Zehn tote Wölfe in Italien: Die gefährlichen Folgen der Rückstufung und Hasspropaganda

Bereits im Januar 2026 warnte Wolfsschutz-Deutschland e.V. in dem Artikel „EU-Wolfsherabstufung: Italien jagt, Spanien widersteht – doch der wahre Konflikt liegt woanders“ vor den Konsequenzen der Herabstufung des Wolfs in der EU. Nur knapp drei Monate später bestätigen sich diese Befürchtungen auf dramatische Weise. Ganz Rudel werden illegal, teils durch Gift, ausgelöscht. 

Im Parco Nazionale d’Abruzzo, Lazio e Molise, einem der wichtigsten Schutzgebiete für den Apennin-Wolf, wurden innerhalb weniger Tage zehn Wölfe vergiftet. Fünf Tiere wurden in der Region Pescasseroli gefunden, fünf weitere am 15. April bei Alfedena (San Francesco) in der „Area Contigua“ des Parks. Bei einem der Funde wurde offenbar ein ganzes kleines Rudel ausgelöscht. Die Kadaver lagen verstreut, daneben fanden sich Reste von Giftködern. Die Staatsanwaltschaft Sulmona ermittelt wegen schwerer Umweltstraftaten und gezielter Wilderei. Der Parkdirektor und WWF sprechen von einem der schwersten Wildtierverbrechen der letzten Jahre.
Beispielfoto Wölfe.
„Bären und Wölfe sind Ausdruck der Kultur dieses Landes, und ich habe angeordnet, die Tötung dieser Tiere oder Brandstiftungsfälle niemals oberflächlich zu behandeln“, bestätigte der Oberstaatsanwalt Luciano D’Angelo dem Blatt Corriere della Sera. Und weiter: „Die ersten Untersuchungen sagen uns, dass es sich um Gift handelt, später werden wir genau wissen, welches. Wir gehen vor, als ob – entschuldigen Sie den respektlosen Vergleich – Menschen getötet worden wären. Meiner Ansicht nach ist das nicht das Werk eines Jägers oder eines Verrückten. Der Vorfall ist schwerwiegend und als solcher werden wir ihn behandeln, beginnend mit dem Straftatbestand, mit dem wir das Verfahren eröffnet haben, nämlich der ungerechtfertigten Tötung von Tieren.“ Auch der Direktor des Parks, Luciano Sammarone, zeigte größte Besorgnis: „Es geht nicht nur um den Verlust einiger Individuen“, wurde er im Corriere della Sera zitiert. Weiter: „Mit hoher Wahrscheinlichkeit wurde in Alfedena ein ganzes Rudel ausgelöscht, und das bedeutet, dass die biologischen und ökosystemischen Folgen erheblich sein werden. Das Gift dann… ist der feigste Akt überhaupt. Unterschiedslos. Man weiß nicht, was man tötet. Man kann Wölfe treffen, aber auch Füchse, Hunde und andere Haus- oder Wildtiere. Es ist pure Gewalt.“

Aktuelle Situation in Italien

In Italien leben derzeit etwa 3.000 bis 3.500 Wölfe (ISPRA-Schätzung 2026). Seit Januar 2026 gilt der Wolf nicht mehr als streng geschützt. Auf Druck von Landwirtschafts- und Jägerverbänden wurde eine jährliche Quote von bis zu 160 legalen Abschüssen eingeführt. Bisher wurden davon nur sehr wenige tatsächlich umgesetzt. Gleichzeitig hat sich die Zahl illegaler Tötungen deutlich erhöht. Allein in Piemont wurden seit Jahresbeginn bereits 18 tote Wölfe geborgen, viele davon vermutlich durch Gift oder Wilderei. Nutztierrisse durch Wölfe machen EU-weit nur etwa 0,6–1 % aller Nutztierverluste aus. Dennoch werden einzelne Fälle medial stark aufgebauscht.

Die Rolle von Politik und Medien

Politik und große Teile der Medien tragen erheblich zur Verschärfung des Klimas bei. Durch einseitige, emotional aufgeladene Berichterstattung, die einzelne Risse reißerisch herausstellt, während erfolgreicher Herdenschutz oder die ökologische Bedeutung des Wolfs kaum erwähnt werden, wird regelmäßig Hass und Wut auf den Wolf geschürt. Der Wolf dient als willkommener Sündenbock, um von strukturellen Problemen der Landwirtschaft abzulenken.
Beispielfoto Wölfe.

