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Wolfsschutz Deutschland e. V. solidarisiert sich mit „Fridays for Future“ – Streiks am achten und 15. März 2019

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„Der Klimawandel ist längst eine reale Bedrohung für unsere Zukunft. Wir werden die Leidtragenden des Klimawandels sein. Gleichzeitig sind wir die letzte Generation, die einen katastrophalen Klimawandel noch verhindern kann. Doch unsere Politiker*innen unternehmen nichts, um die Klimakrise abzuwenden. Die Treibhausgas-Emissionen steigen seit Jahren, noch immer werden Kohle, Öl und Gas abgebaut. Deswegen gehen wir freitags weder in die Schule noch in die Uni. Denn mit jedem Tag, der ungenutzt verstreicht, setzt ihr unsere Zukunft aufs Spiel!…dies schreiben die streikenden Schüler und Studenten auf ihrer Page https://fridaysforfuture.de

Wir sind hier! Wir sind laut!

Ihr Vorbild ist die 16-jährige Schwedische Schülerin Greta Thunberg, die sich kompromisslos für eine Welt einsetzt,  in der junge Menschen eine Zukunft haben. Wir von Wolfsschutz Deutschland e. V. solidarisieren uns mit dieser Bewegung. Der Wolf ist für Klima und Naturschutz genauso unentbehrlich wie die Biene. Wir sagen „Kinder an die Macht!“  Wenn sich jetzt nichts ändert, ist es zu spät. Nicht nur der Klimawandel zerstört unsere eigene Lebensgrundlage. Wir Menschen haben das sechste Massensterben der Erde ausgelöst. Um Aufmerksamkeit für ihr Anliegen zu erhalten, ist es rechtens, dass die Schüler die Schule ausfallen lassen, um für eine lebenswerte Zukunft zu demonstrieren. Zumal die meisten Unterrichtsstunden nicht wegen Demonstrationen ausfallen, sondern wegen Lehrermangel, auch Folge einer menschen- und tierverachtenden Politik.

Streiks am achten und am 15. März

Am achten März finden deutschlandweit und am  15. März 2019 finden internationale Streiks statt. Auch in zahlreichen deutschen Städten gehen wieder Schüler und Studenten auf die Straße. Wir fordern Eltern und Erwachsene dazu auf, sich zu beteiligen.

Hier sind Orte und Uhrzeiten zu finden: https://fridaysforfuture.de/streiktermine/?fbclid=IwAR1fvj4_B0PN4fVotCGTOexK2Un4SYtJ9b5NqDbp3f7MIDTGfKXa2Brfaw4

Flyer bei uns bestellen

Vereinsmitglieder von Wolfsschutz Deutschland e. V., die an den Demonstrationen teilnehmen möchten, können bei unserem zweiten Vorsitzenden Frank Dreyer Flyer zum Verteilen bestellen. Frank.Dreyer@wolfsschutz-deutschland.de

Während Menschen, Haus- und Nutztiere enorme Mengen an klimarelevanten Gasen, vor allem Kohlenstoff, in die Atmosphäre freisetzen, bewirken die Grauwölfe in Nordamerika das Gegenteil. Pro Jahr helfen sie so viel Kohlenstoff festzulegen, wie durch 6 bis 20 Millionen Autos mit Verbrennungsmotor freigesetzt werden. Fatal also, das genau die Politiker ohne Willen und Konzepte zum Schutz des Klimas gleichzeitig den Schutz der Wölfe lockern wollen. Mit dem aktuell ca. 1 klimaschützenden Wolf auf 80.000 klimazerstörende Bundesbürger haben wir also nicht zu viel an Wölfen sondern viel zu wenige. Schutz der Wölfe ist Klimaschutz zu fast Nulltarif. Es gilt noch immer das alte Sprichwort, wo der Wolf jagt, wachsen die Bäume. Klima- und Artenschutz gehören unbedingt zusammen. 

Hier der Erfahrungsbericht unseres Vereinsmitgliedes Gudrun Zimmermann

Demo „Friday’s for Future am 01.03.19 in Frankfurt/ Main

Um 13h machten wir, Podenco-Mix Alba und ich, uns auf den Weg in die Innenstadt,
um Freunde für den Wolf zu gewinnen. Ich war etwas skeptisch, ob der „Faschings-Freitag“
junge Leute motivieren kann, an einer Klima-Demo teilzunehmen.
Wir fuhren also mit der Bummelbahn in die City, wo uns ein Ordnungshüter den
ungefähren Verlauf der Demo mitteilte, zu der ich dann, gut bestückt mit unseren Flyern,
(ca. 150-200) dazustoßen wollte. Und tatsächlich, hinter dem Opernplatz hörte ich schon Pfeifen, Parolen und  erspähte die Blaulichter der begleitenden Polizeifahrzeuge.
Ein beeindruckender Pult von jungen Leuten, geschätzte 500-600, mit Plakaten, viele davon
selbst liebevoll gestaltet und bemalt, Postern und Trillerpfeifen, machten auf ihr Anliegen aufmerksam.  Ein paar wenige Erwachsene waren auch dabei.
Ein Mädchen im Eisbär-Kostüm veranschaulichte deutlich, dass auch der Lebensraum
vieler Tiere bedroht ist. Ein Wolfs-Kostüm bei der nächsten Demo wäre auch angebracht…..

