Abschuss ohne Anlass: Wie CDU und Grüne in Schleswig-Holstein den Wolf zum Freiwild machen

Es ist ein altbekanntes Spiel der Macht: Ein politischer Beschluss, der tiefgreifende ethische und ökologische Konsequenzen hat, wird hinter verschlossenen Türen vorbereitet, geräuschlos ins System eingespeist und anschließend auf der großen Bühne als „schmerzhafter Kompromiss“ inszeniert. Die Rede ist vom aktuellen Vorstoß zur Änderung des Landesjagdgesetzes in Schleswig-Holstein, der die anlasslose Tötung von Wölfen legalisieren soll. Wer das parlamentarische Verfahren der letzten Wochen analysiert, blickt hinter die Fassade einer kalkulierten Kommunikationsstrategie, die vor allem ein Ziel hat: Den organisierten Widerstand der Zivilgesellschaft zu lähmen.

Chronologie einer angekündigten Entrechtung

Der bürokratische Weg dieses Gesetzentwurfs zeigt exemplarisch, wie vollendete Tatsachen geschaffen werden, lange bevor eine breite Öffentlichkeit überhaupt davon erfährt.
    • 9. Juli 2026 – Die lautlose Weichenstellung: Der gemeinsame Entwurf von CDU und Grünen wurde als sogenannte „Formulierungshilfe“ (Unterrichtung 20/366) am 8. Juli digital erfasst und ging am 9. Juli offiziell in die Infothek des Landtags ein. Zu diesem Zeitpunkt – mitten im Sommerloch – blieb die Nachricht für die breite Öffentlichkeit nahezu unsichtbar. Die Verwaltungsmühlen mahlten im Stillen.
    • 27. August 2026 – Das Schautheater der ersten Lesung: Erst sechs Wochen später, zur ersten Lesung im Plenum, wurde das Thema öffentlich verhandelt. Hier erlebten wir ein perfekt choreografiertes Polittheater. Während die CDU erwartbar den harten Hund markierte, inszenierten sich die Grünen mit „Bauchschmerzen“. Die grüne Abgeordnete Silke Backsen trat ans Rednerpult, um wissenschaftliche Zweifel anzumelden und zu betonen, dass Abschüsse die Risszahlen gar nicht senken. Doch das ist reine Rhetorik zur Beruhigung der eigenen Basis. Am Ende stimmten die Grünen der Überweisung des Entwurfs pflichtbewusst zu.
    • Aktuelle Phase – Die bürokratische Verwaltung im Ausschuss: Derzeit liegt das Papier im Umwelt- und Agrarausschuss. Dort findet am Donnerstag, den 24. September 2026, die entscheidende Beratung statt. Hinter verschlossenen Türen wird hier die formale Beschlussempfehlung für das Plenum vorbereitet.
Beispielfoto Wolfsfamilie.

Der weitere Fahrplan: Die Illusion der Mitbestimmung

Nach der Ausschusssitzung am 24. September ist der Weg frei für das Finale. Da das schleswig-holsteinische Landesrecht standardmäßig nur zwei Lesungen vorsieht, wird das Gesetz im Spätherbst 2026 zur zweiten Lesung direkt wieder ins Plenum eingebracht. Eine dritte Lesung wird es nicht geben – es sei denn, eine Fraktion beantragt sie strategisch, was unwahrscheinlich ist. In dieser zweiten Lesung wird die schwarz-grüne Regierungsmehrheit den Entwurf final durchwinken. Das Gesetz ist damit beschlossen, wird im Gesetz- und Verordnungsblatt verkündet und tritt unmittelbar in Kraft.
Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. machen uns keine Illusionen: Dieser Entwurf wird durchgehen. Das Gesetz ist längst beschlossene Sache, das parlamentarische Verfahren nur noch die formale Abwicklung.

