AllgemeinWir widersprechen

Faktencheck in Sachsen-Anhalt: Kälbchen als Köder für Wölfe?

Dass auf dem Truppenübungsplatz Klietz Wölfe leben, ist in Sachsen-Anhalt nichts Neues. Eigentlich müssten sich ja auch Nutztierhalter auf die Situation längst eingerichtet haben. Dennoch kommt es in der Umgebung des Truppenübungsplatzes immer wieder zu merkwürdigen Vorfällen. So auch am 2. Juni 2018. „Und dann lag da das angefressene Kälbchen“, schildert Christian Knees, Vorstandsvorsitzender der Schollener Agrargenossenschaft, die Situation in der Volksstimme.

Christian K. befürchte, wird der Leiter der Agrar Genossenschaft in einem Artikel vom vierten Juni in der der Volksstimme zitiert, sich von der Mutterkuhhaltung zu verabschieden, wenn es zu weiteren Übergriffen käme. Deshalb hadern Christian K. und seine Berufskollegen auch mit der Situation, schreibt die Volksstimme. „Einerseits wird erwartet, dass die Tierhaltung möglichst naturnah auf der Weide erfolgt, andererseits aber schützt man den Wolf und lässt ihn gewähren – das passt nicht zusammen!“ Er will auch keinen finanziellen Ausgleich für das gerissene Kalb, sondern fordert eine generelle Lösung zum Umgang mit dem Wolf.,“ zitiert die Volksstimme weiter.

Kein Schutz für die Mutterkühe!

Dass es dem Vorstandsvorsitzenden der Agrargenossenschaft nicht um einen finanziellen Ausgleich geht, können wir nachvollziehen. Selbst wenn ein DNA-Test keine Totgeburt, wie es bei Weidetieren oft der Fall ist, sondern einen Wolf als Verursacher bestätigen wird,  kann der Halter  nicht auf Entschädigung hoffen.  Seine Herde ist nämlich so gut wie gar nicht geschützt. Kälbchen können leicht durch den Zaun nach außen gelangen und sind so ohne Schutz ihrer Mutterkuhherde. Die Situation, die unser Wolfsfreund vor Ort vorfand, glich schon einem Anfütterungsszenario. Dazu passt auch, dass der Landwirt nicht über Schutzmaßnahmen für seine Kühe spricht, sondern eine generelle Lösung zum Umgang mit dem Wolf fordert, was in diesen Kreisen oft nichts anderes als Abschuss bedeutet.

Handelt so ein Tierhalter, dem das Wohl seiner anvertrauten Tiere wirklich etwas bedeutet? Oder sollen hier wieder einmal Fakten für Abschussforderungen geschaffen werden?

Hier der Bericht:

Die Weide liegt in naturnaher Umgebung zwischen Elbe und Havel in einem Naturschutzgebiet zwischen einem See im Norden und dem Truppenübungsplatz im Süden. Auf letzterem ist das beschuldigte Wolfsrudel beheimatet.

Der Zaun besteht aus Robinienpfählen, an denen vier Drähte in Höhenabständen von ca. 30cm, 60cm, 90cm und 120cm ab Boden befestigt sind. Nur der blaue Draht in 60cm Höhe ist der Stromdraht. Die drei anderen Drähte sind stromfreie Stacheldrähte. Soweit der Plan. Nun die kritischen Ausnahmen.

An verschiedenen Stellen verläuft der Stromdraht in deutlich größeren Abständen zu den angrenzenden Stacheldrähten als die sonst 30 Zentimeter. An zwei Stellen sind  50 Zentimeter Abstand. An einer diesen beiden Stellen war der Stromdraht sogar mit dem untersten Stacheldraht in ca. 32 Zentimter Höhe vom Boden fest verhakt (siehe Bilder). Bleiben den Wölfen ab 30 Zentimeter Höhe vom Boden also 50 Zentimeter Platz zum Durchschlüpfen. An diesen Stellen – zum TrÜbPl hingewandt und nahe der Herde – kommen Wölfe sicher gut durch den Zaun.  Der Hammer: Der Stromdraht führte KEINEN Strom (Fingertest mit Überwindung!). Wieder ein Fall von einem Projekt zum Anfüttern von Wölfen, damit dann der Abschuss gefordert werden kann?

 

Quellen:

 https://www.volksstimme.de/lokal/havelberg/weide-bei-schollene-sorge-dass-der-wolf-weitere-kaelber-reist

http://www.maz-online.de/Lokales/Havelland/Drei-Woelfe-leben-auf-dem-Truppenuebungsplatz-Klietz

 

Related Post

Facebookmail
Facebook

7 Gedanken zu „Faktencheck in Sachsen-Anhalt: Kälbchen als Köder für Wölfe?

  1. „Wieder ein Fall von einem Projekt zum Anfüttern von Wölfen, damit dann der Abschuss gefordert werden kann?“
    Jedem sollte mittlerweile klar sein, wozu diese „Leute“ imstande sind. Das sind Kriminelle, nichts anderes.

