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Werden sächsische Medien endlich in ihre Schranken verwiesen?

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Sachsen – tendenziöse und falsche Berichterstattung in sächsischen Medien ist leider nichts Neues. Neu und begrüßenswert ist allerdings, dass das Kontaktbüro Wölfe in Sachsen sowie der Bundesforstbetrieb Sachsen gestern eine Richtigstellung herausgaben.

Vor Kurzem machte ein Fall in den Medien und in den sozialen Netzwerken die Runde, der sich perfekt in die Reihe Gruselgeschichten aus Rotkäppchens Zeiten einfügt. Ein Wolf sollte einen Jagdhund, der sich im Einsatz befunden hätte, getötet haben. Rührselige Bilder des getöteten Tieres wurden gepostet, die virtuellen Tränen flossen reichlich. Uns tut es auch sehr leid um den  Hund. Schuld an dessen Tod ist aber weder Zottel, der in Verdacht kam, noch der Rüde des Daubitzer Rudels, der den Hund tötete. Für Zottel kommt jede Entlastung zu spät. Er wurde auf Geheiß der Behörden erschossen. Auf DNA-Ergebnisse zu den angeblich von ihm getöteten Hunden bei Kemlitz und Weißkeißel warten wir noch immer.

Die alleinige Schuld liegt bei demjenigen, der auf den Jagdhund aufpassen sollten, dies aber nachweislich nicht tat. Zitat aus der Pressemitteilung:

„Der Hundeführer, der den Hund während der Abwesenheit des Besitzers in Pflege hatte, ließ diesen frei laufen währenddessen er mit dem Auszeichnen von Bäumen in Vorbereitung von Forstbetriebsmaßnahmen beschäftigt war. Dabei entfernte sich die Bracke, beunruhigte Wild über einen Zeitraum von circa einer Stunde und kam nicht wieder zurück. Da der Hund mit einem GPS-Halsband ausgestattet war, konnte er später geortet werden. Der Hund war etwa 1500 m vom Hundeführer entfernt durch den territorialen Wolfsrüden des Daubitzer Rudels getötet worden, wie anschließende genetische Untersuchungen ergaben (KB berichtete). Anders als der in verschiedenen Medienberichten vermittelte Eindruck, wurde der Stöberhund nicht im Rahmen einer Gemeinschaftsjagd durch einen Wolf getötet.“

Jäger und Forstmitarbeiter sollten sich doch wirklich im Wolfsgebiet mit dem Thema Jagdhund und Wolf befasst haben. Wir sind entsetzt über die Leichtsinnigkeit des Besitzers und des Hundesitters. Handeln Menschen, die an ihrem Tier hängen, wirklich derart groß fahrlässig? Oder sollten erneut Fakten geschaffen werden, um den Abschuss eines Wolfsrudels fordern zu können? Gerade die Medien in Sachsen sollten sich ihrer Verantwortung den Lesern gegenüber endlich bewusst werden. Bitte Aufklärung, statt Lügenmärchen eine Plattform zu bieten.

Hier geht es zur Pressemeldung

http://www.wolf-sachsen.de/de/464-auf-dem-truppenuebungsplatz-oberlausitz-vom-wolf-getoeteter-jagdhund-war-nicht-im-jagdlichen-einsatz

http://www.wolf-sachsen.de/de/464-auf-dem-truppenuebungsplatz-oberlausitz-vom-wolf-getoeteter-jagdhund-war-nicht-im-jagdlichen-einsatz

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Weidesicherung in Brandenburg – Unser Wolfsschutz-Vereinsmitglied Korinna packte mit an.

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Wolfsschutz Deutschland packt an – Zusammen mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von diversen Umweltorganisationen hat auch unsere Korinna im Landkreis Dahme Spreewald mitgeholfen. Es ging darum, eine Fläche auf einer ehemaligen Mülldeponie sicher zu machen.

Hier ist ihr Resümee:

Tag drei auf der ehem. Mülldeponie in Senzig LDS.

Bald werden sich hier hunderte Schafe tummeln, doch bis es soweit ist, machen wir Wolfsfreunde aus der Region ihre zukünftige Sommerresidenz über freiwillige Helfer sicher. Denn unser grösster Wunsch ist es, das hier der Wolf unbeschadet und sicher durchziehen oder noch besser, heimisch werden darf. Dass der Graue wieder hier ist, steht inzwischen nämlich außer Frage.

