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Blick ins Wolfsrevier sowie Faktencheck von Jägerlatein über Rothirsch und Wolf

Unsere Wildkameras sind nun schon länger fest installiert und wir beobachten dort seit mehreren Monaten die Wilddichte und Population. An dieser Stelle im Wolfsrevier geht es ganz besonders lebendig zu. Mehrmals täglich und nächtlich wechseln sich hier Wölfe, mit Füchsen, Marder, Waschbären. Marderhunden, Rehen, Wildschweinen und auch Rothirschen ab. Wo der Wolf ist, blüht auch anderes Leben. Wölfe tragen dazu bei, dass die Bestände von Rotwild und Rehen gesund erhalten werden. Im Gegensatz zum Hobbyjäger sind sie nämlich nicht auf die schönsten und stärksten Tiere aus. Sie brauchen keine Trophäen sondern Nahrung. Sie reißen die Beute, an die sie am leichtesten heran kommen. Das sind alte, junge, schwache und kranke Tiere.

Hier sind spektakuläre Bilder von einer unserer Wildkameras zu sehen. Eine große Herde Rotwild haben wir hier „einfangen“ können.

Rothirsche sind so genannte Stirnwaffenträger. Die männlichen Tiere bilden ein Geweih aus, mit dem sie zur Paarungszeit im Spätsommer und Frühherbst die Konkurrenz einschüchtern. Sie leben in Rudeln. Nur der stärkste Hirsch darf die Hirschdamen decken. Das Geweih wird im Winter abgeworfen und es wächst jedes Jahr nach. Je älter ein Hirsch wird, desto ausgeprägter ist sein Geweih. Es wiegt zwischen sechs und 24 Kilogramm. Rothirsche gehören neben Wisenten und Elchen zu den größten Wildarten im Wald. Sie wiegen zwischen 90 und 300 Kilogramm und werden einen Meter bis zu 1,50 Meter hoch.

 

Wölfe tragen somit zur Gesunderhaltung des Wildbestandes bei. Hobbyjäger stattdessen wählen die gesunden Leittiere und zerstören komplette Familienverbände. Hobbyjäger behaupten auch immer wieder, dass Wölfe die Reviere praktisch leer fressen würden und sie selber nichts mehr zum Schießen vorfinden würden. Reines Jägerlatein, wie man hier feststellen kann.. Ursprünglich lebten die Hirsche übrigens nicht vorwiegend im Wald sondern es sind eigentlich Steppentiere. Der Jagddruck hat sie im Laufe von Generationen in den Wald getrieben. Nicht der Jagddruck von Wölfen, sondern von Jägern. Dass die Tiere heute so scheu sind, und sich kaum sehen lassen, haben auch Hobbyjäger zu verantworten.  Im vergangenen Jahr haben sie 76.794 Rothirsche getötet. Ein Wolf reisst pro Jahr zirka 27 Rothirsche. Bei zirka 300 Altwölfen in Deutschland sind das zirka 8.100 Rothirsche im Jahr. Wer hier den Bestand wirklich plündert, dürfte damit klar sein.

Screenshot der Jagdstatistik: Quelle www.jagdverband.de . Dabei fällt auf, dass Jäger auch geschützte und seltene Arten (rot markiert) schießen.

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19 Gedanken zu „Blick ins Wolfsrevier sowie Faktencheck von Jägerlatein über Rothirsch und Wolf

  1. hmmm… ich halte im Allgemeinen Jäger für gemeingefährliche Pschopathen, mein Vater war auch einer, ich bin in Italien aufgewachsen und durfte als Kind miterleben, wie er und seine männliche Gefährten massenweise Vögel vom Himmel holten und sich dabei wie echte großartige Männer fühlten. Ekelhafte feige Wesen. Es gibt wohl nichts, was ich mehr verachte. Ich vermute, es handelt sich bei diesen Mordsgesellen in der Mehrzahl um Männer, was mich auch nicht wundern würde. Viele Männer haben zum Leben wohl eine gestörte zerstörerische Beziehung.

