Unser Druck wirkt: Wolfsmonitoring darf nicht länger in der Hand der Jägerschaft liegen

Seit Jahren fordern wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. mit unserer laufenden Petition, das Wolfsmonitoring in Niedersachsen den Jägern zu entziehen. Die jüngsten Entwicklungen um die Zusammenarbeit zwischen Umweltministerium und Landesjägerschaft zeigen: Unser Druck scheint zu wirken. Gleichzeitig bestätigen sich unsere Warnungen auf erschreckende Weise.

Wie der Online-Dienst Rundblick-Niedersachsen berichtet, kam es am Rande der jüngsten Sitzung des Agrarausschusses des niedersächsischen Landtags in der vergangenen Woche zu deutlichen Spannungen. Die oppositionelle CDU-Fraktion wollte auf Grundlage eines offenen Antrags zur Wolfspolitik eine Debatte über das Wolfsmonitoring erzwingen. Die rot-grüne Regierungsmehrheit blockierte diesen Vorstoß jedoch. Man wolle den Vorgang erst intern prüfen, erklärte die agrarpolitische Sprecherin der SPD, Karin Logemann. Genau diese Vorgänge machen deutlich, wie brisant das Thema inzwischen ist.
Beispielfoto Wolf. © Brigitte Sommer
Was als „atmosphärische Störung“ oder „Schieflage“ zwischen Landesjägerschaft und Umweltministerium dargestellt wird, ist in Wahrheit ein längst überfälliger Prozess. Die Jägerschaft, die seit 2011 das Monitoring in Niedersachsen durchführt, steht in einem klaren Interessenkonflikt. Wer den Wolf grundsätzlich als Konkurrenten oder Bedrohung betrachtet, kann kein neutrales, wissenschaftlich sauberes Monitoring gewährleisten. Genau deshalb haben wir die Petition gestartet und fordern: Das Monitoring muss vollständig in unabhängige, staatliche und fachlich unabhängige Hände übergehen – weg von den Jägern.
Besonders der Fall des Wolfes „Alster“ macht die problematische Zusammenarbeit deutlich. Das Tier hatte sich im Frühjahr in Hamburg in Todesangst verteidigt, als es von einer Frau bedrängt wurde – die ihm im guten Glauben aus einer Notlage heraus helfen wollte – wurde anschließend eingefangen, mit einem Sender versehen und wieder freigelassen. Danach bewegte es sich – wie zu erwarten – durch Niedersachsen. Doch das Umweltministerium verweigerte der Landesjägerschaft Informationen über den Aufenthaltsort. Diese Zurückhaltung ist richtig und notwendig. Wer mit Jägern zusammenarbeitet, riskiert, dass sensible Daten in falsche Hände geraten und indirekt zu Verfolgung oder illegalen Handlungen führen können. Der Fall Alster zeigt exemplarisch, warum eine enge Kooperation mit der Jägerschaft beim Monitoring nicht tragbar ist, denn Aslter wurde von den Behörden für höchstwahrscheinlich tot erklärt. Wir berichteten hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/06/06/alster-ein-junges-leben-voller-panik-schmerz-und-trauma-endet-mit-illegalen-tod/

Monitoringdaten werden zur Jagd verwendet

Noch schwerwiegender ist die Entwicklung, die das Ministerium selbst einräumt und die Rundblick-Niedersachsen ausführlich darstellt: Die Monitoring-Daten werden künftig noch stärker als bisher als Grundlage für behördliche Abschussentscheidungen, Schnellabschüsse und Interventionsgebiete herangezogen. Mit der Aufnahme des Wolfs ins Bundesjagdgesetz und den neuen revierübergreifenden Managementplänen wächst die Bedeutung dieser Zahlen enorm. Die bisherigen Hinweise der Jägerschaft reichten dem Ministerium bereits nicht mehr aus – zusätzliche genetische Daten und Bewertungen durch den NLWKN werden jetzt stärker gewichtet.
Genau davor haben wir von Anfang an gewarnt: Wer am Monitoring mitwirkt, liefert die Datenbasis für gezielte Abschüsse.Besonders enttäuschend und verantwortungslos ist das Verhalten vieler selbsternannter „Wolfsfreunde“ und ehrenamtlicher Wolfsberater, die weiterhin fleißig Daten liefern. Sie wissen genau, wofür diese Informationen am Ende verwendet werden – und machen trotzdem mit. Viele von ihnen ziehen sogar direkten persönlichen Vorteil daraus: Aufwandsentschädigungen, öffentliche Anerkennung, Projektgelder oder schlicht die Möglichkeit, sich als „Experten“ zu profilieren. Wer sich Wolfsfreund nennt und gleichzeitig das System füttert, das Abschüsse ermöglicht, handelt aus Opportunismus.
Diese Art von „Schutz“ ist nichts anderes als Mitwirkung an der systematischen Verfolgung der Wölfe.Wer nicht will, dass seine Hinweise, Sichtungen oder genetischen Proben für den Abschuss von Wölfen missbraucht werden, darf hier nicht länger zuarbeiten. Eine „umfangreiche Beteiligung der örtlichen Jäger an der Datengewinnung“, wie das Ministerium sie weiterhin wünscht und die fortgesetzte Zuarbeit angeblicher Wolfsfreunde sind genau der falsche Weg.
Laut einer Antwort auf UIG-Anfrage zu einem Fall in Landkreis Celle wurde tatsächlich eine Schießgenehmigung nach dem Riss einer einzigen Heidschnucke ausgestellt, ohne Zaun, während des Hütens sollte der Vorfall passiert sein.

Unser Appell bleibt klar:


Das Wolfsmonitoring muss den Jägern vollständig entzogen werden. Es gehört in die Hände unabhängiger Institutionen – ohne Interessenkonflikte, ohne Jagdinteressen und ohne die Gefahr, dass Daten zu Abschussgrundlagen werden. Unsere Petition läuft weiter. Unterstützen Sie uns, damit der Schutz des Wolfs nicht länger von denen abhängt, die ihn töten wollen: 
Screenshot der Petitionsseite. Hier der Link: http://www.change.org/wolfsmonitoring
Quelle:

Wir brauchen Hilfe!

Auch die Praxis der geheimen Schnellabschüsse und die Ausweisung von Interventionsgebieten in Niedersachsen stellt aus Sicht von und von Wolfsschutz-Deutschland e. V. eine rechtlich höchst bedenkliche Einschränkung des Tier- und Naturschutzes dar. Durch die sechswöchige Informationsblockade wird der rechtzeitige Zugang zu behördlichen Daten systematisch erschwert, was die Einlegung effektiver Rechtsbehelfe durch anerkannte Natur- und Tierschutzverbände nahezu unmöglich macht. Dass Wölfe ohne vorherigen individuellen DNA-Nachweis auf bloßen Verdacht hin entnommen und in Interventionsgebieten ganze Rudel sukzessive ausgelöscht werden dürfen, widerspricht nach unserer Auffassung unseres Vereins den strengen Vorgaben des Bundes- und Europarechts zur Wahrung eines günstigen Erhaltungszustands. Anstatt mangelhafte Herdenschutzmaßnahmen zu rügen, verlagern die Behörden das erhebliche juristische Risiko von Fehlabschüssen einseitig auf die Jägerschaft. Besonders kritisch sehen wir auch die Rolle jener etablierten Verbände, die sich über die Mitwirkung eigener Wolfsberater in behördliche Strukturen einbinden lassen und weiterhin primär auf Spendenaufrufe für langwierige Klageverfahren setzen, obwohl die jüngsten Beschneidungen des Umwelt-Rechtsbehelfsgesetzes und die Praxis vollendeter Tatsachen die Aussichten reiner Gerichtsverfahren massiv geschmälert haben.
Um eine unabhängige, lückenlose Dokumentation direkt in den betroffenen Revieren sicherzustellen und dem Wolfsschutz eine unbestechliche Stimme zu geben, bittet Wolfsschutz-Deutschland e. V. dringend um finanzielle Unterstützung durch Spenden oder Fördermitgliedschaften.

Wir sind gerade mitten in den Abschussgebieten in Niedersachsen, Hessen, RLP und NRW und jetzt auch wieder in Bawü und Bayern unterwegs und kämpfen vor Ort gegen Wolfstötungen.
Damit wir das auch weiterhin vorausschauend und unabhängig tun können, brauchen wir jetzt eure finanzielle Unterstützung. Auch m
it einem monatlichen Abo von nur 5 Euro oder auch gerne mehr, helft ihr uns, weiter schnell reagieren zu können, Fakten gegen Hetze zu stellen und den Wolfsschutz dort zu verteidigen, wo er gerade am dringendsten gebraucht wird. Es ist kein Zufall, dass in Deutschland Todesurteile gegen Wölfe nicht in der Art vollstreckt werden können wie in der Schweiz und Österreich. 

Wölfe als unerwartete Gärtner der Natur – und warum ihr Schutz nicht von „Nützlichkeit“ abhängen darf

Eine neue Studie aus den USA zeigt eindrucksvoll, was Wölfe für Ökosysteme leisten können: Blaubeersamen, die den Verdauungstrakt von Wölfen passiert haben, keimen deutlich besser und schneller als Samen, die direkt aus den Beeren entnommen wurden. Der Keimerfolg lag bei 96 Prozent gegenüber 69 Prozent bei den Kontrollsamen. Auch die Keimgeschwindigkeit war spürbar höher – die mediane Zeit bis zur Keimung betrug 19 statt 26 Tage. Wölfe verbreiten die Samen zudem über große Distanzen, weil sie weite Strecken zurücklegen.