Gestern haben wir, zusammen mit 20 Leuten, an dem Untergrabungsschutz vor dem zirka zwei Meter hohen Schutzzaun, der sich über zwei Kilometer rund um das Areal zieht, auf der östlichen Seite zum Wald hin weitergearbeitet. Wir kämpften auf schwerem Terrain, aber mit sensationeller Aussicht über hiesige Seen bis zum Funkturm. Dennoch sind wir gut weitergekommen.

Ich freue mich riesig darüber,  dass wir den Schafen und dem Schäfer helfen konnten, denn das Beauftragen von Firmen hätte Unsummen verschlungen.

Und so haben wir uns mit Zaun  und Zange bewaffnet durchs Dickicht gekämpft, um Wolf und Schaf zu helfen, um der Rotkäppchen-Mentalität im wahrsten Sinne des Wortes tatkräftig zu begegnen und Bruder Wolf willkommen zu heissen.

Nach einigen Watschen von Ästen und kleinen Schlammschlachten mit dem Brandenburger Waldboden kam ich völlig kaputt aber sehr glücklich nach Hause.
Schöne Grüsse an meine Hände, sag den Fingern sie können wieder aufhören zu krampfen (ich glaub die haben mich heut Nacht weitergezwickt) 
😂.

Ich habe viele neue Leute von hier kennengelernt, die alle meine Faszination und Liebe zum Grauen teilen.

Ein wunderschöner Tag für Wolfsbefürworter, Schafe & Schäfer und Bruder Wolf. Wir setzen hier hoffentlich Zeichen um der Wolfshetze die entsetzlich schnell von neuem Verbreitung findet, Paroli zu bieten.

Ah-uuuuuuuuuuuuu! 🐾🐾

Eure Korinna

Hier kannst Du das Areal überfliegen
https://declips.net/…/xDr…/ehemalige-mülldeponie-senzig.html

 

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Niedersächsische Politiker beugen mit ihren Forderungen nach Wolfstötungen ganz klar EU-Recht

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Kommentar

 

Der niedersächsische Umweltminister Lies wurde in einem Bericht des NDR damit zitiert, dass er sich in Brüssel für eine Abschussquote für Wölfe einsetzen wolle. Seine Vorstellungen: auch in Niedersachsen sollten künftig, ähnlich wie in Frankreich, bis zu 50 Wölfe geschossen werden dürfen. Allerdings räumt der Minister in dem Beitrag selber ein, dass der Erhaltungszustand des Wolfs erreicht sein müsse. Ist die Forderung des Ministers als nichts anderes als billiger Populismus, oder gar eine Unterwerfungsgeste an den Koalitionspartner CDU zu bewerten? Denn ganz nach dem Motto „Schlimmer geht immer“ behauptete der stellvertretende Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Martin Bäumer, am Donnerstag in einer Tageszeitung: „In Deutschland leben zurzeit 1000 Wölfe, 2022 werden es über 4000 und 2030 über 40.000 Wölfe sein. Dieser jährliche Zuwachs von rund 30 Prozent wird es notwendig machen, auch in Niedersachsen Wölfe konsequent zu töten.“ Wo Martin Bäumer diese Zahlen hergenommen haben will, ist uns völlig rätselhaft.

Laut einer Pressemitteilung des Niedersächsischen Umweltministeriums habe angeblich die EU-Kommission ein einheitliches Monitoring der Wolfspopulation zwischen Polen und Deutschland ausdrücklich begrüßt und dafür ihre Unterstützung zugesagt. Erfreulich sei zudem die Aussage, dass es den Nationalstaaten, also dem Bund, obliege, den Erhaltungszustand in selbst definierten Zeiträumen zu bestimmen. Um der dynamischen Populationsentwicklung gerecht zu werden, sei es demnach durchaus möglich, den Erhaltungszustand nicht nur alle sechs Jahre, sondern jährlich zu bestimmen.

