Mit dem Testament ein Zeichen setzen, auch für unsere Wölfe

Heute, am 13. September, begehen wir wieder den internationalen Tag des Testaments. Ein Tag, an dem wir innehalten und uns fragen dürfen: Was bleibt von uns? Was möchten wir der Welt hinterlassen und kann man über den Tod hinaus Gutes bewirken und Organisationen unterstützen, die einem am Herzen liegen?  Jeder, der uns bei unserer wichtigen Arbeit zum Schutz der Wölfe unterstützen will, kann auch uns dabei etwas Gutes tun. Viele Menschen denken beim Thema Testament zuerst an ihre Familie und Angehörigen. Das ist richtig und wichtig. Doch immer mehr Menschen möchten darüber hinaus auch etwas für eine Sache tun, die ihnen am Herzen liegt – und die über den eigenen Tod hinaus Wirkung entfaltet.

Auch der Wolf braucht starke und unabhängige Stimmen. Wir von Wolfsschutz-Deutschland e.V. sind ein gemeinnütziger, überparteilicher und unabhängiger Verein, der sich seit 2018 konsequent für den Schutz der freilebenden Wölfe in Deutschland einsetzt. Wir kämpfen gegen Abschüsse, für bessere Herdenschutzmaßnahmen, gegen die willkürlichen Maßnahmen der Politik und Lobbyisten, für Transparenz und für eine echte friedliche Koexistenz zwischen Mensch und Wolf. Unsere Arbeit lebt von Engagement, Aufklärung, Monitoring vor Ort und dem konsequenten Widerspruch gegen Lobbyinteressen. Und sie lebt von Menschen, die uns unterstützen – auch über das eigene Leben hinaus.
Beispielfoto Wolf. © Brigitte Sommer

Jede Zuwendung hilft uns weiter für den Wolf zu kämpfen

Mit einem Vermächtnis oder einer Erbschaft kann jeder unseren eingetragenen Verein in seinem Testament bedenken. Schon ein kleiner Anteil eines Nachlasses oder ein festgelegter Betrag (ein Vermächtnis) kann unserer Arbeit langfristig Sicherheit geben. Als gemeinnütziger Verein sind wir von der Erbschaftsteuer befreit – jede Zuwendung kommt zu 100 Prozent dem Wolfsschutz zugute.Egal, ob jemand uns:
  • einen bestimmten Geldbetrag vermacht
  • einen Anteil des Vermögens bestimmt oder
  • den Verein als Erben einsetzen möchte

Jede Form der Unterstützung hilft uns, weiter unabhängig und entschlossen für die Wölfe einzustehen. Ein Testament ist ein Akt der Fürsorge und kein Tabuthema. Es ist ein Zeichen von Verantwortung und Liebe – gegenüber den Menschen, die einem nahestehen und auch  gegenüber der Natur, die uns allen gehört. Indem Menschen unseren Verein und damit den Wolfsschutz in ihrem letzten Willen berücksichtigen, unterstützen sie uns dabei, dass auch kommende Generationen den Ruf der Wölfe in unseren Wäldern hören können.

Haben Sie Fragen? Dann melden Sie sich bei uns!

Falls Sie Fragen zum Thema Testament und Nachlassregelung haben, unterstützen wir Sie gerne. Über unseren Kooperationspartner Erblotse bieten wir kostenlose Orientierungshilfen und Informationen an. Sprechen Sie uns einfach an – vertraulich und unverbindlich. Gemeinsam für die Wölfe – auch über den eigenen Horizont hinaus. Der Tag des Testaments erinnert uns daran, dass wir die Zukunft mitgestalten können. Mit Ihrer Unterstützung helfen Sie mit, dass Wolfsschutz-Deutschland e.V. auch in den kommenden Jahren eine starke, unabhängige Stimme für die Wölfe bleiben kann. Keiner muss sich heute entscheiden, aber jeder kann heute damit beginnen, darüber nachzudenken.

Auf unserer Seite Testamentsspenden  haben wir zusammen mit Erblotse alles, was man über die Erstellung eines Testaments wissen muss, zusammengestellt.
Beispielfoto Wolfsrudel. Es braucht weiter dringend unabhängige Vereine, die sich für die Wölfe in Deutschland einsetzen. © Brigitte Sommer

Die Jahnstraße bebt: Wie die Elb-Gemeinde Assel knapp dem kollektiven Rotkäppchen-Trauma entkam

Es war ein Dienstagmorgen wie jeder andere im beschaulichen Drochtersen-Assel in Niedersachsen. Die Vögel zwitscherten, der Hafen lag friedlich da, und die Grundschüler bereiteten sich seelisch auf den Unterricht vor. Doch um exakt 08:45 Uhr geschah das Unfassbare. Ein pelziges Etwas auf vier Pfoten wagte es, die Jahnstraße als Abkürzung zu nutzen. Ein Wolf? Im Wohngebiet! Mitten im Nirgendwo in Norddeutschland. Ein satirischer Bericht aus dem Krisengebiet.

Oder war es vielleicht doch nur ein etwas größerer, streunender Hund? Egal, Hauptsache das Foto taugt für die WhatsApp-Panikschleife und die Boulevardpresse rotiert sofort im roten Bereich. Man sah vor dem inneren Auge wahrscheinlich schon das Schild „Assel ist von Wölfen überschwemmt – Betreten auf eigene Gefahr“.

Großfahndung ohne Beute

Das Foto wurde mit Ki erstellt.
Natürlich reagierte die örtliche Infrastruktur mit der gebotenen Dramatik. Die Polizei leitete sofort eine Großfahndung ein. Streifenwagen durchkämmten die gefährlichen, von Vorgärten gesäumten Straßen der 3500-Einwohner-Metropole. Leider ohne Erfolg – das gerissene Tier hatte sich vermutlich hinter einer Mülltonne oder im dichten Dickicht einer Thuja-Hecke in Sicherheit gebracht. Man darf von Glück reden, dass die Beamten nicht direkt die Bundeswehr anfordern mussten.
Auch die Jägerschaft stand sofort Gewehr bei Fuß. Gebeutelt vom grausamen deutschen Naturschutzrecht musste man dort jedoch zähneknirschend feststellen, dass man ein Tier, das einfach nur von A nach B läuft, „aufgrund der Gesetzeslage nicht einfach so erlegen darf“. Ein Skandal! Wo bleibt da der Spaß am schnellen und unbürokratischen Schuss, wenn ein Vierbeiner es wagt, frische Luft in einer Wohnstraße zu atmen?

Bürokratische Sofortmaßnahmen: Schilderkompetenz für Wildtiere

Da Lokalpolitiker bereits empört poltern, dass Wölfe „nicht auf Schulwege gehören“, drängt sich sofort die pragmatischste aller deutschen Lösungen auf: Eine flächendeckende Beschilderung!
Wir fordern daher die sofortige Aufstellung von amtlichen Verbotsschildern an allen Waldrändern und Dorfgrenzen: „Das Begehen von Schulwegen ist für Wölfe, Wildschweine und streunende Hunde strengstens untersagt! Zuwiderhandlungen werden polizeilich verfolgt.“
Man müsste den Tieren vorab im Rahmen des Wolfsmanagements natürlich dringend das Lesen beibringen, aber Ordnung muss schließlich sein.

Eltern-Notruf: Der Schulweg des Grauens

Die Schulleitung der Grundschule Assel schaltete derweil blitzschnell und sandte eine vorsorgliche Warnmeldung an die Elternschaft. Die Kernbotschaft: Es besteht zwar laut Polizei keine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung, aber – man weiß ja nie. Eltern durften heldenhaft selbst entscheiden, ob sie ihre Sprösslinge dem gnadenlosen Schicksal des normalen Heimwegs überlassen oder sie lieber mit dem SUV direkt aus der vermeintlichen Gefahrenzone evakuieren.
Dass das tägliche Verkehrschaos vor den Schulen durch elterliche Bring- und Abhol-Zubringer – und der normale Straßenverkehr generell – statistisch gesehen die mit Abstand realste Gefahr für Leib und Leben der Kinder darstellt, interessiert in solchen Momenten der kollektiven Hysterie natürlich niemanden. Der Wolf auf der Jahnstraße – das ist die wahre Bedrohung, für die man sofort das Jagdgesetz umschreiben muss.