    1. Ich denke auch, daß es in der Mehrzahl Männer sind. Aber leider nehmen die Frauen auch immer mehr zu.
      Was ich als Frau besonders perfide finde. So sind auch bei Tierversuchen der Forscher viele Frauen angestellt, die tatsächlich diese Tiere quälen, oft bis zum Tod. Es ist eine grausame Welt!

  2. Der/Die Waidmann/Frau dieses widerwärtige Volk hat nichts in unseren Wäldern verloren. Sie sind obsolet! Denn der richtige Jäger ist da und der macht das besser. Jäger sollen mir aufhören vom grausamen Tod durch Wölfe zu reden! Die Wahrheit, die meisten Jäger veranstalten Hetzjagden welche sie beschönigend Drückjagd nehnen. Die Beute der Jäger wird fast von den meist ausgehungerten Hunden fast zu Tote gehetzt. Natürlich wollen Jäger nur die schönsten Tiere. Ganz perfide lassen sie sich mit den wunderschönen Tieren noch fotografieren. Es ist eine traurige Welt. Aus der Sicht jedes tierlieben Menschen, ist die Jagd eine Perversion. Die wenigsten Jäger beherrschen den Plattschuß. Dann flüchten diese Tiere scher verletzt durch unsere Wälder. Entweder sie werden von den Hunden gestellt, oder krepieren qualvoll dahin. Der Wolf hätte den Wald rein, von kranken Tieren. Denn diese würden ansonsten auch langsam, grausam verenden. Die einzigen die jagen dürfen sind unsere Raubtiere. Diese dezimieren nicht wie gestörte Jäger die Tiere. Die veranstalten keine Jagdparty! Die Wölfe, Luchse töten aus hunger. Wie kann man dies unseren Ignoranten Politikern endlich klar machen. Es muss doch noch ein paar Politiker geben, die auf unserer Seite stehen. Für einen gesunden Wald, mit unseren Wildtieren.

    1. Menschen dürfen erst dann auf die Jagd gehen, wenn das Überleben davon abhängt, beispielsweise es käme zu echten Notzeiten wo es nichts mehr an essbarem zu kaufen gäbe………..ansonsten hat der Mensch keinerlei Berechtigung wehrlose Tiere sinnlos zu töten.

    1. da fehlen noch beinahe 18000 Mitzeichner, die Frist läuft schon in 10 Tagen ab, kaum zu schaffen. Also: Nicht nur mitzeichnen, sondern bitte den link großflächig und schnell weiter verbreiten!!!

    2. Hab die Petition gegen die Fuchsjagd unterschrieben und den Link geteilt. Da werden noch Stimmen gebraucht ! Aber das ist wie beim Zölibat für katholische Priester- die Bastion Jagd wird wohl als letzte fallen. Waffen in Händen von Menschen ist der Anfang vom Ende anderer Lebewesen…

  3. Wenn ein einzelner Mensch aus Lust ein Tier tötet, ist er für den Rest der Gesellschaft ein Psychopath. Und nur, weil viele Menschen gemeinsam aus Lust Tiere töten, soll es auf einmal normal sein?? Diese Jäger gehören in psychiatrische Bahndlung!

  4. die Petition habe ich gerade gezeichnet. Danke für den Hinweis. Wenn ich bedenke wie viele Tiere durch die Jäger ihr Leben lassen, so wird meine Verachtung für diese Psychopathen immer größer. Jäger und “ Forscher bei Tierversuchen“ sind die übelsten Personen, die ohne Empathie und grausam handeln. Beide Personengruppen werden von der Politik gedeckt. Also sind die meisten Politiker ebenso wenig wert. Ich wünsche mir, dass die wenigen emphatischen Politiker endlich aufwachen und sich für die Tiere und die Natur einsetzen.

