Der kleine Wolf von Stora Karlsö – Ein prähistorisches Vorbild für moderne Koexistenz mit mutigen Jungwölfen

Eine neue Studie aus den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS), wirft ein faszinierendes Licht auf die prähistorischen Beziehungen zwischen Menschen und Wölfen. Auf der isolierten Insel Stora Karlsö in der Ostsee entdeckten Forscher Knochenreste zweier Grauwölfe aus der Stein- und Bronzezeit (ca. 5.000–3.000 Jahre alt), die auf enge Interaktionen mit Menschen hindeuten. Darunter die Reste eines klein gewachsenen Wolfes und eines behinderten Wolfes. Tiere, die während ihres Lebens wohl gefüttert wurden. Dieser Fund unterstreicht, dass Menschen bereits vor Tausenden von Jahren Wölfe nicht nur jagten, sondern sich um diese kümmerten und in ihrer Nähe hielten – möglicherweise für Jagdunterstützung, rituelle Zwecke oder als Haustiere. Heute sehen wir Parallelen in aktuellen Fällen weniger scheuer Jungwölfe, die Experten wie Günther Bloch als „Typ A“ klassifizieren: neugierige, mutige Individuen, die natürlicherweise weniger scheu sind und durch menschliche Einflüsse habituiert werden können. Wir vergleichen die Fälle Großhennersdorf, Drenthe und Jessen mit den Ergebnissen der Studie.

Die PNAS-Studie vom 24. November 2025 enthüllt nicht nur den kleinen Wolf von Stora Karlsö, sondern auch einen zweiten, adulten Wolf mit einer schweren Beinfraktur. Trotz dieser Verletzung, die die Jagdfähigkeit stark einschränkte, überlebte das Tier lange genug, um zu heilen – ein klares Indiz für menschliche Pflege. Isotop-Analysen zeigten eine marine Ernährung (Fisch und Robben), die ohne menschliche Hilfe unwahrscheinlich gewesen wäre. Genetisch als echter Grauwolf bestätigt, deutet dies auf Transport per Boot und langfristige Versorgung hin, möglicherweise in einer symbiotischen Beziehung. Die Forscher schließen, dass prähistorische Menschen Wölfe aktiv hielten, was etablierte Domestizierungstheorien erweitert.
Beispielfoto Jungwolf, © Brigitte Sommer

Aktuelle Fälle in Deutschland und den Niederlanden untermauern dies und zeigen, dass Habituation oft menschlich verursacht ist – ein modernes Echo der prähistorischen Haltung?