Unser Fazit

Wir gratulieren Assel zum Überleben dieses historischen Vormittags. Ein Tier ist durch ein Dorf gelaufen, hat niemanden angegriffen, ist wieder verschwunden und hat für ein paar spannende WhatsApp-Fotos gesorgt. Ein ganz normaler Tag im panikbereitesten Wolfsland der Welt.


  • Hintergrund-Tipp: Warum das sogenannte „Rotkäppchensyndrom“ so tief in unseren Köpfen sitzt, welche Gefahren für Kinder in der Realität wirklich statistisch relevant sind (Spoiler: Wölfe tauchen darin gar nicht erst auf) und warum Panikmache noch nie ein guter Ratgeber war, haben wir bereits in unserem ausführlichen Faktencheck beleuchtet. Hier geht es zu unserem Artikel aus 2023: Rotkäppchensyndrom versus Fakten.

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Die Kunst der Ablenkung: Wie Wölfe und Migranten als Sündenböcke für das Systemversagen herhalten müssen

Wer die gesellschaftspolitischen Debatten nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt vor und nach der Wahl aufmerksam verfolgt, reibt sich unwillkürlich die Augen. Während das Land – wie die gesamte Republik – vor tiefgreifenden wirtschaftlichen und strukturellen Verwerfungen steht, dominieren zwei Themen das emotionale Repertoire der politischen Kräfte: der Wolf und der Migrant. Bei genauerer Betrachtung offenbart sich hierbei ein klassisches Muster der modernen Soft Power und der gelenkten Wahrnehmung, wie es historisch immer wieder zur Festigung politischer Machtstrukturen eingesetzt wurde.

Ein Kommentar zur politischen Rhetorik und den Mechanismen der Massenpsychologie von Brigitte Sommer 

Der Wolf als Projektionsfläche: Angst als politischer Treibstoff

Die agrarpolitischen Forderungen der AfD in Sachsen-Anhalt greifen radikal durch: die Schließung des Wolfskompetenzzentrums Iden, ganzjährige Bejagung, die faktische Aufhebung des Schutzstatus sowie die Verlagerung von Entscheidungskompetenzen auf die Landkreise. Der Wolf wird in dieser Rhetorik nicht mehr als biologischer Teil unseres Ökosystems und unserer Natur begriffen, sondern zu einer existenziellen Bedrohung für den ländlichen Raum hochstilisiert.
Aus Sicht der modernen Propagandaforschung erfüllt diese Inszenierung einen klaren Zweck: die Aktivierung von Urängsten. Angst ist das effektivste Werkzeug, um das kritische Denken von Menschen zu lähmen. Indem man den Wolf zum ultimativen Feindbild auf dem Land deklariert, schafft man ein hochemotionales Narrativ, das sich hervorragend für die mediale Aufmerksamkeitsökonomie eignet. Es ist die Konstruktion einer permanenten Bedrohungskulisse, die nach einer „starken Hand“ und scheinbar pragmatischen, schnellen Lösungen verlangt.
Beispielfoto Wolfsfamilie.

Der Sündenbock-Mechanismus: Von Wölfen und Randgruppen

Doch der Wolf steht nicht allein. Er teilt sich das Podium der Feindbilder mit Migranten und anderen gesellschaftlichen Randgruppen. Hier greift ein altbekannter psychologischer und soziologischer Mechanismus: Wenn die realen Probleme zu komplex, die Ursachen zu tief im globalen Gefüge verwurzelt und die echten Lösungen zu unangenehm für das System sind, braucht es einen Sündenbock.
Das Prinzip funktioniert über zwei komplementäre Strategien:
    1. Strukturelles Versagen wird biologisiert: Statt über die fatalen Folgen einer verfehlten Agrarpolitik, das grassierende Höfesterben durch Monopolbildung im Lebensmitteleinzelhandel oder den Verfall der ländlichen Infrastruktur zu sprechen, spricht man über den Wolf. Er dient als Projektionsfläche für den wirtschaftlichen Frust der Landwirte.
    2. Sozioökonomische Verwerfungen werden externalisiert: Statt die Ursachen für den Niedergang des Sozialsystems, den Mangel an bezahlbarem Wohnraum oder die Misere im Bildungs- und Gesundheitssystem im finanzgetriebenen Wirtschaftssystem und einer jahrzehntelangen Austeritätspolitik zu suchen, wird der Migrant als primärer Verursacher markiert.
In beiden Fällen wird die Schuld von den tatsächlichen Profiteuren und politischen Fehlentscheidungen des bestehenden Systems weggelenkt und auf diejenigen projiziert, die sich nicht wehren können – sei es eine geschützte Tierart oder eine marginalisierte Menschengruppe.

Die ökonomische Nebelkerze: Wer schützt das System?

Diese Form der Politik geht die echten, strukturellen Probleme unseres Landes nicht an. Sie ist im Kern systemerhaltend, da sie die eigentlichen Macht- und Finanzstrukturen unangetastet lässt.
Während über den Abschuss von Wölfen und die finanzielle Entlastung von Jagdpächtern gestritten wird, schreitet die Digitalisierung des Geldsystems und die Zentralisierung der wirtschaftlichen Macht durch globale Vermögensverwalter und den digital-finanziellen Komplex im Hintergrund unbemerkt voran. Während über Migrationsquoten debattiert wird, verarmen breite Schichten der Bevölkerung durch Inflation und Reallohnverluste. Die Fokussierung auf diese Sündenböcke liefert genau das Ablenkungsmanöver, das im Hintergrund gebraucht wird, um eine profitorientierte Agenda geräuschlos weiterzufahren. Die systemischen Ursachen unseres globalen Wirtschaftsmodells bleiben im toten Winkel der Wähler.
Die Grafik wurde mit KI erstellt.

Die paradoxe Verstärkung: Warum das stakkatohafte Beschimpfen den Erfolg erst nährt

Zu einer vollständigen Analyse gehört jedoch auch die Betrachtung der politischen Gegenseite und der etablierten Medienlandschaft. Seit Jahren lässt sich ein Phänomen beobachten, das den Erfolg der AfD nicht bremst, sondern ihn im Gegenteil massiv beschleunigt: das stakkatohafte, pauschale Beschimpfen und Moralisieren derjenigen Bürger, die diese Partei wählen.
Wenn Millionen von Wählern – wie jüngst bei den sachsen-anhaltischen Landtagswahlen im September 2026 – pauschal als ungebildet, bösartig oder demokratiefeindlich diffamiert werden, löst dies einen psychologischen Abwehrmarkt aus. In der Psychologie spricht man von Reaktanz: Je mehr Druck und moralische Belehrung von oben herab ausgeübt werden, desto stärker wird die Trotzreaktion und die Solidarisierung mit der angefeindeten Gruppe.
Das ständige mediale Stakkato der Beschimpfung treibt die Menschen erst recht in die Arme der Populisten. Es zwingt den Wähler in eine Wagenburg-Mentalität. Anstatt einen echten inhaltlichen Diskurs über die Ursachen von Wohlstandsverlust und Zukunftsangst zu führen, verlagert sich die politische Arena komplett auf ein Schlachtfeld der moralischen Abwertung. Diese Polarisierung ist für die AfD ein politischer Lebenselixier: Sie kann sich dadurch dauerhaft in der Rolle des Märtyrers inszenieren, der für die „kleinen Leute“ einsteht, die vom Establishment verachtet werden. Wer Wähler beschimpft, statt ihre realen Sorgen ernst zu nehmen und das wirtschaftliche System zu hinterfragen, betreibt die effektivste Wahlkampfhilfe für die Populisten.

Fazit: Den Blick für das Wesentliche schärfen

Wir müssen lernen, diese beidseitigen Mechanismen der psychologischen Meinungslenkung und der ökonomischen Ablenkung zu durchschauen. Die emotionale Aufladung von Themen wie dem Wolfsschutz oder der Migration dient allzu oft als Nebelkerze. Sie soll verhindern, dass die Bürger die Augen nach oben richten – dorthin, wo die tatsächlichen politischen und wirtschaftlichen Weichenstellungen vorgenommen werden.
Solange wir uns im horizontalen Kampf „Bürger gegen Migrant“, „Mensch gegen Wolf“ oder in der moralischen Schlammschlacht „Etablierte gegen AfD-Wähler“ aufreiben lassen, bleibt die vertikale, finanzgetriebene Machtstruktur völlig unangetastet. Echte Aufklärung beginnt dort, wo wir aufhören, den Sündenböcken hinterherzujagen oder uns gegenseitig zu verurteilen, und stattdessen anfangen, die Systemfrage zu stellen.