    1. Nun ja, zu den ‚übelsten Personen‘ könnte/müsste man auch noch diejenigen zählen, die Tiere grausam zusammenpferchen und hochmästen, damit die Verbraucher billiges Fleisch auf den Teller bekommen. Das führt zwar eigentlich zu weit, aber letztendlich muss ihn vielen Bereichen ein Umdenken erfolgen.

  5. Ich bin davon überzeugt, dass Helmut Dammann-Tamke, Präsident der Landes Jägerschaft alle Fäden gegen Wölfe im Hintergrund zieht. Der Mann ist zu allem Überdruss auch noch Mitglied im Niedersächsischen Landtag und sitzt genau an der „Quelle“. Dammann-Tamke befleißigt sich in kürzeren oder längeren Abständen zum Thema Wolf in einigen Tages Zeitungen im und um den Raum Hannover für negative Schlag Zeilen zu sorgen und seinen Senf , ebenfalls in negativer Form ab zu geben. So z.B. Mi.13.02.19, in der Alfelder Zeitung. Überschrift:“ Irgendwann wird man die Jäger rufen“. Er begrüßt den Abschuss des Leit Wolfes. Wörtlich:“ Wenn wir ihn lassen,wird er in den nächsten Jahren eine Flächen deckende Besiedlung vornehmen. Es wird irgendwann auch ein Problem der Menge. Wir stellen fest, Deutschlandweit wächst die Population des Wolfes um 30%, aber die bestätigten Wolfsterritorien in Niedersachsen wachsen mit einer Geschwindigkeit um 60%. Ich rate zu einem Blick nach Frankreich, wo die Franzosen schon vor Jahren weitsichtiger vorgegangen sind und einen regulatorischen Abschuss von Wölfen erlaubt haben. Irgendwann, das prophezeie ich Ihnen, wenn die Akzeptanz völlig dahin ist, wird man auch in Deutschland wieder die Jäger rufen…. “ Zitat Ende (Interview Michael B. Berger. Meine Vermutung geht in die Richtung Hannoversche Allgemeine Zeitung, Artikel von AZ übernommen. Dieser Mann mischt alles auf und ich unterstelle ihm auch, dass er den Abschuss des Leit Rüden angezettelt hat und voran treibt.Ich hoffe, ich komme morgen dazu, ihm meine Meinung mit zu teilen. Leider habe ich bisher vergeblich nach dem Journalisten und dessen Kontakt gesucht, um ihm meine Meinung über seinen Artikel zu sagen. Mal sehen, ob ich bei unserer Zeitung einen Journalisten finde, der mit mir Einiges aus diesem Artikel klar stellt. Der D-T hat alles schön verdreht, denn beispielsweise hat Frankreich in seinen Verträgen die Abschüsse bereits ausgehandelt u. unterschrieben und Deutschland hat diese ohne Einschränkung unterschrieben. u.v.m. Hier zeigt sich wieder einmal, Halbwahrheiten, Lügen und Intrigen sollen zum Ziel führen und viele Menschen verunsichern, damit die Lust Töter diese auf ihre Seite ziehen können. Eine Infamie!

  6. Sagt mal wie krank seit ihr eigentlich, aber was reg ich mich eigentlich auf, bei euch wolfskuschlern hat die Schaukel in der kindheit einfach zu dicht an der Wand gestanden, das muss man natürlich akzeptieren 😂

    1. Was soll man sagen? Leider sind solche „Argumente“ von bestimmten Schäfern, die einfach nichts machen wollen und damit das Leben ihrer Tiere aufs Spiel setzen, leider nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Seid wird übrigens mit d geschrieben. 😉

