Die jüngste Herabstufung des Schutzstatus des Wolfs in der EU – von „streng geschützt“ auf „geschützt“ – hat bereits ihr erstes Opfer gefordert. In Dänemark wurde am 4. Januar 2026 der erste legale Abschuss eines sogenannten „Problemwolfs“ durchgeführt. Dieser Vorfall markiert einen traurigen Meilenstein in der EU-weiten Wolfspolitik und unterstreicht die Gefahren, die mit der Lockerung des Schutzes einhergehen. Als Wolfsschutz-Deutschland e.V. verurteilen wir diesen Schritt scharf.
Der Vorfall in Dänemark: Ein Wolf fällt der neuen Politik zum Opfer

Der Wolfsrüde wurde in der Region Klosterheden Plantage in Vestjylland erschossen, nachdem er angeblich Nutztiere hinter einem wolfssicheren Zaun angegriffen hätte. Die Genehmigung zum Abschuss (tilladelse) wurde bereits Mitte Dezember 2025 von der dänischen Behörde Styrelsen for Grøn Arealomlægning og Vandmiljø erteilt – jedoch nicht als individuelle, sondern als regionsbezogene Erlaubnis. Diese wurde nie öffentlich gemacht, was eine transparente Debatte oder rechtliche Überprüfung unmöglich machte. Naturschutzorganisationen aus Dänemark hatten damit keine Möglichkeit, Einspruch einzulegen oder zu klagen, da das Verfahren bewusst bürokratiearm und schnell gestaltet wurde. Dies steht im Kontrast zu früheren Fällen, bei denen illegale Wilderei geahndet wurde, und zeigt, wie die neue EU-Richtlinie Türen für unkontrollierte Wolfstötungen öffnet.
Die dänische „Ulvehandlingsplan“ von 2025, die auf der EU-Herabstufung basiert, priorisiert den angeblichen Schutz von Landwirten vor dem Erhalt der Wolfspopulation. Dabei haben die Landwirte in Dänemark – wie überall auf der Welt – in Wirklichkeit ganz andere Probleme, wie das Mercosurabkommen zeigt. Minister Jeppe Bruus betonte, es müsse möglich sein, Haustiere ohne Angriffe zu halten – ein Argument, das wir als Wolfsschutz-Deutschland e.V. ablehnen, da bewährte Präventionsmaßnahmen wie verbesserte Zäune oder Herdenschutzhunde oft ignoriert werden. Stattdessen wird der Wolf zum Sündenbock gemacht, obwohl die Population in Dänemark seit ihrer Rückkehr 2012 noch fragil ist.
Vergleich mit Deutschland: Drohende Einschränkung des Verbandsklagerechts
Ähnliche Entwicklungen zeichnen sich in Deutschland ab, wo die Bundesregierung im Dezember 2025 weitere Schritte unternommen hat, den Wolf ins Bundesjagdgesetz (BJagdG) aufzunehmen – ein Weg, den wir als direkte Bedrohung für die Art sehen. Die nächste Abstimmung folgt noch im Januar. Diese Änderung ermöglicht ein „aktives Bestandsmanagement“, das in der Praxis zu regulären Abschüssen und sogar zu Tötungen von Wolfswelpen führen könnte. Wir von Wolfsschutz-Deutschlane d. V. lehnen jeglichen Wolfsabschuss ab, weil diese Tötungen nicht nur ethisch verwerflich sondern sinnlos sind. https://wolfsschutz-deutschland.de/2024/02/11/wolfsexperte-sagt-in-deutschland-ist-noch-nie-der-richtige-wolf-entnommen-worden/
Besonders alarmierend ist die geplante Überarbeitung des Verbandsklagerechts im Naturschutzrecht. Im Rahmen der Jagdgesetz-Reform von September 2025 und laufender Diskussionen im Bundestag soll das Recht von Umweltverbänden gegen Abschussverfügungen zu klagen, eingeschränkt werden.
Dies würde „endless lawfare“ verhindern, wie es Befürworter nennen, aber in Wahrheit den Schutz der Wölfe schwächen, da gerichtliche Überprüfungen seltener möglich wären. In Deutschland haben Naturschutzorganisationen bisher durch Klagen vor Verwaltungsgerichten Erfolge erzielt, etwa bei der Verhinderung unberechtigter Abschüsse. Die geplante Reform verstößt unserer Ansicht nach gegen EU-Recht, da sie die FFH-Richtlinie unterläuft und den Wolf einer potenziellen Ausrottung aussetzt – ähnlich wie in der Vergangenheit. Es ist aber auch grob fahrlässig wenn sich Wolfsfreunde weiterhin nur auf klagefähige Verbände verlassen.
Vergleich mit den USA: Delisting und Verlust gerichtlicher Kontrolle
Der Trend zur Absenkung des Wolfsschutzes ist international. In den USA hat das Repräsentantenhaus im Dezember 2025 mit knapper Mehrheit (211-204) den „Pet and Livestock Protection Act“ (H.R. 845) verabschiedet, der Grauwölfe bundesweit von der Liste bedrohter Arten (Endangered Species Act, ESA) streicht.Dies überträgt das Management an die Bundesstaaten, wo aggressive Jagdregelungen – wie in Idaho oder Montana – bereits zu Hunderten von Abschüssen pro Saison führen. Ähnlich wie in Dänemark wird hier gerichtliche Überprüfung („endless lawfare“) explizit verhindert, was Umweltgruppen wie Earthjustice oder die Sierra Club die Möglichkeit nimmt, effektiv zu intervenieren.
Der U.S. Fish and Wildlife Service hat zudem im November 2025 entschieden, keinen nationalen Recovery Plan mehr für Wölfe zu erstellen, da die Population als „erholt“ gilt – ein Argument, das wir ablehnen, da es lokale Fragilitäten ignoriert. Dieser Ansatz spiegelt eine weltweite Agenda wider: Wirtschaftliche Interessen überwiegen und werden durchgesetzt, Widerstandsmöglichkeiten begrenzt.
Wir freuen uns über finanzielle Unterstützung:
Konzerne und Lobbyisten bestimmen immer mehr – und nicht im Interesse der Bürger und nicht zum Wohle der Natur – mit. Deshalb ist es essentiell, dass es Vereine wie Wolfsschutz-Deutschland e. V. gibt, die völlig unabhängig sind. Kein Vorstandsmitglied sitzt in einer Partei. Parteien mischen auch nicht bei uns mit und wir nehmen keine Lobbygelder an. Wer uns unterstützt, kann sich also sicher sein, dass wir stets im Sinne unserer Wölfe handeln. Wir sind nicht bestechlich.
Doch wir Helfer brauchen auch Hilfe. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende. Auch mit einem Dauerauftrag von 5 Euro im Monat können wir viel Gutes tun und weiter für unsere Wölfe kämpfen. https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/
4 Gedanken zu „Erstes Opfer der neuen EU-Wolfspolitik: In Dänemark wurde Wolf „legal“ totgeschossen“
Einfach nur schrecklich schlimm!! 😤😤
Deutschland ist grausig geworden.
Einfach verachtenswert.
das ist eine erfreuliche Nachricht hoffe es werden weitere folgen und das die Tierquälerei an Nutztiere endlich ein Ende hat jetzt heißt es nur Wölfe legal abschießen illegal macht viel immer viel Arbeit zur Zeit geht nur verbrennen die Toten Wölfe aber wenn legal werden wohl bald mehr hoffentlich bald mehr Wölfe geschossen
Ich bin froh das ich keine Möglichkeit dazu habe. Sonst würde ich auch schiessen – in die andere Richtung. Bis Ruhe ist.