Weiterführende Literatur:

1. Jonas Tögel: Die psychologischen Mechanismen der Meinungslenkung
  • „Kognitive Kriegsführung: Neueste Manipulationstechniken als Waffengattung der NATO“ (2023):Westend Verlag

2. Ernst Wolff: Die ökonomische Systemfrage und der Sündenbock

  • „Wolff of Wall Street: Ernst Wolff erklärt das globale Finanzsystem“ (2020):Promedia Verlag
  • „Finanz-Tsunami: Wie das globale Finanzsystem uns alle bedroht“ (2017)
3. Rainer Mausfeld: Elitendemokratie, Angst und der Wähler-Ausschluss
  • „Warum schweigen die Lämmer? Wie Elitendemokratie und Neoliberalismus unsere Gesellschaft und unsere Lebensgrundlagen zerstören“ (2018/2019):Westend Verlag
  • „Angst und Macht: Herrschaftstechniken der Angsterzeugung in kapitalistischen Demokratien“ (2019)
  • „Hybris und Nemesis: Wie uns die Entzivilisierung von Macht in den Abgrund führt – Einsichten aus 5000 Jahren“ (Westend Verlag)

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Abschuss ohne Anlass: Wie CDU und Grüne in Schleswig-Holstein den Wolf zum Freiwild machen

Es ist ein altbekanntes Spiel der Macht: Ein politischer Beschluss, der tiefgreifende ethische und ökologische Konsequenzen hat, wird hinter verschlossenen Türen vorbereitet, geräuschlos ins System eingespeist und anschließend auf der großen Bühne als „schmerzhafter Kompromiss“ inszeniert. Die Rede ist vom aktuellen Vorstoß zur Änderung des Landesjagdgesetzes in Schleswig-Holstein, der die anlasslose Tötung von Wölfen legalisieren soll. Wer das parlamentarische Verfahren der letzten Wochen analysiert, blickt hinter die Fassade einer kalkulierten Kommunikationsstrategie, die vor allem ein Ziel hat: Den organisierten Widerstand der Zivilgesellschaft zu lähmen.

Chronologie einer angekündigten Entrechtung

Der bürokratische Weg dieses Gesetzentwurfs zeigt exemplarisch, wie vollendete Tatsachen geschaffen werden, lange bevor eine breite Öffentlichkeit überhaupt davon erfährt.
    • 9. Juli 2026 – Die lautlose Weichenstellung: Der gemeinsame Entwurf von CDU und Grünen wurde als sogenannte „Formulierungshilfe“ (Unterrichtung 20/366) am 8. Juli digital erfasst und ging am 9. Juli offiziell in die Infothek des Landtags ein. Zu diesem Zeitpunkt – mitten im Sommerloch – blieb die Nachricht für die breite Öffentlichkeit nahezu unsichtbar. Die Verwaltungsmühlen mahlten im Stillen.
    • 27. August 2026 – Das Schautheater der ersten Lesung: Erst sechs Wochen später, zur ersten Lesung im Plenum, wurde das Thema öffentlich verhandelt. Hier erlebten wir ein perfekt choreografiertes Polittheater. Während die CDU erwartbar den harten Hund markierte, inszenierten sich die Grünen mit „Bauchschmerzen“. Die grüne Abgeordnete Silke Backsen trat ans Rednerpult, um wissenschaftliche Zweifel anzumelden und zu betonen, dass Abschüsse die Risszahlen gar nicht senken. Doch das ist reine Rhetorik zur Beruhigung der eigenen Basis. Am Ende stimmten die Grünen der Überweisung des Entwurfs pflichtbewusst zu.
    • Aktuelle Phase – Die bürokratische Verwaltung im Ausschuss: Derzeit liegt das Papier im Umwelt- und Agrarausschuss. Dort findet am Donnerstag, den 24. September 2026, die entscheidende Beratung statt. Hinter verschlossenen Türen wird hier die formale Beschlussempfehlung für das Plenum vorbereitet.
Beispielfoto Wolfsfamilie.

Der weitere Fahrplan: Die Illusion der Mitbestimmung

Nach der Ausschusssitzung am 24. September ist der Weg frei für das Finale. Da das schleswig-holsteinische Landesrecht standardmäßig nur zwei Lesungen vorsieht, wird das Gesetz im Spätherbst 2026 zur zweiten Lesung direkt wieder ins Plenum eingebracht. Eine dritte Lesung wird es nicht geben – es sei denn, eine Fraktion beantragt sie strategisch, was unwahrscheinlich ist. In dieser zweiten Lesung wird die schwarz-grüne Regierungsmehrheit den Entwurf final durchwinken. Das Gesetz ist damit beschlossen, wird im Gesetz- und Verordnungsblatt verkündet und tritt unmittelbar in Kraft.
Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. machen uns keine Illusionen: Dieser Entwurf wird durchgehen. Das Gesetz ist längst beschlossene Sache, das parlamentarische Verfahren nur noch die formale Abwicklung.

Das grüne Theater und die Blindheit der Bewegung

Dass die Grünen hier erneut ihre Kernwerte verraten, überrascht uns nicht – wir kündigen diese Entwicklung seit Jahren an. Sobald die Grünen Regierungsverantwortung übernehmen, mutiert der Artenschutz zur Verhandlungsmasse für den Machterhalt.
Dabei beobachten wir in der Natur- und Tierschutzszene eine gefährliche Schieflage der Wahrnehmung: Während viele Aktivisten und Verbände einen hochsensiblen, lautstarken Alarmknopf für alles entwickeln, was nach „schwarz-blau“ riecht, scheinen sie auf dem „rot-grünen“ Auge vollkommen blind zu sein. Wenn vermeintlich progressive Kräfte den Abschuss von geschützten Arten legitimieren, wird das als „realpolitische Notwendigkeit“ hingenommen oder mit Verweis auf den Koalitionsfrieden schöngeredet.
Es ist Zeit, den Blick für die Realität zu schärfen: Im Lobbyzirkus der Macht machen am Ende alle Parteien mit. Der Wolf hat im parlamentarischen Betrieb keine Lobby – außer uns. Wir werden diesen Bruch des EU-Rechts nicht tatenlos hinnehmen.

Werdet selbst aktiv: Geht in die Territorien und dokumentiert

Die Landesregierung setzt anscheinend darauf, dass Ihr schweigt, wegschaut und dieses Schauspiel resigniert am Bildschirm verfolgt. Das wollen wir nicht zulassen. Wenn die Politik den Schutz im Gesetz streicht, müssen wir den Schutz vor Ort organisieren. Werdet jetzt aktiv und zeigt Präsenz:
    • Geht raus in die Wolfsterritorien: Wir müssen vor Ort sein. Geht in die bekannten Wolfsgebiete, zeigt legale Präsenz auf den Wegen und behaltet die Landschaften im Blick. Wenn Jäger und Behörden wissen, dass die Natur kein rechtsfreier Raum ohne Zeugen ist, erhöht das die Hemmschwelle für illegale oder halblegale Grauzonen-Abschüsse massiv.
    • Dokumentiert, was vor sich geht: Nehmt Eure Smartphones und Kameras mit. Dokumentiert Unregelmäßigkeiten, auffällige Jagdakivitäten, Treibjagden in sensiblen Zonen oder den Zustand von vermeintlich unschützbaren Deichabschnitten. Erstellt Fotoprotokolle und haltet Beobachtungen akribisch fest. Nur mit harten Fakten und Bildmaterial können wir die Öffentlichkeit wachrütteln und rechtliche Schritte untermauern. Meldet Eure Sichtungen und Protokolle direkt an uns.
    • Teilt diesen Artikel: Verbreitet diesen Text in Euren Netzwerken, auf Social Media und in Foren. Durchbrecht das mediale Schweigen und die weichgespülten Pressemitteilungen der Koalitionsparteien. Die Menschen müssen erfahren, was hier im administrativen Hintergrund beschlossen wird.
    • Unterstützt unsere Arbeit: Der Kampf gegen dieses Gesetz wird vor allem ein aktiver und dokumentarischer sein. Unterstützt Wolfsschutz-Deutschland e. V. mit Eurer Spende oder werdet Mitglied: https://wolfsschutz-deutschland.de/mitglied-werden/ 