    2. Ich glaube nicht, Sabine Kröger, dass unsere Schaukel zu dicht an der Wand gestanden hat, sondern ehr die Ihrige! Der Wolf war vor uns Menschen da und hat in der Natur seinen Dienst auf hervorragende Weise getan. Seit Jäger an seiner Stelle „die Natur schützen“ jammern die Grün Röcke in allen Medien, dass es mal zu viel Schalen Wild, dann wieder zu viele Wild Schweine usw. gibt. Kein Mensch ist in der Lage, das Gleichgewicht des Öko Systems Flora, so wie Fauna so zu halten, wie der Wolf! Das sollte in Ihren Kopf erst einmal hinein und Menschen, die sich für den Erhalt der Natur und deren Vermehrung der Arten Vielfalt „Wolfskuschler“ zu nennen zeigt, wie wenig Wissen bei Ihnen vorhanden zu sein scheint, dafür jedoch eine nicht unübersehbare Portion an Ignoranz . Ihr Kommentar zeigt außerdem, dass Sie den typischen Weg der Wolfshasser gehen und Menschen, die nicht Ihrer Meinung sind, massiv verbal angreifen und beleidigen. Bitte, lassen Sie uns in ehrlicher und fairer Form auch weiterhin für den Wolf kämpfen und behalten Sie bitte Ihre Hass erfüllten Kommentare für sich. Herzlichen Dank!

  7. Wie bezeichnend ist denn das, wenn man „Kuschler“, ob hier angebracht oder nicht, als Schimpfwort einsetzt…arme Welt, arme Person und vor allem arme Schafe, die solch einer Person ausgeliefert sind…

  8. Protest gegen den ungerechtfertigten Abschuss Von Wolf GW 717m
    Posteingang
    x

    Philip Foth
    11:15 (vor 5 Stunden)
    an mich

    Liebe Frau Schwarzer,

    gerne sende ich Ihnen weiter unten unser komplettes Statement zum Rodewalder Rudel vom 28. Februar. Die komplette Historie an NABU-Statements zum Rodewalder Rudel können Sie gerne unserer Homepage unter https://niedersachsen.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/wolf/25829.html entnehmen. Leider ist es so, dass in Presseartikeln unsere Position meist nur verkürzt dargestellt werden kann. Dies kann durchaus zu Fehlinterpretationen führen. Alle NABU-Statements publizieren wir stets auf unserer Homepage. Dort können Sie sich über die Meinung des NABU informieren.

    Weiterhin unterstützt der NABU mit seinem Projekt „Herdenschutz Niedersachsen“ Weidetierhalter bei der Umsetzung von Herdenschutzmaßnahmen. Gerne können Sie sich auf unserer Homepage hierzu informieren: http://www.herdenschutz-niedersachsen.de.

    Mit freundlichen Grüßen

    Philip Foth

    —————————————————

    Philip Foth

    NABU-Pressesprecher

    NABU Niedersachsen
    Alleestr. 36
    30167 Hannover

    Tel.: 0511/91105-33

    Mobil: 0172/4344604

    Twitter: @NABU_NDS
    Fax: 0511/91105-40
    E-Mail: Philip.Foth@NABU-Niedersachsen.de

    Vereinssitz Hannover

    Vereinsregister VR 4635, Amtsgericht Hannover

    Vorstandsvorsitzender Dr. Holger Buschmann

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    Die Feldlerche ist der Vogel des Jahres 2019

    VdJ-Federzeichnung-Stefanie-Gendera

    Der NABU ist ein Mitgliederverband. Machen Sie uns stark – werden Sie heute noch NABU-Mitglied: http://www.NABU-niedersachsen.de/mitglied

    NABU NIEDERSACHSEN-PRESSEMITTEILUNG | NR 31/19 | 28. FEBRUAR 2019

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    Wolf/Rodewalder Rudel

    NABU: Begründung zur Abschussgenehmigung des Rodewalder Wolfes ist fachlich falsch

    Stellungnahme des NABU Niedersachsen
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    Hannover – Laut Ausnahmegenehmigung vom 23. Januar 2019 darf der Wolfsrüde „GW 717m“ des Rodewalder Rudels bis heute, den 28. Februar 2019, entnommen werden. Das Umweltministerium hat mittlerweile verlautbaren lassen, dass die Genehmigung bis zum 31.03.2019 verlängert worden ist.

