Leak entlarvt: Flasbarths Daten-Trick soll den Wolf zum Freiwild machen

Die Rückkehr des Wolfs in Deutschland sollte eine Erfolgsgeschichte des Naturschutzes sein: Eine streng geschützte Art, die Dank EU-Recht (FFH-Richtlinie) wieder Fuß fasst. Doch ein neuer Bericht der Aktionsgemeinschaft Naturschutz und Artenschutz (ANCA) vom 9. Dezember 2025 zeigt das Gegenteil: Interne Dokumente des Bundesamts für Naturschutz (BfN) belegen, wie Staatssekretär Jochen Flasbarth (SPD) wissenschaftliche Empfehlungen systematisch ignoriert und manipuliert hat, um den Wolf als „nicht gefährdet“ zu verkaufen. Der Leak ist wahrlich kein Weihnachtsgeschenk für die Lobbyisten, denn er stärkt die Klage von Green Impact.

Was ANCA als „politische Übersteuerung“ beschreibt, wirkt aus unserer Sicht wie ein gezielter Schlag gegen den Artenschutz – und riecht nach Korruption im Schatten der Macht. Denn Flasbarth war nicht irgendwer: Er war jahrzehntelang Präsident des NABU, dem größten Naturschutzverband Deutschlands. Und sein Chef, Umweltminister Carsten Schneider (ebenfalls SPD), sitzt in einem System, das mehr auf Lobby, als auf Fakten setzt. Ist das noch Naturschutz – oder Brot und Spiele für die Massen, während Großkonzerne im Hintergrund die Fäden ziehen?
Beispielfoto Wolfsrudel. © Brigitte Sommer

Die Enthüllung: Wissenschaftliche Daten werden politisch umgedeutet

Der ANCA-Bericht basiert auf einem nie veröffentlichten BfN-Entwurf zur EU-Art-17-Berichterstattung. Darin wird der Wolf in der kontinentalen Region klar als gefährdet eingestuft: Modelle zeigen ein potenzielles Habitat von bis zu 273.100 km², das für eine stabile Population über 100 Jahre reichen würde. Die Referenzpopulation (Minimum Viable Population) liegt bei 282 Rudeln oder Paaren – unterhalb davon droht Aussterben. Doch Flasbarth drängte auf einen „referenzbasierten Ansatz“: Nur die aktuell besiedelte Fläche von 80.578 km² zählt, die Population schrumpft auf 187 Einheiten. Ergebnis? Der „günstige Erhaltungszustand“ wird künstlich hergestellt – trotz stagnierender Bestände (DBBW-Daten 2024/25: Keine Zunahme, Rückgänge in NRW, Hessen, Bayern und Rheinland-Pfalz) und Verdacht auf illegale Abschüsse.
Warum? Die Dokumente sprechen Bände: „Die Politik definiert das Ziel neu, bis ‚grün‘ herauskommt.“ Südliche Bundesländer wie Baden-Württemberg und Bayern werden per GIS-Tool als „ungeeignet“ abgehakt, obwohl Modelle das Gegenteil belegen. Das öffnet Türen für mehr Abschussgenehmigungen und „wolfsfreie Zonen“ – ein Geschenk an Jagd- und Agrarlobby. ANCA nennt es „Ups! Verschollener BfN-Wolfsbericht wieder aufgetaucht“ – wir sagen: Das ist kein Versehen, das ist System und ähnelt den Umgang mit „Der Wissenschaft“ in der Corona-Krise. 

Jochen Flasbarth: Vom NABU-Präsidenten zur Lobby-Marionette?

Hier kommt der Korruptionsverdacht ins Spiel – und er ist kein Hirngespinst. Jochen Flasbarth war von 1992 bis 2003 hauptamtlicher Präsident des NABU, davor und danach in führenden Positionen. Als SPD-Mitglied seit 1980 baute er Brücken zwischen Umweltschützern und Politik auf – oder, wie Kritiker es sehen: Er schuf ein Drehkreuz, in dem Interessen verschwimmen. Unter früheren Ministern wie Hendricks und Schulze war er die „treibende Kraft hinter dem Thema Wolf“, immer mit dem Ziel, den Schutz zu „flexibilisieren“. Nun, als Staatssekretär, jongliert er wissenschaftliche Daten einfach um, als wäre es sein persönliches Projekt. NABU schweigt dazu – kein Wunder, wenn der  neue Präsident ein Jäger ist. Ist das Zufall? Oder ein Fall von „revolving doors“, bei dem Ex-Verbandschefs in der Politik landen und alte Netzwerke nutzen, um Lobby-Interessen durchzusetzen? Korruption im klassischen Sinne? Vielleicht nicht strafrechtlich, aber moralisch ein Skandal. Der NABU, der Millionen an Spenden und Fördergeldern kassiert, hätte hier längst Sturm laufen lassen müssen – stattdessen: Funkstille.