Lassen wir nicht zu, dass unsere Wölfe und unsere Natur zum Bauernopfer politischer Machtspiele werden 

Quelle:

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Die Sündenbock-Taktik von Egling: Ein absurder Schießbefehl auf ein Phantom

Das Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen in Bayern exekutiert im Fall Egling ein bürokratisches Trauerspiel, das an Absurdität und Demokratiefeindlichkeit kaum zu überbieten ist. Mit der aktuellen Abschussfreigabe im Nordlandkreis wird ein Todesurteil gegen ein geschütztes Wildtier vollstreckt – und das unter dem ohrenbetäubenden Schweigen des betroffenen Halters. Dass vom Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) keine öffentliche Kritik an dieser Bejagung kommt, gleicht einer moralischen Bankrotterklärung. Es drängt sich der fatale Verdacht auf, dass der Verband der Tötung hinter den Kulissen zugestimmt hat, um vom eigenen, kolossalen Versagen beim Herdenschutz abzulenken.

Demokratiefeindliche Geheimhaltung und exklusive Medienfütterung

Besonders skandalös ist das Vorgehen der Behörden bei der Informationsvergabe. Der fertige „Managementplan zur Bejagung“ wird von der Jagdbehörde gezielt unter Verschluss gehalten. Eine offizielle, transparente Veröffentlichung für die Bürger unterbleibt komplett. Stattdessen wird die Abschussfreigabe nur auf direkte Nachfrage exklusiv an ausgewählte Medienhäuser herausgegeben. Diese bewusste Intransparenz soll kritische Nachfragen blockieren und die Öffentlichkeit mundtot machen. Eine solche Geheimhaltungs-Taktik entlarvt, dass die Behörden selbst genau wissen, auf welch rechtlich wackeligem Fundament ihre Abschussgenehmigung steht.
Beispielfoto Wolf © Brigitte Sommer

Kein ernster wirtschaftlicher Schaden nach § 45 BNatSchG

Eine Ausnahme vom strengen Artenschutzverbot darf gemäß § 45 Abs. 7 Satz 1 Nr. 1 BNatSchG nur zur Abwendung „ernster landwirtschaftlicher, forstwirtschaftlicher oder sonstiger wirtschaftlicher Schäden“ erteilt werden. Im Fall Egling wurden im Juni drei Moorschnucken eines Landschaftspflegeprojekts gerissen. So bedauerlich der Verlust von Weidetieren im Einzelfall ist: Drei Schafe stellen für einen finanzstarken, institutionellen Verband wie den LBV beim besten Willen keinen ernsten, existenzbedrohenden wirtschaftlichen Schaden im Sinne des Gesetzes dar. Die gesetzliche Hürde für eine Ausnahmegenehmigung wird hier evident verfehlt. Hier unser offener Brief: https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/08/13/bankrotterklaerung-im-moor-wolfsschutz-deutschland-e-v-fordert-lbv-vorstand-zum-einlenken-im-fall-egling-auf/

Die Absurdität der Jagd auf ein „Phantom“

Biologisch und rechtlich vollkommen verfehlt ist zudem der Zugriff auf ein nicht-standorttreues Tier. Die DNA-Analyse bestätigte Wochen nach dem Riss lediglich einen durchziehenden Wanderwolf aus der Alpenpopulation. Ein solches Tier legt pro Tag immense Strecken zurück und ist höchstwahrscheinlich längst hunderte Kilometer weitergezogen. Die Jäger vor Ort erhalten damit de facto die Erlaubnis, Jagd auf ein Phantom zu machen. Die Wahrscheinlichkeit ist extrem hoch, dass im Rahmen dieses Bejagungsplans ein völlig unbeteiligter, unschuldiger Wolf geschossen wird, der zufällig das Gebiet durchquert. Ein solcher „Vorratsabschuss“ widerspricht dem Bestimmtheitsgebot im Verwaltungsrecht und dem strengen Individualschutz der FFH-Richtlinie.
Das eigentliche Problem wird durch diesen Schießbefehl überhaupt nicht gelöst, sondern bewusst verschleiert. Der LBV hatte seine Moorschnucken ungeschützt und ohne jegliche wolfsabweisende Zäune auf der Moorfläche gehalten – ein serviertes Buffet für jeden Beutegreifer. Wenn die Flächen im Moor weiterhin ungesichert bleiben, wird sich der nächste durchziehende Wolf garantiert wieder dort bedienen. Der Abschuss dient einzig und allein als populistische Nebelkerze, um die Untätigkeit der Behörden und das Herdenschutz-Versagen des LBV als Sündenbock auf dem Rücken des Wolfes auszutragen.
Beispielfoto streitende Wölfe. © Brigitte Sommer

Behördenversagen im Monitoring – Die Alibi-Zahlen der Jagdlobby

Der Fall Egling legt zudem die tiefen Risse im bayerischen Wolfsmonitoring offen. Das zuständige Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) agiert bürokratisch, träge und realitätsfern. Von einer vermeintlich „wachsenden Zahl an Territorien“ kann in Bayern überhaupt keine Rede sein. Die Behörden nutzen hier einen perfekten statistischen Bereinigungs-Trick: Erlöschen etablierte Territorien – sei es durch Krankheiten, Abwanderung oder klammheimliche, illegale Abschüsse –, verschwinden sie im nächsten Monitoringjahr sang- und klanglos aus den Tabellen. Weil eine transparente historische Verlustliste fehlt, wird der Öffentlichkeit eine rasant wachsende Population vorgegaukelt, während die Welpenzahlen in Wahrheit massiv einbrechen.
Völlig absurd wird es jedoch beim Bayerischen Jagdverband (BJV): Dieser betreibt seit Jahren ein eigenes, rein interessengesteuertes Alibi-Monitoring, um mit manipulativen „Zweitmeinungen“ die Wolfszahlen künstlich in die Höhe zu treiben und Abschüsse zu rechtfertigen. Genau diese Jagdlobby ist es, die uns von Wolfsschutz-Deutschland e. V. für unser unabhängiges, wissenschaftlich fundiertes Monitoring vor Ort permanent diffamiert und kritisiert. Während die einen Daten manipulieren, um das Ausrotten einer geschützten Art vorzubereiten, dokumentieren wir die Realität – und das passt der Abschuss-Lobby verständlicherweise nicht ins Konzept.
Die Krone der Dreistigkeit setzt dem Ganzen jedoch die Jagdlobby auf: Völlig faktenbefreit versucht man dort, den friedlichen Chiemgauer Wolf GW4028m für den Riss im weit entfernten Egling verantwortlich zu machen. GW4028m ist im weit über 60 Kilometer entfernten Kampenwandgebiet standorttreu und verhält sich ziemlich unauffällig. Ihn mit dem Moorschnucken-Riss in Verbindung zu bringen, zeigt die perfide Methode der Jägerschaft: Einem friedlichen Wolf wird im Netz so lange ein falsches Sündenbock-Image angedichtet, bis die Behörden einknicken und den nächsten illegalen Abschussbefehl unterschreiben! Während die Jäger Daten manipulieren und haltlose Gerüchte streuen, um das Ausrotten einer geschützten Art vorzubereiten, dokumentieren wir die Realität

Wir erstatten Strafanzeige

Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. stellen unmissverständlich klar: Sollte im Rahmen dieses rechtswidrigen Bejagungsplans im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen ein Wolf erschossen werden, werden wir unverzüglich Strafanzeige gegen alle beteiligten Personen und die verantwortlichen Behördenvertreter erstatten.
Wir haben gelernt, dass juristische Klagen und langwierige Prozesse vor den Verwaltungsgerichten alleine keine wirkungsvolle Maßnahme mehr sind, um das Abschlachten geschützter Tiere zu verhindern. Während die Akten im Gericht verstauben, schaffen Jäger draußen im Wald Fakten. Deshalb braucht es jetzt aktive Arbeit direkt vor Ort. Jetzt ist der Zeitpunkt, um selbst aktiv zu werden und absolut legal Vorgänge zu dokumentieren und öffentlich zu machen: https://wolfsschutz-deutschland.de/mitglied-werden/

Quelle:

https://www.merkur.de/lokales/wolfratshausen/egling-ort28621/wolf-zum-abschuss-freigegeben-jaeger-duerfen-ein-tier-erlegen-94475928.html

Monitoringliste: https://www.lfu.bayern.de/natur/wildtiermanagement_grosse_beutegreifer/wolf/monitoring/index.htm

 

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Unser Druck wirkt: Wolfsmonitoring darf nicht länger in der Hand der Jägerschaft liegen

Seit Jahren fordern wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. mit unserer laufenden Petition, das Wolfsmonitoring in Niedersachsen den Jägern zu entziehen. Die jüngsten Entwicklungen um die Zusammenarbeit zwischen Umweltministerium und Landesjägerschaft zeigen: Unser Druck scheint zu wirken. Gleichzeitig bestätigen sich unsere Warnungen auf erschreckende Weise.