Der jüngste Fall aus Jessen (Sachsen-Anhalt) ist ein Paradebeispiel und untermauert die Studie aktuell: Ein junger Wolf (ca. 9 Monate) sucht gezielt menschliche Nähe – ohne Aggression, aber mit fehlender typischer Scheu. Laut BILD-Artikel vom 4. Januar 2026 tauchte das Tier an Weihnachten 2025 erstmals bei der Hundeschule Wolf auf: Es beschnupperte Haustür und Vorgarten, zeigte Interesse an einer Hündin und „flirtete“ durchs Gitter. Das Tier trägt ein Sendehalsband (vom LUPUS-Institut), das wohl nicht mehr funktioniert. Jenseits der Landesgrenze in Sachsen soll er mehrmals menschliche Nähe aufgesucht haben. Am 18. Dezember 2025 verfing sich der Wolf in einem Weidezaun und verletzte sich – Experten hofften, die negative Erfahrung würde Scheu fördern. Stattdessen kehrte der Welpe  zurück und zeigte weiterhin reduzierte Fluchtdistanz. Eine Lebendfalle scheiterte bisher. Dieser Wolf ist kein „Problemwolf“ im aggressiven Sinne – er testet Grenzen, wie Typ-A-Tiere es tun. Parallelen zur Studie sind frappierend: Der prähistorische verletzte Wolf überlebte durch Pflege; der heutige könnte durch frühere Nähe (oder Verletzung) habituiert sein. Beides deutet auf flexible Mensch-Wolf-Beziehungen hin, die schon in grauer Vorzeit begannen. 
In Großhennersdorf, Sachsen, spiegelt der Fall vom 22. November 2025 eine ähnliche Dynamik wider. Der 7-monatige Welpe, der habituiert wirkte (Nähe zu Menschen, Spielverhalten), wurde hart vergrämt. Wir berichteten hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2025/12/12/update-zum-grosshennersdorf-protest-unser-widerspruch-gegen-die-art-der-vergraemung-steht-trotz-mobbing-und-doppelmoral/
In einer Kiste, umgeben von 20 Personen mit Lärm und Stößen, dann freigelassen mit GPS-Sender. Bloch’s Typ-A-Beschreibung passt: Neugierig, nicht aggressiv. Es gibt Verdacht auf Fütterung als Ursache, was an die Pflege des verletzten Wolfs erinnert – vielleicht eine unbewusste „Haltung“ durch Menschen. Wir von Wolfsschutz-Deutschland e.V. kritisierten die Methode als überzogen und forderten eine tierschutzgerechte Vergrämung: Untersuchung von Fütterungsquellen, Vergrämung mit Fluchtmöglichkeiten und Bildung, um Konflikte zu vermeiden. Der Welpe überlebte, ähnlich wie der prähistorische Wolf, dank (oder trotz) menschlicher Intervention. Laut einer Anfrage von uns nach dem Umweltinformationsgesetz gab es nach nach der „Hard Release-Vergrämung“ bis Stand 23.12.2025, zwölf weitere „Ereignisse“, davon drei mit der Einschätzung „verlangt Aufmerksamkeit“. Wir sehen darin ein starkes Indiz, dass der Welpe in seiner Kiste tatsächlich nicht wahrnehmen konnte, wer ihn da verschrecken wollte und die Aktion nicht mit Menschen in Verbindung bringt. Wir sehen uns daher in unserem Protest bestätigt. Weiter klärte die UIG-Anfrage, dass der Welpen mit der Kennung MT-15, genetisch zum Rudel Großhennersdorf gehört, das aber in den offiziellen Daten gar nicht mehr auftauchte. Schon vergangenen Winter soll es einen Fall mit einem wenig scheuen Welpen gegeben haben. Wer immer sich da mit einem Wolf vertraut machen will, tut dem Tier keinen Gefallen damit, wenn sich ein Großteil der Gesellschaft von Politik und Medien in Angst vor Wölfen versetzen lässt. Vom 15. Dezember bis zum 19. Dezember 2025 wurde der Welpe MT-15 vier Mal mit einem Paintball-Gewehr beschossen. In den kommenden Wochen soll der Kleine weiter überwacht werden.
Ein weiteres markantes Beispiel ist der Fall in Drenthe, Niederlande. Am 11. Dezember 2025 wurde ein 7-monatiger Wolfswelpe im Nationaal Park Dwingelderveld gesichtet, der zwei Wanderern folgte und spielerisches Verhalten zeigte – er knabberte an Fersen und umkreiste Beine, typisch für Welpen, die Grenzen testen. Die Provinz Drenthe stuft dies als „zorgwekkend gedrag“ ein und plante Monitoring sowie mögliche Vergrämung mit Paintball oder Sedation. Bloch’s Typ-A-Klassifikation passt hier perfekt: Der Welpe wirkt neugierig, nicht aggressiv und es gibt keine Beweise für Angriffe. Dennoch könnte Habituation durch menschliche Interaktionen – vielleicht unbeabsichtigte Fütterung oder Nähe – eine Rolle spielen, was an die marine Diät des kleinen Wolfs von Stora Karlsö erinnert. Statt panischer Maßnahmen plädieren wir bei Wolfsschutz-Deutschland e.V. für humane Alternativen: Frühe, sanfte Vergrämung durch Rufe, Klatschen oder Steinwürfe, um natürliche Scheu zu fördern, ohne Stress zu erzeugen.

Zusammenfassung der Studie

KI-generiertes Bild, da die damalige Situation darstellen könnte.

Vor 3.000 bis 5.000 Jahren lebten Menschen auf einer winzig kleinen Insel in der Ostsee namens Stora Karlsö (nur 2,5 Quadratkilometer groß, weit weg vom Festland). Auf dieser Insel gab es von Natur aus gar keine großen Landsäugetiere – Wölfe konnten also unmöglich allein hinschwimmen oder übers Eis laufen. Trotzdem haben Forscher in einer Höhle dort Knochen von zwei echten Grauwölfen gefunden. Die Wissenschaftler haben die Knochen genau untersucht:

  • DNA-Analyse → Es waren 100 % wilde Grauwölfe, keine Hunde und auch keine Mischlinge.
  • Ernährung (durch chemische Tests an den Knochen) → Die Wölfe haben fast nur Fisch und Robbenfleisch gefressen – genau wie die Menschen dort, die Robben jagten und fischten. Normale, wilde Wölfe jagen lieber Rehe oder andere Tiere auf dem Land, also haben die Menschen die Wölfe wahrscheinlich mitgefüttert.
  • Knochenbau → Einer der Wölfe war ziemlich klein (wie bei Tieren, die lange in der Nähe von Menschen leben). Der andere hatte eine schwere Verletzung am Bein und konnte kaum laufen – trotzdem hat er lange überlebt. Ohne Hilfe von Menschen wäre das unmöglich gewesen.

