Luxemburg verlängert Fuchsjagdverbot – wir fordern dies auch für Deutschland!

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Luxemburg verlängert Fuchsjagdverbot erneut – Jagdbann ist ein Erfolgsmodell

Der Luxemburgische Regierungsrat hat das im Jahr 2015 eingeführte Verbot der Fuchsjagd soeben um ein weiteres Jahr verlängert. Die Schonung der Füchse ist ein Erfolgsmodell: Die Fuchsbestände sind stabil; die von Jägern im Vorfeld des Jagdverbots prognostizierte „Bestandsexplosion“ ist ausgeblieben. Eine Studie zeigt nun, dass die Schonung des Fuchses auch das Risiko für den Menschen reduziert, am Fuchsbandwurm zu erkranken. Das Aktionsbündnis Fuchs, eine Initiative von mehr als 40 deutschen Tier- und Naturschutzorganisationen, der auch Wolfsschutz Deutschland angehört, fordert die Bundesregierung auf, dem Beispiel Luxemburgs zu folgen.

Das Luxemburgische Umweltministerium hatte die Fuchsjagd 2015 verboten, weil man keinen vernünftigen Grund für die Tötung mehrerer tausend Füchse im Jahr sah. Jagdverbände hatten dagegen immer wieder vor ausufernden Fuchsbeständen durch das Jagdverbot gewarnt. Zudem versuchten sie wiederholt, die Angst vor dem Fuchsbandwurm zu instrumentalisieren, um das Reglement zu kippen.

Jagdbann reduziert Infektionsrisiko mit Fuchsbandwurm

Allerdings gibt es bis heute keinerlei Anzeichen für höhere Fuchsbestände. Eine im November 2017 in Frankreich veröffentlichte Studie zeigt darüber hinaus, dass Bejagung das Infektionsrisiko mit dem Fuchsbandwurm sogar erhöht: Während die Infektionsrate der Füchse infolge starker Bejagung von 40 Prozent auf 55 bis 75 Prozent stieg, blieb sie in einem jagdfreien Kontrollgebiet konstant. Franck Boué, einer der Autoren der vielbeachteten Untersuchung, stellt die Ergebnisse in einem Vortrag am 29.1.2018 in Luxemburg-Stadt vor.

Fuchsbestände bedürfen keiner „Regulierung“ durch den Menschen

Immer wieder zeigen sowohl Studien als auch Praxiserfahrungen in den verschiedensten Gebieten, dass Füchse keiner „Regulierung“ bedürfen. Steigen die Verluste etwa durch die Jagd, führt das zu höheren Geburtenraten und stärkerer Einwanderung aus benachbarten Gebieten, wodurch die Verluste schnell wieder ausgeglichen werden. Andererseits zeigen Erfahrungen aus jagdfreien Gebieten, dass dort weniger Fuchswelpen geboren werden und eine Massenvermehrung ausbleibt. „Geburtenkontrolle statt Massenelend“, kommentierte dies einst der Biologe Erik Zimen.

Verbot der Fuchsjagd: Richtungsweisend für ganz Europa

Das Fuchsjagdverbot in Luxemburg ist richtungsweisend für ganz Europa: Gegen der massiven Druck einer einflussreichen Lobby wurde auf Basis nachprüfbarer wissenschaftlicher Fakten die richtige Entscheidung getroffen. „Es wird höchste Zeit, dass auch politische Entscheidungsträger in Deutschland aufhören, sich den Interessen der Jagdlobby zu beugen“, so Lovis Kauertz, Mitinitiator des Aktionsbündnisses Fuchs. „Das Beispiel Luxemburgs zeigt, dass ein Verbot der Fuchsjagd nicht nur den oftmals qualvollen Tod tausender Füchse verhindert, sondern für Bürger, Tier- und Naturschutz durchweg ein Erfolgsmodell ist.“

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Aktionsbündnis Fuchs: Über 40 Organisationen prangern grausame Fuchswochen an

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Aktionsbündnis Fuchs fordert Einstellung der Fuchsjagd

Das Aktionsbündnis Fuchs ist ein stetig wachsender Zusammenschluss aus derzeit mehr als 40 Tier- und Naturschutzorganisationen, dem auch Wolfsschutz Deutschland angehört. Es setzt sich dafür ein, dass die Fuchsbejagung bundesweit beendet wird. „Es wird höchste Zeit, dass diesen sinnlosen Grausamkeiten Einhalt geboten und die Gesetzgebung dem wissenschaftlichen Erkenntnisstand angepasst wird“, erläutert Dag Frommhold, einer der Initiatoren des Bündnisses. „Luxemburg hat dies im Frühjahr 2015 getan, mit ausnehmend positiven Ergebnissen.“

