Allgemein

Faktencheck NRW: so täuschen die Presse und Weidetierhalter mit Zaunbildern

Veröffentlicht am

Es herrscht kaum Ruhe um die Wölfin Gloria von Wesel und ihren Bruder. Fast tagtäglich erscheinen neue angebliche Rissmeldungen und Schreckensgeschichten in der lokalen Presse. Zitat: Schermbeck/Gahlen. In der Nacht vom Dienstag auf Mittwoch hat mit hoher Wahrscheinlichkeit einer der beiden Schermbecker Wölfe im bevorzugtem Jagdgebiet im Heisterkamp in Gahlen erneut zwei Schafe gerissen, lautet das Intro eines Artikels aus Schermbeck Online. Auf dem Aufmacherbild ist ein Zaun zu sehen, der nachzu perfekt nachgerüstet zu sein scheint. Was Schermbeck Online hier aber verheimlicht, ist die Sicht auf die andere Seite des Zaunes. Hier ist alles wie gehabt. Sollte es also hier tatsächlich zu einem Riss gekommen sein, war wohl kein echter Schutz vorhanden.

Hinten hui und vorne pfui. In der Lokalpresse wird der Eindruck erweckt, dass der Zaun nachgerüstet wäre. Dies stimmt nicht. Er ist an einer Seite immer noch so wenig gesichert, wie zuvor.

 

Quelle: https://schermbeck-online.de/wolf-dezimiert-schafsherde-in-gahlen/?fbclid=IwAR2tCJkAo8cUkUV7_jaUfPLgvxaFvQFZwzv3fGMNOIo7XmlVTbANsQiy-pw

Allgemein

NRW – Offener Brief an Umweltministerin Heinen-Esser: Pro-Wolf-Stimmen dürfen nicht ungehört bleiben

Veröffentlicht am

Bezüglich der Situation in NRW wegen Wölfin Gloria verfassten wir einen Brief an die NRW-Umweltministerin Heinen-Esser.

Sehr geehrte Frau Heinen-Esser,

in den vergangenen Wochen verging kaum ein Tag ohne Rissmeldung im Schermbecker Wolfsgebiet. Dass diese Häufung in der Tat ungewöhnlich ist, haben sie bereits in Ihrer Stellungnahme vom 03.09.2020 bei Schermbeck-Online zum Ausdruck gebracht. Aus diesem Grund wende ich mich im Namen des Vereins Wolfsschutz Deutschland e.V. erneut an Sie. Bereits nach den Rissen bei Herrn Kurt Opriel, Ende 2019, gab es eine schriftliche Korrespondenz zwischen uns. In dieser versicherten Sie uns, dass jeder dieser Vorfälle genauestens geprüft werde und es keine übereilte Abschussverfügung für Wölfin Gloria (GW954f) geben wird. Ihre Entscheidung diesbezüglich begrüßten wir sehr.

Mit Ihrer Haltung zeigten Sie noch einmal ganz deutlich, wie wichtig der hohe Schutzstatus des Wolfes ist. Wir appellieren deshalb an Sie, dies deshalb auch in Bezug auf die aktuelle Entwicklung zu berücksichtigen! Sicherlich ist Ihnen bekannt, dass wir über den Zustand der Weidezäune vor Ort sehr gut informiert und regelmäßig dort unterwegs sind. Leider fallen uns aber immer wieder Schwachstellen auf, denn viele Nutztiere werden nach wie vor noch nicht ausreichend geschützt. Darüber wird in den Medien allerdings kaum berichtet, im Gegenteil, es wird ausschließlich die Situation der Weidetierhalter dargestellt, was in unseren Augen ein falsches Bild entstehen lässt.

Folglich werden dadurch weitere Ängste in der Bevölkerung geschürt und die Situation wird unnötig dramatisiert. Wir betrachten diese Entwicklung mit großer Sorge, da wir vermuten müssen, dass unter allen Umständen eine Abschussverfügung durchgesetzt werden soll. Bei allen Zaunkontrollen, die wir durchführen, bewegen wir uns immer im legalen Rahmen, was ich hier noch einmal betonen möchte! Deswegen können wir mitunter nur mutmaßen, ob hier Risse provoziert werden sollen.

Fakt ist allerdings: es gibt zwar einige Vorzeigeweiden mit entsprechender Zaunhöhe und Stromzufuhr. Oftmals allerdings finden wir höchst desolate Zäune, teils von Unkraut überwuchert, vor. An manchen Zäunen werden Berge mit Gartenabfällen o. ä. direkt vor den  betreffenden Weiden deponiert, die geradezu zum Überspringen einladen. Strom wird teilweise gar nicht mehr eingesetzt, mit der Argumentation: „…die Wölfin springe ja sowieso…“

Wir fragen uns angesichts dieser Zustände: sieht so vernünftiger Weidetierschutz aus? Uns erscheint es fast, als würde man bewusst Weidetierrisse in Kauf nehmen, um stärkeren Druck auf die Politik auszuüben. Dass der Wolf als Politikum fungiert, um Wählerstimmen zu ködern, ist uns natürlich nicht unbekannt.

Sie, Frau Heinen-Esser, haben sich bis jetzt auch immer für den Wolf eingesetzt und nach Alternativen gesucht, die ein Zusammenleben ermöglichen. Wir hoffen, Sie werden dies auch in Zukunft tun und Ihre Linie beibehalten.

Auch wir Wolfsschützer zählen auf Sie! Die mittlerweile wachsende aggressive Grundstimmung der Weidetierhalter (auch wir waren dieser bereits persönlich ausgesetzt) darf nicht dazu führen, dass die „Pro-Wolf“ Stimmen in der Bevölkerung, ungehört bleiben.

Viele Grüße

Ulrike de Heuvel

2.Vorsitzende Wolfsschutz-Deutschland. e. V.

Hier der offene Brief als PDF Brief an Frau Heinen Essser 09-2020

Allgemein

Faktencheck NRW – Zaunzirkus: agiert Wölfin Gloria wie ein Springpferd?

Veröffentlicht am

Lange Zeit war es still um Wölfin Gloria (GW 954f) aus NRW. Nun ist sie wieder in den Schlagzeilen – gemeinsam mit ihrem Bruder (GW1587m). Diverse Risse werden den beiden Wölfen angelastet (der Nachweis muss natürlich erst einmal erbracht werden) mit dem Hinweis auf die  „angeblich“ immense Höhe der Zäune. Demonstriert werden soll hier anscheinend die angebliche enorme Sprungkraft der Wölfin, sowie die angebliche Weitergabe ihrer Fähigkeit an andere Wölfe. Dass ein wolfsabweisender Zaun weit mehr aufweisen muss, scheint bei den Weidetierhaltern am Niederrhein immer noch nicht angekommen zu sein.

Werden Risse vorsätzlich provoziert?

Fast gewinnt man den Eindruck, als sollten hier Risse provoziert werden!

Vor allem der folgende Hintergrund dürfte hier von Bedeutung sein: Einem Bezahlartikel der NRZ vom 03.08.2020 zufolge wurde am 15.07.2020 eine Klageschrift beim Verwaltungsgericht Düsseldorf  von eben jenem Schäfer eingereicht, dessen Antrag auf Abschuss der Niederrhein-Wölfin abgelehnt wurde.

