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Wolfsschutz Deutschland übergibt Petition gegen das Abschießen der im Bayerischen Wald entlaufenen Wölfe an das Bayerische Umweltministerium

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Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und  Verbraucherschutz wird am Montag, den 23. Oktober 2017, die Petition entgegennehmen, die der Verein „Wolfsschutz-Deutschland“ gegen den Abschuss der Gehegewölfe gestartet hatte, die im Bayerischen Wald wegen eines offen stehenden Tores entlaufen waren. Die Petition haben innerhalb weniger Tag 29 000 Menschen unterschrieben. Zugleich hatte der Verein ein Gnadengesuch für die Tiere beim Bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer eingereicht.

„Wir hoffen auf ein Umdenken der Bayerischen Landesregierung“, so Wolfgang Riether, Vorsitzender des Vereins „Wolfsschutz-Deutschland“ zur  Reaktion des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt auf die Petition .

Eine Abordnung des Vereins wird die Petition am Montag um 14 Uhr übergeben und darstellen, warum die Tötung der Tiere nicht nur herzlos, sondern auch völlig unbegründet sei. Die bereits vollzogene Tötung von zwei dieser Wölfe sei nach Meinung von Riether ein weiterer Akt, der sich gegen die geschützten Tiere und EU-Richtlinien richte und sei aufs Schärfste zu verurteilen.

Riether stellte noch einmal klar, dass die Äußerung in einer Pressemitteilung des Nationalparkzentrums, die Wölfe würden alleine nicht überleben können und müssten abgeschossen werden, völlig absurd sei.

Der Verein Wolfsschutz-Deutschland fordert ein Ende des hysterischen und herzlosen Umgangs mit dem Wolf.  Riether erinnerte daran, dass schon vor 15 Jahren die Wölfin „Bärbel“ aus dem Klingenthaler Tierpark entkommen sei.  Er kämpfte damals um das Leben der Wölfin, die sich selbst aus der Gefangenschaft befreit hatte und durch mehrere Bundesländer wanderte. Riether reichte damals mehrere Gnadengesuche ein. Die Wölfin „Bärbel“ hatte sich, entgegen aller Behauptungen von Funktionären der großen Naturschutzvereine, alleine ernähren können und scheu auf Menschen reagiert,  obwohl sie als Tierparkwolf ebenfalls an Menschen gewöhnt gewesen sei. Als schließlich entschieden war, dass sie frei leben sollte, hatte ein Jäger aus Niedersachsen die Wölfin willkürlich erschossen. Die Geschichte ist hier nachzulesen: http://www.gepardenland.de/Wolf/Baerbel.htm

Riether stellt klar: „Wir fordern, dass die verbliebenen Wölfe, sollten sie nicht eingefangen werden können, in Freiheit leben können.  Wo sonst, wenn nicht im Nationalpark sei genug Platz für diese Beutegreifer.  Selbst wenn Tierparkwölfe an ihre Pfleger gewöhnt seien, würden sie auf fremde Menschen scheu reagieren. „Tierparkfütterung sei  nicht mit Anfütterung gleichzusetzen. Genau wie es Bärbel gelungen ist, würden auch diese Wölfe lernen, sich selbst zu versorgen.“

Schon der bekannte Wolfsforscher Dr. Erik Zimen, der im Nationalpark Bayerischer Wald das Verhalten von Wölfen und das von Wölfen, die mit Königspudeln gepaart wurden, erforschte, habe erklärt, dass Kühe, Schweine, Hunde und Katzen wesentlich gefährlicher seien als Wölfe.

Umfragen würden bestätigen, dass die meisten Menschen in Deutschland, Österreich und in Dänemark nach wie vor den Wolf begrüßen. Wolfgang Riether: „Der Wolf ist offiziell seit der Jahrtausendwende wieder hier in seiner Heimat. Allerdings werden Ängste geschürt von Funktionären der Landwirtschaft und den Jagdverbänden und nun auch von Dr. Leibl, dem Leiter des Nationalparkzentrums Falkenstein, aus dem die Wölfe entweichen konnten. „

Leider würden die Funktionäre der großen Naturschutzverbände nicht ihren Job machen, den Wolf zu schützen, sondern würden sich an derart herz- und sinnlosen Entscheidungen beteiligen. Der Fall der Wölfin „Bärbel“ habe dies eindeutig gezeigt.

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Gnadengesuch für die Nationalparkgehegewölfe an Horst Seehofer

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Offener Brief an den Bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer

horst.seehofer@csu-bayern.de

GNADENGESUCH für die Wölfe, die aus dem Nationalparkgehege entkommen sind.

Lieber Herr Seehofer,

als bekannter Tierfreund sind sie sicherlich dafür, dass der Wolf zu Bayern gehört. Wo, wenn nicht im Nationalpark, gibt es genug Platz für diese fantastischen Beutegreifer. In der Nacht vom vergangenen Freitag auf Samstag sind dort sechs Wölfe entkommen. Ihnen wird der Rummel und die Hysterie, die seither von Seiten des Nationalparkverwalters Dr. Leibl verbreitet wird, sicherlich nicht entgangen sein.

Zwei der Wölfe sind entgegen anderslautenden Aussagen des Betreibers – man wolle zuerst versuchen die Wölfe durch Betäubung wieder einzufangen –  erschossen worden. Ein Wolf wurde überfahren. Wir bitten um Gnade für die drei verbliebenen Tiere. Setzen Sie sich bitte dafür ein, dass die drei Wölfe in die Freiheit entlassen werden. Da es sich bei den Gehegewölfen nicht um Handaufzuchten handelt, sind die Tiere fremden Menschen gegenüber scheu. Sie wurden auch nicht per Hand gefüttert, sondern erhielten ihre Portionen mittels einem Zwischengehege. Selbstverständlich können sich die entkommenen Wölfe, entgegen Aussagen von Nationalparkmitarbeitern, selbst ernähren. Als Wildtiere verlieren sie ihren Instinkt selbst im Gehege nicht. Laut einer Mitarbeiterquelle des Parks soll Leibl in einer Versammlung gesagt haben, dass das Einfangen und Betäuben sowieso von Anfang an nicht gewollt gewesen wäre, sondern dies eine Alibiaussage für Tierschutzorganisationen gewesen sei. Ferner habe er auf eine Frage nach der Wiederintegration von eingefangenen Tieren mit Lachen sowie Kopfschütteln reagiert und der Aussage reagiert: „Das sei das letzte um was er sich Gedanken mache.“

Wie wichtig vielen Menschen ein mitfühlender Umgang mit diesen Wölfen ist, zeigt eine Petition – www.change.org/bayernwoelfe – an die Staatsministerin für Umwelt, die innerhalb von nur wenigen Tagen fast 30.000 Unterzeichner aufweisen kann. Außerdem ist es unmöglich, die entkommenen Wölfe von wildlebenden Artgenossen zu unterscheiden. Somit würde sich das Land Bayern nach EU-Recht sogar strafbar machen, falls ein frei lebender Wolf erschossen werden würde.

Wir vertrauen darauf, dass gerade Sie als Landesvater und Christ Mitgefühl mit diesen drei Geschöpfen haben, die genug Platz in einem riesigen Gebiet, wie dem Nationalpark haben.

Mit hoffnungsvollen Grüßen

Wolfgang Riether

Vorsitzender Wolfsschutz Deutschland in Pro Naturschutz Sachsen e. V. (GRÜNE LIGA Sachsen)