Alba und ich (beide Demo-erfahren), mischten uns also darunter und versuchten in den
Lärmpausen,  nicht nur die Flyer zu verteilen sondern auch , so gut es ging, auf das Thema
Wolf in Deutschland, aufmerksam zu machen. Überwiegend war die Resonanz positiv,  die
jungen Leute interessiert.  Einige Mädchen boten gleich an, bei der Verteilung der Flyer zu helfen. Ich wurde auch gezielt von Teilnehmern angesprochen, die einen Flyer wollten.
Ein junger Mann, mit dem ich ins Gespräch kam, berichtete mir, dass sein Vater Jäger ist.
Auf meine Erwiderung, dass Wölfe im Grunde Gehilfen der Jäger seien, da sie als Regulator
die Wildbestände auf einem gesunden Level halten, stimmte er mir voll zu !

Die Demo ging durch mehrere Innenstadt-Straßen und endete, unterbrochen durch einige
„Stand-Ups“ und Ansprachen,  um 15h wieder am Opernplatz. Auf Grund der teilweisen
Straßensperrungen durften/ mussten natürlich viele Menschen den Blick auf unser Anliegen
richten. Möglicherweise hat es den Einen oder Anderen zum Nachdenken angeregt.
Ohne Flyer und um eine Erfahrung reicher machten wir uns auf den Heimweg.

Insgesamt hatte ich einen sehr positiven Eindruck. Auch unser Anliegen findet Gehör.
Es besteht noch Hoffnung !

Gudrun Zimmermann

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Wolfsschutz Deutschland e. V. demonstrierte mit in Berlin: Agrarwende jetzt!

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„Der Agrarindustrie den Geldhahn abdrehen!“: 35.000 fordern von Ministerin Klöckner eine EU-Agrarreform für Bauern, Tiere und Umwelt

Agrarpolitik der Bundesregierung befeuert Klimawandel und Höfesterben

Berlin, 20.01.19. Eine zukunftsfähige Agrarreform – das forderten gestern zehntausende Teilnehmer bei der „Wir haben es satt!“-Demonstration zum Auftakt der „Grünen Woche“ in Berlin. „Lautstark, bunt und entschlossen haben wir heute mit 35.000 Menschen Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner einen unmissverständlichen Auftrag gegeben: Schluss mit der falschen Agrarpolitik“, erklärt „Wir haben es satt!“-Sprecherin Saskia Richartz im Namen der über 100 Organisationen, die zur Demonstration aufgerufen haben. Auch Wolfsschutz Deutschland e. V. hat an der Demonstration teilgenommen. „Denn wir haben es satt, dass die Agrarlobby und Bauernverbände ihren Mitgliedern den Wolf als billigen Sündenbock servieren und ständig Wolfsabschüsse fordern, statt die Bauern wirklich zu unterstützen. Gäbe es den Wolf in Deutschland nicht, ginge es den Betrieben keinen Deut besser,“ so die Vereinsvorsitzende Brigitte Sommer. 

Das Demonstrationsbündnis fordert die Bundesregierung auf, den überfälligen Umbau der Landwirtschaft anzupacken. Die Gelegenheit ist da: Bei der aktuellen Reform der EU-Agrarpolitik (GAP) entscheidet die Bundesregierung maßgeblich mit, welche Landwirtschaft künftig durch Steuergelder finanziert wird. In Deutschland werden jedes Jahr 6,3 Milliarden Euro an EU-Agrargeldern ausgeschüttet, mehr als drei Viertel davon als pauschale Subventionen je Hektar Fläche. In der Praxis heißt das: Die 3.300 flächengrößten Betriebe erhalten eine Milliarde Euro im Jahr, während die kleinsten 200.000 Bauernhöfe sich knapp 700 Millionen teilen müssen.

„Mit den über sechs Milliarden Euro, die Deutschland jedes Jahr an EU-Agrargeldern verteilt, muss der umwelt- und tiergerechte Umbau der Landwirtschaft gefördert werden”, so Saskia Richartz. “Doch Agrarministerin Klöckner klammert sich an die pauschalen Flächensubventionen wie ihre Vorgänger ans Ackergift Glyphosat. Der Agrarindustrie immer weiter Milliarden in den Rachen zu stopfen ist agrar- und klimapolitischer Irrsinn. Wir fordern: Umverteilen jetzt!”

Beim Demonstrationszug zum Agrarministergipfel schlagen die Demonstranten Alarm für die Agrarwende. Mit ihrem Kochtopf-Konzert fordern sie konsequenten Klima- und Naturschutz, mehr Unterstützung für kleine und mittlere Betriebe, artgerechte Tierhaltung, ein Ende der Dumping-Exporte, gerechten Welthandel und gesundes Essen für alle. Schon am Vormittag hatten die 171 Bauern, die die Demonstration mit ihren Traktoren anführen, eine Protestnote an die 70 versammelten Minister aus aller Welt übergeben.

Die Großdemonstration richtet sich gegen die Agrarindustrie, nicht aber gegen Landwirte. Die konventionellen und Öko-Bauern demonstrieren auch im neunten Jahr im Schulterschluss mit Bäckern, Imkern, Köchen, Naturschützern und der Zivilgesellschaft gegen die fatalen Auswirkungen der intensiven industriellen Landwirtschaft. Gemeinsam zeigt das breite „Wir haben es satt!“-Bündnis Wege für eine bäuerliche Landwirtschaft der Zukunft und ein gutes Ernährungssystem auf.

Weitere Informationen: www.wir-haben-es-satt.de