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André und Stefan auf Spendenrallye quer durch den Balkan für Wolfsschutz-Deutschland e.V.

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André Heruth (Teamchef, rechts) und Stefan Fiedler, ausgerüstet mit den T-Shirts von Wolfsschutz-Deutschland e.V. , machen sich auf den Weg in den Balkan. Sie sammeln Spenden für den Verein Wolfsschutz-Deutschland e.V.

André Heruth (33) und Stefan Fiedler (29) kennen sich seit ihrer Kindheit und haben zusammen schon einige Abenteuer erlebt. Jetzt stürzen sich die beiden Leipziger in ein ganz besonderes Abenteuer: Als Teilnehmer an der „Balkan Express Rallye“ werden sie mit ihrem über 25  Jahre alten Opel Frontera in 13 Tagen (vom 22. August bis 4. September) 14 Länder durchqueren und dabei Werbung für den Schutz der Wölfe machen. Als sie überlegten, für wen sie bei ihrer Teilnahme an der „Balkan Express Rallye“ Spenden sammeln sollten, war ihnen klar: Es sollte ein Verein sein, der sich für den Schutz der Wölfe in Deutschland einsetzt. Und so entschieden sich die beiden, auf ihrer großen Fahrt durch den Balkan, Spenden für den Verein Wolfsschutz-Deutschland e.V.  zu sammeln. Auch der Name des Rallye-Teams spricht für sich: „Leitwölfe Leipzig.“

Die beide Leipziger lieben die Natur und mit ihr den Wolf. André Herguth: „Abgesehen von unserem beruflichen Werdegang als Soldat, verbrachten wir schon als Kinder einen Großteil unserer Zeit in der Natur, sind bis heute im gleichen Sportverein und lernten bei zahlreichen Wettkämpfen und dem damit verbundenen Zelten an Seen, Flüssen und Wäldern die Natur zu schätzen.“ Ein Zuckerschlecken wird diese Rallye nicht, denn so einfach mal auf Autobahnen dahindüsen, das ist nicht erlaubt.

 

Gute Aussicht: André und Stefan auf dem Dach ihres „Fenrir“.

André: „Die besondere Herausforderung dieser Rallye wird es sein, die Balkan-Staaten auf verschlungenen Bergpässen und alten Landstraßen, ohne Zuhilfenahme von GPS- und Navigationsgeräten und abseits der Autobahnen zu durchqueren. 4000 Kilometer ganz nach der alten Schule. Wir müssen uns daher auf Karte, Kompass und unseren Orientierungssinn verlassen.“

Ziel soll dabei sein, diese Rallye möglichst naturnah zu erleben. Auf Motels oder Campingplätzen werden die beiden Abenteurer bewusst verzichten.  Stefan Fiedler: „Unser Nachtlager schlagen wir, wann immer sich uns die Möglichkeit bietet, abseits der Piste, an ursprünglichen Flüssen, natürlichen Seen und schroffen Berglandschaften unter freiem Himmel auf. Mit etwas Glück werden wir hier Wölfe in freier Wildbahn erleben können und diese Momente für euch in tollen Bildern festhalten.“

André, der seit dem Ende seiner Soldatenzeit als Inspektor beim Ordnungsamt (naturschutzrechtliche Aspekte gehören mit zum Aufgabengebiet) arbeitet, ist aus Ausgleich zum Stadtleben schon öfters mit umgebauten Fahrzeugen in Europa unterwegs gewesen. Ziele dabei waren unter anderem die Normandie, Kroatien oder eine ausgiebige Westeuropatour über 10 000 Kilometer. Dass er und Stefan viel Sport treiben und damit körperlich fit sind, ist eine wichtige Voraussetzung. Viel Zeit zum Entspannen bleibt den beiden Naturliebhabern auf der Rallye schließlich nicht.

Und wie kamen die beiden Leipziger dazu, für Wolfsschutz-Deutschland e.V. Spenden zu sammeln?

