Der kleine Wolf von Stora Karlsö – Ein prähistorisches Vorbild für moderne Koexistenz mit mutigen Jungwölfen

Eine neue Studie aus den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS), wirft ein faszinierendes Licht auf die prähistorischen Beziehungen zwischen Menschen und Wölfen. Auf der isolierten Insel Stora Karlsö in der Ostsee entdeckten Forscher Knochenreste zweier Grauwölfe aus der Stein- und Bronzezeit (ca. 5.000–3.000 Jahre alt), die auf enge Interaktionen mit Menschen hindeuten. Darunter die Reste eines klein gewachsenen Wolfes und eines behinderten Wolfes. Tiere, die während ihres Lebens wohl gefüttert wurden. Dieser Fund unterstreicht, dass Menschen bereits vor Tausenden von Jahren Wölfe nicht nur jagten, sondern sich um diese kümmerten und in ihrer Nähe hielten – möglicherweise für Jagdunterstützung, rituelle Zwecke oder als Haustiere. Heute sehen wir Parallelen in aktuellen Fällen weniger scheuer Jungwölfe, die Experten wie Günther Bloch als „Typ A“ klassifizieren: neugierige, mutige Individuen, die natürlicherweise weniger scheu sind und durch menschliche Einflüsse habituiert werden können. Wir vergleichen die Fälle Großhennersdorf, Drenthe und Jessen mit den Ergebnissen der Studie.

Die PNAS-Studie vom 24. November 2025 enthüllt nicht nur den kleinen Wolf von Stora Karlsö, sondern auch einen zweiten, adulten Wolf mit einer schweren Beinfraktur. Trotz dieser Verletzung, die die Jagdfähigkeit stark einschränkte, überlebte das Tier lange genug, um zu heilen – ein klares Indiz für menschliche Pflege. Isotop-Analysen zeigten eine marine Ernährung (Fisch und Robben), die ohne menschliche Hilfe unwahrscheinlich gewesen wäre. Genetisch als echter Grauwolf bestätigt, deutet dies auf Transport per Boot und langfristige Versorgung hin, möglicherweise in einer symbiotischen Beziehung. Die Forscher schließen, dass prähistorische Menschen Wölfe aktiv hielten, was etablierte Domestizierungstheorien erweitert.
Beispielfoto Jungwolf, © Brigitte Sommer

Aktuelle Fälle in Deutschland und den Niederlanden untermauern dies und zeigen, dass Habituation oft menschlich verursacht ist – ein modernes Echo der prähistorischen Haltung?