    Die Abschussgenehmigung erfolgte am 23. Januar 2019 durch den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) mit Unterstützung des Niedersächsischen Umweltministeriums (MU) und gelangte erst acht Tage später am 31. Januar 2019 an die Öffentlichkeit. Bis knapp drei Wochen nach Abschussgenehmigung gab es keinerlei Informationen für die Öffentlichkeit. Auch Umweltverbände wie der NABU waren von Informationen abgeschnitten und haben trotz mehrfachen Bittens und Einreichung eines offiziellen Widerspruchs keine Einsicht in Unterlagen und keine Begründung erhalten. Am 11. Februar 2019 wurde die Begründung für die Abschussgenehmigung durch den NLWKN bekanntgegeben. Eine Antwort des NLWKN auf die Widerspruchsbegründung des NABU steht noch aus.

    Seit dem Bekanntwerden der Abschussgenehmigung hat es eine hohe Aufregung in der Öffentlichkeit gegeben, aus Wahrnehmung des NABU eine deutlich höhere Aufregung und Emotionalität als bei der Abschussgenehmigung von „Kurti“. Insbesondere wird von einzelnen Politikern vorwiegend aus den Reihen der CDU und der FDP sowie von Lobbygruppen wie Landesjägerschaft und Landvolk das Wolfsthema dramatisiert, werden teilweise Unwahrheiten verbreitet und mit teilweise martialischer Ausdrucksweise Ängste gegenüber der Tierart geschürt.

    Der NABU ist demgegenüber um Sachlichkeit bemüht und präsentiert hier die aktuellen Fakten zum Rodewalder Rudel:

    Das Rudel wird für etwa 40 Risse in den Landkreisen Heidekreis, Nienburg und der Region Hannover verantwortlich gemacht. In 37 Fällen steht der Wolf als Verursacher fest, drei weitere befinden sich noch in Bearbeitung (Stand: 25.02.2019). Insgesamt sind 25 Schafs-, acht Rinder-, zwei Pferderisse sowie ein Ziegen- und ein Alpakariss zu verzeichnen. In vier Fällen waren bei Schafsrissen Mindestschutzmaßnahmen gemäß der Richtlinie Wolf des Landes Niedersachsen vorhanden, die allerdings nicht immer den Empfehlungen des NABU und bundesweiter Behörden entsprochen haben. Ein Mindestschutz in Form von wolfsabweisenden Zäunen war bei den gerissenen Rindern und Pferden nicht vorhanden. Bei den gerissenen Rindern handelt es sich fast ausnahmslos um Kälber und Jungrinder, in einem Fall ist ein Rind (zweijährig) aufgrund von Verletzungen eingeschläfert worden. Bei den Pferden handelte es sich um ein „Mini-Shetlandpony“ und ein Islandponyfohlen. Bei einem weiteren Shetlandponyriss ist der Wolf als Verursacher nachgewiesen, aber nicht bekannt, ob es das Rodewalder Rudel war.

    Die in der Abschussgenehmigung genannten Fälle zielen auf den Tod von Rindern ab, während alle anderen Risse nicht weiter betrachtet werden. Bei genauerer Betrachtung der Fälle konnten fünf tote Kälber, ein Jungrind, ein verletztes und anschließend eingeschläfertes Jungrind sowie ein eingeschläfertes Rind dem Rodewalder Rudel zugeschrieben werden. Es gibt Aussagen, nach denen aktuell ausschließlich das Rodewalder Rudel Rinder gerissen haben soll und in der Vergangenheit das inzwischen nicht mehr bestehende Cuxhavener Rudel. Tatsächlich haben niedersachsenweit im Jahr 2018 in 13 Fällen Übergriffe von Wölfen auf Rinder (Kälber und Jungrinder) stattgefunden. Dies nicht nur in den Bereichen der oben genannten Rudel, sondern auch in anderen Gebieten, wie den Landkreisen Uelzen und Celle. Auch bundesweit kommen immer wieder Angriffe auf Rinder vor. In den meisten Fällen handelte es sich um Kälber oder Jungrinder, die zum Teil kurzzeitig von den Elterntieren getrennt waren. In solchen Fällen wurden bei den betreffenden Weideflächen Herdenschutzmaßnahmen angewendet, bis die Übergriffe aufhörten. Im Falle des Rodewalder Rudels sind solche Maßnahmen nach Kenntnis des NABU unterlassen worden.