Wolfsschutz Deutschland berichtete hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2020/07/01/nrw-antrag-auf-abschuss-abgelehnt-woelfin-gloria-von-wesel-darf-weiterleben/

Auch andere Tierhalter unterstützten diese Klage. Das erklärt aber lange noch nicht die Vorgehensweise dieses betreffenden Schäfers. Er bekam aktive Hilfe beim Zaunbau UND zusätzlich 150.000 Euro , die ihm für den Neubau eines Schafstalles zugesichert wurden. Noch erstaunlicher ist, dass es dort seitdem keinen neuen Riss mehr zu verzeichnen gab. Panikmache scheint in diesen Tagen jedenfalls bestens zu funktionieren – auch bei Wölfen. Die Protagonistin Gloria ist nach wie vor Zielscheibe einer angstbesetzten Bevölkerung, die ihr buchstäblich den Kampf angesagt hat. Fast könnte man vermuten, dass hier zu viel über den Tellerrand hinaus nach Niedersachsen geschielt wurde. Parallelen zu Olaf Lies und seiner Hetzjagd auf den Wolfsrüden Roddy á la Käpt’n Ahab und Moby Dick sind da unvermeidlich. Wir von Wolfsschutz Deutschland sind davon überzeugt, das Gloria weiterhin zum „Problemwolf“ hochstilisiert wird, um mit allen Mitteln eine Abschussverfügung durchzusetzen.

Laissez-faire Haltung statt Herdenschutz

Der saloppe Umgang mit der Zäunung einiger Weiden lässt durchaus die Frage aufkommen: Handelt es sich hierbei um ein abgekartetes Spiel? Wir waren wieder vor Ort unterwegs, und haben uns die  Gegebenheiten und Zauninstallationen genauer angesehen. Dabei stellten wir zum wiederholten Male Zaunmängel und Schwachstellen fest. In der Nacht vom 21. auf den 22. 07.2020 wurde über einen Riss in Schermbeck-Gartrop berichtet, es gab jedoch nur eine Meldung von Schermbeck online. Siehe hier: https://schermbeck-online.de/wolfsriss-in-gartrop/?fbclid=IwAR2tArlZ2EglfDlHV2OTKBghvTp1SN-NKy4ioFztwc_pUHT_IY7-cWO1PV

Eine Heidschnucke sollte gerissen und ein weiteres Schaf verletzt worden sein. Außerdem sei ein Lamm verschwunden, was allerdings kurze Zeit später wieder mit Bissspuren auftauchte. Nach Begutachtung des LANUV hat der Wolf den 1, 35 m Zaun nicht überwunden, sondern hätte versucht, die unterste Litze mit einem 20cm Abstand zum Boden zu unterkriechen. Mit 6000V sei dieser Zaun gesichert gewesen. Das LANUV bestätigte inzwischen, dass Gloria unter dem Zaun durchgekrochen wäre. Positiv zu bemerken ist in diesem Zusammenhang allerdings die Aussage von Jenny Gangelhoff, dass sie trotz des Schadens dagegen sei, dass die Wölfin abgeschossen werde. Hier der Link: https://rp-online.de/nrw/staedte/dinslaken/huenxe-woelfin-gloria-hat-schaf-am-elsenweg-gerissen_aid-52900815

Wir fanden folgende Zaunsituation vor:

Am 23.07.20 standen nur ca. 3- 4 Heidschnucken auf der Weide. Im oberen Bereich des Zauns ist eine Lücke erkennbar.

Einige Tage später ist die Lücke plötzlich mit einer quer gespannten gelben Litze behoben worden. Falls hier ein Wolf tatsächlich gesprungen sein sollte, hätte er also nicht 1,34 Meter „Überwunden“ sondern nur EINEN Meter.

Der Zaun wies eine Gesamthöhe von ca. 1.34 m auf.

Die oberste Litze zeigte zu diesem Zeitpunkt kaum Strom an, so das wir davon ausgehen können, dass höchstens  eine Spannung unter 2000V vorhanden war.

 

Außerdem bestand zwischen der oberen ersten und der zweiten Litze ein Abstand von ca. 34 cm. Am 29.07.2020 war dieser Zustand nachträglich behoben, und zwar durch eine gekreuzte Litzenverbindung.

Der Zaun wurde also offensichtlich nachgerüstet. Ebenso verhielt es sich auch mit dem Strom an der Zäunung. Erst am 05.08.20 konnten wir hier eine Spannung von 10000V messen. Man braucht sich also nicht wundern, dass der Wolf möglicherweise leichtes Spiel hatte unter diesem oben beschriebenen Zaun unten drunter zu kriechen! Im übrigen fand bei Familie Gangelhoff im vergangenen Jahr ebenfalls ein Heidschnuckenriss statt, auch darüber berichteten wir. Hier der Link: https://wolfsschutz-deutschland.de/2019/08/18/faktencheck-zaunkontrolle-in-huenxe-nrw-heidschnucken-voellig-ungenuegend-geschuetzt/

Fall Dickmann

Ein weiterer Vorfall ereignete sich am 12.08.2020 bei J. Dickmann auf einer Weide an der Buschstrasse in Oberlohberg/Dinslaken. Zwei Texelschafe des Hobbytierhalters wurden getötet, sechs Schafe verletzt. Angeblich hätte die Wölfin Gloria einen 1,20 m Zaun übersprungen. Von anderen Schutzmaßnahmen ist nicht die Rede. Im Gegenteil, dieser Schäfer äußerte sich vor kurzem noch öffentlich, dass er keine Stromzufuhr mehr installieren würde, da die Wölfin ja sowieso die Zäune überspringt. Leider ist diese Aussage so nicht mehr lesbar und anscheinend wieder aus dem entsprechenden Presseartikel entfernt worden. Wir sind jedoch fündig geworden, und konnten dieses Zitat wieder herstellen: Auf der Weide stehen schon seit den 91-iger Jahren Schafe, berichtet der Schäfer. Einen Elektrozaun gäbe es nicht. „Der wäre genauso hoch gewesen wie der bestehende normale Zaun und da wäre der Wolf dann genau drüber gesprungen,“ sagt Dickmann. Vor einem Jahr hat Gloria schon eines seiner Schafe – allerdings von einer Weide in Hünxe – geholt. „Seitdem bin ich verschont geblieben.“

Das er daraus keinen Hehl macht, bestätigten uns Ortskundige. Der Zaun, den wir vorfanden, glich keinesfalls dem, was man als wolfsabweisend bezeichnen könnte:

Mit Pflanzen überwuchert und an vielen Stellen sogar eingedrückt.
Gebüsch als Einstiegshilfe.

 

Hier wird Hunden oder Wölfen sogar eine Übersteighilfe geboten.
Dieses „Tor“ ist nur 90 Zentimeter hoch.
Maroder Pfosten.

Zugewachsen, teilweise marode, mit herunterhängendem Maschendrahtgeflecht! 

Die Höhe betrug an einer Stelle etwa 1,26m,  an anderen Zaunstellen allerdings noch weniger. Die Schafe befanden sich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr auf der Wiese, auch das passiert immer wieder nach Rissmeldungen. Die Tiere werden sofort auf eine andere Weide gebracht. In diesem Fall sind sie vermutlich hinter einer anliegenden Schreinerei, deren vordere Wiese offen zugänglich ist, gebracht worden. Selbst wenn es die Herde eines anderen Weidetierhalters sein sollte, zeigt es doch wieder einmal deutlich die „Bemühungen“ zum Schutz ihrer Tiere.