Wir von Wolfsschutz Deutschland sind entsetzt darüber, wie man sich augenscheinlich Zahlen passend machen möchte. Und dies nur um Bauernverband und Jägerlobby schönzutun? Sollte die EU tatsächlich die Aufweichung des Schutzes durch das Dazuzählen der polnischen Wolfspopulation in Erwägung ziehen, so werden sich Politiker und Lobbyisten endgültig von Recht und Gesetz verabschieden.

Dazu schreibt das Bundesamt für Naturschutz (BfN) Ende 2017 in seiner Zusammenfassung: In der Roten Liste der gefährdeten Tiere Deutschlands (2009) wird der Wolf als eine vom Aussterben bedrohte Art eingestuft. Wenngleich sich der deutsche Wolfsbestand in den vergangenen Jahren positiv entwickelt hat, weist die Art – gemäß dem deutschen FFH-Bericht von 2013 – immer noch eine ungünstige Erhaltungssituation auf. Das ist auch in Niedersachsen so. Hier nennt Lies übrigens auch eine falsche Zahl. Er sagt, es gäbe 14 Rudel. In Wirklichkeit sind es zehn Rudel, vier Paare und zwei Einzeltiere. Die Anzahl der Territorien ist im Vergleich von 15/16 um fünf gestiegen. 2015/2016 wurden sechs Rudel, vier Paare sowie ein Einzeltier gezählt.

In Niedersachsen haben sich die Wölfe wirklich erfolgreich vermehrt und das soll auch so sein. Denn dies ist ja Sinn und Zweck des Abkommens der EU, das den Wolf unter den höchsten Schutzstatus gestellt hat. Eine Zunahme von 30 Prozent wäre also im Sinne des EU-Abkommens sogar erfreulich. Allerdings ist dies, bundesweit gesehen, nicht der Fall. Ferner behauptet Lies in dem NDR-Bericht, dass zusammen mit der Begrenzung der Population auf bestimmte Gebiete letztlich die Akzeptanz für den Wolf in der Bevölkerung steigen würde. Auch diese Behauptung ist nicht richtig. Laut Umfragen zweier Umweltverbände begrüßen eine Mehrheit der Deutschen und Österreicher sowie auch Dänen den Wolf.

Eine Lobby aus Weidetierhaltern, Landwirten und Hobbyjägern hatte dagegen von Anfang an ein Problem mit der Akzeptanz des Wolfes. Diese Lobby nutzt jede Gelegenheit, um in der Bevölkerung Angst und Panik zu verbreiten. Raum dazu geben die Medien. Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht falsche, oder grotesk aufgebauschte Berichte in Tageszeitungen erscheinen. 2.398 Meldungen über die Sichtung von Wölfen gab es in Niedersachsen. Mehr als die Hälfte davon ist allerdings unbestätigt. Die Zahlen beweisen aber auch, wie problemlos das Zusammenleben von Wolf und Mensch in der Kulturlandschaft Niedersachsen funktioniert. Passiert ist nämlich gar nichts. Auch die Schäden an Nutztieren sind im Vergleich zu den Schlachtzahlen geradezu lächerlich: 166 Übergriffe gab es auf Schafe. Davon wurde der Wolf sogar 33 Mal ausgeschlossen. In 46 Fällen war eine Feststellung nicht möglich. 43 Übergriffe auf Rinder sind gezählt worden. Nur neun Mal war es auch der Wolf. Angriffe auf Pferde durch Wölfe gab es gar keine.

In Tageszeitungen wird Lies immer wieder im Zusammenhang mit dem Thema Wolf zitiert, dass die Sicherheit der Bevölkerung an erster Stelle stehen solle. Wir fragen uns: Wie kommt es dann, dass immer mehr Niedersachsen an gesundheitlichen Folgen wegen des Pflanzengiftes Glyphosat leiden? Ferner werden in Niedersachsens Gewässern immer mehr multiresistente Keime entdeckt. Durch Wölfe ist kein Mensch verstorben, ja nicht einmal angegriffen worden. Ein Mann verstarb allerdings an Keimen in einem Gewässer.

Wir von Wolfsschutz Deutschland fordern die Landesregierung in Niedersachsen auf, den Nebenkriegsschauplatz  „Wolf“ endlich zu befrieden und sich mit den echten Herausforderungen und Problemen im Land Niedersachsen zu befassen. Würde das Land wirklich Wölfe schießen, könnten neben Rügen der EU auch empfindliche Strafzahlungen auf  Niedersachsen zukommen. Zahlen müssten diese Strafen am Ende wieder die Steuerzahler.