    Die Einzelabschussgenehmigung für den Wolf GW717m begründet sich gemäß NLWKN auf zwei Einzelfälle, bei denen ein zwei Monate altes Kalb nachweislich von dem Rüden gerissen worden ist und ein zweijähriges Rind nach Verletzung eingeschläfert wurde. Weitere Fälle konnten dem Tier nicht zugeordnet werden oder der NLWKN geht davon aus, dass ein Selbstschutz der jeweils betroffenen Herde nicht gegeben war. Der NLWKN geht weiterhin davon aus, dass mehrere mehrjährige gesunde Rinder bereits einen Selbstschutz auch für Kälber bieten würden, ohne dieses durch fachliche Studien begründen zu können oder sich zu diesem Thema mit anderen Ländern, bundesweiten Behörden, Informationsstellen und Experten ausgetauscht geschweige denn abgesprochen zu haben.

    Bewertung des NABU:

    1. Das Rodewalder Rudel und der Leitrüde haben sich nicht an Menschen angenähert, kaum jemand hat bisher eines der Tiere gesehen, und ist auch nicht gegenüber Menschen aggressiv geworden. Ein solches Verhalten ist auch nicht zu erwarten. Ein völlig normales Verhalten ist es, wenn Wölfe auf ihrem Weg durch Ortschaften laufen und auch in der Nähe menschlicher Siedlungen und Häuser auf Nahrungssuche gehen.

    2. Es ist tatsächlich eine gehäufte Zahl von Nutztierrissen im Bereich des Rodewalder Rudels vorhanden, die aber in erster Linie auf einen zu geringen bis gar keinen Herdenschutz zurückzuführen ist. Die Zahl an Nutztierrissen ist auch nicht ungewöhnlich in Gebieten, die gerade neu von Wölfen besiedelt werden und daher Schutzmaßnahmen erst noch sukzessive eingerichtet werden müssen bzw. sich Nutztierhalter auf die neue Situation einstellen müssen. In Gebieten, die bereits länger ansässige Wölfe haben, gehen nachweislich die Nutztierrisse zurück. Und dies nicht, weil es weniger Nutztiere gibt, sondern weil die Schutzmaßnahmen greifen. In Niedersachsen haben beispielsweise die Schafszahlen in den Betrieben in den letzten Jahren zugenommen (2015 167.000 Schafe, 2018 173.000 Schafe), und dies besonders in der Lüneburger Heide, obwohl sich dort mehrere Wolfsrudel befinden. 2018 kamen in Niedersachsen auf 235.000 Schafe (inkl. Hobbyhalter) 326 gerissene Schafe. Das sind rund 0,1 Prozent, wobei der NLWKN in seiner Abschussgenehmigungsbegründung davon ausgeht, dass die Nutztier haltenden Betriebe einen generellen Verlust von zehn Prozent ihrer Tiere sowieso einplanen.

    Generell bilden Nutztiere nur einen kleinen Teil des Nahrungsspektrums des Wolfes. Der Landesjagdbericht 2017/2018 des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ab Seite 104) legt eine umfassende Studie die Nahrungsökologie des Wolfes in Niedersachsen dar. Die Kotanalyse von 504 Wolfslosungen hat ergeben, dass nur 0,4 Prozent der gefressenen Tiere und 0,49 Prozent der gefressenen Biomasse auf Nutztiere zurückgeht.

