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Mecklenburg-Vorpommern: Elf Schafe gerissen – kein Grundschutz vorhanden

Am Sonntag (7.10.2018) ereignete sich im Bereich des Drewitzer Sees im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte ein Rissvorfall, schreibt das Umweltministerium von Mecklenburg-Vorpommern in einer Pressemeldung von heute.  Dabei sollen insgesamt 11 Schafe getötet worden sein. Nach der Rissbegutachtung sei ein Wolf als Verursacher des Nutztierrisses wahrscheinlich. Zur weiteren Untersuchung des Befundes würden Genetikproben entnommen heißt es weiter. Der Grundschutz sei allerdings nicht eingehalten gewesen.

Der Grundschutz der Herde war in diesem Fall nicht gewährleistet

HINTERGRUND:

Für Mecklenburg-Vorpommern sind aktuell 2 Wolfsrudel nachgewiesen, deren Kernlebensraum vollständig im Land liegt, und zwar in der Ueckermünder Heide und in der Kalißer Heide. Ein drittes Rudel hat sich in der Retzow-Jännerstorfer Heide im Grenzbereich zwischen MV und Brandenburg etabliert. Das dem Land Brandenburg zuzuordnende Rudel der Kyritz-Ruppiner Heide erstreckt seinen Aktionsbereich teilweise auf M-V. Das Löcknitzer Rudel lebt offenbar grenzübergreifend zwischen MV und Polen.

Außerdem sind für Mecklenburg-Vorpommern je ein Wolfspaar in Jasnitz und in der Nossentiner Heide sowie ein residenter Einzelwolf im Müritz-Nationalpark nachgewiesen.

Verschiedene Wolfssichtungen, u.a. im Müritz-Nationalpark und im Billenhäger Forst, werden gegenwärtig überprüft. Das Vorkommen von weiteren residenten Wölfen kann gegenwärtig noch nicht bestätigt werden.

Seit Jahresbeginn 2018 gab es in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt 12 Übergriffe auf Nutztiere, die durch einen Wolf verursacht wurden bzw. bei denen ein Wolf als Verursacher nicht ausgeschlossen werden konnte. Dabei wurden 56 Tiere getötet und 23 Tiere verletzt.

Wer schützt wird unterstützt

Um den Mindestanforderungen des Grundschutzes für Nutztiere zu entsprechen, müssen die Zäune allseitig geschlossen sein. Die Mindesthöhe beträgt dabei für stromführende Zäune 90 Zentimeter. Empfohlen werden allerdings über den Grundschutz hinausgehende höhere Zäunungen, die auch gefördert werden können. Außerdem muss der Abstand zum Boden sowie auch der Abstand zwischen Einzelelementen (wie z.B. den stromführenden Litzen) weniger als 20 Zentimeter betragen.

Ansprechpartner für Förderungen von Präventionsmaßnahmen nach der Förderrichtlinie Wolf sind die jeweiligen Staatlichen Ämter für Landwirtschaft und Umwelt oder die örtlich zuständigen Großschutzgebietsverwaltungen.

Informationen zu Schadensfällen nimmt das Wolfsmanagement MV unter der Schadenshotline 0170-765 88 87 entgegen. Weitere Informationen unter https://www.lung.mv-regierung.de/insite/cms/umwelt/natur/artenschutz/as_wolf.htm

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7 Gedanken zu „Mecklenburg-Vorpommern: Elf Schafe gerissen – kein Grundschutz vorhanden

  1. Mich packt immer wieder die Wut wenn ich höre, dass Tierhalter den Schutz ihrer Tiere in verantwortungsloser Art und Weise vernachlässigen. Dabei wird das sogar noch aus Steuermitteln gefördert. Sie diese Leute zu faul was zu machen? Wer nicht ein Mindestmaß an Verantwortungsbewußtsein aufbringt, dem sollte die Haltung von Tieren untersagt werden.

  2. Warum schützen diese Schafhalter ihre Tiere nicht? Denen ist es doch letztendlich egal, bei Tötungen durch den Wolf bekommen sie Geld, bei Abgabe an den Schlachter auch! Also Hauptsache Geld. Mir kann keiner weismachen, dass er an seinen “ Nutztieren ( welch schreckliches Wort )“ hängt. Diese Tiere werden aller Rechte beraubt und man benutzt sie zum menschlichen Nutzen. Ich würde eine Pflicht zum Schutz dieser Tiere einführen, bei Nichteinhaltung Ordnungsstrafen. Den Wölfen und anderen Beutegreifern die Wälder lassen und alles wäre gut. Aber in diesem korrupten Staat beherrscht von Lobbyisten ist das schwierig, also müssen viele Menschen Mut haben und für unsere Tiere kämpfen.