 

Brigitte Sommer
Vorsitzende Wolfsschutz Deutschland, Verein in Gründung
 

Quellen:

https://www.umwelt.niedersachsen.de/aktuelles/pressemitteilungen/umweltminister-lies-spricht-mit-eu-kommission-zum-thema-wolf–162572.html

https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/Lies-will-Abschuss-Quote-fuer-Woelfe,wolf3380.html 

https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/Wirtschaftsbereiche/LandForstwirtschaftFischerei/TiereundtierischeErzeugung/AktuellSchlachtungen.html

https://www.wolfsmonitoring.com/fileadmin/dateien/wolfsmonitoring.com/pdfs/Wolfsmonitoringbericht_LJN_2016_2017.pdf 

https://www.gifhorner-rundschau.de/gifhorn/article213653461/Ich-war-von-dem-Glyphosat-Wert-meines-Sohns-Noel-geschockt.html

https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/Gefaehrliche-Keime-in-Baechen-Fluessen-und-Seen,keime302.html

https://www.kreiszeitung.de/lokales/niedersachsen/fordert-konsequentes-toeten-woelfen-niedersachsen-9676387.html

 

 

 

 

 

Fakenews

Auch in Mecklenburg-Vorpommern keine Hinweise auf rasante Vermehrung des Wolfes

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Das Märchen von der „rasanten“ Vermehrung.

 

Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht die Rede von der „rasanten Vermehrung“ der Wölfe in Deutschland ist. Dabei dreschen nicht nur Politiker, Weidetierhalter und Wolfsgegner diese Phrase. Nein, auch so genannte Wolfsexperten und Mitarbeiter der großen Umweltverbände lassen sich dazu hinreißen, von einer rasanten Vermehrung zu reden. Im Koalitionsvertrag von SPD sowie CDU/CSU ist gar von Dezimierung der Wölfe die Rede. Fakt ist jedoch: In der Roten Liste der gefährdeten Tiere Deutschlands (2009) wird der Wolf als eine vom Aussterben bedrohte Art eingestuft. Wenngleich sich der deutsche Wolfsbestand in den vergangenen Jahren positiv entwickelt hat, weist die Art – gemäß dem deutschen FFH-Bericht von 2013 – immer noch eine ungünstige Erhaltungssituation auf, schreibt das Bundesamt für Naturschutz in einer Zusammenfassung Ende 2017.

Wölfe paaren sich nur einmal im Jahr, nämlich jetzt und in den kommenden Wochen. Die Jungtiere vom Vorjahr kümmern sich oft noch mit um den Nachwuchs, der im Frühjahr auf die Welt kommt. Jetzt ist auch die Zeit für die zweijährigen Wölfe, sich ein eigenes Revier zu suchen. Da Wölfe ihre Reviere verteidigen, können sich die Jungtiere nur dort niederlassen, wo noch keine anderen Wölfe ihr Revier eingerichtet haben. Diese Verhaltensweisen sind es, die eine „rasante Vermehrung“ so gut wie unmöglich machen. Die meisten Jungtiere erreichen ihr drittes Lebensjahr nicht. Man ging bisher von einer Vermehrungsrate von 30 % aus. Im Monitoringjahr 2016/17 stagniert diese Rate nicht nur, sie ist sogar zurückgegangen.

In Mecklenburg-Vorpommern hat sich die Anzahl der Welpen von 13 auf 14 leicht erhöht. Die Territorien sind bei 3 allerdings gleich geblieben. Der Verbleib des bisherigen Lübtheener Rudels ist derzeit ungeklärt. Anfang 2017 konnte der seit 2007 in der Lübtheener Heide lebende, mindestens 12-jährige Rüde letztmalig anhand von Fotofallenbildern dokumentiert werden. Die beiden besenderten Jährlingsfähen des Rudels, WF2 Naya und WF3 Emma, sind abgewandert; seit Mai 2017 wurden sie nicht mehr in der Lübtheener Heide nachgewiesen. Zu dem aktuellen Status der Elterntiere des Lübtheener Rudels liegen keine Hinweise vor, schreibt das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt. Mit 12 Jahren hat der Rüde ein stattliches Alter für einen frei lebenden Wolf erreicht. Dennoch ist Wilderei als Ursache nicht auszuschließen. Erst im Dezember 2016 wurde dort der Jungwolf Arno erschossen aufgefunden.