    3. Es ist nachgewiesen, dass Herdenschutzmaßnahmen wie wolfsabweisende Zäune und Herdenschutzhunde wirken. Solche Präventionsmaßnahmen werden mittlerweile zu 100 Prozent finanziert. Dennoch bedeutet die Einrichtung von solchen Maßnahmen einen erhöhten Aufwand für die Nutztierhalter. Aber auch hier gibt es bereits Unterstützung durch ehrenamtliche Aktivitäten wie WikiWolves und das Herdenschutzprojekt des NABU.

    4. Die generelle Annahme des NLWKN, bei Rindern würde ausschließlich eine Herde, bestehend aus ausgewachsenen und jungen Tieren, ausreichenden Schutz vor Wolfsangriffen bieten, ist falsch. Die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) hat in einer am 14. Februar 2019 veröffentlichten aktuellsten Zusammenstellung der wolfsverursachten Schäden, Präventions – und Ausgleichszahlung in Deutschland 2017 folgendes formuliert:

    „In den letzten zwei Jahren ist die Zahl der durch Wölfe getöteten oder verletzten Rinder in Niedersachsen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt angestiegen (DBBW 2017; Tab. 2). Betroffen sind überwiegend junge Kälber. Das Verteidigungsverhalten von Mutterkühen kann je nach Rasse sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Durch die häufig übliche Zäunungsform von Mutterkuhherden mit nur einer Stromlitze in 60 oder 80 cm Höhe sind Kälber für Wölfe leicht erreichbar…. Wenn einzelne Wölfe gelernt haben, Rinder zu töten, müssen auch diese vor Wolfsübergriffen geschützt werden. […]. In Projekten in Brandenburg und Sachsen-Anhalt konnte demonstriert werden, dass auch Rinder erfolgreich durch Herdenschutzmaßnahmen, wie etwa elektrifizierte Zäune, geschützt werden können (Hartleb et al. 2017; LA U 2018).“

    Der NABU teilt die Einschätzung des DBBW ausdrücklich und auch der NLWKN selbst sieht eine Notwendigkeit des erweiterten Herdenschutzes bei Mutterkuhherden.

    5. Das Gericht (OVG) hat in einem Eilverfahren die Klage des „Freundeskreises wildlebender Wölfe“ gegen die Abschussgenehmigung abgewiesen, indem es eine Entscheidung nicht einmal 24 Stunden nach Erhalten der Begründung getroffen hat. Im Urteil wird auf diese wichtige und sehr differenziert zu betrachtende Frage allerdings kaum eingegangen.

    Resumee

    Der NABU wartet auf die Antwort des NLWKN zu seinem Widerspruch gegen die Abschussgenehmigung und hält sich seine Reaktion darauf offen. Mittlerweile schätzt der NABU die Situation des Rodewalder Rudels als kritisch ein, da das Rudel tatsächlich gelernt hat Kälber, Jungrinder, kleine und junge Pferde zu reißen. Die Begründung des NLWKN reicht nach Ansicht des NABU allerdings nicht aus und ist fachlich falsch. Vorwürfe erhebt der NABU gegenüber dem Land, da es nach seiner Kenntnis keine Aktivitäten gegeben hat, Risse bei Rindern und Pferden durch entsprechende Herdenschutzmaßnahmen zu unterbinden. „Wenn von einem Selbstschutz bei Herden ohne fachliche Grundlage ausgegangen wird, handelt das Land grob fahrlässig und schafft erst die Möglichkeit, dass Wölfe lernen größere Weidetiere zu reißen,“ so der Landesvorsitzende des NABU Niedersachsen Dr. Holger Buschmann. „Das Land muss demgegenüber dringend öffentlich fordern, dass Herdenschutzmaßnahmen sofort ergriffen werden, wenn erste Risse in einem Wolfsgebiet erfolgen.“