Das grüne Theater und die Blindheit der Bewegung

Dass die Grünen hier erneut ihre Kernwerte verraten, überrascht uns nicht – wir kündigen diese Entwicklung seit Jahren an. Sobald die Grünen Regierungsverantwortung übernehmen, mutiert der Artenschutz zur Verhandlungsmasse für den Machterhalt.
Dabei beobachten wir in der Natur- und Tierschutzszene eine gefährliche Schieflage der Wahrnehmung: Während viele Aktivisten und Verbände einen hochsensiblen, lautstarken Alarmknopf für alles entwickeln, was nach „schwarz-blau“ riecht, scheinen sie auf dem „rot-grünen“ Auge vollkommen blind zu sein. Wenn vermeintlich progressive Kräfte den Abschuss von geschützten Arten legitimieren, wird das als „realpolitische Notwendigkeit“ hingenommen oder mit Verweis auf den Koalitionsfrieden schöngeredet.
Es ist Zeit, den Blick für die Realität zu schärfen: Im Lobbyzirkus der Macht machen am Ende alle Parteien mit. Der Wolf hat im parlamentarischen Betrieb keine Lobby – außer uns. Wir werden diesen Bruch des EU-Rechts nicht tatenlos hinnehmen.

Werdet selbst aktiv: Geht in die Territorien und dokumentiert

Die Landesregierung setzt anscheinend darauf, dass Ihr schweigt, wegschaut und dieses Schauspiel resigniert am Bildschirm verfolgt. Das wollen wir nicht zulassen. Wenn die Politik den Schutz im Gesetz streicht, müssen wir den Schutz vor Ort organisieren. Werdet jetzt aktiv und zeigt Präsenz:
    • Geht raus in die Wolfsterritorien: Wir müssen vor Ort sein. Geht in die bekannten Wolfsgebiete, zeigt legale Präsenz auf den Wegen und behaltet die Landschaften im Blick. Wenn Jäger und Behörden wissen, dass die Natur kein rechtsfreier Raum ohne Zeugen ist, erhöht das die Hemmschwelle für illegale oder halblegale Grauzonen-Abschüsse massiv.
    • Dokumentiert, was vor sich geht: Nehmt Eure Smartphones und Kameras mit. Dokumentiert Unregelmäßigkeiten, auffällige Jagdakivitäten, Treibjagden in sensiblen Zonen oder den Zustand von vermeintlich unschützbaren Deichabschnitten. Erstellt Fotoprotokolle und haltet Beobachtungen akribisch fest. Nur mit harten Fakten und Bildmaterial können wir die Öffentlichkeit wachrütteln und rechtliche Schritte untermauern. Meldet Eure Sichtungen und Protokolle direkt an uns.
    • Teilt diesen Artikel: Verbreitet diesen Text in Euren Netzwerken, auf Social Media und in Foren. Durchbrecht das mediale Schweigen und die weichgespülten Pressemitteilungen der Koalitionsparteien. Die Menschen müssen erfahren, was hier im administrativen Hintergrund beschlossen wird.
    • Unterstützt unsere Arbeit: Der Kampf gegen dieses Gesetz wird vor allem ein aktiver und dokumentarischer sein. Unterstützt Wolfsschutz-Deutschland e. V. mit Eurer Spende oder werdet Mitglied: https://wolfsschutz-deutschland.de/mitglied-werden/ 

Lassen wir nicht zu, dass unsere Wölfe und unsere Natur zum Bauernopfer politischer Machtspiele werden 

Quelle:

Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

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Politisches Theater um den Wolf: Auch Brandenburgs Abstimmung entlarvt die große Heuchelei

Brandenburg hat es vorgemacht – und gleichzeitig entlarvt: Am 13. März 2026 stimmten im Potsdamer Landtag BSW, CDU und SPD dafür, den Wolf ins Landesjagdrecht aufzunehmen. Die AfD stimmte dagegen. Ausgerechnet die Partei, die sonst nie ein Blatt vor den Mund nimmt, wenn es um Wolfsabschüsse geht, votierte mit Nein. Ein scheinbar absurdes Bild. Doch es passt perfekt ins große Bild: Die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht ist längst beschlossene Sache – und die Landtagsdebatten sind nichts anderes als gut inszeniertes Theater.