Hier ist folgende Vermutung überhaupt nicht abwegig:

Wollen diese Halter dem Wolf die Tiere auf dem Präsentierteller servieren, um noch mehr Gelder zu kassieren?

Selbst große Naturschutzverbände empfehlen die Aufstallung der Weidetiere über Nacht bei unzureichender Zäunung bzw. ohne den Einsatz von HSH. Wie wir von Wolfsschutz Deutschland e. V., lehnen auch andere Verbände und einen Abschuss der Wölfin oder ihres Bruders rigoros ab.

So sah eine Weide am 17.08.2020 aus. Der Eingang ist so gut wie frei zugänglich. Siehe durchhängende Litze.

 

Eine andere Seite der gleichen Weide stand am 13.08.2020 komplett offen.

 

Ansicht dieser Weide vom 23.08.2020. Inzwischen ist sie mit einem Standard-Zaun, der genug Strom führt, aufgerüstet worden.

Fall  „alter Postweg“:

Als nächstes schauten wir uns auf dem alten Postweg in der Kirchheller Heide, Schermbeck, um. Der Schafhalter hatte am 15.08.2020 ein totes Schaf auf der Wiese vorgefunden. Auch hier geht man ganz „selbstverständlich“ davon aus, das der Wolf den 1,20m hohen Zaun überwunden habe. Die Zäunung bestand aus einem Knotengeflecht mit Stromlitze, allerdings sei dieser Zaun oben sowie unten eingewachsen. Hier der Link: https://schermbeck-online.de/update-fuenfter-wolfsriss-binnen-eines-monats/

https://schermbeck-online.de/binnen-einer-woche-der-dritte-wolfsriss-in-kirchhellen-schermbeck/?fbclid=IwAR0YkpB4Yw8z2UG2iAlizYqegmc7TvbFDT_TtoRwD4YlwEUKyI19YpD3YXM

Der  angeblich so „springfreudigen“ Gloria wird jetzt sogar unterstellt, sie hätte die Scheu vor den Menschen verloren, da die Risse häufig in der Nähe von Wohnbebauungen stattfänden. Ein DNA-Abgleich wird erst gar nicht mehr abgewartet!

Laut Vermutung des LANUV habe der Wolf aber allem Anschein nach versucht, den Zaun zu untergraben. Für uns stellt sich das ebenso dar. Ob die Stromzufuhr an der Zäunung kontinuierlich funktioniert, ist auf Grund der Bewachsung, die im Artikel erwähnt wird, ebenso fraglich. Viele Fragen bleiben angesichts dieser und anderer rasch aufeinanderfolgenden Rissmeldungen offen – auch für uns.

Ein Beispiel dafür ist ein Video aus einer Kamera der Familie Gangelhoff, zwei Wochen nach dem geschilderten Riss. Angeblich soll dort Gloria in die Fotofalle getappt sein.  Hier der Link: https://schermbeck-online.de/binnen-einer-woche-der-dritte-wolfsriss-in-kirchhellen-schermbeck/?fbclid=IwAR0YkpB4Yw8z2UG2iAlizYqegmc7TvbFDT_TtoRwD4YlwEUKyI19YpD3YXM

In der Meldung der RP vom 11.08.2020 ist allerdings von einem „großen, unerfahrenen Raubtier“ die Rede. Demnach kann es sich eindeutig nicht um die o.g. Wölfin handeln, da ihr ja eine Erfahrenheit in puncto Sprungtechnik immer wieder nachgesagt wird. https://rp-online.de/nrw/staedte/dinslaken/wolfsnachweis-nach-riss-in-gartrop-buehl-tier-wohl-weiter-dort-aktiv_aid-52705045?fbclid=IwAR0j58AUVzbHe5V35I5ZJQ5WRL_WwJ11K4w9nsCSJoqCvJ0h34Ll-WLpjO0

Es ist nahezu grotesk, das diese eine Wölfin weiterhin als Sündenbock herhalten muss.

 

Hier der Link zur Rissliste NRW: https://wolf.nrw/wolf/de/nachweise?fbclid=IwAR3wBNI3IdNCtJKHwW4XhUIDarAR3qg62kL_zuNkJDBBUPKRZ8IvgyOfAmE

 

 

 

 

 

 

 

Allgemein

Faktencheck und Zaunkontrolle NRW – Weidetierhalter in Wölfin Glorias Revier provozieren wohl weiter Risse statt zu schützen

Veröffentlicht am

Dass ein Privatvideo, in dem zwei Wölfe auf Hirschjagd zu sehen waren, natürlich wieder einmal neue Diskussionen entfachen würde, war durchaus zu erwarten. Viele Menschen stellen solche Videos sehr unbedarft ins Netz. Etliche Menschen freuen sich auch darüber, doch die Wolfshasser- und Weidetierhalterszene, die nicht schützen will, nimmt hier immer wieder gerne die Gelegenheit wahr, um Fake-News unter die Leute zu bringen. Auch viele Zeitungen schrecken vor hetzerischer Berichterstattung nicht zurück.  Wir berichten hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2020/04/16/nrw-woelfin-gloria-hat-sehr-wahrscheinlich-einen-partner-gefunden/  Wen wundert es da – eine neue Rissmeldung ließ demnach auch nicht lange auf sich warten! Laut Pressemitteilung habe sich dieser Riss in der Nacht vom 14.4. auf den 15.4. 20 auf einer Weide in Hünxe ereignet, wobei ein Mutterschaft getötet worden sei. Angeblich soll hierbei ein Zaun von 1,60 m überwunden worden sein. https://rp-online.de/nrw/staedte/dinslaken/schaf-in-huenxe-gerissen-war-es-ein-wolf_aid-50144743

Anlass genug für uns, hier nachzukontrollieren

Kein Schutz für die Schafe

Wolfsschutz Deutschland war vor Ort, und hat sich die Zaunsituation an der betreffenden Weide einmal genauer angesehen. Bei unserer Zaunkontrolle am 22.04.2020 an einem Grundstück an der Lanterstrasse in Hünxe fanden wir folgende Situation vor:
Auf der kleinen Weide vor dem Haus befanden sich insgesamt drei Schafe. Der Zaun wies zudem eine Höhe von maximal 1,30 m auf. Dort befanden sich eine obere und eine untere Stromlitze. Auf keiner der beiden Litzen befand sich Strom, wie aus den Fotos ersichtlich wird. Auch an dem Maschendrahtzaun war keine Spannung messbar! Dieses zeigt wieder einmal, wie unzureichend die Schafe zum Zeitpunkt des Risses geschützt waren!  Von einer Einstellung der Tiere über Nacht können wir nicht ausgehen, da der Zeitraum, wie bereits erwähnt, vom 14.4. auf den 15.4. 20 datiert war.
Wieder einmal kommen solche Weidetierhalter ihrer Pflicht zum Schutz ihrer Tiere in keinster Weise nach, und spekulieren allem Anschein nach weiterhin auf eine Abschussgenehmigung!
Dabei bekommen auch Hobbytierhalter Förderungen und Hilfen jeglicher Art.