  2. Weidetier Haltung finde ich gut! Auch bin ich für Weide Entnahmen. Aber bei Weide Entnahmen werden Schalldämpfer benutzt. Ob man in der Nähe von Truppenübungsplätzen, seine Tiere weiden lässt ist das eine. Natürlich bin ich für die Abschaffung der Nutztierhaltug im allgemeinen. Aber es ist sehr wohl bekannt, der Wolf zieht sich, zurück in die Nähe der Truppenübungsplätzen. Dies ist kein Fall von anfüttern für mich, sondern der Wolf wird bewusst zu den Tieren geführt, um diese zu reißen. Ginge es dabei um einen Diebdtahl, wäre es eine Verleitung zum Diebstahl. Ich kann es nicht mehr ertragen!! Es gibt 600 Wölfe!! Die am leben gelassen werden sollen! Wenn ich die Presse und auch zum Teil Hysterie Kommentare auf euren Petitionen lese, könnte man denken es wären 6 Millionen Wölfe! Es ist an der Zeit der Mensch, muss mit diesen Kollateralschäden durch den Wolf leben! Schluß aus Ende! Wer den Wolf jagen will, verstößt gegen geltendes Recht. Verstehen diese Agrarwirtschafts, Nutztierhalter, und Hobbyjäger dies nicht?! Sind Sie zu blöde haben Sie nicht mitbekommen was die EU dazu sagte?!

    1. Jetzt hab ich doch glatt was vergessen! Deren Prestige Weidetiere, ist doch eh nur Lug und Trug! Am 01.06 war ich auf der Mahnwache gegen die Milchproduktion! Diese glücklichen paar Kühe die auf die Weide dürfen, sind doch nur Alibi!! Denn in Wahrheit sind die meisten der 5 Millionen Kühe eingepfercht! Die Kälber werden von den Müttern getrennt- kommen einzeln in Iglus. Da werden diese weiblichen Kälber mit einer Billigflüssigkeit aufgezogen. Den männlichen geht es noch schlimmer!! Die werden zum Sterben liegen gelassen. Ist genau wie beim Kückenschredern!! Aber der Wolf hat sich eines geholt!! Ich kann es nicht mehr hören!! Ich habe die wahren Zahlen der Nutztierhaltung! Sind von Menschen für Tierechte Bayern, Elisabeth Mederer. Wir können in Bayern den meisten Alibi Haltern nachweisen, ihre Erträge kommen aus den Tierfabriken. Die sind grausam nicht der Wolf. Oder ist das ganze jetzt zuviel? Schulze – Föcking?? Schweinehochhaus?? Werden die Menschen wach?? Jetzt nehmen sie zum Vertuschen den Wolf bzw 600 Tiere!!!

  3. Eine verlogene, eingeschworene Gemeinschaft, die mit übelsten Intrigen nicht spart und zum Ziel hat, dass immer wieder Wölfe getötet werden. Ein verdammtes Gesindel, diese menschlichen Bestien, die ihre armen, ihnen so am Herzen liegenden ? Tiere opfern nur, um ihr Ziel zu erreichen.

  4. Der Mensch ist und bleibt das schlimmste
    Raubtier auf unseren Erde.
    Nach über 100 Jahren ist der Wolf zurück
    und der Mensch ist nicht in der Lage
    dieses wundervolle Tier in seiner Lebensweise
    zu akzeptieren.
    Millionen Menschen sollten aufstehen um für die Tiere unserer Erde 🌏 zu kämpfen,
    genauso wie Hunderttausende Menschen
    wieder jubeln über Tore bei der blutiger
    Fußball WM 2018 in Russland. Die
    Streunerhunde von Russland haben einen hohen Preis gezahlt, nämlich mit einem grausamen, wiederlichen Tod. Das ist der Mensch unser schlimmstes Raubtier .
    💫🐕✨🐺🌟 Der Wolf, Urvater all unser
    Hunde mit welchem Recht tötet ihr uns ❤️🌟💫✨🌟

  5. Es ist gut, dass ihr so zeitnah und intensiv recherchiert, die Fotos zeigen die wahre Lage vor Ort. Es sei denn , es gibt wieder so einen Oberschlauen, der behauptet , die Kuhherde samt Zaun wurde manipuliert bzw. zurechtgerückt ….

  6. Nebenerwerbsschäfer/-Landwirte wollen nicht selten eine müde Mark (EURO) nebenbei machen. Die Weidetiere verpflegen sich selbst (das Gras wächst von alleine), und die Tiere werden im Herbst Gewinn bringend einem grausamen Tod (auch dem Schächten) zugeführt.
    Keine großartige Arbeit ist von Nöten, noch nicht einmal ein (oder mehr) Hütehund(e) sind erforderlich. Eine Blamage ist so eine liederliche Zaunanlage ohne Strom; welches Raubtier soll ein solch kümmerlicher Zaun wohl fernhalten?
    Da fehlt nur noch das zarte „Rotkäppchen“, das dem „Bösen Wolf“ Benimm beibringt?
    Liebe Landwirte und Jäger, zerstört nicht alle Natur! Glyphosat und dergl. machen der Menschheit schon zu viele Sorgen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.