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Faktencheck: MDR-Bericht Wolfsangriffe in der Oberlausitz – Kein Strom auf dem Zaun und Anbindehaltung

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Am fünften September machte der MDR groß mit einem TV-Beitrag auf, in dem zwei Hobbyschäfer aus Sachsen im Bereich des Rosenthaler Rudels zu Wort kamen. Dieser Bericht ist inzwischen nicht mehr in der Mediathek. Er hatte jedoch zwischenzeitlich für sehr viel „schlechte Presse“ für das Rosenthaler Rudel –  http://www.change.org/woelfe – und die umliegenden Rudel gesorgt. Eine Lobby aus Schäfern, die ihre Tiere anscheinend einfach nicht schützen wollen und einem Landrat, der selber Hobbyschafhalter ist, versucht schon seit mehreren Jahren zu erreichen, dass dieses Rudel abgeschossen wird. Leider ist uns der MDR inzwischen für seine tendenziöse Berichterstattung bekannt.

Gefälligkeitsjournalismus für die Politik?

Im Beitrag trauerte ein Hobbyschäfer darüber, dass schon wieder seine geliebten Schafe grausam vom Wolf getötet worden seien und der Wolf nun endlich abgeschossen werden solle. Kein Wort im Beitrag darüber, dass die Schafe in Anbindehaltung, also an einem Pflock gehalten worden sind. Diese Art der Schafhaltung ist längst nicht mehr zeitgemäß und sie wirft auch tierschutzrechtliche Fragen auf. In einem Wolfsgebiet ist eine solche Haltung einfach nur als Anfütterung zu bezeichnen.

Hobbyschäferin Sch. beklagte sich schon mehrmals über Wolfsrisse. Einmal waren wir auch schon bei ihr vor Ort. Sogar mit Ankündigung. Zum Termin hatte sie sich Verstärkung geholt. Ein Abgeordneter der CDU sowie Schäfer J., ein guter Bekannter von Landrat Harig, waren ebenfalls zum Termin dort. Unser beauftragter Fotograf durfte Bilder machen. Den Strom hat er allerdings nicht nachgemessen. Was uns nun dazu veranlasst hat, noch einmal in das Gebiet zu fahren. Dieses Mal ohne Ankündigung. Schäferin Sch. hatte sich darüber beklagt, dass ihre Schafe ständig ausreissen würden. Natürlich sei der Wolf daran Schuld. Nun, jeder Schäfer weiß, dass Schafe ganz von selbst ausbrechen, wenn kein Strom auf den Zäunen ist. Genau dieses Situation fanden wir nun dort auf dem Deich vor. Werfen hier bestimmte Hobbyschäfer ihre angeblich doch so geliebten Tiere lieber absichtlich den Wölfen zum Fraß vor, statt sie zu schützen? Nur um mit Gruselgeschichten in den Medien aufzutreten und in tendenziösen Berichten Abschüsse zu fordern? Dabei erhalten auch Hobbyschäfer Entschädigungen vom Land Sachsen. Ein solches Verhalten schadet zudem den Schäfern, die ihre Tiere vorbildlich schützen.

Es geht auch ganz anders!

 

Dass es nur wenige Kilometer entfernt ganz anders geht, zeigen diese Bilder. Hier sind die Schafe mit Hilfe von Herdenschutzhunden geschützt.

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Faktencheck Sachsen – Rosenthaler Rudel: Problemzäune, nicht Problemwölfe