Im Januar und Februar haben Füchse noch mehr als sonst unter Nachstellungen zu leiden: Ausgerechnet zur Paarungszeit werden sie im Rahmen sogenannter Fuchswochen vielerorts besonders rücksichtslos verfolgt. Mehr als vierzig Organisationen und Initiativen aus dem Natur- und Tierschutzbereich fordern, Luxemburgs Vorbild zu folgen und die ebenso grausame wie sinnlose Fuchsjagd einzustellen.

Fuchswochen sind mehrere Jagdreviere übergreifende Veranstaltungen, bei denen mit allen zur Verfügung stehenden Jagdmethoden Hatz auf Füchse gemacht wird. Am Ende einer solchen Tötungsaktion liegen bisweilen mehrere Dutzend Füchse „auf der Strecke“ – viele von ihnen schlimm zugerichtet, mit zerschossenen Kiefern und Läufen oder heraushängenden Eingeweiden.

Qualvoller Tod ganzer Fuchsfamilien

Diese intensive Bejagung erfolgt gerade in einer Zeit, in der Wildtiere eigentlich mit ihrer Energie haushalten müssen. Bei Füchsen spielt darüber hinaus der Fuchsvater eine wichtige Rolle bei der Versorgung von Füchsin und Welpen im Frühjahr – wird dieser nach erfolgter Paarung beispielsweise im Rahmen der Fuchswochen getötet, führt dies nicht selten später zum qualvollen Tod der gesamten Familie.

Fuchsjagd: Grausam und sinnlos

Etwa eine halbe Million Füchse werden in Deutschland Jahr für Jahr von Jägern getötet, wobei auch besonders grausame und in anderen Ländern bereits verbotene Praktiken wie die Baujagd, die Jagd mit Totschlagfallen oder die Abrichtung von Jagdhunden an lebenden Füchsen zum Einsatz kommen. Anders als von Jagdverbänden behauptet, kann von einer „Notwendigkeit“ der Fuchsjagd keine Rede sein: Studien zeigen ebenso wie Erfahrungen aus fuchsjagdfreien Gebieten unmissverständlich, dass Fuchspopulationen sich ohne menschliches Zutun regulieren. Verluste durch die Jagd werden dagegen durch steigende Geburtenraten und Zuwanderung schnell ausgeglichen.

 

 

 

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Wolfsschutz Deutschland unterstützt das Aktionsbündnis Fuchs

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Der Rotfuchs gehört in Deutschland zu den wenigen Wildtierarten, die meist ganzjährig bejagt werden – ohne, dass es für diese intensive Verfolgung einen stichhaltigen Grund gäbe.

Organisationen aus ganz Deutschland haben sich daher einer gemeinsamen Erklärung angeschlossen, in der sie die Abschaffung der Fuchsjagd fordern. Etwa eine halbe Million Füchse werden in Deutschland jedes Jahr getötet. Bei der Jagd kommen auch besonders grausame Jagdarten wie die Bau- oder die Fallenjagd zum Einsatz. Anders als vom Deutschen Jagdverband (DJV) und seinen Landesverbänden behauptet, kann von einer wie auch immer gearteten Notwendigkeit, Füchse zu jagen, keine Rede sein.

Unser Nachbarland Luxemburg ist dieser Argumentation bereits 2015 gefolgt. Seitdem wird dort der Fuchs ganzjährig geschont. Von einer im Vorfeld von Jagdorganisationen heraufbeschworenen zügellosen Vermehrung der Füchse gibt es keine Spur. Entsprechend hat weder die Anzahl von Hasen oder Fasanen abgenommen noch sind Probleme mit Wildtierkrankheiten aufgetreten. 

Um der Forderung nach einer Einstellung der Fuchsjagd auch hierzulande weiteren Nachdruck zu verleihen, unterstützen Organisationen aus ganz Deutschland eine gemeinsame Erklärung des Aktionsbündnisses Fuchs. Auch Wolfsschutz Deutschland beteiligt sich daran. Mehr unter http://www.aktionsbuendnis-fuchs.de

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