Der jüngste Fall aus Jessen (Sachsen-Anhalt) ist ein Paradebeispiel und untermauert die Studie aktuell: Ein junger Wolf (ca. 9 Monate) sucht gezielt menschliche Nähe – ohne Aggression, aber mit fehlender typischer Scheu. Laut BILD-Artikel vom 4. Januar 2026 tauchte das Tier an Weihnachten 2025 erstmals bei der Hundeschule Wolf auf: Es beschnupperte Haustür und Vorgarten, zeigte Interesse an einer Hündin und „flirtete“ durchs Gitter. Das Tier trägt ein Sendehalsband (vom LUPUS-Institut), das wohl nicht mehr funktioniert. Jenseits der Landesgrenze in Sachsen soll er mehrmals menschliche Nähe aufgesucht haben. Am 18. Dezember 2025 verfing sich der Wolf in einem Weidezaun und verletzte sich – Experten hofften, die negative Erfahrung würde Scheu fördern. Stattdessen kehrte der Welpe  zurück und zeigte weiterhin reduzierte Fluchtdistanz. Eine Lebendfalle scheiterte bisher. Dieser Wolf ist kein „Problemwolf“ im aggressiven Sinne – er testet Grenzen, wie Typ-A-Tiere es tun. Parallelen zur Studie sind frappierend: Der prähistorische verletzte Wolf überlebte durch Pflege; der heutige könnte durch frühere Nähe (oder Verletzung) habituiert sein. Beides deutet auf flexible Mensch-Wolf-Beziehungen hin, die schon in grauer Vorzeit begannen. 
In Großhennersdorf, Sachsen, spiegelt der Fall vom 22. November 2025 eine ähnliche Dynamik wider. Der 7-monatige Welpe, der habituiert wirkte (Nähe zu Menschen, Spielverhalten), wurde hart vergrämt. Wir berichteten hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2025/12/12/update-zum-grosshennersdorf-protest-unser-widerspruch-gegen-die-art-der-vergraemung-steht-trotz-mobbing-und-doppelmoral/
In einer Kiste, umgeben von 20 Personen mit Lärm und Stößen, dann freigelassen mit GPS-Sender. Bloch’s Typ-A-Beschreibung passt: Neugierig, nicht aggressiv. Es gibt Verdacht auf Fütterung als Ursache, was an die Pflege des verletzten Wolfs erinnert – vielleicht eine unbewusste „Haltung“ durch Menschen. Wir von Wolfsschutz-Deutschland e.V. kritisierten die Methode als überzogen und forderten eine tierschutzgerechte Vergrämung: Untersuchung von Fütterungsquellen, Vergrämung mit Fluchtmöglichkeiten und Bildung, um Konflikte zu vermeiden. Der Welpe überlebte, ähnlich wie der prähistorische Wolf, dank (oder trotz) menschlicher Intervention. Laut einer Anfrage von uns nach dem Umweltinformationsgesetz gab es nach nach der „Hard Release-Vergrämung“ bis Stand 23.12.2025, zwölf weitere „Ereignisse“, davon drei mit der Einschätzung „verlangt Aufmerksamkeit“. Wir sehen darin ein starkes Indiz, dass der Welpe in seiner Kiste tatsächlich nicht wahrnehmen konnte, wer ihn da verschrecken wollte und die Aktion nicht mit Menschen in Verbindung bringt. Wir sehen uns daher in unserem Protest bestätigt. Weiter klärte die UIG-Anfrage, dass der Welpen mit der Kennung MT-15, genetisch zum Rudel Großhennersdorf gehört, das aber in den offiziellen Daten gar nicht mehr auftauchte. Schon vergangenen Winter soll es einen Fall mit einem wenig scheuen Welpen gegeben haben. Wer immer sich da mit einem Wolf vertraut machen will, tut dem Tier keinen Gefallen damit, wenn sich ein Großteil der Gesellschaft von Politik und Medien in Angst vor Wölfen versetzen lässt. Vom 15. Dezember bis zum 19. Dezember 2025 wurde der Welpe MT-15 vier Mal mit einem Paintball-Gewehr beschossen. In den kommenden Wochen soll der Kleine weiter überwacht werden.
Ein weiteres markantes Beispiel ist der Fall in Drenthe, Niederlande. Am 11. Dezember 2025 wurde ein 7-monatiger Wolfswelpe im Nationaal Park Dwingelderveld gesichtet, der zwei Wanderern folgte und spielerisches Verhalten zeigte – er knabberte an Fersen und umkreiste Beine, typisch für Welpen, die Grenzen testen. Die Provinz Drenthe stuft dies als „zorgwekkend gedrag“ ein und plante Monitoring sowie mögliche Vergrämung mit Paintball oder Sedation. Bloch’s Typ-A-Klassifikation passt hier perfekt: Der Welpe wirkt neugierig, nicht aggressiv und es gibt keine Beweise für Angriffe. Dennoch könnte Habituation durch menschliche Interaktionen – vielleicht unbeabsichtigte Fütterung oder Nähe – eine Rolle spielen, was an die marine Diät des kleinen Wolfs von Stora Karlsö erinnert. Statt panischer Maßnahmen plädieren wir bei Wolfsschutz-Deutschland e.V. für humane Alternativen: Frühe, sanfte Vergrämung durch Rufe, Klatschen oder Steinwürfe, um natürliche Scheu zu fördern, ohne Stress zu erzeugen.

