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Faktencheck Sachsen – Rosenthaler Rudel: Problemzäune, nicht Problemwölfe

Dass der richtige Schutz von Weidetieren wirkt, sieht man an Niedersachsen. Dort ist die Zahl der Wölfe gestiegen, die Risszahlen jedoch stagnieren. Schäfer und andere Weidetierhalter sind den Angriffen von Wölfen also keineswegs hilflos ausgeliefert. In vielen Bundesländern gibt es zu dem Fördergelder für sichere Zäune und teilweise sogar für Herdenschutzhunde. Zudem beraten viele Zaunbaufirmen ihre Kunden auch und es gibt einen Zusammenschluss von Ehrenamtlichen, die mit beim Zaunbau helfen. Bei so viel Unterstützung sollte es doch kein Problem sein, die Tiere zu schützen, oder? Nicht so in Sachsen. Hier gibt es noch Vielerorts sogar noch die so genannte Anbindehaltung, bei der ein Schaf oder eine Ziege, ähnlich wie es früher bei Kettenhunden zu sehen war, einfach an einem Seil im Gelände angepflockt wird. Dass nur 27 Mal von 64 gemeldeten Vorfällen überhaupt der der Wolf in diesem Jahr als Verursacher festgestellt werden konnte, wundert nicht. Siehe auch Rissstatistik https://www.wolf-sachsen.de/images/Schadensstatistik/Schadensstatistik_2018_Stand_20180817.pdf  So machen wolfsfreie Zonen, wie sie immer wieder gefordert werden, auch überhaupt keinen Sinn. Siehe auch unsere Petition für das Rosenthaler Rudel http://www.change.org/woelfe

Kein Strom auf dem Festzaun. Dazu ist das Flatterband nicht zwanzig Zentimeter über dem Zaun, sondern direkt darauf angebracht. Das Grad ist nicht gemäht. Es kann dadurch eine Unterbrechung des Stroms passieren.
Kein Strom auf dem Flatterband.

Oft brechen Weidetiere auch von alleine aus. Kein Wunder, wenn kein Strom auf den Zäunen ist. Nach einem Interview mit der Vereinsvorsitzenden Brigitte Sommer zur Lage der illegalen Wolfstötungen in Sachsen, kam auch das Thema Risse zur Sprache. https://www.sz-online.de/nachrichten/10000-euro-fuer-hinweise-3981487.html  Kurze Zeit später veröffentlichte die SZ eine Seite voller erboster Leserbriefe. Tenor: Frechheit wie sich jemand aus Hessen dort einmischen will. Man wolle die Wölfe alleine regeln. Nun, alleine regeln, das wird nicht funktionieren, denn es gibt Gesetze. Fakt ist, dass der Wolf EU-weit zu den am strengsten geschützten Wildtieren gehört. Entsprechende Verträge hat auch Deutschland unterzeichnet und auch Sachsen muss ich an Gesetze halten. Im Interview in der SZ ist von „Anfüttern“ von Wölfen die Rede. Anders kann der Zustand von vielen Zäunen dort auch noch immer nicht beschrieben werden. Hier einige Beispiele aus dem Gebiet des Rosenthaler Rudels in Sachsen.

Windschiefe Reparatur, durch den Zwischenraum unter der Holzvorrichtung können Hunde, Füchse und Wölfe durch. Kein Strom.
Normaler Wildzaun, völlig ohne Strom und ohne Untergrabschutz
Keine Beschattungsmöglichkeit für die Schafe.
Gras ist nicht gemäht, dadurch Gefahr von Stromunterbrechung.
Gras nicht gemäht.

Und so sehen richtig aufgestellte Zäune aus: Hier ein so genannter Standardzaun in einer Höhe von 90 Zentimetern, der auf jeden Fall so mehr Schutz bietet, als ein wolfssicherer Zaun, der zwar  eine Höhe von 1,20 hat aber keinen Strom aufweist. Diese Schafe finden Schatten und etwas zum Trinken. Diesen Zaun haben wir nicht in Sachsen aufgenommen.