WWF Italy: Große Möglichkeiten – zu wenig konkrete Unterstützung

Der WWF Italy verurteilt die Vorfälle zu Recht öffentlich. Mit seinen erheblichen finanziellen und politischen Ressourcen könnte die Organisation jedoch deutlich mehr leisten – etwa durch konkrete Unterstützung der Carabinieri Forestali bei Ermittlungen (Finanzierung von Laboranalysen, Spürhunden oder Hinweis-Systemen). Bisher bleiben es meist bei Pressemitteilungen.
Wolfsschutz-Deutschland e.V. lehnt Abschüsse jeglicher Art strikt ab. Konflikte müssen ausschließlich durch konsequenten Herdenschutz, Prävention und sachliche Aufklärung gelöst werden – nicht durch Tötungen.
Fazit: Die zehn vergifteten Wölfe in den Abruzzen sind ein dramatisches Warnsignal. Sie zeigen, dass die politische Herabstufung und die mediale Hetze nicht zu weniger Konflikten führen, sondern zu einer gefährlichen Normalisierung der Verfolgung.

Wolfsschutz-Deutschland e.V. fordert unverändert:

  • Strengen und dauerhaften Schutz des Wolfs ohne jegliche Abschuss-Ausnahmen
  • Wirksamen, flächendeckenden Herdenschutz statt Symbolpolitik
  • Ausgewogene und faktenbasierte Berichterstattung statt Hetze
  • Echte europäische Solidarität im Wolfsschutz.

 

Quellen:

Unser Artikel vom Januar:

https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/01/27/eu-wolfsherabstufung-italien-jagt-spanien-widersteht-doch-der-wahre-konflikt-liegt-woanders/

WWF Italia (offizielle Stellungnahme, ca. 16.–18. April 2026): „Eines der schwersten Naturverbrechen der letzten 10 Jahre“.
https://www.wwf.it/pandanews/animali/10-lupi-uccisi-nel-parco-nazionale-dabruzzo-lazio-e-molise/

Corriere della Sera (17. April 2026): „La strage dei lupi“ – detaillierter Artikel mit Aussagen der Staatsanwaltschaft.
https://www.corriere.it/cronache/26_aprile_17/la-strage-dei-lupi-10-esemplari-avvelenati-in-pochi-giorni-aperto-un-fascicolo-a0adf5bd-d131-499e-8f66-77e4d0906xlk.shtml

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4 Gedanken zu „Zehn tote Wölfe in Italien: Die gefährlichen Folgen der Rückstufung und Hasspropaganda

  1. „…als ob – entschuldigen Sie den respektlosen Vergleich – Menschen…“

    Es ist löblich und bemerkenswert, dass Oberstaatsanwalt Luciano D’Angelo in dieser ungeheuerlichen Mord-Tat ermitteln will.
    Aber auch er ist mit seiner Entschuldigung seines „respektlosen Vergleichs“ (Mensch und Tier) ganz auf Linie der Speziesisten…
    Dieser Gattung Mensch, die Menschen höher bewertet als Tiere. Auch so entsteht der überwältigende Hass auf Wölfe…
    Speziesismus ist der Grund, weshalb Milliarden von Tieren gezüchtet, gequält und getötet werden: wegen ihres Fleischs, ihrer Eier, ihrer Milch, ihrer Haut, Haare, Federn, Hörner, Zähne und für Tierversuche.