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Dass der richtige Schutz von Weidetieren wirkt, sieht man an Niedersachsen. Dort ist die Zahl der Wölfe gestiegen, die Risszahlen jedoch stagnieren. Schäfer und andere Weidetierhalter sind den Angriffen von Wölfen also keineswegs hilflos ausgeliefert. In vielen Bundesländern gibt es zu dem Fördergelder für sichere Zäune und teilweise sogar für Herdenschutzhunde. Zudem beraten viele Zaunbaufirmen ihre Kunden auch und es gibt einen Zusammenschluss von Ehrenamtlichen, die mit beim Zaunbau helfen. Bei so viel Unterstützung sollte es doch kein Problem sein, die Tiere zu schützen, oder? Nicht so in Sachsen. Hier gibt es noch Vielerorts sogar noch die so genannte Anbindehaltung, bei der ein Schaf oder eine Ziege, ähnlich wie es früher bei Kettenhunden zu sehen war, einfach an einem Seil im Gelände angepflockt wird. Dass nur 27 Mal von 64 gemeldeten Vorfällen überhaupt der der Wolf in diesem Jahr als Verursacher festgestellt werden konnte, wundert nicht. Siehe auch Rissstatistik https://www.wolf-sachsen.de/images/Schadensstatistik/Schadensstatistik_2018_Stand_20180817.pdf  So machen wolfsfreie Zonen, wie sie immer wieder gefordert werden, auch überhaupt keinen Sinn. Siehe auch unsere Petition für das Rosenthaler Rudel http://www.change.org/woelfe

Kein Strom auf dem Festzaun. Dazu ist das Flatterband nicht zwanzig Zentimeter über dem Zaun, sondern direkt darauf angebracht. Das Grad ist nicht gemäht. Es kann dadurch eine Unterbrechung des Stroms passieren.
Kein Strom auf dem Flatterband.

Oft brechen Weidetiere auch von alleine aus. Kein Wunder, wenn kein Strom auf den Zäunen ist. Nach einem Interview mit der Vereinsvorsitzenden Brigitte Sommer zur Lage der illegalen Wolfstötungen in Sachsen, kam auch das Thema Risse zur Sprache. https://www.sz-online.de/nachrichten/10000-euro-fuer-hinweise-3981487.html  Kurze Zeit später veröffentlichte die SZ eine Seite voller erboster Leserbriefe. Tenor: Frechheit wie sich jemand aus Hessen dort einmischen will. Man wolle die Wölfe alleine regeln. Nun, alleine regeln, das wird nicht funktionieren, denn es gibt Gesetze. Fakt ist, dass der Wolf EU-weit zu den am strengsten geschützten Wildtieren gehört. Entsprechende Verträge hat auch Deutschland unterzeichnet und auch Sachsen muss ich an Gesetze halten. Im Interview in der SZ ist von „Anfüttern“ von Wölfen die Rede. Anders kann der Zustand von vielen Zäunen dort auch noch immer nicht beschrieben werden. Hier einige Beispiele aus dem Gebiet des Rosenthaler Rudels in Sachsen.

Windschiefe Reparatur, durch den Zwischenraum unter der Holzvorrichtung können Hunde, Füchse und Wölfe durch. Kein Strom.
Normaler Wildzaun, völlig ohne Strom und ohne Untergrabschutz
Keine Beschattungsmöglichkeit für die Schafe.
Gras ist nicht gemäht, dadurch Gefahr von Stromunterbrechung.
Gras nicht gemäht.

Und so sehen richtig aufgestellte Zäune aus: Hier ein so genannter Standardzaun in einer Höhe von 90 Zentimetern, der auf jeden Fall so mehr Schutz bietet, als ein wolfssicherer Zaun, der zwar  eine Höhe von 1,20 hat aber keinen Strom aufweist. Diese Schafe finden Schatten und etwas zum Trinken. Diesen Zaun haben wir nicht in Sachsen aufgenommen.

Am Boden ist das Gras gemäht und der Zaun liegt flach auf dem Boden auf.
Dieser Schäfer hat den Bodenbereich des Zaunes gemäht, damit die Stromversorgung nicht durch Gras unterbrochen wird.

Unten ist ein Festzaun aus dem Kernbereich des Rosenthaler Rudels in Sachsen zu sehen. Auch hier ist das Gras gemäht und der Zaun führt Strom. Zusätzlich werden die Schafe abends in den Stall gebracht.

Hier ein wolfssicherer Zaun, der leicht aufzubauen ist. Am Boden helfen spezielle Verankerungen.

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Jahresrückblick von Wolfsschutz-Deutschland

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Eine Abordnung von Wolfsschutz-Deutschland überreiche im Bayerischen Umweltministerium unsere Petition gegen den Abschuss der aus dem Naturpark Bayerischer Wald ausgebrochenen Gehegewölfe.