Zusammenfassung der Studie

KI-generiertes Bild, da die damalige Situation darstellen könnte.

Vor 3.000 bis 5.000 Jahren lebten Menschen auf einer winzig kleinen Insel in der Ostsee namens Stora Karlsö (nur 2,5 Quadratkilometer groß, weit weg vom Festland). Auf dieser Insel gab es von Natur aus gar keine großen Landsäugetiere – Wölfe konnten also unmöglich allein hinschwimmen oder übers Eis laufen. Trotzdem haben Forscher in einer Höhle dort Knochen von zwei echten Grauwölfen gefunden. Die Wissenschaftler haben die Knochen genau untersucht:

  • DNA-Analyse → Es waren 100 % wilde Grauwölfe, keine Hunde und auch keine Mischlinge.
  • Ernährung (durch chemische Tests an den Knochen) → Die Wölfe haben fast nur Fisch und Robbenfleisch gefressen – genau wie die Menschen dort, die Robben jagten und fischten. Normale, wilde Wölfe jagen lieber Rehe oder andere Tiere auf dem Land, also haben die Menschen die Wölfe wahrscheinlich mitgefüttert.
  • Knochenbau → Einer der Wölfe war ziemlich klein (wie bei Tieren, die lange in der Nähe von Menschen leben). Der andere hatte eine schwere Verletzung am Bein und konnte kaum laufen – trotzdem hat er lange überlebt. Ohne Hilfe von Menschen wäre das unmöglich gewesen.

Die Forscher sagen: Die Menschen haben die Wölfe mit dem Boot auf die Insel gebracht und dort lange Zeit mit ihnen zusammengelebt. Sie haben sie gefüttert, gepflegt und vielleicht sogar für die Jagd oder aus anderen Gründen bei sich gehabt – alles lange bevor es die ersten richtigen Haushunde gab. Das zeigt: Die Beziehung zwischen Menschen und Wölfen war schon vor Tausenden von Jahren viel enger und vielfältiger, als man früher dachte. Es ging also nicht nur ums Jagen oder Angst voreinander – manche Menschen haben Wölfe richtig gehalten und versorgt. Die Studie ist sehr spannend, weil sie zeigt, wie flexibel Menschen damals mit Wildtieren umgehen konnten und weil sie ein Schlaglicht auf den teilweise hysterischen Umgang mit Wölfen von heute legt. 

Unsere eigene wilde Seite

Spielende Wolfshunde. © Brigitte Sommer

 

Seit Tausenden von Jahren leben Menschen und Wölfe (oder ihre Nachkommen, die Hunde oder seit einigen Jahren auch Wolfshunde) Seite an Seite. Die ersten Wölfe, die sich den Menschen annäherten, wurden zu unseren treuesten Begleitern – und diese enge Verbindung hat Spuren hinterlassen, nicht nur in der Geschichte, sondern auch in den Genen. Manche Wissenschaftler vermuten, dass diese lange Co-Evolution eine Art genetisches Echo in uns hinterlassen hat. Wir teilen mit Wölfen (und Hunden) nicht nur ähnliche soziale Strukturen – Rudelzusammenhalt, starke Bindungen – sondern vielleicht auch tief sitzende Gefühle. Wölfe verkörpern für viele Freiheit, Stärke, Wildheit und Loyalität – Eigenschaften, die in unserer eigenen evolutionären Vergangenheit als Jäger und Sammler eine große Rolle spielten. Wenn jemand einen Wolf sieht und sofort eine tiefe Faszination oder Sehnsucht spürt, könnte das mehr sein als nur Romantik. Es könnte ein uraltes Wiedererkennen sein: Ein Stück gemeinsamer Ahnen-DNA, das in uns anspricht. Wie bei manchen Menschen, die sich zu Bergen oder dem Meer hingezogen fühlen, weil ihre Vorfahren dort überlebten – so könnte der Wolf in uns eine Erinnerung wecken an die Zeit, als wir noch enger mit der Wildnis verbunden waren. Natürlich ist das keine bewiesene Wissenschaft, sondern eine spannende Idee aus Evolution und Psychologie. Aber es erklärt vielleicht, warum Wölfe für so viele Menschen etwas Magisches haben: Sie erinnern uns an etwas, das tief in unserem Erbgut schlummert – an unsere eigene wilden Seite.