Besonders beeindruckend ist, wie stark Blaubeeren im Sommer die Nahrung der Wölfe prägen. Im Greater Voyageurs Ecosystem in Minnesota machen Beeren während der Hauptsaison (Juli bis August) bis zu 83 Prozent der wöchentlichen Nahrung erwachsener Wölfe und über 30 Prozent der Nahrung der Welpen aus. Wölfe würgen die Beeren sogar für ihre Jungen hoch – ein Zeichen dafür, dass sie saisonal eine wichtige Rolle bei der Versorgung der Welpen spielen können.Lange Zeit wurde die Ausbreitung von Samen und die Förderung der Pflanzenvielfalt vor allem Weidetieren zugeschrieben – Rindern, Schafen und Ziegen, die durch Verbiss, Tritt und Kot die Landschaft gestalten.
Wölfe fressen Heidelbeeren. Das Bild ist KI-erstellt.
Die neue Untersuchung belegt nun, dass auch große Beutegreifer wie der Wolf solche Leistungen erbringen. Durch den massenhaften Verzehr von Früchten und die anschließende Ausscheidung der Samen tragen sie zur genetischen Vernetzung von Pflanzenpopulationen und zur Besiedlung neuer Standorte bei.Damit reiht sich die Studie in eine Reihe von Erkenntnissen ein, die immer wieder die ökologische Bedeutung von Beutegreifern unterstreichen. Wölfe beeinflussen nicht nur Beutetierbestände, sie wirken auch direkt auf die Verbreitung von Samen und sogar von Pilzsporen ein. Sie sind Teil eines komplexen natürlichen Gefüges.
Doch genau hier liegt ein wichtiger Punkt: Der Schutz des Wolfes – und aller wildlebender Tiere – darf nicht davon abhängen, wie „nützlich“ sie sich für den Menschen oder für bestimmte ökologische Ziele erweisen. Wölfe sind Geschöpfe, die von der Natur hervorgebracht wurden. In ihrem natürlichen Kreislauf hat jedes Lebewesen seinen Platz und seinen Sinn. Nur wir Menschen meinen, wir müssten ständig eingreifen, steuern und „herumfuhrwerken“, als sei die Natur ein System, das ohne unsere Kontrolle nicht funktioniere. Die Nützlichkeit, die Studien wie diese aufzeigen, ist ein wertvolles Argument in der gesellschaftlichen Debatte. Sie hilft, Vorurteile abzubauen und die vielfältigen Verbindungen sichtbar zu machen. Doch sie darf niemals zur Bedingung für den Schutz werden. Ein Lebewesen hat nicht deshalb ein Recht auf Existenz, weil es uns irgendwie dient.
Es hat dieses Recht, weil es Teil der lebendigen Natur ist.
Für Wolfsschutz-Deutschland e. V. bedeutet das: Wir freuen uns über jede wissenschaftliche Erkenntnis, die die Rolle des Wolfes in Ökosystemen besser verständlich macht. Gleichzeitig bleiben wir dabei: Der Wolf gehört in unsere Landschaften – nicht weil er immer wieder seine Nützlichkeit beweisen muss, sondern weil er ein natürliches Anrecht darauf hat. Unser Auftrag ist es, diesen Platz zu verteidigen und gleichzeitig den notwendigen Schutz von Weidetieren durch wirksame Herdenschutzmaßnahmen voranzubringen. Beides gehört zusammen.

Hier geht es zur Studie:

Die Macher dieser Studie sind Teil des Voyageurs Wolf Project, einer Forschungskooperation der University of Minnesota und des National Park Service. An der Veröffentlichung waren maßgeblich Forscher wie Austin D. Gross, Projektleiter Thomas D. Gable sowie Ökologen und Feldbiologen beteiligt.

https://royalsocietypublishing.org/rsbl/article/22/8/20260279/483026/Wolves-increase-germination-speed-and-success-of

 

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Nachruf auf Marcos Rodríguez Pantoja: Der Junge, der bei den Wölfen wahre Menschlichkeit fand

Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. sind zutiefst beeindruckt und bewegt von einer Lebensgeschichte, die wie kein zweites Schicksal die Brücke zwischen der Welt der Menschen und der Welt der Wölfe schlägt. Marcos Rodríguez Pantoja, der als der „spanische Wolfsjunge“ weltbekannt wurde, ist am 15. August 2026 im Alter von 80 Jahren verstorben. Seine Geschichte ist ein lebendiges, schmerzhaftes Zeugnis dafür, wo wirkliche Empathie und Gemeinschaft in unserer Welt zu finden sind.

Verlassen von den Menschen – Aufgenommen vom Rudel

Marcos’ Weg in die Wildnis der Sierra Morena war kein romantisches Abenteuer, sondern das Resultat menschlicher Grausamkeit und Vernachlässigung. Nach dem frühen Tod seiner Mutter wurde er von seinem eigenen Vater im Alter von nur sieben Jahren an einen Ziegenhirten verkauft. Als dieser verstarb, blieb das Kind völlig schutzlos und isoliert in den Bergen zurück. Die menschliche Gesellschaft hatte Marcos im Stich gelassen, ihn ausgebeutet und wie eine Ware weggeworfen.
Doch in seiner dunkelsten Stunde, von Hunger und Angst getrieben, geschah das Unfassbare: Ein Wolfsrudel stieß auf den weinenden Jungen. Statt ihn als Beute zu sehen, erkannte die Leitwölfin die Not des Menschenkindes. Sie leckte ihm das Gesicht sauber, teilte Nahrung mit ihm und nahm ihn in ihren Bau auf. Zwölf Jahre lang sollte dieses Rudel Marcos’ einzige Familie bleiben.

Hintergrund:

Marcos wurde in Añora (Córdoba, Andalusien) geboren. Nach dem Tod seiner Mutter und einer schwierigen Kindheit mit Misshandlungen durch die Stiefmutter wurde er im Alter von etwa 6–7 Jahren (um 1953/1954) von seinem Vater an einen Großgrundbesitzer bzw. einen alten Ziegenhirten in der Sierra Morena übergeben. Nach dem Tod des Hirten lebte er jahrelang isoliert in der Natur – Berichten zufolge rund 11–12 Jahre – in einer Höhle, in Gesellschaft von Tieren, insbesondere Wölfen. Er ernährte sich von dem, was die Natur und die Tiere boten, und kommunizierte mit ihnen durch Laute.

Ki-generiertes Foto wegen Copyright.

 

1965, mit etwa 19 Jahren, fand ihn die Guardia Civil. Die Rückkehr in die menschliche Gesellschaft war sehr schwer: Er musste Sprache, Kleidung, Essen mit Besteck und soziale Normen neu lernen. Er hatte zeitlebens Schwierigkeiten mit der Zivilisation, bevorzugte oft das Leben in der Natur und mit Tieren und sprach später davon, dass die Jahre unter den Wölfen die glücklichsten seines Lebens gewesen seien.

Sein Fall wurde von dem Anthropologen Gabriel Janer Manila untersucht (Dissertation und später das Buch He jugado con lobos / „Ich habe mit Wölfen gespielt“). 2010 erschien der Film Entrelobos (Among Wolves) von Gerardo Olivares, in dem Rodríguez Pantoja selbst kurz auftrat.

In seinen späteren Jahren lebte er in Rante (San Cibrao das Viñas, Ourense/Galicien), wo er am 15. August 2026 im Alter von 80 Jahren starb.

Hier der Trailor zum Spielfilm:

 

Die Wolfsfamilie: Ein Ort der bedingungslosen Zuneigung

Was Marcos zeit seines Lebens an seiner Wolfsfamilie am meisten schätzte, war etwas, das ihm die Welt der Menschen bis dahin verwehrt hatte: bedingungslose Zuneigung, absolute Loyalität und ein unerschütterliches Gefühl der Zugehörigkeit. Bei den Wölfen gab es keine Lügen, keine Hinterlist und keine Ausgrenzung. Jeder hatte seinen Platz, jeder trug zum Überleben bei, und jeder wurde beschützt.
Es bleibt die bittersüße Tragik seines Lebens, dass Marcos – obwohl er zwölf Jahre lang von purer familiärer Fürsorge umgeben war – nach seiner erzwungenen Rückkehr in die Zivilisation im Jahr 1965 nie wieder eine eigene, menschliche Familie gründen konnte. Die Entwurzelung war zu tief, die Wunden der Vergangenheit zu groß.

Wenn Wölfe sich „menschlicher“ verhalten als Menschen

Marcos’ spätere Kritik an der modernen menschlichen Gesellschaft war messerscharf und regt zum tiefen Nachdenken an. Er betonte oft, dass er sich in der Wildnis, umgeben von Raubtieren, niemals einsam oder bedroht gefühlt hatte – in den Städten der Menschen dagegen ständig.
Seine Erfahrung zwingt uns zu einem unbequemen Spiegel: Wölfe kämpfen, um zu überleben, um ihre Welpen zu ernähren oder ihr Revier zu verteidigen. Menschen hingegen betrügen, belügen, bekämpfen und töten einander oft ohne jeden ersichtlichen Grund. In Marcos’ Leben haben sich die Wölfe schlussendlich weitaus fürsorglicher, sozialer und „menschlicher“ verhalten als jene Spezies, die diesen Begriff für sich beansprucht.