Die Forscher sagen: Die Menschen haben die Wölfe mit dem Boot auf die Insel gebracht und dort lange Zeit mit ihnen zusammengelebt. Sie haben sie gefüttert, gepflegt und vielleicht sogar für die Jagd oder aus anderen Gründen bei sich gehabt – alles lange bevor es die ersten richtigen Haushunde gab. Das zeigt: Die Beziehung zwischen Menschen und Wölfen war schon vor Tausenden von Jahren viel enger und vielfältiger, als man früher dachte. Es ging also nicht nur ums Jagen oder Angst voreinander – manche Menschen haben Wölfe richtig gehalten und versorgt. Die Studie ist sehr spannend, weil sie zeigt, wie flexibel Menschen damals mit Wildtieren umgehen konnten und weil sie ein Schlaglicht auf den teilweise hysterischen Umgang mit Wölfen von heute legt. 

Unsere eigene wilde Seite

Spielende Wolfshunde. © Brigitte Sommer

 

Seit Tausenden von Jahren leben Menschen und Wölfe (oder ihre Nachkommen, die Hunde oder seit einigen Jahren auch Wolfshunde) Seite an Seite. Die ersten Wölfe, die sich den Menschen annäherten, wurden zu unseren treuesten Begleitern – und diese enge Verbindung hat Spuren hinterlassen, nicht nur in der Geschichte, sondern auch in den Genen. Manche Wissenschaftler vermuten, dass diese lange Co-Evolution eine Art genetisches Echo in uns hinterlassen hat. Wir teilen mit Wölfen (und Hunden) nicht nur ähnliche soziale Strukturen – Rudelzusammenhalt, starke Bindungen – sondern vielleicht auch tief sitzende Gefühle. Wölfe verkörpern für viele Freiheit, Stärke, Wildheit und Loyalität – Eigenschaften, die in unserer eigenen evolutionären Vergangenheit als Jäger und Sammler eine große Rolle spielten. Wenn jemand einen Wolf sieht und sofort eine tiefe Faszination oder Sehnsucht spürt, könnte das mehr sein als nur Romantik. Es könnte ein uraltes Wiedererkennen sein: Ein Stück gemeinsamer Ahnen-DNA, das in uns anspricht. Wie bei manchen Menschen, die sich zu Bergen oder dem Meer hingezogen fühlen, weil ihre Vorfahren dort überlebten – so könnte der Wolf in uns eine Erinnerung wecken an die Zeit, als wir noch enger mit der Wildnis verbunden waren. Natürlich ist das keine bewiesene Wissenschaft, sondern eine spannende Idee aus Evolution und Psychologie. Aber es erklärt vielleicht, warum Wölfe für so viele Menschen etwas Magisches haben: Sie erinnern uns an etwas, das tief in unserem Erbgut schlummert – an unsere eigene wilden Seite.

Quelle:

Die Studie wurde am 24. November 2025 in den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) veröffentlicht und trägt den Titel „Gray wolves in an anthropogenic context on a small island in prehistoric Scandinavia“.Vollständiger Link:
https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.2421759122
DOI: 10.1073/pnas.2421759122Autoren: Linus Girdland-Flink, Anders Bergström, Jan Storå, Erik Ersmark, Jan Apel, Maja Krzewińska, Love Dalén, Anders Götherström und Pontus Skoglund (Senior-Autor vom Francis Crick Institute).
Weitere Quellen:

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Update zum Großhennersdorf-Protest: Unser Widerspruch gegen die Art der Vergrämung steht – trotz Mobbing und Doppelmoral

Seit unserem Protest gegen die Hard-Release-Aktion als Vergrämungsmaßnahme des 7-monatigen Wolfswelpen aus dem Rudel Großhennersdorf (Oberlausitz) in Sachsen haben wir nicht nur Behördenkritik geübt, sondern auch die üblichen Wellen aus Mobbing und Gaslighting erlebt. Hier ein Update zu den Entwicklungen – basierend auf aktuellen Fakten. Wir fordern Transparenz statt Heimlichtuerei.

Rückblick: Was bisher geschah

Am 22. November 2025 wurde der Welpe in einer behördlichen Aktion des Landesamts für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) Sachsen und des LUPUS-Instituts eingefangen, mit einem GPS-Sender versehen und in einer brutalen „Hard-Release“-Methode freigelassen: Umzingelt von 20 Personen, Hunden, Hupen und mit spitzen Stangen traktiert, um eine „Scheu“ gegen Menschen zu erzeugen. Wie LUPUS-Mitarbeiter Gunnar S. in einem Statement vom 6. Dezember betonte, sei dies „bewusst so unkomfortabel wie möglich für das Tier“ – gewollt, um eine negative Erfahrung zu verankern, ohne Verletzungen. Der Welpe zeige habituiertes Verhalten: Er nähere sich Menschen auf „extrem nahe Distanzen“, mache Spielaufforderungen und sei „nur schwer zu verscheuchen“. Schell spricht vom „dritten Mal in drei Jahren“ aus demselben Rudel und vermutet Konditionierung durch Fütterung. Statt Ursachen zu klären, eskaliert man aber unserer Ansicht nach: Man warte derzeit auf die Genehmigung zur Vergrämung mit Paintball-Waffen; bei anhaltenden Auffälligkeiten drohe Abschuss als „letztes Mittel der Wahl“. Umsiedlung oder Gehege-Aufzucht? S. schließt das aus: „Nach Abschluss des 3. Lebensmonats würden Wölfe nicht mehr in Gehege verbracht“ und „Umsiedeln ließen sich Wölfe ohnehin nicht“. Zudem behauptet er: „Eltern sowie Geschwister lebten in diesem Gebiet“ – ein Widerspruch zu DBBW-Daten, die nur einen Welpen und eine verschollene Mutter (GW571f) bestätigen. Unser Widerspruch steht: Solche Methoden sind unverhältnismäßig und tierschutzrechtlich fragwürdig (§ 5 SächsWolfMVO), da bei einer Vergrämung immer ein Fluchtweg bleiben muss. Eine vorübergehende Unterbringung in einem Gehege mit Vergrämungsmaßnahmen, die dem Tier aber tatsächlich die Flucht in eine andere Ecke ermöglichen, wären unserer Ansicht nach aber durchaus möglich. Und im Gegensatz zur Kiste, wo das Tier die Menschen nicht einmal sehen konnte, wäre hier auch ein Sichtkontakt unzweifelhaft und unmissverständlich gegeben. 
Screenshot des Beitrages des LUPUS-Mitarbeiters.

