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Wolfsschutz Deutschland e.V. zeigt sich entsetzt über die Schonzeitaufhebung für Füchse und Waschbären in Hessen

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Sinnloses Töten unter dem Deckmantel des Artenschutzes

Fuchs

Seit Füchsen und anderen Prädatoren im Rahmen der Novellierung der Hessischen Jagdverordnung 2015/16 wenigstens kurze Schonzeiten gewährt werden, bemüht sich die Jägerschaft mit aggressiver Öffentlichkeitsarbeit darum, diese Tiere wieder ganzjährig töten zu dürfen. Zusätzlich werden die aktuellen gesetzlichen Schonzeiten auf dreiste Weise umgangen. Natur- und Tierschützer kritisieren die sinnlose Hatz auf Fuchs und Co. und fordern sinnvolle Maßnahmen zum Schutz bedrohter Arten statt der brutalen Auslöschung ganzer Beutegreiferbestände.

Die Einführung von Schonzeiten für Füchse und Waschbären in Hessen war im Hinblick auf den Tierschutz lange überfällig. Die Schonzeit schützt während der Jungenaufzuchtszeit beispielsweise Jungfüchse davor, von Jägern mithilfe spezieller Jungfuchsfallen gefangen und durch Erschießen, Erschlagen oder den Jagdhund bereits als tapsige Welpen am Bau getötet zu werden. Die Bejagung erwachsener Füchse zur dieser Zeit würde praktisch unvermeidbar auch zur Tötung von Elterntieren und damit zu einem grausamen Hungertod von Jungtieren führen. Gemessen an der Streuung der realen Geburtstermine und der Zeit bis zur Selbständigkeit der Jungtiere müssten die aktuellen Schonzeiten jedoch noch deutlich ausgeweitet werden, um Fuchs und Waschbär ein Mindestmaß an Tierschutz zu gewähren. Das Aktionsbündnis Fuchs, eine Initiative von über 60 deutschen Natur- und Tierschutzorganisationen, der auch Wolfsschutz Deutschland e. V. angehört, fordert die ganzjährige Schonung des Rotfuchses und beruft sich dabei auf einen umfassenden Katalog wissenschaftlicher Quellen, die die vermeintliche „Notwendigkeit“ der Fuchsjagd widerlegen.

Schonzeitaufhebung – wie gesetzliche Schonzeiten durch Ausnahmeregelungen umgangen werden
Ungeachtet dessen fordern Jäger mit regelrechten Hetzkampagnen gegen Fuchs und Waschbär vehement die Rückkehr zur schonungslosen, ganzjährigen Bejagung. Bereits im Jagdjahr 2016/17 hatte das Hessische Umweltministerium auf Drängen der Jäger diese Schonzeiten in 40 Jagdrevieren in der Wetterau aufgehoben. Jäger gaben später bekannt, dass sie während dieser Zeit nahezu den kompletten Zuwachs an Jungfüchsen getötet haben. Dennoch wurden die gesetzlichen Schonzeiten Ende Mai 2018 erneut, diesmal in 89 Revieren im Rebhuhnhegering Wetterau, aufgehoben.

Waschbärjunge 

Begründung der Schonzeitaufhebung ist haltlos
Angeblich diene diese Ausnahmegenehmigung dem Schutz des Feldhamsters. Eine vermeintliche Störung des biologischen Gleichgewichtes durch Fuchs und Waschbär konnte allerdings nicht belegt werden, sondern basiert lediglich auf Mutmaßungen. Auch das als Begründung angeführte Feldhamster-Artengutachten erwähnt das Erfordernis einer „jagdlichen Regulierung“ von Beutegreifern mit keinem Wort. Stattdessen wird dort auf Maßnahmen zur Biotopverbesserung vor allem durch die Landwirte gesetzt, um den wirklichen Ursachen des Artensterbens entgegenzuwirken. Die lokal sehr hohen Abschusszahlen, die während der Schonzeitaufhebung 2017 erreicht wurden, sind auch kein Beweis für eine hohe Populationsdichte der Beutegreifer. Vielmehr dürften die von den Jägern während der Schonzeit leergeschossenen Fuchsreviere immer wieder andere Füchse aus umliegenden Revieren angelockt haben. So könnte sich der Prädationsdruck in den besagten Revieren tatsächlich erst aufgrund der Bejagung durch Zuwanderung erhöht haben – ein Teufelskreis, der die Jägerschaft – absurderweise – immer höhere Abschusszahlen fordern lässt.

