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Mecklenburg-Vorpommern: Wolfsschutz Deutschland e. V. erstattet Anzeige gegen Minister Till Backhaus und Landrat Sebastian Constien wegen illegaler Tötung einer Wölfin

Beispielbild toter Wolf.

In der Nacht vom 10. auf den 11.04.2020 hätten behördliche Bedienstete eine Wolfsfähe bei Schwaan mit einem Gewehr getötet, heisst es in einer Pressemitteilung des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt in Mecklenburg-Vorpommern, am 11.04.2020.

Die Wolfsfähe hätte sich, so Originaltext „offenbar“ mehrfach mit einem Hund gepaart. Daher hätte die erhebliche Gefahr einer Hybridisierung bestanden.
Die Tötung wäre erforderlich gewesen, um eine Hybridisierung abzuwenden. Hybridisierung stelle eine erhebliche Gefährdung der Art Wolf dar, wird in der Pressemitteilung als Grund angegeben. Faktisch liegt die „Hybridisierungsrate“ in Deutschland aber unter einem Prozent. Von einer Gefährdung des Wolfsbestandes in Deutschland kann bei geschätzt 1.000 Wölfen mit Welpen also gar keine Rede sein.

Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt habe beim Landrat des Landkreises Rostock einen Antrag auf eine artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung zur Tötung der Wolfsfähe und die entsprechenden waffenrechtlichen Zulassungen gestellt. Die Ausnahmegenehmigung sei vom Landrat erteilt worden. Wir sind entsetzt darüber, dass die Öffentlichkeit weder über Antrag noch über dessen Genehmigung informiert wurden war, wie es in einem demokratischen Verfahren üblich gewesen wäre.

Wolfsschutz Deutschland e. V. stellt nun Strafanzeige gegen Landrat Sebastian Constien (SPD) sowie Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) und ausführende Personen. Selbst nach der Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes, die das Töten von Hybriden – also Mischlingen zwischen Wolf und Hund – jetzt erlaubt – (allerdings liegen der EU zahlreiche Beschwerden gegen die Änderung vor) – ist eine prophylaktische Tötung – um die Geburt von Mischlingen zu verhindern – dazu auch noch aufgrund aus Gründen von Hörensagen ohne Nachweis, absolut illegal und eröffnet Tür und Tor für Wildwestmethoden. Hier besteht eine erhebliche Gefahr, dass sich solche Behauptungen einbürgern sowie nachgeahmt werden und als Anlass zur wahllosen Tötung von Wölfen herbeigenommen werden könnten.

Hier geht es zur Pressemitteilung: https://www.regierung-mv.de/Landesregierung/lm/Service/Presse/Aktuelle-Pressemitteilungen?id=159272&processor=processor.sa.pressemitteilung&sa.pressemitteilung.sperrfrist=alle&fbclid=IwAR1OBYSZCHBirhsS29ycuR5dQxo7fOqvqyrPYzpfzZ0Q7z4TPfiVs42XcGc

23 Gedanken zu „Mecklenburg-Vorpommern: Wolfsschutz Deutschland e. V. erstattet Anzeige gegen Minister Till Backhaus und Landrat Sebastian Constien wegen illegaler Tötung einer Wölfin

  1. Ich kann nur hoffen, dass dieser Anzeige auch tatsächlich nachgegangen wird und Anklage erhoben wird. Und dass Gerichte auch endlich mal den rechtlichen Rahmen ausschöpfen und ein richtungsweisendes Urteil sprechen.

    Offensichtlich dürfen sich Politiker in diesem Land alles erlauben, ohne dass es irgendwelche Konsequenzen hätte, wenn sie gegen geltendes Recht verstoßen.

    1. Frau Braun hat Recht.
      Noch ein paar Mordbuben, die sich ihre Gesetze selbst machen und Wölfe zum Abschuss frei geben. Anklage erheben und ohne Bewährung verurteilen.