    1. Hallo,
      der Schäfer hat riesige Flächen zur Landschaftspflege im Naturpark zu bearbeiten.
      Schon vom Arbeitsaufwand scheint ein umfassender Schutz unmöglich, da der Standort auch oft gewechselt wird und große Uferflächen im Vogelschutzgebiet umfasst.

      Bei meinen letzten Besuchen im Naturpark habe ich schon zur Kenntnis genommen, das die Herde abends zusammengetrieben und mit einem Zaun geschützt wird.
      Tags über ist das wohl kaum möglich.
      Da ist mit Rufen zur Pflicht keinem Geholfen. Der Betrieb wird doch aufrecht erhalten, weil es sich um eine sehr traditionsreiche Schäferei handelt.
      Die Anschuldigung von Faru Spors laufen völlig ins leere, da hier keine Fleischverwertung stattfindet.
      Wenn die Arbeit eingestellt wird, wird die Heidelandschaft nicht mehr großflächig zu halten sein und die Vogelwelt keine offenen Fächen mehr finden, die nicht bewirtschaftet werden. Und im dünnbesiedelten Mecklenburg sind weder mehr Häde zu finden, noch stehen Schäfer schlange , die diese riesigen Flächen bewirtschaften können.
      So hoffe ich, das der Naturpark ein Konzept entwickeln kann, die Schäden gering zu halten.
      Der Wolf ist im Naturpark willkommen.

      1. Die Tiere waren angeblich trächtig. So habe ich es gelesen. Wenn dort die Schafe nicht als Nutztiere gelten, warum bekommen die dann Winterlämmer. 5 Monate ist ein Schaf trächtig. Wintertiere sind meist zu schwach. Ich weiß jetzt natürlich nicht wie weit die Tiere trächtig waren. Aber es wurden schon mehr Lämmer im Winter von Tierschützern vom Eis gekratzt.

      2. Es ist schon richtig, dass diei Schäfer eine wichtige Aufgabe in der Landschaftspflege übernehmen. Dennoch sollte man das nicht idealisieren. Wie überall geht es ums Geschäft, was ja in Grenzen nicht verwerflich ist. Wir alle machen das tagtäglich beim einkaufen. Ausserdem wird die Schäferei von der EU und der BRD massiv mit Fördermitteln unterstützt, ebenso der Schutz der Tiere.
        Selbstverständlich findet die Fleischverwertung statt!! Kein Schäfer könnte überleben, wenn der das Fleisch nicht verkaufen würde. Für die Wolle gibts heute fast nichts mehr. Also: nicht alles so schönreden! Wir mögen jedenfalls unseren Schäfer und freuen und jedesmal wenn wir aus dem Haus kommen und sehen die Schäfle auf der Wiese gegenüber. (die übrigens immer mit einem Elektrozaun gesichert ist, obwohl es hier keine Wölfe gibt.

  3. Viele Schäfer jammern den Regierungen vor, dass sie wegen Wolfsrissen die Schäferei aufgeben müssen. Das jedoch stimmt nicht, denn ich weiß genau, dass ein Schäfer sehr wenig für ein Schaf beim Verkauf bekommt. Ist man jedoch so infam und schützt seine Tiere nicht richtig, dann ist es willkommen, wenn einige gerissen werden. Immerhin bekommen die Schaf Halter z.B. für Risse in Niedersachsen bis zu 15.000 Eu im Jahr ersetzt. Das ist ein lohnendes Geschäft und man schreit weiter, dass der Wolf an allem Schuld sei. Eine moralisch verkommene und verlogene Gesellschaft, der es egal ist, ob dabei unschuldige, chancenlose Mitgeschöpfe wie Wölfe, dabei getötet werden. Na und – würde unsere Kanzlerin sagen – „Es sind ja NUR Tiere“!!!! Von der Vielfalt des Öko Systems und den Vorteilen für die Natur, die der Wolf mit sich bringt, wird erst gar nicht gesprochen, weil unsere Umwelt es scheinbar nicht nötig hat. Ich habe gerade eine Dokumentation über die Heimkehr der Wölfe im Yellowston National Park in den USA gesehen. In toten, trockenen Landschaften sind im Laufe weniger Jahre allein durch die Anwesenheit der Wölfe ,ohne Zutun des Menschen riesige Grünflächen und Baum Bestände entstanden, wie ein Wunder. Die Ranger sind hoch erfreut über die Wandlung der Natur und das, was der Wolf in der Natur bewirkt hat. Sie zeigen sich ganz stolz über die Anwesenheit der Wölfe. Video bei YouTube zu sehen. „Die Rückkehr der Wölfe. Das Wunder im Yellowston National Park“. Warum bremsen einige Landes Regierungen diesen sich bietenden Fortschritt, in dem sie immer wieder bekannt geben, Wölfe töten zu lassen? Einfach unbegreiflich!

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