm der Haíɫzaqv Nation (Heiltsuk First Nation) an der zentralen Küste British Columbias, wo Fallen seit 2021 gegen invasive Europäische Grünkrebs eingesetzt werden – mit Hering oder Seelöwenfleisch als Köder. Ab 2023 häuften sich Beschädigungen: Netze zerrissen, Köderbecher herausgerissen, Fallen ans Ufer gezogen.Die Kamera (aufgestellt ab Mai 2024) zeichnete am 29. Mai 2024 folgendes auf: Die Wölfin schwimmt hinaus, nimmt den Schwimmkörper (Buoy) ins Maul, trägt ihn an Land, lässt ihn fallen. Dann greift sie das Seil, zieht rückwärts bergauf, bis die Falle teilweise auftaucht. Sie wiederholt das mehrmals – Seil fallen lassen, zurückgehen, wieder ziehen –, bis die Falle flach genug liegt. Schließlich beißt sie durchs Netz, holt den Köderbecher heraus, frisst den Inhalt und verschwindet. Die gesamte Sequenz dauert nur etwa drei Minuten.
Beispeilfoto Wolf beim Fischen. © Brigitte Sommer
Ein zweiter Vorfall am 14. Februar 2025 zeigt ein weiteres Hereinholen einer teilweise versunkenen Falle; nach acht Minuten liegen zwei Fallen am Strand, Köderbecher entfernt. Die Autoren sprechen von einem „sophisticated understanding of the trap“ – einem ausgeklügelten Verständnis der Fallenmechanik. Die Wölfin erkennt offenbar die Kausalität. Sie muss am Seil ziehen, um an den Fisch oder Krabben zu kommen. Ob das streng als Werkzeugnutzung gilt, bleibt umstritten: Viele Definitionen schließen reines Seilziehen aus, weil das Tier das „Werkzeug“ nicht selbst herstellt. Andere sehen genau in der zielgerichteten, mehrstufigen Handlung einen Beleg für komplexes Denken.
Vergleiche zu anderen Tieren drängen sich auf: Seeotter benutzen Steine, um Muscheln zu knacken; Neukaledonische Raben formen Haken aus Zweigen; Kapuzineraffen nutzen Steine als Nussknacker. Bei Caniden galt Werkzeugnutzung bisher fast ausschließlich als Gefangenschaftsphänomen (z. B. Dingos in Gehegen, die Objekte verschieben). Im Freiland war das bislang unbekannt. Die Forscher betonen: Solche Beobachtungen sind selten, weil Wölfe scheu sind und in Gebieten mit geringer menschlicher Verfolgung (wie hier) eher exploratives Verhalten zeigen können. Die Kooperation mit den Haíɫzaqv Guardians ermöglichte die Entdeckung überhaupt.
Für uns in Deutschland bedeutet das: Wölfe sind keine simplen Instinktwesen, wei alle anderen Wildtiere und soar Haustiere eben auch. Sie zeigen kognitive Fähigkeiten, die wir sonst vor allem Primaten zuschreiben: Planung, Problemlösung, Lernen durch Beobachtung oder Versuch. Trotzdem behandeln wir sie hier oft wie Störenfriede: heimliche Abschussgenehmigungen, Abschusspläne für angeblich auffällige Individuen, die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht. Wir von Wolfsschutz-Deutschland e.V. sehen darin einen klaren Widerspruch. Wenn wir intelligente, lernfähige Mitwesen wie Menschenaffen schützen und respektieren, warum nicht endlich auch Wölfe?
Wir von Wolfsschutz-Deutschland e.V. sagen: Wölfe sind Mitwesen. Sie haben Gefühle, Strategien, Familienbande und jetzt auch nachgewiesenen Werkzeuggebrauch. Sie verdienen denselben Respekt, den wir längst Menschenaffen zugestehen. Stattdessen werden sie in Deutschland und der EU als „Jagdobjekt“ diskutiert und ins Jagdrecht aufgenommen. Das ist unwürdig.