Zurück im ewigen Ganzen

Sein Leben in der Zivilisation war ein lebenslanger Versuch, sich anzupassen, doch sein Herz blieb immer in den Bergen der Sierra Morena. Er versuchte in späteren Jahren mehrfach, zu den Wölfen zurückzukehren, doch die alten Rudel waren längst verschwunden, und die Natur hatte sich verändert.
Nun, da Marcos diese Welt verlassen hat, schließt sich der Kreis. Wir glauben fest daran, dass er im Tod den Weg zurück zu seiner wahren Familie gefunden hat. Er ist nun erlöst von den Zwängen einer ihm oft fremd gebliebenen Zivilisation. Marcos ist eingegangen in das ewig Ganze – ein Teil der Natur, der Wälder und der Wölfe, die ihn einst retteten. Er ist nun eins mit allem, was war, was ist und jemals sein wird.
Marcos, deine Geschichte wird in unserer Arbeit für den Schutz der nachkommen Deiner geliebten Wolfsfamilie und allen Wolfsfamilien weiterleben. Rufe Deine Eltern, sie warten auf Dich.
Ki erstelltes Bild.

Unabhängiger Schutz für Spaniens Wölfe im Hier und Jetzt 

Inmitten des aktuellen politischen Konflikts in Spanien leistet die NGO FAPAS (Fondo para la Protección de los Animales Salvajes) unverzichtbare Arbeit:
    • Unabhängige Zählung: FAPAS bricht das Informationsmonopol von Staat und Jagdlobby, indem sie durch eigenes Fotofallen-Monitoring die echten, oft künstlich hochgerechneten Wolfszahlen wissenschaftlich belegen.
    • Herdenschutz & Aufklärung: Die Organisation unterstützt Landwirte bei Schutzmaßnahmen und der schnellen Rissbegutachtung, um illegale Rache-Abschüsse und Giftköder-Einsätze zu verhindern.
    • Natürliche Nahrungsquellen: FAPAS kämpft dafür, dass Viehkadaver in den Bergen liegen bleiben dürfen. Das sichert Wölfen und Geiern ihre natürliche Nahrung und minimiert Angriffe auf lebende Nutztiere.
Mehr Infos unter fapas.es oder auf der deutschsprachigen Infoseite fapasdeutsch.com

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Der Wolfskalender 2027 von Wolfsschutz-Deutschland e. V. ist da – Jetzt vorbestellen!

Viele von Ihnen haben uns schon seit dem Frühjahr ungeduldig danach gefragt – jetzt ist es endlich so weit. Wir freuen uns riesig, ab sofort unseren neuen Wolfskalender für 2027 präsentieren zu dürfen. In diesem Jahr erwartet Sie wieder ein ganz besonderer Wandschmuck: Freuen Sie sich auf herzerwärmende Momente und exklusive Einblicke direkt aus dem Familienleben der Wölfe. Unsere Aufnahmen zeigen die faszinierende sozialen Bindungen, das harmonische Miteinander und die tiefe Vertrautheit innerhalb des Rudels. Bilder, die berühren und die wilde Schönheit dieser Tiere auf einzigartige Weise einfangen.

Ab sofort können Sie unseren exklusiven Wolfskalender für 2027 vorbestellen. Die Auslieferung startet Mitte September.
Mit dem Kauf dieses Kalenders verschönern Sie nicht nur Ihre Wände, sondern unterstützen auch direkt die wichtige Arbeit unseres Vereins zum Schutz der Wölfe.
Das erwartet Sie:
    • Exklusive Einblicke: 12 wunderschöne, vereinseigene Wolfsfotos, von Brigitte Sommer erstellt – keine Agenturbilder, nur bei uns erhältlich.
    • Hohe Qualität: Gedruckt im edlen Großformat (DIN A3) auf hochwertigem Papier.
    • Nachhaltig: Nach Ablauf des Jahres lassen sich die Motive wunderbar ausschneiden und rahmen.
    • Streng limitiert: Es gibt in diesem Jahr nur 400 Exemplare!

Preis: 22,00 €, inklusive Versand

Unser Kalender 2027 © Brigitte Sommer

 

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Hier ein Blick in den Kalender

 

 

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Flammenmeer im Hohen Venn: Wolfsrudel entkamen wahrscheinlich der Katastrophe

Ein historischer Großbrand hat das Herz des grenzüberschreitenden Naturschutzgebiets Hohes Venn erschüttert. Begünstigt durch eine extreme sommerliche Trockenperiode fraßen sich die Flammen seit dem 14. August 2026 innerhalb weniger Tage durch rund 3.200 Hektar wertvolle Hochmoor- und Heidelandschaft, womit es sich offiziell um den schwersten Brand in dieser Region seit dem Jahr 1911 handeltBezüglich der Ursache ermitteln die belgischen Behörden und die Staatsanwaltschaft Lüttich bereits auf Hochtouren in alle Richtungen. Da das Feuer in einer Phase extremer Trockenheit ausbrach, steht der Verdacht auf fahrlässige oder gar vorsätzliche Brandstiftung im Raum. Kriminalisten können das unwegsame Ausbruchsareal im Kerngebiet jedoch erst physisch untersuchen, wenn die akute Gefahr am Boden vollständig gebannt ist. Für uns als Wolfsschützer stand sofort die brennende Frage im Raum, was diese Naturkatastrophe für die Tierwelt und insbesondere für die Wölfe bedeutet. Das offizielle, rund 505 Quadratkilometer große „Wolfsgebiet Eifel – Hohes Venn“ verbindet ostbelgische Biotope direkt mit den dichten Wäldern Nordrhein-Westfalens, doch die Auswirkungen des aktuellen Feuers unterscheiden sich drastisch, je nachdem, auf welcher Seite der Grenze man auf die Rudel blickt.

Update: DAs LANUK veröffentlichte inzwischen eine Pressemitteilung mit dem Inhalt, dass der alte Rüde Akela tot bei Euskirchen aufgefunden worden sei: https://wolf.nrw.de/wolf/de/aktuelles/2026-08-21

Besonders hart hat es das etablierte belgische Venn-Rudel getroffen,  da das Epizentrum des Brandes mitten in seinem angestammten Territorium lag. Dieses Pionierrudel wurde im Jahr 2021 vom bekannten Leitwolf Akela und der Fähe Maxima gegründet, die seither fast jährlich erfolgreich Welpen im Hohen Venn großgezogen haben. Dank offizieller Berichte der belgischen Behörden gibt es zumindest eine große Erleichterung, da bislang keine verletzten oder getöteten Wölfe der Nachkommen von Akela und Maxima im Brandareal nachgewiesen wurden. Wölfe besitzen einen hochentwickelten Geruchssinn, wodurch das Rudel den giftigen Brandrauch frühzeitig bemerkte und eigenständig aus den Gefahrenzonen flüchtete. Wildbiologen vermuten die Tiere derzeit in den tieferen, unversehrten Waldgebieten rund um Jalhay im Westen sowie in den südlich gelegenen Wäldern von Malmedy. Auch ein weiteres, jüngeres Rudel, das von einem männlichen Nachkommen Akelas nördlich von Malmedy angeführt wird, musste seine Streifzüge den veränderten Bedingungen anpassen. Obwohl die Wölfe lebend entkamen, stehen sie vor dem ökologischen Nichts, da durch die großflächige Zerstörung auch die dortigen Beutetiere geflohen sind und dem Rudel im Venn auf Monate hinaus die Jagdbasis fehlt. Da sie nun in dichter besiedelte Übergangsregionen ausweichen müssen, steigt das Risiko von Konflikten mit dem Straßenverkehr und ungeschützten Nutztierweiden erheblich.
Beispielfoto Wölfe vor Flammenmeer. Der Bild wurde mit KI erstellt.

Die deutsche Seite: Das Rudel „Nordeifel“ als sicherer Hafen

Auf der deutschen Seite der Grenze, im Bereich der rheinland-pfälzischen und nordrhein-westfälischen Eifel, stellt sich die Situation für die dortigen Wolfsvorkommen glücklicherweise ganz anders dar. Das offizielle Wolfsgebiet umfasst die Kommunen Monschau, Roetgen, Simmerath, Schleiden und Hellenthal. Ein genauer Blick in die offiziellen Wolfsnachweise des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUK) zeigt, dass hier nicht mehr nur Einzelwölfe umherziehen, sondern das eigenständige Wolfsrudel „Nordeifel“ fest etabliert ist. Angeführt von den Elterntieren mit den Kennungen GW2391m und GW2545f zieht dieses Rudel, zu dem auch mehrere Jährlinge und Welpen gehören, seine Runden vor allem in den ausgedehnten Waldgebieten des Kreises Euskirchen.
Die verheerende Flammenwalze verbreitete sich zwar aus Belgien kommend in Richtung Osten, konnte jedoch knapp zwei Kilometer vor der deutschen Bundesgrenze durch einen massiven, internationalen Verbundeinsatz gestoppt werden. Neben rund 350 Einsatzkräften am Boden spielten Löschflugzeuge und Hubschrauber eine entscheidende Rolle; so unterstützte unter anderem durch die Bundeswehr die Löscharbeiten vom Fliegerhorst Nörvenich aus mit zwei NH90-Transporthubschraubern. Deutsche Feuerwehrkräfte und das THW errichteten mobile Löschwasserbecken bei Monschau-Kalterherberg, um Riegelstellungen zu sichern und ein Übergreifen zu verhindern. Da der nahegelegene Nationalpark Eifel und die umliegenden Wirtschaftswälder völlig unversehrt blieben, ist das Revier des deutschen Rudels „Nordeifel“ zu keinem Zeitpunkt direkt gefährdet gewesen. Die intakten Eifelwälder dienen den flüchtenden Wölfen aus Belgien nun als potenziell überlebenswichtiger Rückzugsraum mit ausreichend Sichtschutz und stabilen Wildbeständen, auch wenn dies vorübergehend zu Revierverschiebungen und erhöhtem Druck in den Grenzregionen führen kann.