Wolfsabschüsse bestärkten die beiden für ihre Spendenaktion

André: „Wir wollten ein Projekt wählen, dass nicht alltäglich ist und einem Verein in unserer Heimat zugute kommt. Nach mehreren Gesprächen im Freundeskreis haben wir uns für ein Tierschutzprojekt entschieden. Doch welches? Wie der Zufall es will, taufte ich das Projektauto nach dem Kauf im Herbst 2018 „Fenrir“ (der Name Wolf in der nordischen Mythologie) und erhielt von einer engen Freundin eine Wolfskette als Glücksbringer für die Tour.  Der Wolf ist ein Tier, das sich spielend auch durch abgelegene Regionen und unwegsames Gelände kämpft. Ein Tier, das  allein durch seine Schönheit imponiert.“ Ein gewisser Weg sei damit schon vorgegeben gewesen. Zufällige Gespräche am Arbeitsplatz über Wolfssichtungen in der Lausitz, lange ausgedehnte Hunderunden (beide sind Hundefreunde) haben dann die letztendlich ihre Entscheidung gefestigt, für Wolfsschutz-Deutschland e.V. auf ihrer Fahrt Spenden zu sammeln.

Über Stock und Stein geht es mit dem 25 Jahre alten „Fenrir“ quer durch den Balkan

 

André und Stefan berührt das Schicksal der Wölfe in Deutschland. Der Wolf sei ein anmutiges Tier, welches sich langsam seinen Weg in seinen angestammten Lebensraum zurückerobert und hierbei mit vielen Hindernissen in der Politik und im Naturschutz zu kämpfen habe. Anré: „Der Wolf ist ein Tier, das in der Lage ist, sich immer wieder neuen Gegebenheiten anzupassen und selbst viele Jahre der Verfolgung zu überstehen. Letzte Berichte über Wolfsabschüsse bestärkten uns darin, sich mit der Thematik intensiver zu beschäftigen und schließlich den Verein Wolfsschutz-Deutschland e.V. zu kontaktieren, um ihn als Partner zu gewinnen bzw. zu unterstützen.“

André und Stefan wollen Menschen für das Thema Wolf sensibilisieren

Veranstaltet wird die Rallye von der Superlative Adventure Club GmbH in Hamburg, die jedes Jahr unterschiedliche Charity-Rallyes veranstaltet. André und Stefan haben auf dem Portal auch eine Seite angelegt, auf der sie über ihr Projekt informieren. Der Link dazu: http://www.superlative-adventure.com/teams/leitwoelfe-leipzig.html

André und Stefan haben auch schon im Vorfeld der Rallye durch Gespräche mit Arbeitskollegen und Freunden über Wölfe und ihre Balkan-Tour informiert und wollen auch weiterhin ihren Teil dazu  beitragen, die Mitmenschen auf dieses wichtige Thema aufmerksam zu machen.  André: „Wir hoffen dass unser Internetauftritt sowie der kommunizierte Spendenaufruf dazu beiträgt, neben dem Generieren von Geldern, auch die Mitmenschen weiter für das Thema zu sensibilisieren.“ Natürlich werden die Beiden unterwegs auch auf den nicht kommerziellen Dokumentarfilm „Menschen für Wölfe“ aufmerksam machen, den Brigitte Sommer und Volker Vogel derzeit drehen und dessen Einnahmen die beiden Filmemacher ebenfalls dem Verein Wolfsschutz-Deutschland e.V. zugute kommen lassen. Infos hierzu unter www.menschen-fuer-woelfe.com

Am 4. September ist der Zieleinlauf in Salzburg. André und Stefan werden uns auf ihrer Tour am Laufenden halten. Wir wünschen den Beiden gute Fahrt und viel Spaß!

Wer ebenfalls spenden will, hier geht es zu unserer Spendenseite: https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

 

 

 

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Großer Faktencheck Lausitz – Nach 20 Jahren Wölfe in Sachsen ist Herdenschutz noch immer ein Fremdwort

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Wölfe schwimmer gerne
Wölfe sind gute Schwimmer, das zeigen hier unsere Joungster aus der Lausitz.