Natur- und Tierschützer fordern Ende der schonungslosen Jagd
Nicht nur der Rebhuhnhegering Wetterau hat im vermeintlichen Artenschutz ein Hintertürchen gefunden, um die Schonzeiten für die unter Jägern oft regelrecht verhassten und mit Freude getöteten Beutegreifer umgehen zu können. Auch in der Hessischen Rhön wurden die gesetzlichen Schonzeiten aufgehoben. Doch es geht hierbei keineswegs um wirksamen Artenschutz, sondern vielmehr darum, die möglichst intensive und schonungslose Bejagung von Fuchs und Waschbär als vermeintlich sinnvoll oder gar notwendig darzustellen und so die Abschussinteressen der Jägerschaft durchzusetzen. Als Mitglied des Aktionsbündnisses Fuchs kritisiert auch Wolfsschutz Deutschland e. V.  die Aufhebung von Schonzeiten für Beutegreifer massiv und fordert stattdessen eine ganzjährige Schonung des Fuchses. Rote-Liste-Arten wie der Feldhamster müssen nachhaltig und wirkungsvoll geschützt werden und dürfen nicht von Jagdbefürwortern instrumentalisiert werden, um eine rücksichtlose Bejagung von Beutegreifern zu legalisieren.

 

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Kontakt:

Aktionsbündnis Fuchs, c/o Lovis Kauertz, Am Goldberg 5, 55435 Gau-Algesheim, aktionsbuendnis@fuechse.org ,  T. 0177 7230086

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8 Gedanken zu „Wolfsschutz Deutschland e.V. zeigt sich entsetzt über die Schonzeitaufhebung für Füchse und Waschbären in Hessen

  1. und dann die immer wieder gleiche Leier der Jägerschaft, der Fuchs müsse wegen des brandgefährlichen Fuchsbandwurms geschossen werden. Das soll eine Angst in der Bevölkerung schüren, damit weiter getötet werden darf. Wenn man dann einmal recherchiert wie viele Todesfälle es jedes Jahr in D gibt, habe ich keinen gefunden.
    „Ein Sechser im Lotto ist wahrscheinlicher, als sich durch den Verzehr von Waldbeeren mit dem Fuchsbandwurm zu infizieren“, so Professor Klaus Brehm, Biologe am Institut für Hygiene und Mikrobiologie der Universität Würzburg. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt das Robert-Koch-Institut.“
    Aber die Jägerschaft nutzt diese unbegründete Angst, um Füchse weiter massiv zu bejagen.

  2. Phantastisch, ich bin begeistert von dieser dummen & hirnlosen Menschheit 2018.

    Die nicht steuerbare Schwarm Intelligenz wird aktiviert & das ist gefährlich und mörderisch gleicher Maßen.

    Ob es nun der Wolf, der Hund oder der Wäschbär ist Hauptsache töten.

    Meine Wohnung liegt am Landschaftsschutzgebiet mit direktem Zugang in die Felder.

    Bei den Spaziergängen mit meinem Hund wie krank die Menschheit ist :0( .

    Hundebesitzer, die völlig überfordert sind &
    eigentlich keinen Hund führen sollten.
    Hundebesitzer, die Ihre Hunde ins Unterholz schicken obwohl nicht gestattet ist wegen Fuchs und Hasenbauten, Jungtiere bei den Greifvögeln und Nachwuchs bei den Erdlern.
    Hundebesitzer, die stolz auf Ihre Welpe sind, da dieser nun eine Jagdausbildung absolviert. Welpe heißt: 11 Monate # Jagdhund Kurzhaar# 22 kg # Rûde # extrem muskulös # voll angespannt # unsozial im Spiel mit Artgenossen #.

    Diese Hunde werden bei Jagd geführt, welche Chance hat eine Fehe mit Jungtieren oder ein Feldhase mit Nachwuchs oder ein Fasan mit Gelege.

    Gott sei Dank wird hier nicht gejagt, aber trotzdem ist der Mensch auch hier das schlimmste Raubtier.

    # Hört endlich auf oder wollt ihr das wir zu Grunde gehen # < 3

    1. Der Mensch ist das grösste Raubtier und MONSTER auf diesem herrlichen Planeten. Wann lernt er, MIT der Natur zu leben und nicht GEGEN sie????? Ich denke, er lernt es wohl nie, denn er möchte ja so gerne MORDEN!!!!! Und morden ist es, wenn er wehrlosen Tieren nachstellt, sie ermordet und dann noch prahlt….. Was hat dder Wolf den Menschen im Osen getan????? NICHTS!!!!! …und doch wird er dort am meisten ermordet…..