Quelle:

Die Studie wurde am 24. November 2025 in den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) veröffentlicht und trägt den Titel „Gray wolves in an anthropogenic context on a small island in prehistoric Scandinavia“.Vollständiger Link:
https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.2421759122
DOI: 10.1073/pnas.2421759122Autoren: Linus Girdland-Flink, Anders Bergström, Jan Storå, Erik Ersmark, Jan Apel, Maja Krzewińska, Love Dalén, Anders Götherström und Pontus Skoglund (Senior-Autor vom Francis Crick Institute).
Weitere Quellen:

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Täuschung enthüllt: Wolfshund statt Wolf beim Zaunsprung?

In den sozialen Medien und in Zeitungsartikeln tauchen immer wieder Videos auf, die angebliche Wölfe beim Überspringen von Weidezäunen zeigen. Diese Aufnahmen sollen belegen, dass selbst hohe, stromführende Zäune für Wölfe kein Hindernis darstellen. Doch ein kürzlich bekannt gewordener Telefonmitschnitt mit einem Sprecher eines Landwirtschaftsvereins wirft ernsthafte Zweifel an der Authentizität solcher Darstellungen auf und deutet auf bewusste Täuschung hin. Wolfsschutz-Deutschland e. V. fordert eine kritische Überprüfung und mahnt zu faktenbasiertem Umgang mit dem Thema Herdenschutz.

Ein Telefonat enthüllt Manipulation

Im Rahmen der Vorbereitung einer Veranstaltung in Sachsen versuchte ein Sprecher des Vereines, eine Wolfshundehalterin in einem Telefonat am 15. August 2025 zur Teilnahme zu bewegen. Der Plan: Ihr Wolfshund sollte vor Publikum über ein Schafsweidenetz springen, um zu „beweisen“, dass Wölfe praktisch jeden Zaun überwinden können. Auf die Rückfrage, ob wirklich dargestellt werden sollte, dass die Zäune für Wölfe überwindbar dargestellt werden sollten, wurde dies bejaht. Doch genau hier liegt der Knackpunkt: Hunde, insbesondere trainierte Wolfshunde, können gezielt darauf trainiert werden, Zäune zu überspringen. Wölfe hingegen verfolgen in der Natur einen anderen Ansatz. Sie suchen stets den Weg des geringsten Widerstands und versuchen, unter Zäunen hindurchzukommen – oft durch Schwachstellen wie mangelnden Untergrabungsschutz. Der Telefonmitschnitt legt nahe, dass solche Demonstrationen gezielt inszeniert werden könnten, um zu täuschen und die vermeintliche Unwirksamkeit von Herdenschutzmaßnahmen zu suggerieren. Wolfsschutz-Deutschland e. V. sieht darin einen Versuch, die Debatte um den Wolf zu emotionalisieren und die Forderung nach Abschüssen oder laxeren Schutzmaßnahmen zu befeuern.
Ki-Generiertes Beispielfoto.