  2. die justiz in italien tut sich offensichtlich schwer mit der rechtsethischen normativität,dass tiere grundsätzlich sich selbst zu eigen sind und jedes gewilderte tier daher sowohl eine illegale tötung sowie ein eigentumsmißachtungsdelikt darstellt.anderseits schauen wir uns mal diese ursel leyen und ihre konsorten der eu und der brd an..ja selbst die sich selbst sogenannten ökologischen grünen an..völlig retardiert in sachen wolfsartenschutz und ökologische notwendigkeiten..
    es ist auch ein werterelativismus schuld an der beliebigkeit normativen rechtes..
    diese beliebigkeit ist z.b. schon in der grundrechtssammlung offenbar. die verfassung selbst ist in einigen artikeln menschen und grundrechtswidrig .
    wer kommt denn heute noch auf die idee anderen die prioritären menschenrechte und grundrechte abzuerkennen bzw. teilweise zu suspendieren.. ihnen ihren freien willen zu nehmen und ihnen z.b. menschenrechtswidrige zwangsdienste aufzunötigen ,es sei denn man ließe sich seine gewissensgründe von suspektem personal prüfen.derartige geistigkeit ist auf keinen fall mit den prioritären grundrechten u. d. allgem. universellen menschenrchten vereinbar.auch nicht die abnötigung der menschenrechtsintrinsischen souveränität eines volkes durch wahlen,ohne jegliche hinreichende institutionalisierung der korrektiven mit bzw. selbstbestimmung des einzigen legalen menschenrechtssouvränes innnerhalb der menschenrechte.
    der staat lebt ja nicht mehr nur von voraussetzungen die er nicht gewährleisten kann,sondern immer mehr will er die legalitätsgarantien etwa der gerechtigkeit,der hinreichenden sozial und rechtsstaatlichkeit,der grundrechtsrealisierungsverpflichtunge nicht mehr einhalten..ob nun in der armutsnichtaufhebung und sozialen diskriminierungen,der verweigerung der grundrechtsrelevanten rechte auf wohnen und leben..ect.selbst die eukriminellen sachverhalte der regierungen werden auf die steuerzahler abgewälzt…das sind alles zwingend notwendige rechtssuspendierungssachverhalte für den eugh bzw. eughfmr. es hat noch sehr viel mehr.die weitverbreitet auffassung etwa erst käme die kapitalistische ökonomie und dann die klimarelevanten grund u.menschenrechtsvorsorge..ist eine kriminelle rechtsextreme äußerung antiaufklärerischen macht.-u. herrschafts-besitzkonservativen geistes.
    auch dann wenn sie ein sauerland merz in den öffentlichen diskurs als geltende politik….eingebracht hat.bleibt es eine erhebliche rechtswidrigkeit..wie viele andere von ihm ein und vorgebrachte populistische sachverhalte…und die deutshe justiz versteckt ihre derartige verpflichtungen hinter den unzureichenden menschen u.völkerrechtswidrigen völkerrechtsvereinbarungen….man spielt ein falsches unwahres spiel..ein rechtswidriges und vermeint alle anderen haben sich daran zu halten und seien ansonsten im unrecht oder ins unrecht zu stellen.
    mit anderen worten man verhält sich anachronisiesierend… sowohl in der rechtsstaatlichkeit,dem artenschutz, der sozialstaatlichkeit,der garantierten gewährung der prioritären grund u. menschenrechten…sowie der hinreichenden sozialstaatlichkeit…aber privatkapitalismus fördernd.
    da ist so ein staatsanwalt in italien..der andeutet das es hier um schwere kriminalität an tieren und dem schutzcharakter des nationalparkes geht…ein sicher noch etwas kleiner fels in der brandung.. der aber nun vermeinte das unverständnis anderer nicht in reale ablehnung des notwendig richtigen rechtes abgleiten lasssen zu wollen.
    denn recht wird nur bei zureichendem verständnis ins alltägliche leben übernommen..und gegen das wildern hilft auch die nachträgliche festnahme nur
    im nachhinein.wiealles recht nur spekulativ u. hypothetisch gewährleistung findet..
    ob es im einzelfall eingehalten wird liegt ja nicht nur an der setzung..

  3. Unser aller Problem ist,dass nicht nur die extreme rechte völlig legalistisch
    Daher kommt,sondern auch die reaktionär-konservative..mit dem
    wirtschaftsbeherrschenden grosskapital.umd logisch richtig sind die keine Volksvertreter.der Abbau der
    menschen und grundrechtserhaltenden sozialstaatlichkeit sowie der menschenrechtsinttrrnen rechtsstaatlichkeit sind perfide Politik von gewählten impertinenzen die au h vor der Suspendierung dieser rechte nicht zurückschrecken.siehe auch ursel leyen,der bdi u d die Geschäfte mit dem chinesischen.pogromregime
    ..
    oder auch das mit dem putinistischen pogromregime.alle schwerkriminelle Geschäfte gegen verfassunhsprioritäre rechtsverträge.
    Keine bundesstaatsanwaltschaft hat sich vernehmen lassen.mit anderen Worten…die stecken viel zu tief im
    Sack des reaktionärkonservativen privatkapitals.bisher hat sich auch ein eugh nicht für die rechtswidrigen machenschaftenbei der herabstufung
    des woöfsartens hutzes in eu bemüht oder vermeldet.korruption und andere rechtswidrigkeiten werden jagelegenzöich,ab einer gewissen grösse u.interesse verfolgt.nicht immer aber,wie wir feststellen können

  4. Dabei waren gerade die Abruzzen
    als gelungene gegenseitige region der
    Jahrzehnte langen coexistenz von mensch u.wolf bekannt
    mam kann sagen hier waren wel he von außerhalb am Werk.und man kann ebenso sagen,wo der fisch vom kopf
    hèr stinkt,geht es den Füssen bald nicht anders.wer perfidität rechtlich duldet,wird einen Vorteil darin sehen.

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