Es ist nun fast zwanzig Jahre her, dass die erste Wolfsfamilie aus Polen wieder in Sachsen eingewandert ist und sich in der Lausitz niedergelassen hatte. Viele Menschen dort sind sich zwar sicher, dass der Wolf in Sachsen nie wirklich weggewesen ist. Unstrittig ist jedoch, dass Sachsen von allen Bundesländern in Deutschland die meiste Erfahrung mit dem Schutz der Weidetiere haben müsste.

Wie kann es also sein, dass es noch immer die Ausnahme zu sein scheint, seine Tiere angemessen zu schützen? Diese Jungwölfe in der Lausitz haben wir mit Hilfe einer unserer Wildkameras beobachtet. Geradezu lehrbuchmäßig zeigen sie uns hier, dass sie sehr gute Schwimmer sind und dass ein Bach oder Graben für Wölfe wirklich gar kein Hindernis darstellt.

 

Die komplette Rissliste 2019 gibt es hier: https://www.wolf-sachsen.de/images/Schadensstatistik/Schadensstatistik_2019_Stand_20190405.pdf

Warum werden die Fördermöglichkeiten nicht genutzt?

Wir haben uns deshalb auch mal die neuesten Nutztierschäden in Sachsen angeschaut. In 15 Fällen war überhaupt kein Wolf beteiligt oder aber die Tiere waren gar nicht geschützt. In zwei Fällen war die Bachseite offen gelassen worden. Dabei schriebt das BIL (Bewilligungsstelle Investitionsförderung Landwirtschaft) bereits im Januar 19 folgendes: 

Förderung des präventiven Herdenschutzes zur Vermeidung von Nutztierschäden

Im Freistaat Sachsen werden Präventionsmaßnahmen gefördert, die dem Schutz von Schafen und Ziegen sowie Wild in Gattern dienen. Dies gilt sowohl für Hobbyhalter, als auch Tierhalter im landwirtschaftlichen Haupt- oder Nebenerwerb und umfasst den gesamten Freistaat Sachsen. Hintergrund für die Ausweitung des Fördergebietes auf den gesamten Freistaat ist die zu erwartende weitere Ausbreitung der Wölfe in Regionen, in denen sie bisher nicht dauerhaft anwesend waren.
Die Anschaffung folgender Maßnahmen zum Herdenschutz ist förderfähig:
– mobile Elektrozäune
– Breitbandlitzen („Flatterband“ als Übersprungschutz)
– Herdenschutzhunde
– Unterwühlschutz bei Wildgattern (inkl. Installationsleistung)
Die oben genannten Maßnahmen fallen unter den Punkt E „Vorhaben zur Prävention vor Wolfsschäden“, Förderrichtlinie „Natürliches Erbe“. Ab sofort können die Investitionskosten in voller Höhe erstattet werden, da die Europäische Kommission am 11. Januar 2019 die Anhebung der Förderung für Investitionen in den Schutz von Schafen, Ziegen und Gatterwild vor Wölfen auf 100 Prozent der Anschaffungskosten genehmigt hat. Bewilligungsbehörde ist das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. Wichtig ist, dass vor Anschaffung der Herdenschutzmaßnahmen erst ein Antrag bei der Bewilligungsbehörde eingereicht werden muss!

Doch Kretschmer und Lange fordern trotz besseren Wissens Wolfsabschüsse

Angesichts der wachsenden Zahl von Wölfen in Ostsachsen und damit einhergehender Probleme müsse der Bund nach Ansicht des Görlitzer Landrats Bernd Lange „dringend handeln,“ schrieb die Sächsische Zeitung am 04.04.19. https://www.saechsische.de/goerlitzer-landrat-fordert-regulierung-des-wolfs-5054379.html  Die SZ weiter: „Jedes politische Nichthandeln nährt Populismus und Radikalismus“, sagte der CDU-Politiker. Die Wolfspopulation im Norden des Landkreises sei mit mehreren Rudeln auf vier Quadratkilometern mittlerweile dichter als von Experten für möglich gehalten. Die Menschen verlören die Geduld angesichts der Ignoranz gegenüber ihrer Situation und der Uneinigkeit in der Bundesregierung, die Bundesartenschutzgesetz und EU-Verordnung blockiere. „Dabei geht es nicht um Totalabschuss, sondern um eine Regulierung.“ Zitat Ende.

