Vom Wolfskompetenzzentrum zur institutionalisierten Wolfsjagd: Backhaus’ systematischer Plan

In seiner Pressemitteilung vom 3. Juni 2026 feiert Landwirtschafts- und Umweltminister Till Backhaus die Aufnahme des Wolfs ins Landesjagdrecht und die Erstellung eines zentralen landesweiten Wolfs-Managementplans als großen Fortschritt. Die Richtung ist klar: Abschüsse sollen einfacher, rechtssicherer und gerichtsfester werden und es könnten sogar Wolfsjagden geplant sein.

Genau diese Entwicklung war absehbar. Bereits im Januar 2026 hatte Wolfsschutz-Deutschland das neu geschaffene Wolfskompetenzzentrum als technokratischen ersten Schritt zur institutionalisierten Wolfsjagd kritisiert. Fünf Monate später zeigt sich das volle Ausmaß der Strategie von Minister Backhaus (SPD, selbst Jäger):
  • Januar 2026: Zentralisierung der Wolfsangelegenheiten in einem ministeriumseigenen Kompetenzzentrum.
  • März 2026: Ablehnung der Bundesnovelle im Bundesrat – nicht weil sie zu scharf, sondern weil sie Backhaus nicht weit genug ging.
  • 5. Mai 2026: Backhaus, selbst Jäger, baut systematisch die administrativen und rechtlichen Grundlagen für eine regelmäßige Entnahme von Wölfen auf – während er nach außen weiter vom „streng geschützten“ Wolf spricht.
  • 3. Juni 2026: Schnelle Umsetzung auf Landesebene: Wolf ins Jagdrecht und ein zentraler Managementplan aus einer Hand. Der Managementplan liegt noch nicht vor. Wir sind allerdings gespannt. 
Beispielfoto Wolfsrudel. © Brigitte Sommer

Während Backhaus beim Buckelwal „Timmy“ als Retter posierte, baut er beim Wolf systematisch die Infrastruktur für breitere Eingriffe auf – weit über so genannte „Problemwölfe“ hinaus.

Besonders bitter: Einige klagefähige Verbände haben bis jetzt mit dem Versprechen Spenden und Mitglieder geworben, nur ihre Klagen würden die Wölfe wirklich schützen. Diese Entwicklung – Entmachtung der Klagen durch fehlende aufschiebende Wirkung und zentrale, gerichtsfeste Strukturen – haben sie entweder nicht kommen sehen oder bewusst kleingeredet.
Gleichzeitig haben Teile dieser Verbände vor Ort aktive, unabhängige Wolfsschützer unseres Vereines behindert, die echte praktische Arbeit leisten. Sie wurden teilweise als Spinner bezeichnet, oder als Wolfstouristen diffamiert. 
Das zeigt: Die etablierten Verbände haben, statt die Entwicklungen frühzeitig und hart zu benennen, wie es Wolfsschutz-Deutschland e. V. getan hat,  ein Geschäftsmodell gepflegt, das nun – und dies war vorhersehbar – an seine Grenzen stößt – während die Basisarbeit vor Ort darunter leidet.

Fazit: Backhaus hat in nur wenigen Monaten konsequent umgesetzt, was er auf Bundesebene selbst als unzureichend kritisierte. Während einge Wolfsfreunde immer noch glaubten, Backhaus wolle konsequenter schützen, gingen ihm in Wahrheit die Entwürfe nicht weit genug. Der Wolf wird schrittweise immer mehr zum „managebaren Problemtier und Sündenbock“ gemacht. Für echten Natur- und Tierschutz wird es jetzt dringend Zeit, dass unabhängige, vor Ort aktive Gruppen stärker in den Vordergrund rücken – weg von lobbygetriebenem Symbolismus hin zu echter praktischer Arbeit. Wir freunen uns über Aktive: https://wolfsschutz-deutschland.de/mitglied-werden/

Quellen:

Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

Doch wir Helfer brauchen auch Hilfe. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende. Auch mit einem Dauerauftrag von 5 Euro im Monat können wir viel Gutes tun und weiter für unsere Wölfe kämpfen. https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

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4 Gedanken zu „Vom Wolfskompetenzzentrum zur institutionalisierten Wolfsjagd: Backhaus’ systematischer Plan

  1. Es kann und darf nicht sein, dass Klagen keine aufschiebende Wirkung mehr haben! Dagegen sollte geklagt werden! Es unterhöhlt unsere Demokratie.