Carsten Schneider: Der stille Dirigent im SPD-Orchester

Und sein Chef? Carsten Schneider, seit Mai 2025 Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit, ist der Prototyp des karrierebewussten SPD-Politikers: Geboren 1976 in Erfurt, verheiratet, zwei Kinder, seit 1998 MdB für Erfurt/Weimar. Von 2021 bis 2025 war er Staatsminister und Beauftragter für Ostdeutschland, davor Budget-Sprecher der SPD-Fraktion. Keine direkte NABU-Vergangenheit, aber tief in der Parteimaschinerie verwurzelt – und somit abhängig von Koalitionsspielchen mit Grünen und FDP. Im Wolfs-Kontext übermittelte er kürzlich „nationale Daten“ an Brüssel, die eine „günstige“ Entwicklung bescheinigen – basierend auf Flasbarths Manipulationskunst. Schneider posiert auf X und Instagram als Naturschützer, doch seine Bilanz? Stagnierende Bestände, wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. sagen sogar, dass die Bestände rückläufig sind, werden als Erfolg verkauft, während illegale Abschüsse boomen. Vor diesem Hintergrund wirkt sein Ministerium wie ein Puppentheater: Schneider dirigiert, Flasbarth zieht die Fäden – und die  Wissenschaftler, die die Daten liefern, sind zudem auch noch weisungsgebunden. 
Beispielfoto: Sieben Monate alter Wolfswelpe.

Die großen Verbände: Glaubwürdigkeit im Sinkflug?

Hier wird es richtig bitter: Verbände wie NABU, BUND oder WWF haben Millionenbudgets und Gremiensitze – genug Power, um Systeme zu kippen. Doch sie tun es nicht. NABU kritisiert zwar den Berliner Senat für „Fake News“ zu Wölfen oder die EU-Kommission für Abschwächungen, aber gegen eigene Ex-Präsidenten? Fehlanzeige. Interne Krisen, wie der Rücktritt des NABU-Klimachefs 2022 wegen zu windkraftkritischer Haltung, zeigen: Der Verband balanciert auf dem Seil zwischen Lobbyinteressen – und kippt. Korruptionsvorwürfe? Ein NABU-Ortsverein (Freudenstadt) nennt es glatt „Wissenschaftsbashing, Korruption, Verschwörung gegen den Wolf“. Andere sehen NABU als „Geschäftsmodell Wolf“: Spenden kassieren, aber Kompromisse mit Jägern machen. Wie glaubwürdig sind diese Riesen noch? Wenn sie Macht und Geld haben, echte Veränderungen zu realisieren, aber stattdessen schweigen, während Ex-Funktionäre das Gegenteil von dem tun, was richtig wäre, dann riecht das nach Komplizenschaft. Es ist, als ob die alten Römer wieder da wären: Brot und Spiele für das Volk (Aufklärungs-Kampagnen, Symposien), während im Hintergrund Großkonzerne wie Agrariesen, Rüstungskonzerne und Pharmariesen (via Weide-Lobby) lenken. Der Wolf? Collateral Damage in einem Zirkus, wo der Applaus für den „Schutz“ tobt, die Ketten aber enger werden.