Liebe Wolfsschützerinnen und Wolfsschützer,

das Jahr geht zu Ende und wir blicken zurück auf zwölf Monate, in denen wir von Wolfsschutz-Deutschland  mit aller Kraft für die Wölfe in Deutschland gekämpft haben. Es war für uns ein erfolgreiches Jahr, in dem wir mit unserer  Arbeit und dem Engagement tausender von Menschen, die unsere Petitionen unterschrieben haben, viel erreicht haben.  Dafür wollen wir allen, die dazu beigetragen haben, dass der Schutzstatus des Wolfes in Deutschland nicht aufgehebelt wurde, ganz herzlich danken!

Was mit unserer Petition gegen den Abschuss von Wolf Pumpak begann, die weit über 125 000 Menschen unterzeichnet haben, setzte sich fort in der Gründung von Wolfsschutz-Deutschland. Auf Grund unserer Aktionen und der kontinuierlichen Öffentlichkeitsarbeit konnten wir in diesem Jahr viel erreichen.

Erfolgreiche Petitionen

Auch im kommenden Jahr werden wir uns nicht davor scheuen, bei unserem Kampf für die Wölfe mit großen Naturschutzverbänden anzuecken, die bereit sind, auch Wölfe zu töten, wenn die Politik es fordert. Wir von Wolfsschutz-Deutschland treten für den wirklichen Schutz der Wölfe ein, das bedeutet auch weiterhin, dass wir unsere Stimme gegen jede Abschussverfügung gegen Wölfe erheben werden und dies auch – wenn notwendig – mit Klagen zu verhindern suchen. Wie wirksam es sein kann, für eine Sache zu kämpfen, das zeigen unsere Petitionen, die bundesweit in den Medien Beachtung fanden. Wir haben durch unsere Petition „Tötet nicht die entlaufenen Wölfe! Jede Minute zählt!“ erreicht, dass die beiden letzten entlaufenen Wölfe des Wolfsgeheges im Naturschutzpark Bayerischer Wald nicht erschossen wurden. Die Petition haben wir persönlich im Bayerischen Umweltministerium in München überbracht und unsere Meinung dort kund getan. In kürzester Zeit hatten fast 30 000 Menschen diese Petition unterschrieben.

Ein Etappenziel haben wir auch in Sachsen erreicht. Über 44.000 Menschen haben die Petition für das Rosenthaler Wolfsrudel unterschrieben, das nach dem Willen des Bautzener Landrats Harig erschossen werden sollte. Mit einem Eilantrag hatte unsere Dachorga, die Grüne Liga Sachsen, dies verhindert.  Zugleich haben Mitglieder von uns vor Ort in Rosenthal Nachtwachen gehalten, damit ein Wolf aus dem Rudel nicht erschossen wird. Auch dafür gilt unser herzlicher Dank an alle, die dort mitgeholfen haben!

Wir denken nicht egoistisch, wir unterstützen alle, die sich wirklich dem Schutz der Wölfe in Deutschland widmen. So auch Jan Olsson, der sich mit aller Kraft in Niedersachen für das Leben der Goldenstedter Rudels einsetzt (www.w-i-s-z-v.de) Unsere Petition gegen den Abschuss des CUX-Land Rudels in Niedersachsen hat bisher knapp 66.000 Unterschriften vorzuweisen.

Auch beim Kampf gegen den Abschuss der sechs Wolfmischlingswelpen in Thüringen haben wir geholfen und Laura Pastoors bei ihrer Petition unterstützt. Dadurch wurde erreicht, dass die Wolfsmischlinge nicht abgeschossen, sondern eingefangen werden.

Ganz herzlich wollen wir uns auch bei Sebastian Michel, Gregor und all den anderen Mitarbeitern bei http://www.change.org   bedanken, die uns bei unseren Petitionen sehr unterstützt haben! Denken Sie beim Spenden bitte daran, dass auch change.org ein Verein ist und auf finanzielle Unterstützung angewiesen ist.