  3. Was diese Jägerschaft mit ihrer alten Irrlehre mit ihren Komplizen und Kumpanen aus Politik und Wirtschaft, unterstützt von der Waffenlobby zu Wege bringen, ist einfach nur noch abartig und pervers!
    Im Jahre 2017 gab es in Deutschland zwischen ca. 20 – 30 Jagdunfälle und Tötungsdelikte durch sog. Grünröcke mit dem „grünen Abitur“, gegen Ehefrauen, Jagdkollegen, Nachbarn und Autofahrer sowie gegen Haustiere!
    Im Jahre 2016 waren es ca. 50 Vorfälle!
    Das sind alles nur bekannte Fälle! Die Dunkelziffer liegt sicherlich viel höher!
    Solange dieser Filz zwischen der Politik, Behörden und der Jägerschaft weiterhin im gleichen Maße existiert, werden noch viele Menschen und Tiere zu Schaden kommen!
    Es wird höchste Zeit, daß hier endlich gehandelt wird!
    Politiker hört endlich auf mit euren populistischen Äußerungen gegen Tierschützer, Wölfe, Füchse und Co und geht endlich an die Arbeit!

  4. Völlig richtig, es gibt auch genug HUndebesitzer, die verantwortungslos handeln. Ich lasse meinen Hund auch im Wald frei laufen, aber auf dem Weg. Irgendwelche Bauten aufstöbern, anderen Tieren nachstellen oder sie aufzuspüren erlaube ich nicht. Habe aber auch das Glück, dass er da nicht scharf drauf ist. Kürzlich standen er und ein junges Reh sich gegenüber am Waldrand. Das Reh war so verängstigt und er sass da und halt zurückgeschaut. Nie würde ich erlauben, dass er es jagt oder ihm was antut. Dafür sorgen schon die Jäger mit Treibjagden….
    Viele Menschen sind einfach mit einem Hund überfordert und beschäftigen sich zu wenig mit ihm.

  5. Gestern ist bei Nittenau/Regensburg ein Beifahrer im Auto von einem Projektil getroffen und getötet worden. zu der Zeit fand in Nittenau eine Jagd statt. Idowa.de: „Schon am Sonntag war in gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen von einem möglichen Jagdunfall die Rede. Sollte sich das bestätigen, ist wohl von einem äußerst tragischen Unglück auszugehen.“ Diese Leute sind einfach schiesswütig und achten viel zu wenig darauf wen sie treffen oder treffen könnten. Generell gehört die Jagd in Deutschland komplett reformiert und in die Hände von Förstern zu geben und nicht von Hobbyjägern.
    Allein zum Spass eine Jagd zu veranstalten. Macht das Spass????

  6. Wenn unsere Regierung mit ihren „Volksvertretern“ den Trend des Tötens, vorwiegend von Raub Tieren, nicht endlich per Gesetz stoppt und Wild Hüter ausbilden lässt, wird unser Öko System Fauna völlig zerstört. Auch die Tatsache, dass die Jägerschaft erhebliche finanzielle Zuschüsse für ihre Art, „Naturschutz“ zu betreiben bekommt, ist nicht länger tragbar. Immerhin sind es unsere Steuergelder, die die Grünröcke kassieren und womit letztendlich die grauenvollen Tier Quälereien und Tötungen mit finanziert werden. Dagegen wehre ich mich vehement! Es kann und darf nicht sein, dass sowohl die Jäger, als auch die Waffen Lobby die Gesetzeslage so durch drückt, wie sie es haben wollen und unsere Ministerien vor ihnen in die Knie gehen! Auch hier muss man wieder fest stellen, dass die Lobbyisten sehr gute Arbeit leisten, denn nur dann, wenn sie fachlich besser sind, als das jeweilige Ministerium, behalten sie die Oberhand. Es soll ja schon Fälle gegeben haben, wo Gesetzesvorlagen der Lobby vom Ministerium eins zu eins umgesetzt wurden. Auf alle Fälle schaut man mit großer Besorgnis nach NRW, denn seit die CDU mit Laschet ( CDU )dort regiert, wird der Tierschutz mit Füßen getreten und vorhandene Gesetze/Vorschriften rückgängig gemacht. Nun hat die Jägerschaft Zuwachs bekommen, denn Christian Lindner (FDP) hat seinen Horizont erweitert, in dem er den Jagd Schein bestanden hat. Gratulation, welche Errungenschaft hilflose Mitgeschöpfe aus dem Hinterhalt töten zu dürfen! Wie ignorant, abgestumpft müssen Menschen sein, die chancenlosen Mitgeschöpfe aus Spaß und Freude töten, den „Kick“ benötigen, um sich stärker zu fühlen und den Tieren nicht mal eine Jagd Pause gönnen, sondern ihnen erbarmungslos das ganze Jahr nachstellen und brutal und hinterlistig töten! Für diese Art, Naturschutz zu betreiben, wie Jäger es tun, muss man sich fremd schämen!

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