Hier unsere Fotos:

In NRW darf ohne Obergrenze gefördert werden

Gerade erst hat die europäische Kommission folgendes genehmigt:
„Ab diesem Zeitpunkt bearbeiten die Bezirksregierung alle Förderanträge ohne Berücksichtigung der bisherigen 20.000Euro-Grenze. Sie spielt laut LANUV dann keine Rolle mehr.“ https://schermbeck-online.de/lanuv-neue-foerdermassnahmen-obergrenze-von-20-000-euro/

Für uns stellt sich daher wieder einmal die Frage, was erwarten die Weidetierhalter denn noch alles?
Oder, ganz provokant gefragt, geht es letzten Endes gar nicht um einen adäquaten Schutz Ihrer Weidetiere, sondern nur darum den Wolf weiterhin zu misskreditieren und ihn als Sündenbock an den Pranger zustellen?
Wir von Wolfsschutz Deutschland haben weiterhin ein Auge drauf, versprochen!

Wolfsschutz Deutschland – auch aktiv in Zeiten von Corona!

Gerade in diesen Tagen, wo uns die Medien mit Informationen zum Thema Covid19 geradezu überfluten, bleiben wir mit unserer Wolfsschutzarbeit im Rahmen der Corona-Vorschriften aktiv „am Ball!“
Das unsere Aktionen dringend notwendig sind, zeigt uns u. a. die Situation in NRW.

 

Allgemein

NRW: Wölfin Gloria hat sehr wahrscheinlich einen Partner gefunden

Veröffentlicht am
Beispielfoto

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) bestätigt den Nachweis von zwei Wölfen im Wolfsgebiet Schermbeck. Am 11. April 2020 gegen 7.30 Uhr gelang es einem Anwohner in Hünxe (Kreis Wesel), Videoaufnahmen von zwei Wölfen zu machen. Die Aufnahmen wurden durch die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) geprüft (https://www.dbb-wolf.de/). Die Wölfe bedrängten gemeinsam einen Rothirsch. Dieser setzte sich erfolgreich zur Wehr und konnte anschließend leicht verletzt die Flucht ergreifen.

Die Identität der beiden Wölfe ist nicht bekannt. Vermutlich handelt es sich bei einem Wolf um die im Wolfsgebiet Schermbeck territoriale Wölfin GW954f, auch Gloria von Wesel genannt. Ein zweites Individuum ist aus dem Wolfsgebiet bislang nicht genetisch nachgewiesen worden. Zu Alter und Geschlecht können keine Angaben gemacht werden.

Es handelt sich um einen ersten Hinweis auf ein mögliches Wolfspaar im Wolfsgebiet Schermbeck. Wölfe leben in festen Paaren, die in der Regel lebenslang bestehen. Nach bundesweit vereinbartem Monitoringstandard ist von einem Paar auszugehen, wenn zwei geschlechtsreife Wölfe (Rüde und Fähe) über mindestens vier Wochen gemeinsam in einem Territorium nachgewiesen werden.

In Nordrhein-Westfalen werden über die Förderrichtlinie Wolf des Umweltministeriums auf der gesamten Landesfläche Haus- und Nutztierschäden entschädigt, bei denen der Wolf als Verursacher nachgewiesen wurde. Weitere entschädigungsfähige Kosten sind beispielsweise angefallene Tierarztkosten oder Schäden an der Zäunung. Den Haltern von Schafen, Ziegen und Gehegewild im Wolfsgebiet Schermbeck und in der umgebenden Pufferzone wird empfohlen, ihre Tiere mit geeigneten Zäunen wolfsabweisend zu sichern. In den Wolfsgebieten und in den Pufferzonen werden Präventionsmaßnahmen wie die Anschaffung wolfsabweisender Elektrozäune zu 100 Prozent gefördert. Informationen zu den möglichen Förderungen geben die jeweiligen Bezirksregierungen.

Weitere Informationen zum Wolfsgebiet Schermbeck, zur Förderrichtlinie Wolf sowie zu Wolfsnachweisen in Nordrhein-Westfalen sind zu finden unter https://wolf.nrw/wolf

Allgemein

Wolfsschutz Deutschland e. V. vor Ort in NRW bei Ruhrschäferei Florian Preis: „Wölfe und Schafe, das geht!“

Veröffentlicht am
Gleichzeitig Wolfskuschlerin und Schafskuschlerin? Geht das? Aber klar. Ulrike de Heuvel, Wolfsteamleiterin NRW

Am 26.1.20 hatten wir, von Wolfsschutz Deutschland e. V., die Möglichkeit, Florian Preis von der Berufsschäferei in Duisburg und seine Herde kennenzulernen. Rund 200 Tiere, in der Hauptanzahl Merino-Landschafe und eine Ziegengruppe beweideten dort eine Fläche in Oberhausen.
Schon schnell war klar – hier nimmt der Schäfer seine Verantwortung wirklich ernst! Ein wolfsabweisender Zaun von etwa 1.07 m sichert seine Tiere, natürlich mit der entsprechenden Spannung auf den Litzen. Bei wieviel Volt das Stromprüfgerät ausschlägt, ist abhängig von der jeweiligen Bodenbeschaffenheit, erfahren wir in einem fachlich fundierten Gespräch.

von links: Ulrike de Heuvel, zweiter Vorsitzender Frank Dreyer sowie weitere Vereinsmitglieder im Gespräch mit dem Inhaber der Ruhrschäferei.

Florian Preis wurde aktiv – Dank Herdenschutzhunden keine Risse mehr

Erst seit kurzem hat er neben den drei Hütehunden zusätzlich drei Pyrenäenberghunde in seiner Herde eingesetzt. “ Aslan“, ein erfahrener HSH, die Hündin „Grace“ und der „Youngster Barney“ sollen seine Schafe schützen. Bald geht es nämlich wieder zurück ins Wolfsgebiet Hünxe/Schermbeck wo sich in Wölfin Glorias Gebiet Anfang Dezember ein Riss ereignete, bei dem er sechs Schafe verlor. Der DNA- Nachweis erbrachte zwar des Ergebnis “ Wolf“, doch der Verdacht, daß es sich dabei um die Fähe „Gloria“ handelt, konnte bis jetzt nicht erbracht werden. Dennoch wird der junge Schäfer dadurch nicht zum Wolfshasser, im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen. Vielmehr sucht er nach Alternativen um seine Tiere adäquat zu schützen.
“ Dem Wolf selber kann man ja noch nicht einmal einen Vorwurf machen, “ meint Florian Preis. Schuld daran sei die Politik, die versäumt habe, die notwendige Präventivarbeit zu leisten.
Seit 20 Jahren ist der Wolf bereits wieder in Deutschland heimisch. “ Da hätte viel eher etwas passieren müssen, aber das hat man wohl verpennt…“, so seine Aussage. Anstatt zu jammern ist er nun selbst aktiv geworden. So hat er seine Zäune aufgerüstet, Förderanträge gestellt, die Anschaffung von HSH organisiert… Falls alles genehmigt wird, werden diese bald fest in seinen Besitz übergehen.