Fazit: Der Vorhang ist gefallen – Zeit, den Zirkus zu verlassen

Der ANCA-Bericht ist kein Weckruf mehr – er ist die nackte Bestätigung dessen, was wir schon lange wissen:
Der „Naturschutz“ ist ein gut inszeniertes Theaterstück. Wissenschaftler werden gekauft, die Daten gedreht, die Verbände schweigen oder spielen mit – und am Ende tanzen alle nach der Pfeife der Agrar- und Jagdlobby. Egal ob SPD, Grüne, Linke, BSW, CDU oder FDP – alle Parteien knicken ein, wenn die richtigen Konzerne Druck machen. Die Rechten sind nicht die einzigen, die sich verkauft haben. Sie sind nur die Lautesten. Die AfD sagt ganz offen, dass sie Wölfe abschießen will. Und sie ist für Aufrüstung.
Noch mehr Protestschreiben, noch mehr Petitionen, noch mehr „konstruktive Gespräche“ werden dieses System nicht mehr reparieren. Sie sind nur noch Teil der Show – Alibi-Übungen, die den Eindruck erwecken sollen, Demokratie würde funktionieren, während hinter den Kulissen längst alles entschieden ist. 
  • Einigung der Ministerien: Am 7. November 2025 haben BMLEH (Alois Rainer, CSU) und BMUKN (Carsten Schneider, SPD) ein „umfassendes Paket“ vereinbart: Aufnahme ins BJagdG, Anpassungen im Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) und Stärkung des Herdenschutzes. Das soll Bestandsmanagement erlauben, wo der „günstige Erhaltungszustand“ (GEZ) gegeben ist – ironischerweise basierend auf den manipulierten BfN-Daten, die Flasbarth „grün“ gefärbt hat.
  • Verbändeanhörung abgeschlossen: Der DJV (Deutscher Jagdverband) hat am 3. Dezember 2025 Kernforderungen eingebracht, z. B. Jagdzeit Juni–Oktober auf Jungtiere, um Rudelstrukturen zu erhalten und Risse zu senken.

Es ist Zeit, die Realität zu erkennen:

Dieser Politikzirkus lässt sich nicht mehr von innen reformieren. Wer weiter mitspielt und hofft, die nächste Partei, der nächste Politiker würde als Rettung parat stehen, liefert nur die Statisten für die nächste Runde „Brot und Spiele“. Wer den Wolf wirklich schützen will, muss raus aus dem Zirkus. Hin zu echter Unabhängigkeit, zu direkter  Bürgerkontrolle vor Ort – und zu einem Naturschutz, der sich nicht länger vor der Politik auf die Knie zwingt. Denn solange wir noch mitmachen, gewinnen sie. Der Schlüssel ist, nicht mehr mitzuspielen. Indem wir uns von abhängigen Strukturen lösen und eigene Macht aufbauen, zwingen wir das System zur Veränderung. Es wird hart, aber der Wolf hat keine andere Chance.

 

Leak stärkt EuGH-Klage: Kein Weihnachtsgeschenk für die Lobby

Im Kontext der manipulierten BfN-Daten und des Herbst-UMK-Beschlusses (November 2025) gewinnen die Klagen von Green Impact an Dynamik. Die Organisation, eine italienische Umwelt-NGO, hat bereits im Dezember 2024 eine wegweisende Klage vor dem EuGH eingereicht (Rechtssache T-634/24), die die Herabstufung des Wolfs in der Berner Konvention angreift. Sie wurde im Februar 2025 angenommen und zielt auf Nichtigerklärung ab, mit Argumenten wie fehlender wissenschaftlicher Basis und Verstoß gegen FFH-Richtlinie Art. 16.

Quellen:

https://anca.at/neue-interne-dokumente-belegen-wie-der-staatssekretar-des-bundesumweltministeriums-beim-wolf-die-wissenschaft-beiseite-schob/?utm_source=facebook&utm_medium=jetpack_social&fbclid=IwY2xjawOmNIlleHRuA2FlbQIxMQBzcnRjBmFwcF9pZBAyMjIwMzkxNzg4MjAwODkyAAEe07pe8BhA0CYUbkb5uZZdq0Aa3EWg5xZI4N-wEJt3_6MEFyXuGb-gF_EmQzw_aem_XGm5PokraY4wdOK8CDSxbA

https://wolfsschutz-deutschland.de/2025/11/18/wiederentdeckter-bfn-wolfsbericht-entlarvt-fake-news-der-regierung-wolfsbestand-laut-wissenschaftler-gefaehrdet/

https://wolfsschutz-deutschland.de/2025/05/18/der-wolf-und-der-schutz-ein-gerichtsfall-in-europa/

 

Spiel auffordernder Wolfswelpe im Alter von zirka 7 Monaten.