Diese Bilder zeigen uns, was wir längst wissen sollten: Wölfe sind keine Maschinen, die man einfach ‚entsorgen‘ kann. Sie sind hochentwickelte Lebewesen mit eigener Intelligenz. Wer sie trotzdem abschießt, ignoriert auch die ethische Verantwortung gegenüber unseren Mitgeschöpfen.
Quelle:
Artelle, K. A. & Paquet, P. C. (2025). Potential Tool Use by Wolves (Canis lupus): Crab Trap Pulling in Haíɫzaqv Nation Territory. Ecology and Evolution. https://doi.org/10.1002/ece3.72348

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Geheime Abschussgenehmigung für Wolfswelpe: Wolfsschutz-Deutschland e.V. protestiert scharf gegen Behörden-Heimlichtuerei

In der Medieninformation des LfULG vom 19. März 2026 wird rückblickend eingeräumt, was wir von Wolfsschutz-Deutschland e.V. schon lange befürchtet und mit UIG-Anfragen zu klären versucht haben: Für den Welpen MT15, aus dem Rudel Großhennersdorf, der in Polen überfahren wurde, lag bereits eine Zulassung zur Tötung gemäß § 8 Sächsische Wolfsmanagementverordnung vor. Die Fachstelle Wolf hatte die Voraussetzungen geprüft und die Zulassung „dokumentiert“ – intern an das Landratsamt Görlitz weitergeleitet. Eine öffentliche Bekanntgabe? Fehlanzeige. Nicht erfolgt. Eine Möglichkeit, rechtzeitig Widerspruch oder Eilantrag zu stellen? Systematisch verhindert.

Der Welpe wanderte nach Polen ab und verunglückte dort wohl tragisch im Verkehr. Doch das ändert nichts am Skandal: Die Behörden hatten den Abschuss bereits genehmigt – im Geheimen. Genau wie bei früheren Fällen im Rudel Königshainer Berge oder Elstra, die wir als „geheime Wolfsjagden“ angeprangert haben. Und genau wie in Niedersachsen, wo Gerichte (OVG und Staatsgerichtshof) die Geheimhaltung von Abschussgenehmigungen bereits als verfassungswidrig und rechtsstaatswidrig gerügt haben.

Beispielbild Wolfsjährling. © Brigitte Sommer

So heißt es in der Pressemitteilung: „Der Wolf MT15, der Ende November 2025 im Rahmen einer Managementmaßnahme im Süden des Landkreises Görlitz besendert worden war, ist am 13. März bei einem Verkehrsunfall im polnischen Czerwona Woda ums Leben gekommen. Das teilten das Landratsamt Görlitz und das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) am 19.03.2026 in einer gemeinsamen Medieninformation mit.

Die Bewegungsdaten der vergangenen Wochen zeigten, dass MT15 Ende Januar sein Elternterritorium Großhennersdorf verlassen hatte, um abzuwandern.“ Anmerkung: Das ist seltsam bei einem so jungen Tier. „Er hielt sich überwiegend im Landkreis Görlitz auf, wechselte jedoch mehrfach nach Polen. Seit dem 11. März befand er sich erneut dort, bevor er in der Nacht zum 13. März verunglückte.

Nach der Besenderung im November 2025 hatte MT15 sein Verhalten deutlich verändert und zeigte ein für besenderte Wölfe typisches Aktivitätsmuster. Auffällige Sichtungen blieben aus, sodass die zuvor eingeleiteten Vergrämungsmaßnahmen zunächst Wirkung zeigten. Anfang März kam es jedoch erneut zu Nahbegegnungen in Niesky, Uhsmannsdorf und Niederseifersdorf. Bei einer dieser Begegnung näherte sich MT15 zwei Anwohnern rasch auf einem Grundstück an. Die Fachstelle Wolf des LfULG wertete dies als Rückfall in alte Verhaltensmuster und stufte die Situation als nicht tolerierbar ein. Daraufhin wurde gegenüber der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Görlitz die Zulassung zur Entnahme des Tieres gemäß § 8 der Sächsischen Wolfsmanagementverordnung (SächsWolfMVO) dokumentiert. Bevor diese umgesetzt werden konnte, wanderte der Wolf jedoch erneut nach Polen ab, wo er schließlich verunglückte.“