Schaut man sich die Anzahl von Wölfen in Mecklenburg-Vorpommern an und vergleicht sie mit den Schäden, stehen die Forderungen von Weidetierhaltern in einem ganz anderen Licht. Zitat aus der Pressemitteilung der Landesregierung: Im Jahr 2017 leistete das Land MV Kompensationszahlungen an Tierhalter in Höhe von etwa 15.700 Euro. Landesweit waren 28 Übergriffe auf Nutztiere registriert worden, bei denen ein Wolf als Verursacher festgestellt oder nicht ausgeschlossen werden konnte. Dabei wurden 66 Tiere getötet und 22 Tiere verletzt. Seit Jahresbeginn 2018 wurden 4 Übergriffe auf Nutztiere registriert, bei denen ein Wolf als Verursacher nicht ausgeschlossen werden konnte. Der vorbeugende Herdenschutz wurde im Jahre 2017 mit etwa 138000  Euro und im Jahre 2018 bislang mit etwa 32 000 Euro gefördert.

Quellen:

https://www.regierung-mv.de/Landesregierung/lm/Service/Presse/Aktuelle-Pressemitteilungen?id=136019&processor=processor.sa.pressemitteilung&sa.pressemitteilung.sperrfrist=alle

https://www.dbb-wolf.de/Wolfsvorkommen/territorien/zusammenfassung?Bundesland=&Jahr=2016

https://www.bfn.de/fileadmin/BfN/presse/2017/Dokumente/Pressehintergrund_Wolf_2017bf.pdf

https://www.regierung-mv.de/Landesregierung/lm/Service/Presse/Aktuelle-Pressemitteilungen?id=122660&processor=processor.sa.pressemitteilung&sa.pressemitteilung.sperrfrist=alle

 

 

 

 

Allgemein

Kuhbauer abgeblitzt – das Dobbrikower Rudel wird nicht getötet

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Rieben – Fachleute des Landesamts für Umwelt (LfU) haben auf der Grundlage der Brandenburgischen Wolfsverordnung den Antrag auf Entnahme eines Wolfs im Landkreis Potsdam-Mittelmark geprüft und gestern abschlägig beantwortet.

Die Brandenburgische Wolfsverordnung – die erste Wolfsverordnung überhaupt in Deutschland – ist seit 2. Februar Kraft. Die Verordnung regelt den Umgang mit problemauffälligen Wölfen. Nach den engen Vorgaben des internationalen und nationalen Naturschutzrechts können Eingriffe in die Wolfspopulation nur als Einzelfallentscheidungen erfolgen, so das Landesamt für Umwelt. Wir von Wolfsschutz Deutschland sehen in der Wolfsverordnung einen Verstoß gegen EU-Recht. Wir protestierten bereits, unter anderen auch mit einer Petition, siehe  http://www.change.org/brandenburgwoelfe .In einem Schreiben eines Landwirts aus Potsdam-Mittelmark wurde die Entnahme des Dobbrikower Rudels gefordert. Entnahme heißt nichts anderes, als das komplette Rudel zu töten.

Das LfU macht deutlich, dass die in der Wolfsverordnung genannten Voraussetzungen für das Töten oder Fangen eines Wolfs nicht gegeben waren. Zwei frühere Wolfsrisse aus dem März und Oktober letzten Jahres können für die erst am 2. Februar rechtswirksam gewordene Verordnung nicht herangezogen werden. Vor allem aber gab es zu diesem Zeitpunkt  auf den Weiden noch keinen wolfssicheren Zaun, wie er in der Verordnung als Kriterium beschrieben ist. Erst wenn Wölfe mehrfach als wolfssicher anerkannte Zäune überwinden, kann die sogenannte „Entnahme“ geprüft werden. Wenn die Voraussetzungen nicht erfüllt sind, können Wölfe auch nicht entnommen werden. Nach unserer Ansicht ist auch dies nicht möglich, weil wie will man nachweisen, welcher Wolf welche Zäune überwunden haben?