Herdenschutzhunde freundlich zu Menschen

Und sein Resümee? Es klappt sehr gut mit den Hunden, die Integration verlief relativ schnell und unproblematisch. Wir selbst konnten uns davon überzeugen, denn wir waren mittendrin, zwischen Schafen, Ziegen und den Hunden natürlich, die uns schnell akzeptierten. Florian Preis hat ein Händchen für seine Tiere, und kümmert sich so, wie man es auch erwarten würde. Der Berufsschäfer ist ein“ Schäfer aus Berufung“, der viel Wert auf die Gesunderhaltung und den Schutz seiner Tiere legt. Eine große Ausnahme unter vielen Schäfern, der die Bezeichnung „wolfsfreundlicher Schäfer“ mehr als verdient hat. “ Es gibt andere Möglichkeiten als den Abschuss!“, so seine Meinung. Und welche das sind, davon konnten wir uns an diesem Sonntag persönlich überzeugen.
Vielen Dank für diesen interessanten und informativen Einblick in die Praxis der Berufsschäferei!

Ulrike de Heuvel, Wolfsteamleiterin NRW

Hier weitere Eindrücke:

Wo Herdenschutzhunde eingesetzt werden, gab im Gebiet rund um Schermbeck keine Risse mehr.
Von rechts: Angelika Zipper und Ulrike de Heuvel.
Dies ist ein Hütehund, nicht zu verwechseln mit einem Herdenschutzhund.
Herdenschutzhunde sehen die Schafe als ihre Familie an und sie bleiben Tag und Nacht bei ihnen.
Allgemein

NRW – Problemschäfer Opriel stellt Antrag auf die Erschießung von Wölfin Gloria – Entscheidung könne dauern, so Kreis Wesel

Veröffentlicht am

Mit großer Entrüstung und ebensolcher Besorgnis haben wir vom Eilantrag des (Hobby-)Schäfers Kurt Opriel aus Hünxe (Kreis Wesel) Kenntnis erhalten, in dem er den Abschuss der Wölfin Gloria (GW954f) fordert. Sollte dem Antrag zugestimmt werden und die Wölfin Gloria getötet werden, werden wir Anzeige gegen Entscheider und ausführende Personen stellen.

Noch Ende September hatte das NRW-Umweltministerium erklärt, die umstrittene Wölfin sei kein Problemwolf. Das habe die eingehende Prüfung durch Fachleute von Land und Bund ergeben. Die Experten hatten die Umstände der Schafsrisse durch die Wölfin überprüft und festgestellt, dass die erforderlichen Schutzmaßnahmen durch die Schafhalter nicht optimal umgesetzt seien. Das Tier stehe aber unter besonderer Beobachtung. Nach der jetzt vom Landesumweltamt erbetenen fachlichen Bewertung werde es in Abstimmung mit dem NRW-Umweltministerium eine rechtliche Bewertung geben und einen Entscheidungsvorschlag, teilte der Kreis Wesel nun mit. Die Entscheidung habe europaweite Relevanz und sei von grundsätzlicher Bedeutung, zitiert Web de https://web.de/magazine/regio/nordrhein-westfalen/antrag-wolfs-abschuss-entscheidung-dauern-34331246?fbclid=IwAR2yxl14SXu3UnHTCqe6IfONFGDgSNiV7J-w2e86uKtXL5i6bIpvQCEG9KE eine dpa-Meldung. Gemeint damit ist wohl das Durchwinken der Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes noch vor Weihnachten durch den Bundestag. Gültig ist das Gesetz aber erst dann, wenn die Gesetzesänderung vom Bundespräsidenten unterschrieben worden ist. Wir berichteten hier: https://wolfsschutz-deutschland.de/2019/12/19/ein-schwarzer-tag-fuer-den-wolfsschutz-bundestag-stimmt-aenderung-des-bundesnaturschutzgesetzes-lex-wolf-zu/

Lassen sich bestimmte Schäfer von der Agar-Lobby vorführen?

Brauchte man sich bislang wenige Sorgen zu machen, dass Schäfer wie Opriel mit solcher Dreistigkeit durchkommen, so sieht die Lage nun anders aus, weil sogar Schäden, die bei Hobbyhaltern entstehen, nun plötzlich relevant sein können. Dabei kann auch so lange getötet werden, bis keine Schäden mehr anfallen. Ganz Wolfsrudel mit Welpen dürften dann getötet werden. Ganz klar ein Einstieg zur Wiederausrottung des Wolfs in Deutschland und mit EU-Recht keinesfalls vereinbar.

Zukünftig werden sich also immer mehr Gerichte mit dem Schutz unserer Natur und unseren Lebewesen darin beschäfitgen müssen, weil die Agrar-Lobby anscheindend die einfachste Lösung als die Beste erachtet. Einzelne Schäfer in Schleswig-Holstein und Thüringen haben nämlich genau das erreicht, was Opriel hier anscheinend auch erreichen möchte. Man ist wohl untereinander vernetzt und gibt sich Tipps, wie ein Abschussbefehl am schnellsten erreicht werden kann.

Dabei stellen Wölfe für die Betriebe noch das geringste Problem dar. Neben Rissen von Hunden gibt es bei den Weidetieren gibt es hohe Verlustraten im üblichen, ganz normalen Betrieb: ca. 10-12% jährliche Verluste an Tieren (ohne Totgeburten) sind im langjährigen Mittel absolut normal. Die Zahl dieser sog. Falltiere beträgt bundesweit schätzungsweise Zehntausende von Schafen und Ziegen – jedes Jahr!

Wolf weg, Problem gelöst?

Nein, denn die Probleme der Schäfereien liegen heutzutage ganz woanders. Hohe EU-Subventionen erhalten vor allem die Betriebe, die große Flächen bewirtschaften. Kleine Betriebe bleiben dabei auf der Strecke. Und die GroKo selber blockiert seit Jahren eine Weideprämie für Weidetierhalter. Schäfer Opriel hat allerdings sogar als Hobbyschäfer EU-Subventionen in fünfstelliger Höhe erhalten.

Schäfer Opriel begründete seinen Antrag vom 24.12.2019 damit, dass er insgesamt zehn Rissvorfälle durch „Gloria“ zu beklagen und somit die größten Verluste zu verzeichnen habe. Zudem sei bereits im November ein Antrag zur Vergrämung der Wölfin beim Umweltministerium gestellt worden, auf den er bis jetzt keine Antwort erhalten habe. Anhand unserer Zaunkontrollen konnten wir Herrn Opriel allerdings immer wieder nachweisen, dass er es wohl in sehr vielen Fällen nicht so genau mit dem Schutz seiner Schafe genommen hat. Wie sonst ist es zu erklären, dass Nachbarschäfer so gut wie keine Probleme mit der Wölfin haben?

Die Häufigkeit der Risse bei genau diesem einen Schäfer lässt uns vermuten, dass hier wieder einmal ein „Problemwolf“ kreiert werden soll. Herr Opriel selber behauptet, dass seine Tiere ‚wolfssicher‘ eingezäunt seien; dies wurde aber bisher nicht offiziell bestätigt, sondern nur eine entsprechende Vermutung des Wolfsberaters in den Medien zitiert. Zaunkontrollen unseres Vereins in dem Gebiet der Rissvorfälle haben immer wieder – zuletzt zeitnah zu den Rissen Ende November – ergeben, dass viele Weidetiere eben nicht adäquat geschützt werden.

Allgemein

Faktencheck und Zaunkontrolle NRW – Problemzäune und Problemschäfer statt Problemwölfin in Hünxe

Veröffentlicht am

Sie erhalten teilweise hohe sechsstellige Summen an EU-Subventionen sowie Entschädigungen sowie sogar komplette wolfsabweisende Zäune bezahlt. All das ist einigen Weidetierhaltern anscheinend noch immer nicht genug! Wie es auch aus anderen Bundesländern bekannt ist, wollen sich bestimmte Weidetierhaltergruppen wohl einfach nicht mit der Rückkehr der Wölfe in Deutschland arrangieren und sie  versuchen wohl augenscheinlich alles, um eine Abschussverfügung zu erreichen. Dabei setzen sie wohl sogar bewusst das Leben ihrer anvertrauten Tiere aufs Spiel.