Wir von Wolfsschutz-Deutschland e.V. sagen: Das ist eine Ungeheuerlichkeit! Diese Praxis verletzt elementare Grundsätze des Umwelt-Rechtsbehelfsgesetzes (UmwRG), des Umweltinformationsgesetzes (UIG) und der Aarhus-Konvention. Anerkannte Naturschutzverbände werden bewusst ausgeschaltet. Keine Öffentlichkeit, keine Anhörung, kein effektiver Rechtsschutz – nur eine interne „Dokumentation“, die erst nach dem Tod des Tieres ans Licht kommt. Das ist keine transparente Wolfspolitik, das ist Heimlichtuerei auf Kosten immer noch streng geschützter Tiere und der Rechtsstaatlichkeit.

Wir haben bereits gegen die Art der Vergrämung dieses Welpen heftigsten Widerspruch eingelegt und UIG-Anfragen gestellt. Wir haben Transparenz gefordert – und bekommen stattdessen Bestätigung, dass die Tötung schon im Hinterzimmer genehmigt war. Das zeigt: Die sächsische Praxis (und offenbar zunehmend bundesweit) zielt darauf ab, Verbände und Öffentlichkeit kaltzustellen. Abschuss auf Vorrat, ohne dass jemand dagegen vorgehen kann. Wir fordern:

  • Sofortige öffentliche Bekanntgabe aller Zulassungen zur Entnahme und Vergrämung – mit Frist für Verbände und Öffentlichkeit!
  • Änderung der SächsWolfMVO: Keine internen „Dokumentationen“ mehr, sondern verpflichtende Allgemeinverfügungen.
  • Unabhängige Kontrolle bei allen Maßnahmen – keine weisungsgebundenen Institute wie LUPUS allein am Ruder

Es gibt zudem Hinweise darauf, dass die Mutterfähe (die erfahrene Wölfin GW571f, geboren 2015 im Rudel Königshainer Berge) im Rudel Großhennersdorf seit längerem nicht mehr nachgewiesen wurde – und das könnte erklären, warum der Welpe MT15 so auffällig und „vertraut“ mit Menschen war. Aktuelle Erkenntnisse (Stand März 2026, basierend auf Monitoring-Daten der DBBW und Berichten von Wolfsschutz-Deutschland e.V.:

  • Die letzte dokumentierte Sichtung oder Nachweis der Mutterfähe GW571f datiert auf Oktober 2024. Seitdem gibt es keinen einzigen bestätigten Hinweis mehr auf sie im Territorium.
  • Im Monitoringjahr 2024/2025 und 2025/2026 wurde das Rudel Großhennersdorf weiterhin als Rudel geführt (mit Reproduktion), aber nur mit einem einzigen Welpen (MT15) nachgewiesen – im Gegensatz zu früheren Jahren, wo mehr Welpen oder Jährlinge dokumentiert waren.
  • Auf dbb-wolf.de (Entwicklung der Territorien: https://www.dbb-wolf.de/Wolfsvorkommen/territorien/entwicklung-der-rudel?Territorium=Gro%C3%9Fhennersdorf) steht GW571f als Mutter für die Jahre bis 2024/25, aber für 2025/26 wird nur der Welpe MT15 und ein Rüde (GW3582m aus Haselbach) als bestätigt aufgeführt – die Fähe fehlt in den aktuellen Einträgen.
  • Wir von Wolfsschutz-Deutschland e.V. beschrieben die Situation beretis Ende 2025 explizit als fragil und möglicherweise verwaist: Der Welpe könnte orientierungslos gewesen sein, weil er ohne Elternunterstützung keine ausreichende Nahrung fand und daher instinktiv Menschen kontaktierte (z. B. durch frühere Fütterungen oder positive Erfahrungen).