Das Landesamt hat dem Landwirt als Unterstützungsmaßnahme für die beiden früheren Risse einen Ausgleich für den Verlust von Weidetieren zugesprochen und Ende 2017 die Errichtung eines als wolfssicher anerkannten Zauns mit Fördermitteln unterstützt. Der Zaun ist inzwischen errichtet. Wir hoffen, dass dies auch eine klare Botschaft an weitere Landwirte ist, die sich Hoffnung machen, mit der Kreation zum Teil abenteuerlichen Geschichten Wolfsabschüsse zu fordern. Weidetierhalter sollten diese Energie lieber in den Schutz ihrer Tiere stecken und sich mit dem streng geschützten Beutegreifer arrangieren.

Hier geht es zur PM des LFU: http://www.mlul.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.588910.de

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Big brother für Bruder Wolf? Ein Gastkommentar von Kurt Schneeberger

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In Baden-Württemberg, Hessen, dem Saarland und Rheinland-Pfalz wollen Politiker in Zukunft beim so genannten Wolfsmanagement künftig länderübergreifend besser zusammenarbeiten. Dies klingt zunächst ja nicht einmal schlecht. Betrachtet man allerdings die Anzahl an Wölfen, um die es geht, fragen wir uns ernsthaft, ob die Politik nicht größere Sorgen haben müsste.  Die Schere zwischen Arm und Reich in Deutschland wird immer größer, die GroKo hat hierfür wenig Lösungen parat. Auf Äckern darf weiterhin Glyphosat verspritzt werden und in hessischen Bächen und Flüssen werde immer mehr multiresistente Keine entdeckt. Wir fragen uns: Wo bleibt da die Sorge unserer Politiker um die Sicherheit der Bürger?

Hier ein Gastkommentar des Wolfsfreundes Kurt Schneeberger:

Im Prinzip ist es zum Lachen. Das neue Top Thema der Politik. Die wirklich wichtigen Themen geraten geradezu in Vergessenheit. Schuld sind nicht nur die Politiker, sondern auch die „entarteten“ Bürgerinnen und Bürger, welche die Natur nur noch als Betätigungsfeld für Trendsportarten und Freizeitvergnügen wie „Bräteln mit Familie“ wahrnehmen. Wie diese oder jene Blume heißt, weiß auch niemand mehr ebenso wenig wie alles andere in der Natur.
Wichtig ist nur noch der 4×4 SUV mit welchem man in die Natur rausfährt, dann das Equipment für Betätigungen aller Art, usw…. die Natur – Flora, Fauna – wird als solches nicht mehr wirklich wahrgenommen. 

Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass sich die Menschen zum Teil endgültig von diesem Thema abgekoppelt haben, sie wissen es einfach nicht mehr besser.
Zu dieser Gruppe Menschen gehören natürlich auch viele Politikerinnen und Politiker. Geschürt wird das Ganze dann noch von „Nutz“Viehhaltern und Jäger, welche zum Teil auch in der Politik „hocken“. Überwachen ist der große Trend – Die Technik machts möglich! Und die Menschen sind zufrieden.
Wie lange wird es noch dauern, bis sogar Drohnen, gesteuert von GPS Sendern, rund um die Uhr Bilder von Wölfen senden und am anderen Ende Menschen in Überwachungszentralen alles mitverfolgen und sofort Alarm schlagen? Mich würde es nicht wundern.

Wäre es nicht vorteilhafter, gewisse Menschen besser zu überwachen…
JA, mit Sicherheit! Aber das wäre schon fast ein Verstoß gegen die „Menschlichkeit“… „Menschlichkeit“..? – schon wieder eine „Klammer geöffnet“, aber lassen wird das mal.

Quelle:

https://www.morgenweb.de/mannheimer-morgen_artikel,-laender-streit-ueber-wolf-konzept-_arid,1210353.html

 

 

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Das muss aufhören: Durch die Jagd im März werden ganze Fuchsfamilien ausgelöscht. Fuchswelpen sterben qualvoll.

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Nachwuchs am Fuchsbau: Tier- und Naturschutzorganisationen fordern Ende der erbarmungslosen Jagd auf Jungfüchse und ihre Eltern. Am Ende des Beitrages ist eine Petition für NRW verlinkt. Bitte unterschreiben und großflächig teilen. 