Beschwerde beim Deutschten Presserat wegen Bild-Artikel

Erschreckt hat uns, dass die meisten Medien nur negativ über den Wolf schreiben und sich nicht um eine Recherche bemühen, sondern ohne zu hinterfragen einfach Aussagen von Leuten veröffentlichen, die nicht der Wahrheit entsprechen. Schon aus Fotos, die irgendein Bauer vom Traktor aus geschossen hat, werden reißerische Artikel kreiert, die völlig ohne einen Zusammenhang gedruckt, oder im Internet verbreitet werden.  Allen voran die Bild-Zeitung. Aufgrund eines reißerischen Artikels haben wir den Deutschen Presserat eingeschaltet.  Der Artikel mit der Überschrift „WEIL SIE MENSCHEN BEDROHEN- Minister will Wölfe zum Abschuss freigeben“ hetzte gegen die Wölfe und war voller Unwahrheiten.  Die Entscheidung darüber, ob die Bild-Zeitung vom Deutschen Presserat gerügt wird, steht noch aus.

Mitglieder von uns waren immer wieder in Niedersachsen und in Sachsen unterwegs, um nachzusehen, wie die Nutztiere vor einem Zugriff der Wöfe geschützt sind. In vielen Fällen mussten sie feststellen, dass die Schafe, Ziegen und Kälber entweder gar nicht, oder nicht ausreichend gesichert waren. Oft fehlen Stromzäune, es existiert kein Unterbodenschutz oder die Zäune entsprechen nicht der geforderten Höhe.  All das haben wir auf unserer Webseite dokumentiert (siehe auch hier www.wolfsschutz-deutschland.de/2017/12/12/kalb-to-go-in-niedersachsen/.

Zudem haben wir zahlreiche Anzeigen erstattet, so auch gegen den Bautzener Landrat Harig, der einen Wolf des Rosenthaler Rudels einfach abschießen wollte, dieses Vorhaben aber nach einem Eilantrag der Grünen Liga zurückgezogen hat. Auch gegen Wolfshasser sind wir vorgegangen und haben sie angezeigt. So unter anderem gegen Wendelin Schmücker, Sprecher der Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände, der gegenüber einer Zeitung geäußert hatte „Wolfsmanagement funktioniert nur mit dem Gewehr“. Anzeigen gegen Anonym erstellten wir auch bei den erschossen aufgefundenen Wölfen unter anderem in Brandenburg, Baden-Württemberg und in Sachsen. 

Fast täglich spürten wir Fakenews auf. Beiträge über Menschen und Hunde, die angeblich von Wölfen gebissen wurden, entpuppten sich als nicht wahr, wurden aber in den Medien breit getreten.

Wie unsere Einschätzung aus dem Frühsommer bestätigte, gab es laut BfN (Bundesamt für Naturschutz) auch in diesem Jahr keine rasante Vermehrung und keinen günstigen Erhaltungszustand der Wölfe. Zitat: „Die Zahl der 60 von den Bundesländern bestätigten Rudel des aktuellen Monitoringjahres 2016/2017 in Deutschland ist im Vergleich zum vorherigen um 13 gestiegen. Allerdings ist die Zahl der Wolfspaare im selben Zeitraum von 21 auf 13 und die Zahl der sesshaften Einzelwölfe ist von vier auf drei gesunken. Die meisten Tiere leben heute in Brandenburg und in Sachsen, wo im Jahr 2000 erstmals nach der Ausrottung der Art in Deutschland vor 150 Jahren ein Wolfspaar aus Polen zugewandert ist.
„Für den Naturschutz sind diese Zahlen zwar erfreulich, jedoch weist die Art noch immer eine insgesamt ungünstige Erhaltungssituation auf“, sagt BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel. Vor allem der Straßenverkehr gefährdet demnach den Wolf in seinem Bestand; daneben stellen illegale Abschüsse ein erhebliches Problem dar. Von den in Deutschland seit dem Jahr 2000 insgesamt 201 tot aufgefundenen Wölfen sind 140 durch den Straßenverkehr ums Leben gekommen und 26 illegal getötet worden. Im Vergleich zum Monitoringjahr 2015/2016 ist die Zahl der illegalen Tötungen von zwei auf fünf angestiegen. (hier geht es zur Pressemitteilung des BfN).