Wölfe und Zäune: Was die Forschung sagt

Wissenschaftliche Beobachtungen zeigen, dass Wölfe tatsächlich Zäune auch überspringen können, aber dies ist die absolute Ausnahme, nicht die Regel. Laut dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) und anderen Experten greifen Wölfe bevorzugt Schwachstellen an, wie schlecht gewartete Zäune, fehlenden Stromfluss oder unzureichenden Untergrabungsschutz. In den meisten dokumentierten Rissvorfällen gelingt es Wölfen, unter Zäunen hindurchzukommen, weil die empfohlenen Standards (z. B. 1,20–1,40 m Höhe, stromführend, mit Bodenverankerung) nicht eingehalten wurden. Hohe Sprünge über Zäune erfordern eine starke Motivation, wie Sichtkontakt zu Beutetieren, und sind selten. Zudem riskiert ein Wildtier wie ein Wolf, sich bei Sprüngen ins Ungewisse zu verletzen. Die Praxis, trainierte Hunde als „Wölfe“ auszugeben, verfälscht diese Realität. Wolfshunde, die in ihrer Optik Wölfen ähneln, können durch gezieltes Training beeindruckende Sprungmanöver vollführen, die in der Natur kaum vorkommen. Solche Inszenierungen, wie sie offenbar für die Veranstaltung  geplant waren, könnten Landwirte dazu verleiten, Herdenschutzmaßnahmen als nutzlos abzutun und stattdessen Abschüsse zu fordern.
Erst kürzlich sorgten fragwürdige Bilder  aus den Niederlanden für Aufsehen, das einen angeblichen Wolf beim Überspringen eines Zauns zeigt. Ähnlich wie bei früheren Aufnahmen – etwa im Zusammenhang mit der Wölfin Gloria im Kreis Wesel – zweifeln wir die Echtheit dieses Materials stark an. Wir von Wolfsschutz-Deutschland e. V. weisen darauf hin, dass die gezeigten Tiere oft Merkmale wie eine sichelförmige Rute aufweisen, die eher für Hunde typisch sind. Zudem gibt es Hinweise auf Manipulation, etwa durch KI-generierte oder bearbeitete Aufnahmen, die die Diskussion um den Wolf verzerren.

Absichtliche Täuschung?

Die Enthüllung des Telefonmitschnitts wirft die Frage auf: Werden Weidetierhalter bewusst getäuscht, um politischen Druck zu erzeugen? Der Verein ist bekannt für seine ablehnende Haltung gegenüber dem Wolfsschutz und fordert regelmäßig ein stärkeres Wolfsmanagement. Solche inszenierten Demonstrationen könnten gezielt eingesetzt werden, um Ängste zu schüren und die Akzeptanz für Abschüsse zu erhöhen. Gleichzeitig wird die Bedeutung effektiver Herdenschutzmaßnahmen heruntergespielt, obwohl diese nachweislich die Zahl der Wolfsrisse deutlich reduzieren können.
Wir baten den Verein um eine Stellungnahme, doch diese wurde abgelehnt, der Vorfall geleugnet und uns rechtliche Schritte angedroht. Uns liegen zwar ein Mitschnitt des Gesprächs und eine glaubhafte Versicherung der Hundehalterin vor, doch wir haben keine Erlaubnis, das Telefonat zu veröffentlichen. Daher haben wir uns entschlossen, den Namen des Vereins nicht zu nennen.

Forderung nach Transparenz und Dialog

Wolfsschutz-Deutschland e. V. fordert eine ehrliche und faktenbasierte Debatte. Unser Verein ruft Veranstalter dazu auf, keine irreführenden Inszenierungen zu nutzen, sondern den Fokus auf die Verbesserung von Herdenschutzmaßnahmen zu legen. Darüber hinaus appellieren wir an die Öffentlichkeit, Videos in sozialen Medien kritisch zu hinterfragen und sich auf verlässliche Quellen zu stützen. Nur so kann verhindert werden, dass Fehlinformationen die Koexistenz von Mensch und Wolf erschweren.
Die Hundehalterin ging übrigens nicht auf das Angebot ein. Ob der Übersprung noch Teil der Veranstaltung in Sachsen am 21. September sein wird, wissen wir nicht. Wir raten Wolfshundehaltern auch generell ab, auf solche Angebote einzugehen, da diese dazu verwendet werden können, gegen Wölfe zu hetzen.
Hinweis: Wir schreiben Wolfshund mit s, weil Wolfhund grammatikalisch absolut nicht richtig klingt.