Der Wolfswelpe aus Großhennersdorf ist tot. Er wurde nicht einmal ein Jahr alt. Vorher wurde er verfolgt und gequält. Ob er tatsächlich versehentlich übefahren wurde, bleibt dahingestellt, denn für die sehr viele Wölfe erweist sich die Besenderung als Todesurteil, da die Sender hackbar sind. Dieser Skandal lebt weiter. Wir werden nicht schweigen. Wir werden weiter weiter aufklären und weiter protestieren – mit allen rechtlichen und öffentlichen Mitteln, die uns zur Verfügung stehen.

Quelle:

https://www.medienservice.sachsen.de/medien/news/1095730

 

Unsere vorherigen Berichte zum Großhennersdorffall:

https://wolfsschutz-deutschland.de/2025/11/26/protest-gegen-drohende-entnahme-schutz-statt-schuss-fuer-wolfswelpe-aus-dem-rudel-grosshennersdorf/

https://wolfsschutz-deutschland.de/2025/12/12/update-zum-grosshennersdorf-protest-unser-widerspruch-gegen-die-art-der-vergraemung-steht-trotz-mobbing-und-doppelmoral/

https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/01/18/influencer-erfolgsstory-entzaubert-uig-antwort-zeigt-hard-release-war-unnoetig-paintball-brachte-den-durchbruch/

Nicht nur wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V., auch eine andere Orga, Team Tierschutz hatte den Mut und die Menschlichkeit die Hard Release Aktion scharf zu kitisieren. Alle übrigen Vereine und Verbände duckten sich obrigkeitshörig weg, bzw. mobbten daraufhin auch diese Orga.

Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

Doch wir Helfer brauchen auch Hilfe. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende. Auch mit einem Dauerauftrag von 5 Euro im Monat können wir viel Gutes tun und weiter für unsere Wölfe kämpfen. https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

Politisches Theater um den Wolf: Auch Brandenburgs Abstimmung entlarvt die große Heuchelei

Brandenburg hat es vorgemacht – und gleichzeitig entlarvt: Am 13. März 2026 stimmten im Potsdamer Landtag BSW, CDU und SPD dafür, den Wolf ins Landesjagdrecht aufzunehmen. Die AfD stimmte dagegen. Ausgerechnet die Partei, die sonst nie ein Blatt vor den Mund nimmt, wenn es um Wolfsabschüsse geht, votierte mit Nein. Ein scheinbar absurdes Bild. Doch es passt perfekt ins große Bild: Die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht ist längst beschlossene Sache – und die Landtagsdebatten sind nichts anderes als gut inszeniertes Theater.

Wichtige Inhalte aus der Pressemitteilung dazu: 

  • Der Landtag hat die Novellierung des Jagdgesetzes und eine Änderung der Brandenburgischen Jagddurchführungsverordnung beschlossen.
  • Damit wird der Wolf ins Landesjagdrecht aufgenommen (als jagdbare Art).
  • Das Ministerium setzt damit einen früheren Landtagsbeschluss um, den Wolf im ersten Quartal 2026 in die Liste der jagdbaren Tierarten aufzunehmen.
  • Ziel: Handlungsfähiger werden beim Umgang mit schadensstiftenden Wölfen (z. B. leichtere Tötungen, angeblich zum Schutz von Weidetieren).
  • Der Wolf bleibt vorerst ganzjährig geschont; praktische Änderungen ergeben sich aber in Kürze aus künftigen Managementplänen und dem Bundesrecht. 