Dabei hatte doch die EU im September 18 ganz deutlich gemacht, dass Wölfe sich nicht unkontrolliert vermehren und ihr Bestand sich in Sachsen sogar gesättigt hat. Auch verwies die EU noch einmal ausdrücklich auf die Notwendigkeit, den Herdenschutz endlich anzugehen. Schreiben EU Kommission an Landratsamt Bautzen wg. Schutzstatus Wolf

Doch passiert ist wenig. Stattdessen versucht Ministerpräsident Kretschmer anscheinend seinen Landrat noch mit populistischen Forderungen zu übertreffen. So schreibt die Lausitzer Allgemeine Zeitung heute in einem Meinungsartikel, der nicht als solcher gekennzeichnet worden ist:  Zitat – „Das (Thema Wolf) ist ein unhaltbarer Zustand. Die Menschen leiden wirklich unter dem Wolf und verlangen nichts anderes, als das genau die gleichen Regeln wie in den baltischen Ländern, in Schweden und Finnland gelten, die auch seit  Jahrzehnten Erfahrung mit dem Wolf haben.“ So der Politiker Michael Kretschmer, (noch) Ministerpräsident von Sachsen. Die Aussagen sind prinzipiell richtig, nur leider fehlt die dazugehörige Glaubwürdigkeit. Der Wolf lebt schon seit Anfang der 2000er Jahre in der Lausitz und vermehrt sich nahezu unkontrolliert. Die Probleme mit dieser Tierart nehmen genauso rasant zu, wie die Wolfspopulation.“ Zitat Ende.  https://www.lausitzer-allgemeine-zeitung.org/wolfspolitik-die-falschen-versprechen-im-wahlkampf/?fbclid=IwAR2UVZwdY8ZIFMLiQrRiOhkzHlBq2Oor7fV8CtRh49o1jkGlASnvy3rTvuM

Die Ausssagen Kretschmers stehen im krassen Gegenzug zu dem, was die Wissenschaftler des Kontaktbüros, das Landrat Lange unterstellt ist, herausgefunden hatten.  Siehe Schreiben der EU:

 

 

Weidetierhalter provozieren weiter Wolfsrisse

Wir haben uns eine Weide bei Schäfer W., der zugleich auch Jäger ist, mal genauer angeschaut. Erst vor wenigen Wochen brachte der MDR einen Artikel, in dem der Jäger-Schäfer wörtlich zitiert wurde, dass er trotz 100 % Förderung die Wölfe in der Lausitz abgeschossen bekommen will. Unsere Zaunkontrolle ergab, dass sein Zaun nur den Anschein hat, wolfsabweisend zu sein. Jeweils nur eine Litze führte hier Strom. die höchste Spannung betrug dabei 2.000.

Keinerlei Spannung auf der unteren und zweitoberen Litze.

 

An der unteren Litze ist gar keine Spannung.
An einer mittleren Litze haben wir 2.000 gemessen.
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Wolfsschutz-Deutschland lädt zum Pfingstspaziergang ein

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Wolfsschutz-Deutschland lädt zum Pfingstspaziergang ein
Auch Fiona Sommer (21), die beim Verein Wolfsschutz-Deutschland als Naturschutzassistentin mithilft und „Wolfsbotschafter“ Anori Pura Gioia, ein Tschechoslowakischer Wolfshund, sind beim Pfingstspaziergang am Pfingstmontag, den 21. Mai, in Bad König mit von der Partie.