Am Boden ist das Gras gemäht und der Zaun liegt flach auf dem Boden auf.
Dieser Schäfer hat den Bodenbereich des Zaunes gemäht, damit die Stromversorgung nicht durch Gras unterbrochen wird.

Unten ist ein Festzaun aus dem Kernbereich des Rosenthaler Rudels in Sachsen zu sehen. Auch hier ist das Gras gemäht und der Zaun führt Strom. Zusätzlich werden die Schafe abends in den Stall gebracht.

Hier ein wolfssicherer Zaun, der leicht aufzubauen ist. Am Boden helfen spezielle Verankerungen.

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6 Gedanken zu „Faktencheck Sachsen – Rosenthaler Rudel: Problemzäune, nicht Problemwölfe

  1. Jede Landes Regierung, die sich ausschließlich auf Aussagen von Nutz oder Hobby Tierhaltern verleiten lässt, in den Schrei nach Wolfstötungen einzustimmen, macht sich zum Handlanger solcher Tier Halter, die nicht gewillt sind, ihre Tiere vorschriftsmäßig gegen Wolfsangriffe zu schützen. Und wenn der Bann erst gebrochen ist, dann ertönen die Schreie immer lauter und in immer größerer Anzahl und der Druck auf die Regierung erhöht sich – und siehe – man gibt nach! Von Sachsen kann man sich des Gefühls nicht erwehren, dass es seitens der Landes Regierung bereits in eine Art Sport ausartet, Wölfe töten zu lassen, trotz des hohen Schutz Status dieses nützlichen Wild Tieres. Gesetze/Verordnungen, die den Wolf schützen, werden dort ganz einfach ignoriert – man nimmt sich die Freiheit – !!!! Leider! Die Regierung dieses Landes lebt diesbezüglich ein negatives Beispiel in hohem Maße vor und ist nur mit der Brandenburgischen zu vergleichen. Beispiele, die meiner Meinung nach alles andere, als nachahmenswert , sondern eher verwerflich sind!

  2. Diese Sturheit, Arroganz und Hass gegen die Wölfe macht einen wütend und verzweifelt. Was sind das nur für Menschen ????? Der Wolf war hier lange bevor es uns gab und er hat mehr Rechte als wir sogenannte Menschen zusammen. Er ist unser Mitgschöpf und hat unseren Respekt mehr als verdient. Lasst ihn sein Leben leben, so wie Ihr Eures leben wollt!!!!!!

  3. Ja es gibst sprichwörtlich schwarze Scharfe unter den Schäfern, so wie es auch verantwortungslose Bauern in der Bindehaltung im Stall gibt. Beide habe wahrscheinlich eines gemeinsam; solang wenig Zeit wenig Geld investieren solang sie von regionalen Politikern geschützt werden. Und dies ist leider nun vom Charakter der Region und ihren Menschen abhängig. Ich wage zu behaupten das gerade die mit den Tieren sorglos umgehen oft rechtskonservativ sind, und ihnen das Tier und Menschenwohl eher egal ist. Und genau deshalb gibt es Gesetzte an dies sich alle halten müssen nicht in der Theorie sondern in der Praxis. Und überhaupt dem Wolf gehört der Wald und nicht den Menschen, der hat schon genug Schaden auf der Erde angerichtet. Wann geht dass endlich in die Hirne von rechtskonservativen „Schuld sind immer die schwächeren“ rein.

  4. Es sollte doch ganz einfach so sein: jeder Tierhalter der seiner Verantwortung für seine Tiere nicht nachkommt (Schutz, korrekte Zäune usw.) dem sollte die Haltung von Tieren künftig untersagt werden. Die Tiere können ja nichts dafür, dass die Menschen unverantwortlich handeln

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