Eine neue Studie aus den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS), wirft ein faszinierendes Licht auf die prähistorischen Beziehungen zwischen Menschen und Wölfen. Auf der isolierten Insel Stora Karlsö in der Ostsee entdeckten Forscher Knochenreste zweier Grauwölfe aus der Stein- und Bronzezeit (ca. 5.000–3.000 Jahre alt), die auf enge Interaktionen mit Menschen hindeuten. Darunter die Reste eines klein gewachsenen Wolfes und eines behinderten Wolfes. Tiere, die während ihres Lebens wohl gefüttert wurden. Dieser Fund unterstreicht, dass Menschen bereits vor Tausenden von Jahren Wölfe nicht nur jagten, sondern sich um diese kümmerten und in ihrer Nähe hielten – möglicherweise für Jagdunterstützung, rituelle Zwecke oder als Haustiere. Heute sehen wir Parallelen in aktuellen Fällen weniger scheuer Jungwölfe, die Experten wie Günther Bloch als „Typ A“ klassifizieren: neugierige, mutige Individuen, die natürlicherweise weniger scheu sind und durch menschliche Einflüsse habituiert werden können. Wir vergleichen die Fälle Großhennersdorf, Drenthe und Jessen mit den Ergebnissen der Studie.
Aktuelle Fälle in Deutschland und den Niederlanden untermauern dies und zeigen, dass Habituation oft menschlich verursacht ist – ein modernes Echo der prähistorischen Haltung?
Zusammenfassung der Studie

Vor 3.000 bis 5.000 Jahren lebten Menschen auf einer winzig kleinen Insel in der Ostsee namens Stora Karlsö (nur 2,5 Quadratkilometer groß, weit weg vom Festland). Auf dieser Insel gab es von Natur aus gar keine großen Landsäugetiere – Wölfe konnten also unmöglich allein hinschwimmen oder übers Eis laufen. Trotzdem haben Forscher in einer Höhle dort Knochen von zwei echten Grauwölfen gefunden. Die Wissenschaftler haben die Knochen genau untersucht:
- DNA-Analyse → Es waren 100 % wilde Grauwölfe, keine Hunde und auch keine Mischlinge.
- Ernährung (durch chemische Tests an den Knochen) → Die Wölfe haben fast nur Fisch und Robbenfleisch gefressen – genau wie die Menschen dort, die Robben jagten und fischten. Normale, wilde Wölfe jagen lieber Rehe oder andere Tiere auf dem Land, also haben die Menschen die Wölfe wahrscheinlich mitgefüttert.
- Knochenbau → Einer der Wölfe war ziemlich klein (wie bei Tieren, die lange in der Nähe von Menschen leben). Der andere hatte eine schwere Verletzung am Bein und konnte kaum laufen – trotzdem hat er lange überlebt. Ohne Hilfe von Menschen wäre das unmöglich gewesen.
Die Forscher sagen: Die Menschen haben die Wölfe mit dem Boot auf die Insel gebracht und dort lange Zeit mit ihnen zusammengelebt. Sie haben sie gefüttert, gepflegt und vielleicht sogar für die Jagd oder aus anderen Gründen bei sich gehabt – alles lange bevor es die ersten richtigen Haushunde gab. Das zeigt: Die Beziehung zwischen Menschen und Wölfen war schon vor Tausenden von Jahren viel enger und vielfältiger, als man früher dachte. Es ging also nicht nur ums Jagen oder Angst voreinander – manche Menschen haben Wölfe richtig gehalten und versorgt. Die Studie ist sehr spannend, weil sie zeigt, wie flexibel Menschen damals mit Wildtieren umgehen konnten und weil sie ein Schlaglicht auf den teilweise hysterischen Umgang mit Wölfen von heute legt.
Unsere eigene wilde Seite

Quelle:
https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.2421759122DOI: 10.1073/pnas.2421759122Autoren: Linus Girdland-Flink, Anders Bergström, Jan Storå, Erik Ersmark, Jan Apel, Maja Krzewińska, Love Dalén, Anders Götherström und Pontus Skoglund (Senior-Autor vom Francis Crick Institute).
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2 Gedanken zu „Der kleine Wolf von Stora Karlsö – Ein prähistorisches Vorbild für moderne Koexistenz mit mutigen Jungwölfen“
Schon im Buch “ Julie von den Wölfen“ wird die Geschichte vom Eskimomädchen Miyax und dem Zusammenleben mit den Wölfen erzählt. Das Buch ist traurig, aber sehr lesenswert.
in nordamerikanischen gefilden haben die „indianer“ mit den wölfen in ihren umgebungen ganz-selbstverständlich zusammengelebt, sie angefüttert und „abgeschlagen“, sie als essabfälle-entsorger genutzt, ihnen bei schlechtwetter teils quartier gegeben, usw, alles überhaupt kein problem, und ähnlich wars bei unseren vorfahren in europa, erst das gottverdammte christentum hat dann bestimmte tiergruppen wie rabenvögel, mäuseartige, eulen, katzen, wölfe usw als „höllentiere“ stigmatisiert und das mit bekloppten legenden wie „heiligem hubertus“ etc unterfüttert (siehe die bis heute ganzen „christlich“-verbrämten jagdtraditionen) , wodurch die agenda bestimmte tiere-arten zu verfolgen und möglichst auszurotten in den vordergrund geriet („macht euch die tiere untertan“, statt: begegnet ihnen auf augenhöhe, wie etwa im buddhismus ganz selbstverständlich)