Untätige Wolfsschützer?

Im Zuge der Berichterstattung tauchten in den sozialen Medien vereinzelt Vorwürfe von Wolfsgegnern auf, die behaupteten, Wolfsschützer würden tatenlos zusehen und den Tieren im brennenden Hohen Venn nicht helfen. Diese emotionale Kritik entbehrt jedoch jeder fachlichen Grundlage und ignoriert die biologische Realität sowie die extreme Gefahrenlage vor Ort. Wölfe sind hochentwickelte, scheue Wildtiere und kein menschlicher Rettungsversuch könnte sie in einer solchen Ausnahmesituation evakuieren. Ein Eindringen in das verrauchte Gebiet würde die Tiere lediglich in Todesangst versetzen und panische Fehlreaktionen hervorrufen, die sie erst recht in die Flammen treiben könnten. Die beste Hilfe für den Wolf ist es, ihm den Raum für seine eigenen Instinkte zu lassen, da er Gefahren koordiniert ausweicht, solange Fluchtwege nicht durch menschliche Präsenz blockiert werden. Zudem ist das Betreten des verbrannten Bodens aufgrund sogenannter Zombie-Feuer lebensgefährlich. Da das Feuer im ausgetrockneten Torfboden unterirdisch weiterglimmt, entstehen unsichtbare Hohlräume und Einsturzkamine, aus denen hochgiftiges Kohlenmonoxid ausgetreten ist, welches bereits zu Rauchgasvergiftungen bei Einsatzkräften führte. Jede eigenmächtige Suchaktion ist von den Behörden tatsächlich zu Recht streng untersagt, obwohl sich die Lage seit dem 20. August deutlich entspannt hat.
Beispielfoto spielendes Wolfsrudel.
Das binationale Wolfsmonitoring in Nordrhein-Westfalen und Wallonien hat seine Arbeit bereits intensiviert und wird, sobald die unterirdischen Brandherde erloschen sind, unbeschädigte Wildtierkameras auslesen sowie Kot- und Haarproben sammeln. Nur so lässt sich zweifelsfrei klären, ob das Hautes-Fagnes-Rudel um Akela und Maxima in den Ausweichrevieren intakt zusammengeblieben ist. Dass die Tierwelt trotz der Zerstörung Überlebenschancen hat, zeigt ein kleiner Lichtblick der Rettungskräfte, denen es gelang, mitten im verbrannten Moor ein seltenes und stark bedrohtes Birkhuhn lebend zu bergen und in eine Pflegestation zu bringen. Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. bleiben an den Entwicklungen dran und überwachen die Ausweichgebiete in unerem eigenen Monitoring intensiv, um die Tiere in ihren neuen, ungeschützten Territorien vor Verkehrsrisiken und illegalen Abschüssen zu bewahren, während wir auf eine baldige Rückkehr der Rudel in ein regeneriertes und regnerisches Hohes Venn im Herbst und Winter hoffen.

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Bankrotterklärung im Moor: Wolfsschutz-Deutschland e. V. fordert LBV-Vorstand zum Einlenken im Fall Egling auf

Es ist ein PR-Gau für den praktischen Naturschutz in Bayern und eine Steilvorlage für die Abschuss-Lobby: Nach dem Riss von zwei Schafen im oberbayerischen Egling (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) prüft die Untere Jagdbehörde derzeit mit Hochdruck eine Abschussfreigabe. Das Unfassbare daran: Betreiber der betroffenen, völlig ungeschützten Herde auf der dortigen Moorfläche ist ausgerechnet der Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e. V. (LBV). Anstatt als finanz- und personalstarker Fachverband mit gutem Beispiel voranzugehen und innovative Schutzkonzepte wie Behirtung oder Nachtpferche im unwegsamen Gelände zu demonstrieren, kapituliert die Projektleitung vor den Kameras der Regionalpresse und erklärt Herdenschutz im Moor für „kaum umsetzbar“. Ein fatales Signal, das der Bayerische Bauernverband und das Landratsamt dankbar aufgreifen, um den ohnehin rechtswidrigen und von uns scharf kritisierten Bayerischen Wolfsmanagementplan im Eilverfahren durchzudrücken. Wenn selbst ein Naturschutzverband seine Tiere nicht schützt, so die perfide Logik der Behörden, dann müsse eben das Gewehr sprechen. Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. nehmen den LBV nun öffentlich in die Pflicht. Wir haben uns mit einem klaren Offenen Brief an den Vorstand des Verbandes gewandt: Wer den Wolf schützen will, darf Weidetiere nicht auf dem Silbertablett servieren und sich anschließend als Steigbügelhalter für die Jagdlobby missbrauchen lassen. Lesen Sie hier unseren Offenen Brief an den LBV-Vorstand in vollem Wortlaut:

 

Beispielfoto Wolf © Brigitte Sommer

OFFENER BRIEF
An den Vorstand des Landesbunds für Vogel- und Naturschutz in Bayern e. V. (LBV)
Eisvogelweg 1
91161 Hilpoltstein
Per E-Mail vorab info@lbv.de
Betreff: Wolfsriss im Spatenbräufilz (Gemeinde Egling) – Herdenschutz statt Akzeptanz behördlicher Nebelkerzen
Sehr geehrte Damen und Herren des LBV-Vorstands,
sehr geehrter Herr Vorsitzender Dr. Schäffer,
mit großer Besorgnis verfolgen wir von Wolfsschutz Deutschland e. V. die aktuellen Entwicklungen im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Nach dem bestätigten Riss von zwei Schafen aus einer Ihrer Projekt-Herden im Moor bei Egling prüft die Untere Jagdbehörde derzeit eine Abschussfreigabe für den betroffenen Wolf.
Als Mitstreiter im Natur- und Artenschutz schmerzt uns der Verlust von Weidetieren in Ihren wichtigen Landschaftspflegeprojekten. Dennoch betrachten wir die aktuellen behördlichen Schritte mit äußerstem Befremden – insbesondere die Rolle, die Ihr Verband in der lokalen Argumentation unfreiwillig einnimmt.
Dass die betroffene Herde im Spatenbräufilz nicht wolfsabweisend geschützt war, wird nun von Vertretern des Bayerischen Bauernverbandes und der Jagdlobby als vermeintlicher Beleg dafür missbraucht, Herdenschutz sei im unwegsamen Gelände unmöglich. Es entsteht der fatale Eindruck: Wenn selbst der LBV seine Tiere nicht schützen kann, dann ist der Abschuss alternativlos.
Besonders alarmierend sind die offiziellen Begründungen aus dem Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen. Die dortige Pressestelle rechtfertigt die Prüfung eines regionalen Bejagungsplanes mit der Behauptung, der Erhaltungszustand des Wolfes sei in der Region „als günstig bewertet“ worden. Hierbei handelt es sich um eine rein politische Nebelkerze, der Sie als wissenschaftlicher Fachverband vehement widersprechen müssen:
    • Kein günstiger Erhaltungszustand in Bayern: Die pauschale Meldung eines „günstigen Erhaltungszustands“ auf Bundesebene für die kontinentale Region basiert rein auf den hohen Populationsdichten in Nord- und Ostdeutschland. In Bayern und speziell im südbayerischen Raum ist der Zustand der Wolfspopulation nach wie vor kritisch, instabil und im biologisch tiefroten Bereich.
    • Gefährdung lokaler Vorkommen: Da es im Alpenvorland keine stabile, standorttreue Population gibt, gefährdet die Entnahme eines vermutlich ohnehin durchziehenden Einzeltieres das regionale Wiederansiedlungsgeschehen massiv. Das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) verbietet Abschüsse unmissverständlich, wenn diese den Erhaltungszustand der lokalen Population verschlechtern.