Wie der Online-Dienst Rundblick-Niedersachsen berichtet, kam es am Rande der jüngsten Sitzung des Agrarausschusses des niedersächsischen Landtags in der vergangenen Woche zu deutlichen Spannungen. Die oppositionelle CDU-Fraktion wollte auf Grundlage eines offenen Antrags zur Wolfspolitik eine Debatte über das Wolfsmonitoring erzwingen. Die rot-grüne Regierungsmehrheit blockierte diesen Vorstoß jedoch. Man wolle den Vorgang erst intern prüfen, erklärte die agrarpolitische Sprecherin der SPD, Karin Logemann. Genau diese Vorgänge machen deutlich, wie brisant das Thema inzwischen ist.
Beispielfoto Wolf. © Brigitte Sommer
Was als „atmosphärische Störung“ oder „Schieflage“ zwischen Landesjägerschaft und Umweltministerium dargestellt wird, ist in Wahrheit ein längst überfälliger Prozess. Die Jägerschaft, die seit 2011 das Monitoring in Niedersachsen durchführt, steht in einem klaren Interessenkonflikt. Wer den Wolf grundsätzlich als Konkurrenten oder Bedrohung betrachtet, kann kein neutrales, wissenschaftlich sauberes Monitoring gewährleisten. Genau deshalb haben wir die Petition gestartet und fordern: Das Monitoring muss vollständig in unabhängige, staatliche und fachlich unabhängige Hände übergehen – weg von den Jägern.
Besonders der Fall des Wolfes „Alster“ macht die problematische Zusammenarbeit deutlich. Das Tier hatte sich im Frühjahr in Hamburg in Todesangst verteidigt, als es von einer Frau bedrängt wurde – die ihm im guten Glauben aus einer Notlage heraus helfen wollte – wurde anschließend eingefangen, mit einem Sender versehen und wieder freigelassen. Danach bewegte es sich – wie zu erwarten – durch Niedersachsen. Doch das Umweltministerium verweigerte der Landesjägerschaft Informationen über den Aufenthaltsort. Diese Zurückhaltung ist richtig und notwendig. Wer mit Jägern zusammenarbeitet, riskiert, dass sensible Daten in falsche Hände geraten und indirekt zu Verfolgung oder illegalen Handlungen führen können. Der Fall Alster zeigt exemplarisch, warum eine enge Kooperation mit der Jägerschaft beim Monitoring nicht tragbar ist, denn Aslter wurde von den Behörden für höchstwahrscheinlich tot erklärt. Wir berichteten hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/06/06/alster-ein-junges-leben-voller-panik-schmerz-und-trauma-endet-mit-illegalen-tod/

Monitoringdaten werden zur Jagd verwendet

Noch schwerwiegender ist die Entwicklung, die das Ministerium selbst einräumt und die Rundblick-Niedersachsen ausführlich darstellt: Die Monitoring-Daten werden künftig noch stärker als bisher als Grundlage für behördliche Abschussentscheidungen, Schnellabschüsse und Interventionsgebiete herangezogen. Mit der Aufnahme des Wolfs ins Bundesjagdgesetz und den neuen revierübergreifenden Managementplänen wächst die Bedeutung dieser Zahlen enorm. Die bisherigen Hinweise der Jägerschaft reichten dem Ministerium bereits nicht mehr aus – zusätzliche genetische Daten und Bewertungen durch den NLWKN werden jetzt stärker gewichtet.
Genau davor haben wir von Anfang an gewarnt: Wer am Monitoring mitwirkt, liefert die Datenbasis für gezielte Abschüsse.Besonders enttäuschend und verantwortungslos ist das Verhalten vieler selbsternannter „Wolfsfreunde“ und ehrenamtlicher Wolfsberater, die weiterhin fleißig Daten liefern. Sie wissen genau, wofür diese Informationen am Ende verwendet werden – und machen trotzdem mit. Viele von ihnen ziehen sogar direkten persönlichen Vorteil daraus: Aufwandsentschädigungen, öffentliche Anerkennung, Projektgelder oder schlicht die Möglichkeit, sich als „Experten“ zu profilieren. Wer sich Wolfsfreund nennt und gleichzeitig das System füttert, das Abschüsse ermöglicht, handelt aus Opportunismus.
Diese Art von „Schutz“ ist nichts anderes als Mitwirkung an der systematischen Verfolgung der Wölfe.Wer nicht will, dass seine Hinweise, Sichtungen oder genetischen Proben für den Abschuss von Wölfen missbraucht werden, darf hier nicht länger zuarbeiten. Eine „umfangreiche Beteiligung der örtlichen Jäger an der Datengewinnung“, wie das Ministerium sie weiterhin wünscht und die fortgesetzte Zuarbeit angeblicher Wolfsfreunde sind genau der falsche Weg.
Laut einer Antwort auf UIG-Anfrage zu einem Fall in Landkreis Celle wurde tatsächlich eine Schießgenehmigung nach dem Riss einer einzigen Heidschnucke ausgestellt, ohne Zaun, während des Hütens sollte der Vorfall passiert sein.

Unser Appell bleibt klar:


Das Wolfsmonitoring muss den Jägern vollständig entzogen werden. Es gehört in die Hände unabhängiger Institutionen – ohne Interessenkonflikte, ohne Jagdinteressen und ohne die Gefahr, dass Daten zu Abschussgrundlagen werden. Unsere Petition läuft weiter. Unterstützen Sie uns, damit der Schutz des Wolfs nicht länger von denen abhängt, die ihn töten wollen: 
Screenshot der Petitionsseite. Hier der Link: http://www.change.org/wolfsmonitoring
Quelle:

Wir brauchen Hilfe!

Auch die Praxis der geheimen Schnellabschüsse und die Ausweisung von Interventionsgebieten in Niedersachsen stellt aus Sicht von und von Wolfsschutz-Deutschland e. V. eine rechtlich höchst bedenkliche Einschränkung des Tier- und Naturschutzes dar. Durch die sechswöchige Informationsblockade wird der rechtzeitige Zugang zu behördlichen Daten systematisch erschwert, was die Einlegung effektiver Rechtsbehelfe durch anerkannte Natur- und Tierschutzverbände nahezu unmöglich macht. Dass Wölfe ohne vorherigen individuellen DNA-Nachweis auf bloßen Verdacht hin entnommen und in Interventionsgebieten ganze Rudel sukzessive ausgelöscht werden dürfen, widerspricht nach unserer Auffassung unseres Vereins den strengen Vorgaben des Bundes- und Europarechts zur Wahrung eines günstigen Erhaltungszustands. Anstatt mangelhafte Herdenschutzmaßnahmen zu rügen, verlagern die Behörden das erhebliche juristische Risiko von Fehlabschüssen einseitig auf die Jägerschaft. Besonders kritisch sehen wir auch die Rolle jener etablierten Verbände, die sich über die Mitwirkung eigener Wolfsberater in behördliche Strukturen einbinden lassen und weiterhin primär auf Spendenaufrufe für langwierige Klageverfahren setzen, obwohl die jüngsten Beschneidungen des Umwelt-Rechtsbehelfsgesetzes und die Praxis vollendeter Tatsachen die Aussichten reiner Gerichtsverfahren massiv geschmälert haben.
Um eine unabhängige, lückenlose Dokumentation direkt in den betroffenen Revieren sicherzustellen und dem Wolfsschutz eine unbestechliche Stimme zu geben, bittet Wolfsschutz-Deutschland e. V. dringend um finanzielle Unterstützung durch Spenden oder Fördermitgliedschaften.