Aktueller Nutztierriss in Hünxe/Genproben werden im Senckenberg-Labor untersucht, meldet das Umweltministerium NRW in einer Pressemitteilung. Hier der Link: https://www.land.nrw/de/pressemitteilung/monitoring-im-wolfsgebiet-schermbeck-wird-intensiviert

Aufgrund eines erneuten Nutzierverlustes im Wolfsgebiet Schermbeck intensiviere die Landesregierung das Wolfsmonitoring in der Region. In der Nacht vom 10. auf den 11. November hätte es einen weiteren Schafriss auf einer Weide in Hünxe gegeben. Nach erster Einschätzung sei die Weide mit einem empfohlenen Herdenschutz gesichert gewesen. Aktuell prüfe das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) den Vorfall, zur Frage der Beteiligung eines Wolfs werden Proben im Senckenberg Forschungslabor Gelnhausen untersucht. Ergebnisse würden in den nächsten Wochen erwartet werden.

Wolfsabweisendes Netz um eine Ziegenherde in Hünxe, völlig ohne Spannung und ohne Untergrabschutz.

Das Umweltministerium und das LANUV würden deshalb Beobachtungen in der Region intensivieren.

In einem zurückliegenden Fall eines Nutztierrisses hat derweil die genetische Untersuchung und Individualisierung den Nachweis erbracht, dass die im Wolfsgebiet Schermbeck lebende Wölfin GW954f am 11. Oktober 2019 in Bottrop-Kirchhellen ein Schaf getötet und ein weiteres verletzt hat. In diesem Fall war die Weide nach Prüfung des LANUV nicht mit einem empfohlenen Herdenschutz gesichert. Hier unsere Zaunkontrolle zu diesem Fall: https://wolfsschutz-deutschland.de/2019/10/01/nrw-woelfin-gloria-faktencheck-und-zaunkontrolle-nach-riss-in-kirchhellen-kein-strom-auf-dem-zaun-kein-untergrabschutz-fake-news-auch-in-der-waz/

Dabei werden in Nordrhein-Westfalen auf der gesamten Landesfläche Haus- und Nutztierrisse entschädigt, bei denen der Wolf als Verursacher nachgewiesen wurde. Haltern von Schafen, Ziegen und Gehegewild im Wolfsgebiet Schermbeck und in der umgebenden Pufferzone wird empfohlen, ihre Tiere mit geeigneten Zäunen wolfsabweisend zu sichern. In den Wolfsgebieten und in den Pufferzonen werden Präventionsmaßnahmen, wie die Anschaffung wolfsabweisender Elektrozäune, zu 100 Prozent gefördert. Informationen zu den möglichen Förderungen geben die jeweiligen Bezirksregierungen.

Immer wieder sind Weidetiere nicht geschützt gewesen

Ausriss auf der WAZ. Warum schützen die Halter ihre Tiere nicht? Wie kann es sein, dass acht Mal beim gleichen Schäfer grissen wird?

Provozieren bestimmte Weidetierhalter immer wieder Risse, um einen Schießbefehl zu erreichen?

Schäfer O. jammerte ausgiebig in einem Artikel in der Dorstener Zeitung darüber, dass der Wolf acht Mal bei ihm zugeschlagen habe. Die Zeitung titelte sogar so:

Existenz einer Schafzüchterfamilie bedroht

Schafzüchter in Aufruhr

https://www.dorstenerzeitung.de/schermbeck/wolf-hat-schaf-gerissen-plus-1471953.html

Berufsschäfer Maik Dünow – der selber 147.035,51 € im jahr 2018 an EU-Subventionen erhalten hat – in der RP Online https://rp-online.de/nrw/staedte/dinslaken/wieder-ist-in-huenxe-ein-schaf-der-herde-von-kurt-opriel-getoetet-worden_aid-47236509: “ So dürfe das nicht weitergehen, teilte Maik Dünow, der Sprecher der Berufsschäfer in Nordrhein-Westfalen, nach dem neuen Vorfall mit. „Da steht“, so Dünow, „schließlich eine ganze Familie hinter, deren Existenz bedroht ist.“ Die Entscheidungsträger müssten so langsam begreifen, dass es hier nicht mehr um die Begegnung zwischen Wolf und Schafen gehe, sondern um die massive Beeinträchtigung des Menschen durch den Wolf. „Es wird Zeit, dass der Mensch mehr geschützt wird als der Wolf“, fordert Dünow die Behörden zum Handeln auf. Irgendwann müsse eine akzeptable Lösung herbei, und dafür seien die Behörden zuständig.“

Dabei ist Schäfer O. in Wirklichkeit als Nebenerwerbs- also Hobbyzüchter tätig und er hatte im vergangenen Jahr 6.313,76 € EU-Subventionen erhalten. Von einer Existenzbedrohung kann also gar keine Rede sein. Der Betrag ist unter diesem Link einsehbar: https://www.agrar-fischerei-zahlungen.de/Suche

Solange Managementpläne und Wolfsverordnungen den Weidetierhaltern Abschussverfügungen nach Rissen in Aussicht stellen, solange werden auch immer wieder Risse provoziert werden, um eben „Schießbefehle“ zu erreichen. Wir sind auch in NRW vor Ort und werden auch dort die Situation ganz genau beobachten. Dabei hätte man Gloria mit fachgerechten Zäunen, Herdenschutzhunden und Vergrämungsmaßnahmen den Appetit auf Schafe längst verderben können. Zudem auch die Anzahl an Falltieren (Weidetiere, die durch andere Ursachen sterben) von Weidetieren um ein vielfaches höher liegen, als Gloria  jemals reißen könnte. Gloria hat im Jahr 2019 bis dato nachweislich (DNA-Nachweis) 45 Schafe gerissen. Leider gibt es ja (noch) keine Falltierzahlen (Weidetiere, die an anderen Ursachen sterben) für NRW, aber aus anderen Bundesländern ist bekannt, dass die Zahl in die Abertausende geht.

Zitat aus einer Mail eines NABU-Mitgliedes an uns:
Das stromführende Netz soll nach Angaben des NABU Mitglieds (er war selbst vor Ort) nach der
Attacke nur ganz wenig Leistung gehabt haben. Der Stromschlag was extrem schwach, kaum fühlbar.
Absicht ??

Wir fordern: Weidetierhaltermonitoring statt Wolfsmonitoring

Zaunkontrolle 19.11.2019 in Hünxe,  Weiden Schäfer O.

Zur Straßenseite hin ist ein doppelter Zaun gezogen, auf den ersten Blick erscheint die Weide so besonders gesichert.

Die Höhe des Weidezauns auf der linken Seite beträgt durchschnittlich 120-122,5 cm.

Die untere Litze ist in einer Höhe von 24-27 cm angebracht, je nach Spannung hängt sie etwas durch.

Die Spannung ist auf dem gesamten Weidezaun höher als 8000 Volt.

Die oberste (5.) Litze ist am vorderen, rechten und hinteren Teil des Zauns gleichmäßig um die 130 cm hoch.