Gaslighting und Mobbing als Reaktion

Zu unserem Widerspruch gegen die Vergrämung des 7-monatigen Wolfswelpen aus Großhennersdorf erreichen uns  wieder viele „freundliche“ Hinweise aus anderen Naturschutzverbänden: „Ihr schadet dem Wolf.“
„Ihr müsst endlich geschlossen hinter den anderen Vereinen stehen.“
„So verliert der Naturschutz seine Akzeptanz.“
„Kommt bitte wieder auf Linie.“
Mit Verlaub: Nein. Wenn „geschlossen hinter den anderen Vereinen stehen bedeutet, dass ein 7 Monate altes Tier mit Stöcken in einer dunklen Kiste traktiert werden darf, wo es seine künftigen Angstgegner nicht einmal sehen kann, dass drei Jahre lang auffällige Welpen aus demselben Rudel nie öffentlich kommuniziert wurden, dass eine Seniorin, die eine staatliche Aktion filmt, als unanständig dargestellt wird und dass niemand nach möglichen Fütterern sucht, sondern lieber das Jungtier büßen lässt, dann ist diese „Linie“ keine Naturschutzlinie, sondern eine Gehorsamslinie. Naturschutz lebt von Vielfalt, nicht von Gleichschaltung.
Karl Valentin soll gesagt haben:
„Wo alle das Gleiche denken, wird nicht viel gedacht.“
Genau deshalb gibt es verschiedene Verbände, Vereine und Stimmen, damit nicht nur eine Meinung übrig bleibt, die zufällig immer genau das sagt, was Behörden gerade hören wollen. Das LUPUS-Institut ist eine GbR (Reinhardt & Kluth), die seit 2006 im Auftrag des Senckenberg Museums für Naturkunde Görlitz (SMNG) für das LfULG arbeitet. Als Auftragnehmer ist es weisungsgebunden und kann sich kaum erlauben, einer Landesregierung oder einem Landrat zu widersprechen, der „Entnahme“ als ultima ratio im Raum stehen lässt. Genau deshalb braucht es unabhängige Vereine, die laut „Nein“ sagen, wenn Methoden über das Ziel hinausschießen,“ erklärten wir hier in unserem Artikel: https://wolfsschutz-deutschland.de/2025/12/07/sachsen-wolfsvergraemung-schiesst-weit-ueber-das-ziel-hinaus/
Hier ist auch das Video eingebaut, das sich jeder anschauen, und selbst eine Meinung bilden kann.
Auch vollkommen aus dem Ruder gelaufener Kommentar von Roma F., der Seitenbetreiberin von „Der Wolf soll bleiben“, die unsere vollkommen wertschätzende Kritik an der Aktion als „Hetze“ bezeichnete und im großen Umfang behauptete, dass wir gegen die Vergrämungsaktion selbst seien, was die Unwahrheit ist. (Screenshot)