Der bundesweite Flickenteppich – oder was davon übrig blieb

Brandenburg ist nur der jüngste Fall in einer langen Reihe. In Niedersachsen (2022), Hessen (Oktober 2024), Bayern (März 2026), Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz (2025) wurde der Wolf bereits ins Landesjagdrecht integriert – oft mit breiten Mehrheiten aus CDU/CSU, SPD, FDP und AfD. Die Grünen enthielten sich meist, stimmten dagegen oder blockierten (wie in Baden-Württemberg bis heute).
In Hessen stimmten CDU, SPD, AfD und FDP geschlossen zu, die Grünen enthielten sich mit dem üblichen Hinweis auf „mehr Herdenschutz“. In Bayern zogen CSU, Freie Wähler und AfD das neue Jagdgesetz durch – Grüne dagegen, SPD enthielt sich. In Rheinland-Pfalz drehte die Ampel-Koalition (SPD, Grüne, FDP) plötzlich und nahm den Wolf mit auf, obwohl die grüne Umweltministerin zuvor von einer „Scheinlösung“ gesprochen hatte. Nur in Brandenburg brach die AfD aus dem Schema aus – vielleicht aus reiner Profilierungssucht, vielleicht um zu zeigen: „Wir wären noch radikaler gewesen.“ Überall dasselbe Muster: Die Mitte und Rechte treiben es voran, die Grünen spielen die Bremser oder Enthaltenden – und die Öffentlichkeit soll glauben, hier werde hart gekämpft.
Beispielfoto Wölfe. © Brigitte Sommer

Die Umweltministerkonferenz: Der Moment der Wahrheit

Doch dann kommt der Knaller, der alles entlarvt: Auf der Umweltministerkonferenz (UMK) im November 2025 in Saarbrücken stimmten alle 16 Umweltministerinnen und -minister – quer durch alle Parteien – einstimmig für die Aufnahme des Wolfs ins Bundesjagdgesetz. Grüne Minister aus Baden-Württemberg, Niedersachsen, NRW, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Hamburg sagten Ja. SPD-Minister aus dem Osten sowieso. Keine Enthaltung, keine Gegenstimme.
Dieselbe Thekla Walker (Grüne, BaWü), die in Stuttgart noch blockiert, stimmte in Saarbrücken zu. Derselbe Christian Meyer (Grüne, Niedersachsen), der vor Ort Herdenschutz predigt, gab grünes Licht. Das war kein Zufall. Das war der echte Konsens – fernab der Kameras, fernab der Basis, fernab der Wähler. Wir berichteten hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2025/11/17/umweltministerkonferenz-in-saarbruecken-alle-parteien-einig-der-wolf-soll-ins-jagdrecht/

Heuchelei pur – und warum sie funktioniert

Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. sprechen seit Jahren von „Heuchelei“. Und wir haben haben recht. Die gleichen Minister, die auf Landesebene ihre Fraktionen gegen „Tötungsrausch“ wettern lassen, haben hinter verschlossenen Türen längst das Bundesrecht vorbereitet. Der Bundestag folgte am 5. März 2026 mit den Stimmen von CDU/CSU, SPD und AfD. Die Grünen und Linken votierten dagegen – wie erwartet. Der Bundesrat wird selbstverständlich folgen. Das Ergebnis steht fest: Der Wolf ist jagdbar, Problemwölfe können ganzjährig entnommen werden, in „günstigem Erhaltungszustand“ gibt es sogar reguläre Jagdzeiten.
Die Landtagsabstimmungen? Nur Kulisse. Sie erzeugen Schlagzeilen, mobilisieren die eigenen Lager, lassen Grüne als Retter der Natur und AfD als harte Hunde erscheinen – während die eigentliche Entscheidung längst in den Ministerien und im Bund getroffen wurde.
Die Heuchelei hört bei den Politikern nicht auf – sie reicht bis in NABU, WWF, BUND sowie auch kleinere Verbände hinein und zeigt sich besonders bei jenen Monitoring-Datenlieferanten in Brandenburg, die in sozialen Netzwerken den Wolf lieben, während sie ihm mit ihren Meldungen das Todesurteil schreiben. Wir berichteten auch hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/03/17/besenderung-von-woelfen-telemetriedaten-als-grundlage-fuer-kuenftige-abschuesse/
Beispielfoto Wölfe. © Brigitte Sommer