11.05.2018 – Zu einem Pfingstspaziergang rund um Bad König im Odenwald lädt die Gruppe Hessen des bundesweit agierenden Vereins  „Wolfsschutz Deutschland“ (www.wolfsschutz-deutschland.de ) alle Wolfsfreunde und Interessierte am Pfingstmontag, den 21. Mai ein. Treffpunkt ist um 13 Uhr am Bahnhof in Bad König, Bahnhofsplatz 1. Neben Informationen über Wölfe gibt es u.a. Kaffee und Kuchen bei den Vereinsmitgliedern Renate Hess und Gabi Rohner.

Jeder, der sich für Wölfe interessiert oder mehr über die Tiere erfahren will, die vor über 100 Jahren in Deutschland ausgerottet wurden und sich jetzt wieder in Deutschland angesiedelt haben, sind herzlich willkommen, so Frank Dreyer, Zweiter Vorsitzende des Vereins. Nachdem jüngst auch im hessischen Odenwald ein Wolf seine Spuren hinterließ, ist der Wolf auch in Hessen in aller Munde.

„Aufklärung über den Wolf ist uns wichtig“

Dreyer: „Aufklärung über den Wolf ist uns wichtig. Auf Wunsch unterstützen wir auch Nutztierhalter, um  geeignete Schutzmaßnahmen vorzunehmen.“ Mit verschiedenen Petitionen zum Beispiel gegen den Abschuss des Jungwolfes Pumpak (www.change.org/pumpak) mit über 131 000 Unterzeichnern, gegen den Abschuss weiterer Gehegewölfe, die aus dem Naturpark Bayerischer Wald ausgebrochen sind und mit dem erfolgreichen Eilantrag gegen den Abschuss des Rosenthaler Rudels in Sachsen hat der Verein bereits bundesweit für Aufmerksamkeit gesorgt. Erst kürzlich setzte der Verein eine Belohnung von 2000 Euro für die Ergreifung eines Täters aus, der an der Grenze zu Polen einen Wolf erschossen hatte. Die Vereinsmitglieder decken auch ständig Falschmeldungen, so genannte „Fake-News“ auf, mit denen Unwahrheiten über Wölfe verbreitet werden.

Mit von der Partie am Montag, den 21. Mai 2018 ist auch „Wolfsbotschafter“ Anori Pura Gioia, ein Tschechoslowakischer Wolfshund, der unter anderem auch in Sterbehospizen sehr kranken Menschen mit seinem Besuch einen letzten Wunsch erfüllt hat.

Weitere Informationen über „Wolfsschutz-Deutschland“ gibt es bei Frank Dreyer, Telefon 0174/9750352, oder auf der Webseite des Vereins unter www.wolfsschutz-deutschland.de  Alle Spenden und Mitgliedsbeiträge fließen direkt in Aktionen zum Schutz der Wölfe.

 

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Wann werden es auch die letzten Verblendeten endlich begreifen? Eine (Gast)Wutrede von Wolfsschützer Lutz Lambrecht

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Wann werden es auch die letzten Verblendeten endlich begreifen? Eine (Gast)Wutrede von Wolfsschützer Lutz Lambrecht
Wolfsschützer Lutz Lambrecht kümmert sich um Polarwölfe in einem Tierpark.

 

08.05.2018 – Gastkommentar von Wolfsschützer Lutz Lambrecht

Eine Wutrede

Mal ganz ehrlich gesagt: Es ödet mich an, dass Politiker und vermeintliche Experten ständig gegen den Wolf und seine Rückkehr hetzten! Dabei ist der Wolf gar nicht Schuld an der Misere der Landwirtschaft und Weidetierhalter! Jährlich werden diesen Leuten Milliarden in den Hintern geblasen, obwohl sie sie unsere Umwelt mit Pestiziden vernichten. Sie schädigen die Böden, von denen sie eigentlich leben wollen! Die Tierhalter schütten ihre ach so geliebten Tiere mit Hormonen zu, nur damit sie schneller wachsen und schneller zu Geld gemacht werden.