Unser Widerspruch steht

Er ist rechtlich sauber, er ist tierschutzfachlich begründet und er ist notwendig, weil gerade niemand sonst in diesem Verfahren laut „Stopp!“ ruft. Wer das als „Schaden für den Wolf“ bezeichnet, hat vergessen, dass der eigentliche Schaden entsteht, wenn kritischer Naturschutz zum Schweigen gebracht wird. Wir schweigen nicht. Und wir lassen uns auch nicht „auf Linie“ bringen. Wir haben nichts gegen Vergrämung, doch diese Aktion ist über das Ziel hinaus geschossen. Wölfe greifen nur an, wenn sie keinen Fluchtraum mehr haben. Flucht ist ihre Lebensversicherung. Stillstand oder Angriff kann ein Todesurteil. bedeuten. Das ist Grundlagenwissen.
Was passiert aber bei einer sächsischen „Hard-Release“-Aktion wie aktuell in Großhennersdorf?  Ein 7 Monate alter Welpe wird nachts in eine engen Box eingesperrt, dann von zirka 20 kreischenden und lachenden Personen plus Hupen, plus spitzen Stangen traktiert und muss Schmerzen erleiden. Fluchtraum ist nicht vorhanden.
Das Tier hat exakt zwei Möglichkeiten: Panikstarre (Stillstand) oder verzweifelte Abwehr („Angriff“).
Beide Reaktionen könnten später als Beweis gewertet werten, dass der Welpe „nicht mehr scheu“ und „problematisch“ wäre, also Paintball-Vergrämung, wie beantragt und danach Abschuss.
Kurz: Die Behörde nimmt dem Tier zu lange bewusst die Flucht als Lebensversicherung weg. Das ist kein natürliches Offensiv-Defensiv-Verhalten.  Flucht muss immer möglich bleiben, bei einer artgerechten Vergrämung.

Aktuelle Entwicklungen: Der Protest wirkt, die Kritik wächst

In den letzten Tagen haben sich weitere Stimmen positioniert: Während der Freundeskreis freilebender Wölfe e.V. in einer Stellungnahme die Vorgehensweise des LUPUS-Instituts ausdrücklich lobt und die Mitarbeiter als „aufopferungsvoll“ und „rettend“ darstellt, fordern unabhängige Stimmen wie wir weiterhin sanfte Alternativen und Transparenz. Lokale Berichte (z. B. MDR) bestätigen anhaltende Sichtungen, aber keine Panik vor Ort. Der Paintball-Antrag steht aus, doch der Druck steigt – auch durch unsere weitere UIG-Anfrage ans LfULG: Wir fordern die Klärung der „drei Fälle in drei Jahren“, inklusive Protokolle, genetischer Nachweise und Ermittlungen zu möglichen Fütterern. Ss. Statement, das mit „krudesten Theorien sowohl von Tierschützern als auch Wolfsgegnern“ eine erforderliche Debatte abtut und die Video-Veröffentlichung durch eine Seniorin als „unabgesprochen“ und quasi unanständig darstellt, unterstreicht nur unsere Forderung: Unabhängige Beobachter bei künftigen Aktionen und volle Offenlegung.

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Sachsen: „Wolfsvergrämung“ schießt weit über das Ziel hinaus

Gestern hat der Freundeskreis freilebender Wölfe e.V. eine Stellungnahme veröffentlicht, in der er die derzeitigen Vergrämungsmaßnahmen am erst 7 Monate alten Welpen aus dem Rudel Großhennersdorf (Landkreis Görlitz) ausdrücklich lobt und die Mitarbeiter des LUPUS-Instituts als „aufopferungsvoll“ und „rettend“ feiert. Wir teilen das Ziel, diesen jungen Wolf am Leben zu erhalten – aber wir teilen weder die Bewertung der Methoden noch die Schlussfolgerung, dass genau diese Aktion der richtige Weg sei. Im Gegenteil: Wir halten sie für unverhältnismäßig, tierschutzrechtlich höchst fragwürdig und langfristig kontraproduktiv.

Was genau ist passiert?