    HINTERGRUND

    Grundlage für eine Entnahme (Tötung) von Wölfen
    Der NABU Niedersachsen vertritt weiterhin die gültige, rechtliche Auffassung, dass der Wolf durch internationale und nationale Gesetze streng geschützt ist. In der Europäischen Union unterliegt er den Anhängen II und IV der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie. Auf Bundesebene ist der Wolf durch das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) streng geschützt. Er hat damit den höchstmöglichen Schutzstatus. „Auf keinen Fall will der NABU, dass der Schutzstatus verringert wird, was allerdings von Vertretern der Jagdlobby und aus Reihen der Landwirtschaft sowie Hobbytierhalter und von immer mehr Politikern vehement gefordert wird“, erläutert Dr. Holger Buschmann.

    Der NABU stimmt in besonderen Einzelfällen grundsätzlich einer Entnahme zu:
    1. Aggressives Verhalten eines Wolfes gegenüber Menschen,
    2. mehrmalige direkte Annäherung an Personen (nicht an Gebäude, Autos, etc., da Wölfe nicht erkennen können, ob sich Personen darin befinden),
    3. wenn 2- bis 3mal der Grundschutz (1,20 m hoher Weidezaun mit Litzenabstand 20 cm und Untergrabeschutz), bei Schafen und Ziegen inkl. Herdenschutzhunden, vom Wolf überschritten und der Wolf in flagranti dabei erwischt wurde.

    Dem dritten Einzelfall stimmt der NABU Niedersachsen aktuell allerdings nur im Rahmen des geltenden BNatSchG, also bei Erheblichkeit des Schadens für einen landwirtschaftlichen Betrieb zu. Sollte das BNatSchG in diesem Punkt an die FFH-Richtlinie angepasst werden, die die Ernsthaftigkeit eines Schadens zu Grunde legt, würde der NABU auch hier zustimmen.

    Der NABU spricht sich weiterhin deutlich für einen verbesserten und verstärkten Herdenschutz in Niedersachsen aus und
    • gegen eine Regulierung des Wolfsbestandes in Niedersachsen,
    • gegen die Einrichtung von wolfsfreien Gebieten,
    • gegen die Aufnahme des Wolfes ins Jagdgesetz und
    • gegen die Verringerung des Schutzstatus laut FFH-Richtlinie.

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  9. Ich habe oftmals Schäfer besuchen müssen, weil sie über einen längeren Zeitraum kranke Tiere in der Herde hatten. Der Kommentar von dem jeweiligen Schäfer: Ich habe schon selber versucht, aber einen Tierarzt können wir uns nicht leisten, so viel Geld bekommen wir für das Schaf nicht. Und – gehen Sie doch mal nach Australien, wie die Schafe da gehalten werden! Auch Gewaltandrohung seitens solcher Schäfer habe ich erleben müssen nur, weil ich die Art gerechte Haltung und kranke Tiere bemängelt habe. Ich weiß, es sind nicht alle so, aber leider zu viele: Es ist nicht schön, wenn ein Schaf gerissen wird, aber so viel Liebe zum Schaf, dass einem kranken Tier eine medizinische Behandlung gewährt wird, ist nun auch wieder nicht vorhanden. Im Allgemeinen waren oftmals schlechte Haltungsbedingungen zu bemängeln. Also, dieses schauspielerische Geschrei um die ans Herz gewachsenen Tiere ist eine reine Farce und nicht ernst zu nehmen. Ernst nehmen muss man leider nur das Geschrei nach Tötungen von Wölfen, weil man sie generell nicht haben möchte und auch nicht gewillt ist zu verstehen, dass der Wolf in der Natur reine Wunder vollbringt und in Deutschland fehlt. Eben Ignoranz auf breiter Ebene, dafür jedoch ein militantes Auftreten und verbal beleidigende Statements.

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