Wir sind gerade mitten in den Abschussgebieten in Niedersachsen, Hessen, RLP und NRW und jetzt auch wieder in Bawü und Bayern unterwegs und kämpfen vor Ort gegen Wolfstötungen.
Damit wir das auch weiterhin vorausschauend und unabhängig tun können, brauchen wir jetzt eure finanzielle Unterstützung. Auch m
it einem monatlichen Abo von nur 5 Euro oder auch gerne mehr, helft ihr uns, weiter schnell reagieren zu können, Fakten gegen Hetze zu stellen und den Wolfsschutz dort zu verteidigen, wo er gerade am dringendsten gebraucht wird. Es ist kein Zufall, dass in Deutschland Todesurteile gegen Wölfe nicht in der Art vollstreckt werden können wie in der Schweiz und Österreich. 

Wölfe als unerwartete Gärtner der Natur – und warum ihr Schutz nicht von „Nützlichkeit“ abhängen darf

Eine neue Studie aus den USA zeigt eindrucksvoll, was Wölfe für Ökosysteme leisten können: Blaubeersamen, die den Verdauungstrakt von Wölfen passiert haben, keimen deutlich besser und schneller als Samen, die direkt aus den Beeren entnommen wurden. Der Keimerfolg lag bei 96 Prozent gegenüber 69 Prozent bei den Kontrollsamen. Auch die Keimgeschwindigkeit war spürbar höher – die mediane Zeit bis zur Keimung betrug 19 statt 26 Tage. Wölfe verbreiten die Samen zudem über große Distanzen, weil sie weite Strecken zurücklegen.

Besonders beeindruckend ist, wie stark Blaubeeren im Sommer die Nahrung der Wölfe prägen. Im Greater Voyageurs Ecosystem in Minnesota machen Beeren während der Hauptsaison (Juli bis August) bis zu 83 Prozent der wöchentlichen Nahrung erwachsener Wölfe und über 30 Prozent der Nahrung der Welpen aus. Wölfe würgen die Beeren sogar für ihre Jungen hoch – ein Zeichen dafür, dass sie saisonal eine wichtige Rolle bei der Versorgung der Welpen spielen können.Lange Zeit wurde die Ausbreitung von Samen und die Förderung der Pflanzenvielfalt vor allem Weidetieren zugeschrieben – Rindern, Schafen und Ziegen, die durch Verbiss, Tritt und Kot die Landschaft gestalten.
Wölfe fressen Heidelbeeren. Das Bild ist KI-erstellt.
Die neue Untersuchung belegt nun, dass auch große Beutegreifer wie der Wolf solche Leistungen erbringen. Durch den massenhaften Verzehr von Früchten und die anschließende Ausscheidung der Samen tragen sie zur genetischen Vernetzung von Pflanzenpopulationen und zur Besiedlung neuer Standorte bei.Damit reiht sich die Studie in eine Reihe von Erkenntnissen ein, die immer wieder die ökologische Bedeutung von Beutegreifern unterstreichen. Wölfe beeinflussen nicht nur Beutetierbestände, sie wirken auch direkt auf die Verbreitung von Samen und sogar von Pilzsporen ein. Sie sind Teil eines komplexen natürlichen Gefüges.
Doch genau hier liegt ein wichtiger Punkt: Der Schutz des Wolfes – und aller wildlebender Tiere – darf nicht davon abhängen, wie „nützlich“ sie sich für den Menschen oder für bestimmte ökologische Ziele erweisen. Wölfe sind Geschöpfe, die von der Natur hervorgebracht wurden. In ihrem natürlichen Kreislauf hat jedes Lebewesen seinen Platz und seinen Sinn. Nur wir Menschen meinen, wir müssten ständig eingreifen, steuern und „herumfuhrwerken“, als sei die Natur ein System, das ohne unsere Kontrolle nicht funktioniere. Die Nützlichkeit, die Studien wie diese aufzeigen, ist ein wertvolles Argument in der gesellschaftlichen Debatte. Sie hilft, Vorurteile abzubauen und die vielfältigen Verbindungen sichtbar zu machen. Doch sie darf niemals zur Bedingung für den Schutz werden. Ein Lebewesen hat nicht deshalb ein Recht auf Existenz, weil es uns irgendwie dient.
Es hat dieses Recht, weil es Teil der lebendigen Natur ist.
Für Wolfsschutz-Deutschland e. V. bedeutet das: Wir freuen uns über jede wissenschaftliche Erkenntnis, die die Rolle des Wolfes in Ökosystemen besser verständlich macht. Gleichzeitig bleiben wir dabei: Der Wolf gehört in unsere Landschaften – nicht weil er immer wieder seine Nützlichkeit beweisen muss, sondern weil er ein natürliches Anrecht darauf hat. Unser Auftrag ist es, diesen Platz zu verteidigen und gleichzeitig den notwendigen Schutz von Weidetieren durch wirksame Herdenschutzmaßnahmen voranzubringen. Beides gehört zusammen.

Hier geht es zur Studie:

Die Macher dieser Studie sind Teil des Voyageurs Wolf Project, einer Forschungskooperation der University of Minnesota und des National Park Service. An der Veröffentlichung waren maßgeblich Forscher wie Austin D. Gross, Projektleiter Thomas D. Gable sowie Ökologen und Feldbiologen beteiligt.

https://royalsocietypublishing.org/rsbl/article/22/8/20260279/483026/Wolves-increase-germination-speed-and-success-of

 

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Nachruf auf Marcos Rodríguez Pantoja: Der Junge, der bei den Wölfen wahre Menschlichkeit fand

Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. sind zutiefst beeindruckt und bewegt von einer Lebensgeschichte, die wie kein zweites Schicksal die Brücke zwischen der Welt der Menschen und der Welt der Wölfe schlägt. Marcos Rodríguez Pantoja, der als der „spanische Wolfsjunge“ weltbekannt wurde, ist am 15. August 2026 im Alter von 80 Jahren verstorben. Seine Geschichte ist ein lebendiges, schmerzhaftes Zeugnis dafür, wo wirkliche Empathie und Gemeinschaft in unserer Welt zu finden sind.

Verlassen von den Menschen – Aufgenommen vom Rudel

Marcos’ Weg in die Wildnis der Sierra Morena war kein romantisches Abenteuer, sondern das Resultat menschlicher Grausamkeit und Vernachlässigung. Nach dem frühen Tod seiner Mutter wurde er von seinem eigenen Vater im Alter von nur sieben Jahren an einen Ziegenhirten verkauft. Als dieser verstarb, blieb das Kind völlig schutzlos und isoliert in den Bergen zurück. Die menschliche Gesellschaft hatte Marcos im Stich gelassen, ihn ausgebeutet und wie eine Ware weggeworfen.
Doch in seiner dunkelsten Stunde, von Hunger und Angst getrieben, geschah das Unfassbare: Ein Wolfsrudel stieß auf den weinenden Jungen. Statt ihn als Beute zu sehen, erkannte die Leitwölfin die Not des Menschenkindes. Sie leckte ihm das Gesicht sauber, teilte Nahrung mit ihm und nahm ihn in ihren Bau auf. Zwölf Jahre lang sollte dieses Rudel Marcos’ einzige Familie bleiben.

Hintergrund:

Marcos wurde in Añora (Córdoba, Andalusien) geboren. Nach dem Tod seiner Mutter und einer schwierigen Kindheit mit Misshandlungen durch die Stiefmutter wurde er im Alter von etwa 6–7 Jahren (um 1953/1954) von seinem Vater an einen Großgrundbesitzer bzw. einen alten Ziegenhirten in der Sierra Morena übergeben. Nach dem Tod des Hirten lebte er jahrelang isoliert in der Natur – Berichten zufolge rund 11–12 Jahre – in einer Höhle, in Gesellschaft von Tieren, insbesondere Wölfen. Er ernährte sich von dem, was die Natur und die Tiere boten, und kommunizierte mit ihnen durch Laute.