Der Welpe wurde nachts in eine hölzerne Transportkiste gesperrt, die ihm kaum Sicht nach außen gewährte. Rund 20 Personen umstellten die Kiste, erzeugten massiven Lärm (Schreie, Hupen, Schlaginstrumente) und stachen wiederholt mit spitzen Gegenständen (vermutlich Stöcke oder Metallstangen) durch die Gitterstäbe in die Kiste hinein. Nach Öffnen der Tür wurde das flüchtende Tier von der Gruppe verfolgt.
Das alles geschah bei einem Welpen, der bis heute keinen einzigen Angriff auf Menschen begangen hat, sondern lediglich neugierig und spielerisch auftrat – Verhalten, das in einem auf Facebook kursierenden Video eines Jägers dokumentiert ist und das jedem gleichaltrigen Hundewelpen zur Ehre gereichen würde. Augenscheinlich hat der aufnehmende Jäger den Welpen selbst nicht verscheucht. Warum eigentlich nicht? Haben die Jäger ihn vielleicht sogar selbst angefüttert, um genau solche Bilder zu konstruieren? Unklar. Fakt ist aber, dass die Jäger Wölfe künftig bejagen wollen. Ist ihnen jedes Mittel dazu Recht, um einen Abschussfall zu konstruieren? 
Beispielfoto eines zirka 10 Monate alten Welpen, der genauso zum Spielen auffordert, wie der Welpe von Großhennersdorf.
Das, was da im Film der Vergrämung schockiert, ist keine „Vergrämung“ im rechtlichen Sinne – das ist Paniktraining mit unklarer Wirkung.
Die Sächsische Wolfsmanagementverordnung (§ 5 SächsWolfMVO) und das bundesweite Wolfsmanagement erlauben Vergrämung ausdrücklich nur mit „geeigneten Mitteln“, die „erforderlich und verhältnismäßig“ sein müssen. Sensorische Überflutung in einer dunklen Kiste, stochern und traktieren, evtl. sogar verletzen mit spitzen Gegenständen und eine anschließende Hetzjagd im Dunkeln erfüllen diese Kriterien nach unserer Auffassung nicht. Sie erzeugen keine gezielte negative Konditionierung („Mensch = unangenehm“), sondern blanke Panik und Todesangst – mit unkalkulierbaren Langzeitfolgen für ein Jungtier, dessen Gehirn sich noch in der Entwicklung befindet.
Hier ist das Video zu sehen: Auf üblichen Wolfshasserseiten in Facebook und anderen sozialen Netzwerken wurde behauptet, dass hier der nächste „gezüchtete“ Wolf praktisch per Kofferraum ausgesetzt werden würde. Dies ist natürlich kompletter Schwachsinn.
Ein Welpe ist kein „problematischer Wolf“ – er ist ein Kind ohne schlechte Erfahrungen. Dieser Rüde ist nicht einmal ein Jahr  alt. Er hat vermutlich seine Mutter (GW571f, seit Oktober 2024 nicht mehr geortet) und möglicherweise das gesamte Rudel verloren. Er hat keinerlei Erfahrung mit der „Lektion Mensch = Gefahr“ gesammelt – genau wie Pinguine in der Antarktis oder Robben, die noch nie einen Menschen gesehen haben. Neugier und Spielaufforderungen sind in diesem Alter biologisch normal. Sie mit Gewalt und Terror zu „therapieren“, statt ihm Zeit und sanfte Distanzierung zu gewähren, ist nicht nur tierschutzrechtlich höchst fragwürdig – es ist pädagogisch unsinnig.
Die Alternative war und ist möglich – und sie wäre human
Ein zweiter Lebendfang mit kontrollierter Aufpäppelung in einem Gehege wäre machbar gewesen. Dort hätte man Habituierungsursachen (z. B. illegale Anfütterung) klären und dem Tier in Ruhe beibringen können, dass Menschen langweilig und gefährlich, aber nicht interessant und auf keinen Fall Spielpartner sind. Stattdessen wurde eine „tierquälerische Lösung“ gewählt – vielleicht aus Angst vor öffentlichem Druck aus Richtung der Agrar- und Jagdlobby und aus Angst vor Landrat Dr. Stephan Meyer, der bereits erklärte, einen Abschuss „nicht auszuschließen“. Dieser Fall macht auch deutlich, wie hysterisch und der Natur entfremdet unsere Gesellschaft inzwischen geworden ist. Das Rotkäppchensyndrom sitzt tief. 
Das LUPUS-Institut ist eine GbR (Reinhardt & Kluth), die seit 2006 im Auftrag des Senckenberg Museums für Naturkunde Görlitz (SMNG) für das LfULG arbeitet. Als Auftragnehmer ist es weisungsgebunden und kann sich kaum erlauben, einer Landesregierung oder einem Landrat zu widersprechen, der „Entnahme“ als ultima ratio im Raum stehen lässt. Genau deshalb braucht es unabhängige Vereine, die laut „Nein“ sagen, wenn Methoden über das Ziel hinausschießen. Dieses „Nein“ sprechen wir heute aus.

Wir danken jedem Einzelnen, der sich für Wölfe einsetzt – auch den Kolleginnen und Kollegen vom Freundeskreis freilebender Wölfe. Aber Lob, wo wir tierschutzrechtlich und ethisch krasse Grenzüberschreitungen sehen, können und wollen wir nicht mittragen.

Dieser Welpe verdient Vernunft, keine Paniknacht in einer Holzkiste, wo er mit spitzen Gegenständen traktiert wurde. 
Er verdient Zeit, keine Hetzjagd.
Er verdient eine Chance auf Erfahrungen, keinen Vorwand für den nächsten Abschuss.

Wir haben eine Strafanzeige erwogen, aber nach Überlegung bewusst auf eine Strafanzeige gegen das LUPUS-Institut verzichtet, weil wir weder die engagierten Feldmitarbeiterinnen und -mitarbeiter kriminalisieren, noch weitere Energie in einen langwierigen Rechtsstreit stecken wollen, sondern unsere Kraft lieber in die öffentliche Aufklärung, öffentlichen Widerspruch und die Forderung nach wirklich tierschutzgerechten Alternativen investieren wollen.

Schutz statt Schuss – auch und gerade für Welpen!