Machiavelli hätte seine Freude gehabt

Nicolo Machiavelli hätte dieses Schauspiel als Meisterleistung bezeichnet. In „Der Fürst“ schreibt er: Die Menge muss in der Illusion gehalten werden, sie habe Einfluss. Sie braucht ständig neue Hoffnung, neue Kämpfe, neue Feindbilder – sonst wird sie apathisch oder gefährlich. Genau das passiert hier. Die Politiker inszenieren einen erbitterten Streit auf der Bühne der Landtage, damit jede Wählergruppe ihr „Stück“ bekommt:
  • Die Landwirte denken: „Endlich wird was getan!“ – Währenddessen nehmen sie nicht wahr, dass ihnen im Hintergrund die Lebensgrundlage entzogen wird.
  • Die Naturschützer denken: „Wir müssen weiter kämpfen!“ – Sie diskutieren in sozialen Netzwerken und verfassen eine Petition nach der anderen. Alles Aktionen, die Zeit und Energie kosten, aber kaum etwas bewirken.
  • Die AfD-Wähler denken: „Die anderen sind zu weich!“ –
Und währenddessen wird die Agenda weiter durchgezogen. Apparire statt essere  – scheinen statt sein. Das ist Absicht. Eine machiavellistische Strategie, um die Wähler „bei der Stange zu halten“, wie Maciavelli treffend formulierte. Neue Hoffnung schöpfen, obwohl das Ergebnis längst feststeht.

Fazit: Das Theater läuft weiter –Wir sagen: „Lasst Euch nicht länger täuschen!“

Der Wolf wird nicht mehr streng geschützt. Das Bundesjagdrecht wird durchgehen. Die Länder können jetzt „Managementpläne“ machen und abschießen. Die großen Debatten in den Landtagen waren nur das Vorspiel. Das eigentliche Stück ist bereits geschrieben.
Für uns Wolfsschützer bedeutet das: Wir dürfen uns nicht mehr von der öffentlichen Inszenierung blenden lassen. Wir müssen die Hinterzimmer-Politik benennen, die UMK-Protokolle zitieren, die Widersprüche zwischen Minister- und Fraktionspositionen offenlegen. Nur so können wir die Heuchelei entlarven und echte Transparenz erzwingen.
Denn eines hat Machiavelli auch gelehrt: Wer das Theater durchschaut, kann es irgendwann selbst beenden.

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Besenderung von Wölfen: Telemetriedaten als Grundlage für künftige Abschüsse?

Die Besenderung von Wölfen mit GPS/GSM-Halsbandsendern birgt nach Auffassung von Wolfsschutz-Deutschland e. V. ein erhebliches Risiko: Die gewonnenen Echtzeit-Daten zu Aufenthaltsorten, Wanderwegen und Verhalten einzelner Tiere können künftig direkt zur gezielten Identifikation und Tötung von Wölfen genutzt werden – insbesondere im Rahmen der Aufnahme des Wolfs in das Bundesjagdgesetz.