Wir fordern Sie daher auf, dieser gefährlichen Instrumentalisierung aktiv und öffentlich entgegenzutreten:
  1. Herdenschutz-Alternativen ausschöpfen: Topografische Hürden wie Moorflächen erschweren den klassischen Zaunbau, machen Herdenschutz aber nicht unmöglich. Gerade als personell und finanziell stark aufgestellter Verband steht der LBV in der Pflicht, innovative Vorreiterrollen einzunehmen. Wo Zäune versagen, müssen unverzüglich alternative und zumutbare Methoden wie eine temporäre Behirtung, der Einsatz von Herdenschutzhunden oder mobile Nachtpferche etabliert werden. Ein Abschuss darf niemals die Quittung für unzureichende Schutzmaßnahmen sein.
  2. Keine Akzeptanz eines Abschusses: Ein Wolf, der auf ungeschützte Beute trifft, zeigt kein „fehlgeprägtes“ Verhalten, sondern folgt biologischen Instinkten. Ein Abschuss im Flachland ohne vorherige Ausschöpfung aller Schutzvarianten widerspricht der gesetzlich verankerten Ultima Ratio nach § 45 BNatSchG diametral.
  3. Rechtsmittel einlegen: Sollte das Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen tatsächlich eine Abschussgenehmigung erteilen, fordern wir den LBV auf, als betroffener Tierhalter und anerkannter Naturschutzverband alle zur Verfügung stehenden Rechtsmittel (Widerspruch und Eilantrag vor dem Verwaltungsgericht) auszuschöpfen.
    Der Bayerische Wolfsmanagementplan darf nicht länger als Feigenblatt für eine verfehlte Naturschutzpolitik dienen. Wolfsschutz-Deutschland e. V. kritisiert dieses rein auf Populismus beruhende Regelwerk ohnehin vollumfänglich. Es ist ein rechtliches Konstrukt, das unter dem Deckmantel des „Managements“ systematisch versucht, den verfassungsrechtlich verankerten Artenschutz und das übergeordnete Bundes- und EU-Recht auszuhebeln. Dass nun auch noch ein anerkannter Naturschutzverband durch das eigene Versäumen von Mindeststandards beim Herdenschutz zur Schablone für diesen verfehlten bayerischen Sonderweg wird, ist ein fatales Signal.
    Wir appellieren eindringlich an Ihre naturschutzfachliche Identität und Verantwortung: Lassen Sie nicht zu, dass Ihr Fall zur Rechtfertigung eines ohnehin rechtswidrigen Wolfsmanagementplans instrumentalisiert wird. Setzen Sie ein unmissverständliches Zeichen für das echte Zusammenleben von Beutegreifern und Weidewirtschaft durch konsequenten Schutz.
    Mit freundlichen Grüßen
    Wolfsschutz-Deutschland e. V.
    Vorstand
    Ulrike de Heuvel
    Jürgen Götz
    Volker Vogel
    Brigitte Sommer

    Quellen und Hintergrund:

    Aktuell prüfen Behörden im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen nach frischen Wolfsrissen eine konkrete Abschussfreigabe.Anfang August 2026 wurde bekannt, dass die Untere Jaggdbehörde rechtliche Schritte einleitet, um den Abschuss eines Wolfes in der Gemeinde Egling vorzubereiten.
    Hintergrund der geplanten Freigabe sind folgende Details:
      • Der Vorfall: In der Nacht vom 20. auf den 21. Juni wurden in Egling zwei Schafe gerissen.
      • Die Bestätigung: Das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) hat mittels einer DNA-Analyse offiziell und zweifelsfrei nachgewiesen, dass ein Wolf für die Risse verantwortlich war. Es handelt sich um den ersten bestätigten Nachweis im Landkreis seit fast zehn Jahren.
      • Die Prüfung: Weil sich die Landwirte vor Ort angeblich erhebliche Sorgen um ihre Nutztierbestände machen, läuft nun die behördliche Prüfung, ob die Voraussetzungen für eine gezielte Tötung im Rahmen des neuen Jagdrechts erfüllt sind. Ob sich das Tier aktuell noch in der Region aufhält, ist unklar.
    Zuvor gab es im Frühjahr 2026 bereits eine aktive Abschussfreigabe im Allgäu (Landkreise Oberallgäu und Ostallgäu) gegen den Wolfsrüden „GW5224m“, die nach heftigen Rechtsstreits mit Naturschützern im Juni ergebnislos auslief. Die aktuelle Prüfung in Egling ist damit das neueste Verfahren im Freistaat.
    Aus den offiziellen Berichten der Regionalpresse gehen die Reaktionen des LBV und der Projektleitung sehr klar hervor. Sie zeigen ein unentschlossenes und problematisches Bild.
    Die verantwortliche Projektleiterin und Diplom-Biologin des LBV, Sabine Tappertzhofen, sowie lokale Akteure äußerten sich wie folgt:
    • Eingeständnis des Null-Schutzes: Die Projektleitung bestätigte offiziell, dass die Herde im Spatenbräufilz völlig ungeschützt war. Es gab keinerlei wolfsabweisende Zäune.
    • Kapitulation vor der Geografie: Als Begründung für den fehlenden Schutz gab die Projektleitung an, dass ein Zaunbau auf der extrem nassen und unwegsamen Moorfläche technisch und praktisch „kaum umsetzbar“ sei. Man habe das Risiko schlicht in Kauf genommen, da die Region bisher kein festes Wolfsgebiet war.
    • Fatales Signal der Hilflosigkeit: Die Aussagen des LBV, dass Herdenschutz im Moor nicht funktioniere, werden nun vom Bayerischen Bauernverband (BBV) dankbar aufgegriffen. BBV-Kreisobmann Peter Fichtner nutzte das LBV-Versäumnis prompt für die Behauptung, dass Zäune generell nutzlos seien und sich der Wolf darüber „totlache“.

    Todesurteil für Wolfsfamilien: Niedersachsen besiegelt mit geheim gehaltenen Abschusszonen das Sterben ganzer Rudel

    In Niedersachsen hat die rot-grüne Koalition ihre Maske endgültig fallen gelassen. Mit der Einrichtung des ersten sogenannten „Interventionsgebietes“ im Territorium Werlte, das sich über die Landkreise Emsland und Cloppenburg erstreckt, betreibt das Land staatlich legitimierte Wolfsvernichtung. Die offizielle Mitteilung des Ministeriums entlarvt ein zutiefst erschreckendes Verständnis von Natur- und Artenschutz: Unter dem Deckmantel des Weidetierschutzes wird hier die systematische Auslöschung eines kompletten Familienverbandes freigegeben – explizit inklusive Welpen und Jungwölfen. Wolfsschutz-Deutschland e. V. verurteilt dieses brutale Vorgehen aufs Schärfste.

    Wir lehnen jeden einzelnen Abschuss kategorisch ab.
    Beispielfoto Wolfsfamilie © Brigitte Sommer

    Das Märchen vom „zumutbaren Herdenschutz“ im Emsland und Cloppenburg

    In ihrer Begründung verweist die Landesregierung gebetsmühlenartig darauf, dass die Wölfe den „zumutbar ergriffenen Herdenschutz“ in den betroffenen Regionen überwunden hätten. Was das Ministerium verschweigt: Was politisch als „zumutbar“ definiert wird, ist meilenweit von einem echten, wolfsabweisenden Schutz entfernt. Solange Mindeststandards als ausreichend deklariert werden, die für einen intelligenten Beutegreifer kein echtes Hindernis darstellen, wird der Wolf für das menschliche Versäumnis beim Zaunbau mit dem Leben bestraft. Statt die Zäune endlich flächendeckend auf ein wirklich sicheres Niveau aufzurüsten, wird das Gewehr als vermeintlich unbürokratische Lösung gewählt.

    Ausrottung als Management-Säule: Tötung von Welpen legalisiert

    Besonders perfide sind die Details der neuen Jagdzeiten, die das Landwirtschaftsministerium offenlegt. Die Landesregierung plant, die Jagdzeit per Verordnung (DVO-NJagdG) so zu verändern, dass die Bejagung im Interventionsgebiet bis Ende Februar des Folgejahres ausgedehnt werden kann. Jungwölfe dürfen demnach fast das ganze Jahr über gejagt werden. Der zynische Verweis auf den jagdlichen Grundsatz „jung vor alt“ und die Behauptung, man trage der „Setz- und Aufzuchtzeit Rechnung“, ist blanker Hohn. Wer die Tötung von Welpen und die vorsätzliche Zerschlagung von Familienstrukturen anordnet, zerstört das biologische Gleichgewicht und provoziert erst recht unkontrollierte Risse durch versprengte, orientierungslose Jungtiere.

    Das Demokratiedefizit: Wolfsjagden im Geheimen

    Mit der neuen Informationspolitik verabschiedet sich das Land Niedersachsen endgültig von jeglicher demokratischer Transparenz. Dass Schnellabschussverfahren erst sechs Wochen nach dem Rissereignis veröffentlicht werden, ist ein bewusster Sabotageakt gegen den unabhängigen Natur- und Tierschutz. Die Begründung, man müsse „schutzbedürftige Interessen Dritter“ wahren, ist ein reines Schutzargument, um die Handlungen von Behörden und Jägerschaft vor kritischen Blicken und rechtlicher Überprüfung durch Naturschutzverbände zu verstecken. Weil die genauen Abmessungen der Jagdgebiete unter Verschluss gehalten werden, agieren die Schützen im rechtsfreien Raum, entzogen jeder öffentlichen Kontrolle.