 

Quellen:

https://heimatreport.de/video-wolf-ueberspringt-einen-140cm-hohen-stromfuehrenden-zaun/?fbclid=IwY2xjawM4xW1leHRuA2FlbQIxMQABHjT-L2iG5b-RbIi9X3wfhMkpBQ2kGdBv57F5eReGCNDTnM7bPwVlSlgSg04s_aem_iDvwjC5rwR9_BZat8mbPQg

https://wolfsschutz-deutschland.de/2024/10/25/nrw-nein-da-springt-kein-wolf-ueber-den-weidezaun/

https://www.gld.nl/nieuws/8361293/provincie-geeft-vergunning-voor-afschieten-probleemwolf?fbclid=IwY2xjawM2D4FleHRuA2FlbQIxMQABHnpNZlgW7uwDiIisD9TZpFHG9oUvcn5T6o9CAJ6NZfrrYDMCzXq_WFmU9CHj_aem_LQhbXivgxEVvlQJ70taN8w

 

Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:

Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr –  und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich. 

Doch wir Helfer brauchen auch Hilfe. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende. Auch mit einem Dauerauftrag von 5 Euro im Monat können wir viel Gutes tun und weiter für unsere Wölfe kämpfen. https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

Auch durch den Kauf unseres neues Wolfskalenders für 2026 kann unsere Arbeit wirkungsvoll unterstützt werden. Hier geht es zu den Bestellmöglichkeiten: https://wolfsschutz-deutschland.de/2025/08/19/unser-wolfskalender-2026-ist-da/

Großes Interesse an Wolfsschutz-Deutschland e.V. im Schwarzwald

von links: Belinda Blum und Angelika Zipper sowie Wolfsbotschafterin Neesha (Tschechoslowakische Wolfshündin)

Wolfsschutz-Deutschland e.V. informierte am vergangenen Samstag auf dem „Sommerfest für Straßenhunde“ der Hundeschule Berthold Schmalz in Steinach. Wir danken Berthold Schmalz noch einmal herzlich für die Einladung.

Wir freuten uns sehr über das großen Interesse am Thema Wolf. Unsere beiden Mitglieder Angelika Zipper (rechs) und Belinda Blum hatten kaum eine Atempause, so viele Fragen rund um den Wolf wurden ihnen gestellt. Angelika Zipper hielt noch einen kurzen Vortrag am Mikrophon und erklärte die Situation der Wölfe in Deutschland und was wir als Verein alles tun, damit die Wölfe auch in Deutschland weiter frei leben können.

Belinda Blum. „Wir hatten heute einen sehr erfolgreichen mit viel Spaß verbundenen Tag im Schwarzwald.“  Trotz der großen Hitze kamen viele Besucher . Angelika Zipper: „Wir konnten viel Aufklärungsarbeit leisten und es waren viele interessierte Hundemenschen da.“ Belinda Blum faszinierte dabei vor allem, dass die Kinzigtaler eher pro Wolf sind, als gegen den Wolf. Viele Besucher des Sommerfestes haben sich sehr interessiert am Verein Wolfsschutz-Deutschland e.V. gezeigt und dessen Ziele befürwortet.

 

Wir freuen uns über die Wolfsschützerinnen der nächsten Generation.
Wir kämpfen darum, dass junge Menschen die Chance haben, auch als Erwachsene noch frei lebende Wölfe in Deutschland erleben zu dürfen. Bei uns haben auch die Jüngsten viel mitzureden.
Angelika Zipper und Belinda Blum klärten die Besucher des Sommerfestes über Wölfe auf.

Brandstiftung in Mecklenburg-Vorpommern, um Wölfe zu vernichten? Kein Mitleid mit Haus- und Wildtieren!

Beispielbild Wolfshund

Wegen des große Waldbrandes in Mecklenburg-Vorpommern müssten und mussten viele Wildtiere und auch Haustiere fliehen. Viele weitere Haustiere wurden dort sogar im Stich gelassen, weil es für Bewohner zu gefährlich gewesen sein soll. Gestern meldeten die Feuerwehren, dass der Brand zwar noch nicht gelöscht werden kann, aber zumindest unter Kontrolle wäre.