In den nächsten Wochen stellt sich bei Familie Fuchs Nachwuchs ein: In den Monaten März bis Mai bringen Füchsinnen ihre Welpen zur Welt. Nachstellungen durch Jäger sorgen jedoch oft dafür, dass das Familienidyll nicht lange währt. Das Aktionsbündnis Fuchs, eine Initiative von mehr als 50 deutschen Tier- und Naturschutzorganisationen, setzt für das Ende der ebenso grausamen wie sinnlosen Fuchsjagd ein.

März 2018 – Der Anblick spielender Jungfüchse gehört zu den schönsten Bildern, die unsere heimische Tierwelt zu bieten hat. Die wenigsten Menschen wissen jedoch, dass viele Fuchswelpen bereits am elterlichen Bau von Jägern erschossen oder in Fanginstrumenten wie der sogenannten „Eberswalder Jungfuchsfalle“ gefangen und dann getötet werden. Fuchswelpen haben in den meisten Bundesländern keine Schonzeit!

Qualvoller Tod von Fuchswelpen nach dem Tod der Fuchseltern

Elterntieren, die für die Jungenaufzucht notwendig sind, gesteht das Bundesjagdgesetz nach §22 Abs. 4 (Elterntierschutz) eine Jagdruhe zu. Nicht selten umgehen Jäger diesen Schutz, indem sie versuchen, zuerst die Fuchswelpen und dann deren Eltern töten. Reguläre Schonzeiten zumindest für erwachsene Füchse gibt es nur in etwa der Hälfte der Bundesländer. Meist enden die bereits Ende Juni oder Juli. Wo keine Schonzeitregelungen existieren, ist es weitgehend dem Ermessen des Jägers überlassen, wann er die Flinte wieder auf Füchse anlegt. In der Regel wird den Bestimmungen zum Elterntierschutz zum Trotz bereits im Juni wieder das Feuer eröffnet. Forschungsergebnisse sowie Altersbestimmungen in Wildtierauffangstationen zeigen jedoch, dass manche Welpen erst im April oder Mai geboren werden. Da Fuchswelpen erst in einem Alter von etwa fünf Monaten auf sich allein gestellt überleben können, sterben viele Jungfüchse nach dem gewaltsamen Tod ihrer Eltern qualvoll.

Fuchsjagd während der Paarungszeit: Ursache für Leid und Tod neugeborener Welpen

Hinzu kommt, dass gerade in der winterlichen Paarungszeit besonders intensiv Jagd auf Füchse gemacht wird. Dadurch werden nicht nur zahlreiche bereits schwangere Füchsinnen getötet, sondern es wird vielen Welpen bereits vor der Geburt der Vater genommen: Jeder Fuchsrüde, der nach der Paarung getötet wird, steht später nicht mehr für die Versorgung seiner Familie zur Verfügung. Fuchsväter leisten jedoch insbesondere durch die Versorgung von Fähe und Welpen mit Nahrung einen wichtigen Beitrag zur Jungenaufzucht. Studien zeigen, dass die Welpen „alleinerziehender“ Fähen deutlich geringere Überlebenschancen haben und eine schlechtere körperliche Verfassung aufweisen als Jungfüchse, an deren Aufzucht sowohl Vater als auch Mutter beteiligt sind.

Aktionsbündnis Fuchs fordert Ende der Fuchsjagd

All dies zeigt unmissverständlich auf, wie willkürlich und erbarmungslos Füchsen hierzulande nachgestellt wird, und wie dabei selbst grundlegende biologische Fakten ignoriert werden. Wolfsschutz Deutschland macht sich daher gemeinsam mit bundesweit mehr als 50 weiteren Natur- und Tierschutzorganisationen im „Aktionsbündnis Fuchs“ dafür stark, die sinnlose Bejagung des Fuchses einzustellen. „Es ist nicht zu tolerieren, dass Füchse in den meisten Bundesländern ohne reguläre Schonzeit verfolgt werden und nicht einmal ihren Nachwuchs unbehelligt von Flinten und Fallen aufziehen können“, erläutert Lovis Kauertz, einer der Initiatoren des Bündnisses. „Dabei gibt es keinen vernünftigen Grund für die erbarmungslose Hatz auf Meister Reineke“.