    Warum die NABU-Klage wichtig ist – aber diese Rudel nicht mehr retten kann

    Zwar hat der NABU Niedersachsen (finanziell getragen vom Freundeskreis freilebender Wölfe und dem WWF) eine juristisch hochgradig ernstzunehmende Normenkontrollklage gegen die rechtswidrige Wolfsverordnung am OVG Lüneburg eingereicht. Wenn das Gericht die Verordnung kippt, bricht das niedersächsische Abschusssystem in sich zusammen. Doch die bittere Realität ist: Solche Prozesse dauern Jahre.
    Den Wölfen im Emsland und in Cloppenburg hilft dieses Verfahren im Moment nicht mehr. Die Landespolitik hat das System gezielt so manipuliert, dass demokratische Kontrollmechanismen ausgehebelt werden. Durch die sechswöchige Geheimhaltung schafft das Ministerium im Verborgenen vollendete, tödliche Tatsachen. Da die Abschussbescheide geheim gehalten werden, können Verbände nicht einmal rechtzeitig Eilanträge bei den Verwaltungsgerichten einreichen. Man kann nicht gegen eine Genehmigung klagen, von deren Existenz man nichts weiß. Wir von Wolfsschutz-Deutschland e V. warnen seit Jahren vor genau dieser verheerenden Entwicklung.
    Beispielfoto Wolf. © Brigitte Sommer

    Das fatale Versprechen der Großverbände: Alibi-Artenschutz behindert die Praxis

    Vor diesem Hintergrund kritisieren wir die aktuelle Kampagnenpolitik einiger etablierter Großverbände aufs Schärfste. Bis vor Kurzem wurde in Spendenaufrufen und Mitgliederwerbung gezielt das Bild vermittelt, dass juristische Klagen das einzige und allmächtige Mittel seien – gepaart mit dem bequemen Versprechen an die Unterstützer, man müsse selbst vor Ort nichts tun, außer den Beitrag zu überweisen.
    Diese Strategie erweist sich jetzt als fataler Trugschluss. Dieses Einlullen der Öffentlichkeit behindert unsere aktive Arbeit im echten Wolfsschutz massiv. Es wiegt die Menschen in einer falschen Sicherheit, während draußen vor unserer Haustür die Zäune ungesichert bleiben und die Abschussdecken im Geheimen verteilt werden. Ein Kreuz auf dem Mitgliedsantrag stoppt keine Kugel. Was wir brauchen, ist kein Alibi-Wolfssschutz vom Schreibtisch aus, sondern tatkräftige Unterstützung und hartnäckige Präsenz an den Brennpunkten.

    Ein System am Limit: Warum Gerichtsverfahren allein keine Wölfe mehr retten

    Dass Organisationen wie der Freundeskreis freilebender Wölfe e.V. beim aktuellen, langwierigen Verfahren gegen die niedersächsische Wolfsverordnung als Mitfinanzier des NABU auftreten, zeigt deutlich, wo die Prioritäten der Szene liegen: im langwierigen, bürokratischen Staatsapparat. Zwar besitzen staatlich anerkannte Fachverbände theoretisch das Recht, gegen solche Verordnungen und Abschussbescheide vorzugehen. Doch die Praxis führt diese vermeintlich schärfste juristische Waffe im Akutfall ad absurdum.
    Während im Hintergrund juristische Allianzen geschmiedet und Prozesse über Jahre vorbereitet werden, schaffen die Behörden im Revier bereits vollendete, blutige Tatsachen. Es zeigt sich schmerzhaft, dass das Vertrauen auf Paragrafen und das Ausruhen auf dem Status als anerkannter Verband vor Ort im Emsland oder in Cloppenburg wirkungslos verpuffen, solange die Landespolitik die Verfahren durch sechswöchige Geheimhaltung absichtlich an den Gerichten vorbeischleust. Wer uns in der Vergangenheit vorwarf, ohne den offiziellen Verbandsstatus im Hintergrund weniger ausrichten zu können, muss nun erkennen: Vor der heimlichen Abschusspraxis der Ministerien sind am Ende alle Akteure gleichermaßen blockiert. Es ist an der Zeit, den Fokus endlich von der juristischen Schreibtisch-Arbeit dorthin zu lenken, wo Wolfsschutz stattfindet: zur aktiven Kontrolle und Präsenz direkt an der Basis.
    Beispielfoto Wolf. © Brigitte Sommer

    Zeugen vor Ort gesucht: Dokumentieren Sie das Geschehen

    Wenn die Justiz durch bürokratische Verschleppung gelähmt ist und die Politik die Vorfälle vertuscht, müssen wir selbst hinsehen. Was es jetzt dringender denn je braucht, sind mutige Menschen vor Ort, die ihre Augen und Ohren offen halten.
    Wir rufen unsere Vereinsmitglieder sowie alle Tier- und Naturschützer in den Landkreisen Emsland und Cloppenburg auf: Achten Sie auf verdächtige Aktivitäten in den Revieren, dokumentieren Sie Jagdvorgänge, ungesicherte Weiden oder frische Rissvorfälle akribisch und melden Sie uns diese Beobachtungen. Nur durch lückenlose Fakten von der Basis können wir das Nebelnetz der Behörden durchbrechen. Wir garantieren Ihnen dabei absolute Vertraulichkeit und lückenlosen Quellenschutz.
    Hotline: 0176/48 73 26 12
    Email: Volker.Vogel@wolfsschutz-Deutschland.de

    Wir fordern den sofortigen Stopp der Jagd

    Die Liste der glücklicherweise fehlgeschlagenen Schnellabschüsse in der Wesermarsch, in Cuxhaven, Wittmund oder Diepholz zeigt deutlich: Die Bejagung löst kein einziges Problem auf den Weiden, sondern bedient lediglich die Abschussforderungen der Jagd- und Agrarlobby. Wölfe sind immer noch eine geschützte Art. Ihre Dezimierung im Namen einer lobbygesteuerten Politik ist illegal (dies sollten die Jäger bedenken, die zur Waffe greifen wollen. Am Ende könnten auch sie als Sündenböcke dienen) und ethisch inakzeptabel. Wolfsschutz-Deutschland e. V. fordert den sofortigen Stopp des Abschussverfahrens im Wolfsterritorium Werlte, die sofortige Rücknahme der geheim gehaltenen Fristen und eine bedingungslose Rückkehr zu einem echten Herdenschutz und rechtstaatlicher Ordnung.

    Quelle:

    https://www.ml.niedersachsen.de/startseite/themen/wald_holz_jagd/wolf_ins_bundesjagdrecht_aufnehmen/schnellabschusse/veroffentlichung-der-interventionsgebiete-sowie-der-beendeten-schnellabschussverfahren-252705.html

    Bitte helft uns!

    Wir sind gerade mitten in den Abschussgebieten in Niedersachsen, Hessen, RLP und NRW und jetzt auch wieder in Bawü unterwegs und kämpfen vor Ort gegen Wolfstötungen.
    Damit wir das auch weiterhin vorausschauend und unabhängig tun können, brauchen wir jetzt eure finanzielle Unterstützung. Auch m
    it einem monatlichen Abo von nur 5 Euro oder auch gerne mehr, helft ihr uns, weiter schnell reagieren zu können, Fakten gegen Hetze zu stellen und den Wolfsschutz dort zu verteidigen, wo er gerade am dringendsten gebraucht wird. Es ist kein Zufall, dass in Deutschland Todesurteile gegen Wölfe nicht in der Art vollstreckt werden können wie in der Schweiz und Österreich. 

    Wölfe riechen unsere Angst – und werden davon nicht dreist, sondern vorsichtiger

    Es gibt diesen hartnäckigen Glauben: Wenn ein Mensch Angst hat, merkt der Wolf das und wird erst recht frech oder gar gefährlich. Eine neue Studie aus Wien räumt mit diesem Bild ziemlich gründlich auf.

    Forscherinnen und Forscher der Veterinärmedizinischen Universität Wien haben handaufgezogene Wölfe und ganz normale Haushunde dem Geruch von menschlichem Angstschweiß ausgesetzt. Die Versuchspersonen hatten vorher Horrorfilme geschaut, damit richtig Angstschweiß entstehen konnte. Diesen Geruch haben die Tiere dann gerochen – ohne dass ein ängstlicher Mensch sichtbar oder hörbar anwesend war. Das Ergebnis war überraschend klar: Weder Wölfe noch Hunde wurden von dem Angstgeruch angezogen. Im Gegenteil. Beide Arten wirkten plötzlich unsicherer.
    Sie blieben kürzer an den Geruchsproben, schauten häufiger zur Trainerin und wirkten insgesamt zurückhaltender. Die Hunde brachen die Tests sogar etwas öfter vorzeitig ab. Bei den Wölfen war dieser Effekt nicht ganz so stark, aber die Grundtendenz war dieselbe. Besonders spannend ist die Schlussfolgerung der Wissenschaftlerinnen: Diese Fähigkeit, menschliche Angst über den Geruch wahrzunehmen, ist kein Ergebnis der Domestikation. Sie war schon bei Wölfen vorhanden, lange bevor der erste Hund entstanden ist. Hunde haben also nichts „dazugelernt“, was ihre wilden Verwandten nicht auch können. Das Gespür steckt offenbar tief in der Evolutionsgeschichte der Caniden.
    Beispielfoto Wolf. © Brigitte Sommer

    Was folgt daraus für uns?