    2. Die Wölfin tut nur das was in Ihrer Natur liegt und ein Nachweis über die Paarung mit Hunderüden gibt offenbar auch nicht. Völlig unverhältnismäßiges Vorgehen der Verantwortlichen, Bleibt zu hoffen das der Anzeige auch wirklich ernsthaft nachgegangen wird. Nur wer Bestraft den verantwortungslosen Hundehalter der es zulässt da sein Hund in der Natur rumstreunt und offenbar dazu noch viel Zeit hat mit einer Wolfsdame anzubändeln. Ehe gegen die Wölfe so massiv vorgegangen wird sollte man sich um die streunenden Hunde kümmern! Die sind für Mensch und Vieh die grössere Gefahr da die naturgemäß an Menschen gewöhnt sind und wie selbstverständlich im Dorf rumstreichen.
      Sollte also auch mal ein Gesetz mit entsprechenden Sanktionen geben das Halter von frei rumstreunenden Hunden vorgeht. Insbesondere wenn diese die Größe haben das sie fürs Vieh gefährlich werden und sich mit Wölfen paaren können. Damit nichts falsch verstanden wird, man kann schon seinen Hund auch ohne Leine laufen lassen, solange man ihn im Blick hat und jederzeit zurückrufen kann und weiss das der nicht ausbüchst.

  2. Die Corona-Krise ist eine schöne Ablenkung, um klammheimlich und grundlos Wölfe zu ermorden, um diese Schritt für Schritt wieder auszurotten.
    Ihr Wolfshasser und alle anderen, die Tieren respektlos gegenüber treten, seid einfach nur erbärmlich!!!

  3. Was für ein Demokratieverständnis haben diese Politiker überhaupt noch.
    Da wundert es nicht, daß andere auch dagegen verstoßen. Weiter so Ihr Rechtsverdreher!!!

  4. Höchst interessant, dass nicht genau gesagt wird, wer den Wolf ereschossen hat. Der oder die Täter werden feige verschwiegen, Personen mit Genehmigung zur Anwendung von Waffen sind wenige, beispielsweise Polizisten, Soldaten und Jäger natürlich. Es wird auch verschwiegen, mit wievielen Schüssen das Tier erlegt wurde. Möglicherweise fand ein regelrechtes Scheibenschießen statt, wer weiß. Man muss sich auch fragen, warum bei allen diesen Anzeigen noch nie ein Urteil erfolgte, nie ein Richterspruch bekannt wurde, Urteile werden wohl im stillen Kämmerlein, wie unter vielen Juristen bestens bekannt, ausgehandelt. Es wird auch diesmal nicht anders sein. Auch das ist Deutschland heute, wundern darf man sich nicht mehr.

    1. Die feigen Meuchelmörder werden wohl erst Ruhe geben, wenn sie Angst haben müssen, dass sie für ihr tun bespuckt und ihre Namen im Internet preisgegeben werden. Man könnte doch publikumswirksam mit Landrat Constien anfangen, der die feigen Mörder gedungen hat. Die Schlagzeilen wären uns sicher und niemand würde verletzt.
      Die Frage muss erlaubt sein, aus welcher Kasse der Schütze oder die Schützen bezahlt wurden.

    2. Unter Richtern und Polizisten gibt es sicherlich auch Jäger. Und von denen sind ganz sicher nicht alle FÜR den Wolf. Was für eine verkommene Moral. Und mit Zielfernrohr auf dem Gewehr ist es ja auch einfach ein Tier zu erlegen! Nicht nur Wölfe :-((

  5. Bleibt nur zu hoffen, dass die Anzeige auch den erwünschten Erfolg hat. Bei der derzeitigen Lage zum Thema Wolf sehe ich aber leider geringe Chancen. Dass man nur auf den bloßen Verdacht hin einfach ein Wildtier, welches eigentlich einen besonderen Schutz genießt, „prophylaktisch“ abknallt, ist der Gipfel der Frechheit. Wo soll das noch hinführen? Wenn sich hier in Deutschland nicht bald etwas ändert im Naturschutz, dann hat der Wolf hier keine Chance mehr in freier Wildbahn zu existieren.. Dabei hatte alles so gut angefangen. Ich persönlich empfinde nur noch tiefe Trauer, dass die Ignoranz und bodenlose Dummheit triumphiert und so zur Ausrottung der charismatischen und schönen Wölfe beiträgt, die doch eigentlich sehr wichtig für die biologische Vielfalt unserer Wälder und Landschaften sind.

  6. Nur wenn wir dagegen aufbegehren und nicht immer alles hinnehmen wird es eines Tages einen Schuldspruch geben . Leider traurig aber nur kuschen hilft nicht!

    1. Siegfried Neumeister spricht mir aus der Seele.
      Wer sich nicht wehrt, wenn er getreten wird, hat es nicht besser verdient,
      als dass er getreten wird.