Wir berichteten bereits hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2025/11/26/protest-gegen-drohende-entnahme-schutz-statt-schuss-fuer-wolfswelpe-aus-dem-rudel-grosshennersdorf/

Stelungnahme Freundeskreis frei lebender Wölfe e. V.: https://www.facebook.com/FreundeskreisWoelfe

Pressemitteilung zur Vergrämungsaktion: https://www.dbb-wolf.de/mehr/pressemitteilungen/details/sachsen-wolfswelpe-im-raum-grosshennersdorf-erfolgreich-besendert-und-wieder-freigelassen?fbclid=IwY2xjawOiF8BleHRuA2FlbQIxMABicmlkETBzNHhZN2oyZk5IdUM4TGZuc3J0YwZhcHBfaWQQMjIyMDM5MTc4ODIwMDg5MgABHnsPpG3puabBxnXBR_aaLVFO93O6vaoe_Y5gN-NZ5WWDKMzcgKqYFKf-44Mj_aem_wScU5KYw_5nNkCdVFSQ6HQ

 

Wer Wölfe wirklich schützen will, kann das nicht vom Sofa oder hinter dem Bildschirm erledigen. Man muss rausgehen – genau dorthin, wo die Wölfe leben. Nicht, um die Tiere zu stören, sondern um denen ins Handwerk zu pfuschen, die ihnen nach dem Leben trachten.
Vor Ort sein. Sehen, hören, spüren, was wirklich passiert. Kein Livestream, kein Satellitenbild und kein noch so emotionaler Post ersetzt das. Das geht nur mit Menschen, die fit sind, gerne wandern, die Natur lieben und bereit sind, Zeit und Energie zu investieren, um an unserem internen Wolfsmonitoring teilzunehmen.
Eigentlich könnten wir es längst schaffen: Für jedes Wolfsrudel in Deutschland echte Beschützer vor Ort zu haben – Menschen, die präsent sind, dokumentieren, eingreifen, wenn nötig, und einfach zeigen: Hier passen wir auf. Also: Runter vom Sofa, weg von der Tastatur, raus ins Revier.
Die Wölfe brauchen Euch im echten Leben.
Macht mit. Wir garantieren unseren Aktiven Anonymität und statten sie mit allem aus, was gebraucht wird: https://wolfsschutz-deutschland.de/mitglied-werden

Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

Doch wir Helfer brauchen auch Hilfe. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende. Auch mit einem Dauerauftrag von 5 Euro im Monat können wir viel Gutes tun und weiter für unsere Wölfe kämpfen. https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

Protest gegen drohende Entnahme: Schutz statt Schuss für Wolfswelpe aus dem Rudel Großhennersdorf!

In den vergangenen Tagen sorgen alarmierende Berichte aus dem südlichen Landkreis Görlitz in Sachsen für Besorgnis: Ein junger Wolfswelpe aus dem Rudel Großhennersdorf (GHD) verhalte sich ungewöhnlich zutraulich, nähere sich Menschen an und folge Spaziergängern scheinbar spielerisch, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Behörden, darunter das Sächsische Landesamt für Umwelt Landwirtschaft und Geologie (LfULG) und das Landratsamt Görlitz, haben Vergrämungsmaßnahmen gestartet – von Senderhalsbändern bis hin zu Abschreckung. Ist der Abschuss in Wirklichkeit schon geplant? Wir von Wolfsschutz-Deutschland e.V. sehen darin einen gefährlichen Präzedenzfall und fordern: Kein Abschuss! Dieser Welpe verdient Schutz und Unterstützung, nicht den Tod!

Im südlichen Landkreis Görlitz zwischen Herrnhut, Oberseifersdorf und Schlegel hätte es Begegnungen mit Menschen gegeben.

Beispielfoto Wolfswelpen.

Der Welpe nähere sich Menschen auf kurze Distanz, sei neugierig, folge Spaziergängern über weite Strecken und zeige dabei Spielaufforderungen, indem er kleine Sprünge mache oder Gegenstände ins Maul nehmen würde. Ein aggressives Verhalten gegenüber Menschen sei bislang laut LFULG nicht beobachtet worden. Dennoch sei das gezeigte Verhalten für einen in freier Wildbahn aufgewachsenen Wolf sehr ungewöhnlich.

Die Ursache des auffälligen Verhaltens des jungen Wolfes sei noch nicht geklärt. Es wird vermutet, dass der Welpe positive Erfahrungen mit Menschen gemacht haben könnte. Die instinktive Vorsicht von Wölfen gegenüber Menschen könne verloren gehen, wenn die Tiere zum Beispiel über längere Zeit gezielt angefüttert werden oder in menschlicher Nähe Futterquellen wie Kompost, Schlachtabfälle oder Katzenfutter finden. Auch ein spielerisches Anlocken kann gerade bei Welpen ein Interesse wecken und die Fluchtdistanz verringern. Eine daraus resultierende Gewöhnung (Habituierung) könne zu einem problematischen Verhalten führen, auf das von den Naturschutzbehörden nun im Rahmen des Wolfsmanagements reagiert werde.

Die fragile Situation im Rudel Großhennersdorf: Verwaist oder nur vorübergehend allein?