Da werden Kälber nur mit Milch gefüttert, damit ihr Fleisch reinweiß ist und wenig Eisen enthält. Wie krank ist das denn? Da werden Pferde geschlachtet, nur weil sie nicht die richtige Farbe haben und das alles unter dem Deckmantel der Rassereinheit? Tagtäglich exportieren wir tausende Tonnen von Fleisch um die ganze Welt und die Politik schaut zu! Und nun zum Wolf: seit seiner Rückkehr wird gezetert und gejammert um die armen gerissenen Tiere, die er vermeintlich im Blutrausch getötet haben soll. Schwachsinn! Der Wolf ist in einen Krieg geraten, den er nicht gewollt und nicht verursacht hat.  Er hat sich seine angestammten Lebensräume zurück erobert. Er gehört in unsere Landschaft wie Reh, Hirsch und Wildschwein!

Zwei Lager von Jägern

Der Wolf ist zwischen die Fronten geraten. Da ist auf der einen Seite die konventionelle Landwirtschaft, die um jeden Preis die Ressourcen ausbeutet bis nichts mehr da ist und auf der anderen Seite die ökologisch betriebene Landwirtschaft, die versucht, die Ressourcen so gut es geht im Gleichgewicht zu halten! Und dann sind da noch die Jäger –  auch hier gibt es zwei Lager, auf der einen Seite die, wie ich sie nenne „Massenmörder“. Vielen von diesen Jägern geht es nur um Trophäen, Macht und Geld. Die wollen den Wolf nur als Trophäe, weil er in ihren Augen keinen weiteren wirtschaftlichen Wert hat. Diese Leute schreien immer zuerst „der Wolf muss weg“ und das alles unter dem Deckmantel des vermeintlichen Schutzes der Menschen , dabei hat es in den letzten 50 Jahren in unseren Breiten keinen einzigen Übergriff auf Menschen von einem Wolf gegeben. Oder sie argumentieren über sogenannte Angstherden bei Rehen, was auch Unsinn ist.

Der Wolf ist für Menschen keine Gefahr!

Wir haben in Deutschland eine unendliche Anzahl von Beutetieren, aber nur rund 500 Beutegreifer namens Wolf. Diese Argumentation der konventionellen Jäger ist also auch Unsinn! Wie sagte kürzlich der Präsident des Jagdverbandes: „Der Wolf ist keine Konkurrenz für uns!“ Wo ist also das Problem? Das Problem sind in Wirklichkeit die vielen Hobbyjäger selber. Oft sind diese auch zugleich Bauern und Weidetierhalter, die sich in ihrer Existenz bedroht sehen! Es gibt aber auch noch die ökologisch handelnden Jäger, die nur das schießen, was sie schießen müssen, die darauf abzielen, ein Gleichgewicht im Wald und auf der Flur zu halten!! Ich frage mich sehr oft, bei all den Artikeln, die den Wolf vorverurteilen, ob die Medien bewusst Panik verbreiten, nur um die Auflage zu steigern, oder um was es ihnen eigentlich geht. Der Wolf ist für den Menschen keine Gefahr. Wann werden es auch die letzten Verblendeten begreifen, diese Frage stelle ich mir heute einmal mehr.

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„Wir sind die Stimme der Wölfe“ – Ferienprojekt von Ulrike De Heuvel von Wolfsschutz-Deutschland

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Moers.  „Wir sind die Stimme der Wölfe, zuhause sollt ihr sein“ hallt es durch die Räume der Offenen Ganztagsbetreuung an der Annastraße. Als Ferienprojekt haben rund 14 Mädchen und Jungen das Thema „Wolf“ in musikalischer Form aufgegriffen. Unter Aufsicht der Erzieherin Ulrike De Heuvel, Mitglied bei Wolfsschutz-Deutschland und mit Hilfe von Musiker Sebastian Schade haben sie zwei eigene Songs produziert. Die Offene Ganztagsbetreuung der Grundschule Annastraße hat sich mit dem Schulkinderhaus zusammen getan. Vor einigen Tagen präsentierten die Neun- bis Zehnjährigen die Lieder, die sie in den drei Tagen davor selbst geschrieben und eingesungen haben. „Das sind die Wolfsschützer von morgen“, strahlte Ulrike De Heuvel.