(aus Versehen hatte ich in der ersten Version leider die falschen Zahlen eingefügt, sorry! )

 Die Hysterie, die von Medien,  Politikern, vor allem auch von Lobbyisten wie Jägern und Nutztierhaltern betrieben wird,  ist unserer Meinung nach nicht nachvollziehbar. 

Ernüchternd war unsere Anfrage an die Bundestagsfraktionen anlässlich der Bundestagswahlen zum Thema Wolf. Die Grünen/Bündnis 90 und die Partei Die Linke hat uns gar nicht geantwortet, FDP und CDU/CSU haben sich dazu bekannt, Wölfe evtl. abzuschießen. Die SPD stellte sich zwar hinter den Wolf und bestätigt, dass der Wolf unter Artenschutz stehe, doch wer sich die Politik in den einzelnen Bundesländern ansieht, der erkennt, dass auch die SPD den Abschuss von Wölfen befürwortet.

Wir brauchen auch im nächsten Jahre Ihre Unterstützung

Wolfsschutz-Deutschland steht aber nicht nur zum Schutz der Wölfe. Wir setzen uns für alle Tiere ein, die bejagt und erschossen werden sollen. So unterstützen wir das Aktionsbündnis Fuchs. Der Rotfuchs gehört in Deutschland zu den wenigen Wildtierarten, die meist ganzjährig bejagt werden – ohne, dass es für diese intensive Verfolgung einen stichhaltigen Grund gäbe. Auch dieser Irrsinn muss unserer Meinung nach ein Ende haben!

Auch im kommenden Jahr wird es wieder viel für uns zu tun geben.  Wir werden wachsam sein, alles dafür tun, dass die Wölfe bei uns in Frieden leben können. Dazu brauchen wir weiterhin Ihre Unterstützung. Unsere Bitte: Helfen Sie uns, dem Wolf in Deutschland wieder ein friedliches Zuhause zu geben!

Allen Wolfsfreunden wünschen wir ein gutes, friedliches und erfolgreiches neues Jahr!

V. Vogel

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Liegt es am mangelnden Willen der Hobbytierhalter? Wir haben uns die Rissstatistik des Rosenthaler Rudels mal genauer angesehen

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Viele Hobbytierhalter im Gebiet des Rosenthaler Rudels in Sachsen beschweren sich immer wieder, dass es unmöglich sei, die Tiere richtig vor dem Wolf zu schützen, und dass man einfach das Geld nicht hätte. Dieser Hobbyhalter, dessen Zaun wir hier fotografiert haben, hält seine Schafe inmitten des Kerngebietes des Rosenthaler Rudels. Uns hat er erzählt, dass er noch nie einen Riss gehabt hätte. Er hat seinen Festzaun mit ordentlich Strom verstärkt. Er mäht die Wiese rund um den Zaun, damit das Gras keinen Kurzschluss verursacht und er stellt seine Schafe nachts in den Stall. Es geht also sogar auch ohne Herdenschutzhund und hohe Kosten.

Nun zur Rissstatistik:

Risse 2013-2017:  

Folgendes Fazit: 204 tote Schafe, 58 Fälle

davon

2017:  9 Vorfälle, davon 2x ungeschützt (4 tote Schafe), 7x geschützt, 2 x Herde ausgebrochen (16 tote Schafe)

2016: 11 Vorfälle, davon 2x ungeschützt (10), 1x Herde ausgebrochen (3)

2015: 16 Vorfälle, davon 4 x ungeschützt (7), 3x Herde ausgebrochen (21)

2014: 18 Vorfälle, davon 7x ungeschützt (12), 7x Herde ausgebrochen (17)

2013: 4 Vorfälle, davon 1 x ungeschützt (3), 1x Herde ausgebrochen (1)

In der Aufstellung gibt es 51 Schafe, wo der Wolf als Verursacher nicht auszuschließen ist

Wegen Ausbruch aus dem Zaun sind 58 Schafe (also rund 28 %) dem Wolf wohl ins Maul gelaufen.