Wie wir wissen, hat der Bundestag hat am 5. März 2026 die Aufnahme des Wolfs als jagdbare Tierart in das Bundesjagdgesetz beschlossen (Bundesrat-Zustimmung voraussichtlich Ende März 2026). Ab Inkrafttreten – realistisch ab Sommer 2026 – ermöglicht das Gesetz in Regionen mit günstigem Erhaltungszustand eine reguläre Jagd (Jagdzeit 1. Juli bis 31. Oktober) sowie die ganzjährige Tötung sogenannter „Problemwölfe“ und sogar Wolfswelpen. Wir berichteten hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/03/06/wolf-im-jagdrecht-der-naechste-schritt-zum-toetungsrausch-grosse-zeiten-der-heuchelei/
Die Kombination aus individuellen Telemetriedaten und dem populationsbasierten offiziellen Monitoring der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf schafft präzise Voraussetzungen für solche Tötungen: Aktuelle Senderdaten können ein schnelles und zielgerichtetes Auffinden und Erschießen ermöglichen.
Beispielfoto Wolf.
In Sachsen läuft seit 2019 ein Landesbesenderungsprogramm, in dem regelmäßig Wölfe gefangen und besendert werden. Zu den jüngsten Fällen zählen MT15 (November 2025) und MT16 (Dezember 2025); aktuell senden mehrere Tiere Daten. In Niedersachsen wurde vor Kurzem eine junge Wölfin im Kreis Gifhorn besendert. Bundesweit existiert tatsächlich keine zentrale Übersicht, die Programme bleiben länderspezifisch.
Offiziell dienen die Maßnahmen der wissenschaftlichen Erfassung von Raumnutzung, Wanderungen und Rudelstrukturen sowie der Optimierung von Herdenschutz und „Konfliktmanagement“. Die Bezeichnung birgt bereits mehr als eine Andeutung. Die Telemetriedaten ermöglichen tatsächlich eine exakte Lokalisierung in Echtzeit – eine Information, die bei der Umsetzung von Abschussverfügungen oder „Wolfsregulierungen“ entscheidend sein kann.
Zur Besenderung ist das Fangen der Tiere erforderlich. Hierfür werden gepolsterte Fußfallen (Soft Catch Traps) eingesetzt. Diese Fallen sind mit Gummi- oder Schaumstoffpolstern an den Bügeln versehen und verfügen über Sensoren, die eine schnelle Bergung des gefangenen Tiers ermöglichen sollen. Die EU-Kommission hat 2018 klargestellt, dass ihr Einsatz für Monitoringzwecke, die den Erhaltungszustand verbessern sollen, nicht unter das Verbot der Tellereisenverordnung fällt – vorausgesetzt, es gibt keine milderen Alternativen und Vorkehrungen gegen Verletzungen und Stress werden getroffen. Dennoch bestehen erhebliche tierschutzrechtliche Bedenken: Das Verfahren verursacht Stress, Schmerzen und Verletzungsrisiken (z. B. Prellungen oder Frakturen trotz Polsterung).
Wolfsschutz-Deutschland e. V. hält Soft Catch Traps https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Soft-catch_trap.jpg für tierschutzwidrig und bezweifelt die tatsächliche Minimierung von Leiden sowie die Verhältnismäßigkeit invasiver Eingriffe, zumal bereits umfangreiche Daten zum Wanderverhalten vorliegen.
Die Besenderung legt somit nicht nur wissenschaftliche Erkenntnisse vor, sondern schafft die technische Grundlage für eine kaltblütige Umsetzung der zu erwartenden Wolfsjagden. Die Transparenz über die genaue Weiternutzung der individuellen Telemetriedaten bleibt begrenzt, was die Befürchtung verstärkt, dass diese Programme primär der Vorbereitung von Wolfstötungen dienen werden. Besenderte Wölfe können zudem Häscher zum gesamten Rudel führen. Menschen, die Daten an das offizielle Wolfsmonitoring liefern, können nun auch nicht länger verleugnen, dass ihre Angaben eben nicht nur für Schutz und Wissenschaft dienen, sondern dazu gebraucht werden können, Wölfe zu töten.
Wolfsschutz-Deutschland e. V. fordert eine unabhängige Überprüfung aller Besenderungsprogramme sowie eine konsequente Priorisierung gewaltfreier Herdenschutzmaßnahmen statt Fang, Besenderung und Wolfsjagden.

Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

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Doch wir Helfer brauchen auch Hilfe. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende. Auch mit einem Dauerauftrag von 5 Euro im Monat können wir viel Gutes tun und weiter für unsere Wölfe kämpfen. https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/