    Zum einen relativiert die Studie die Vorstellung, Wölfe würden ängstliche Menschen als leichte Beute erkennen und deshalb angreifen. Das beobachtete Verhalten spricht eher für das Gegenteil: Der Geruch von Angst macht sie vorsichtiger, nicht mutiger. Sie suchen Orientierung, wirken unsicher – aber nicht aggressiv. Zum anderen zeigt sie, wie fein Wölfe menschliche Emotionen lesen können. Sie brauchen dafür weder laute Stimmen, noch eine bestimmte Körpersprache. Schon der Geruch reicht aus. Das erklärt, warum ruhiges und souveränes Verhalten bei Begegnungen so oft empfohlen wird – und warum Panik die Situation verkomplizieren kann. 

    Natürlich ist eine Laborsituation mit handaufgezogenen Tieren nicht dasselbe, wie eine Begegnung in der Natur. Trotzdem liefert die Studie einen wichtigen Baustein: Wölfe sind sensible, sozial komplexe Tiere mit einem ausgeprägten Gespür für den Zustand ihres Gegenübers. Angst lockt Wölfe also nicht an. Also können Angsthasen im Umkehrschluss auch entspannter bleiben. 

    Hier geht es direkt zur Studie:

    „Human-socialized dogs and wolves show similar behavioural reactions to human fear odour“Autoren: Svenja Capitain, Sarah Marshall-Pescini, Friederike Range Veröffentlicht: 13. Juli 2026 in der Fachzeitschrift Animal CognitionDOI / Link:
    https://doi.org/10.1007/s10071-026-02083-z
    bzw. direkt: https://link.springer.com/article/10.1007/s10071-026-02083-z

    Kurzinhalt:Handaufgezogene, menschensozialisierte Wölfe und Hunde reagierten sehr ähnlich auf den Geruch von menschlichem Angstschweiß. Beide Arten zeigten Unsicherheitsverhalten (weniger Zeit an den Geruchsproben, häufiger Blickkontakt zur Trainerin usw.). Die Fähigkeit, menschliche Angst über den Geruch wahrzunehmen, scheint also älter als die Domestikation zu sein. Die Studie stammt vom Konrad-Lorenz-Institut für Vergleichende Verhaltensforschung an der Veterinärmedizinischen Universität Wien.

    Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

    Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

    Doch wir Helfer brauchen auch Hilfe. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende. Auch mit einem Dauerauftrag von 5 Euro im Monat können wir viel Gutes tun und weiter für unsere Wölfe kämpfen. https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

    Oder:

    Wolfsschutz-Deutschland e.V.
    Berliner Sparkasse
    IBAN DE79 1005 0000 0190 7118 84
    BIC BELADEBEXXX

    Warnung vor organisierten Aktionen: Grindi droht erneut Abschuss

    Achtung an alle, die Grindi schützen wollen: Wir raten ausdrücklich von geführten Spaziergängen mit Tourenzuweisung und zentral organisierten Gruppenwanderungen ab. Beim letzten Mal wurden genau solche Touren und beteiligte Personen an die Behörden gemeldet. Auch aktuelle Angebote zu Gruppenbildungen über eine weit verbreitete Chat-Plattform halten wir für riskant – diese Plattform bietet keine echte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und gibt auf Anfrage Nutzerdaten und Chatverläufe an Behörden heraus. Eine der involvierten Personen hat nach unseren Informationen bereits zuvor Wolfsfreunde gemeldet. Das ist keine Kritik an der guten Absicht vieler Unterstützerinnen und Unterstützer, sondern eine klare Warnung aus den Erfahrungen der vergangenen Monate.

    Hintergrund:

    Unser Hornisgrinde-Wolf GW2672m („Grindi“) aus dem Nordschwarzwald steht erneut im Visier der Behörden. Laut Mitteilung des Nationalparks Schwarzwald käme der Rüde Spaziergängern – besonders jenen mit Hunden – weiterhin zu nahe und folge ihnen teilweise im Abstand von unter 30 Metern. Nationalparkleiter Berthold Reichle erklärte: „Wir sind uns einig, dass wir nichts unversucht lassen wollen und in den kommenden Wochen schauen, ob es doch noch eine Chance gibt, dieses schon ausgewachsene Tier umzutrainieren.“ Gleichzeitig verweist der Nationalpark auf Expertenprognosen, die bezweifeln, dass ein ausgewachsenes Tier überhaupt noch umtrainiert werden kann. Abteilungsleiter Urs Reif betonte zudem: „Jeder Mensch, der sich ihm freundlich nähert, wird das Umtrainieren zunichtemachen.“Sollte die Vergrämung scheitern und die Zahl der Sichtungen wieder ansteigen, muss das Umweltministerium Baden-Württemberg zu Beginn der kommenden Ranzzeit entscheiden, ob der Wolf getötet wird.
    Beispielfoto Wolf.
    Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. hatten genau vor dieser Entwicklung gewarnt. Umso bedauerlicher finden wir es, dass Begegnungen weiterhin gemeldet wurden und so erneut als Begründung für Eingriffe gegen Grindi herangezogen werden können.
    Vor Kurzem hatten wir deshalb eine UIG-Anfrage zu Grindi gestellt. Daraufhin wurden uns 800 Euro Gebühren in Aussicht gestellt. Auf unsere Nachfrage, wie sich dieser Betrag zusammensetzt, haben wir bislang keine Antwort erhalten.

    Zur Klarstellung:

    Der klagende Verband hatte das Verfahren nicht gewonnen, wie viele denken, sondern verloren. Die Gerichte bestätigten die frühere Abschussgenehmigung. Sie wurde nur nicht noch einmal verlängert. Deshalb rechnen wir fest mit einer neuen Abschussverfügung – die Behörden müssen nach dem bisherigen Verlauf keinen Misserfolg vor Gericht befürchten.
    Die Hauptsacheklage der klagenden Orga läuft weiter und soll möglichst bis zum EuGH gehen. Sie erzeugt weiterhin Druck und könnte langfristig grundsätzliche Rechtsfragen klären. ABER: Kurzfristig (gegen eine neue Abschussentscheidung) bietet sie nur begrenzten Schutz, da ein erneuter Eilstopp nach den bisherigen Niederlagen schwieriger geworden ist.
    In Niedersachsen wird beim Schnellabschuss nach Nutztierrissen bereits keine klassische individuelle Abschussverfügung mehr erlassen, sondern die oberste Jagdbehörde legt lediglich das Jagdgebiet fest und informiert die Jäger – wir befürchten, dass ähnliche, schwerer anfechtbare Verfahren künftig auch in Baden-Württemberg bei Fällen wie Grindi Anwendung finden könnten und so die Öffentlichkeit nichts mehr erfährt. Die Jäger allerdings sind hier nicht entlastet. Auf Strafanzeigen drohen auf jeden Fall Konsequenen, doch Strafanzeigen können erst nach Ausführung, gestellt werden, was tote Wölfe nicht wieder lebendig macht. 

    Unser Aufruf

    Geht selbstständig und eigenverantwortlich in das Territorium, bleibt auf öffentlichen Wegen und dokumentiert, soweit möglich und rechtlich unbedenklich. Präsenz und unabhängige Beobachtung sind wichtig – organisierte und zentral gesteuerte Aktionen hingegen erhöhen das Risiko für Grindi. Es muss doch inzwischen bewusst geworden sein, dass auch Ranger, die FVA und weitere Stellen der Landesregierung untergeordnet sind. Naivität kann Wölfe töten. 
    Vermeidet alles, was als „geführte Tour“ oder strukturierte Gruppenaktion wahrgenommen werden kann. Teilt Informationen nur in vertrauenswürdigen, dezentralen Kreisen. Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. garantieren Quellenschutz, Anonymität und Vertraulichkeit. Wir rufen unsere Vereinsmitglieder dazu auf, mit uns spazieren zu gehen. Bitte bei Volker.Vogel@wolfsschutz-deutschland.de melden. 

    Es grenzt an Irrsinn, wie hier seit Monaten Panikmache betrieben wird. Grindi wird zwar weiterhin gesichtet – doch in all der Zeit ist nichts passiert, was auch nur annähernd belegen würde, dass von ihm eine Gefahr ausgeht, die über das ganz normale Lebensrisiko in der Natur hinausgeht. Kein Angriff, keine Verletzung, kein einziges dokumentiertes aggressives Verhalten gegenüber Menschen. Wer hier weiter mit Angst und Schreckensszenarien arbeitet, nimmt bewusst in Kauf, dass ein Wolf getötet wird, der bislang niemandem etwas getan hat. Das ist weder verantwortungsvoll, noch wissenschaftlich begründet – und schon gar nicht im Sinne eines echten, aufgeklärten Naturschutzes.

    Quelle:
    Weitere Hintergründe:

    Bitte helft uns!

    Wir sind gerade mitten in den Abschussgebieten in Niedersachsen, Hessen, RLP und NRW und jetzt auch wieder in Bawü unterwegs und kämpfen vor Ort gegen Wolfstötungen.
    Damit wir das auch weiterhin vorausschauend und unabhängig tun können, brauchen wir jetzt eure finanzielle Unterstützung. Auch m
    it einem monatlichen Abo von nur 5 Euro helft ihr uns, weiter schnell reagieren zu können, Fakten gegen Hetze zu stellen und den Wolfsschutz dort zu verteidigen, wo er gerade am dringendsten gebraucht wird. 