36 Schafe (rund 18%) waren ungeschützt.

Die Hauptaktivitätszeit der Wölfe/Schafe liegt zwischen dem 15. August und dem 15. November mit Hauptpräferenz auf die Zeit vom August bis Oktober eines jeden Jahres

           

 

April  MaiJuni   Juli  August SeptemberOktoberNovemberDezember
2017252
201612251
201511131
20143154221
20131111
Summe der Vorfälle32220151141

   

Aus dieser Risstabelle kann folgendes abgeleitet werden.

1. Die Hauptgefährdungszeit liegt von August bis Oktober eines jeden Jahres. Hier gilt es also besonders auf die Schafe aufzupassen. Eigentlich müssten dies die Schäfer auch schon längst selbst festgestellt haben. 

2. Die vielen Durchbrüche der Schafe aus ihrer Umzäunung ist nicht dem Wolf anzulasten. Ein Zaun, der von Innen nach Außen von Weidetieren durchbrochen wird, ist nicht ausbruchssicher und somit auch nicht wolfssicher. Ein Ausbruch von Weidetieren kann auch darauf hinweisen, dass zu viele Tiere auf zu geringer Fläche gehalten werden, so dass die Fluchtdistanz unterschritten wird.

Hier noch ein Artikel dazu. Angeblich soll das Rosenthaler Rudel schon wieder vier Tiere gerissen haben. Wir hatten auch diesen angeblich sicheren Zaun kontrolliert. Was soll ein professioneller Aufbau, wenn am Ende kein Strom darauf ist. http://www.sz-online.de/nachrichten/mindestens-16-woelfe-in-der-oberlausitz-geboren-3822181.html

Unsere Dachorganisation, die GRÜNE LIGA Sachsen, hat die Abschussverfügung auf einen Wolf aus dem Rosenthaler Rudel gestoppt. Bitte dennoch weiter die Petition unterzeichnen und weiterleiten: http://www.change.org/woelfe

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Wir haben erfolgreich gekämpft: Rosenthaler Wolf darf weiterleben!

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Ein weiterer Schritt zur Rettung des Rosenthaler Wolfs ist geschafft. Das Dresdner Verwaltungsgericht entscheidet nun weiter. Das Landratsamt Bautzen hat sich unserem Eilantrag gefügt. Es darf weiterhin kein Wolf aus Rosenthal geschossen werden.

Zitat„Auf die Wölfe des Rosenthaler Rudels dürfen keine Jäger angesetzt werden, solange Widerspruchsverfahren und ggf. anschließendes Klageverfahren der Grünen Liga laufen. Der durch die kurze Befristung der Genehmigung bis zum 30. November 2017 an- zunehmende gewollte schnelle Abschuss ist abgewendet.“ Siehe auch Presseinfo unseres Anwalts.

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Schreiben des SMUL zum Abschussentscheid in Sachsen – Wir widersprechen

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Wir wissen nicht, was den Umweltminister geritten hat, dieses Schreiben zu verteilen. Hat er zu lange an mittelalterlich anmutenden Mahnfeuern gesessen und sich Fantasien hingegeben, um ganz ähnlich wie der Sheriff von Nottingham in Robin Hood, eine Politik zu fahren, die das Rechtsempfinden eines jeden rechtschaffenen Bürger ad absurdum führt? Unter anderem wird dort aufgeführt, dass die Wölfe des Rosenthalter Rudels gelernt hätten, ordnungsgemäße Zäune zu überwinden. Märchenhaft vor dem Hintergrund unserer eigenen Recherchen vor Ort. Wir fanden lediglich einen Schäfer vor, der ordnungsgemäß schützt und laut seiner Angabe noch nie einen Riss hatte. Zudem ist nicht begreiflich welche Lösung der Abschuss eines Wolfes aus dem Rudel darstellen soll.