Auf der rechten Seite schwankte die Höhe der Litzen am meisten, deshalb hier genauere Angaben:

  • –  1. (unterste) Litze 24-27 cm hoch
  • –  2. und 3. Litze 44-51 und 58-65 cm
  • –  4. Litze 85-88 cm,
  • –  5. oberste Litze  130 cm

Am hinteren Ende der rechten Seite steht eine Solarbatterie, an ihr und dem Zaun ist ein Online Zaunmonitor befestigt. Untergrabungsschutz, wenn Strom auf dem Zaun ist, ist es eher unwahrscheinlich, dass ein Wolf sich unter den Zaun durchgräbt, sollte aber der Strom nicht rund um die Uhr drauf sein, ist es für jeden Wolf leicht, da eine geeignete Stelle zu finden, um auf eine Weide zu gelangen.

Im Bericht der Dorstener Zeitung, stand, dass Herr O. sich morgens zu seinen 25 Schafen aufmachte, und dann soll ja eins tot gewesen sein. Es sind aber wieder 25 Schafe am heutigen Tag auf der Weide.

 

Bei unserer Kontrolle am 19.11.19 war auf allen Litzen ausreichend Spannung. Doch dies muss nicht heißen, dass dies durchgehend so ist. Hat ein solcher Zaun keine Spannung, kommen Wölfe oder Hunde mühelos darunter durch.
Überblick auf der Schafsweide von Schäfer O. Trotz der Behauptung, dass zwei Schafe von 25 Tieren gerissen worden seien, konnten wir 25 Tiere zählen.
Im Hintergrund: Doppelt hintereinander gestellter Litzenzaun mit ausreichender Höhe und ausreichend Spannug. Im Hintergrund ist ein rotes Netz zu sehen, das wohl als Flicken dient. Da die Straße ein Stück höher liegt, kann die Böschung als Einsprungshilfe genutzt werden, sprich ein 1,20 Meter hoher Zaun ist hier nicht mehr 1,20 Meter hoch. Ob die Doppelzäunung in der Nacht des Risses schon so stand, wissen wir nicht.
Ohne Strom käme hier ein Hund oder Wolf mühelos unten durch.
Aus allen Litzen maßen wir am 19.11.19 ausreichende Spannung.
Hinten ist der Hintergrund des Aufmacherbildes in der Lokalzeitung zu sehen. Rechts Batterie mit Solarpanel.
Onlinemonitor zur Stromkontrolle.
Litzenzaun für die Schafe. Die Höhe ist mit 1,20 Meter ausreichend. Allerdings kommen Hunde oder Wölfe problemlos durch die Lücken, sobald hier kein Straom darauf ist.
Auch Pfützen können eine Stromzufuhr unterbrechen.

 

Dass sich die Stromspannungen von Tag zu Tag ändern können, zeigt sich hier:

Bei einer ersten Kontrolle am  12.11.19 war auf dem Ziegenweidennetz keine Spannung und kein Untergrabschutz vorhanden:

Keine Spannung auf dem Ziegenzaun.
Kein Untergrabschutz auf dem Ziegenzaun.
Hier ein Beispiel eines Netzes, das gegen Untergrabung geschützt ist. In den Boden werden kleine Verankerungen angebracht.

Die Zaunhöhe des Weidezauns beträgt rundherum durchschnittlich 115,5 cm und hat überall eine Spannung von über 8000 Volt.

Auf der rechten hinteren Seite steht eine normale Batterie, diese hat keinen Online Zaunmonitor und auch keine weiterführenden Kabel.

Man hat dort den Ziegenpferch im Blick, ob abends die Ziegen dort tatsächlich  eingestallt  werden, wissen wir nicht.

Der hintere Teil des Weidezauns endet an dem Zaun des Geländes einer Ölpipeline, dieser steht nicht unter Strom, ist gesamt 240 cm hoch und hat oben drei Reihen Natodraht. An der Verbindung des wolfsabweisenden Netzes zu diesem Festzaun besteht die Gefahr, dass sich Wolf oder Hund zwischendurchquetschen können, sobald keine Spannung auf dem Netz ist.

Hinter der Ziegenweide haben wir einen Jägerunterstand entdeckt, von dem aus man Richtung Ziegenpferch schaut. Sollte auf diesem Zaun kein Strom sein – wie am 12.11.19 – ist es für einen Wolf ein leichtes, ihn umzurennen. Wozu der Jägerunterstand fungiert, ist wohl offensichtlich.

 

Ziegenweide neben der Schafsweide in Hünxe.
Dies ist ein so genanntes wolfsabweisendes Netz, das aber nur funktioniert, wenn Spannung darauf ist. Untergrabschutz ist nicht vorhanden.
Am 19.11.19 war genug Spannnung auf dem Zaun.
Nachtpferch hinten in der Mitte zu sehen.
Gefahr einer Lücke zwischen Natozaun ohne Strom und wolfsabweisendem Netz.
Jägerunterstand direkt hinter der Ziegenweide.
Batterie.
Keine Spannung am Natozaun.
Blick vom Jägerstand zum Ziegengelände.
Je nachdem wie groß die Lücke zwischen Netz und Natozaun ist, können sich hier Hund oder Wolf hindruchzwängen.
Ziegenweide.
Allgemein

NRW Wölfin Gloria – Faktencheck und Zaunkontrolle nach Riss in Kirchhellen – Kein Strom auf dem Zaun, kein Untergrabschutz – Fake-News auch in der WAZ

Veröffentlicht am
Ausriss aus einem Bezahlartikel aus der WAZ,  in dem ein Weidetierhalter tränenreich einen Riss beklagte. Dabei hätte dieser Weidetierhalter seine Tiere auch ohne fachgerechten Zaun auch einfach dadurch schützen können, in dem er sie nachts in den Stall gebracht hätte. Quelle: https://www.waz.de/staedte/bottrop/kirchhellen/schaf-am-kletterpoth-gerissen-woelfin-unter-verdacht-id227173119.html

Fakes von Weidetierhaltern und Medien

In NRW scheint sich das zu offenbaren, was auch in anderen Bundesländern schon erfolgreich geschafft worden ist. Es scheint ganz so, als würden so lange Risse provoziert und Zäune gefaked werden, bis der ersehnte Schießbefehl „endlich“ erteilt wird. In Niedersachsen und Schleswig-Holstein war diese Strategie ja sogar erfolgreich. Diese Entwicklung lässt sich auch in NRW sehr deutlich erkennen. Weidetierhalter scheinen sich gegenseitig Tipps zur „Problemwolfkreation“ zu geben. Wir von Wolfsschutz-Deutschland zeigen allerdings weiter die gefakten Zäune der Problemweidetierhalter und wir betreiben Gegenrecherche zu Zeitungsartikeln. Autor Kai Süselbeck behauptet in seinem Artikel, dass das LANUV bestätigt hätte, dass es sein könnte, dass Gloria wolfsabweisende Zäune „überwunden“ habe.