Wichtige Inhalte aus der Pressemitteilung dazu: 

  • Der Landtag hat die Novellierung des Jagdgesetzes und eine Änderung der Brandenburgischen Jagddurchführungsverordnung beschlossen.
  • Damit wird der Wolf ins Landesjagdrecht aufgenommen (als jagdbare Art).
  • Das Ministerium setzt damit einen früheren Landtagsbeschluss um, den Wolf im ersten Quartal 2026 in die Liste der jagdbaren Tierarten aufzunehmen.
  • Ziel: Handlungsfähiger werden beim Umgang mit schadensstiftenden Wölfen (z. B. leichtere Tötungen, angeblich zum Schutz von Weidetieren).
  • Der Wolf bleibt vorerst ganzjährig geschont; praktische Änderungen ergeben sich aber in Kürze aus künftigen Managementplänen und dem Bundesrecht. 

Der bundesweite Flickenteppich – oder was davon übrig blieb

Brandenburg ist nur der jüngste Fall in einer langen Reihe. In Niedersachsen (2022), Hessen (Oktober 2024), Bayern (März 2026), Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz (2025) wurde der Wolf bereits ins Landesjagdrecht integriert – oft mit breiten Mehrheiten aus CDU/CSU, SPD, FDP und AfD. Die Grünen enthielten sich meist, stimmten dagegen oder blockierten (wie in Baden-Württemberg bis heute).
In Hessen stimmten CDU, SPD, AfD und FDP geschlossen zu, die Grünen enthielten sich mit dem üblichen Hinweis auf „mehr Herdenschutz“. In Bayern zogen CSU, Freie Wähler und AfD das neue Jagdgesetz durch – Grüne dagegen, SPD enthielt sich. In Rheinland-Pfalz drehte die Ampel-Koalition (SPD, Grüne, FDP) plötzlich und nahm den Wolf mit auf, obwohl die grüne Umweltministerin zuvor von einer „Scheinlösung“ gesprochen hatte. Nur in Brandenburg brach die AfD aus dem Schema aus – vielleicht aus reiner Profilierungssucht, vielleicht um zu zeigen: „Wir wären noch radikaler gewesen.“ Überall dasselbe Muster: Die Mitte und Rechte treiben es voran, die Grünen spielen die Bremser oder Enthaltenden – und die Öffentlichkeit soll glauben, hier werde hart gekämpft.
Beispielfoto Wölfe. © Brigitte Sommer

Die Umweltministerkonferenz: Der Moment der Wahrheit

Doch dann kommt der Knaller, der alles entlarvt: Auf der Umweltministerkonferenz (UMK) im November 2025 in Saarbrücken stimmten alle 16 Umweltministerinnen und -minister – quer durch alle Parteien – einstimmig für die Aufnahme des Wolfs ins Bundesjagdgesetz. Grüne Minister aus Baden-Württemberg, Niedersachsen, NRW, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Hamburg sagten Ja. SPD-Minister aus dem Osten sowieso. Keine Enthaltung, keine Gegenstimme.
Dieselbe Thekla Walker (Grüne, BaWü), die in Stuttgart noch blockiert, stimmte in Saarbrücken zu. Derselbe Christian Meyer (Grüne, Niedersachsen), der vor Ort Herdenschutz predigt, gab grünes Licht. Das war kein Zufall. Das war der echte Konsens – fernab der Kameras, fernab der Basis, fernab der Wähler. Wir berichteten hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2025/11/17/umweltministerkonferenz-in-saarbruecken-alle-parteien-einig-der-wolf-soll-ins-jagdrecht/