Desweiteren wird angegeben, dass die DBB-Wolf sowie anscheinend auch LUPUS der Abschussentscheidung zugestimmt hätten. Diese Institutionen erhalten ihre Aufträge vom Landkreis, bzw. vom Bund. Sie sind dadurch wohl mutmaßlich nicht in der Lage neutral zu entscheiden.

Doch lesen Sie selbst:

 

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Verein Wolfsschutz-Deutschland will Abschuss des Rosenthaler Rudels mit allen Mitteln verhindern

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  1. September 2017

„Unfassbar und unakzeptabel“, so die Pressesprecherin des Vereins „Wolfsschutz-Deutschland“, Brigitte Sommer, sei der erneute Versuch des Bautzener Landrats Michael Harig (CDU), den Abschuss des Rosenthaler Wolfsrudels zu erreichen. Wie in den Medien berichtet, bezieht sich Harig dabei auf gerissene Schafe des Schäfers J. Mitglieder des Vereins „Wolfsschutz-Deutschland“ hatten bereits im vergangenen Jahr vor Ort festgestellt, dass er seine Tiere überhaupt nicht richtig geschützt waren.

Um den geplanten Abschuss zu verhindern, hat der Verein „Wolfsschutz-Deutschland“ unter www.change.org/woelfe eine Petition eingeleitet, die in kürzester Zeit bereits über 4600 Unterzeichner aufweist.

Harig veranstalte mit seinem Vorstoß so kurz vor der Bundestagswahl wieder einmal „großes Theater“. Bereits im vergangenen Jahr hatte er bei einem Vorfall des gleichen Schäfers in Cunnewitz den Abschuss des Rudels beantragt und war dabei gescheitert.  Jetzt starte er einen weiteren Versuch. Bei dem Vorfall in Cunnewitz handelt es sich, wie auf der Internetseite vom Kontaktbüro Wölfe in Sachsen nachzulesen, um drei tote Schafe, wobei noch nicht einmal feststehe, ob es sich bei dem Verursacher auch tatsächlich um einen Wolf gehandelt hat.  

Selbst wenn dies so sei, rechtfertige dies nicht die Tötung eines Rudels. Sommer: „Der Artenschutz der Wölfe darf nicht einfach ausgehebelt werden, nur weil manche Nutztierhalter nicht die geeigneten Maßnahmen ergreifen, um ihre Tiere zu schützen.“ Zudem handle es sich in Sachsen laut Kontaktbüro Wölfe  bei 53 Übergriffen auf Nutztiere in diesem Jahr lediglich um 16 Fälle, bei denen ein Wolf als Verursacher nicht ausgeschlossen werden könne. „Harig sollte sich lieber überlegen, ob er eine Leinenpflicht für Hunde veranlassen sollte.“

Sein Versuch, die Diskussion darüber auf den Sinn oder Unsinn  angeblicher Flatterbänder zu lenken, sei ein Ablenkungsmanöver.“Wer glaubt, seine Nutztiere nur mit Flatterbändern schützen zu müssen, hat dringend Nachholbedarf bezüglich wolfssicherer Zäune“, erklärt Sommer. Das Problem seien nicht die Wölfe, die nicht gut geschützte Nutztiere logischerweise als Teil ihrer Nahrungskette ansehen würden, das Problem sei die Uneinsichtigkeit und oftmals daraus resultierender Geiz vieler Nutztierhalter, ihre Tiere richtig zu schützen mit Herdenschutzhunden und guten, stabilen Zäunen.

Das Ansinnen des Landrats widerspreche dem gesetzlich verbrieften Recht der Wölfe auf Leben, so Sommer. Gerhard Adams, Wolf-Fachmann des Bundesumweltministeriums, hatte dies in einer Veranstaltung unlängst ebenfalls klargestellt. Der Experte aus Berlin hält es für zumutbar, dass Weidehalter die Zäune um ihre Flächen erhöhen und befestigen, da sie das Gelände ohnehin einzäunen müssten.

Sommer:  „Wir werden mit allen Mitteln gegen den Vorstoß des Bautzener Landrats vorgehen, denn nicht der Artenschutz setzt sich über jedwede Interessen hinweg, sondern Herr Harig.“

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