Das Rudel GHD, seit 2018 in Sachsen, kämpft derzeit mit Herausforderungen. Nach den neuesten Monitoring-Daten der Dokumentations- und Beratungsstelle zum Thema Wolf (DBBWolf.de) wurde im laufenden Jahr (2025) lediglich ein Welpe nachgewiesen – der betroffene männliche Jungwolf, der nun ca. 6–8 Monate alt ist. Im Vorjahr (2024) war die erfahrene Fähe GW571f (geboren 2015 im Rudel Königshainer Berge) Mutter eines Welpen, wobei der Vater unbekannt blieb. Ihre letzte dokumentierte Sichtung datiert auf den Oktober 2024 – seitdem fehlt jeder Nachweis von ihr oder einem potenziellen Vater-Tier.
Es ist durchaus möglich, dass der Welpe nicht vollständig verwaist ist: Wölfe können auch vor Ort sein, ohne sofort erfasst zu werden. Dennoch wirft das Fehlen der Eltern ernste Fragen auf – ist der Welpe orientierungslos und sucht instinktiv Kontakt, weil er sich ohne seine Eltern nicht versorgen kann?  Ohne Rudelhilfe lernen Welpen in diesem Alter nicht richtig zu jagen. Sein „zutrauliches“ Verhalten könnte daher schlicht ein Hilferuf sein: Hunger, Orientierungslosigkeit, die Suche nach Nahrung und Schutz.
Welpen, die in diesem Jahr geboren wurden, können sich noch nicht alleine versorgen.

Illegale Gefahren lauern: Wolfsgruben an der Grenze

Besonders erschreckend sind Hinweise von Insidern, dass im sächsisch-polnischen Grenzgebiet wieder Wolfsgruben gebaut werden würden – tiefe, mit Ködern versehene Fallen, in denen Wölfe qualvoll verenden. Wurden die Eltern des Welpen illegal umgebracht? 

Landrat Dr. Stephan Meyer und die Muster der Eskalation

Landrat Dr. Stephan Meyer sagte zu Antenne Sachsen: Man muss erst mal versuchen, angemessenes Tierverhalten wieder herzustellen. Das (Vergrämen) ist jetzt der erste Schritt und sollte sich zeigen, dass sich das auswirkt, also Menschen künftig meidet, wenn das nicht der Fall ist, schließe ich auch einen Abschuss nicht aus.“ 
Landrat Dr. Stephan Meyer (Görlitz) kennt solche Fälle nur zu gut: Im Januar 2024 traf er sich mit Landwirten zu den „kletternden Wölfen“ im KHB-Revier und erteilte eine Abschussgenehmigung, die scheiterte – weil die Zäune nicht hoch genug waren. Er „tönte“ von „schnellem und entschiedenem Reagieren“, um „Akzeptanz zu wahren“, und plädierte für weniger Bürokratie bei Entnahmen. Wir berichteten hier über eine geheim gehaltene Abschussverfügung auf das Rudel Königshainer Berge: https://wolfsschutz-deutschland.de/2024/11/22/sachsen-schiessgenehmigung-auf-die-wolfsdynastie-koenigshainer-berge-abgelaufen/
Das LFULG hat uns von Wolfsschutz-Deutschland e. V. heute bestätigt, dass die Fachstelle Wolf die Zulassungsvoraussetzung gemäß § 5 Absatz 1 Sächsische Wolfsmanagementverordnung erteilt hat. Von der Ausnahme nach Absatz 1 könne nur die untere Naturschutzbehörde (in diesem Fall das Landratsamt Görlitz) Gebrauch machen.
Wir haben nun eine Anfrage nach dem Umweltinformationsgesetz an das Landratsamt gestellt und nachgefragt, ob es bereits eine Abschussgenehmigung gibt. 

Der Welpe wurde bereits einmal lebend eingefangen und besendert. Ein zweiter Fang zur Untersuchung und ggf. Aufpäppelung wäre ohne Weiteres möglich und wäre echte Humanität statt Tierquälerei durch Gummigeschosse und Knallkörper oder gar Abschuss.

Quellen:

https://www.antennesachsen.de/beitrag/letzte-chance-fuer-zutraulichen-wolf-bei-zittau-884670/?fbclid=IwY2xjawOT0rJleHRuA2FlbQIxMQBzcnRjBmFwcF9pZBAyMjIwMzkxNzg4MjAwODkyAAEeMEjB9_07AOSpWVib7zYbJWr82IBuvUAPj8uLyn5MdNKGpBawp_VwSOTSor8_aem_qTMxpGJVos9WJhgUmEcBWA

https://www.medienservice.sachsen.de/medien/news/1092581?fbclid=IwY2xjawOTwvBleHRuA2FlbQIxMQBzcnRjBmFwcF9pZBAyMjIwMzkxNzg4MjAwODkyAAEe5-XUJQOYnUhyWm3uzet3_3hy8_PBvFVinOBFdU94Vst20rWrUZtJGyb9IZw_aem_75pyPYJKA9SLaQAzsC0onQ

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