    1. Hier ein aktuelles Beispiel aus Niedersachsen – Der aktuelle Gerichtsentscheid (2. Juni 2026)Das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht (OVG Lüneburg) hat am 2. Juni 2026 die Beschwerden einer Naturschutzvereinigung zurückgewiesen. Damit hat das OVG höchstrichterlich bestätigt, dass die Abschussgenehmigung für die zwei Wölfe vorerst bestehen bleibt.Der rechtliche Hintergrund des VerfahrensDer „Hängebeschluss“ (Zwischenverfügung): Die Naturschützer hatten beim Verwaltungsgericht Osnabrück einen Eilantrag eingereicht. Um zu verhindern, dass die Wölfe geschossen werden, bevor das Gericht überhaupt den Eilantrag prüfen kann, verlangten sie einen sofortigen vorläufigen Stopp (eine sogenannte Zwischenverfügung).Die Entscheidung der Vorinstanz: Das VG Osnabrück lehnte diesen sofortigen Stopp Ende Mai ab.Die Bestätigung durch das OVG: Gegen diese Ablehnung legten die Naturschützer Beschwerde beim OVG Lüneburg ein. Der 8. Senat des OVG hat diese Beschwerde nun abgewiesen. Die Abschussgenehmigung bleibt damit bis zu ihrem regulären Ablauf am 15. Juni 2026 vollstreckbar.Warum das OVG den Abschuss nicht stoppteDas OVG begründete seine Entscheidung unter anderem mit einer veränderten Rechtslage:Herabgestufter Schutzstatus: Das Gericht verwies darauf, dass der unions- und völkerrechtliche Schutzstatus des Wolfs im Juli 2025 herabgestuft wurde.

      Genau das kündigten wir vom Wolfsschutz-Deutschland e. V. immer wieder an, allerdings wollen es viele Wolfsfreunde einfach nicht wahrhaben. Verantwortlich dafür sind aber auch die klagehähigen Orgas, die bis zum Schluss den Eindruckt erweckten, dass vor allem Klagen Wölfe schützen. Wir dagegen sagen schon lange, dass es einen Plan B, sprich altive Arbeit vor Ort in den Wolfsgebieten braucht.

  2. einfach mal hier schauen …
    https://de.wikipedia.org/wiki/Till_Backhaus

    in MV stehen Wahlen an …

    Manfred Kyber, der bedeutende Anwalt der Tiere und Verfasser wunderbarer Tieranekdoten hat darauf hingewiesen, daß man Kinder nicht beim Schlachten von Kaninchen zuschauen lassen soll, da das die Kinder verrohe und sich auf die feinen Empfindungen ihrer Seele auswirke.

    Sollte man nicht einmal ein Kind fragen, wie es es sehe, wenn der Opa früh morgens ein Reh aus dem Hinterhalt erschossen, also grundlos getötet hat, über das es sich am Vortag am Waldrand noch so gefreut hat, der es dann mit seinen Händen ausgeweidet hat und den Enkel nachmittags dann auf seinen Schoß setzen will oder ihm mit seinen Händen über den Kopf streichelt.

    Es gibt Kinder, die schauen einen danach nicht einmal mehr mit dem Hintern an.

    Wenn das dann noch in Gegenwart anderer geschieht, ist Opa abgeschrieben.

    Was bewegt jemanden, ein Tier grundlos zu erschießen!

    Das ist die Frage, die beantwortet gehört.

  3. Ich sage nur:
    sie predigen Wasser und trinken Wein.
    Genauso trifft hier eine weitere Redewendung zu:
    wehe, wem die Macht gegeben…

    Statt eine gut hinterfragte Politik in diesem Fachbereich zu betreiben, werden wieder mal die eigenen Interessen und die der Großkopferten, schießgeilen und blutrünstigen Jäger durchgesetzt und noch schlimmer, LEGITIMIERT.
    So ist es ein Leichtes, ganz legal mal eben einen (bösen) Wolf zur Befriedigung der eigenen Trophäensucht und Mordlust zu töten.
    Wir hatten vor einigen Jahren einen Revierförster, der für sein Leben gern mindestens einmal im Jahr nach Afrika zur Großwildjagd gereist ist. Mein Mann hat ihn dann mal gefragt „warum“.
    Die Antwort des Fösters: Zitat – „na einer muß sie doch zur Strecke bringen“.
    Noch Fragen?
    Während der Amtszeit dieses Försters wurden mehrere Treibjagden im Jahr durchgeführt. Dazu kamen ganze Busse voll gut zahlenden großkopferten Trophäenjäger in unser Dorf gefahren. Ich habe mich damals unter die Umstehenden gemischt und gefragt, warum sie denn jagen. Die Antwort – es gäbe zuviel Wild, das müsse weg. Meine Frage zurück: und wenn jetzt jemand zu Ihnen sagen würde, „Sie sind zu viele auf der Welt“, sie müssten weg“, wie würden sie sich fühlen?
    Man hat mich fast gelyncht.
    Oh, diese „heilige“ Jägerschaft – wie kann es überhaupt jemand wagen, sie zu kritisieren und ihr Tun zu verurteilen!
    Solange der Mensch denkt, er könne Gott spielen und habe das Recht über Leben und Tod zu entscheiden, solange kann und wird sich NICHTS ändern, solange werden unschuldige Tiere einfach zum Tode verurteilt und getötet – sie können sich noch nicht einmal wehren, denn diese gefährlichen Jäger bedienen sich unfairer und hinterhältiger Jagdmethoden.
    Wie würde denn beispielsweise ein Kampf von Angesicht zu Angesicht OHNE Waffen zwischen Wolf und Mensch aussehen und ausgehen? Das wäre wenigstens fair für den Wolf, das Recht zu haben, sich verteidigen zu können!

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