 

Wer Wölfe wirklich schützen will, kann das nicht vom Sofa oder hinter dem Bildschirm erledigen. Man muss rausgehen – genau dorthin, wo die Wölfe leben. Nicht, um die Tiere zu stören, sondern um denen ins Handwerk zu pfuschen, die ihnen nach dem Leben trachten.
Vor Ort sein. Sehen, hören, spüren, was wirklich passiert. Kein Livestream, kein Satellitenbild und kein noch so emotionaler Post ersetzt das. Das geht nur mit Menschen, die fit sind, gerne wandern, die Natur lieben und bereit sind, Zeit und Energie zu investieren, um an unserem internen Wolfsmonitoring teilzunehmen.
Eigentlich könnten wir es längst schaffen: Für jedes Wolfsrudel in Deutschland echte Beschützer vor Ort zu haben – Menschen, die präsent sind, dokumentieren, eingreifen, wenn nötig, und einfach zeigen: Hier passen wir auf. Also: Runter vom Sofa, weg von der Tastatur, raus ins Revier.
Die Wölfe brauchen Euch im echten Leben.
Macht mit. Wir garantieren unseren Aktiven Anonymität und statten sie mit allem aus, was gebraucht wird: https://wolfsschutz-deutschland.de/mitglied-werden

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Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

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EU-Stopp für Schwedens Wolfsplan: Hoffnung oder reines Politiktheater?

Der kürzlich veröffentlichte Artikel des Österreichischen Naturschutzbundes ANCA – „EU-Kommission stoppt Schwedens Wolfsplan – Warum 170 Tiere nicht reichen“ – hat in Naturschutzkreisen berechtigte Aufmerksamkeit erregt. Die EU-Kommission hat den schwedischen Art-17-Bericht zum Wolf zurückgewiesen, weil Schweden eine „favourable reference population“ (FRP) von nur 170 Tieren festgelegt hat – eine Zahl, die als politisch motiviert und wissenschaftlich unhaltbar kritisiert wird. Wir von Wolfsschutz Deutschland e.V. begrüßen diesen Schritt zunächst als positives Signal. Doch bei genauerer Betrachtung müssen wir warnen: Ist das ein echter Durchbruch für den Wolfschutz oder nur ein weiteres Stück im großen Politiktheater, das uns mit falscher Hoffnung betäubt? Lassen Sie uns die Realität betrachten, bevor wir jubeln – und daraus lernen, wie wir in Deutschland handeln müssen.

Der Schweden-Fall: Ablehnung mit Auflagen, kein echter Stopp

Laut ANCA hat die EU-Kommission den Bericht abgelehnt, weil der FRP-Wert nicht mit dem „„minimum viable population““ (MVP, ca. 170 Tiere) identisch sein darf. Der günstige Erhaltungszustand muss höher liegen, um Puffer gegen Inzucht, Klimawandel und Habitatverlust zu bieten – Experten empfehlen 300–400 Tiere. Schweden hat zudem weite Teile des natürlichen Verbreitungsgebiets aus der Referenzreichweite herausgerechnet, was gegen fachliche Vorgaben verstößt. Die skandinavische Wolfspopulation ist genetisch schwer belastet: Sie stammt von wenigen Gründertieren ab, hat in fünf Generationen 10–25 % genetische Variation verloren und trägt bis zu 100.000 schädliche Mutationen pro Individuum. Studien wie die von Smeds et al. (2022) und Villemala (2013) unterstreichen diese Vulnerabilität. Ohne Zuwanderung droht Inzuchtdepression – ein Risiko, das Schwedens politischer Wert von 170 Tieren ignoriert. General-Direktor Eric Mamer von der EU-Kommission nennt das „nicht richtlinienkonform“. In Nachbarländern wie Finnland und Norwegen werden ähnliche Praktiken kritisiert: Exzessive Jagdquoten behindern die Erholung und genetische Vielfalt. Die Kommission fordert einen grenzüberschreitenden Kontext – ein klares Signal gegen nationale Manipulationen.
Doch hier die harte Realität: Das ist kein vollständiger Stopp, sondern eine Rücksendung mit Überarbeitungspflicht. Schweden darf weiter gezielte Abschüsse durchführen und Quoten-Jagden (z. B. 30 Tiere im Januar 2025) laufen ungestört. Historisch hat Schweden mehrmals EuGH-Urteile kassiert (z. B. 2011 und 2019), aber wenig geändert – die Population stagniert bei 300 Tieren mit hohem Inzucht-Risiko.
Beispielfoto Wolf. © Brigitte Sommer