Grundsätzliches Interesse an der Natur

Das Engagement der Kinder zeigt, dass grundsätzliches Interesse zu diesem Thema besteht: Schon vor Beginn der Betreuung informierten sich einige selbstständig und brachten Stichworte und Bilder zum Lebensraum und zu Charaktereigenschaften der Tiere mit in die ersten Besprechungen. Dabei ging es in dem Projekt nicht ausschließlich um Wölfe. Vielmehr sollten die Schüler ein Gespür für die Wichtigkeit der Natur und die einzelnen Lebewesen, die zum Gleichgewicht des Ökosystems beitragen, bekommen. „Ich bin mir sicher, dass die Kinder davon was mit nach Hause nehmen, das sind nicht nur leere Worte, die sie hier singen“, so Ulrike De Heuvel. Im Chor geben die Kleinen wieder, was sie gelernt haben: „Wölfe sind wichtig, sie schützen unseren Wald, sie dienen der Natur dabei und geben dem Kreislauf seinen Halt.“

Weitere Projekte zum Thema werden folgen. Ulrike De Heuvel: „Es ist mir wichtig, aufzuzeigen, dass die Natur geschützt werden muss und dass wir zeigen, dass der Wolf kein böses Lebewesen ist, das Menschen frisst.“ Rotkäppchen, so De Heuvel, existiere nur im Märchen und die Angst vor dem „bösen Wolf“ sei völlig unberechtigt.

Wir sind die Stimme der Wölfe
Das Projekt hat den Kindern Spaß gemacht.

 

 

 

Wir sind die Stimme der Wölfe
Getrommelt werden durfte auch.

Und hier der Text des Liedes für alle, die mitsingen, oder das Lied nachsingen wollen!

Wir sind die Stimme der Wölfe

Refr. Wir sind die Stimme der Wölfe,
wir treten für euch ein!
Damit ihr hier gut leben könnt,
zu Hause sollt ihr sein!

1. Wölfe kriegen Welpen,
vier bis sieben Stück.
Weiblich und auch männlich
– sie fühlen dabei Glück!

Mama Wolf und Papa Wolf,
die trennen sich echt nie.
Die Großen helfen den Kleinen,
ein Rudel in Harmonie.

Refr. Wir sind die Stimmme…

2. Werden die Jungs´ dann größer,
ziehen sie alleine los.
Auf der Suche nach der Fähe,
ist die Neugier wirklich groß!

Dann kommen sie uns näher,
auch mal mit Übermut.
Den Menschen macht das Angst,
den Wölfen tut das nicht gut.

Refr. Wir sind die Stimme…

3. Denn all´ die alten Geschichten,
sie sind dann wieder da.
„Der Wolf, der ist doch böse“
– was er aber niemals war!

Der Mensch beginnt zu jagen,
gibt ihn zum Abschuss frei.
Doch wir, wir sind dagegen,
sei auch DU mit NEIN dabei!

Refr. Wir sind die Stimme…

4. Wölfe, die sind wichtig,
sie schützen unsern´ Wald.
Sie dienen der Natur dabei,
geben dem Kreislauf seinen Halt.

Ein jeder hat Respekt verdient,
er war schon vor uns hier.
Und lernst du ihn erst kennen:
ein wunderbares Tier!

Refr. Wir sind die Stimme…

 

 

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Wolfsschutz unterwegs in Sachsen und Brandenburg

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Unser Kassenwart Jürgen Götz und unser zweiter Vorsitzender Frank Dreyer waren vor Kurzem in Brandenburg und Sachsen unterwegs. Neben Blindschleichen und Kröten haben die beiden auch sehr viel Wild beobachten können, und auch Bruder Wolf war zumindest mit Spuren vertreten. Bald haben wir eine Neuigkeit aus der Region zu vermelden, die unsere vielen Unterstützer sicherlich sehr freuen wird. Hier schon mal ein paar Eindrücke:

Jürgen Götz

Frank Dreyer links und Jürgen Götz rechts.