Ki-generiertes Foto wegen Copyright.

 

1965, mit etwa 19 Jahren, fand ihn die Guardia Civil. Die Rückkehr in die menschliche Gesellschaft war sehr schwer: Er musste Sprache, Kleidung, Essen mit Besteck und soziale Normen neu lernen. Er hatte zeitlebens Schwierigkeiten mit der Zivilisation, bevorzugte oft das Leben in der Natur und mit Tieren und sprach später davon, dass die Jahre unter den Wölfen die glücklichsten seines Lebens gewesen seien.

Sein Fall wurde von dem Anthropologen Gabriel Janer Manila untersucht (Dissertation und später das Buch He jugado con lobos / „Ich habe mit Wölfen gespielt“). 2010 erschien der Film Entrelobos (Among Wolves) von Gerardo Olivares, in dem Rodríguez Pantoja selbst kurz auftrat.

In seinen späteren Jahren lebte er in Rante (San Cibrao das Viñas, Ourense/Galicien), wo er am 15. August 2026 im Alter von 80 Jahren starb.

Hier der Trailor zum Spielfilm:

 

Die Wolfsfamilie: Ein Ort der bedingungslosen Zuneigung

Was Marcos zeit seines Lebens an seiner Wolfsfamilie am meisten schätzte, war etwas, das ihm die Welt der Menschen bis dahin verwehrt hatte: bedingungslose Zuneigung, absolute Loyalität und ein unerschütterliches Gefühl der Zugehörigkeit. Bei den Wölfen gab es keine Lügen, keine Hinterlist und keine Ausgrenzung. Jeder hatte seinen Platz, jeder trug zum Überleben bei, und jeder wurde beschützt.
Es bleibt die bittersüße Tragik seines Lebens, dass Marcos – obwohl er zwölf Jahre lang von purer familiärer Fürsorge umgeben war – nach seiner erzwungenen Rückkehr in die Zivilisation im Jahr 1965 nie wieder eine eigene, menschliche Familie gründen konnte. Die Entwurzelung war zu tief, die Wunden der Vergangenheit zu groß.

Wenn Wölfe sich „menschlicher“ verhalten als Menschen

Marcos’ spätere Kritik an der modernen menschlichen Gesellschaft war messerscharf und regt zum tiefen Nachdenken an. Er betonte oft, dass er sich in der Wildnis, umgeben von Raubtieren, niemals einsam oder bedroht gefühlt hatte – in den Städten der Menschen dagegen ständig.
Seine Erfahrung zwingt uns zu einem unbequemen Spiegel: Wölfe kämpfen, um zu überleben, um ihre Welpen zu ernähren oder ihr Revier zu verteidigen. Menschen hingegen betrügen, belügen, bekämpfen und töten einander oft ohne jeden ersichtlichen Grund. In Marcos’ Leben haben sich die Wölfe schlussendlich weitaus fürsorglicher, sozialer und „menschlicher“ verhalten als jene Spezies, die diesen Begriff für sich beansprucht.

Zurück im ewigen Ganzen

Sein Leben in der Zivilisation war ein lebenslanger Versuch, sich anzupassen, doch sein Herz blieb immer in den Bergen der Sierra Morena. Er versuchte in späteren Jahren mehrfach, zu den Wölfen zurückzukehren, doch die alten Rudel waren längst verschwunden, und die Natur hatte sich verändert.
Nun, da Marcos diese Welt verlassen hat, schließt sich der Kreis. Wir glauben fest daran, dass er im Tod den Weg zurück zu seiner wahren Familie gefunden hat. Er ist nun erlöst von den Zwängen einer ihm oft fremd gebliebenen Zivilisation. Marcos ist eingegangen in das ewig Ganze – ein Teil der Natur, der Wälder und der Wölfe, die ihn einst retteten. Er ist nun eins mit allem, was war, was ist und jemals sein wird.
Marcos, deine Geschichte wird in unserer Arbeit für den Schutz der nachkommen Deiner geliebten Wolfsfamilie und allen Wolfsfamilien weiterleben. Rufe Deine Eltern, sie warten auf Dich.
Ki erstelltes Bild.

Unabhängiger Schutz für Spaniens Wölfe im Hier und Jetzt 

Inmitten des aktuellen politischen Konflikts in Spanien leistet die NGO FAPAS (Fondo para la Protección de los Animales Salvajes) unverzichtbare Arbeit:
    • Unabhängige Zählung: FAPAS bricht das Informationsmonopol von Staat und Jagdlobby, indem sie durch eigenes Fotofallen-Monitoring die echten, oft künstlich hochgerechneten Wolfszahlen wissenschaftlich belegen.
    • Herdenschutz & Aufklärung: Die Organisation unterstützt Landwirte bei Schutzmaßnahmen und der schnellen Rissbegutachtung, um illegale Rache-Abschüsse und Giftköder-Einsätze zu verhindern.
    • Natürliche Nahrungsquellen: FAPAS kämpft dafür, dass Viehkadaver in den Bergen liegen bleiben dürfen. Das sichert Wölfen und Geiern ihre natürliche Nahrung und minimiert Angriffe auf lebende Nutztiere.
Mehr Infos unter fapas.es oder auf der deutschsprachigen Infoseite fapasdeutsch.com

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Der Wolfskalender 2027 von Wolfsschutz-Deutschland e. V. ist da!

Viele von Ihnen haben uns schon seit dem Frühjahr ungeduldig danach gefragt – jetzt ist es endlich so weit. Wir freuen uns riesig, ab sofort unseren neuen Wolfskalender für 2027 präsentieren zu dürfen. In diesem Jahr erwartet Sie wieder ein ganz besonderer Wandschmuck: Freuen Sie sich auf herzerwärmende Momente und exklusive Einblicke direkt aus dem Familienleben der Wölfe. Unsere Aufnahmen zeigen die faszinierende sozialen Bindungen, das harmonische Miteinander und die tiefe Vertrautheit innerhalb des Rudels. Bilder, die berühren und die wilde Schönheit dieser Tiere auf einzigartige Weise einfangen.

Ab sofort können Sie unseren exklusiven Wolfskalender für 2027 bestellen. Die Auslieferung startet ab sofort.
Mit dem Kauf dieses Kalenders verschönern Sie nicht nur Ihre Wände, sondern unterstützen auch direkt die wichtige Arbeit unseres Vereins zum Schutz der Wölfe.
Das erwartet Sie:
    • Exklusive Einblicke: 12 wunderschöne, vereinseigene Wolfsfotos, von Brigitte Sommer erstellt – keine Agenturbilder, nur bei uns erhältlich.
    • Hohe Qualität: Gedruckt im edlen Großformat (DIN A3) auf hochwertigem Papier.
    • Nachhaltig: Nach Ablauf des Jahres lassen sich die Motive wunderbar ausschneiden und rahmen.
    • Streng limitiert: Es gibt in diesem Jahr nur 400 Exemplare!

Preis: 22,00 €, inklusive Versand

Unser Kalender 2027 © Brigitte Sommer

 

So einfach bestellen Sie Ihr Exemplar:

Damit Ihr Kalender schnellstmöglich bei Ihnen ankommt, sind zwei einfache Schritte notwendig:
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Hier ein Blick in den Kalender

 

 

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Flammenmeer im Hohen Venn: Wolfsrudel entkamen wahrscheinlich der Katastrophe

Ein historischer Großbrand hat das Herz des grenzüberschreitenden Naturschutzgebiets Hohes Venn erschüttert. Begünstigt durch eine extreme sommerliche Trockenperiode fraßen sich die Flammen seit dem 14. August 2026 innerhalb weniger Tage durch rund 3.200 Hektar wertvolle Hochmoor- und Heidelandschaft, womit es sich offiziell um den schwersten Brand in dieser Region seit dem Jahr 1911 handelt. Bezüglich der Ursache ermitteln die belgischen Behörden und die Staatsanwaltschaft Lüttich bereits auf Hochtouren in alle Richtungen. Da das Feuer in einer Phase extremer Trockenheit ausbrach, steht der Verdacht auf fahrlässige oder gar vorsätzliche Brandstiftung im Raum. Kriminalisten können das unwegsame Ausbruchsareal im Kerngebiet jedoch erst physisch untersuchen, wenn die akute Gefahr am Boden vollständig gebannt ist. Für uns als Wolfsschützer stand sofort die brennende Frage im Raum, was diese Naturkatastrophe für die Tierwelt und insbesondere für die Wölfe bedeutet. Das offizielle, rund 505 Quadratkilometer große „Wolfsgebiet Eifel – Hohes Venn“ verbindet ostbelgische Biotope direkt mit den dichten Wäldern Nordrhein-Westfalens, doch die Auswirkungen des aktuellen Feuers unterscheiden sich drastisch, je nachdem, auf welcher Seite der Grenze man auf die Rudel blickt.