Parallelen zu Deutschland: Ein Warnsignal, das wir nicht ignorieren dürfen

Der ANCA-Artikel zieht explizite Parallelen zu Deutschland, wo Bewertungsparameter ohne wissenschaftliche Grundlage verändert werden – etwa durch Umschichtung von Referenzgrößen. Das erinnert an den Entwurf von Landwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU): 20-Kilometer-Abschusszonen nach einem Riss, präventive Rudel-Tötungen, wolfsfreie Zonen in sensiblen Gebieten und Streichung des § 45a im Bundesnaturschutzgesetz. Auch hier wird der „günstige Erhaltungszustand“ in zwei von drei Regionen deklariert, um Abschüsse zu rechtfertigen – trotz fragiler Population und genetischen Risiken. Experten wie Ilka Reinhard vom LUPUS-Institut warnen: Solche Maßnahmen erhöhen Nutztierschäden, statt sie zu mindern. Doch der Schweden-Fall zeigt: Solche Manipulationen werden nicht toleriert – oder doch? Die EU-Herabstufung des Wolfs von „streng geschützt“ zu „geschützt“ im März 2025 gibt Ländern mehr Flexibilität. In Deutschland droht zudem die Abschaffung des Verbandsklagerechts (angekündigt 2025), was Verbänden die Möglichkeit nehmen wird, juristisch einzugreifen. Das Monitoring ist an Jäger übertragen – ein klarer Interessenkonflikt. Es ist, als ob die Politik systematisch Kontrollen demontiert, während sie mit „Mahnungen“ wie in Schweden den Anschein von Fairness erweckt.

Hopium und Verrohung: Die tieferen Strukturen erkennen

Hier greifen wir auf die Analysen von Tom-Oliver Regenauer in seinem Buch „Hopium“ zurück: Diese kleinen „Siege“ wie der Schweden-Stopp sind oft nichts als Hopium – eine Droge aus falscher Hoffnung und Betäubung, die uns passiv macht, während Konzernlobbyisten die Agenda diktieren. Regenauer beschreibt die Polykrise als suizidales Manöver, in dem Korporatismus Empathie zerstört und Chaos nutzt, um Autoritarismus zu festigen. Der Wolf ist ein Symbol dafür: Eine Regierung, die massenhaft Jagd ermöglicht, will die Menschen verrohen – wie Rainer Mausfeld warnt, erzeugt sie Angst und Verwirrung, um demokratischen Widerstand zu lähmen. Friedrich Schillers Worte passen perfekt: „Der Krieg macht aus Eisen Gold und aus Menschen Tiere.“ Hier wird aus Munition Profit und aus Bürgern verrohte Zuschauer. Es ist weder der Wille, noch das Interesse der Mehrheit, ein Gemetzel anzurichten – Umfragen zeigen klare Unterstützung für Koexistenz. Doch wie Jean-Claude Juncker einst sagte: „Wir entscheiden etwas, lassen es liegen und schauen, was passiert.“ Solange kein Aufstand kommt, geht es Schritt für Schritt weiter – bis es kein Zurück gibt.
Beispielfoto spielende Wölfe. © Brigitte Sommer

Estland: Gericht gibt Jagd frei – und zeigt die wahre Richtung

Genau jetzt, im November 2025, hat das estnische Verwaltungsgericht Tallinn den Antrag der NGO Eesti Suurkiskjad abgelehnt, die gesamte Wolfsjagdsaison auszusetzen. Ergebnis: 84 Wölfe (ca. 12–15 % der Population) dürfen sofort geschossen werden. Das Gericht stützt sich auf das EuGH-Urteil C-601/22 (Juni 2025): Wenn ein Mitgliedstaat den „günstigen Erhaltungszustand“ national als gegeben erklärt, sind Abschüsse erlaubt – selbst wenn die Population genetisch belastet und fragmentiert ist. Das ist kein Einzelfall. Lettland jagt seit Jahren ohne große EU-Bremsen, Finnland und Norwegen tun Ähnliches. Der „schwedische Stopp“ wirkt vor diesem Hintergrund wie ein Alibi-Manöver: Hier ein kleiner Tadel, dort volle Jagdfreigabe.