Völlig ohne Mitgefühl?

Was machte die SVZ schon 2017 aus einer Hundesichtung? Sie nahm diese zum Anlass, gegen das in der Lübtheener Heide ansässige Wolfsrudel zu hetzen.

Waldbrand in Lübtheener Heide durch Brandstiftung? Offenbar ja. Die Kripo bekam laut NDR bislang gut 60 Hinweise zu einer möglichen Brandstiftung. Aber warum Brandstiftung? Wer würde so etwas tun? Sicher gibt es einige denkbare Gründe für eine solche Tat. Doch folgt man der uralten Frage „cui bono“ oder „Wem nützt es?“ drängt sich in diesem Falle auch ein fast unvorstellbares, absurdes Tatmotiv auf, nämlich die gezielte Vertreibung / Vernichtung eines in der Lübtheener Heide schon länger ansässigen und wiederholt in die üblich schlechten Schlagzeilen gebrachten Wolfsrudels. An den typischen Gegnern auch dieser Wolfsfamilie scheint es nach Medienberichten bis hoch in die Landesregierung nicht zu mangeln. „Auf diese Nachbarn könnten wir verzichten“, so die im Beitrag unten zitierte Aussage einer Anwohnerin.

Wurde der Brand absichtlich gelegt, um das Wolfsrudel zu vernichten?

Brandstiftung zur Wolfsvernichtung – klingt wie eine Verschwörungstheorie. Doch dieser Begriff wird seit jeher vor allem von den Verschwörern selbst in Umlauf gebracht, um ihre Tat in der Öffentlichkeit als vollkommen absurd erscheinen zu lassen. Doch angesichts des in Medien geschürten und in einschlägigen Internetforen verbreiteten, z.T. militanten Hasses gegen den hier wieder heimisch gewordenen Wolf scheint ein solches Tatmotiv alles Andere als absurd.

Aktive und ehemalige Truppenübungsplätze wurden aufgrund ihrer Abgeschiedenheit zum bevorzugten Siedlungsgebiet von sich wieder etablierenden Wolfs-Familien in Deutschland. Zufall oder nicht, die in 2018 wie in diesem Jahr bisher größten Waldbrände in Brandenburg und Mecklenburg tobten auf ehemaligen Truppenübungsplätzen mit etablierten Wolfs-Familien. Und das ist keine Spekulation sondern eine Tatsache. Ebenso eine Tatsache ist es, dass illegale Tötungen des streng geschützten Wolfes durch Schusswaffen noch immer eine der Haupttodesursachen bei Wölfen in Deutschland darstellen. Und wem Gesetze gegen das illegale Feuern aus Waffen egal sind, dem sind auch andere als Mündungsfeuer gegen Wölfe zuzutrauen.

Dr. Hans-Holger Liste

Hier der Hetz-Artikel, der schon 2017 gegen das dort ansässige Rudel mobil machte –

WÖLFE IN JESSENITZ:„Auf diese Nachbarn könnten wir verzichten“

In Jessenitz wurde dieser Wolf aus der Lübtheener Heide nur fünf Meter vor der Haustür fotografiert.
 privat
In Jessenitz wurde dieser Wolf aus der Lübtheener Heide nur fünf Meter vor der Haustür fotografiert. Anmerkung: Wolfsschutz Deutschland e. V. Dies ist keinesfalls ein Wolf, sondern ein Hund oder Wolfshund.

– Quelle: https://www.svz.de/17803386 ©2019Quelle: https://www.svz.de/17803386 ©2019

Hier ein aktueller Bericht zur Lage, zum Weiterlesen: „Tiere bleiben im Flamme-Inferno zurück“ https://www.ostsee-zeitung.de/Nachrichten/MV-aktuell/Waldbraende-Luebtheen-Tiere-bleiben-im-Flammen-Inferno-zurueck