Politiktheater um den Wolf: Die erste Lesung im Bundestag – was wirklich zählt und was dahinter steckt
Gestern, am 14. Januar 2026, hat der Bundestag in erster Lesung über den Gesetzentwurf zur Aufnahme des Wolfs ins Bundesjagdgesetz (BJagdG) debattiert. Die Diskussion dauerte etwa 30 Minuten. Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) verteidigte die Pläne mit Verweis auf Weidetierschutz und hohe Wolfsdichten, CDU/CSU und SPD unterstützten den Ansatz grundsätzlich, Grüne und Linke warnten vor Risiken für den Artenschutz und Rudelstrukturen, doch glaubhaft ist dies nicht.
In den sozialen Netzwerken wird die Grünen-Position bereits wieder stark gelobt – als hätten sie den Wolf heldenhaft verteidigt. Doch das ist reines Politiktheater. Die entscheidende Weichenstellung fand bereits viel früher statt: Auf der Umweltministerkonferenz (UMK) vom 12.–14. November 2025 in Saarbrücken einigten sich alle 16 Umweltminister der Länder – inklusive der grünen Umweltminister in den Ländern und der damaligen Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) – einstimmig auf folgende Punkte:
- Meldung des günstigen Erhaltungszustands (GEZ) des Wolfs für die kontinentale und atlantische biogeographische Region an die EU
- Nutzung der Herabstufung in FFH-Richtlinie (Anhang V) und Berner Konvention als Chance für Lockerungen
- Forderung nach Änderungen im Bundesnaturschutzgesetz und Bundesjagdgesetz, um rechtssicheres regionales Bestandsmanagement und leichtere Entnahmen von Problemwölfen zu ermöglichen.

Dieser Beschluss war übergreifend über alle Parteigrenzen hinweg – CDU/CSU, SPD, Grüne, FDP und Linke in den Ländern stimmten zu. Er bildet die fachliche und politische Grundlage für den aktuellen Gesetzentwurf. Die Bundestagsdebatte setzt das nur um – sie ändert nichts Grundlegendes an der Richtung. Die laute Kritik der Grünen im Bundestag („ziellose Jagd bringt keine Sicherheit“, „keine Belege für Riss-Reduktion“) dient vor allem der Profilierung gegenüber ihrer eigenen Basis und lenkt ab von der Tatsache, dass grüne Umweltminister auf Länderebene und im Bund die entscheidenden Schritte mitgetragen haben. Es ist ein klassisches Muster: Fachliche Einigung hinter verschlossenen Türen in Ministerkonferenzen, öffentliche Show und Wähler-Inszenierung im Plenum. Für uns ist klar: Die Richtung steht seit November 2025 fest – mehr Entnahmen, Jagdzeit Juli–Oktober (vor allem Jungwölfe), regionale Regulierung. Die erste Lesung war nur der Auftakt. Der Entwurf liegt nun im Ausschuss für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat; zweite/dritte Lesung und setzt das nur um – sie ändert nichts Grundlegendes an der Richtung. Die Bundesratszustimmung folgt voraussichtlich im Frühjahr 2026
Die Aufnahme ins Jagdrecht ist stark technokratisch geprägt, weil sie auf Sachzwang-, Daten- und Expertenlogik setzt und den Wolf zu einem steuerbaren Element in einem optimierten System macht. Es geht um wissenschaftliche soziale Ingenieurskunst (hier: Ökosystem-Management), die natürliche Komplexität und individuelle Freiheit (des Wolfs als wildes Tier) unterdrückt. Der „günstige Erhaltungszustand“ wird zum technokratischen Freibrief, um Kontrolle auszuweiten. Auch das Konzept „Wald vor Wild“ ist ein Symptom technokratischen Denkens in der Umwelt-/Forstpolitik. „Wissenschaftlich begründete“ Kontrolle über Natur und Leben, getarnt als „Nachhaltigkeit“ oder „Klimaschutz“. Technikratische Konzepte werden unter postiven Aspekten unter die Leute gebracht, die gewollt oder ungewollt, die Forcierung fördern. Dazu gehört auch reine Kritik der Hobbyjagd und nicht der allgemeinen Jagd und „Wildtiermanagement“ im Allgemeinen. Wenn Kontrolle absolut priorisiert wird, könnte es zu einer „synthetischen Natur“ kommen – inspiriert von Sci-Fi wie Aldous Huxleys „Schöne Neue Welt“ oder aktuellen Transhumanismus-Debatten. Hier würden Wildtiere durch Labortiere, KI-Simulationen oder Biotechnologie ersetzt, um Risiken zu minimieren. Moderne Beispiele: In Chinas „ökologischer Zivilisation“ (seit 2018) werden Wildtiere streng überwacht und reguliert, um sie in „harmonische“ Systeme zu integrieren, was Kritiker als „Auslöschung der Wildnis“ sehen. Oder Geoengineering-Projekte (z. B. Wolkenimpfung), die indirekt Habitate zerstören könnten.

Was ist Technokratie?
Den Begriff beschreibt am klarsten James Corbett. Er sagt, Technokratie ist keine bloße Herrschaft von Experten (wie oft fälschlich verstanden), sondern ein wissenschaftlich-technisches System der sozialen Ingenieurskunst (social engineering), das die gesamte Gesellschaft wie eine Maschine betreibt.
https://corbettreport.com/qfc-technocracy
Hier definiert Corbett Technokratie aus den Originaldokumenten der 1930er Jahre und erklärt, warum man das Konzept genau verstehen muss.
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