Sinnlose Fuchsjagd

Viele Jäger sehen in Füchsen Beutekonkurrenten oder behaupten, man müsse sie „regulieren“, etwa, um der Ausbreitung von Krankheiten Einhalt zu gebieten. Wissenschaftliche Studien zeigen jedoch, dass eine „Regulierung“ des Fuchsbestands mit jagdlichen Mitteln gar nicht möglich ist, weil Verluste durch Zuwanderung und steigende Geburtenraten kompensiert werden. Zudem begünstigt Bejagung die Ausbreitung von Krankheiten tatsächlich sogar, anstatt sie einzudämmen. Von einer wie auch immer gearteten Notwendigkeit, Füchse zu bejagen, kann also keine Rede sein.

 

Eine ausführliche Darstellung des Themas sowie wissenschaftliche Nachweise finden Sie in den Erläuterungen und Quellenangaben des Aktionsbündnisses Fuchs.

Kontakt:http://www.aktionsbuendnis-fuchs.de

Die Petition gegen die Fuchsjagd in NRW benötigt dringend Unterstützer: https://www.openpetition.de/petition/online/gegen-wiedereinfuehrung-der-bau-fallenjagd-fuer-die-schonung-von-fuechsen-bedrohten-arten-in-nrw

 

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In Sachsen verschwinden klammheimlich die Wölfe. Helfen Sie uns, damit wir dagegen vorgehen können!

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Alle Welt spricht von einer angeblich rasanten Vermehrung der Wölfe in Sachsen. Sogar ein so genannter Wolfsexperte aus Bayern war sich nicht zu schade, Entsprechendes zu formulieren. Doch stimmt das wirklich? Wir haben uns die offiziellen Zahlen auf http://www.dbb-wolf.de  angesehen und haben dort auch noch einmal telefonisch nachgefragt. In den Zahlen über die Territorien 2016/2017 wird es keine Änderungen mehr geben. Im Monitoringjahr 2015/16 wurden in Sachsen 15 Rudel, 4 Paare, ein territorialer Wolf und 52 Welpen gezählt. 2016/17 sind es nur noch 14 Rudel, 5 Paare, kein territorialer Wolf mehr und nur 39 Welpen. Die Territorien sind von 20 auf 19 ebenfalls gesunken. Das heisst im Klartext: die Wölfe haben sich nicht nur „nicht“ rasant vermehrt, in Wirklichkeit ist ihre Zahl sogar zurückgegangen. Dies liegt unserer Ansicht nach nicht unter vermehrten Verkehrsunfällen, sondern auch und gerade daran, dass besonders in Sachsen in Wild-West-Manier Wölfe illegal getötet werden. Denn nicht jeder illegal getötete Wolf wird auch entdeckt und entsprechend statistisch berücksichtigt.

Für uns sind diese Zahlen deswegen auch nicht wirklich verwunderlich. Schließlich hatte vor einiger Zeit ein sich zu Wolfshass bekennender Hobbyschäfer in einem Kommentar in unserer Petition http://www.change.org/pumpak  dazu bekannt, Wolfsangeln gut zu finden und selbige auch zu benutzen. Wir von Wolfsschutz Deutschland wollen in ganz Sachsen mit weiteren Leuten vor Ort sein, um die Wölfe vor Wilderern zu beschützen. Wir benötigen dazu Fahrzeuge, Nachtsichtgeräte und weitere Ausrüstungsgegenstände. Da wir, im Gegensatz zu den großen Naturschutzverbänden, keine staatliche Unterstützung erhalten, sind wir dringend auf Spenden angewiesen. Jeder Euro kann uns helfen, weitere illegale Wolfstötungen zu verhindern. Bitte helfen Sie uns, die Wölfe in Sachsen zu schützen.

Wolfsschutz-Deutschland

Berliner Sparkasse

IBAN DE79 1005 0000 0190 7118 84

BIC BELADEBEXXX

Hier ist der Link, um über Paypal zu spenden: https://wolfsschutz-deutschland.de/spenden-2/

 

Quelle: https://www.dbb-wolf.de/Wolfsvorkommen/territorien/zusammenfassung?Bundesland=&Jahr=2016