  7. Die Mörder von Wölfen sind los gelassen, es gibt kein Halten mehr! Jetzt, in dieser Zeit, in der die Menschen mit der Corona Krise kämpfen und deren Bewegung gesetzlich stark eingeschränkt wird, nutzen sofort einige Landesregierungen die Situation aus um Mitlebewesen, die das gleiche Recht auf Leben haben wie wir, gnadenlos zu ab zu knallen. Und sind deren Begründungen noch so fadenscheinig, man schreckt vor keiner Erteilung einer Abschussgenehmigung zurück. Infamer geht es nun wirklich nicht! Nicht nur, dass Olaf Lies, der mit einigen seiner Aufgaben in Sachen Naturschutz den Forderungen der EU einfach nicht nachkommt, konnte gar nicht schnell genug Tötungsgenehmigungen für 2 Fähen und einen Rüden unterzeichnen. Noch schneller und unrechtmäßiger legt sich Till Backhaus in die Bresche und lässt eine Wolfsfähe töten, mit einer Begründung, dass einen die Haare zu Berge stehen. Hahnebüchne Erfindungen, die rein rechtlich nicht tragbar sind. Ebenso unbegreiflich ist die Tatsache, dass der Deutsche Jagdverband die Dreistigkeit und Frechheit besitzt die Forderung zu stellen, dass die für alle Bürger geltenden Regeln während der Corona Krise nicht für Jäger gelten. Diese müssten stets präsent sein. Mit welcher Berechtigung, so frage ich mich, gelten für Jäger Ausnahmen? Da soll es doch Grünröcke gegeben haben, die schon weiter gedacht haben, nämlich wie viele Vorteile diese Krise hat. Ich unterstelle die These, dass genau die Ruhe dieser Zeit sehr willkommen ist, einige Wölfe zu brandmarken und im Handumdrehen mal so eben ab zu schießen. Eine Intrige jagt die andere und nun, seit „LEX WOLF“ muss man schnell handeln, damit Landesregierungen und Jäger „zum Schuss“ kommen! Eine große Schweinerei, die an Unmoral, fehlender Ethik, ohne Verantwortungsgefühl gegenüber hilflosen Mitgeschöpfen, so wie der Natur und deren Artenvielfalt durch nichts übertroffen werden kann. Man muss sich für solche Politiker, deren Handlanger und Schergen (Jagd Genossen) fremd schämen! Immer wieder fragt man sich:“Was sind das für Menschen“, die sich als „Volksvertreter“ zur Wahl gestellt haben? Wo bleibt das Volk – sind damit die Lobbyisten der Landwirtschaft, der Schäfer und Jäger gemeint? Ein Armutszeugnis, das sich UM wie Till Backhaus und Olaf Lies selbst ausstellen!

  8. R. Hortig da stimme ich Ihnen zu ! „OTTO NORMALVERBRAUCHER“ wird SOFOrt bei Straftaten vor den Kahdi zitiert ! Straffällige Politiker Sind KEINE UNANTASTBAREN MENSCHEN!

  9. Die Tötung der Wolfs Fähe bezeichne ich als die größte Unverschämtheit von Till Backhaus und seinen Kumpanen. Wenn man Jäger auch weiterhin so in der Natur wüten lässt, ist bald der Rest unserer Ressourcen im Öko System Fauna und bedingt dadurch auch Flora restlos zerstört. Es ist längst überfällig, Wolfs Hasser in Form von Lodenrock Trägern und verlogenen/ignoranten Politikern, denen scheinbar auch noch enorme Fach Kenntnisse in Sachen Wolf fehlen, aus ihren Ämtern zu entlassen. Hier hat man wieder einmal gnadenlos und sinnlos eine Fähe getötet, um für ein oder mehrere Jahre Nachwuchs zu verhindern. Das, Herr Backhaus, nennt man „Naturschutz“, den Jäger gerne immer wieder betonen. In meinen Augen eine der größten Natur Zerstörungen, zu denen Menschen fähig sein können. Ein Armutszeugnis, sowohl für die gesamte Landesregierung und vor allem der Jäger! Deutschland ist auf dem besten Wege, sich der Situation in den Vereinigten Staaten von Amerika zu nähern, denn dort darf Jeder Waffen besitzen. Bei uns muss man nur „Das Grüne Abitur“ in ca. 2-3 Wochen absolvieren, dann darf man Waffen besitzen und die gesamte Szene wird Waffen mäßig unkontrollierbar! Armes Deutschland!

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