Update: DAs LANUK veröffentlichte inzwischen eine Pressemitteilung mit dem Inhalt, dass der alte Rüde Akela tot bei Euskirchen aufgefunden worden sei: https://wolf.nrw.de/wolf/de/aktuelles/2026-08-21

Besonders hart hat es das etablierte belgische Venn-Rudel getroffen,  da das Epizentrum des Brandes mitten in seinem angestammten Territorium lag. Dieses Pionierrudel wurde im Jahr 2021 vom bekannten Leitwolf Akela und der Fähe Maxima gegründet, die seither fast jährlich erfolgreich Welpen im Hohen Venn großgezogen haben. Dank offizieller Berichte der belgischen Behörden gibt es zumindest eine große Erleichterung, da bislang keine verletzten oder getöteten Wölfe der Nachkommen von Akela und Maxima im Brandareal nachgewiesen wurden. Wölfe besitzen einen hochentwickelten Geruchssinn, wodurch das Rudel den giftigen Brandrauch frühzeitig bemerkte und eigenständig aus den Gefahrenzonen flüchtete. Wildbiologen vermuten die Tiere derzeit in den tieferen, unversehrten Waldgebieten rund um Jalhay im Westen sowie in den südlich gelegenen Wäldern von Malmedy. Auch ein weiteres, jüngeres Rudel, das von einem männlichen Nachkommen Akelas nördlich von Malmedy angeführt wird, musste seine Streifzüge den veränderten Bedingungen anpassen. Obwohl die Wölfe lebend entkamen, stehen sie vor dem ökologischen Nichts, da durch die großflächige Zerstörung auch die dortigen Beutetiere geflohen sind und dem Rudel im Venn auf Monate hinaus die Jagdbasis fehlt. Da sie nun in dichter besiedelte Übergangsregionen ausweichen müssen, steigt das Risiko von Konflikten mit dem Straßenverkehr und ungeschützten Nutztierweiden erheblich.
Beispielfoto Wölfe vor Flammenmeer. Der Bild wurde mit KI erstellt.

Die deutsche Seite: Das Rudel „Nordeifel“ als sicherer Hafen

Auf der deutschen Seite der Grenze, im Bereich der rheinland-pfälzischen und nordrhein-westfälischen Eifel, stellt sich die Situation für die dortigen Wolfsvorkommen glücklicherweise ganz anders dar. Das offizielle Wolfsgebiet umfasst die Kommunen Monschau, Roetgen, Simmerath, Schleiden und Hellenthal. Ein genauer Blick in die offiziellen Wolfsnachweise des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUK) zeigt, dass hier nicht mehr nur Einzelwölfe umherziehen, sondern das eigenständige Wolfsrudel „Nordeifel“ fest etabliert ist. Angeführt von den Elterntieren mit den Kennungen GW2391m und GW2545f zieht dieses Rudel, zu dem auch mehrere Jährlinge und Welpen gehören, seine Runden vor allem in den ausgedehnten Waldgebieten des Kreises Euskirchen.
Die verheerende Flammenwalze verbreitete sich zwar aus Belgien kommend in Richtung Osten, konnte jedoch knapp zwei Kilometer vor der deutschen Bundesgrenze durch einen massiven, internationalen Verbundeinsatz gestoppt werden. Neben rund 350 Einsatzkräften am Boden spielten Löschflugzeuge und Hubschrauber eine entscheidende Rolle; so unterstützte unter anderem durch die Bundeswehr die Löscharbeiten vom Fliegerhorst Nörvenich aus mit zwei NH90-Transporthubschraubern. Deutsche Feuerwehrkräfte und das THW errichteten mobile Löschwasserbecken bei Monschau-Kalterherberg, um Riegelstellungen zu sichern und ein Übergreifen zu verhindern. Da der nahegelegene Nationalpark Eifel und die umliegenden Wirtschaftswälder völlig unversehrt blieben, ist das Revier des deutschen Rudels „Nordeifel“ zu keinem Zeitpunkt direkt gefährdet gewesen. Die intakten Eifelwälder dienen den flüchtenden Wölfen aus Belgien nun als potenziell überlebenswichtiger Rückzugsraum mit ausreichend Sichtschutz und stabilen Wildbeständen, auch wenn dies vorübergehend zu Revierverschiebungen und erhöhtem Druck in den Grenzregionen führen kann.

Untätige Wolfsschützer?

Im Zuge der Berichterstattung tauchten in den sozialen Medien vereinzelt Vorwürfe von Wolfsgegnern auf, die behaupteten, Wolfsschützer würden tatenlos zusehen und den Tieren im brennenden Hohen Venn nicht helfen. Diese emotionale Kritik entbehrt jedoch jeder fachlichen Grundlage und ignoriert die biologische Realität sowie die extreme Gefahrenlage vor Ort. Wölfe sind hochentwickelte, scheue Wildtiere und kein menschlicher Rettungsversuch könnte sie in einer solchen Ausnahmesituation evakuieren. Ein Eindringen in das verrauchte Gebiet würde die Tiere lediglich in Todesangst versetzen und panische Fehlreaktionen hervorrufen, die sie erst recht in die Flammen treiben könnten. Die beste Hilfe für den Wolf ist es, ihm den Raum für seine eigenen Instinkte zu lassen, da er Gefahren koordiniert ausweicht, solange Fluchtwege nicht durch menschliche Präsenz blockiert werden. Zudem ist das Betreten des verbrannten Bodens aufgrund sogenannter Zombie-Feuer lebensgefährlich. Da das Feuer im ausgetrockneten Torfboden unterirdisch weiterglimmt, entstehen unsichtbare Hohlräume und Einsturzkamine, aus denen hochgiftiges Kohlenmonoxid ausgetreten ist, welches bereits zu Rauchgasvergiftungen bei Einsatzkräften führte. Jede eigenmächtige Suchaktion ist von den Behörden tatsächlich zu Recht streng untersagt, obwohl sich die Lage seit dem 20. August deutlich entspannt hat.
Beispielfoto spielendes Wolfsrudel.
Das binationale Wolfsmonitoring in Nordrhein-Westfalen und Wallonien hat seine Arbeit bereits intensiviert und wird, sobald die unterirdischen Brandherde erloschen sind, unbeschädigte Wildtierkameras auslesen sowie Kot- und Haarproben sammeln. Nur so lässt sich zweifelsfrei klären, ob das Hautes-Fagnes-Rudel um Akela und Maxima in den Ausweichrevieren intakt zusammengeblieben ist. Dass die Tierwelt trotz der Zerstörung Überlebenschancen hat, zeigt ein kleiner Lichtblick der Rettungskräfte, denen es gelang, mitten im verbrannten Moor ein seltenes und stark bedrohtes Birkhuhn lebend zu bergen und in eine Pflegestation zu bringen. Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. bleiben an den Entwicklungen dran und überwachen die Ausweichgebiete in unerem eigenen Monitoring intensiv, um die Tiere in ihren neuen, ungeschützten Territorien vor Verkehrsrisiken und illegalen Abschüssen zu bewahren, während wir auf eine baldige Rückkehr der Rudel in ein regeneriertes und regnerisches Hohes Venn im Herbst und Winter hoffen.

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Doch wir Helfer brauchen auch Hilfe. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende. Auch mit einem Dauerauftrag von 5 Euro im Monat können wir viel Gutes tun und weiter für unsere Wölfe kämpfen. https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

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