    Wölfe töten, um ihnen Angst beizubringen? Patzkes absurde Logik

    Mit „Angstmachen vor Menschen“ rechtfertigt Niedersachsens Landwirtschafts-Staatssekretärin Frauke Patzke das Erschießen von Wölfen, um Weidetiere zu schützen. Ihr O-Ton ist nicht nur biologisch unhaltbar – sie schürt auch bei Menschen unbegründete Ängste. Wölfe bringen Risse an Schafen und Ziegen nicht mit uns in Verbindung, und ihre natürliche Scheu vor dem Menschen ist bereits stark ausgeprägt. Unser offener Brief von Wolfsschutz-Deutschland e. V. widerspricht der Argumentation und fordert statt Abschüssen einen konsequenten Herdenschutz sowie schnelle, unbürokratische Hilfe für Weidetierhalter.

    Beispielfoto Wolfsfamilie.

    Offener Brief an Frau Staatssekretärin Frauke Patzke, vorab per Email: 


    Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

    Z. Hd. Frau Staatssekretärin Frauke Patzke

    poststelle@ml.niedersachsen.de

    Calenberger Straße 2

    30169 Hannover

    Sehr geehrte Frau Staatssekretärin Patzke,
    mit Interesse, aber auch mit Befremden haben wir Ihre Aussage im Rahmen der Veranstaltung in der Wesermarsch zur Kenntnis genommen:
    In der NWZ-Berichterstattung vom 5. August 2026 (Veranstaltung in Rodenkirchen) stellten Sie die neuen Regelungen des Bundesjagdgesetzes und des geänderten niedersächsischen Jagdgesetzes vor.
    Dort heißt es: „Auf Schadensereignisse solle rechtssicher, praktikabel und pragmatisch durch Bejagung reagiert werden.“
    Und direkt im Anschluss folgt der Satz:

    „Wir möchten Nutztiere besser schützen, indem wir dafür sorgen, dass der Wolf wieder Angst vor Menschen bekommt.“

    Diese Formulierung halten wir für unhaltbar – sowohl aus verhaltensbiologischer, als auch aus gesellschaftlicher Sicht. Wölfe bringen Risse an Schafen und Ziegen und anderen Weidetieren nicht mit dem Menschen in Verbindung – erst Recht dann nicht, wenn sie später aus dem Hinterhalt erschossen werden. Als Beutegreifer wissen sie nicht, welche Tiere sie „mit unserer Erlaubnis“ erbeuten dürfen und welche nicht. Sie nutzen schlicht die vorhandene, leicht erreichbare Beute. Ein Töten nach dem Riss erzeugt weder bei dem getöteten Tier noch bei den überlebenden Rudelmitgliedern eine generelle Angst vor Menschen. Eine dauerhafte Behirtung, wie in anderen Ländern, bei denen Hirten die Wölfe bei Angriffen vertreiben, und so Wölfe die Beute mit Menschen in Verbindung bringen könnten, findet in Niedersachsen nicht statt. 

    Die Vorstellung, man könne Wölfen beibringen, indem man sie erschießt, meist ungeschützte Weidetiere zu meiden, ist biologisch abwegig.
    Hinzu kommt: Erschießt man erfahrere Familienmitglieder, werden die verbliebenen Tiere vermehrt zu vermeintlich leichter Beute greifen. Die Risszahlen erhöhen sich also. Wölfe gehören bereits jetzt zu den scheuesten Beutegreifern Europas. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass sie den Menschen als erhebliche Gefahr wahrnehmen und entsprechend meiden. Die Formulierung, der Wolf müsse „wieder“ Angst vor Menschen bekommen, suggeriert, diese natürliche Scheu sei weitgehend verloren gegangen. Das entspricht nicht dem aktuellen Wissensstand. Gleichzeitig transportiert sie unterschwellig die Botschaft, ohne das Töten von Wölfen könne eine Gefahr für Menschen entstehen – obwohl es gefährliche Zwischenfälle mit Menschen in Deutschland überhaupt nicht gibt.
    Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. teilen das Ziel, Nutztiere besser zu schützen. Erfreulich ist in diesem Zusammenhang, dass sich viele Weidetierhalter in Niedersachsen mit der neuen Herdenschutz-Pauschale zufrieden zeigen. Ihr Ministerium sollte nun dafür sorgen, dass diese und weitere Hilfen schnell, unbürokratisch und verlässlich bei den Betroffenen ankommen. Die wirksamen und ethisch vertretbaren Maßnahmen liegen ausschließlich in einem konsequenten Herdenschutz und einer unkomplizierten Schadensregulierung – nicht im Töten von Wölfen.
    Wir bitten Sie daher, in der weiteren öffentlichen Kommunikation auf Formulierungen zu verzichten, die die vorhandene Menschenscheu der Wölfe relativieren, unbegründete Ängste nähren und den Wolf zum Sündenbock machen. Eine differenzierte, an Fakten orientierter Sprache würde der Debatte gut tun.
    Mit freundlichen Grüßen
    Vorstand Wolfsschutz-Deutschland e. V.
    Ulrike de Heuvel
    Jürgen Götz
    Volker Vogel
    Brigitte Sommer
    Quellen:
    Studie:
    Kasper, K., Say-Sallaz, E., Clinchy, M. et al. (inkl. Liana Y. Zanette & Dries P.J. Kuijper) (2025):
    „Wolves and their prey all fear the human ‘super predator’“
    Current Biology, Band 35, S. 5111–5117 (veröffentlicht 20. Oktober 2025).
    Kurz zusammengefasst:
    Die Forscher haben in einem großen Waldgebiet in Polen (Tuchola-Wald) automatische Kamera-Lautsprecher-Systeme aufgestellt. Wenn ein Wolf (oder Beutetiere) vorbeikam, wurden verschiedene Töne abgespielt: menschliche Stimmen, Hundegebell oder Vogelrufe.
    Ergebnis: Wölfe flohen bei menschlichen Stimmen mehr als doppelt so häufig und doppelt so schnell wie bei den Kontrollgeräuschen – und das, obwohl die Wölfe dort gesetzlich geschützt sind.
    Deutsche Berichterstattung dazu:
    Spektrum der Wissenschaft, 1. Oktober 2025:
    „Mythos vom furchtlosen Wolf: Geschützte Wölfe meiden den Menschen“
    https://www.spektrum.de/news/mythos-vom-furchtlosen-wolf-geschuetzte-woelfe-meiden-den-menschen/2289487
    Die Aussage fiel bei einer Diskussionsveranstaltung in der Markthalle in Rodenkirchen (Wesermarsch), zu der die Kreislandvolkverbände Friesland und Wesermarsch eingeladen hatten.https://www.nwzonline.de/wesermarsch/wolf-in-der-wesermarsch-was-jaeger-und-landwirte-zum-wolfsmanagement-sagen_a_4,3,1371432516.html
    Quellen, die belegen, dass Risse vorwiegend an ungeschützen Tieren stattfanden:
    NDR, 2. Januar 2026 („Weniger Wolfsangriffe – die meisten im Landkreis Cuxhaven“):
    1. Für das Jahr 2025 stellte die Landwirtschaftskammer fest:
      Von den gemeldeten Fällen entsprach der Herdenschutz nur in 32 Fällen den Vorgaben der Richtlinie Wolf.
      In 140 Fällen tat er das nicht.
      (Weitere Fälle betrafen Rinder/Pferde, bei denen kein besonderer Grundschutz vorgeschrieben ist, oder der Schutz war beeinträchtigt.)
    2. DBBW-Bericht / Auswertung 2025:
      In Niedersachsen lag der Anteil der Übergriffe auf Schafe und Ziegen mit keinem oder nur eingeschränktem Mindestschutz bei 73 %.
    3. Ältere, aber konsistente Zahlen (NDR/Umweltministerium):
      In früheren Jahren lag der Anteil mit ausreichendem wolfsabweisendem Grundschutz oft nur bei rund 14 %, während in über der Hälfte der Fälle gar kein entsprechender Schutz vorhanden war.

    Quelle zu vermehrten Rissen nach Abschüssen:

    1. Wielgus & Peebles (2014)
    Studie in PLOS ONE: „Effects of Wolf Mortality on Livestock Depredations“

    • Analyse von 25 Jahren Daten aus Idaho, Montana und Wyoming.
    • Ergebnis: Das Töten von Wölfen erhöht im Folgejahr die Wahrscheinlichkeit von Nutztier-Rissen (um ca. 4 % bei Schafen und 5–6 % bei Rindern pro getötetem Wolf).
    • Erklärung: Die Tötung (besonders von Elterntieren/Leitwölfen) stört die Rudelstruktur. Das kann zu mehr Zuchtpaaren, jüngeren, unerfahreneren Wölfen und einer stärkeren Nutzung von leicht erreichbarer Beute (Nutztieren) führen.

    2. Deutsche Fachliteratur
    Zusammenfassung der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA, Stand 2026) und Arbeiten von Reinhardt etc.:

    • Wenn ein Elterntier getötet wird, muss das verbliebene Elterntier allein für die Versorgung der Welpen sorgen.
    • Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es auf ungeschützte oder leicht erreichbare Nutztiere zurückgreift → Risszahlen können steigen.

    3. Schweiz (Forschungskommission Schweizerischer Nationalpark)
    Stellungnahme zu geplanten Rudelabschüssen:
    Abschüsse ganzer Rudel können kontraproduktiv sein, weil sie ein Vakuum schaffen, das von jungen, abwandernden Wölfen gefüllt wird – und diese greifen häufiger zu Nutztieren.