Gloria hat bislang keinen einzigen wolfsabweisenden Zaun überwunden

Dies bestätigte der zuständige Mitarbeiter beim LANUV auf unsere Nachfrage allerdings nicht. Wir berichteten bereits am 25.09.19 darüber https://wolfsschutz-deutschland.de/2019/09/25/nrw-keine-problemwoelfin-gegenrecherche-entlarvt-fakenews-ueber-woelfin-gloria-in-der-nrz/ Wir waren am 24.09.19 um ca. 17:00 vor Ort zur Zaunkontrolle. Wie gehabt: Kein korrekter Schutz, kein Strom. Wir fanden nur eine innen im Gehege laufende Litze auf halber Höhe des Zauns, also zirka 60 Zentimeter, allerdings ohne Strom, vor. Der restliche Zaun betrug eine Höhe von 1,20 Meter, auch er ohne Strom. Die Gattertore waren komplett ungeschützt und im hinteren Teil der Weide standen noch Kübel vor dem Tor, quasi als Treppe für den Wolf. Angrenzend liegt ein gemauerter Stall.  Also hätte man die Schafe des nachts vermutlich ohne Probleme in den Stall bringen können.

Richtigstellung von der dpa

Unseren Artikel vom 25.09. scheint die Deutsche Presseagentur aufgegriffen zu haben, denn nur einen Tag später erschienen anderslautende Artikel. Von der WAZ war wohl auch ein Fotograf vor Ort. Wir können es ja verstehen, wenn der schreibende Kollege aufgrund von Zeitmangel eine Geschichte telefonisch recherchiert, aber warum reagierte hier der Fotograf vor Ort nicht? Auch die Süddeutsche brachte den dpa-Artikel, der klarstellte, dass Wölfin Gloria nicht als Problem-Wolf geführt wird. Sie hätte eben keine wolfsabweisenden Zäune überwunden, heisst es dort ebenfalls: https://www.sueddeutsche.de/wissen/umwelt-duesseldorf-umweltministerium-kein-problemwolf-in-nordrhein-westfalen-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-190929-99-80362?fbclid=IwAR2KXMIxmh4vKU-aoEisiJV4s7-aTffMp0XVEAjkzps_HKj2CUrB1Pdck4U

Auch das Bundesamt für Naturschutz mahnt zum Herdenschutz

„Wir haben momentan etwa 100 Wolfsrudel und -paare in Deutschland. Das ist nicht so viel, wie immer wieder behauptet wird.“ Viele der Wölfe blieben unauffällig, Hauptnahrungsquelle seien Rehe und Wildschweine. „Aber ja, wenn sie leicht zu erbeuten sind, reißt er auch Schafe oder andere Weidetiere“, so Jessel. „Man kann es nicht genug betonen: Das A und O ist ein vernünftiger Herdenschutz – auch wenn das viele Weidetierhalter nicht hören wollen.“ Es gebe wirksame Schutzmaßnahmen, es brauche mindestens 1,20 Meter hohe Elektrozäune. Jessel sagte: „Kommt der Wolf damit in Kontakt, würde er künftig einen Bogen um so geschützte Schafe machen,“ so die BfN-Präsidentin Beate Jessel weiter in der NOZ https://www.presseportal.de/pm/58964/4389695

 

Hinteres Tor ohne Schutz und vorne gut sichtbar nur eine Litze innen. Siehe das helle Band auf Höhe der Beine der Schafe.
Der Zaun ist zwar 1,24 Meter hoch, verfügte aber am Tag der Kontrolle weder über einen Untergrabschutz noch über Spannung.
Nur eine Litze, die dazu noch über keine Spannung verfügte.
Die Schafe wären nachts im Stall sicher gewesen. Über den Grund, warum sie nicht im Stall standen, darf wohl gemutmaßt werden. Sollte hier zur Problemwolfkreation absichtlich ein Riss provoziert werden?
Der Zaun ist 124 Zentimeter hoch, aber ohne Strom und ohen Untergrabschutz.
Die Weide ist mit Wilddraht außen umzäunt. Innen sind eine und teilweise zwei Litzen, die jedoch keinen Strom führen.
Weiteres, ungesichertes Tor mit zwei Plastikeimern, die sogar noch als Tritthilfe genutzt werden könnten.
Diese Schafe sind nicht geschützt. Warum nicht?
Allgemein

NRW – Keine Problemwölfin – Gegenrecherche entlarvt Fakenews über Wölfin Gloria in der NRZ

Veröffentlicht am

„Gloria“, immer wieder „Gloria“, so steigt NRZ-Autor Holger Dumke in einen Artikel über Wölfin Gloria ein. Die Niederrhein-Wölfin, die seit Juni 2018 in der Region rund um Schermbeck ansässig ist, würde zunehmend durch Nutztierrisse auffallen. Mehr als zwei Dutzend Angriffe auf Herden mit insgesamt mehr als 50 gerissenen Weidetieren würde mittlerweile auf ihr Konto gehen. Laut NRW-Umweltministerium gebe es „Indizien“, dass die Wölfin erstmals einen vorschriftsmäßig aufgestellten Herdenschutzzaun von 1,20 Meter Höhe überwunden haben könnte. Entwickelt sich „Gloria“ damit zu einer sogenannten Problemwölfin, gegen die zumutbarer Herdenschutz nicht mehr möglich ist?“ fragt Autor Dumke in seinem Artikel weiter. Gleichzeitig setzte er noch einen Meinungsartikel hinterher, voller Hetze und Hass. Daraus können Leser trotz Konjunktiv eigentlich nur folgenden Schluss ziehen: Gloria werde zum Problem und sie müsse abgeschossen werden. Was geht nur in solchen „Journalisten“ vor? Es gibt doch eine journalistische Ethik. Journalisten haben die Pflicht, so zu schreiben, dass sich Leser selber eine Meinung bilden können. Artikel, die alternative Fakten kreieren bzw, einen Anschein erwecken sollen, nennt man Propaganda. Dies ist nicht nur beschämend für den Autor, sondern auch für die NRZ.

Keine Indizen auf Überwindung von wolfsabweisenden Zäunen

Er hätte sich den ganzen Artikel sparen können, denn was er da an Vermutungen hinauswirft, hält einer Gegenrecherche überhaupt nicht stand. Wir haben ebenfalls mit dem LANUV gesprochen. Dem zuständigen Mitarbeiter war besagter Zeitungsartikel noch gar nicht bekannt. Vor einiger Zeit habe er einmal einen Zaun kontrolliert, dessen Höhe wohl 1,20m betrug. Dieser sei allerdings auch nicht in jeder Hinsicht als wolfssicher zu bewerten gewesen, da er zu weit an die Gebietskante heranreichte. Auf unsere Nachfrage, ob das bei Hobbyschäfer O. gewesen wäre, sagte er nur, dass sie niemals Namen nennen würden. Darauf angesprochen,  dass ja nun wieder mal ein falsches Bild in den Medien vermittelt würde, bemerkte er nur, “ er wüßte auch nicht, was sich Holger Dumke da wieder zusammengeschrieben hätte.“ Ihm wäre nichts davon bekannt, dass Gloria mehrfach wolfssichere Zäune von 1,20m überwunden hätte.

Hier geht es zum Artikel:

https://www.nrz.de/region/niederrhein/immer-wieder-probleme-mit-niederrhein-woelfin-gloria-id227164347.html?utm_source=Facebook&utm_medium=Social&utm_campaign=share&__pwh=8PckYxdZbg0J7L80Vy+LeA%3D%3D&fbclid=IwAR1ytyJr5o3v0FIQ9aG4O5snNGYkFY-_m32FQKFi811UOQB2Qlh5ttZO0l8