Unser Aufruf

Aufhören, im Theater mitzuspielen.
Keine Energie mehr für Aktionen, die das System genau dafür vorgesehen hat. Unterstützungen an Verbände überdenken, die staatliche Unterstützungen erhalten. 
Wer das erkennt, der kämpft nicht mehr gegen Windmühlen.
Der kämpft endlich da, wo es wirklich weh tut.
Der Wolf ist nur das erste Opfer.
Das zweite sind wir – wenn wir weiter Applaus spenden, während das Licht ausgeht.
Quellen:

Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

Doch wir Helfer brauchen auch Hilfe. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende. Auch mit einem Dauerauftrag von 5 Euro im Monat können wir viel Gutes tun und weiter für unsere Wölfe kämpfen. https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

Wiederentdeckter BfN-Wolfsbericht entlarvt Fake-News der Regierung – Wolfsbestand laut Wissenschaftler gefährdet

Ein interner Fachbericht des Bundesamts für Naturschutz (BfN), der monatelang als „verschollen“ galt, ist wieder aufgetaucht. Dieser Bericht, der die wissenschaftliche Grundlage für den „günstigen Erhaltungszustand“ (FV) des Wolfs (Canis lupus) in Deutschland liefert, zeigt: Die Population ist weitaus gefährdeter, als die offiziellen Meldungen an die EU-Kommission suggerieren. Die Erkenntnisse stammen aus einem Artikel der österreichischen Naturschutzorganisation ANCA (Animal Nature Conservation Austria), die den Bericht erstmals öffentlich thematisiert.

Als Verein, der sich für den Schutz des Wolfs einsetzt, sehen wir in dieser Diskrepanz zwischen Wissenschaft und Politik einen Skandal, der den gesamten europäischen Naturschutz untergräbt. Wir danken ANCA für ihre mutige Berichterstattung und fordern sofortige Transparenz und Korrektur der irreführenden EU-Meldungen.
Beispielfoto Wolfsrudel © Brigitte Sommer

Der Kontext: Ein transparenter wissenschaftlicher Prozess – ignoriert von der Politik

Der BfN-Bericht entstand aus einem Auftrag der Umweltministerkonferenz vom Jahr 2020: Eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe sollte Referenzwerte für eine „günstige Referenzpopulation“ des Wolfs entwickeln, um die Erhaltungszustandsbewertung gemäß EU-FFH-Richtlinie (Artikel 17) fundiert zu gestalten. Die Staatssekretär-Arbeitsgruppe Wolf präzisierte dies: Vollständige Darstellung des Vorgehens, Prüfung von Modellen und einheitliches, wissenschaftlich tragfähiges Verfahren. Der vierjährige Prozess (2020–2023) war ein Meisterwerk interdisziplinärer Zusammenarbeit:
  • Forschungsauftrag ans Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) ab März 2022: Entwicklung eines Populationsviabilitätsmodells (PVA), basierend auf über 20 Jahren Monitoringdaten, einem Habitatmodell von 2020, Geburten- und Sterberaten. Dies ist die umfassendste Datenbasis für eine FFH-Art in Deutschland.
  • Genetische Analyse durch das Senckenberg-Forschungsinstitut, wie von der EU gefordert.
  • Begleitung durch einen siebenköpfigen Expertenbeirat (Fachleute für Populationsdynamik, Ökologie und Wolfsforschung).
  • Eingebundenheit der Bund-Länder-AG und Monitoringexperten aller Bundesländer, inklusive Workshops im September 2023 in Bonn.

Entscheidungen wurden in zwei schriftlichen Ergebnissen von den Ländern bestätigt. Der Entwurf der Berichte lag im Herbst 2023 vor und sollte die EU-Berichterstattung 2025 prägen. Stattdessen galt er als „verschollen“ und wurde in der politischen Debatte nie erwähnt – bis ANCA ihn ans Licht brachte.