Heuchelei pur – und warum sie funktioniert

Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. sprechen seit Jahren von „Heuchelei“. Und wir haben haben recht. Die gleichen Minister, die auf Landesebene ihre Fraktionen gegen „Tötungsrausch“ wettern lassen, haben hinter verschlossenen Türen längst das Bundesrecht vorbereitet. Der Bundestag folgte am 5. März 2026 mit den Stimmen von CDU/CSU, SPD und AfD. Die Grünen und Linken votierten dagegen – wie erwartet. Der Bundesrat wird selbstverständlich folgen. Das Ergebnis steht fest: Der Wolf ist jagdbar, Problemwölfe können ganzjährig entnommen werden, in „günstigem Erhaltungszustand“ gibt es sogar reguläre Jagdzeiten.
Die Landtagsabstimmungen? Nur Kulisse. Sie erzeugen Schlagzeilen, mobilisieren die eigenen Lager, lassen Grüne als Retter der Natur und AfD als harte Hunde erscheinen – während die eigentliche Entscheidung längst in den Ministerien und im Bund getroffen wurde.
Die Heuchelei hört bei den Politikern nicht auf – sie reicht bis in NABU, WWF, BUND sowie auch kleinere Verbände hinein und zeigt sich besonders bei jenen Monitoring-Datenlieferanten in Brandenburg, die in sozialen Netzwerken den Wolf lieben, während sie ihm mit ihren Meldungen das Todesurteil schreiben. Wir berichteten auch hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2026/03/17/besenderung-von-woelfen-telemetriedaten-als-grundlage-fuer-kuenftige-abschuesse/
Beispielfoto Wölfe. © Brigitte Sommer

Machiavelli hätte seine Freude gehabt

Nicolo Machiavelli hätte dieses Schauspiel als Meisterleistung bezeichnet. In „Der Fürst“ schreibt er: Die Menge muss in der Illusion gehalten werden, sie habe Einfluss. Sie braucht ständig neue Hoffnung, neue Kämpfe, neue Feindbilder – sonst wird sie apathisch oder gefährlich. Genau das passiert hier. Die Politiker inszenieren einen erbitterten Streit auf der Bühne der Landtage, damit jede Wählergruppe ihr „Stück“ bekommt:
  • Die Landwirte denken: „Endlich wird was getan!“ – Währenddessen nehmen sie nicht wahr, dass ihnen im Hintergrund die Lebensgrundlage entzogen wird.
  • Die Naturschützer denken: „Wir müssen weiter kämpfen!“ – Sie diskutieren in sozialen Netzwerken und verfassen eine Petition nach der anderen. Alles Aktionen, die Zeit und Energie kosten, aber kaum etwas bewirken.
  • Die AfD-Wähler denken: „Die anderen sind zu weich!“ –
Und währenddessen wird die Agenda weiter durchgezogen. Apparire statt essere  – scheinen statt sein. Das ist Absicht. Eine machiavellistische Strategie, um die Wähler „bei der Stange zu halten“, wie Maciavelli treffend formulierte. Neue Hoffnung schöpfen, obwohl das Ergebnis längst feststeht.

Fazit: Das Theater läuft weiter –Wir sagen: „Lasst Euch nicht länger täuschen!“

Der Wolf wird nicht mehr streng geschützt. Das Bundesjagdrecht wird durchgehen. Die Länder können jetzt „Managementpläne“ machen und abschießen. Die großen Debatten in den Landtagen waren nur das Vorspiel. Das eigentliche Stück ist bereits geschrieben.
Für uns Wolfsschützer bedeutet das: Wir dürfen uns nicht mehr von der öffentlichen Inszenierung blenden lassen. Wir müssen die Hinterzimmer-Politik benennen, die UMK-Protokolle zitieren, die Widersprüche zwischen Minister- und Fraktionspositionen offenlegen. Nur so können wir die Heuchelei entlarven und echte Transparenz erzwingen.
Denn eines hat Machiavelli auch gelehrt: Wer das Theater durchschaut, kann es irgendwann selbst beenden.

Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

Doch wir Helfer brauchen auch Hilfe. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende. Auch mit einem Dauerauftrag von 5 Euro im Monat können wir viel Gutes tun und weiter für unsere Wölfe kämpfen. https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/