Wissenschaftliche Kernbefunde: Der Bestand des Wolfs ist nicht „günstig“

Der Bericht leitet Referenzwerte ab, die eine langfristig stabile Population definieren. Basierend auf dem PVA-Szenario „2b_m22“ (Kipppunkt, ab dem Rückgangsrisiken steigen) liegt der Mindestwert für die Gesamtpopulation bei 339 Rudeln oder territorialen Paaren. Die Verteilung auf biogeografische Regionen:

 

Region
Referenzwert (Rudel/Paare)
Alpin
4
Atlantisch
53
Kontinental
282
Gesamt
339

Weitere Erkenntnisse:

  • Genetische Diversität: Noch instabil; die Population hängt von Genfluss aus Nachbarregionen (z. B. Alpen, Baltikum) ab. Ohne ausreichenden Zufluss droht Inzuchtdepression.
  • Aktuelle Rudelzahlen: Deutlich unter den Referenzwerten (z. B. Kontinentalregion: weit unter 282)
  • Habitat und Verbreitung: Erhebliche Flächen sind geeignet, bleiben aber unbesiedelt – durch Fragmentierung, Verkehrsmortalität und Barrieren
  • Zukunftsaussichten: Nicht „günstig“; Risiken durch menschliches Zutun 

Die interdisziplinäre Fachgruppe kam 2023 zu einem klaren Schluss: Der Erhaltungszustand des Wolfs ist ungünstig-schlecht (U2) in allen Regionen. Prinzip: „Wissenschaft bestimmt den Zustand – Politik bestimmt die Maßnahmen. Der Widerspruch: Politische FV-Meldung ignoriert die Wissenschaft. Trotz dieser Befunde meldete Deutschland 2025 der EU-Kommission:

  • Atlantische Region: Günstiger Erhaltungszustand (FV) – 31. Juli 2025.
  • Kontinentale Region: FV – Oktober 2025.

Diese Meldungen widersprechen dem Bericht fundamental: Keine neuen Daten rechtfertigen die Abkehr von den Referenzwerten und es fehlt an einer Erklärung für die Diskrepanz. Dies untergräbt die Glaubwürdigkeit des europäischen Naturschutzes und dreht Wissenschaft und Politik um. Dazu belegen auch die offiziellen Monitoringzahlen aus 24/25, dass der Erhaltungszustand des Wolfs in Deutschland nicht erreicht ist. 

Beispielfoto Wolf. © Brigitte Sommer

Danksagung an ANCA: Grenzüberschreitender Schutz für den Wolf

Wir danken ANCA – der Animal Nature Conservation Austria – herzlich für ihren Artikel „Ups! Verschollener BfN-Wolfsbericht wieder aufgetaucht – und er zeigt: Der Wolf ist gefährdeter als die Politik behauptet“ (veröffentlicht auf anca.at). ANCA, eine engagierte Plattform für Natur- und Artenschutz im Alpenraum, zieht Parallelen zu Österreich: Dort verzögert sich die EU-Berichterstattung seit elf Monaten (Stand November 2025) und politische Akteure ignorieren wissenschaftliche Warnungen. Der Wolf kennt keine Grenzen – ANCA’s Arbeit unterstreicht die Notwendigkeit einer Allianz für grenzüberschreitenden Schutz. Die Ergebnisse dürften auch einen neuen Blick auf das Tun der Schweizer Regierung werfen, die weitere Wölfe eines grenzüberschreitenden Rudels brutal und  ohne Einverständnis der italienischen Nachbarn getötet hat  

Wir fordern:

  1. Unabhängige Überprüfung der FV-Meldungen.
  2. Strengen Schutzstatus beibehalten.
  3. Übergabe des Wolfsmonitorings in die Hände einer tatsächlich regierungsunabhängigen Naturschutzorga und die Einbindung des LUPUS-Institutes in diese Orga 

 

Quelle mit Link zu dem verschollenen Bericht:

https://anca.at/ups-verschollener-bfn-wolfsbericht-wieder-aufgetaucht-und-er-zeigt-der-wolf-ist-gefahrdeter-als-die-politik-behauptet

 

Weitere Quellen

https://wolfsschutz-deutschland.de/2025/11/14/wolfsmonitoring-2024-25-die-offiziellen-zahlen-beweisen-der-guenstige-erhaltungszustand-ist-nicht-erreicht/

https://wolfsschutz-deutschland.de/2025/10/15/politische-willkuer-statt-wissenschaft-bmu-meldung-zum-guenstigen-erhaltungszustand-des-wolfs/

Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

Doch wir Helfer brauchen auch Hilfe. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende. Auch mit einem Dauerauftrag von 5 Euro im Monat können wir viel Gutes tun und weiter für unsere Wölfe kämpfen. https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/